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December 4, 2011

Bundesweit erstes Strafverfahren wegen Schächtens geplatzt

Bundesweit erstes Strafverfahren wegen Schächtens geplatzt

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Veröffentlicht: 08:18, 4. Dez. 2011 (CET)
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Buxtehude (Deutschland), 04.12.2011 – Das für kommenden Montag, den 5. Dezember, geplante Strafverfahren wegen der rituellen Schlachtung eines Tieres ohne Betäubung ist abgewendet. Gegen einen Mitarbeiter eines muslimischen Schlachters war ein Strafbefehl wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erlassen worden, gegen den der Beschuldigte aber Widerspruch eingelegt hatte. Das Amtsgericht Buxtehude teilte jedoch mit, der Mitarbeiter habe seinen Widerspruch gegen den Strafbefehl zurückgezogen. Der Betriebsinhaber hatte bereits zuvor ein Bußgeld in Höhe von über 2.500 Euro akzeptiert. Ein Aktivist des Vereins „Tierfreunde e.V.“ hatte vor vier Jahren mit versteckter Kamera gefilmt, wie einem Schaf ohne Betäubung die Kehle durchgeschnitten wurde. Er fand mehrere Schafe, die auf diese Weise getötet worden waren. Daraufhin wurde Strafanzeige gegen den Betreiber der Schlachterei, einen Mitarbeiter und gegen die zuständige Tierärztin erstattet.

Das Schächten ist ein religiöses Ritual im Islam und Judentum. Es soll bewirken, dass das Tier möglichst vollständig ausblutet. In Deutschland ist das Schächten laut § 4 a des Tierschutzgesetzes verboten, es kann jedoch eine Ausnahmegenehmigung aus Gründen der Religionsfreiheit erteilt werden.

Rechtsanwalt Hans-Georg Kluge, stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Tierfreunde e.V.“, wertet das Bußgeld gegen den Betriebsinhaber als Erfolg: „Der Schlachter ist jetzt vorbestraft. Damit ist endlich klar, dass Schächten in Deutschland verboten ist.“ Das Schächten wird auch von der Bundestierärztekammer als Tierquälerei abgelehnt.

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March 11, 2008

Australien droht Wollboykott

Veröffentlicht: 17:08, 11. Mär. 2008 (CET)
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Sydney (Australien), 11.03.2008 – Der Streit zwischen Tierschützern und australischen Farmern um die Behandlung der australischen Schafe droht sich zu einem handfesten Skandal auszuwachsen, nachdem am Wochenende bekannt wurde, dass eine exponierte schwedische Tierschützerin mit Hilfe von Bestechung davon abgehalten werden sollte, in einer Fernsehsendung aufzutreten.

Merinoschafe

Merinoschafe

Es geht um das sogenannte „Mulesing“, einer bei Schafen in Australien angewandten Praxis, bei der den Tieren am Hinterteil die Haut abgezogen wird um das Nachwachsen der Wolle an dieser Stelle und damit einen Befall mit Schmeißfliegeneiern zu vermeiden. Dabei erhalten die Tiere keine Betäubung oder Schmerzmittel. Die Prozedur gilt als äußerst schmerzhaft für die Tiere. Die Ablage von Schmeißfliegeneiern im Fell der Schafe kann für die Schafe tödlich sein, weil sich die geschlüpften Maden von dem rohen Fleisch der Tiere ernähren und das Schaf buchstäblich bei lebendigem Leibe auffressen. Der Tod der Schafe tritt oft erst nach Wochen ein. Während die Farmer sich damit rechtfertigen, das Mulesing diene lediglich dem Schutz der Schafe, argumentieren Tierschützer, die Farmer wollten lediglich einem kostenintensiven regelmäßigen Scheren der Schafe zur Vermeidung des Befalls mit den Eiern aus dem Wege gehen.

Während die Regionalregierung in Westaustralien angekündigt hat, auf ihren Forschungsstationen das Mulesing innerhalb von drei Wochen zu beenden, hat die australische Wollindustrie versprochen zum Jahr 2010 werde man zu Alternativen zum Mulesing übergehen. Die Farmer selbst sind sich noch uneinig, wie sie mit der Kritik der Tierschützer umgehen sollen.

Der australische demokratische Senator Andrew Bartlett forderte inzwischen eine Untersuchung des Bestechungsfalls. Der schwedischen Tierschützerin Katarina Lingehag Ekholm war von einem Vertreter des australischen Woll- und Schafindustrieverbandes eine kostenlose Reise nach Australien angeboten worden, wenn sie darauf verzichten würde, in einem geplanten Dokumentarfilm über die Praxis des Mulesing mitzuwirken. Der Vorgang war auf Video festgehalten worden, außerdem soll das Angebot sogar von der australischen Regierung abgesegnet worden sein, was diese jedoch dementiert. Der Vorfall verschärfte die vor allem aus Schweden vorgetragene Kritik an der Praxis des Mulesings. Der schwedische Landwirtschaftsminister Eskil Erlandsson ruft inzwischen offen zum Boykott australischer Schafwolle auf, wie der Sydney Morning Herald am Wochenende berichtete. Außerdem soll Erlandsson damit gedroht haben, den Fall auch in den Gremien der Europäischen Union zur Sprache zu bringen.

Große Bekleidungsfirmen in den USA und 19 schwedische Unternehmen boykottieren bereits jetzt Wolle aus Australien, darunter H&M. Die australische Wollindustrie befürchtet, dass sich weitere europäische Länder dem Boykott anschließen könnten. Nach Angaben des Handelsblatts exportiert Australien jährlich Wolle mit einem Wert von 350 Millionen Euro nach Europa. Weltweit verdient Australien mit seiner Wolle rund zwei Milliarden Euro. Die Wolle wird größtenteils in China weiterverarbeitet und von dort aus in alle Welt exportiert. In Australien selbst gibt es keine nennenswerte weiterverarbeitende Industrie für diese Tierfaser.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Australien
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August 19, 2006

Belgische Schafe mit Blauzungenkrankheit angesteckt

Belgische Schafe mit Blauzungenkrankheit angesteckt

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Artikelstatus: Fertig 22:10, 19. Aug. 2006 (CEST)
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Provinz Lüttich / Voeren (Belgien), 19.08.2006 – Wie die belgische Bundesnahrungsmittelagentur heute mitteilte, ist auch in Belgien die Blauzungenkrankheit aufgetreten. Am 17. und 18. August waren bereits drei landwirtschaftliche Betriebe im niederländischen Süd-Limburg ganz in der Nähe von Deutschland betroffen.

Bei elf Betrieben in der wallonischen Provinz Lüttich und in der flämischen Gemeinde Voeren sind auch Schafe und Rinder angesteckt worden.

Die belgische Behörde hat folgende Regelungen getroffen: In einer Umgebung von 20 Kilometern um den betroffenen Betrieb dürfen die Tiere nicht transportiert werden, daneben wurde ein Schutzgebiet mit einem Radius von 50 bis 100 Kilometern eingerichtet, das diese Tiere nicht verlassen dürfen.

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August 18, 2006

Niederländische Schafe mit Blauzungenkrankheit angesteckt

Niederländische Schafe mit Blauzungenkrankheit angesteckt

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Artikelstatus: Fertig 20:59, 18. Aug. 2006 (CEST)
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Schafe auf Weide

Kerkrade (Niederlande), 18.08.2006 – Im niederländischen Süd-Limburg ganz in der Nähe von Deutschland ist in einem Betrieb, in dem Schafe gehalten werden, am gestrigen Donnerstag die Blauzungenkrankheit aufgetreten. Das hat das niederländische Ministerium für Landwirtschaft, Natur und Nahrungsmittelqualität festgestellt. Die Blauzungenkrankheit ist vor allem eine Krankheit, die Schafe trifft: Sie bekommen eine blaue Zunge, hohes Fieber und einen angeschwollenen Kopf. Auch können sie an dieser Krankheit sterben. Für die meisten anderen Tiere und für Menschen ist diese Krankheit nicht gefährlich. Es ist das erste Mal, dass diese Krankheit in den Niederlanden vorkommt. Bislang trat sie hauptsächlich in der Nähe des Mittelmeeres auf.

Ansteckungsherd Kerkrade

Die niederländische Behörde hat folgende Regelungen getroffen: Aus den Niederlanden dürfen keine Tiere wie Schafe, Ziegen und Rinder mehr exportiert werden. In einer Umgebung von 20 Kilometern um den betroffenen Betrieb dürfen die Tiere nicht transportiert werden, sie müssen eingestallt werden und es müssen auch Insektizide benutzt werden. Daneben wurde ein Schutzgebiet mit einem Radius von 150 Kilometern eingerichtet, das diese Tiere nicht verlassen dürfen.

Quellen

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April 9, 2006

Ein Schatten auf der Verleihung des Paul-Ehrlich-Preises 2005

Ein Schatten auf der Verleihung des Paul-Ehrlich-Preises 2005

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Artikelstatus: Fertig 13:06, 9. Apr. 2006 (CEST)
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Frankfurt am Main (Deutschland), 09.04.2006 – Am 14. März 2005 wurde Professor Ian Wilmut in der Frankfurter Paulskirche trotz Protestes von Genforschungsgegnern den Paul-Ehrlich-Preis verliehen. Wilmut galt als der „geistige Vater“ von Klonschaf Dolly und wurde für seine Forschungen im Bereich Genetik ausgezeichnet. Die Genforschungsgegner hatten gegen Wilmut Einwände erhoben, weil er seine wissenschaftliche Arbeit auf Menschenversuche mit Embryos aufbaut. Diese sind jedoch in Deutschland verboten und somit illegal.

Schon damals wurden Forderungen laut, Wilmut den Preis wieder abzuerkennen. Ein Jahr später, im März 2006, gelangte ein weiterer Schatten auf die letztjährige Preisverleihung. Wilmut wurde im schottischen Edinburgh vorgeworfen, er sei nicht der Urheber Dollys, das Mitte der 1990-er Jahre auf die Welt kam. Vor einem Untersuchungsausschuss gab Wilmut diese Falschbehauptung zu. Er wies darauf hin, dass die grundlegenden Experimente wegen Dolly ein Kollege durchgeführt habe, der einer Forschergruppe angehöre, deren Chef Wilmut gewesen sei.

Die Gegner Wilmuts sehen in der Aussage einen Skandal. Jetzt fordern sie erneut die Rückgabe des Preises an die Paul-Ehrlich-Stiftung.

Themenverwandte Artikel

  • Proteste gegen Preisverleihung an britischen Wissenschaftler (14.03.2005)
  • Portal:Gentechnik

Quellen

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March 14, 2005

Proteste gegen Preisverleihung an britischen Wissenschaftler

Proteste gegen Preisverleihung an britischen Wissenschaftler

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Artikelstatus: Fertig 14. Mär. 2005 (CET)
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Paulskirche Frankfurt

Frankfurt am Main (Deutschland), 14.03.2005 – Der „geistige Vater“ von Klonschaf Dolly, Professor Ian Wilmut, bekam heute den Paul-Ehrlich-Preis verliehen. Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert. Verliehen wird er traditionell immer am 14. März jedes Jahres, am Geburtstag Paul Ehrlichs, in der Frankfurter Paulskirche.

Wilmut erhält den Preis für hervorragende Leistungen im Bereich der Embryologie. Er hat während seiner Forschungsarbeit das am 5. Juli 1996 geborene Schaf Dolly mit Hilfe des Kerns einer adulten Zelle geklont. Bei diesem Versuch ist es erstmals gelungen, Säugetiere zu klonen. Vorher wurde dies nur bei Amphibien erfolgreich durchgeführt. Wilmut wurde nach diesem Erfolg nachgesagt, er habe die Welt der Embryologie nachhaltig revolutioniert.

Nun hat die Preisverleihung die Gegner des menschlichen Klonens auf den Plan gerufen. Kritiker laufen Sturm gegen die Ehrung. Während der Preisverleihung wurden in Frankfurt Demonstrationen angekündigt. Unter Klongegnern ist die Forschungsarbeit Wilmuts sehr umstritten, denn im April 2004 reichte Wilmut bei der zuständigen Behörde, der Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA), einen Antrag für das Klonen menschlicher Embryos ein. Sein Ziel ist es, Embryos zum Zweck der Stammzellenforschung zu klonen. Wilmut begründete seinen Antrag damit, dass er dadurch Therapien gegen tödliche Nervenleiden entwickeln wolle, womit das Klonen aus medizinischer Sicht durchaus gerechtfertigt sei. Am 8. Februar 2005 wurde ihm von der HFEA die Lizenz zum Klonen menschlicher Embryonen erteilt.

Die Proteste gegen Wilmut kommen von verschiedenen Seiten. Politiker und Kirchenvertreter äußern Unverständnis darüber, dass das Bundesgesundheitsministerium einen Preis für einen Wissenschaftler mitfinanziert, der nach deutscher Gesetzgebung strafbare Handlungen begeht. Der Vizevorsitzende der Bioethik-Enquete-Kommission Hubert Hüppe (CDU) zeigte sich ebenfalls besorgt: Er nannte die Verleihung einen „unverständlichen Affront“.

Bundespräsident Horst Köhler wird an den Feierlichkeiten nicht teilnehmen, obwohl er als Bundespräsident gleichzeitig Ehrenpräsident der 1929 eingerichteten Paul-Ehrlich-Stiftung in Frankfurt ist.

Der Wissenschaftler Paul Ehrlich, Chemiker, Mediziner und Serologe mit Schwerpunkt der modernen Chemotherapie, dürfte einigen Bundesbürgern durch sein Konterfei auf der alten 200 DM Banknote bekannt sein. Zu seinen Lebzeiten (1854 – 1915) dachte sicherlich noch kein Forscher an das Thema „Klonen“.

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