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July 6, 2013

Bürgerkrieg in Syrien: Mittlerweile 100.000 Tote

Bürgerkrieg in Syrien: Mittlerweile 100.000 Tote

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Veröffentlicht: 02:53, 06. Jul. 2013
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Zerstörter Straßenzug in Homs im April 2012

Syrien, 06.07.2013 – Im Bürgerkrieg in Syrien sind nach Angaben syrischer Menschenrechtler von März 2011 bis Juni 2013 bereits mehr als 100.000 Menschen gestorben. Wie die regimekritische Organisation syrischer Menschenrechtsbeobachter in London mitteilte, sollen davon 36.000 Zivilisten sein, darunter etwa 3.300 Frauen und 5.144 Kinder. Auf der Seite der Rebellen fielen auch 2.500 ausländische Kämpfer und 2.000 Überläufer der Regierungstruppen. Das Schicksal von mehr als 10.000 Gefangenen der Regierung sowie von mehreren Hundert Soldaten in der Hand der Rebellen ist ungeklärt.

Ähnliche Zahlen hatten die Vereinten Nationen (UNO) mitgeteilt. Nach Angaben der UNO von Ende April sollen in dem Konflikt bis dahin mindestens 93.000 Menschen gestorben sein, darunter 6.500 Kinder.

Seit März 2011 tobt in Syrien ein Konflikt zwischen Rebellen und Staatschef Baschar al-Assad, der sich mittlerweile zu einem Bürgerkrieg entwickelt hat. Die Truppen von Präsident Assad werden dabei inzwischen von Hisbollah-Milizen aus dem Libanon unterstützt und stehen für die schiitische Richtung des Islam, während die Rebellen mehrheitlich sunnitisch geprägt sind und von Katar und Saudi-Arabien unterstützt werden.

Die Verhandlungen der Russischen Föderation und der USA über Termin und Teilnehmer der geplanten Syrien-Friedenskonferenz waren erfolglos beendet worden, nachdem die Vertreter beider Staaten bei ihrem mehrstündigen Gespräch in Brunei keine Einigung erzielen konnten. Fest steht bis jetzt nur, dass eine Konferenz frühestens Ende August oder Anfang September abgehalten werden kann. Eine Einigung wurde aber bereits darüber erzielt, dass es unabhängig davon, wer militärisch die Oberhand in dem Konflikt gewinnt, eine Übergangsregierung geben soll.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

siehe auch: Portal:Syrien

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July 12, 2012

Russische Kriegsflotte nimmt Kurs auf Syrien

Russische Kriegsflotte nimmt Kurs auf Syrien

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Veröffentlicht: 14:37, 12. Jul. 2012 (CEST)
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Russisches Kriegsschiff Neustraschimij

Tartus (Syrien), 12.07.2012 – Russland schickt mehrere Kriegsschiffe in den Hafen der syrischen Stadt Tartus. Bei dieser Marinemission soll es angeblich nur um den Schutz von russischen Staatsbürgern auf dem einzigen Stützpunkt Russlands im gesamten Mittelmeerraum gehen.

Wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtete, legte am Dienstag der U-Boot-Zerstörer „Admiral Tschabanenko“ vom Stützpunkt Seweromorsk, welcher sich in der Nähe der Stadt Murmansk befindet, aus ab. Der Stützpunkt Seweromorsk und die Stadt Murmansk befinden sich im Nordwesten Russlands. Der Zerstörer wird von drei Landungsschiffen begleitet, welche genügend Platz für eine große Anzahl an Soldaten bieten. Es sollen sich noch zwei weitere Schiffe, eines davon ist das Patrouillenschiff „Jaroslow Mudri“, der Flotte auf dem Weg ins Mittelmeer anschließen.

Interfax zitierte „militärisch-diplomatische“ Kreise, wonach die Marinemission „nicht mit der Verschlechterung der Lage in Syrien zusammenhängt“. Bei der Mission soll es lediglich um den Schutz von russischen Staatsangehörigen, welche sich auf dem einzigen russischen Stützpunkt im Mittelmeer befinden, gehen. Seit der Zeit der Sowjetunion ist Tartus ein Stützpunkt der russischen Marine und ist für Moskau von sehr großer strategischer Bedeutung. Russland gilt als enger Verbündeter des syrischen Machthabers Baschar al-Assad, welcher seit März 2011 Massenproteste in ganz Syrien blutig bekämpfen lässt. Laut der Opposition sollen seit Beginn der Kämpfe in Syrien mehr als 17.000 Menschen getötet worden sein.

Syrien geriet nach dem Abschuss eines türkischen Kampfjets in schwierige Auseinandersetzungen mit der türkischen Regierung. Am Montag wurde die russische Regierung von der syrischen Opposition dazu aufgefordert, alle Waffenlieferungen an Damaskus und damit an Assad einzustellen. Daraufhin wurde von russischen Beamten erklärt, dass Russland keine neuen Waffenverträge mit Syriens Regime abschließen werde, bis sich die Lage im Land stabilisiert hat.

Russland fordert eine Fortsetzung der Syrien-Konferenz, bei welcher sich die fünf UN-Vetomächte und Vertreter arabischer Länder im Juni auf Grundzüge eines politischen Übergangs in Syrien einigten. Wie Interfax berichtete, schlug Vize-Außenminister Michail Bogdanow vor, dass ein weiteres Treffen in Moskau organisiert werden könnte. Der syrische Nationalrat lehnt eine Übergangslösung ab, solange Assad nicht abdankt.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Russland
  • Portal:Syrien
  • Portal:Türkei
  • Portal:Russisches Militärwesen

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February 6, 2012

China und Russland weisen Kritik an Veto zurück

China und Russland weisen Kritik an Veto zurück

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Veröffentlicht: 17:43, 6. Feb. 2012 (CET)
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Der syrische Präsident Baschar al-Assad

Sitzungssaal UN-Sicherheitsrat

Damaskus (Syrien), 06.02.2012 – Nach dem umstrittenen Veto von China und Russland gegen die Syrien-Resolution im UN-Sicherheitsrat haben beide Staaten die Kritik an ihrem Vorgehen abgelehnt. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, einige Reaktionen auf das Veto seien „an der Grenze der Hysterie“. Er warf der UN vor, mit der Abstimmung nicht bis zu seinem Besuch in Syrien gewartet zu haben. Lawrow reist am Dienstag dorthin, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. „Es ist traurig, dass die Resolution so ein Schicksal hatte“, so der Außenminister weiter. Nachdem viele für Russland und China kritische Punkte aus der Resolution gestrichen worden seien, sei der Entwurf übereilt zur Abstimmung freigegeben worden. Moskau will eine Resolution nur dann unterstützen, wenn ein militärisches Eingreifen ausgeschlossen ist und beide Parteien zum Dialog aufgerufen werden. Im vergangenen Frühjahr hatten sich Russland und China bei der Abstimmung über einen NATO-Eingriff in Libyen enthalten und somit eine militärische Intervention ermöglicht. Das wolle Russland diesmal verhindern. Die Resolution habe bedeutet, in einem Bürgerkrieg eine Seite zu ergreifen, sagte Lawrow. „Bewaffnete Extremistengruppen“ zu unterstützen, würde nur zu weiteren Opfern führen.

Auch China verteidigte das Veto. In einer Parteizeitung in Peking hieß es, der Entwurf sei einseitig gewesen und hätte die Situation komplizierter gemacht. „Das Veto gegen den Entwurf der UN-Resolution bedeutet nicht, dass wir freie Hand lassen, dass diese herzzerreißende Angelegenheit andauert“, so der Kommentar in der Zeitung. Unterschrieben war er mit „Zhong Sheng“, übersetzt „Stimme Chinas“. „Wir nehmen weder jemanden in Schutz noch sind wir absichtlich gegen jemanden“, sagte der Sprecher des Außenministeriums in Peking, Liu Weimin. Die Interventionen in Libyen, dem Irak und Afghanistan hätten zu andauernder Gewalt geführt, das solle nun verhindert werden.

Der Vorsitzende der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, sagte am Sonntag, die Vereinigung werde für eine „politische Lösung“ mit der Regierung von Syrien und deren Opposition zusammenarbeiten. Das Hauptziel sei, „der Gewalt und dem Morden ein Ende zu setzen und die Zivilisten zu schützen“.

Die USA wollen den Druck auf den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad ohne die Vereinigten Nationen erhöhen. „Wir müssen den diplomatischen Druck auf das Assad-Regime erhöhen und daran arbeiten, den Leuten um Präsident Assad klarzumachen, dass er gehen muss“, sagte Außenministerin Hillary Clinton am Sonntag bei ihrem Besuch in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Mit neuen Strafmaßnahmen sollen die Finanzierungsmöglichkeiten und Waffenlieferungen für das Regime gestoppt werden.

Die EU wird laut dem französischen Außenminister Alain Juppé ihren Druck erhöhen. „Wir werden der syrischen Opposition helfen, sich zu organisieren“, sagte er am Sonntagabend einem französischen Sender. Europa werde die Sanktionen verstärken. Die Regierung in Syrien werde begreifen, dass sie vollständig isoliert sei.

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle schlug eine internationale Kontaktgruppe vor, in der die Türkei und die Arabische Liga eine zentrale Rolle spielen sollten. Das Veto im Sicherheitsrat nannte Westerwelle „ein Veto gegen die Menschen in Syrien“. Sein französischer Kollege, Gérard Longuet, schloss sich ihm an. „Es gibt politische Kulturen, die einen Tritt in den Hintern verdienen“, sagte er im Radiosender Europe 1.

Die syrischen Staatsmedien reagierten mit Spott auf das Veto. Das Parteiorgan Baath schrieb am Sonntag: „So bleibt uns nur, den Verschwörern gegen Syrien unter den arabischen Herrschern – und ganz besonders den Königen, Prinzen und Öl-Scheichs – unser Beileid auszusprechen, da ihr Projekt gescheitert ist.“ Al-Thawra schrieb: „Die Zeit der westlichen Hegemonie ist vorbei.“ Der Syrische Nationalrat, die größte Oppositionsgruppe, machte Russland und China für weitere Morde verantwortlich. Er hält das Veto für einen „unverantwortlichen Akt, der gleichbedeutend mit einer Lizenz zum Töten ohne Strafe“ sei.

Unterdessen sind am Sonntag weitere Menschen in Syrien gestorben. Bei Einsätzen von Sicherheitskräften gegen Regierungskritiker sollen laut Menschenrechtsaktivisten mindestens 30 Zivilpersonen getötet worden sein. Das Militär habe mit Mörsern und schweren Maschinengewehren den Ort Sabadani nördlich der Hauptstadt Damaskus beschossen. Abtrünnige Soldaten hätten währenddessen in der Provinz Idlib einen Militärkonvoi der Regierung angegriffen und dabei 14 Soldaten getötet. Insgesamt sind nach Berichten von Menschenrechtsgruppen mehr als 7.000 Menschen durch die syrischen Sicherheitskräfte getötet worden, seit der Aufstand im März 2011 begann. Die UN hat mit ihrer Zählung im Januar aufgehört, nachdem die Anzahl 5.400 Opfer überschritten hatte. Es sei zu schwer, die Zahlen zu bestätigen. Laut der syrischen Regierung sind insgesamt bereits mindestens 2.000 Mitglieder der Sicherheitskräfte getötet worden.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Portal:Vereinte Nationen

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June 20, 2011

Syrien: Assad verspricht „nationalen Dialog“

Syrien: Assad verspricht „nationalen Dialog“

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Veröffentlicht: 22:49, 20. Jun. 2011 (CEST)
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Baschar al-Assad, Präsident Syriens

Damaskus (Syrien), 20.06.2011 – In einer vielbeachteten Fernsehansprache an das syrische Volk kündigte Präsident Baschar al-Assad vor Anhängern in der Universität von Damaskus einen „nationalen Dialog“ an. Ein Komitee aus 100 Vertretern aller politischen Lager werde in den nächsten Tagen zusammentreffen, um Vorschläge auszuarbeiten, die in einigen Monaten vorliegen sollten. Assad stellte eine Verfassungsreform in Aussicht und deutete Änderungen am Wahlrecht und Lockerungen der Zensur der öffentlichen Medien an. Außerdem werde das Justizministerium nach den Worten Assads prüfen, ob die Amnestie für politische Gefangene, die in den letzten Wochen erlassen worden war, ausgeweitet werden könne. Zugleich machte Assad deutlich, dass er nicht daran denkt, die politische Kontrolle abzugeben. „Sabotage und Chaos“ werde er nicht dulden. Die Oppositionsbewegung in Syrien nannte er ein „Komplott“ und warf den Regimegegnern der Ortschaft Dschisr asch-Schughur ein „Massaker“ an Sicherheitskräften vor. Man müsse zwischen berechtigten Reforminteressen und dem Willen von „Saboteuren“ unterscheiden, die das Land ins Chaos stürzen wollten.

Die Protestbewegung in Syrien zeigte sich unbeeindruckt von der Erklärung Assads. Die Proteste gegen die Politik der Regierung gingen weiter. Am vergangenen Freitag hatten sich erneut Tausende Syrer zu öffentlichen Protesten auf den Straßen mehrerer großer Städte versammelt. Sicherheitskräfte sollen dabei 19 Demonstranten erschossen haben. Auch am Montag war es erneut zu Protestdemonstrationen gekommen.

Seit Wochen geht das syrische Regime mit brutaler Härte gegen den um sich greifenden Widerstand gegen die Herrschaft des Assad-Clans vor. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wurden in den vergangenen Wochen in Syrien mindestens 1.300 Zivilisten von Sicherheitskräften getötet und 10.000 Menschen festgenommen.

Vertreter der Europäischen Union reagierten enttäuscht auf die Rede Assads. Die EU-Außenminister bereiten eine Verschärfung der Sanktionen gegen Syrien und seine Repräsentanten vor. Der russische Präsident Dmitri Medwedew erklärte, seine Regierung werde eine entsprechende UN-Resolution im Sicherheitsrat nicht unterstützen.

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June 7, 2011

Syrische Regierung: 120 tote Sicherheitskräfte bei „Massaker“

Syrische Regierung: 120 tote Sicherheitskräfte bei „Massaker“

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Veröffentlicht: 23:36, 7. Jun. 2011 (CEST)
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Damaskus (Syrien) / Beirut (Libanon), 07.06.2011 – Die Situation in Syrien wird immer unübersichtlicher und offenbar gefährlicher. Nun sollen im Nordwesten Syriens 120 Soldaten getötet worden sein, doch gibt es für die Berichte keine unabhängigen Quellen – vor allem, weil in der Gegend um Dschisr asch-Schughur die Kommunikationsverbindungen unterbrochen wurden. Adnan Mahmud, Informationsminister des Landes, bestätigte in Damaskus, dass die Armee für „unzusammenhängende Zeitabschnitte“ die Kontrolle über einige Gebiete verloren habe.

Innenminister Ibrahim Schaar sagte, die Regierung werde nicht hinnehmen, dass sich bewaffnete Angriffe gegen die Sicherheit des Staates und seiner Bevölkerung richteten und man werde stark und entschieden durchgreifen, „in Übereinstimmung mit dem Gesetz“. Im staatlichen Fernsehen, das von einem „blutigen Massaker“ sprach, hieß es in Eilmeldungen, zunächst seien etwa 20 Polizisten getötet worden, dann hätten „bewaffnete Banden“ ein Postamt gesprengt, wobei acht Personen starben. Beim Angriff auf einen Posten der Sicherheitskräfte seien 82 Personen getötet worden, doch gab es keine Bildberichte des Fernsehens. Die Berichterstattung des Fernsehens konzentrierte sich auf den Zwischenfall am Grenzzaun zu den israelisch-besetzten Golanhöhen, bei dem am Sonntag in Kämpfen mit der israelischen Armee nach syrischen Angaben 23 Palästinenser getötet wurden.

Oppositionelle und Einwohner der Stadt sagen hingegen, es sei zu Kämpfen zwischen desertierenden Soldaten und deren Einheiten gekommen. Die Truppen seien in die Stadt geschickt worden, um den Aufstand niederzuschlagen. Es seien Kampfhubschrauber und Maschinengewehre zum Einsatz gekommen, wurde berichtet. Einheiten aus Homs und Latakia seien herangeführt worden.

Der Korrespondent der British Broadcasting Corporation (BBC) in Beirut, John Muir, berichtete ebenfalls von Soldaten, die von ihren Einheiten desertiert seien. Ein Augenzeuge sagte gegenüber dem arabischen Nachrichtenprogramm der BBC, „die Soldaten kamen in unsere Richtung. Dann wurden sie von einigen syrischen Sicherheitselementen in den Rücken geschossen.“ Auch nach Berichten, die der Menschenrechtsaktivist Mustafa Osso erhalten hat, sollen einige Soldaten die Seiten gewechselt haben, doch sei nach diesen unbestätigten Berichten der Umfang der Meuterei beschränkt und „noch keine Gefahr für die Streitkräfte als Ganzes“.

Saeb Dschamil, der Flüchtlingen über die Grenze in die Türkei hilft, schilderte die Kämpfe, die am Sonntag (05.06.2011) vor Sonnenuntergang eingesetzt hatten, als Kampf von Teilen der Armee gegen die Armee. Die Kämpfe hätten sich inzwischen aus der Stadt heraus verlagert. Die meisten Einwohner wären jedoch geflohen, weil sie Vergeltungsmaßnahmen der Armee fürchteten. Nur einige seien zurückgeblieben, um Plünderungen zu verhindern. Ein anderer Einwohner der Stadt, der seinen Namen mit Omar angab, stellte die Situation jedoch anders dar. Demnach würden dutzende von desertierten Soldaten in der Stadt mit regulären Truppen kämpfen.

Einwohner der Stadt forderten auf einer Facebook-Seite der Oppositionsbewegung, es müsse eine transparente und unabhängige Untersuchung geben, wer für den Gewaltausbruch verantwortlich sei. Ein Aktivist, der unter der Bedingung von Anonymität mit der Associated Press sprach, bezeichnete die Situation als „nebulös“; man wisse nicht, welche Seite geschossen habe. Die Angelegenheit drohe außer Kontrolle zu geraten und viele befürchteten einen Großangriff der Armee.

Dschisr asch-Schughur liegt etwa 20 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Das Gebiet gilt als überwiegend von Sunniten besiedelt und durch die verbotene Muslimbruderschaft beeinflusst. Es existiert ein aktives Schmuggelwesen über die Grenze mit der Türkei. 1980 war die Stadt von der syrischen Armee bombardiert worden, um einen Aufstand gegen den Vater des jetzigen Präsidenten, Hafiz al-Assad niederzuschlagen. Seinerzeit wurden den Berichten zufolge 70 Personen getötet.

Die Zahl der Opfer unter Polizei und Militär seit Beginn der Proteste im März wurde vor den Ereignissen am Montag (6. Juni) von der Regierung mit 160 angegeben. Manche Beobachter vermuten, dass die Bekanntgabe einer so hohen Opferzahl an einem einzigen Tag erfolgte, um ein noch härteres Durchgreifen gegen die Protestierenden zu rechtfertigen. Aktivisten sagen, dass auf Seiten der Zivilbevölkerung bislang 1200 Menschen bei den Protesten getötet worden seien.

Frankreich hat angekündigt, es im Sicherheitsrat auf eine Kampfabstimmung ankommen zu lassen, um eine gemeinsam mit Deutschland, Portugal und dem Vereinigten Königreich eingebrachte Resolution durchzusetzen. Der Resolutionstext verurteilt Gewalt durch das Regime unter Baschar al-Assad und verlangt den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfsgruppen. Frankreichs Außenminister Alain Juppé hofft darauf, dass eine starke Unterstützung durch die Mitglieder des Sicherheitsrates Russland daran hindern wird, ein Veto gegen die Entschließung einzulegen. „Wir denken, dass es uns gelingt, elf Stimmen zugunsten der Resolution zusammen zu bekommen, und dann werden wir sehen, wie die Russen reagieren“, so Juppé.

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May 21, 2011

Proteste in Syrien: über 40 Tote

Proteste in Syrien: über 40 Tote – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Proteste in Syrien: über 40 Tote

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Veröffentlicht: 15:43, 21. Mai 2011 (CEST)
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Damaskus / Homs (Syrien), 21.05.2011 – Der gestrige Freitag war ein erneut ein blutiger Tag für Syrien. Trotz massiven Gewalteinsatzes des syrischen Staates gegen jegliche Form des Widerstandes gegen das herrschende Regime um Staatspräsident Baschar al-Assad gingen auch gestern nach dem Freitagsgebet erneut Zehntausende Menschen mit Parolen wie „Baschar, tritt ab und lass uns leben!“ auf die Straßen. Über 40 Menschen bezahlten ihren Protest mit dem Leben. Sicherheitskräfte schossen mit scharfer Munition in die Menge. Auch Panzer wurden gegen Demonstranten eingesetzt. Menschenrechtler sprachen von 44 getöteten Regimegegnern. Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana sprach hingegen von „bewaffneten Gruppen“, die für den Tod von 17 Zivilisten, Polizisten und anderen Sicherheitskräften verantwortlich seien.

Menschenrechtler berichteten vom Einsatz von Panzern in der Provinz Idlib im Nordwesten des Landes. Unter Berufung auf die Menschenrechtsgruppe „Syrian Observatory for Human Rights“ berichtet die Nachrichtenagentur Reuters von vielen Opfern in den Städten Homs und Maarat an-Numan.

Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen starben seit Beginn der Proteste in Syrien Ende März bisher 850 Menschen. Mehr als 8000 Menschen sollen verhaftet worden sein. Nach Angaben des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen flohen bereits über 4000 Menschen aus Syrien in den Libanon.

Die Berichterstattung aus Syrien lässt sich nur eingeschränkt verifizieren, da Journalisten des Landes verwiesen wurden. Alle Angaben stammen von Menschenrechtsaktivisten, die telefonisch oder per Internet kontaktiert wurden oder die über Verbindungen ins Ausland verfügen.

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  • Portal:Syrien

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May 18, 2011

Syrische Armee setzt Panzer gegen Demonstranten ein

Syrische Armee setzt Panzer gegen Demonstranten ein

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Veröffentlicht: 23:32, 18. Mai 2011 (CEST)
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Damaskus (Syrien), 18.05.2011 – Die Stadt Tel Kelach (alternative Schreibweise: Tall Khalak) in der Nähe der Grenze zum Libanon wird von der syrischen Armee den vierten Tag in Folge mit Panzern angegriffen. Einwohner berichteten von Artilleriebeschuss und schwerem Maschinengewehrfeuer. Seit Samstag rücken Armeeeinheiten in die Stadt vor. Demonstranten hatten den Sturz der Regierung von Baschar al-Assad gefordert. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen sollen im Rahmen der gegenwärtigen Militäraktion bereits 27 Zivilisten getötet worden sein.

Die Wasserversorgung und das Strom- und das Kommunikationsnetz in der Stadt sei unterbrochen, berichten Medien. Viele Einwohner der Stadt sollen bereits über die Grenze zum Libanon geflohen sein.

Im weltpolitischen Hintergrund gibt es diplomatische Bemühungen, den UN-Sicherheitsrat mit der Situation in Syrien zu befassen. Russland hat jedoch bereits angekündigt, eine eventuell gegen Syrien gerichtete Resolution nicht mittragen zu wollen.

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May 11, 2011

Syrien: Artilleriebeschuss der Stadt Homs

Syrien: Artilleriebeschuss der Stadt Homs

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Veröffentlicht: 21:18, 11. Mai 2011 (CEST)
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Homs (Syrien), 11.05.2011 – Mit militärischer Gewalt geht das syrische Regime von Präsident Assad weiter gegen die Bürgerproteste vor. Gegenüber Sanktionen der Europäischen Union zeigte sich das Regime bisher wenig beeindruckt. Aus der Stadt Homs, rund 160 Kilometer nördlich von Damaskus, eine Hochburg der Protestbewegung gegen die Regierung, gab es heute Berichte über Artilleriefeuer und Beschuss durch Panzer. Auch Maschinengewehrfeuer und Granatenexplosionen waren laut der Nachrichtenagentur AFP zu hören, die sich auf Augenzeugen beruft.

In mehreren Stadtteilen wurden Berichten zufolge Panzer in Stellung gebracht. Strom- und Telefonleitungen im Bezirk Baba Amro, wo es in den letzten Wochen mehrfach Demonstrationen von Regimegegnern gegeben hatte, wurden unterbrochen.

Nach Angaben von Menschenrechtlern soll es gestern in der Stadt Homs trotz der schweren Sicherheitsvorkehrungen zu einer Demonstration gekommen sein. Am Dienstag kam es zu Massenfestnahmen in der Stadt. Die Regierung sprach von der Festnahme „bewaffneter Terrorgruppen“.

Die EU hatte am Dienstag ein Einreiseverbot gegen 13 ranghohe Syrer verhängt. Nun werden auch Sanktionen gegen den Staatspräsidenten erwogen.

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May 7, 2011

Syrien: Panzer rollen in Baniyas ein

Syrien: Panzer rollen in Baniyas ein – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Syrien: Panzer rollen in Baniyas ein

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Veröffentlicht: 17:19, 7. Mai 2011 (CEST)
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Hochburgen des Protestes in Syrien

Baniyas (Syrien), 07.05.2011 – Panzer der syrischen Armee drangen am Morgen in die Küstenstadt Baniyas ein. Die Stadt gilt als eine Hochburg des Protestes gegen das Regime von Baschar al-Assad. Das berichten mehrere Nachrichtenmedien. AFP zufolge hätten Einwohner der Stadt menschliche Schutzschilde gebildet, um die Armee davon abzuhalten, in die vowiegend von Sunniten bewohnten Stadtteile vorzudringen. Die Stadtteile mit alawitischer Bevölkerung waren nicht betroffen. Die alawitische Minderheit, der auch der Präsident al-Assad angehört, ist die Machtbasis des syrischen Regimes.

Kommunikationsverbindungen und die Stromversorgung in der Stadt wurden unterbrochen. Die Stadt wird bereits seit mindestens einer Woche von der Armee belagert. Nach den Freitagsgebeten war es in Syrien erneut zu Massenprotesten gekommen. Sicherheitskräfte und Scharfschützen schossen mit scharfer Munition auf die Demonstranten. Laut Menschenrechtsaktivisten wurden dabei gestern 27 Demonstranten getötet.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Revolte in Syrien 2011“.

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  • Portal:Syrien

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April 29, 2011

Syrien: Regimegegner trotzen Demonstrationsverbot

Syrien: Regimegegner trotzen Demonstrationsverbot

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Veröffentlicht: 19:58, 29. Apr. 2011 (CEST)
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Damaskus (Syrien), 29.04.2011 – Trotz einer vom syrischen Innenministerium ausgegebenen Warnung demonstrierten auch am heutigen Freitag zehntausende Syrer auf den Straßen von Damaskus, Latakia und Homs für demokratische Reformen. Parolen wie „Das Volk will den Sturz des Regimes“, „Gott ist groß“ und „Gott, Syrien, Freiheit und sonst nichts“ wurden gerufen.

Die Demonstranten bekundeten ihre Solidarität mit den Bewohnern der im Süden gelegenen Stadt Dar’a, die als Hochburg der Protestbewegung gegen die Herrschaft des Präsidenten Baschar al-Assad gilt. Am Dienstag war die syrische Armee mit Panzern in die Stadt eingerückt. Die Grenze zu Jordanien war abgeriegelt worden. Die Armee geht in Dar’a laut Medienberichten massiv gegen Regimegegner vor. Ein Anwohner sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: „Sie schießen auf dich, sobald du das Haus verlässt.“ In Dar’a wurde offenbar auch am heutigen Freitag gezielt auf demonstrierende Menschen geschossen.

In der Hauptstadt Damaskus ging die Republikanischen Garde gegen die Demonstranten vor. Reuters berichtet, die Soldaten der Republikanischen Garde führen in Fahrzeugen durch die Stadt, die mit Maschinengewehren ausgerüstet seien. Soldaten in Kampfanzügen bezögen an strategischen Punkten der Stadt Stellung. Telekommunikations- und Stromleitungen von Damaskus wurden unterbrochen.

Die islamistische Muslimbruderschaft stellte sich laut Reuters in einer Erklärung erstmals öffentlich hinter die Demonstranten: „Lasst nicht zu, dass das Regime Eure Mitbürger bedrängt. […] Stimmt ein in den Gesang für Frieden und Würde. Erlaubt nicht, dass der Tyrann euch unterjocht. Gott ist groß.“

Wie Tirol online berichtet, veröffentlichte eine Gruppe von 150 Aktivisten aus Syrien sowie etwa zwei Dutzend Exil-Syrer eine Erklärung mit dem Titel „Vorschlag für einen nationalen Wandel und einen sicheren Weg zur Demokratie in Syrien“ vor, in der sie sich an die regierende Baath-Partei mit Forderungen nach Respekt für die Menschenrechte und Meinungsfreiheit richten. Die Unterzeichner fordern eine neue Verfassung, eine Reform der Justizbehörden, die sie für korrupt halten und eine echte Gewaltenteilung im Staat.

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