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June 2, 2008

Australien beendet sein militärisches Engagement im Irak

Australien beendet sein militärisches Engagement im Irak

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Veröffentlicht: 22:10, 2. Jun. 2008 (CEST)
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Canberra (Australien), 02.06.2008 – Der seit November 2007 amtierende australische Premierminister Kevin Rudd erfüllt mit dem heute verkündeten Rückzug einer 500 Mann starken australischen Kampfeinheit aus dem Irak ein zentrales Wahlversprechen seiner Partei. Die Soldaten sollen in den nächsten Wochen nach Hause zurückkehren. Etwa 200 Soldaten sollen jedoch in dem Land zum Schutz der australischen Botschaft bleiben. Umfragen zufolge lehnen 80 Prozent der Australier den Krieg im Irak ab. Australien war unter der Vorgängerregierung eines der ersten Länder, die Truppen zur Unterstützung der US-Armee in den Irak entsandten.

Während des dreijährigen australischen Einsatzes im Irak gab es auf australischer Seite keine Toten, sechs Soldaten der australischen Militäreinheiten wurden verletzt. Der australische Verteidigungsminister Joel Fitzgibbon erklärte, die australische Armee habe „im eigenen Hinterhof“ andere Sicherheitsprobleme zu lösen, denen man jetzt die volle Aufmerksamkeit widmen werde. Durch das Engagement im Irak sei die australische Armee bereits zu sehr beansprucht worden. Fitzgibbon betonte, die australische Armee habe seit April 2005 wesentlich zur Ausbildung von 33.000 irakischen Soldaten beigetragen. Die beiden Provinzen, in denen australische Einheiten stationiert waren, al-Muthanna und Dhi Qar, seien die ersten gewesen, in denen die Überwachung der Sicherheit erfolgreich an die irakischen Sicherheitskräfte übergeben worden sei. Diese Regionen seien im Vergleich zu Bagdad und der Umgebung als eher ruhig einzuschätzen. Die militärische Führung in der Region soll nach dem Abzug der australischen Kampfeinheiten an die US-Armee übergehen. Der Oberbefehlshaber der australischen Truppen im Irak, Air Chief Marshal Angus Houston, hatte im Februar gesagt, auch nach dem Truppenrückzug würden zwei Überwachungsflugzeuge der Marine und ein Kriegsschiff zur Bewachung der irakischen Ölplattformen zurückbleiben. Auch zivile Polizeikräfte würden zur Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte und als Berater der irakischen Regierung ebenfalls im Land bleiben.

Nach Angaben des Verteidigungsministers hat Australien in dem Gebiet, für das es die Verantwortung getragen habe, neun Millionen australische Dollar in Infrastrukturmaßnahmen investiert.

Wie heute außerdem bekannt wurde, soll der ehemalige australische Premierminister John Howard wegen Kriegsverbrechen im Zusammenhang mit dem Irak-Einsatz angeklagt werden. Eine Gruppe von Rechtsanwälten, Akademikern und Politikern beschuldigt ihn australische Soldaten in einen Kriegseinsatz geschickt zu haben, der von der UNO nicht beschlossen worden war. Die Anklage soll dem Internationalen Strafgerichtshof (IStG) in Den Haag zugestellt worden sein.

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March 4, 2007

Situation in Timor-Leste nach wie vor kritisch

Situation in Timor-Leste nach wie vor kritisch

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Artikelstatus: Fertig 22:14, 4. Mär. 2007 (CET)
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Lage von Timor-Leste

Der Manufahi-Distrikt

Lage von Same

Same (Timor-Leste), 04.03.2007 – Bei einem Angriff australischer Soldaten auf die osttimoresische Stadt Same am frühen Sonntagmorgen wurden australischen Angaben zufolge vier Aufständische getötet. Das eigentliche Ziel der Mission, den Ende August des vergangenen Jahres mit 50 anderen Häftlingen aus einem Gefängnis geflohenen Rebellenführer Major Alfredo Reinado festzunehmen, schlug jedoch fehl.

„Die Anzahl der Soldaten ist komplett. Es wurde nur eine Person verwundet“, bestritt Reinado diese Behauptung und fügte hinzu, dass australische Truppen beschossen wurden. Der ehemalige Major der Streitkräfte wird beschuldigt, für einen Überfall auf eine Polizeistation am vergangenen Sonntag verantwortlich zu sein, bei dem er mit seinen Männern etwa 25 automatische Waffen erbeutet haben soll. Reinado wies die Anschuldigungen jedoch zurück und sagte, dass die Polizei ihm die Waffen überlassen habe.

Nach dem Zwischenfall hatte Osttimors Präsident Gusmão am vergangenen Dienstag in einem Brief an die australische Regierung die ausländischen Truppen ermächtigt, den Rebellenführer, der schon im Januar damit gedroht hatte, Australier zu töten, falls diese versuchten, ihn mit Waffengewalt zur Aufgabe zu zwingen, gefangen zu nehmen. Indonesien hat inzwischen seine Grenze zu dem Nachbarland geschlossen.

Einer der Aufständischen teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, dass er seit gestern Abend den Kontakt zu Reinado verloren habe, nachdem es zu ersten Zusammenstößen mit australischen Truppen gekommen sei, und sagte: „Sie haben uns morgens etwa um zwei Uhr angegriffen und feuerten Tränengas und Leuchtgeschosse.“ Am Abend soll es zu einer erneuten Operation gekommen sein, bei der auch Hubschrauber im Einsatz waren.

Brigadegeneral Mal Rerden, der Kommandierende einer von Australien geführten Eingreiftruppe, welche seit Ende Mai des vergangenen Jahres in Osttimor ist, um das von innerer Unruhe erschütterte Land wieder zu befrieden, bestätigte, dass sich die Situation in Same wieder beruhigt habe und Reinado in die nahen Berge geflohen sei. Aus dem zuständigen Ministerium in Canberra verlautete, dass bisher weder Verletzte noch Tote zu beklagen seien. Zusätzliche Truppen wurden in den vergangenen Tagen nach Osttimor geschickt, um die 800 australischen Soldaten zu verstärken, die sich bereits auf Timor befinden.

Am Sonntag kam es zu Ausschreitungen in der Hauptstadt Dili, in Gleno, wo Alfredo Reinado seine Kindheit verbrachte, und in Ermera, die sich am frühen Montagmorgen fortsetzten. Dabei wurden Autos und zwei Regierungsgebäude beschädigt. Die geglückte Flucht Reinados erhöht die Beliebtheit des früheren Kommandeurs der Militärpolizei in der Bevölkerung.

Seit vergangenen Donnerstag lagen Berichte vor, dass Alfredo Reinado, der in Australien militärisch ausgebildet wurde, mit bis zu 150 schwer bewaffneten Männern in Same eingeschlossen sei. Gegenüber der australischen Zeitung „The Age“ erneuerte er seine Drohung gegenüber den australischen Truppen. Der osttimoresische Lieutenant Gastao Salsinha, der eigentliche Anführer der seit Februar letzten Jahres entlassenen 600 Soldaten der Armee, beschloss, sich der Truppe anzuschließen – zusammen mit etwa 100 bewaffneten Männern. Erst am Samstag erklärte sich Reinado in einem Telefonat gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters zu Verhandlungen mit der Regierung bereit. Den Vorschlag, sich zu ergeben, hatte er zuvor bereits mehrfach abgelehnt.

Am 22. Februar erschossen australische Soldaten zwei Jugendliche in einem Flüchtlingslager nahe dem Flughafen der Hauptstadt Dili, nachdem sie angeblich mit Pfeilen aus Stahl angegriffen worden waren. An der Trauerkundgebung zwei Tage später nahmen mehrere hundert Menschen teil. Die Kundgebung mit bebannerten Fahrzeugen zog dabei an der australischen Botschaft vorbei. Auf einigen der Banner war „Australische Armee – verschwinde“ zu lesen. Der Zwischenfall ereignete sich während vermehrter Bandenaktivität in dem Flüchtlingslager. Letzten Monat wurden dort mehr als 100 Personen verhaftet, am 31. Januar allein 47 innerhalb einer Nacht. Australische Soldaten und UN-Polizei suchten dabei nach versteckten Waffen. Nur zwei Tage vor dem Tod der beiden Jugendlichen wurden sechs Häuser niedergebrannt. Mehr als 5.000 Menschen hatten ihre Häuser verlassen. Inzwischen wurden vier weitere Flüchtlingslager eröffnet. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat nach dem Diebstahl von 700 Säcken Reis seine Lebensmittellieferungen eingestellt. Regierungskritische Stimmen behaupten, dass die politische Führung Nahrungsmittel nur noch an Unterstützer der Regierungspartei FRETILIN ausgebe.

Der UN-Sicherheitsrat beschloss am 22. Februar mit der Resolution 1745 die Erweiterung der dortigen UN-Mission bis Februar kommenden Jahres und stockte damit die Anzahl der UN-Polizisten um 140 Mann auf, um die für den 9. April geplanten Präsidentschaftswahlen zu sichern. Befürchtungen, die anhaltende Gewalt könne die Durchführung der Wahlen gefährden, wies der australische Außenminister Alexander Downer derweil zurück.

Um das Amt des nächsten Präsidenten bewerben sich der derzeitige Premierminister und Friedensnobelpreisträger José Ramos-Horta, die drei Mitglieder des Parlamentes João Carrascalão (UDP), Fernando de Araújo (Demokratische Partei) und Manuel Tilman (KOTA) sowie die Anwältin Lúcia Lobato, Avelino Coelho da Silva von der Sozialistischen Partei Osttimor und Francisco Guterres, jetziger Parlamentspräsident und Mitglied der Regierungspartei FRETILIN.

Xanana Gusmão, der momentane Präsident des Landes und langjährige Führer des Widerstandes während der indonesischen Besatzungszeit, möchte eine eigene Partei gründen und dann Mitte des Jahres bei den kommenden Parlamentswahlen antreten.

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November 19, 2006

Unruhen im Inselstaat Tonga: Militärhilfe aus Australien und Neuseeland

Unruhen im Inselstaat Tonga: Militärhilfe aus Australien und Neuseeland

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Artikelstatus: Fertig 15:44, 19. Nov. 2006 (CET)
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Lage Tongas im Pazifischen Ozean

Nuku’alofa (Tonga), 19.11.2006 – Gewalttätige Unruhen erschütterten am Donnerstag den pazifischen Inselstaat Tonga. Aufgebrachte Jugendliche warfen Autos um und zündeten sie an, Geschäfte wurden geplündert und ebenfalls in Brand gesteckt. Unruhen dieses Ausmaßes hatte es bisher in dem Inselkönigreich mit rund 100.000 Einwohnern noch nicht gegeben. 80 Prozent der Gebäude in der tongaischen Hauptstadt Nuku’alofa sollen offiziellen Angaben zufolge zerstört worden sein. Mindestens acht Menschen starben während der Unruhen, mindestens sechs der Toten sollen vor ihrem Ableben selbst aktiv daran beteiligt gewesen sein. Ihre verkohlten Leichen waren von Feuerwehrleuten gefunden worden. Militär- und Polizeieinheiten aus Australien und Neuseeland, insgesamt etwa 150 Einsatzkräfte, darunter nach Angaben des „New Zealand Herald“ 71 Soldaten und sieben Polizisten aus Neuseeland sowie laut BBC 85 Polizisten und Soldaten aus Australien, trafen gestern auf Tonga ein. Sie entsprachen damit einem Hilfeersuchen tongaischer Behörden. Neuseeländische Einheiten übernahmen gestern die Kontrolle über den Fau’amotu International Airport. Der Flugverkehr kam weitgehend zum Erliegen. Hunderte Neuseeländer, die auf Tonga leben, sowie Touristen sollen ab Montag von der Insel evakuiert werden. Auf Tonga leben nach Schätzungen etwa 600 Neuseeländer, außerdem halten sich etwa 100 Touristen dort auf. Inzwischen soll wieder relative Ruhe in der Hauptstadt eingekehrt sein, es wurde aber der Ausnahmezustand erklärt.

Der Einsatz der australischen und neuseeländischen Einheiten war von den beiden Premierministern, John Howard beziehungsweise Helen Clark, auf einer Pressekonferenz in Vietnam am Rande des APEC-Gipfels bekannt gegeben worden. Der australische Premier Howard sagte, als reichstes und größtes Land der Region müsse Australien seiner Verantwortung nachkommen zu helfen.

Die Unruhen sollen durch das geringe Reformtempo bei der Umsetzung demokratischer Reformen ausgelöst worden sein. Dabei spielte das Ende der parlamentarischen Sitzungsperiode offenbar eine auslösende Rolle. Es bestand die Befürchtung, das Parlament könne sich vertagen, ohne wesentliche Reformvorhaben beschlossen zu haben. Die Reformen sollten eine Änderung des Wahlsystems zum Ziel haben, die es ermöglichen würde, die Zusammensetzung des 30-köpfigen Parlaments durch demokratische Wahlen statt wie bisher üblich durch Ernennung zu bestimmen. Entsprechende Zusagen hatte die Regierung noch am Dienstag gegeben. 2008 sollen Parlamentswahlen stattfinden. Die Unruhen, die mit Plünderungen einher gingen, richteten sich zum Teil auch gegen Angehörige der chinesischen Minderheit, deren Geschäfte zerstört wurden. In der chinesischen Botschaft auf Tonga sollen nach eigenen Angaben 150 Personen chinesischer Herkunft Zuflucht gesucht haben, deren Häuser und Geschäfte zerstört worden waren.

Angaben eines BBC-Reporters zufolge werden Banden für die Zerstörungen verantwortlich gemacht, die mit der Demokratiebewegung in dem Königreich in Verbindung stünden. Der Premierminister Tongas, Feleti Sevele, hat nun zügige Reformen angekündigt.

König George Tupou V. hat auf Tonga eine große Machtfülle. So geht die Regierung nicht aus demokratischen Wahlen hervor, sondern es werden zehn der 14 Kabinettsmitglieder persönlich auf Lebenszeit vom König ernannt. Die fehlenden vier Sitze im Kabinett sind für den Adel reserviert. Auch im Parlament haben die Adelsfamilien die Mehrheit der Sitze inne.

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May 27, 2006

Internationale Truppe soll Lage in Timor-Leste stabilisieren

Internationale Truppe soll Lage in Timor-Leste stabilisieren

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Artikelstatus: Fertig 23:55, 27. Mai 2006 (CEST)
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Timor-Leste liegt nördlich von Australien

Dili (Timor-Leste), 27.05.2006 – In Timor-Leste, dessen Hauptstadt seit Ende April immer wieder von schweren Gewaltausbrüchen erschüttert wird, soll jetzt eine internationale Truppe für Ruhe sorgen. Allein in dieser Woche kamen bei der Unruhe über 20 Menschen ums Leben.

Premierminister Marí Alkatiri vermutet einen Militärputsch. Hintergrund sind Unstimmigkeiten und Rangeleien um Beförderungen und andere Missstände innerhalb der bewaffneten Streitkräfte von Osttimor, die etwa 1500 Soldaten und etwa die gleiche Anzahl an Reservisten unterhalten.

Anfang Februar waren über 400 Soldaten des in Baucau stationierten 1. Bataillons in die Hauptstadt gezogen und hatten den Rücktritt des Kommandenten Colonel Falur gefordert. Nach zwei Treffen mit dem Präsidenten Xanana Gusmão in Dili, der sie zur Rückkehr in ihre Kasernen bewegen wollte, was ihm auch anfänglich gelang, desertierten die aufmüpfigen und bewaffneten Soldaten endgültig und schlugen ihr Lager im benachbarten Aileu auf. Schon Mitte Januar hatten sie ihm eine Petition mit ihren Klagen geschickt. Am 14. Februar wurden die insgesamt 591 Männer offiziell durch Brigade-General Taur Matan Ruak aus dem Dienst entlassen, während sich der Präsident auf einer Afrikareise befand. Eine am 23. März veröffentliche Nachricht von Gusmão an abtrünnige Einheiten und auch spätere Verhandlungen brachten keine Lösung.

Ende April gab es dann nach einer Demonstration die ersten Verletzten und insgesamt fünf tote Menschen (Wikinews berichtete). Australiens Außenminister Alexander Downer hatte ein militärisches Eingreifen seines Landes zunächst ausgeschlossen, nachdem er am 20. April schon mehrere hundert Soldaten und Polizisten auf die Solomonen geschickt hatte, um Ausschreitungen nach der Ernennung des inzwischen wieder zurückgetretenen Premierministers Snyder Rini zu beenden.

Osttimors Außenminister José Ramos-Horta erklärte Mitte Mai in New York, dass die nationale Polizei PNTL unfähig sei, die Lage zu kontrollieren, und dass den verbleibenden Einheiten der Armee nicht mehr vollständig vertraut werden könne. Nur Tage später, nach dem vierten Jahrestag der Unabhängikeit des Landes, flammten die Unruhen wieder auf. Jugendliche Krawallmacher verbündeten sich mit den Streikenden, zündeten Gebäude an und warfen mit Steinen.

Mit Pistolen und Macheten bewaffnet zog eine Menschenmenge randalierend durch Dili und setzte Häuser in Brand. Der neuseeländische Botschafter musste nach ernsthafter Bedrohung sein Gebäude räumen und sucht seitdem in der australischen Botschaft Zuflucht. Erst am Freitag starben bei einem absichtlich gelegten Feuer in einem Gebäude die Frau und fünf Kinder eines Kabinettmitglieds. Vergangenen Dienstag erschossen regierungstreue Soldaten neun Polizisten, die angeblich mit Aufständischen kollaboriert hatten.

Das kleine ostasiatische Land befindet sich im Moment in einer ersthaften Krise. Inzwischen sind viele Ausländer evakuiert worden, und die Grenze zu Indonesien, das eine militärische Beteiligung an der Mission ablehnt, wurde geschlossen. Human Rights Watch hatte im April einen traurigen Bericht über Folter im Land veröffentlicht, nachdem die gewalttätigen Übergriffe gegenüber der Zivilbevölkerung mit der Zeit überhand genommen hatten.

Harte Lebensbedingungen sind für die Bevölkerung Alltag. 45 Prozent der Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze. Mit einem durchschnittlichen Tagesverdienst von weniger als drei Euro und einer Arbeitslosenrate von 40 Prozent in der ländlichen Region teilt sich Timor-Leste Platz 158 mit Ruanda auf einem UN-Entwicklungsindex, in dem 185 Länder aufgelistet sind. Nach einer Studie der UNO gehen nur 30 Prozent der Jugendlichen zwischen 13 und 15 Jahren überhaupt zur Schule.

Lage der Erdölfelder in der Timorsee zwischen Timor und Australien

Die einheimische Wirtschaft ist stark vom Ausland abhängig. Das amerikanische Unternehmen Starbucks hat dem Land den Großteil seiner Kaffeebohnenproduktion abgekauft. Die im Januar erzielte Einigung mit der australischen Regierung in Canberra über die Aufteilung des Erdöls, das sich in dem so genannten Timor Gap befindet, könnte eine finanzielle Zukunft für das Land sein.

Auch Premierminister Alkatiri, ein Muslim, ist zum ersten Mal in einer tiefen politischen Krise in dem vorwiegend von Christen bewohnten Land. Sein Führungsstil stößt auf massive Kritik seitens der Kirche im Land und des UN-Botschafters von Osttimor, Jose Luis Guterres.

Die UN hat vor ein paar Tagen in der Nähe der Hauptstadt Dili ein neues Flüchtlingslager eröffnet, obwohl ihre Mission eigentlich ab dem 11. Mai beendet werden sollte. Am 12. Mai hatte der Sicherheitsrat die UNOTIL-Mission als Reaktion der Geschehnisse Ende April bis zum 20. Juni verlängert. Jetzt will man zur Sicherheit erst einmal den Großteil seiner Leute abziehen und nur 50 Angestellte in Osttimor belassen, die UNMISET aufrecht erhalten sollen. Das Rote Kreuz schätzt die Zahl der Flüchtlinge auf 50.000 und hat zu Spenden aufgerufen.

Ein erstes australisches Vorauskommando, das am Donnerstag im Rahmen der Operation Astute landete, patroulliert durch die Stadt und hat inzwischen den Flughafen von Dili und andere Schlüsselobjekte gesichert. Australien stellt mit insgesamt 1.800 am Einsatz beteiligten Männern, wie schon 1999 bei dem Abzug plündernder proindonesischer Milizen in den Westteil der Insel Timor, die Mehrheit der Eingreiftruppe und entsendete mehrere Kriegsschiffe in die Region. Über 100 zusätzliche Soldaten der früheren Kolonialmacht Portugal sollen bald folgen.

Die HMAS Manoora liegt im Hafen von Dili vor Anker

Eine malaysische Spezialeinheit – das Land hat etwa 200 Soldaten geschickt – erreichte das Gebiet am frühen Samstag. Ihre Stellung wurde nach drei Stunden von einer unbekannten Partei beschossen. Nach Meldungen der malaysischen Nachichtenagentur Bernama richtete sich die Einheit zwanzig Minuten von Dili entfernt in einer Polizeischule ein. Ein Vorauskommando war schon am Dienstag in das Land geflogen. Zwei mit Transportfahrzeugen und anderem Material beladene Schiffe hatten schon am Freitag einen Hafen in Nordmalaysia Richtung Timor verlassen.

Auch neuseeländische Truppen sind inzwischen gelandet. Sie erreichten Timor am späten Abend, sollen die Botschaft sichern und die restlichen Mitarbeiter in Sicherheit bringen. Premierministerin Helen Clark sagte weitere finanzielle Hilfe zu. Die australische Luftwaffe ist mit vier Black Hawk Hubschraubern und der HMAS Manoora vor Ort.

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April 19, 2006

Unruhen nach Wahl eines neuen Premierministers auf den Salomon Inseln

Unruhen nach Wahl eines neuen Premierministers auf den Salomon Inseln

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Artikelstatus: Fertig 21:49, 19. Apr. 2006 (CEST)
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Lage der Salomonen

Honiara (Salomonen), 19.04.2006 – Dienstagnacht, nach der Wahl eines neuen Premierministers, kam es in der Hauptstadt der Salomonen, Honiara, zu schweren Ausschreitungen. Die Polizei verhaftete 49 Menschen und setzte Tränengas ein, als bis zu 1.000 zum Teil betrunkene Personen in dem Stadtteil Chinatown Geschäfte plünderten und Häuser anzündeten. Ein australischer Augenzeuge sagte: „Es sieht so aus, als empfinden sie richtigen Hass gegenüber Chinesen […] Sie haben Chinatown niedergebrannt. Dort ist nichts übrig.“ Sicherheitskräfte der RAMSI, die den Ort des Geschehens etwa 30 Minuten später erreichten, wurden mit Steinen beworfen. Zwei neuseeländische und 17 australische Sicherheitskräfte wurden verletzt.

Die Unruhe begann nach der Ernennung des 56-jährigen Snyder Rini zum neuen Premierminister durch das neugewählte Parlament. In der Wahl vom 5. April hatte die alte Regierung eine empfindliche Niederlage erhalten, allein elf ehemalige Minister verloren ihren Sitz im Parlament. In der Stichwahl zwischen Snyder Rini und dem Rivalen Job Dudley Tausinga bekam Rini 27 Stimmen und Tausinga nur 23, nachdem der ehemalige Premier Manasseh Sogavare vorher mit nur elf Stimmen ausgeschieden war. Ein Sprecher von Tausinga sprach von Stimmenkauf. „Einigen unserer Mitglieder wurde zwischen 130 SBD – etwa 25 US-Dollar – und 150.000 SBD – 9800 US-Dollar – versprochen, wenn sie ihre Stimme der anderen Gruppe geben.“

Der neugewählte Premierminister möchte heute seine 20 Kabinettsmitglieder bekanntgeben. Er bestritt, dass seine Wahl mit chinesischen Geldern beeinflusst wurde und sagte, die Menschen hätten das Recht ihre Unzufriedenheit auszudrücken, aber besser mit anderen Mitteln als auf der Straße.

Etwa 280 australische Sicherheitskräfte befinden sich schon vor Ort, die nach den blutigen ethnischen Zusammenstößen im Jahr 2003 mit mehreren hunderten Toten und 20.000 Vertriebenen in den Inselstaat kamen, um wieder Ordnung herzustellen. Australiens Premierminister John Howard gab inzwischen bekannt, dass am Nachmittag 110 Soldaten von Townsville mit vier C-130-Transportflugzeugen der RAAF entsandt werden, um Ordnung und Ruhe wieder herzustellen. Am Mittwoch wird er mit der neuseeländischen Premierministerin Helen Clark zusammentreffen, um ein gemeinsames Vorgehen abzustimmen. Neuseeland wird bis zu 55 Männer bereitstellen, die den Flughafen und das Gefängnis von Honiara sichern sollen. Zusätzlich sollen 70 Angehörige der Australian Federal Police die Truppen verstärken.

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January 31, 2006

Truppenabzug aus dem Irak

Truppenabzug aus dem Irak – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Truppenabzug aus dem Irak

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Irak-Karte

Tōkyō (Japan) / Bagdad (Irak), 31.01.2006 – Die japanische Nachrichtenagentur „Kyodo“ meldet, dass Australien, Großbritannien und Japan bei einem Treffen am 23. Januar beschlossen haben, Truppen aus dem Irak abzuziehen. Etwa die Hälfte des britischen Kontingents von rund 8.000 Mann soll nach Angaben aus Regierungskreisen das Land verlassen – auch aus der Gegend um Samaua, wo die 550 Japaner stationiert sind, die im Irak humanitäre Hilfe leisten. Sie sollen bis Mai nach Hause zurückkehren.

Die japanische Regierung hatte im Dezember beschlossen, den Einsatz noch ein Jahr weiterzuführen, ein frühzeitiges Ende der Mission aber nicht ausgeschlossen. Der Abzug, der im März beginnen soll, kommt den Wählern entgegen, die den Einsatz mehrheitlich ablehnen.

Im Augenblick befinden sich rund 160.000 ausländische Soldaten im Irak, davon 138.000 US-Amerikaner. Mowaffak al-Rubaie, nationaler Sicherheitsberater des Irak, sagte gegenüber der New York Times, die Zahl der Soldaten werde bis Jahresende unter 100.000 fallen, und die „überwältigende Mehrheit“ werde das Land bis Ende 2007 verlassen haben.

Einige Nationen, die nur wenige Soldaten im Irak stationiert hatten, haben diese bereits abgezogen. 2.600 Mann aus Italien sollen bis Jahresende folgen und auch Polen will sein Kontingent bald nach Hause holen.

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June 12, 2005

Australien beendet nach fast sechs Jahren Friedensmission in Timor-Leste

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Timor aus dem All

Timor aus dem All

Canberra (Australien) / Dili (Timor-Leste), 12.06.2005 – Mit einer Zeremonie, der auch Premierminister Dr. Mari Alkatiri für sein Land und der australische Kommandierende Ken Gillespie beiwohnen werden, beginnt ab Montag, dem 13. Juni, der Abzug der restlichen Truppen der UN-Friedensmission aus Osttimor (UNMISET) und die Räumung der kleinen Militärbasis Moleana in der Nähe der indonesischen Grenze.

Am 20. September 1999, ein paar Tage nach der Verabschiedung der UN-Resolution 1264/1999, landeten die ersten australischen Verbände der Friedenstruppe INTERFET auf dem Flughafen der Hauptstadt Dili, um die Vergeltungsmaßnahmen von pro-indonesischen Milizen gegen die Zivilbevölkerung zu beenden, die in einem Volksentscheid Ende August des Jahres für die Unabhängigkeit ihres Landes gestimmt hatte. Nach anfänglichem Widerstand hatte die Friedensmission die Lage unter Kontrolle und die Milizen vertrieben, die die Osthälfte der Insel Timor in Schutt und Asche gelegt hatten.

Nur Tage nach dem Einsatz gab es mehrere Angriffe auf australische Einrichtungen in Indonesien. Während einer Demonstration gegen die australische Führungsrolle wurde die Botschaft in Jakarta beschossen und in Medan auf Sumatra stürmte eine Menschenmenge das Konsulat.

Zu Spitzenzeiten waren bis zu 5.000 australische Soldaten in dem Land, das sich letztendlich am 20. Mai 2002 formal für unabhängig erklärte. Bei der gesamten Mission verloren zwei Australier im Jahr 2000 ihr Leben, einer nach einer Krankheit, der andere durch ein Unfall mit einem Gewehr.

Bis zum 24. Juni 2005 soll der Abzug offiziell abgeschlossen sein.

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