WikiNews de

March 25, 2012

Novartis klagt gegen Patentablehnung in Indien

Novartis klagt gegen Patentablehnung in Indien

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 16:00, 25. Mär. 2012 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Oberster Gerichtshof von Indien

Neu-Delhi (Indien), 25.03.2012 – Das schweizer Pharmaunternehmen Novartis will vor dem obersten Gericht in Indien gegen eine Patentablehnung in Indien klagen. Die Gerichtsverhandlung soll am 28. März beginnen. Sollte die Klage Erfolg haben, könnten Millionen Menschen gefährdet sein und Medikamente nicht mehr bezahlen.

Der Gegenstand der Aufmerksamkeit ist Imatinib, ein Medikament zur Behandlung von bestimmten Krebsarten, das von Novartis als Glivec (USA) oder Gleevec (Europa / Australien / Lateinamerika) vermarktet wird. Die gewünschte Auslegung des Patentrechts würde Novartis ein weiteres 20-Jahres-Monopol auf das Medikament sichern. In einem mehr als sechsjährigen Rechtsstreit hat Novartis verschiedene Auslegungen von Artikel 3(d) des indischen Patentrechts vertreten, der die Patentierung von Varianten von bereits zugelassenen Medikamenten reguliert. Am 28. März wird Novartis eine weitere Auslegung von Artikel 3(d) anbieten, nach der der Artikel auf „Entdeckungen“ beschränkt sei, während die Patentanmeldung von Novartis eine „Erfindung“ darstellen würde.

Novartis Forschungsleiter in Basel, Paul Herrling, sagte dem Magazin Nature: „[In dem Fall geht es um] die Belohnung der Innovation, wo die Märkte existieren, nicht etwa darum, den Zugang zu Medikamenten für arme Patienten zu beschränken. […] Wir denken, dass Glivec ein grundlegender Durchbruch in der Medizin ist. Wenn 3(d) verwendet werden kann, um die Patentierung von Ergebnissen der innovativen biomedizinischen Forschung zu verhindern, wird es sicherlich ein Hindernis sowohl für die indischen forschenden Pharma-Unternehmen als auch für ausländische Unternehmen sein, die in Indien aktiv sein möchten. Dies wäre zum Nachteil der Patienten in Indien.“

Baker Brook von der Northeastern University School of Law in Boston, Massachusetts, ein Professor im Programm für Menschenrechte und Weltwirtschaft, erklärt die Situation wie folgt: „Novartis möchte den Obersten Gerichtshof dazu bringen, einen niedrigschwelligen Standard zu übernehmen, bei dem leichte Verbesserungen als signifikant erhöhte Wirksamkeit gelten. […] Wenn dieser Standard angenommen wird, werden Unternehmen in der Lage sein, ihre Patente in Indien auf unbestimmte Zeit auszudehnen, wie sie es in den Vereinigten Staaten bereits tun. […] Indien ist ein wichtiger Exporteur von Generika in Entwicklungsländern, darunter 80% der Medizin, die jetzt zur Behandlung von über 6,6 Millionen Menschen mit HIV/AIDS benötigt wird. Indiens Status als die Apotheke der Armen und der Entwicklungsländer wird damit angegriffen.“

Ärzte ohne Grenzen hat eine deutsche Protest-Webseite „Stoppt die Klage von Novartis!“ mit Informationen über das Gerichtsverfahren eingerichtet.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Medizinforschung

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

November 18, 2008

Spekulationen über Alkokolverbrauch 2007 durch Bundeswehrsoldaten in Afghanistan

Spekulationen über Alkokolverbrauch 2007 durch Bundeswehrsoldaten in Afghanistan

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 07:57, 18. Nov. 2008 CET
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Berlin (Deutschland), 18.11.2008 – Die Bundeswehr hat im Jahr 2007 etwa 990.000 Liter Bier sowie 69 000 Liter Wein zu den Soldaten nach Afghanistan geschickt. Im ersten halben Jahr 2008 waren es bereits 554.000 Liter Gesamtmenge. Die Soldaten tränken durchschnittlich 0,7 bis 0,8 Liter Bier am Tag, erlaubt sei maximal 1 Liter täglich, also 2 Halbliterdosen. Das Verteidigungsministerium gab diese Zahlen als Antwort auf eine Anfrage der FDP-Abgeordneten Elke Hoff bekannt. Es wäre jedoch falsch, von der gelieferten Menge auf die tatsächlichen Trinkgewohnheiten zu schließen.

Rolf Hüllinghorst von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) geht von einer gesundheitlich unbedenklichen Menge von maximal 0,5 bis 0,6 Liter Bier und 0,25 bis 0,3 Liter Wein für Männer aus, Frauen sollten sogar maximal die Hälfte dieser Menge konsumieren. Hüllinghorst beruft sich auf zahlreiche Studien, die zu diesen Mengenangaben geführt haben, auch hätten sich alle wichtigen Wisenschaftler Deutschlands auf diese Mengenangaben geeinigt. Für Frauen sei es besonders wichtig, wenig Alkohol zu trinken, da allein in Europa ca. 11.000 Brustkrebsfälle auf Alkoholkonsum zurückzuführen seien. Besonders Frauen, in deren Familien Brustkrebsfälle bekannt sind, seien schon bei geringsten Mengen Alkohols gefährdet. Laut Tagesspiegel “Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), hält es für „leichtfertig“, aus dem Umfang der gelieferten Mengen Alkoholprobleme abzuleiten.”

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

August 22, 2008

Neues Diagnoseverfahren: Hautkrebs am Geruch zu erkennen

Neues Diagnoseverfahren: Hautkrebs am Geruch zu erkennen

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 10:47, 22. Aug. 2008 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Philadelphia (Vereinigte Staaten), 22.08.2008 – Wissenschaftler aus den Vereinigten Staaten haben herausgefunden, dass die Haut von Menschen mit dem häufig vorkommenden Basaliom Stoffe absondert, die sich in ihrer chemischen Zusammensetzung von der gesunder Menschen unterscheiden. Ihre Ergebnisse stellten die Forscher um Michelle Gallagher, die am Monell Chemical Senses Center in Philadelphia arbeitet, auf dem Treffen der amerikanischen Gesellschaft für Chemie in Philadelphia vor.

Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler 22 Personen, von denen die Hälfte an einem Basaliom erkrankt war. Die Zusammensetzung der Luft über der erkrankten Stelle war bei den Krebspatienten deutlich anders als bei den nicht erkrankten Versuchspersonen. Die Wissenschaftler untersuchten die Luftproben in einem Gaschromatographen. Mit diesem lässt sich die chemische Zusammensetzung von Gasen sehr genau bestimmen. Zwar tauchten dabei jeweils die gleichen chemischen Stoffe auf, jedoch in unterschiedlichen Anteilen.

Weiterer Vorteil des schnellen Verfahrens ist es, dass den Betroffenen keine Hautproben entnommen werden müssen um festzustellen, ob es sich bei den Hautveränderungen um ein Basaliom handelt.

In Deutschland erkranken jährlich rund 140.000 Menschen neu an Hautkrebs. Die häufigste bösartige Form ist das Basaliom, das vor allem in Teilen der Haut wächst, die der Sonne ausgesetzt sind. Nur 15.000 Menschen erkranken pro Jahr neu am malignen Melanom, dem so genannten schwarzen Hautkrebs.

Vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) wurde in seinem aktuellen Jahresbericht abermals darauf hingewiesen, wie wichtig Sonnenschutz vor allem in jüngeren Jahren ist. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) kündigte an, dass Minderjährigen die Nutzung von Solarien aus gesundheitlichen Gründen schon bald untersagt werden solle. Ein entsprechender Gesetzentwurf soll im Rahmen des geplanten Umweltgesetzbuches eingebracht werden. Dieses solle „noch in diesem Jahr, spätestens aber im ersten Halbjahr 2009“ verabschiedet werden, sagte der Minister.

Unterdessen wird zurzeit in vielen Ländern geforscht, warum Hunde Lungen-, Brust-, Prostata- oder Hautkrebs in einem frühen und behandelbaren Stadium „erschnüffeln“ können. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Krebszellen einen bestimmten, charakteristischen Geruch erzeugen, den gesunde Zellen nicht haben.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Wissenschaftliche Studien

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

February 8, 2008

Gebärmutterhalskrebs – ein Schatten über der Krebsimpfung

Gebärmutterhalskrebs – ein Schatten über der Krebsimpfung

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 13:40, 8. Feb. 2008 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Humane Papillomviren im Elektronenmikroskop

Berlin (Deutschland), 08.02.2008 – Auf die HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ist aufgrund zweier Todesfälle nach den Impfungen ein Schatten gefallen:

Im Sommer 2007 war eine 17-jährige Deutsche einen Tag nach der zweiten Injektion mit dem HPV-Impfstoff Gardasil gestorben. Im Oktober 2007 war eine 19-jährige Österreicherin drei Wochen nach der ersten Injektion des Impfstoffes Gardasil gestorben. Ihre Eltern hatten in einem offenen Brief im Internet kurz vor Weihnachten 2007 auf den Todesfall ihrer Tochter aufmerksam gemacht.

In beiden Todesfällen wurde der neue HPV-Impfstoff Gardasil gegen Humane Papillomviren der Pharmafirma Sanofi Pasteur MSD eingesetzt, der erst im September 2006 mittels zentralem Zulassungsverfahren von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) europaweit zugelassen worden war.

Nach Bekanntwerden der ungeklärten Todesfälle der beiden jungen Frauen wird heftig darüber gestritten, ob die Impfung mit Gardasil todesursächlich waren. Die Obduktion der österreichischen Studentin konnte keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen HPV-Impfung und Todesfall belegen, aber auch nicht ausschließen. Die Staatsanwaltschaft Wien hat ihr Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung Ende Januar 2008 eingestellt.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen bei Frankfurt am Main ist das deutsche Bundesamt für Sera und Impfstoffe und damit für die Zulassung neuer Impfstoffe zuständig. Im ungeklärten Todesfalle der 17-jährigen Deutschen hat das PEI eigene umfangreiche Untersuchungen in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse aber teilweise noch ausstehen. Nach Angaben von Johannes Löwer, Präsident des Paul-Ehrlich-Institutes, könne man eine Herzmuskelentzündung, eine Vergiftung, eine Hirnhautentzündung und eine Autoimmunreaktion als Todesursachen ausschließen.

Das Paul-Ehrlich-Institut verwies aber auch darauf, dass in der Altersgruppe der 15- bis 20-Jährigen im Jahre 2006 alleine 58 Todesfälle mit unklarer Todesursache registriert wurden. Das bedeute, dass bei Impfung eines großen Teils der Bevölkerungsgruppe rein statistisch mit plötzlichen und unerwarteten Todesfällen in zeitlichem Zusammenhang, nicht jedoch in ursächlichem Zusammenhang gerechnet werden müsse.

Seit der Markteinführung des HPV-Impfstoffes Gardasil im Oktober 2006 seien mit 700.000 jungen Frauen bereits ein Drittel der 2,32 Millionen jungen Frauen zwischen 15 und 20 Jahren in Deutschland geimpft worden. Nach EMEA Angaben seien in ganz Europa seither ca. 1,5 Millionen junge Frauen mit Gardasil geimpft worden.

Der Bremer Professor für Arzneimittelforschung Gerd Glaeske hatte die Zulassung der HPV-Impfung in der Frankfurter Rundschau vom 1. Februar 2008 als möglicherweise zu schnell bezeichnet. Er habe immer Zweifel gehabt, ob die vorhandenen Daten so belastbar waren, dass eine beschleunigte Zulassung gerechtfertigt gewesen sei. Es hätte eine intensivere begleitende Forschung nach der Zulassung geben müssen

Susanne Stöcker, Sprecherin des Paul-Ehrlich-Institutes, erwiderte Professor Gerd Glaeske, der HPV-Impfstoff sei an über 20.000 Frauen weltweit in verschiedenen Studien getestet worden. Es lägen 189 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen vor, allerdings keine schwerwiegenden Nebenwirkungen.

In den Vereinigten Staaten seien bisher 22 Todesfälle in zeitlicher Nähe mit einer HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs gemeldet. Die Qualität dieser Meldung von Nebenwirkungen ist allerdings umstritten, weil in den USA nicht nur behandelnde Ärzte und die Pharmafirmen solche Nebenwirkungen melden können, sondern jedermann. Die staatlichen Centers for Disease Control and Prevention hätten drei Todesfälle untersucht: In einem Falle komme eine Herzmuskelentzündung und in den beiden anderen Fällen die Einnahme der Antibabypille als Todesursachen in Betracht.

Die Europäische Arzneimittelagentur EMEA sieht derzeit keinen akuten Handlungsbedarf beim HPV-Impfstoff Gardasil. Das EMEA-Komitee für Medizinprodukte sei der Ansicht, dass der Nutzen von Gardasil weiterhin das Risiko deutlich überwiege. Es seien keine Änderungen bei den Produktinformationen notwendig. Die Sicherheit von Gardasil werde weiterhin genau überwacht. Die EMEA werde angemessene Schritte einleiten, sobald anders lautende Informationen auftauchten, die Auswirkungen auf das Nutzen-Risiko-Profil von Gardasil hätten.

Nach Angaben der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister (GEKID) erkranken jährlich 6.500 Frauen neu und sterben jährlich ca. 2.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Wenn die HPV-Impfung vor dem ersten Kontakt mit den Humane Papillomviren erfolge, könnten siebzig Prozent der Erkrankungen verhindert werden. Die benötigten drei Impfdosen mit Gardasil von Sanofi Pasteur MSD kosten knapp 500 Euro. Die HPV-Impfungen für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren müssen in Deutschland seit Sommer 2007 von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Die Ausgaben betrugen bisher rund 80 Millionen Euro. Die HPV-Impfung könne allerdings regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen gegen Gebärmutterhalskrebs nicht ersetzen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Medizinforschung

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

November 24, 2007

Fortschritte in der Stammzellenforschung: Umwandlung von Haut- zu Stammzellen möglich

Fortschritte in der Stammzellenforschung: Umwandlung von Haut- zu Stammzellen möglich

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 21:47, 24. Nov. 2007 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Kyōto (Japan) / Madison (Vereinigte Staaten), 24.11.2007 – Laut einer Nachricht, die vergangene Woche bekannt gegeben wurde, ist es Wissenschaftlern von der Universität Kyoto unter der Leitung von Shinya Yamanaka und James Thomson von der Universität Wisconsin erstmals gelungen menschliche, differenzierte Zellen (Haut- und Bindegewebszellen bzw. an der Universität Wisconsin Vorhautzellen eines Neugeborenen) wieder in einen embryonalartigen Zustand zurückzuversetzen, also embryoartige Zellen zu gewinnen. Dabei wurde Gebrauch von vier Genen gemacht, die über Retroviren eingeschleust wurden.

Allerdings hat sich bei der jetzigen Methode über mehrere Versuche hinaus gezeigt, dass die Zellen, die so „zurückprogrammiert“ wurden, sich zu Krebszellen entwickeln können. Diese embryoartigen Zellen sind pluripotent.

Daher wird dies als bedeutender Schritt für die Krebstherapie angesehen – man hofft damit Gewebe züchten zu können, die bei Krebspatienten verschlissen sind und die verschlissenen dann durch die neu gezüchteten zu ersetzen. Desweiteren könnte man damit auch Diabetes (Typ 1) heilen.

Die Ergebnisse der Studien der Wissenschaftler wurden in den beiden Fachzeitschriften „Cell“ und „Science“ veröffentlicht.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Diabetes Typ 1“.

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

July 19, 2005

Einstiegsalter für eine Alkohol-Karriere bei 15,5 Jahren

Einstiegsalter für eine Alkohol-Karriere bei 15,5 Jahren

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche

Berlin (Deutschland), 19.07.2005 – Das Durchschnittsalter für den ersten Alkoholrausch liegt in Deutschland bei 15,5 Jahren. Damit steigt die Gefahr des Einstiegs in eine Alkohol-Karriere. Entsprechendes gilt für den Tabakkonsum.

Immer mehr Mädchen und junge Frauen greifen früher zur Zigarette, obwohl insgesamt ein Rückgang der Raucherquote bei den 12- bis 17-Jährigen von 28 Prozent (2001) auf 20 Prozent (2005) festzustellen sei. Dies geht aus einem Fachgespräch über den Missbrauch von Suchtmitteln durch Kinder mit dem Leiter der Deutschen Hauptstelle für Suchtgefahren e.V., Prof. Dr. Jobst Böning, in der Kinderkommission des Deutschen Bundestages hervor.

Vor allem seien es zwei Gründe, warum Jugendliche besonders unter den Folgen einer Sucht zu leiden haben: Zum einen sei der jugendliche Organismus noch nicht ausgewachsen und daher anfälliger als der eines Erwachsenen, zum anderen seien Jugendliche seelisch labiler, weil sich in ihrem Leben so vieles ändere und ständig neue Orientierungen gefordert seien.

Die Kinderkommission hat daher einige Forderungen zur Drogenprävention formuliert:

  1. Konsequente Einhaltung der Jugendschutzgesetze.
  2. Weitere Auflagen für die Werbung für Suchtmittel aller Art.
  3. Verzicht auf Aufstellung von Zigarettenautomaten in Schulnähe als Selbstverpflichtung der Tabakindustrie.
  4. Fortführung und Ausbau der Präventionsmaßnahmen an Schulen und in Ausbildungsstätten (z.B. Bekenntnis zur rauchfreien Schule).

Besonderen Risiken seien Kinder und Jugendliche aus suchtkranken Familien ausgesetzt. Hier wird das Risiko selbst suchtkrank zu werden vier- bis achtfach höher eingeschätzt. In Deutschland leben zurzeit 2,65 Millionen Kinder in solchen Familien. Diesen Jugendlichen und Kindern müsse besonders geholfen werden.

In diesem Zusammenhang fordert die Kinderkommission des Bundestages mehr Aufklärung und Therapiemöglichkeiten auch für Familien und eine entsprechende Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Die Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe müsse verbessert werden.

Der frühe Tabakkonsum rührt unter anderem daher, dass der Tabak durch Zusatzstoffe angenehmer gemacht wird. Krebsforscher Heinz Walter Thielmann aus Heidelberg macht deutlich: „Ohne Dutzende Zusatzstoffe wie Gewürze, Fruchtextrakte, Zucker, Öle, Fette und Harze würden Zigaretten wie ‘Räubertabak’ schmecken – bitter, beißend.“

Die genauen Inhaltsstoffe der in Deutschland verkäuflichen Tabakprodukte können beim Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) eingesehen werden.

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

June 27, 2005

Harmloser Virus tötet Krebs

Harmloser Virus tötet Krebs – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Harmloser Virus tötet Krebs

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hershey (USA), 27.06.2005 – Forscher haben anscheinend ein hochwirksames Mittel gegen Krebs entdeckt. Neueste Studien des Penn State College of Medicine in Hershey / Pennsylvania zeigen, dass der einfache Virus „Adeno Associated Virus Typ 2“ (AAV2) gezielt verschiedene Krebszellen abtöten kann. Gesunde Körperzellen bleiben davon verschont.

Der harmlose und weit verbreitete Virus AAV2 benötigt nur sechs Tage, um Brust-, Prostata-, und Gebärmutterhalskrebszellen in Laborkulturen zu töten. Der Leiter der Studie, Craig Meyers, hofft, AAV2 könnte somit ein hochwirksames Mittel bei der Entwicklung von Krebstherapien werden.

Ein Großteil der Menschen ist mit diesem harmlosen Virus infiziert. Krankmachende Effekte des Virus sind bisher nicht bekannt. Die Krebsforscher nehmen nun an, dass der Virus AAV2 erkennt, welche Zellen krankhaft sind und mit der Zerstörung beginnt. Warum der Virus so reagiert ist jedoch noch nicht bekannt.

Meyers ergänzte seine Ausführungen: „Mit AAV2 infizierte Personen sind meist auch mit HPV (Human Papilloma Virus) infiziert, der in Verbindung mit Gebärmutterhalskrebs steht“.

Hintergrundinformationen

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

June 25, 2005

Mütter und Lehrer beunruhigt über Leukämiefälle an kalifornischer Grundschule

Mütter und Lehrer beunruhigt über Leukämiefälle an kalifornischer Grundschule

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Franklin Grundschule in Kalifornien

Santa Ana (USA), 25.06.2005 – Am Donnerstag letzter Woche hielt Joe Dunn, Abgeordneter des kalifornischen Senats, die zweite Bürgerversammlung bezüglich des Ausbruchs von Leukämie an der Franklin Grundschule in Santa Ana im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien ab. Vertreter der Stadt, des Schulbezirks und der kalifornischen Behörde AQMD (South Coast Air Quality Management Distric) waren gekommen, um Fragen zu beantworten.

Senator Dunn eröffnete das Treffen, indem er den Anwesenden und Eltern für ihre Unterstützung durch ihre Teilnahme dankte. „Wir möchten versuchen eine sehr wichtige Debatte zu führen. Um was geht es? Wir verzeichnen bei unseren Kindern ein sehr hohes Aufkommen von Krebs- und Leukämiefällen sowie von Atemwegserkrankungen. Warum sind unsere Kinder krank? Das ist eine sehr schwierige Frage“, sagte Dunn. „Was ist der Grund für unsere Kranken und wie können wir das verhindern? Wir stimmen alle damit überein, dass niemand weitere kranke Kinder in Santa Ana sehen möchte.“ Unterbrochen von Applaus sagte Dunn: „Vor drei Wochen berichteten zwei Eltern und ein Lehrer von Todesfällen.“

Bei der letzten Versammlung ging es um Sorgen der Bevölkerung wegen eines metallverarbeitenden Betriebs, der sich an die AQMD gewandt hatte, um eine Genehmigung für die Vergrößerung seiner Produktionsstätten zu beantragen, bei der mehr Schadstoffe ausgestoßen würden. Eltern und Lehrer waren beunruhigt über die Tatsache, dass der Betrieb in der Nähe der Kennedy Grundschule liegt und darüber, dass ihre Kinder einer hohen Belastung von Blei ausgesetzt seien, was Atemprobleme, starkes Nasenbluten und Leukämie zur Folge habe.

„Wie viele Unternehmen gibt es in Santa Ana, denen Genehmigungen für den Ausstoß giftiger Abgase erteilt wurden?“ fragte Dunn auf der letzten Versammlung. Die AQMD und der Orange County Sanitation District beantworteten die Frage, indem sie Karten von Santa Ana zur Verfügung stellten, auf denen die Lage von Unternehmen, denen eine Erlaubnis zum Ausstoß von Schadstoffen erteilt wurde, markiert war. „Ich kann ihnen eines sagen, am Ende der Versammlung werden wir nicht alle Antworten kennen… aber es wird sicher eine weitere Versammlung geben.“

Erste Beunruhigung entstand im Frühjahr 2002, als man bei fünf Jungen, die die Franklin Grundschule besuchen, den gleichen Typ von Leukämie diagnostizierte. Versuche, eine Nachforschung möglicher Ursachen durch das „Center for Disease Control“ (CDC) zu erreichen, blieben erfolglos. Das Zentrum erklärte den Eltern, dass die Fälle „von akzeptablem Ausmaß“ seien. Eltern, Lehrer, öffentliche Angestellte und Ärzte blieben nicht überzeugt. In den vergangenen drei Jahren wurde bei 19 Müttern, die in Mietwohnungen einen Häuserblock von der Franklin Grundschule entfernt leben, ebenfalls Leukämie diagnostiziert.

Leukmiefälle in Santa Ana, Kalifornien (roter Pin)

Dunn übergab das Wort an Tammy Sanchez, einen Lehrer an der Franklin Grundschule. Herr Sanchez sagte: „Im Dezember 2002 erreichten uns einige sehr beunruhigende Nachrichten. Bei einem unserer Schüler wurde Leukämie diagnostiziert. Schließlich stellte man die Krankheit bei weiteren Schülern der Franklin Grundschule fest. Später fand ich heraus, dass drei Kinder, die in nahegelegenen Wohnungen zu Hause sind, ebenfalls an Leukämie erkrankt sind.“ Dann berichtete Sanchez über ähnliche Krebsfälle in der Umgebung, darunter 19 Frauen, die alle Mietwohnungen im gleichen Gebäude bewohnten und an Leukämie erkrankten. „Aus meiner Sicht ist das viel zu viel“, schloss Sanchez.

Socorro Molina, die Mutter von Diego, der wegen Leukämie therapiert wird und Schülerin der Franklin Grundschule ist, sagte: „Mein Sohn hat Leukämie. Ich bin beunruhigt, da dort viele Kinder in Behandlung sind. Kinder, die mit meinem Sohn spielten, sind an Leukämie gestorben. Man sollte diese Firmen genauer untersuchen.“ Senator Dunn antwortete: „Vielen Dank, Socorro. Ich weiß, wie schwierig es ist, diese private Angelegenheit öffentlich mit uns in den zwei Veranstaltungen zu teilen.“

Senator Dunn fuhr fort: „Am Ende der letzten Versammlung wurde von einer Mutter eine Karte gefordert, auf der alle Betriebe hervorgehoben sind, die giftige Substanzen freisetzen. Wir verlangten von der AQMD eine Karte, auf der ausnahmslos alle Betriebe in Santa Ana dargestellt werden, die schädliche Stoffe in die Luft abgeben. Diese Karte liegt nun vor. Die meisten dieser Firmen befinden sich, sie ahnen es, in der Nähe der Franklin Grundschule. Diese Karte ist eindrucksvoll. Der OCSD stellte uns eine weitere Karte zu Verfügung, die alle Betriebe zeigt, die giftige Materialien in unsere Kanalisation ableiten. Auch die meisten dieser Betriebe befinden sich, wie Sie sich denken können, in der Nähe der Franklin und Kennedy Schulen.“ Senator Dunn versprach, dass bei der nächsten Versammlung Wissenschaftler anwesend sein werden, die beurteilen könnten, ob die von den Betrieben freigesetzten Stoffe für die Anwohner ein Gesundheitsrisiko darstellen. „Wir werden die Angelegenheit weiter verfolgen, bis sich herausgestellt hat, warum unsere Kinder erkranken“, sagte der Senator.

Rosemary Avila, Jill Whynot, and Barry Wallerstein

Jose Solorio, Mitglied des Stadtrats von Santa Ana, sagte, dass die Stadt das Interesse der Medien beachtet habe. „Ich kann Ihnen sagen, dass es sich um eine sehr schwierige Angelegenheit handelt. Die Stadt hat das Recht, über die Nutzung des Bodens zu entscheiden, das bedeutet, sie kann auch Einschränkungen festlegen. Als gewählte Beamte müssen wir jedoch mehr über die Sachlage wissen“, sagte Solorio. Solorio übergab das Wort an den Planungsdirektor der Stadt und an weitere städtische Beamte. Solorio fügte hinzu, dass Miguel Pulido, der Bürgermeister von Santa Ana, ein Vorstandsmitglied der AQMD sei. Des Weiteren habe Miguel Pulido noch an keiner der Versammlungen zu diesem Thema teilgenommen. Außerdem habe er noch nie öffentlich über dieses Thema geredet.

Als nächstes kam Rosemary Avila, Vorstandsmitglied der Vereinigung der Schulen von Santa Ana, zu Wort. Sie sagte: „Die Schulleitung kümmert sich um die Angelegenheit. Ich habe mit einigen Lehrern telefoniert und ich glaube, dass die Bundesbehörde für Gesundheit darüber informiert wurde.“ Das Center for Disease Control wurde von Eltern über die Leukämieerkrankungen in Santa Ana benachrichtigt. Die Behörde erklärte daraufhin, dass die Erkrankungen „von akzeptablem Ausmaß“ seien. Frau Avila übergab das Wort an andere Vertreter der Schulleitung bevor sie sagte, dass es in der Vergangenheit Beunruhigung gab, der nachgegangen wurde. Als Vertreter des Schulbezirks müsse man jedoch nicht aufgrund von Angst handeln, sondern ausschließlich wegen Fakten, so Avila.

Jill Whynot von der AQMD erklärte: „Es gibt in Santa Ana 515 Anlagen und Einrichtungen, denen wir spezielle Genehmigungen erteilen.“ Barry Wallerstein, leitender Beamter der AQMD, sagte: „Wir schätzen dieses Forum sehr. Offenbar ist eine bessere Luftreinhaltung erforderlich. Darum schlage ich vor, dass wir in Santa Ana eine sehr genaue Überwachung der Luftqualität einführen, die wir als wichtig einstufen.“ Auf diese Aussage reagierten die Zuhörer mit anhaltendem Beifall.

Senator Josesph Dunn

Senator Dunn dankte den Vertretern der AQMD für ihre Anwesenheit und für die Beantwortung der Fragen. Jeder werde über die neuen Entwicklungen informiert, so Dunn. Als er die Karte gesehen habe, sei er sehr betroffen gewesen. „Bei der nächsten Versammlung werden einige Wissenschaftler anwesend sein, um darüber zu befinden, welche Betriebe krebserregende Stoffe freisetzen“, kündigte Dunn an. Beim Betrachten der Karte fallen ihm zwei Häufungen von Einrichtungen auf, denen eine Genehmigung erteilt wurde, so Dunn. Er fragte die AQMD Vertreter, ob sie die Auswirkung der Anhäufung von Betrieben in Betracht ziehen, wenn sie eine Genehmigung erteilen. Dr. Wallerstein antwortete, dass dies „zum Teil“ geschehe.

Dunn ging auf den Kommentar von Dr. Wallerstein ein und erklärte: „Wenn die AQMD zusätzliche Befugnisse im Zusammenhang mit der Auswirkung von Anhäufungen von Betrieben mit speziellen Genehmigungen benötigt, wird eine Gesetzesinitiative ergriffen, um diese Rechte zu geben.“ Der Senator richtete sich an den Stadtrat Solorio und fragte ihn, ob die Stadt in irgend einer Weise darauf achte, um welche Art von Betrieb es sich handle oder ob man die anhäufende Wirkung beachte, wenn einem Betrieb die Genehmigung erteilt wird.

Solorio antwortete mit der Feststellung, dass die Stadt einen allgemeinen Plan erstelle. Santa Ana sei im Vergleich zu Irvine oder Newport Beach eine ältere Stadt. Er stellte fest, dass die Stadt in der Zukunft auf dem juristischen Weg für die Begrenzung der Genehmigungen sorgen könnte. Jeder müsse seinen Teil zur Lösung des Problems beitragen, so Solorio. Der Stadtrat ging auf die Sorgen bezüglich des metallverarbeitenden Betriebs in der Nähe einer Schule ein und sagte, dass der Betrieb sich in einer industriellen Phase angesiedelt habe, weswegen er das Recht hatte, die Produktionsstätten zu bauen.

Solorio wurde von Senator Dunn gefragt, ob die Stadt nun Bestimmungen erwäge, um dies zu begrenzen. Solorio sagte, dass es immer Möglichkeiten gebe, den Plan daraufhin genau zu betrachten. Um die Entscheidungen treffen zu können, seien aber immer genaue Daten erforderlich. Der Senator befragte Dr. Wallerstein über die Anhäufungen von Betrieben im Süden von Santa Ana bzw. ob dies ungewöhnlich sei. Wallerstein vertrat die Meinung, dass dies nicht das Hauptproblem darstelle.

Nach der Podiumsdiskussion konnten die Zuhörer Fragen stellen und Kommentare abgeben. Eine Mutter dreier Kinder fragte, wann es konkrete Antworten gebe. Eine junge Frau zeigte sich sehr enttäuscht und richtete sich direkt an die AQMD-Vertreter, deren Aufgabe es ihrer Meinung nach sei, zu wissen, was die Ursache für die Leukämieerkrankungen ist. „Ich wohne im Viertel Henninger Park, wo die Kinder an Leukämie erkranken. Ich habe versucht, Vertreter der Stadt und der Justiz über Maler, die illegal unter der Erde malen, sowie Handwerker, die Farben und Qualm zurücklassen, zu informieren. Deswegen haben schon Bewohner das Viertel verlassen“, sagte die Frau.

Es gab an diesem Tag eine intensive Debatte über die Bemühungen der Beamten bezüglich ihrer Nachforschungen zur Gesundheitsqualität. Eltern drückten ihre Besorgnis über die Wasserqualität und illegale Tätigkeiten in der Wohngegend aus und sprachen über ihre Kinder und deren verschiedene Gesundheitsprobleme, von den hohen Kupfer- und Bleianteilen im Blut sowie zu den Atmungs- und Lungenflügelproblemen und Krebs.

englischsprachige Quelle Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines fremdsprachigen Artikels (mit originärer Berichterstattung) vom 18.06.2005

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

June 5, 2005

Neue Spekulationen über den Tod Napoléons

Neue Spekulationen über den Tod Napoléons

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Jamestown (St. Helena) / Straßburg (Frankreich), 05.06.2005 – Am 5. Mai 1821 starb der französische Kaiser Napoléon im Exil auf der Insel St. Helena. Experten forschen bereits seit Jahren nach der tatsächlichen Todesursache Napoléons. Dabei kamen immer wieder neue Spekulationen über den Tod zu Tage, ob der Monarch vergiftet wurde oder an einer natürlichen Ursache verstarb.

In letzter Zeit sind neue Details bekannt geworden. Demnach rätseln die Forscher wieder darüber, ob Napoléon einem Giftanschlag erlegen ist oder ob er an Magenkrebs gestorben ist. Die meisten Experten gingen bisher von Magenkrebs aus, andererseits wurden in den Haaren Napoléons Spuren von Arsen gefunden, die auf eine Vergiftung hinweisen.

Nun hat ein Toxikologe aus dem Elsass, Pascal Kintz, nach Angaben der internationalen Napoléon-Gesellschaft neue Spuren entdeckt, die auf Mord hinweisen. Am vergangenen Donnerstag stellte Kintz in Straßburg die Ergebnisse der Analysen vor. Er berichtete: „Erstmals ist das Innere der Haare des Kaisers untersucht worden.“ Es wurde demnach nicht nur auf der Haaroberfläche, sondern auch im Inneren der Haare Arsen gefunden. Dabei hat es sich um eine besonders giftige Variante von Arsen gehandelt, die auch als Rattengift verwendet wird. Bereits 2001 hatte ein anderer Forscher auf eine unnormal hohe Konzentration von Arsen in den Haaren Napoléons hingewiesen.

Schweizer Wissenschaftler hatten erst Anfang Mai dieser Mordthese widersprochen und eine normale Todesursache als wahrscheinlich angenommen. Sie gaben an, bei Napoléon wären in seinen letzten Lebensjahren deutliche Anzeigen für ein Magengeschwür erkennbar gewesen. Das Auffinden von Arsen begründeten sie mit der Angewohnheit der Winzer, die Weinfässer mit Arsen zu reinigen.

Die internationale Napoléon-Gesellschaft lässt diese Argumente nicht gelten und widerspricht den Schweizer Forschern. Damit wird der jahrelange Streit sicherlich auch durch die neuesten Untersuchungen noch nicht so bald beendet sein.

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 7, 2005

Todesermittlungsverfahren: Dominik Feld starb an metastasierendem Knochenkrebs und Tumorkachexie

Todesermittlungsverfahren: Dominik Feld starb an metastasierendem Knochenkrebs und Tumorkachexie

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Koblenz (Deutschland), 07.01.2005 – Die Staatsanwaltschaft Koblenz gab als Ergebnis der gerichtsmedizinischen Untersuchungen bekannt, dass Dominik Feld an metastasierendem Knochenkrebs (Osteosarkom) und Tumorkachexie gestorben ist, und möchte in einem weiteren Verfahren klären, ob Dritte für Dominiks Tod mitverantwortlich sind. Es ist nicht das erste Mal, dass die Justiz sich mit der Krankheit des neunjährigen Jungen befasst. Ärzte haben bereits mehrfach Gerichte angerufen, seit vor zwei Jahren die damals begonnene Krebstherapie von den Eltern zugunsten einer in ihrer Wirksamkeit umstrittenen Behandlung abgebrochen worden war.

Dominik Feld aus Steinebach war am 1. November letzten Jahres in Tijuana gestorben. Zuvor war es zwischen dem Arzt Dr. Matthias Rath, der den Jungen auf Veranstaltungen und Plakaten für Vitaminpräparate zur „Zellvitalstoff-Therapie“ werben lassen hatte, und anderen behandelnden Ärzten zu einer öffentlichen Auseinandersetzung gekommen. Beide Seiten hatten sich gegenseitig die Schuld an der Verschlechterung des Gesundheitszustands des Jungen zugewiesen und versucht, ihren Standpunkt mit der Veröffentlichung von Computertomogrammen vom Brustkorb des Jungen in Zeitungsanzeigen und Medienberichten zu belegen. Was, wie die Gerichtsmediziner jetzt feststellten, eine Metastase des Tumors war, hatte Dr. Rath als Bluterguss nach Punktion interpretiert und auf einen ärztlichen Kunstfehler zurückgeführt. Im Zusammenhang damit und wegen der Zweifel an der Todesursache war die Leiche des Jungen bei der Ankunft in Deutschland am 8. November beschlagnahmt worden. Gegen die Gerichtsmediziner, die die Obduktion durchgeführt haben, wird inzwischen seitens der Anhänger Dr. Raths der Vorwurf unzulässiger Manipulationen an der Leiche erhoben, weil bei einer Zweitobduktion angeblich die linke Lunge fehlte.

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.
Older Posts »