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March 4, 2010

BASF hofft auf weitere Genehmigungen für gentechnisch veränderte Kartoffeln

BASF hofft auf weitere Genehmigungen für gentechnisch veränderte Kartoffeln

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Veröffentlicht: 23:09, 4. Mär. 2010 (CET)
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Ludwigshafen am Rhein (Deutschland), 04.03.2010 – Nach der Zulassung für den Freilandanbau der gentechnisch veränderten Kartoffelsorte „Amflora“ durch die Europäische Kommission will der Chemiekonzern BASF offenbar nachlegen. Wie eine Sprecherin des Ludwigshafener Konzerns gegenüber der Financial Times Deutschland bestätigte, plant der Chemieriese, weitere Anträge für die Zulassung gentechnisch veränderter Kartoffelsorten bei der EU-Kommission zu beantragen. Auch der Agrarchemiekonzern Syngenta hofft auf eine Trendwende in der Genehmigungspraxis für gentechnisch veränderte Gemüsesorten. Der Konzern betreibt nun die Genehmigung für seinen gentechnisch veränderten Süßmais Bt11.

Auf der anderen Seite geht der politische Streit um die Zulassung gentechnisch veränderter Produkte in die nächste Runde. Während der CDU-Agrarexperte im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, Henning von Storch, die Genehmigung für die BASF-Kartoffel Amflora begrüßte, hagelte es auf Seiten der Opposition im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern Kritik an der Entscheidung aus Brüssel. Fritz Tack, Agrarexperte der Linksfraktion im Schweriner Landtag, kritisierte, die EU-Kommission habe sich den Interessen von BASF untergeordnet und die Fraktion der Grünen im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern forderte vom sozialdemokratischen Landwirtschaftsminister Till Backhaus die Durchsetzung eines Anbaustopps für „Amflora“. Die Region Bütow in Mecklenburg-Vorpommern ist bislang das einzige Anbaugebiet, in dem bereits Versuchsfelder mit der Sorte Amflora bebaut werden. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte im April des letzten Jahres einen entsprechenden Antrag genehmigt.

Wie die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet, ist auch die einschlägige Industrie in Norddeutschland wenig geneigt, die neue Gentech-Kartoffel in den Produktionsprozess einzubinden. Henk Jaap Meijer, Laborleiter der Emsland Stärke GmbH, erklärte: „Wir sehen zurzeit keine Möglichkeit, Amflora anzupflanzen. Die Konsequenzen wären zu groß.“ Es gebe Kunden, die für die „grüne Gentechnik“ nicht offen sind. Die Firma, die jährlich etwa 350.000 Tonnen Kartoffelstärke produziert, gehört zu den Marktführern der Stärkegewinnung aus Kartoffeln in Deutschland. Die Firma verarbeitet seit dem Herbst 2009 eine konventionell gezüchtete Kartoffel mit einem hohen Amylopektin-Gehalt.

Die gentechnisch veränderte Kartoffelsorte „Amflora“ von BASF Plant Science war entwickelt worden, um den Bedarf der Industrie nach einem möglichst hohen Anteil von Amylopektin-Stärke zu decken. Amflora ist nicht für den Verzehr bestimmt, sondern dient ausschließlich als Stärkelieferant für die Papierherstellung und andere Industrieprodukte. Herkömmliche Kartoffeln enthalten neben Amylopektin noch eine andere Stärkevariante: Amylose. Angesichts solcher Alternativen nannte Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbundes Brandenburg, die Gentech-Kartoffel Amflora „überflüssig wie ein[en] Kropf“.

Greenpeace kritisierte erneut die politische Weichenstellung für genetisch veränderte Nutzpflanzen. Der Gentechnik-Experte von Greenpeace, Martin Hoffstetter, wandte sich gegen die Behauptung, die gentechnisch veränderte Kartoffelsorte werde nicht in die menschliche Nahrung gelangen: „Wo Genpflanzen angebaut werden, tauchen sie über kurz oder lang auch in Lebensmitteln auf.“

Die neue transgene Kartoffelsorte, für die BASF eine Genehmigung erwirken möchte, trägt den Sortennamen „Fortuna“ und ist eine Speisekartoffel, die gegen Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) resistent sein soll. Sie soll besonders für die Herstellung von Pommes frites geeignet sein. BASF argumentiert, diese Sorte erspare den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln in erheblichem Umfang.

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February 18, 2010

Amoklauf an einer berufsbildenden Schule in Ludwigshafen

Veröffentlicht: 19:35, 18. Feb. 2010 (CET)
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Ludwigshafen am Rhein (Deutschland), 18.02.2010 – Gegen 10:00 Uhr griff heute ein 23-jähriger Ludwigshafener mehrere Lehrer an der Berufsbildenden Schule Technik II in Ludwigshafen an. Dabei verletzte er einen der Lehrer schwer, so dass dieser noch am Tatort verstarb. Ein weiterer Lehrer wurde nur leicht verletzt.

Der Täter führte ein Messer und eine Schreckschusspistole mit sich. Er begab sich als erstes in ein Gebäude, in dem die Malerausbildung stattfindet. Hier stach er den ersten Lehrer nieder. Dieser erlag wenig später der lebensgefährlichen Stichverletzung und konnte nicht wiederbelebt werden. Danach ging der mutmäßliche Täter in das Hauptgebäude, wo er Schüsse abgab und im dritten Stock einen Feuerwerkskörper zündete. Dieser löste vermutlich den Feueralarm aus.

Durch den Feueralarm alarmierte Polizisten wurden erst nach Eintreffen durch flüchtende Schüler über den Täter informiert. Sie handelten sofort und stellten ihn. Aus Sicherheitsgründen wurde die gesamte Schule nach weiteren Tätern durchsucht.

Der Verhaftete wird derzeit noch verhört. Auf einer Pressekonferenz gab die Staatsanwaltschaft an, dass der 23-Jährige ehemals Schüler an der Schule gewesen ist und dass das später verstorbene Opfer gezielt aufgesucht wurde, da dieser Lehrer ihm zu schlechte Noten gegeben habe.

Die Schüler wurden durch den Feueralarm evakuiert. Für Schüler und Lehrer ist eine Anlaufstelle an der Anne-Frank-Realschule eingerichtet worden. Die Schule selbst soll bis Montag nicht wieder ihren Betrieb aufnehmen, jedoch soll in der Schule eine Anlauf- und Beratungsstelle für die Schüler und Lehrer eingerichtet werden.

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Quellen

  • Polizei Ludwigshafen: „Pressekonferenz“ (18.02.2010; 15:00 Uhr)
  • n24.de: „Lehrer an Berufsschule getötet“ (18.02.2010)
  • swr.de: „Laut Polizei ‚Bedrohungslage‘ an Berufsschule“ (18.02.2010)
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February 4, 2009

Ludwigshafen: Gedenken zum Jahrestag der Brandkatastrophe

Filed under: Feuerwehr,Großbrand,Ludwigshafen am Rhein,Veröffentlicht — admin @ 5:00 am

Ludwigshafen: Gedenken zum Jahrestag der Brandkatastrophe

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Veröffentlicht: 21:58, 4. Feb. 2009 (CET)
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Der Brandort kurz vor dem Eintreffen des türkischen Ministerpräsidenten

Ludwigshafen am Rhein (Deutschland), 04.02.2009 – Ein Jahr nach dem verheerenden Großbrand in Ludwigshafen, bei dem neun Menschen, vor allem Kinder, den Tod fanden, findet heute in Ludwigshafen eine Gedenkfeier statt. Zur Gedenkfeier im Kulturzentrum dasHaus haben sich unter anderem die Oberbürgermeisterin Eva Lohse, die Bundesintegrationsbeauftragte Maria Böhmer, der Innenminister von Rheinland-Pfalz Karl Peter Bruch und der türkische Botschafter Ali Ahmet Acet angekündigt. Im Anschluss an die Gedenkfeier wurde ein kommunaler Integrationsgipfel abgehalten, bei welchem gemeinsame Ziele und Fundamente der Integrationspolitik in Ludwigshafen diskutiert und eine Städteparterschaft mit der türkischen Stadt Gaziantep eingegangen wurde.

Hintergrund

Am 3. Februar 2008 ist am Nachmittag im Keller eines Wohnhauses in Ludwigshafen ein Schwelbrand ausgebrochen, das sich rasend schnell im gesamten Gebäude ausbreitete. Um 16:22 Uhr sind dann bei der Notrufzentrale der Feuerwehr zahlreiche Brandmeldungen eingegangen, woraufhin der Löschzug alarmiert wurde. Nur zwei Minuten nach der Alarmierung trafen erste Löschmannschaften an der Unglücksstelle ein. Vor Ort waren bereits Polizisten, die wegen des ludwigshafener Fastnachtumzugs in der benachbarten Schulturnhalle eine Anlaufstelle eingerichtet hatten, dabei Menschen aus dem Haus zu schaffen, in welchem sich anlässlich einer Geburtstagsfeier zahlreiche Menschen, vor allem auch Kinder, aufhielten. Es spielten sich dramatische Szenen ab. Fünf Minuten nach Eingang der ersten Notrufe traf der Löschzug der Berufsfeuerwehr an der Einsatzstelle ein und nahm sofort über Drehleitern die Rettung von 47 Menschen aus dem Gebäude auf. Im Laufe der Nacht starb eine Frau, die sich beim Versuch sich durch einen Sprung aus dem Gebäude zu retten schwere Verletzungen zugezogen hat, außerdem wurden sechs weitere Leichen gefunden, nachdem bereits um 18:30 Uhr zwei Leichen gefunden waren. Insgesamt kamen vier Frauen und fünf Kinder ums Leben; 60 Menschen wurden verletzt. Infolge des Brandes kamen viele Gerüchte über einen möglichen rechtsradikalen Hintergrund auf, die erst durch Intervention des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan beendet werden konnten.

Polizei und Staatsanwaltschaft gelang es nicht, die Brandursache letztendlich aufzuklären und stellten ihre Ermittlungen am 23. Juli 2008 ein. Zwar konnte ein sowohl ein Brandanschlag als auch ein technischer Defekt ausgeschlossen werden, jedoch gilt seit dem ein nicht näher bestimmbares fahrlässiges Verhalten als mögliche Brandursache.

Statement der Opfer nach einem Jahr

Kamil Kaplan, der bei der Brandtragödie einen Großteil seiner Familie verloren hat, berichtet, dass er nunmehr ein möglichst normales Leben führen möchte, dass sich jedoch viele seiner Freunde zurückgezogen hätten und er in der Öffentlichkeit immer noch erkannt würde. Kamils Bruder versuchte sich ebenfalls durch einen Sprung aus dem Fenster zu retten, wobei er sich Verletzungen zuzog, die eine Querschnittslähmung bedingen, weshalb die Kaplans nun in einer behindertengerechten Wohnung leben. Aktuell versucht er gerade wieder mithilfe spezieller Schienen laufen zu lernen.

Nachwirkungen

Infolge des Brandes kamen Spenden in Höhe von rund 270.000 Euro für die zwei betroffenen Großfamilien zusammen. Die Hälfte davon wurde ihnen ausgezahlt, während die andere Hälfte zweckgebunden, durch einen inzwischen bestellten Spendenbeirat überwacht, verwendet werden soll. Wegen Problemen des Eigentümers des Brandhauses mit seiner Versicherung sei das Brandhaus noch immer nicht abgerissen worden.

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October 16, 2008

Zwei LKW-Karambolagen im Raum Ludwigshafen führen zu erheblichen Verkehrsbehinderungen

Zwei LKW-Karambolagen im Raum Ludwigshafen führen zu erheblichen Verkehrsbehinderungen

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Veröffentlicht: 10:46, 16. Okt. 2008 (CEST)
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Bundesautobahn 61

Ludwigshafen (Deutschland), 16.10.2008 – Am Dienstagmorgen kam es im Raum Ludwigshafen zu zwei Verkehrsunfällen mit jeweils vier beteiligten Lastwagen.

Gegen 5:20 Uhr kam es auf der Bundesstraße 9 bei Ludwigshafen-Oggersheim zu einem Auffahrunfall, an dem vier Lastwagen beteiligt waren, die wegen nächtlicher Bauarbeiten von der A 61 auf die B 9 umgeleitet worden waren. Verursacher des Unfalls waren zwei LKW-Fahrer, die ein Stauende zu spät erkannten.

Der Stau reichte von der Unfallstelle bis auf die A 61 zurück, wo um 6:40 Uhr vier weitere Lastwagen zusammenstießen; drei Fahrer wurden dabei verletzt. Der Gesamtschaden wird auf 110.000 Euro geschätzt.

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  • Portal:Verkehrsunfälle

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March 5, 2008

Ludwigshafen: Brandstiftung als Ursache für verheerenden Wohnhausbrand unwahrscheinlich

Ludwigshafen: Brandstiftung als Ursache für verheerenden Wohnhausbrand unwahrscheinlich

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Veröffentlicht: 23:19, 5. Mär. 2008 (CET)
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Ludwigshafen am Rhein (Deutschland), 05.03.2008 – Die Staatsanwaltschaft Frankenthal gab gestern erste Ermittlungsergebnisse zu den Ursachen der Brandkatastrophe vom 3. Februar 2008 bekannt, bei der neun Menschen gestorben sind und etwa 60 verletzt wurden. Demnach kommen mit hoher Wahrscheinlichkeit weder ein Anschlag noch ein technischer Defekt als Ursache des Feuers in Frage. Das viergeschossige 100-jährige Backsteinhaus war von türkischstämmigen Familien bewohnt.

Wie Oberstaatsanwalt Lothar Liebig während einer Pressekonferenz in Ludwigshafen bekannt gab, konnte die Brandursache bisher jedoch nur teilweise geklärt werden. Es sei sicher, sagte er, dass der Brand unter den letzten sechs Stufen der Kellertreppe als Schwelbrand entstanden sei. Technische Mängel an dem 100 Jahre alten Haus schließen die Ermittler aus. In dem fraglichen Abschnitt habe es keine Elektroleitungen gegeben. Ein fremdenfeindlicher Anschlag oder eine vorsätzliche Brandlegung sei auch äußerst unwahrscheinlich. Einem Gutachten zufolge sind weder Brandbeschleuniger noch pyrotechnische Rückstände oder Kerzenwachs gefunden worden. Der Brand habe mindestens 15 Minuten bis drei Stunden geschwelt, bevor er durch die zuvor geschlossene Kellertür gelangt und durch Sauerstoffzufuhr angefacht worden sei, erklärte Lothar Liebig. Die Ermittler konnten nicht herausfinden, was am Ausbruchsort des Feuers im Keller gelagert worden war. Anzeichen für Funkenflug wurden jedoch nicht gefunden. Durch die Flammen und die Hitze wurden eventuell vorhandene Spuren vernichtet. Am wahrscheinlichsten sei, dass das Feuer durch fahrlässiges Verhalten entstanden sei, so die Ermittler.

Die Untersuchungen am Brandort werden in Kürze abgeschlossen sein, teilte Kriminaldirektor Eberhard Weber mit. Die Sonderkommission werde reduziert, arbeite aber vorerst weiter. Die türkischen Ermittler unter der Leitung von Mehmet Tüzel, die die deutsche Polizei unterstützt hatten, dankten dieser noch einmal für die Zusammenarbeit und kündigten ihre Abreise an. Er habe „gar keinen Zweifel“ an den bisherigen Ermittlungsergebnissen, könne Brandstiftung aber „nicht gänzlich“ ausschließen, sagte Tüzel, stellvertretender Abteilungsleiter im türkischen Innenministerium. Das vierköpfige Brandspezialisten-Team war auf Wunsch der türkischen Regierung mit Zustimmung der deutschen Behörden zur Beobachtung der Ermittlungen der Sonderkommission, die aus 90 Leuten bestand, angereist.

Nach der Brandkatastrophe hatten zwei acht und neun Jahre alte Mädchen zunächst behauptet, im Hauseingang einen Mann beim Zündeln beobachtet zu haben, dies aber später widerrufen. Oberstaatsanwalt Lothar Liebig erklärte die Aussagen damit, dass die beiden selbst Teil der Katastrophe gewesen seien, für sich eine Erklärung gebraucht und deshalb von einem vermeintlichen Täter berichtet hätten. Dies ist das Ergebnis eines psychologischen Gutachtens, in dem der Psychologe keine Anhaltspunkte für eine „Drittbeeinflussung“ der beiden Mädchen gefunden hatte. Auch dass der Brand im Flur des Hauses ausgebrochen sein könnte, ist durch die Untersuchungen eindeutig auszuschließen.

Das deutsch-türkische Verhältnis war nach der Katastrophe gespannt. Einige türkische Medien hatten offen über einen ausländerfeindlich motivierten Brandanschlag spekuliert. Türkische Zeitungen behaupteten, dass die Feuerwehr zu spät am Unglücksort gewesen sei. Dies konnten die Behörden in Ludwigshafen jedoch widerlegen. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan hatte bei seinem Deutschlandbesuch am 8. Februar 2008 auch Ludwigshafen besucht und die türkischen Bewohner zur Mäßigung aufgerufen. Einen Tag zuvor war auch der türkische Staatsminister Mustafa Sait Yazıcıoğlu am Unglücksort gewesen.

Die Ermittler sind für alle weiteren Hinweise aus der Ludwigshafener Bevölkerung dankbar. „Wenn es noch irgendwo Informationen gibt, die zur Brandaufklärung geeignet sein könnten, ist meine dringende Bitte, diese zur Verfügung zu stellen. Wir appellieren an alle, die vielleicht doch etwas wissen, aber ihr Wissen bisher für sich behalten haben“, sagte Oberstaatsanwalt Lothar Liebig.

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February 10, 2008

Ludwigshafen: Trauerfeier für Opfer der Brandkatastrophe

Ludwigshafen: Trauerfeier für Opfer der Brandkatastrophe

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Veröffentlicht: 16:59, 10. Feb. 2008 (CET)
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Ludwigshafen am Rhein (Deutschland), 10.02.2008 – Am heutigen Sonntag, eine Woche nach Ausbruch des verheerenden Wohnhausbrandes, findet vor dem Unglücksgebäude in Ludwigshafen eine interreligiöse Trauerfeier statt. Im Anschluss werden die Todesopfer mit einem Sonderflug von Frankfurt aus in ihre Heimatstadt Gaziantep in Anatolien überführt, wo sie dann bestattet werden. Zur Trauerfeier wurden neben den Angehörigen und Freunden der Opfer vor allem auch die Helfer und alle Bürger der Stadt Ludwigshafen geladen. Auch werden die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Maria Böhmer und der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch beiwohnen.

Unterdessen laufen die Ermittlungen nach der Brandursache weiter. So soll es nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel erste Untersuchungserfolge gegeben haben. Demnach sei der Brand im Keller des Gebäudes ausgebrochen. Ein älterer Bewohner des Hauses habe eine brennende Kellertür und eine brennende Wand entdeckt – zu diesem Bericht äußerte sich die Polizei bislang nicht. Nach Auskunft der Feuerwehr könnte dies ein Hinweis auf einen so genannten Backdraft gewesen sein. Volker Klein, Sprecher der Polizei, äußerte sich ebenso sehr zurückhaltend zu der Information, dass das Haus über eine veraltete elektrische Anlage verfügt hätte. Dies würde jedoch von der Staatsanwaltschaft untersucht, die am Montag eventuell bereits ein erstes Zwischenergebnis vorlegen wolle.

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February 8, 2008

Erhitzte Gemüter in Ludwigshafen

Erhitzte Gemüter in Ludwigshafen – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Erhitzte Gemüter in Ludwigshafen

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Veröffentlicht: 16:55, 8. Feb. 2008 (CET)
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Ludwigshafen am Rhein (Deutschland), 08.02.2008 – Auch am vierten Tag nach der Brandkatastrophe von Ludwigshafen erscheinen die Gemüter erhitzt. So veröffentlichte die Polizei Details zum Übergriff gegen einen Feuerwehrmann, der bereits am Vortag bekannt wurde. Demnach sei der 49jährige Floriansjünger in einer Gaststätte von einem 37jährigen Türken erkannt worden, woraufhin ihn der Ausländer beleidigte und Vorwürfe wegen des Vorgehens der Feuerwehr beim Brand am Sonntag machte. Der Feuerwehrmann ging auf die Vorwürfe nicht ein, während der Wirt den erregten Türken der Räumlichkeiten verwies. Nachdem dieser dann außerhalb des Lokals mehrere Blumenkübel und Pflanzen beschädigte, stürmte er wieder in das Lokal und schlug dem 49jährigen derart auf den Brustkorb, dass dieser von seinem Stuhl stürzte. Dabei zog sich der Feuerwehrmann so schwere Verletzungen zu, dass er im Krankenhaus behandelt werden musste. Auf den Türken kommt eine Strafanzeige wegen Beleidigung und Körperverletzung zu.

Am heutigen Morgen kam es zu einer Bombendrohung gegen die Agentur für Arbeit in Ludwigshafen, deren Gebäude sich unweit des Brandobjektes von Sonntag befindet. Die Polizei schließt zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch einen Zusammenhang mit dem Brand oder dem Besuch des türkischen Ministerpräsidenten aus. Nachdem das Gebäude von der Polizei geräumt und erfolglos durchsucht wurde, wird nun ein Strafverfahren wegen Störung des öffentlichen Friedens eingeleitet.

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February 7, 2008

Ludwigshafen: Übergriffe auf Feuerwehrleute

Ludwigshafen: Übergriffe auf Feuerwehrleute

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Veröffentlicht: 11:37, 7. Feb. 2008 (CET)
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Ludwigshafen am Rhein (Deutschland), 07.02.2008 – Drei Tage nach der Brandkatastrophe von Ludwigshafen muss einzelnen Feuerwehrleuten Polizeischutz gewährt werden. Begründet wird dies damit, dass ein am Einsatz beteiligter Feuerwehrmann am Dienstag in einer Gaststätte zusammengeschlagen wurde. Als Täter konnte ein 37-jähriger Türke ermittelt werden. Auch seien Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr bespuckt worden. Dies wurde von Polizeichef Wolfgang Fromm bestätigt. Diese Übergriffe stehen vermutlich in Zusammenhang mit Vorwürfen der türkischen Presse, wonach die Feuerwehr zu spät am Einsatzort eingetroffen zu sein. Dies wies der Ludwigshafener Bürgermeister Zeiser vehement zurück – die ersten Feuerwehrleute seien drei Minuten nach der Alarmierung vor Ort eingetroffen, was angesichts der 8 minütigen Hilfsfrist in Rheinland-Pfalz eine auffällig kurze Anrückzeit ist. Hierfür konnten Einsatzprotokolle als Belege vorgelegt werden.

Am Mittwochmorgen konnte das hochgradig einsturzgefährdete Gebäude von Experten betreten werden, was nun genauere Ermittlungen überhaupt erst ermöglicht. Bis Ergebnisse veröffentlicht werden können, werden aber nach Aussage einer Sprecherin der Polizei noch mehrere Tage vergehen. An den Ermittlungen waren sowohl Sachverständige des Landeskriminalamtes und des Bundeskriminalamtes als auch Spürhunde beteiligt. Sie sollen unter anderem ermitteln, ob es sich um Brandstiftung handeln könnte. Der Verdacht hierzu beruht vor allem auf Aussagen zweier Mädchen, die einen Mann beim Zündeln im Treppenhaus des Unglücksgebäudes beobachtet haben wollen. Den türkischen Medien zufolge soll es vor dem Brand jedoch auch rechtsradikale Drohungen gegen die türkischen Hausbesitzer gegeben haben. Die Sprecher der Polizei äußerten sich hierzu zunächst nicht. An der Fassade des Gebäudes fanden sich auch Nazischmierereien, die jedoch vor dem Brand angebracht wurden. In seinem Inneren beherbergte das Eckhaus zeitweilig einen Skinhead-Treffpunkt, der dann durch eine normale Gastwirtschaft abgelöst wurde, bevor der türkische Kulturverein die Räumlichkeiten anmietete. Ebenfalls den türkischen Medien zu entnehmen ist, dass in der Nähe des Brandortes ein türkenfeindlicher Spruch an eine Wand geschmiert wurde. Nach Auskunft der Polizei sei dies vor mehr als einem Jahr geschehen.

Die deutschen Ermittlungen der Brandursache werden durch die Türkei aufmerksam verfolgt. Am Mittwoch besuchte der türkische Staatsminister die Unglücksstelle, für heute hat sich der türkische Ministerpräsident angekündigt. Seit gestern begleiten zudem türkische Experten die Ermittlungen der Polizei. Die Gewerkschaft der Polizei stellte unterdessen klar, dass es für niemanden den geringsten Anlass gebe, der deutschen Polizei zu misstrauen. Die Gewerkschaft sieht die von der Türkei entsandten Experten als Beobachter, die sich vor Ort von der professionellen Arbeit der deutschen Strafverfolgungsbehörden überzeugen können.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck steht unterdessen in der Kritik durch islamische Organisationen, da er am Montag betonte, dass es nach dem damals aktuellen Stand der Ermittlungen keine Hinweise auf einen ausländerfeindlichen Hintergrund gebe. Der Generalsekretär des Islamrates kritisierte, dass es für eine solche Äußerung am Montag zu früh gewesen sei. Die Türkisch-Islamische Union kritisierte, dass es eine völlig falsche Botschaft an die Öffentlichkeit gewesen sei, beim damaligen Ermittlungsstand Brandstiftung auszuschließen.

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Ludwigshafen: Türkischer Staatsminister besucht Brandort

Ludwigshafen: Türkischer Staatsminister besucht Brandort

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Veröffentlicht: 09:33, 7. Feb. 2008 (CET)
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Kurz vor dem Besuch

Ludwigshafen am Rhein (Deutschland) / Ankara (Türkei), 07.02.2008 – Drei Tage nach der Brandkatastrophe von Ludwigshafen besuchte Mustafa Sait Yazıcıoğlu, Staatsminister der Türkei, den Unglücksort. Vier türkische Experten nehmen an den Ermittlungsarbeiten der deutschen Polizei teil. Der Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan kündigte unterdessen an, am morgigen Donnerstag ebenfalls den Brandort zu besuchen.

Bei dem Brand verloren neun Menschen ihr Leben, darunter fünf Kinder. Ein im Haus eingesetzter Suchhund fand keine Leichen mehr. Das Brandobjekt wurde von zwei türkischen Familien bewohnt und war bereits 2006 Ziel eines Brandanschlags. Damals entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 1.000 Euro, der Täter konnte nie gefasst werden. Damals war eine Gaststätte betroffen, deren Räumlichkeiten zuletzt als türkisches Kulturzentrum genutzt wurden. Ob es sich auch diesmal um Brandstiftung handelt, bleibt weiter im Unklaren. Am Gebäude selbst wurden Nazi-Symbole gefunden, die vor dem Brand angebracht wurden.

Bundesinnenminister Schäuble warnte unterdessen vor Spekulationen über einen Anschlag mit fremdenfeindlichem Hintergrund. Dies wurde noch zwei Tage zuvor vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsident Kurt Beck völlig ausgeschlossen. Der Brand sei zwar ein schreckliches Unglück, für irgend eine Vermutung gebe es jedoch keinen Anhaltspunkt. Den Besuch der türkischen Polizei zur Unterstützung der Ermittlungsarbeiten begrüßte er, wenngleich jegliches Misstrauen gegenüber den deutschen Ermittlungsbehörden unbegründet sei.

Als Brandursache kämen, nach Aussage von Lothar Liebig, Leiter der Staatsanwaltschaft Frankenthal, sowohl Brandstiftung als auch ein technischer Defekt in Frage. Die momentane Faktenlage ermögliche noch keinerlei Deutung in irgend eine Richtung. Die zwei Mädchen, die berichteten, einen Mann beim Zündeln im Treppenhaus beobachtet zu haben, wurden gestern polizeilich vernommen. Zu den Ergebnissen dieser Befragung machte die Polizei bislang keine Angaben.

Auf das von der Stadt Ludwigshafen eingerichtete Spendenkonto gingen inzwischen rund 30.000 Euro ein. Dieses Geld soll zur Unterstützung der Brandopfer verwendet werden. Im Rathaus liegt außerdem ein Kondolenzbuch aus.

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February 6, 2008

Ludwigshafen: Brandstiftung kann als Ursache für verheerende Brandkatastrophe nicht ausgeschlossen werden

Ludwigshafen: Brandstiftung kann als Ursache für verheerende Brandkatastrophe nicht ausgeschlossen werden

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Veröffentlicht: 22:45, 6. Feb. 2008 (CET)
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Ludwigshafen am Rhein (Deutschland), 06.02.2008 – Zwei Tage nach dem schweren Wohnhausbrand in der Ludwigshafener Innenstadt, der mindestens neun Menschen, darunter mehreren Kindern, das Leben kostete, setzt die Polizei ihre Ermittlungen nach der Brandursache fort. Erstmals wird nun auch in Betracht gezogen, dass es sich möglicherweise um Brandstiftung gehandelt hat. Dies wurde vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck am Vortag noch ausgeschlossen.

Anlass für diese Annahme sind Berichte türkischer Zeitungen über zwei Mädchen, die einen Mann beobachtet haben wollen, der im Treppenhaus des Unglücksgebäudes zündelte. Die Polizei kündigte unterdessen die Befragung der Betroffenen an. Die Ermittlung der Brandursache gestaltet sich überaus schwierig. Am gestrigen Montag gelang es den Einsatzkräften lediglich, das eingestürzte dritte Obergeschoss von einem Kranwagen aus abzusuchen. Für heute kündigte die Feuerwehr an, dass das verkohlte Gebälk und die restlichen Ziegel vom Dach des Gebäudes entfernt würden, so dass das Haus weiter durchsucht werden könne. Ein Betreten des Hauses ist wegen Einsturzgefahr ausgeschlossen. Auch wenn keine Personen mehr vermisst werden, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich noch weitere Leichen im Gebäude befinden.

Unterdessen forderte die türkische Regierung eine rasche Aufklärung der Brandursache. Sie kündigten zudem an, türkische Experten zur Unglücksstelle zu schicken. Neben den Bewohnern des Gebäudes wurden auch zahlreiche der rund 500 Einsatzkräfte traumatisiert. Sie werden momentan durch Fachleute wie Notfallseelsorger betreut.

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  • Wohnhausbrand in Ludwigshafen: Neun Tote und über 60 Verletzte (05.02.2008)

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