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September 19, 2015

Antibiotikaresistenzen nehmen dramatisch zu

Antibiotikaresistenzen nehmen dramatisch zu

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Veröffentlicht: 15:27, 19. Sep. 2015 (CEST)
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Klebsiella pneumoniae erreicht vor allem in Indien hohe Resistenzraten

Washington D.C. (Vereinigte Staaten) / Neu-Delhi (Indien), 19.09.2015 – Einem neu erschienenen Bericht des Center for Disease Dynamics, Economics & Policy (CDDEP) zu Folge steigen die Resistenzen von krankheitsereegenden Bakterien gegenüber Antibiotika alarmierend. Sie warnen vor lebensbedrohlichen Infektionen durch Kranheitserreger, gegen die nur noch wenige oder gar keine Antibiotika mehr wirksam sind. Zugleich stieg nach Angaben des Forscherteams der Antibiotikaverbrauch weltweit um mehr als 30 Prozent.

Bei den Resistenzen sind starke Unterschiede zwischen Ländern mit hohem Pro-Kopf-Einkommen und hohen Hygienestandards gegenüber anderen Ländern mit geringeren Einkommen feststellbar, obwohl gerade in reichen Ländern viele Antibiotika eingesetzt werden. In Indien sind beispielsweise mittlerweile 57 % der Infektionen mit dem Bakterium Klebsiella pneumoniae, das als multiresistenter Keim in Krankenhäusern vorkommt, nicht mehr durch Antibiotika heilbar – 2008 lag diese Zahl noch bei 29 %. In Europa und in den Vereinigten Staaten sind diese Antiobiotika dagegen noch in 90 bis 95 % der Infektionen wirksam. Zugleich mit der Zunahme der Resistenzen nimmt jedoch auch die Nutzung der Antibiotika weltweit zu. Zwischen 2000 und 2010 hat ihr Verbrauch um rund 30 Prozent zugegenommen.

Die Ergebnisse wurden über die ResistanceMap des CDDEP veröffentlicht, einem interaktiven Onlinetool. Verfügbar sind Daten zur Bakterienresistenz und dem Nutzung von Antibiotika in 69 Ländern der Erde und zu 12 der wichtigsten und potenziell tödlichen Krankheitserregern, darunter das Caol-Bakterium, Salmonellen und der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikinews-logo.svg   Neue Grippe: In zwei Fällen Resistenz gegen Tamiflu nachgewiesen (20.12.2009)
Wikinews-logo.svg   WHO meldet: Tripper möglicherweise bald nicht mehr heilbar (08.06.2012)

Quellen[Bearbeiten]

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July 14, 2012

Heftige Reaktionen auf Kölner Urteil zur Strafbarkeit von Beschneidungen

Heftige Reaktionen auf Kölner Urteil zur Strafbarkeit von Beschneidungen

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Veröffentlicht: 16:50, 14. Jul. 2012 (CEST)
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Utensilien für die rituelle Beschneidung, ausgestellt im Jüdischen Museum in New York

Berlin (Deutschland), 14.07.2012 – Jüdische, muslimische und christliche Organisationen üben scharfe Kritik am Kölner Urteil, das Beschneidungen an Kindern aus religiösen Gründen als Straftat sieht. Deutsche Politiker wollen zügig eine Gesetzesgrundlage schaffen, um das religiöse Ritual in Deutschland zu erlauben, Rechtssicherheit für diejenigen schaffen, die jetzt Gefahr laufen wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt zu werden. Onlinekommentare aus der Bevölkerung zeigen wenig bis kein Verständnis für die vorsätzliche Verletzung von Kindern.

Stellungnahme von Religionsgemeinschaften:

Die Konferenz Europäischer Rabbiner kritisiert das Urteil als schwersten Angriff auf das Judentum seit Jahrzehnten in Deutschland. Der Moskauer Rabbiner Pinchas Goldschmidt erklärte: „Ein Verbot der Beschneidung stellt die Existenz der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland infrage. Sollte das Urteil Bestand haben, sehe ich für die Juden in Deutschland keine Zukunft.“ Er sieht ein gesamteuropäisches Problem in mangelnder Toleranz gegen die Religion und führte dazu das Burka-Verbot in Frankreich, das Verbot des Minarettbaus in der Schweiz und Bestrebungen in den Niederlanden, das Schächten zu verbieten, an. Deutschland müsse bei so einer Entscheidung auch die eigene Geschichte bedenken. Zentralratspräsident Graumann sagte gegenüber der Zeitschrift Focus: „Die Liebe zu Kindern ist in der jüdischen Religion sehr tief verwurzelt. Jüdische Väter und Mütter gehen für ihre Kinder durchs Feuer.“ Deshalb treffe ihn die Unterstellung, Kindern werde durch die Beschneidung unnötiges Leid zugefügt. Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) wertete den Richterspruch als einen Rückschlag bei der Integration von Muslimen. Im Islam ist die Beschneidung eine Empfehlung und kein religiöses Gebot wie im jüdischen Glauben.

Durch den Dortmunder Rabbiner Avichai Apel wurde die Gründung eines deutschen Verbands für alle professionellen jüdischen Beschneider angekündigt, dieser solle die religiöse Qualität und die medizinische Sorgfalt bei der Beschneidung garantieren. Die Beschneidung symbolisiert im Judentum den Bund zwischen Gott und Abraham und stellt den Eintritt in die jüdische Gemeinschaft dar. Das Ritual wird aus der Bibel abgeleitet: „beschnitten soll euch jeder Männliche werden“ (Gen. 17, 10), „Und zwar acht Tage alt soll euch jedes Männliche beschnitten werden“ (Gen. 17, 12).

Stellungnahmen von Politikern:

Die Bundesregierung hat nach dem Urteil angekündigt, die Beschneidung in Deutschland straffrei halten zu wollen. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte, verantwortungsvoll durchgeführte Beschneidungen müssten in Deutschland straffrei möglich sein. „Es bereitet uns Sorge, dass die Ausübung dieser uralten religiösen Bräuche sich derzeit nicht in einer Situation des Rechtsfriedens befindet.“ CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe ergänzte: „Gerade im Hinblick auf einen verantwortungsvollen Vollzug dieser Rituale durch Ärzte muss es schnellstmöglich Rechtssicherheit geben. Die Möglichkeit einer gesetzlichen Klarstellung muss zügig geprüft werden.“ Unionsfraktionschef Volker Kauder will eine fraktionsübergreifende Resolution im Bundestag in der kommenden Woche verabschieden: „Jüdisches und muslimisches Leben muss auch in Zukunft in Deutschland möglich sein. Dazu gehört auch die auf der religiösen Überzeugung beruhende Beschneidung von Knaben“. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) glaubt nicht daran, dass es möglich ist, kurzfristig in der Frage der Beschneidung Rechtssicherheit zu schaffen: „Zu einem Rechtsstaat gehört auch, dass durch Einzelfallentscheidungen von Gerichten aufgetretene Rechtsunsicherheiten nicht von heute auf morgen beseitigt werden können. Das gilt sowohl für die Herausbildung einer einheitlichen bindenden Rechtsprechung als auch für die Neuregelung durch den Gesetzgeber.“ Außenminister Guido Westerwelle mahnte den Respekt vor religiösen Traditionen an. Sozialdemokraten und GRÜNE wollen ein Gesetz, das die Beschneidung von Jungen in Deutschland aus religiösen Gründen erlaubt. In dieser Richtung äußerte sich auch der SPD-Parteivorsitzender Sigmar Gabriel.

Rituelle Beschneidung eines Knaben

Pressestimmen:

Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland gibt es bei den Leitartikeln der Presse unterschiedliche Stimmen. So schreibt die Westdeutsche Zeitung (Düsseldorf): „Zunächst einmal ist es erfreulich, dass in unserem Land genau hingeschaut wird, wenn der Verdacht aufkommt, das Wohl eines Kindes könnte beeinträchtigt sein.“ Ferner zitiert das Blatt den Düsseldorfer Psychoanalytiker Matthias Franz, nach dessen Ansicht die Operation im Säuglings- oder Kindesalter ein traumatisches Erlebnis darstellen und zu andauerndem körperlichen, sexuellen oder psychischen Leiden führen könne.

Die Frankfurter Rundschau kommentiert: „Die Beschneidung – mag sie nun medizinisch sinnvoll sein oder nicht – ist ein geringfügiger körperlicher Eingriff, ihr strafrechtliches Verbot aber würde den Lebensnerv sowohl der jüdischen als auch der muslimischen Glaubensgemeinschaft treffen. In keinem Land der Welt ist die Beschneidung verboten. Die Ankündigung der Bundesregierung, ihre Zulässigkeit gesetzlich zu bestätigen, ist beruhigend.“

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Zirkumzision“.

Quellen[Bearbeiten]

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July 5, 2012

Die Rinderseuche Besnoitiose hat die Schweiz erreicht

Die Rinderseuche Besnoitiose hat die Schweiz erreicht

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Veröffentlicht: 18:51, 5. Jul. 2012 (CEST)
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Murnau-Werdenfelser-Rind.jpg

Zürich (Schweiz), 05.07.2012 – Die Rinderseuche Besnoitiose hat bereits viele Rinder in Deutschland, Frankreich und Italien getötet. Nun traten auch die ersten Fälle in der Schweiz auf. Es wurde jedoch teilweise Entwarnung von Experten gegeben.

Die Seuche bereitet den davon befallenen Rindern einen sehr qualvollen Tod. Besnoitiose wird durch Stechfliegen von Tier zu Tier übertragen und macht sich im Körper breit. Im Körper befällt sie das Gewebe und führt zu Hautveränderungen, Ödemen, starken Schmerzen und als letztes zum Tod.

Eine Untersuchung der Universität Zürich hat ergeben, dass vier Rinder, welche aus Frankreich importiert wurden, von dem Parasiten, der für die Seuche verantworlich ist, befallen sind. Hans Wyss vom Bundesamt für Veterinärwesen bestätigte dies gegenüber dem Nachrichtenmagazin „10vor10“.

Der Professor für Parasitologie an der Universität Bern, Bruno Gottstein, gab jedoch teilweise Entwarnung. Der Überträger, die Stechfliege, hat nur einen sehr kleinen Lebensraum, nämlich den in einer Tierherde. Somit ist die Seuche kontrollierbar.

Gottstein sagte: „Rinderzüchter in der Schweiz müssen keine Angst haben. Von diesen wenigen Tieren ausgehend kann es nicht zu einem schnellen Ausbruch kommen wie bei der Maul- und Klauenseuche oder der Blauzungen-Krankheit.“ Der Parasit ist für den Menschen auch nicht gefährlich. Wie der Bund sein weiteres Vorgehen plant, ist noch unklar. Die Züchter in der Schweiz müssen nun mit Rindern, welche aus dem Ausland importiert wurden, besonders vorsichtig sein.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Schweiz

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June 30, 2012

Nach dem Urteil in Köln stoppt jüdisches Krankenhaus Beschneidungen aus religiösen Gründen

Nach dem Urteil in Köln stoppt jüdisches Krankenhaus Beschneidungen aus religiösen Gründen

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Veröffentlicht: 10:46, 30. Jun. 2012 (CEST)
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Jüdisches Krankenhaus Berlin

Berlin (Deutschland) / Köln (Deutschland), 30.06.2012 – Das Jüdische Krankenhaus in Berlin zieht Konsequenzen aus dem Urteil des Kölner Landgerichts, das eine Beschneidung eines nicht einwilligungsfähigen vierjährigen Jungen als Körperverletzung gewertet hat. Es sprach in der Urteilsbegründung von einer „schweren und irreversiblen Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit“.

Ein Sprecher des Krankenhauses gab bekannt, dass die Beschneidung als Teil der Arbeit der Ärzte gesehen wird, man wünsche sich diese bald wieder durchführen zu können. Nach dem Urteil könne man das medizinische Personal jedoch mit der juristischen Unsicherheit nicht alleine lassen. Daher würden bis auf weiteres keine Beschneidungen mehr aus rein religiösen Gründen durchgeführt werden. Der Leiter der Klinik Kristof Graf: Das Urteil sei „in seinen Konsequenzen eine Katastrophe“ und „erschreckend in seinen Dimensionen“. Er sprach weiter von einer massiven Einschränkung der Religionsfreiheit. Das Jüdische Krankenhaus befindet sich in einem Stadtviertel Berlins mit einem hohen türkischen Bevölkerungsanteil. Von den 300 Beschneidungen, die letztes Jahr durchgeführt wurden, war bei zwei Dritteln ein rein religiöser Grund gegeben. Überwiegend wurde der Eingriff bei Angehörigen der muslimischen Religionsgemeinschaft durchgeführt.

Durchführung einer Beschneidung in Zentralasien, vermutlich Turkmenistan, ca. 1865–1872.

Die männliche Beschneidung ist weit verbreitet, etwa ein Viertel aller Männer weltweit haben diesen Eingriff hinter sich. Dennoch stellte das Kölner Landgericht fest: „Weder das Elternrecht noch die im Grundgesetz garantierte Religionsfreiheit können diesen Eingriff rechtfertigen.“ Vorausgegangen war die Beschneidung eines vierjährigen Jungen im November 2010 durch einen Kölner Arzt. Die Eltern, die dem islamischen Glauben angehören, hatten sich die Operation gewünscht. Die Vorhaut wurde daraufhin von dem Arzt entfernt. Eine medizinische Notwendigkeit gab es nicht. Als wegen einer Nachblutung eine Weiterbehandlung erforderlich war, hatte die Staatsanwaltschaft Kenntnis von dem Vorgang erhalten und Anklage gegen den Arzt erhoben. Das Amtsgericht in Köln sprach den Arzt mit Urteil vom 21.09.2011 (Az. 528 Ds 30/11) frei, der Eingriff sei aufgrund der wirksamen Einwilligung der sorgeberechtigten Eltern gerechtfertigt gewesen. Nach der Berufung der Staatsanwaltschaft gegen die Entscheidung, sah das Landgericht eine Körperverletzung als gegeben an (Urteil vom 07.05.2012; Az. 151 Ns 169/11). Nur wegen eines unvermeidbaren Verbotsirrtum wurde der angeklagte Arzt freigesprochen. Auf einen solchen können sich die Mediziner nach diesem Urteil nicht mehr berufen.

Es ist davon auszugehen, dass in Zukunft ein „Beschneidungstourismus“ zu beobachten sein wird. Der Eingriff wird dann sicher oft in den Heimatländern der Eltern durchgeführt werden.

Nach dem Urteil hat neben dem Zentralrat der Juden auch die Türkisch-Islamische Union eine Erklärung herausgegeben. Darin heißt es, das Urteil sei „ein Akt, der in Missachtung der Religion und der hieraus entstandenen Tradition einen Eingriff in diese darstellt und weder von einem ausgeprägten Rechtsverständnis zeugt, noch von gesamtgesellschaftlicher Verantwortung“.

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June 24, 2012

Chinesischer EM-Fan stirbt nach 11 Fußball-Nächten

Chinesischer EM-Fan stirbt nach 11 Fußball-Nächten

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Veröffentlicht: 23:57, 24. Jun. 2012 (CEST)
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Peking (Volksrepublik China), 24.06.2012 – Britische und asiatische Zeitungen berichteten übereinstimmend, dass der 26-Jährige Jiang Xiaoshan ein großer Fan der englischen Nationalmannschaft war. Am gestrigen Samstag wurde erst bekannt, dass Xiaoshan am vergangenen Dienstag in Changsha starb.

Wegen der Zeitverschiebung konnten Xiaoshan und seine Freunde die Fußball-EM erst mitten in der Nacht sehen. Der 26-Jährige Chinese ging tagsüber trotzdem wie gewohnt zur Arbeit. Nach 11 Nächten war sein Körper zu sehr überlastet und machte das alles nicht mehr mit.

Seinen Ärzten in Changsha zufolge hatten der ständige Schlafmangel, der erhöhte Konsum von alkoholischen Getränken und das Rauchen sein Immunsystem angegriffen. Jiang Xiaoshans Tod ist auf Herzversagen zurückzuführen.

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June 8, 2012

WHO meldet: Tripper möglicherweise bald nicht mehr heilbar

Filed under: Genf,Gesundheit allg.,Gonorrhoe,Veröffentlicht,WHO — admin @ 5:00 am

WHO meldet: Tripper möglicherweise bald nicht mehr heilbar

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Veröffentlicht: 18:45, 8. Jun. 2012 (CEST)
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Gonorrhoeinfektion am Auge

Genf (Schweiz), 08.06.2012 – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor der bisher als vergleichsweise harmlos angesehenen Infektion mit Gonokokken. Durch die Bakterien wird die Geschlechtskrankheit Gonorrhoe, umgangssprachlich als Tripper bezeichnet, ausgelöst. Durch die steigende Resistenz gegen Antibiotika könnte schon in absehbarer Zeit eine Heilung der Krankheit nicht mehr möglich sein.

Dr. Manjula Lusti-Narasimhan von der Abteilung für Reproduktive Gesundheit und Forschung bei der WHO: „Tripper wird zu einem großen Problem der öffentlichen Gesundheit, wegen der hohen Inzidenz von Infektionen begleitet von schwindenden Behandlungsmöglichkeiten. Ohne die Erforschung neuer Antibiotika, könnte bald keine wirksame Behandlung für die Patienten mehr zur Verfügung stehen“. In mehreren Ländern, wie Australien, Frankreich, Japan, Norwegen und Schweden, wurden Resistenzen gegen zur Heilung verabreichte Breitbandantibiotika festgestellt. In Sachsen, dem einzigen Bundesland in dem die Tripperinfektionen nach dem Jahr 2001 noch erfasst wurden, haben sich die Erkrankungen in den Jahren 2003 bis 2010 verdoppelt. Ob ein Zusammenhang mit den festgestellten Resistenzen besteht ist nicht bekannt. Die WHO fordert mit einem globalen Aktionsplan gegen die Ausbreitung von Gonorrhoe vorzugehen.

Tripper ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Durch die Benutzung von Kondomen ist ein Schutz vor einer Infektion gegeben. Die Gonokokken heften sich an Schleimhautzellen des Gebärmutterhalses und der Harnröhre fest und schädigen die Zellen durch Entzündung mit eitrigem Ausfluss. Eine Übertragung von den Schleimhäuten der Geschlechtsorgane auf die Augen kann beispielsweise durch die Finger beim Reiben der Augen erfolgen. Komplikationen wie Entzündungen der Hirnhäute (Meningitis) und des Herzens (Endokarditis) sind selten geworden, werden sich bei einer fortschreitenden Resistenz der Bakterien aber vermutlich wieder ausbreiten.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Gesundheit

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May 1, 2012

Bundesregierung: Erhebliche Zunahme von psychischen Erkrankungen durch Belastungen am Arbeitsplatz

Bundesregierung: Erhebliche Zunahme von psychischen Erkrankungen durch Belastungen am Arbeitsplatz

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Veröffentlicht: 02:22, 1. Mai 2012 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 01.05.2012 – Zum Tag der Arbeit am Ersten Mai berichtet die Frankfurter Rundschau über die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linkspartei. Zwölf Abgeordnete hatten sich nach dem aktuellen Stand der Erkenntnisse über psychische Belastungen am Arbeitsplatz erkundigt.

Dem Bundesarbeitsministerium zufolge ist der Anteil der Krankheitstage an allen Arbeitsunfähigkeitstagen, der auf psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen entfällt, in Deutschland seit 2001 von 6,6 auf 13,1 Prozent gestiegen. Die Ursache hierfür liege in der zunehmenden Arbeitsbelastung und im Stress am Arbeitsplatz. Vor allem Leiharbeiter seien von den Belastungen betroffen, aber auch die unstetige Gestaltung der Arbeitsverhältnisse durch ständigen Wechsel von Arbeitsort und Arbeitsplatz sowie durch zeitlich befristete Arbeitsverträge zehre an den Nerven. Die Betroffenen hätten auch einen „schlechteren Zugang zu Gesundheitsfördermaßnahmen“.

Die schlimmsten Belastungen gibt es im Gesundheitswesen und in Sozial- und Erziehungsberufen, wo überwiegend Frauen beschäftigt sind. In diesen Branchen wurden im Jahr 2010 etwa 39.000 weibliche Beschäftigte frühverrentet, fast doppelt soviele wie im Jahr 2000.

Die Kosten für Behandlung, Prävention und Rehabilitation von psychischen Erkrankungen, die auf Probleme am Arbeitsplatz zurückzuführen sind, beliefen sich im Jahr 2011 auf gut 6,3 Milliarden Euro.

Das Bundesarbeitsministerium sieht trotz allem derzeit keinen Handlungsbedarf, sondern möchte die Entwicklung weiter beobachten.

Für die Linkspartei erklärte die Abgeordnete Jutta Krellmann, die die kleine Anfrage mit initiiert hatte, vor allem müssten die Leiharbeit und die Möglichkeiten, Arbeitsverhältnisse zu befristen, eingeschränkt werden. Außerdem unterstütze sie die Einführung einer „Anti-Stress-Verordnung“, die auch die IG Metall bereits vorgeschlagen hatte, um konkrete Vorschriften einzuführen, mit denen die Arbeitsbelastung begrenzt werden kann. Darunter fielen insbesondere „feste Regeln zur Verteilung von Arbeitszeiten, zum Verhalten von Vorgesetzen, zur Taktung von Arbeitsabläufen oder auch zu Belastungsgrenzen durch Projektarbeit“, heißt es in dem Bericht.

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April 13, 2012

Niedersachsen: Zwei Legehennenbetriebe wegen PCB-Belastung gesperrt

Niedersachsen: Zwei Legehennenbetriebe wegen PCB-Belastung gesperrt

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Veröffentlicht: 23:50, 13. Apr. 2012 (CEST)
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Hannover (Deutschland), 13.04.2012 – Wie das niedersächsische Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz am Donnerstag mitteilte, sind zwei Legehennenbetriebe in Niedersachsen gesperrt worden, weil in Eiern erhöhte Werte des giftigen, dioxinähnlichen dl-PCB festgestellt worden sind. Um welche Betriebe es sich handelt, wurde nicht mitgeteilt. Laut einer Mitteilung des Ministeriums vom Freitag befinden sich die Betriebe im niedersächsischen Landkreis Aurich. Bei den betroffenen Produkten handelt es sich um Eier aus Freilandhaltung. Der Gehalt an Dioxinen und dl-PCB liegt nach Angaben des Ministeriums knapp doppelt so hoch wie der zulässige Höchstwert von 5,0 pg/g Fett. Rund 100.000 belastete Eier sollen noch vor der Schließung des Betriebens an einen Großhändler in Nordrhein-Westfalen geliefert worden sein. Die dortigen Behörden wurden über den Vorgang informiert. Dioxine gelten als krebserregend.

Unklar ist, wie viele der belasteten Eier noch im Handel sind. Die Verbraucher wurden aufgefordert, belastete Eier in die Geschäfte zurückzubringen oder zu vernichten. Das Ministerium teilte die Erzeugercodes der betroffenen Chargen mit: 1-DE-0354451, 1-DE-0354452, 1-DE-0354453, 1-DE-0352691.

Wie das Ministerium weiter miteilte, bestehe keine akute Gesundheitsgefahr durch den Verzehr der Eier. In den vergangenen Wochen waren in Nordrhein-Westfalen ebenfalls dioxinbelastete Eier in den Handel gelangt. Dabei soll es sich um Bio-Eier gehandelt haben. Die Eier stammten aus einem Großbetrieb im Kreis Minden-Lübbecke und zwei Direktvermarktern in Duisburg. Wie das Gift in die Eier gelangt ist, konnte bisher noch nicht geklärt werden. Zwischen den neuen Dioxinfunden in Hühnereiern in Niedersachsen und den Funden in Nordrhein-Westfalen besteht nach bisherigen Kenntnissen kein Zusammenhang.

Wie das niedersächsische Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz mitteilte, wurden am Freitag auf Veranlassung des Ministeriums weitere niedersächsische Legehennenbetriebe mit konventioneller Freilandhaltung auf PCB-Rückstände in den Eiern untersucht. Weitere Untersuchungen fanden auch in den beiden gestern gesperrten Betrieben statt.

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March 25, 2012

Novartis klagt gegen Patentablehnung in Indien

Novartis klagt gegen Patentablehnung in Indien

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Veröffentlicht: 16:00, 25. Mär. 2012 (CEST)
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Oberster Gerichtshof von Indien

Neu-Delhi (Indien), 25.03.2012 – Das schweizer Pharmaunternehmen Novartis will vor dem obersten Gericht in Indien gegen eine Patentablehnung in Indien klagen. Die Gerichtsverhandlung soll am 28. März beginnen. Sollte die Klage Erfolg haben, könnten Millionen Menschen gefährdet sein und Medikamente nicht mehr bezahlen.

Der Gegenstand der Aufmerksamkeit ist Imatinib, ein Medikament zur Behandlung von bestimmten Krebsarten, das von Novartis als Glivec (USA) oder Gleevec (Europa / Australien / Lateinamerika) vermarktet wird. Die gewünschte Auslegung des Patentrechts würde Novartis ein weiteres 20-Jahres-Monopol auf das Medikament sichern. In einem mehr als sechsjährigen Rechtsstreit hat Novartis verschiedene Auslegungen von Artikel 3(d) des indischen Patentrechts vertreten, der die Patentierung von Varianten von bereits zugelassenen Medikamenten reguliert. Am 28. März wird Novartis eine weitere Auslegung von Artikel 3(d) anbieten, nach der der Artikel auf „Entdeckungen“ beschränkt sei, während die Patentanmeldung von Novartis eine „Erfindung“ darstellen würde.

Novartis Forschungsleiter in Basel, Paul Herrling, sagte dem Magazin Nature: „[In dem Fall geht es um] die Belohnung der Innovation, wo die Märkte existieren, nicht etwa darum, den Zugang zu Medikamenten für arme Patienten zu beschränken. […] Wir denken, dass Glivec ein grundlegender Durchbruch in der Medizin ist. Wenn 3(d) verwendet werden kann, um die Patentierung von Ergebnissen der innovativen biomedizinischen Forschung zu verhindern, wird es sicherlich ein Hindernis sowohl für die indischen forschenden Pharma-Unternehmen als auch für ausländische Unternehmen sein, die in Indien aktiv sein möchten. Dies wäre zum Nachteil der Patienten in Indien.“

Baker Brook von der Northeastern University School of Law in Boston, Massachusetts, ein Professor im Programm für Menschenrechte und Weltwirtschaft, erklärt die Situation wie folgt: „Novartis möchte den Obersten Gerichtshof dazu bringen, einen niedrigschwelligen Standard zu übernehmen, bei dem leichte Verbesserungen als signifikant erhöhte Wirksamkeit gelten. […] Wenn dieser Standard angenommen wird, werden Unternehmen in der Lage sein, ihre Patente in Indien auf unbestimmte Zeit auszudehnen, wie sie es in den Vereinigten Staaten bereits tun. […] Indien ist ein wichtiger Exporteur von Generika in Entwicklungsländern, darunter 80% der Medizin, die jetzt zur Behandlung von über 6,6 Millionen Menschen mit HIV/AIDS benötigt wird. Indiens Status als die Apotheke der Armen und der Entwicklungsländer wird damit angegriffen.“

Ärzte ohne Grenzen hat eine deutsche Protest-Webseite „Stoppt die Klage von Novartis!“ mit Informationen über das Gerichtsverfahren eingerichtet.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Medizinforschung

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March 11, 2012

Ex-Bundespräsident Wulff ohne Dienstwagen im Kloster

Ex-Bundespräsident Wulff ohne Dienstwagen im Kloster

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Veröffentlicht: 18:09, 11. Mär. 2012 (CET)
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Vuvuzelas zum Abschied

Berlin (Deutschland), 11.03.2012 – Nach Informationen der Zeitung „Bild am Sonntag“ hat sich Christian Wulff vorübergehend in ein Kloster zurückgezogen. Für seine Verabschiedung beim Großen Zapfenstreich hatte er diesen Aufenthalt unterbrochen. Währenddessen zeichnet sich ab, dass der Ex-Präsident wohl auf die Annehmlichkeit eines Dienstwagens verzichten muss.

Schon beim Großen Zapfenstreich am Donnerstag hatte Wulff angeschlagen ausgesehen. Die Ereignisse um seine Person haben ihm wohl härter zugesetzt als bisher bekannt. Es summierte sich: monatelange Kritik wegen Krediten, ungeklärte Vorwürfe wegen Urlaubsreisen, Diskussionen um den Ehrensold und den Dienstwagen sowie das Büro samt Mitarbeitern. Angeschlagen war Wulff auch wegen einer akuten Nierenkolik, welche ihn für einen Tag ins Bundeswehrkrankenhaus Berlin-Mitte führte. Im Kloster will er nun einen eingehenden Gesundheitscheck durchführen lassen. Pater August Hülsmann vom Herz-Jesu-Kloster in Neustadt: „Uns besuchen viele, die unsicher und unruhig sind, oder deren Leben vor einem gewaltigen Umbruch steht.“ In welches Kloster sich Wulff zurückgezogen hat, wurde nicht bekannt.

Mehrere Politiker von SPD und Grünen ließen am Wochenende verlauten, dass sie bei einer Anfrage an den Bundestag, in der es um Dienstwagen und Büro für den Expräsidenten gehen würde, ablehnend reagieren würden. SPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Ich sehe derzeit keinen Anlass dafür, Christian Wulff ein Büro und Fahrer zur Verfügung zu stellen.“, „Christian Wulff wird Deutschland nicht repräsentieren können.“ Ziel dieser Ausstattung sei es, bisherigen Amtsträgern die Möglichkeit zu geben, ihre repräsentative Arbeit für das Gemeinwohl nach dem Ausscheiden aus dem Amt fortsetzen zu können. Der Haushaltspolitiker der Union, Herbert Frankenhauser (CSU), fordert, die Ausstattung für Wulff nur solange zur Verfügung zu stellen, bis er wieder eine entgeltliche Tätigkeit aufnimmt. Von den Grünen und der FDP kommt die Forderung, eine Entscheidung zurückzustellen, bis das Verfahren wegen Vorteilsannahme abgeschlossen ist.

Zur Verabschiedung von Wulff vor dem Schloss Bellevue hatte sich etwa die Hälfte der Gäste entschuldigt. Unter denjenigen, die abgesagt hatten, sind auch die vier noch lebenden Vorgänger im Amt des Bundespräsidenten, Vertreter der katholischen und evangelischen Kirchen in Berlin, der Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Andreas Voßkuhle, und die Vizepräsidenten des Bundestages: Katrin Göring-Eckardt (Grüne), Petra Pau (Linke) und Wolfgang Thierse (SPD). Über Facebook hatten sich 700 Demonstranten zusammengefunden. Sie machten sich Luft durch Rufe wie „Schande“ oder „Schäm dich“ sowie mit Trillerpfeifen. Die Militärkapelle wurde zum Teil durch Vuvuzelas übertönt. Das Bundespräsidialamt will deshalb für die Zukunft die Sicherheitsstandards erhöhen.

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