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October 2, 2006

Ayaan Hirsi Ali erhielt Preis der Stadt Kassel

Ayaan Hirsi Ali erhielt Preis der Stadt Kassel

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Artikelstatus: Fertig 02:12, 2. Okt. 2006 (CEST)
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Ayaan Hirsi Ali, 2005

Kassel (Deutschland), 02.10.2006 – Die aus Somalia stammende ehemalige niederländische Politikerin Ayaan Hirsi Ali erhielt am Sonntag das „Glas der Vernunft“ als Auszeichnung für ihr Engagement gegen die Diskriminierung von Frauen und für die Integration von Ausländern.

Die Laudatio hielt die bekannte Feministin Alice Schwarzer, die den Mut Alis hervorhob, der in ihrem Einsatz gegen die Verstümmelung und Zwangsheirat von Mädchen im islamischen Kulturkreis Afrikas zum Ausdruck komme. Ali wurde durch ihre Verurteilung solcher Praktiken und ihre Zusammenarbeit mit dem niederländischen Filmemacher Theo van Gogh zum Ziel des Hasses fundamentalistischer Islamisten. Die Morddrohungen gegen sie zwingen sie zu einem Leben im Verborgenen. Auch die Veranstaltung anlässlich der Preisverleihung an Ali in Kassel konnte nur unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen stattfinden.

Ali bekannte sich in ihrer Rede vor der Versammlung erneut zu einem selbstbewussten Dialog mit dem Islam: „Ich begrüße, dass Europa auf den Dialog setzt, notfalls auch mit Radikalen. Aber jeder Dialog muss Bedingungen haben, für beide Seiten.“ Sie äußerte sich auch gegen die ihrer Meinung nach verbreiteten multikulturellen Illusionen im Umgang mit dem islamischen Fundamentalismus: „Ich kritisiere diesen Irrglauben, dass sie uns verschonen werden, wenn wir die radikalen Muslime nur gewähren lassen. Das ist eine westeuropäische Nachkriegskrankheit. Eine chronische dazu, denn genau das hat zu den früheren Kriegen geführt.“

Nach dem politischen Skandal, der um ihre Einbürgerung in den Niederlanden entstanden war und der zum Rücktritt der Regierung Balkenende geführt hatte, lebt Hirsi Ali in den USA und lehrt dort an dem konservativen „American Enterprise Institute“.

Mit dem „Glas der Vernunft“ werden Politiker und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ausgezeichnet, „die sich in besonderer Weise um die Maximen der Aufklärung – Überwindung ideologischer Schranken, Vernunft und Toleranz – verdient gemacht haben“, heißt es auf der Webseite des Preises der Stadt Kassel, der seit 1991 vergeben wird und mit 10.000 Euro dotiert ist. Der Preis wird ausschließlich durch private Spenden aufgebracht.

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June 30, 2006

Nach Einbürgerungsstreit um Ayaan Hirsi Ali: Balkenende zurückgetreten

Nach Einbürgerungsstreit um Ayaan Hirsi Ali: Balkenende zurückgetreten

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Artikelstatus: Fertig 01:17, 30. Jun. 2006 (CEST)
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Jan Peter Balkenende

Den Haag (Niederlande), 30.06.2006 – Der niederländische Ministerpräsident Jan Peter Balkenende hat am Abend des 29. Juni überraschend seinen Rücktritt bekannt gegeben. Das Eingeständnis der niederländischen Einwanderungsministerin Rita Verdonk, ihre Entscheidung, der aus Somalia stammenden ehemaligen Parlamentsabgeordneten Ayaan Hirsi Ali (VVD) die Staatsbürgerschaft abzuerkennen, sei falsch gewesen, hatte im Parlament zu einem Misstrauensantrag gegen die Ministerin geführt.

Nach dem Scheitern des Antrags zog die der Regierungskoalition von Ministerpräsident Jan Peter Balkenende angehörende Partei D66 eine entscheidende Konsequenz: Sie kündigte ihre Unterstützung für die Koalition auf. Damit verliert die Mitte-Rechts-Koalition unter dem Christdemokraten Balkenende ihre parlamentarische Mehrheit.

Die Partei Democraten 66 (D66) hat zwar nur sechs Mandate im niederländischen Parlament, diese Stimmen fehlen jedoch in der Gesamtrechnung der Regierungskoalition, so dass sie nicht mehr über eine eigene Mehrheit verfügt. Balkenende selbst sah unmittelbar nach der Abstimmung noch keinen Grund, an der Arbeitsfähigkeit seiner Regierung zu zweifeln, wie er in einem Schreiben an das Parlament nach der Abstimmung über den Misstrauensantrag bekundete. Am Abend gab er jedoch bekannt, er wolle noch am Freitag der niederländischen König Beatrix seinen Rücktritt vom Amt des Ministerpräsidenten bekannt geben und den Vorschlag unterbreiten, Neuwahlen abzuhalten.

Während einer emotionalisierten Parlamentsdebatte in der Nacht zum Donnerstag war eine weitere vorher nicht bekannte Einzelheit des Falles bekannt geworden. Ayaan Hirsi Ali war anscheinend zu einem besonderen politischen Geschäft genötigt worden: Sie sollte im Gegenzug für die Einstellung des Einbürgerungsverfahrens eine Erklärung unterschreiben, in der sie sich bei Verdonk entschuldigen sollte. Hintergrund der entstandenen Debatte um den rechtlichen Status der Abgeordneten Ali war ein Fernsehinterview der bekannten Islamkritikerin, bei dem sie gesagt hatte, sie habe bei der Einreise und späteren Antragstellung für die Einbürgerung in die Niederlande einen falschen Namen angegeben.

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June 28, 2006

Ayaan Hirsi Ali darf nun doch Niederländerin bleiben

Ayaan Hirsi Ali darf nun doch Niederländerin bleiben

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Artikelstatus: Fertig 15:53, 28. Jun. 2006 (CEST)
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Den Haag (Niederlande), 28.06.2006 – Die aus Somalia stammende ehemalige niederländische Parlamentsabgeordnete Ayaan Hirsi Ali darf die niederländische Staatsbürgerschaft nun doch behalten. Nach erheblichem politischen Druck versicherte die Einwanderungsministerin Rita Verdonk in einem Schreiben vom Dienstag an das Parlament, „bei rechtem Licht betrachtet“ sei die Einbürgerung der 36-jährigen Ali nun doch nicht zu beanstanden.

Der Streit um die Einbürgerung Alis war durch ein Fernsehinterview der prominenten Islamkritikerin Ali entstanden, in der sie gesagt hatte, die Voraussetzungen für den Erwerb der niederländischen Staatsbürgerschaft hätten bei ihrem Antrag nicht vorgelegen, weil sie unter falschem Namen eingereist sei. Wie Ministerin Verdonk ausführte, sei jedoch die Verwendung des großväterlichen Nachnamens Ali nach somalischem Recht statthaft gewesen. Sie warf Ali allerdings vor, selbst die Unsicherheit in dieser Frage durch ihre Aussage im Fernsehen provoziert zu haben.

Ayaan Hirsi Ali will trotz des Erfolges in dem Streit um die Staatsbürgerschaft in die USA wechseln, wo sie am American Enterprise Institute in Washington eine Lehrtätigkeit aufnehmen will.

Ali war über die Grenzen der Niederlande hinaus bekannt geworden, weil sie das Drehbuch zu dem 2004 ausgestrahlten islamkritischen Kurzfilm „Submission“ des ermordeten Regisseurs Theo van Gogh geschrieben hatte, in der es um die gegen Frauen im Islam ausgeübte Gewalt ging. Nach der Ausstrahlung des Films musste Hirsi Ali unter Polizeischutz leben. Der Regisseur selbst starb durch eine Messerattacke.

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May 16, 2006

Ayaan Hirsi Ali verliert niederländische Staatsbürgerschaft

Ayaan Hirsi Ali verliert niederländische Staatsbürgerschaft

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Artikelstatus: Fertig 19:41, 16. Mai 2006 (CEST)
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Ayaan Hirsi Ali

Den Haag (Niederlande), 16.05.2006 – Ayaan Hirsi Ali, niederländische Parlamentsabgeordnete, soll ihre Staatsbürgerschaft verlieren. Ayaan Hirsi Ali wurde in Somalia geboren. Die niederländische Ausländerministerin Rita Verdonk gab am Montag in Den Haag eine Erklärung ab, wonach sie die Einbürgerung Ayaan Hirsi Alis als hinfällig betrachtet. Verdonk begründete den Entscheid mit der Tatsache, dass Ayaan Hirsi Ali bei der Einbürgerung 1992 in ihrem Asylantrag falsche Angaben gemacht haben soll.

Zuvor gab Ayaan Hirsi Ali bekannt die Niederlande verlassen zu wollen. Sie plane eine Übersiedlung in die USA. Die 36-Jährige erklärte am heutigen Dienstag, sie wolle sich künftig aus der Politik ganz zurückziehen.

In die Schlagzeilen geriet Ayaan Hirsi Ali vor zwei Jahren. Sie hatte das Drehbuch zu dem Film „Submission“ (Unterwerfung) geschrieben, dessen Regisseur Theo van Gogh im November 2004 ermordet wurde.

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February 11, 2006

Niederländische Islamkritikerin verteidigt Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen

Niederländische Islamkritikerin verteidigt Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen

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Artikelstatus: Fertig 01:34, 11. Feb. 2006 (CET)
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Berlin (Deutschland), 11.02.2006 – Die holländische Politikerin Ayaan Hirsi Ali rechtfertigte vorgestern in Berlin auf einer Pressekonferenz die Veröffentlichung der zwölf Mohammed-Karikaturen. Gleich im ersten Satz sagte sie: „I am here to defend the right to offend.“ (Ich bin hier, um das Recht zu beleidigen zu verteidigen.)

Die gebürtige Somalierin floh vor 16 Jahren nach Holland, nachdem sie mit einem Cousin verheiratet werden sollte. Sie arbeitete mit dem Regisseur Theo van Gogh an dem umstrittenen islamkritischen Kurzfilm „Submission 1“. Seit dem Mord an Theo van Gogh lebt sie ständig unter Schutz.

In Berlin erklärte sie nun, worum es bei dem so genannten Karikaturenstreit überhaupt geht. „Ich bin der Meinung, dass es richtig war, die Cartoons in der Zeitung ‚Jyllands Posten‘ zu drucken, und dass die Entscheidung der anderen Zeitungen, sie nachzudrucken, ebenfalls richtig war.“ In Ihrer Pressekonferenz lobte sie den dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen, der sich weigert, sich „mit Repräsentanten tyrannischer Regimes“ zu treffen. Den „Hardlinern innerhalb der islamischen Bewegung“ gehe es hauptsächlich darum, Demokratie und Freiheit zu zerstören.

Sie kritisierte all jene Institutionen und Firmen aus Europa, welche nun im Nahen-Osten mit den Sprüchen „Wir sind keine Dänen“ und „Wir verkaufen keine dänischen Produkte“ werben. Sie sagte wörtlich: „Ab jetzt wird Nestlé-Schokolade nie wieder so schmecken, wie sie uns bis eben geschmeckt hat.“

In ihrer Ansprache vergleicht sie die Fundamentalisten mit den Kommunisten. In diesem Zusammenhang sei Berlin Beweis für den Erfolg von Standhaftigkeit, sagte die Politikerin. Trotz der Selbstzensur vieler im Westen, die in Zeiten des Kalten Krieges den Kommunismus idealisiert und verteidigt hätten, und trotz der brutalen Zensur im damaligen Osten sei diese Schlacht gewonnen worden. „Berlin ist eine Stadt des Optimismus.“ Genau wie in Berlin die Mauer gefallen sei, ist sie sicher, „dass die virtuelle Mauer zwischen denen, die die Freiheit lieben und denen, die sich der Verführung und Sicherheit totalitärer Ideen unterwerfen, eines Tages auch fallen wird“.

Sie möchte nicht falsch verstanden werden und bekräftigt, dass es jedermanns Recht sei, sich über Satire aufzuregen. Diese zum Anlass zu nehmen, einen mörderischen Aufruhr anzuzetteln, sei jedoch durch nichts zu rechtfertigen.

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May 31, 2005

Ayaan Hirsi Ali stellt in Berlin neues Buch vor: „Ich klage an“

Ayaan Hirsi Ali stellt in Berlin neues Buch vor: „Ich klage an“

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Berlin (Deutschland), 31.05.2005 – Die in Somalia geborene und in den Niederlanden lebende Autorin Ayaan Hirsi Ali hat am Montag in Berlin ihr neues Buch „Ich klage an“ der Presse vorgestellt.

Hirsi Ali ist niederländische Parlamentsabgeordnete und durch einen Kurzfilm („Submission“) bekannt geworden, der die Unterdrückung muslimischer Migrantinnen anprangerte. Der Regisseur des Films, Theo van Gogh, war im November 2004 in Amsterdam Opfer eines islamistisch motivierten Attentats geworden.

Bei ihrer Buchvorstellung am Montag in Berlin kritisierte die 39-Jährige erneut die politischen Ansätze des multikulturellen Toleranzmodells, das sie als eine „gutgemeinte Form der Apartheid“ bezeichnete. Damit sei eine Haltung verbunden, die die Unterdrückung von Frauen und Mädchen durch Genitalverstümmelung, so genannte Ehrenmorde an jungen Türkinnen und das Eingesperrtsein junger Frauen in den „Jungfrauenkäfigen“ der Immigrantenghettos unter dem Mantel religiöser und kultureller Toleranz stillschweigend ignoriere. In ihrem Buch, das in Deutschland auch auf türkisch erscheinen soll, gibt sie z.B. „Tipps für Muslimas, die weglaufen wollen“. Das nicht Tolerierbare dürfe nicht toleriert werden. Es müsse der Kampf aufgenommen werden gegen die islamistische Propaganda. „Warum sollen wir ignorieren, dass mitten unter uns Frauen unterdrückt, geschlagen, versklavt werden?“

Ayaan Hirsi Ali ist bekannt für ihre provokativen Auftritte gegenüber dem Islam und der von ihr kritisierten weichen Multi-Kulti-Haltung der westlichen Gesellschaften, die sich durch eine falsch verstandene Toleranz gegenüber der religiös verbrämten Unterdrückung von Mädchen und Frauen im Islam auszeichne. Sie muss seit dem Mord an Theo van Gogh an einem versteckten Ort leben, um sich vor Morddrohungen zu schützen. Zur Vorstellung ihres Buches in Berlin erschien sie mit mehreren Personenschützern.

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  • Lebenslängliche Strafe für den Mörder von Theo van Gogh (26.07.2005)

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