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November 12, 2009

Genetischer Schlüssel für menschliche Sprache entdeckt

Genetischer Schlüssel für menschliche Sprache entdeckt

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Veröffentlicht: 17:46, 12. Nov. 2009 (CET)
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Kalifornien (Vereinigte Staaten), 12.11.2009 – Forscher im US-Bundesstaat Kalifornien haben das wichtigste Gen entdeckt, das für einen Unterschied zwischen Menschen und Schimpansen, nämlich unsere Sprache, verantwortlich ist. Es handelt sich um ein Gen namens FOXP2, das ein Protein mit dem gleichen Namen kodiert. Das Protein fungiert als Transkriptionsfaktor, der die Aktivität anderer Gene steuert.

Mensch und Schimpanse unterscheiden sich nur in zwei der 740 Aminosäure-Bausteine des Proteins. Wissenschaftler an der University of California, Los Angeles (UCLA), züchteten Neuronen im Labor und ersetzten das menschliche Gen mit dem von Schimpansen. Dabei fanden sie heraus, dass sich diese Änderung auf wenigstens 116 andere Gene auswirkte.

Die Ergebnisse werden am heutigen Donnerstag in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht. Der Verfasser, Dr. Daniel Geschwind von der David Geffen School of Medicine an der UCLA, sagte, das Gen spiele eine „wichtige Rolle“ beim Unterschied zwischen Schimpansen und Menschen: „Wir haben gezeigt, dass die Versionen von FOXP2 bei Mensch und Schimpanse nicht nur verschieden aussehen, sondern auch anders funktionieren.“

Von den betroffenen Genen steuern einige die Bildung von Verbindungen im Gehirn, andere hingegen beziehen sich auf Gesichtsbewegungen. Einige sind bereits gefunden worden, die für Sprachstörungen verantwortlich sind. Mutationen im FOXP2 selbst wurden auch bekannt, die die Sprech-und Sprachentwicklung beeinflussen. Das Gen wurde zuerst bei Mitgliedern einer Familie entdeckt, die an Sprachproblemen litt, die sich als Folge einer genetische Mutation erwiesen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Wissenschaftliche Studien
  • Portal:Medizinforschung

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October 7, 2009

Medizin-Nobelpreis 2009 an Elizabeth Blackburn, Carol W. Greider und Jack W. Szostak verliehen

Medizin-Nobelpreis 2009 an Elizabeth Blackburn, Carol W. Greider und Jack W. Szostak verliehen

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Veröffentlicht: 16:43, 7. Okt. 2009 (CEST)
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Lage der Telomere am Chromosomenende

Bekanntgabe in Stockholm

Stockholm (Schweden), 07.10.2009 – Der diesjährige Medizin- und Physiologie-Nobelpreis wird an Elizabeth Blackburn, Carol W. Greider und Jack W. Szostak verliehen. Die drei Wissenschaftler erhalten den Preis „für die Entdeckung, wie Chromosomen durch Telomere und das Enzym Telomerase geschützt werden“.

Bereits in den 1930-er Jahren fanden Wissenschaftler wie Hermann Muller und Barbara McClintock heraus, dass die äußersten Enden der Chromosomen, auch Telomere genannt, eine schützende Rolle für diese spielen. Was aber genau dahinter steckte, war unklar, denn noch nicht einmal die molekulare Struktur der DNA war damals bekannt. Erste Ergebnisse, wie Telomere aussehen, wurden Anfang der 1980-er Jahre durch Elizabeth Blackburn erzielt. Es handelt sich hierbei um kurze DNA-Stücke am Ende von Chromosomen, die in wiederholter Form auftreten. Später fanden sie und Jack W. Szostak heraus, dass Telomere eines einzelligen Organismus, Tetrahymena, auf die komplexere Hefe übertragen werden konnten und dafür sorgten, dass auch die DNA-Moleküle der Hefe geschützt wurden. 1984 fanden Elizabeth Blackburn und ihre damalige Doktorandin Carol W. Greider erste Hinweise auf ein Enzym, das dafür sorgt, dass die Chromosomenenden wieder verlängert werden können. Dieses nannten sie Telomerase, da es in der Lage ist, bei Zellteilungen Telomere aufzubauen beziehungsweise zu verlängern.

Funktionsstörungen der Telomere oder der Telomerase werden für mehrere Krankheiten verantwortlich gemacht, und zur Entwicklung von Therapiemaßnahmen ist ein Verständnis des Schutzes der Chromosomen durch ihre Telomere sowie das Enzym Telomerase bedeutend.

Dieses Jahr findet übrigens eine Art Jubiläum statt: Der Preis wurde zum hundertsten Mal verliehen. Für die beiden Wissenschaftlerinnen ist es dieses Jahr nicht der erste Preis, den sie erhalten. Bereits im März war ihnen der Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis 2009 verliehen worden.

Galerie der Preisträger

Commons-logo.svg Wikimedia Commons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema „Nobelpreis für Physiologie oder Medizin im Jahr 2009“.

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October 24, 2008

Britisches Parlament erlaubt Forschung an Tier-Mensch-Embryonen

Britisches Parlament erlaubt Forschung an Tier-Mensch-Embryonen

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Veröffentlicht: 14:09, 24. Okt. 2008 (CEST)
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In der griechischen Mythologie galten Chimären als grauenhafte Zwitterwesen mit mehreren Köpfen

London (Vereinigtes Königreich), 24.10.2008 – Das britische Unterhaus hat gestern mit einer klaren Mehrheit von 355 gegen 129 Abgeordnete ein Gesetz verabschiedet, das es Forschern erlaubt, Genmaterial aus menschlichen Zellen in Keimzellen tierischen Ursprungs einzubringen, denen zuvor das Erbmaterial entfernt wurde, um auf diese Weise so genannte Chimären zu erzeugen. Die so künstlich hergestellten Zelllinien enthalten 99,9 Prozent menschliches Erbgut und finden in der medizinischen Forschung Verwendung. Ziel der Forscher ist dabei, beispielsweise erblich bedingte Krankheiten durch Experimente an solchen Zelllinien gezielt bekämpfen zu können. Auch die Möglichkeit der künstlichen Befruchtung bei lesbischen Paaren ist ein denkbarer Anwendungsbereich solcher Stammzellen. Ein weiterer Bereich, in dem solche Stammzellen, die nicht aus menschlichen Embryonen gewonnen wurden, eine Rolle spielen, sind so genannte Geschwisterklone, die zum Beispiel zur Erzeugung von Proteinen genutzt werden können, um das lebende Geschwisterkind damit zu behandeln. In den USA ist ein Geschwisterklon auf der Basis solcher Tier-Mensch-Chimären erzeugt worden, der zur Erzeugung von Knochenmark verwendet wurde. Das so gewonnene Knochenmark konnte zur Behandlung des an Krebs erkrankten Geschwisters benutzt werden.

Der britische Premierminister Gordon Brown gilt als engagierter Befürworter der Forschung an solchen in Labors erzeugten Chimären-Stammzellen. Er hat dabei auch ein persönliches Interesse. Sein an Mukoviszidose leidender Sohn könnte möglicherweise einmal von Forschungsergebnissen dieser Forschungsrichtung profitieren. Forscher erhoffen sich von der Freigabe der Forschung in diesem Bereich auch Fortschritte bei der Behandlung degenerativer Veränderungen im neurophysiologischen Bereich wie Alzheimer und Parkinson.

Dem heutigen Parlamentsbeschluss war eine wochenlange öffentliche Debatte vorausgegangen, in der vor allem ethische Argumente gegen die Legalisierung dieser Forschung vorgebracht worden waren. Dabei stützen sich die Gegner dieser Forschungsrichtung vor allem auf die Möglichkeit des Missbrauchs. Sie befürchten, dass damit der Weg für die Erzeugung lebensfähiger Tier-Mensch-Chimären geebnet werden könnte.

Während in den USA, China und Südkorea bereits entsprechende Forschungen stattfinden, ist die Erzeugung von Tier-Mensch-Embryonen in anderen Staaten gesetzlich verboten. Das gestern vom britischen Unterhaus beschlossene Gesetz verpflichtet die Forschungsinstitute, die so gewonnenen Embryonen nach spätestens zwei Wochen zu zerstören. Damit das Gesetz in Kraft treten kann, muss noch das Oberhaus zustimmen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Genetik
  • Portal:Medizinforschung

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February 26, 2008

Spitzbergen: Größte Samenbank der Welt wird eröffnet

Spitzbergen: Größte Samenbank der Welt wird eröffnet

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Veröffentlicht: 15:52, 26. Feb. 2008 (CET)
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Longyearbyen

Longyearbyen (Norwegen), 26.02.2008 – In der Nähe des kleinen Flughafens Longyearbyen auf der norwegischen Insel Spitzbergen, nur 800 Kilometer vom Nordpol entfernt, wird heute „der wichtigste Kühlschrank der Welt“, eine Saatgutbank mit Platz für 4,5 Millionen Samenproben von Nutz- und Kulturpflanzen, seiner Bestimmung übergeben. Zur feierlichen Eröffnung dieser größten Saatgutbank der Welt haben EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der norwegische Regierungschef Jens Stoltenberg und die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Muta Maathai ihr Kommen angekündigt.

Die auf Spitzbergen eingelagerten Vorräte sollen unter anderem sicherstellen, dass auch nach globalen Naturkatastrophen oder Kriegen noch Samen für den Anbau von Nutzpflanzen zur Verfügung stehen. Der norwegische Landwirtschaftsminister Terje Riis-Johansen bezeichnete das Projekt als „eine moderne Arche Noah“, das in erster Linie jedoch der Bewahrung der Artenvielfalt für zukünftige Generationen dienen soll. Von den vor 80 Jahren in Mexiko angebauten Maissorten beispielsweise gebe es heute nur noch 20 Prozent, sagt der Genforscher und Projektleiter Ola Westengen.

Um die Samen sicher zu lagern, wurde 130 Meter über dem Meeresspiegel ein 120 Meter langer Tunnel durch den Permafrostboden in einen Berg gebohrt. Der Gang führt zu drei sechs Meter hohen Hallen, die auf eine konstante Temperatur von -18 Grad Celsius gekühlt werden. Bei dieser Temperatur ist das eingelagerte Saatgut auch nach vielen hundert Jahren noch keimfähig. Erste Samenproben sind bereits an ihrem Bestimmungsort eingetroffen. Aus dem nigerianischen Internationalen Institut für Tropfen-Landwirtschaft kamen 20 Kisten mit 7.000 Samenproben, die aus 36 afrikanischen Ländern stammen. Auf den Philippinen wurden Proben von 70.000 verschiedenen Reissorten gesammelt, die nun nach Spitzbergen geschickt werden sollen. Auch ein Teil der insgesamt über 10.000 Samenproben aus Deutschland ist bereits auf Spitzbergen angekommen. Unter diesen bisher 2.589 Proben, die das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung Gatersleben (IPK) gesammelt hat, befinden sich Samen von Bohnen, Kichererbsen, Hafer, Gerste und Weizen. Insgesamt wollen sich 175 Länder der Welt an dem Projekt beteiligen, für dessen Realisierung die norwegische Regierung bisher rund 50 Millionen Kronen (6,3 Millionen Euro) aufgewandt hat. Die laufenden Kosten werden von Norwegen und den Vereinten Nationen getragen.

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January 24, 2008

Zwei Unternehmen offerieren Online-Analyse des Erbguts – Kritiker warnen vor Risiken

Zwei Unternehmen offerieren Online-Analyse des Erbguts – Kritiker warnen vor Risiken

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Veröffentlicht: 11:42, 25. Jan. 2008 (CET)
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Computergrafik eines Teils eines Erbgutstrangs

Mountain View (Vereinigte Staaten) / Reykjavík (Island), 24.01.2008 – Mit dem amerikanischen Startup „23andMe“ und dem isländischen Unternehmen „Decode Genetics“ bieten seit Anfang November gleich zwei Firmen die Analyse des individuellen Erbguts von Privatkunden an. Während „23andMe“ zunächst nur die Vereinigten Staaten bediente, wurde der Dienst der Isländer unter der Marke „deCODEme“ von Anfang an weltweit angeboten. In beiden Fällen schickt der Kunde eine Speichelprobe an den jeweiligen Anbieter. Laut Linda Avey, Mitgründerin von „23andMe“, ist hierbei die nicht ganz geringe Menge von mindestens zwei Millilitern Speichel notwendig. Die zu entrichtenden Kosten für die Analyse betragen in beiden Fällen rund 1.000 US-Dollar (etwa 680 Euro).

Die eingeschickte Speichelprobe wird dann analysiert, und nach einigen Wochen stehen die Ergebnisse zum Abruf auf der Webseite bereit. Hierbei kann der Kunde ähnlich wie mit einer Suchmaschine sein Erbgut in Eigenregie untersuchen. So kann er zum Beispiel sein persönliches Risiko erfahren, etwa an Darmkrebs oder Diabetes zu erkranken. Die Unternehmen versprechen zudem die Ergänzung weiterer Abfragen, sobald neue Zusammenhänge zwischen bestimmten Genkonstellationen und Krankheiten bekannt würden. Ob bei dem jeweiligen Kunden dann allerdings tatsächlich die durch sein Erbgut prädestiniert erscheinenden Krankheiten auftreten, ist indes nicht gesichert, sondern hängt von vielen weiteren Faktoren ab. Der Gentechnikforscher Craig Venter bezeichnete die Angebote als seriös, sagte aber, dass die Ergebnisse mit Vorsicht zu betrachten seien. Wer ein persönliches Risiko für eine Erkrankung entdecke, solle einen Experten zu Rate ziehen.

Bedenken gibt es auch beim Datenschutz: So planen die Anbieter die Weitergabe des analysierten Erbguts an Forschungsinstitute oder Pharmaunternehmen – dies soll allerdings anonymisiert geschehen. Der Berliner Hacker Felix von Leitner wies zudem darauf hin, dass die Frau von Sergey Brin, einem der Gründer der Suchmaschine Google – die auch Finanzier des Startups ist –, an „23andMe“ beteiligt sei. Von Leitner, der Google als „übelste Datenkrake der Welt“ bezeichnete, äußerte Bedenken, dass die Daten womöglich zu einem späteren Zeitpunkt mit anderen von Google erfassten Daten ihrer Nutzer verknüpft werden könnten. Auch der als „Don Alphonso“ bekannte Blogger Rainer Meyer äußerte sich negativ. So kritisierte er, dass dem Unternehmen auf der Konferenz „Digital, Life, Design“ (DLD) eine Plattform zur Vorstellung des Angebots gegeben wurde. Er bezeichnete die Datenschutzgrundsätze des Unternehmens als „windig“, da unter anderem von einer Weitergabe der Gendaten („share“) die Rede sei. Beide Blogger sehen das Risiko, dass Nutzer des Dienstes allzu sorglos mit ihren Gendaten umgehen könnten. Genpionier Venter ist unterdessen schon einen Schritt weiter: Er hat bereits sein komplett analysiertes Erbmaterial frei verfügbar in das Internet eingestellt.

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November 24, 2007

Fortschritte in der Stammzellenforschung: Umwandlung von Haut- zu Stammzellen möglich

Fortschritte in der Stammzellenforschung: Umwandlung von Haut- zu Stammzellen möglich

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Veröffentlicht: 21:47, 24. Nov. 2007 (CET)
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Kyōto (Japan) / Madison (Vereinigte Staaten), 24.11.2007 – Laut einer Nachricht, die vergangene Woche bekannt gegeben wurde, ist es Wissenschaftlern von der Universität Kyoto unter der Leitung von Shinya Yamanaka und James Thomson von der Universität Wisconsin erstmals gelungen menschliche, differenzierte Zellen (Haut- und Bindegewebszellen bzw. an der Universität Wisconsin Vorhautzellen eines Neugeborenen) wieder in einen embryonalartigen Zustand zurückzuversetzen, also embryoartige Zellen zu gewinnen. Dabei wurde Gebrauch von vier Genen gemacht, die über Retroviren eingeschleust wurden.

Allerdings hat sich bei der jetzigen Methode über mehrere Versuche hinaus gezeigt, dass die Zellen, die so „zurückprogrammiert“ wurden, sich zu Krebszellen entwickeln können. Diese embryoartigen Zellen sind pluripotent.

Daher wird dies als bedeutender Schritt für die Krebstherapie angesehen – man hofft damit Gewebe züchten zu können, die bei Krebspatienten verschlissen sind und die verschlissenen dann durch die neu gezüchteten zu ersetzen. Desweiteren könnte man damit auch Diabetes (Typ 1) heilen.

Die Ergebnisse der Studien der Wissenschaftler wurden in den beiden Fachzeitschriften „Cell“ und „Science“ veröffentlicht.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Diabetes Typ 1“.

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October 8, 2007

Nobelpreis für Medizin 2007 für Genforscher

Nobelpreis für Medizin 2007 für Genforscher

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Veröffentlicht: 22:09, 8. Okt. 2007 (CEST)
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Stockholm (Schweden), 08.10.2007 – Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an drei Humangenetiker. Es handelt sich um den aus Italien stammenden Genetiker Mario Capecchi, der an einem Labor der Universität von Utah arbeitet, sowie zwei seiner in Großbritannien geborenen Kollegen, Oliver Smithies und Martin Evans, die der Grundlagenforschung im Bereich genetisch bedingter Krankheiten wesentliche Impulse gegeben haben. Die drei entwickelten ein als „Gene targeting“ bekannt gewordenes Verfahren, mit dessen Hilfe es den in der Erforschung von Erbkrankheiten wie Mukiviszidose, Bluthochdruck und Arteriosklerose tätigen Wissenschaftlern gelingt, an Mäusen die Auswirkungen bestimmter genetischer Faktoren zu isolieren. Mit Hilfe des von ihnen entwickelten Verfahrens können bestimmte Gene des in den Zellen gespeicherten Erbgutes gezielt „ausgeschaltet“ werden. Die Entdeckung ist auch für die pharmakologische Forschung von größter Wichtigkeit, weil so die Wirkung bestimmter Medikamente auf genetisch bedingte Erkrankungen besser erforscht werden kann. Die an Mäusen gewonnenen Erkenntnisse können dann für die medizinische Therapie von Erbkrankheiten bei Menschen nutzbar gemacht werden.

Der mit 1,1 Millionen Euro dotierte, jährlich vergebene Preis ist die höchste für Mediziner vergebene Auszeichnung und wird im Dezember von der Königlich-Schwedischen Akademie überreicht.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Nobelpreise
  • Portal:Gentechnik

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October 27, 2006

Sehr selten: zweieiige Zwillinge mit unterschiedlicher Hautfarbe

Sehr selten: zweieiige Zwillinge mit unterschiedlicher Hautfarbe

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Artikelstatus: Fertig 09:26, 27. Okt. 2006 (CEST)
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Middlesbrough (Vereinigtes Königreich), 27.10.2006 – Obwohl die Chancen laut dem Genetiker Dr. Stephen Withers bei Eins zu einer Million stehen, ist es der 27-jährigen Kerry Richardson dennoch „geglückt“: Sie brachte zweieiige Zwillinge zur Welt, deren Hautfarbe sich unterscheidet. Obwohl die Jungen nach der Geburt am 23. Juli 2006 noch gleich aussahen, hat Kaydon inzwischen dunklere Haut und Haare, während Laytons Haut hell und seine Haare blond sind. Kerry selber hat englische und nigerianische Vorfahren, während der inzwischen von der Familie getrennt lebende Vater eine weiße Hautfarbe hat.

Laut Genetikern ist es normal, dass Menschen, deren Eltern verschiedener Hautfarbe sind, Anlagen für beide Hautfarben haben. Ungewöhnlich sei jedoch, dass eine solche Mutter dann gleichzeitig zwei Eier produziert, die jedes die Gene für nur eine Hautfarbe beinhalten, was an sich schon selten sei. Daher sei so eine Geburt ein sehr besonderes Ereignis.

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October 4, 2006

Chemie-Nobelpreis an US-Biochemiker

Chemie-Nobelpreis an US-Biochemiker – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Chemie-Nobelpreis an US-Biochemiker

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Artikelstatus: Fertig 22:12, 4. Okt. 2006 (CEST)
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Stockholm (Schweden), 04.10.2006 – Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften hat am Mittag den Träger des Nobelpreises für Chemie 2006 bekannt gegeben. Der Preis geht an den US-amerikanischen Biochemiker Roger Kornberg für seine Studien über die molekulare Grundlage der Transkription in Eukaryoten. Kornberg, geboren 1947, ist Medizin-Professor an der Stanford University in Stanford, Kalifornien. Der Preis wird am 10. Dezember in Stockholm verliehen und ist mit 1,1 Millionen Euro dotiert.

RNA Polymerase

Kronberg gehört zu den Chemikern, die wesentlich zur Erforschung der Grundprozesse des Lebens beigetragen haben. Sein Forschungsgebiet ist der Transkriptionsprozess, mit dem auf molekularer Ebene die in der DNS (also auf den Chromosomen) gespeicherten Informationen ausgelesen und anschließend innerhalb der Zelle zur Produktion von Proteinen benutzt werden. Der genetische Code des Zellkerns wird auf diese Weise (durch Transkription) spiegelbildlich umgeschrieben und in Form der so genannten Messenger-RNS „ausgegeben“. Dazu muss die als Doppelhelix vorliegende DNS zunächst aufgetrennt und ausgelesen werden. Dies geschieht durch spiegelbildliche Reproduktion der Basensequenz auf dem DNS-Strang. Diese Kopien (messenger-RNA, kurz mRNA) verlassen nun den Zellkern und liefern den Produktionszentren von Proteinen innerhalb der Zelle die Information, welche Aminosäuren in genau welcher Reihenfolge verkettet werden sollen, um ein bestimmtes Molekül zu erzeugen. Am Ende des Prozesses stehen große Eiweißmoleküle, eben die Proteine, die die Stoffwechselprozesse des Körpers aller Lebewesen mit Zellkern und Zellmembran – Eukaryonten oder Eukaryoten genannt – steuern. Die besondere Aufmerksamkeit Kronbergs galt dabei einem Enzym, das diesen Prozess der Weitergabe von Information überwacht, der RNA-Polymerase. Wie im wahrsten Sinne elementar das einwandfreie Funktionieren dieses Prozesses ist, der von der RNS-Polymerase überwacht wird, zeigt das Beispiel „Knollenblätterpilz“: Sein Gift blockiert genau dieses Enzym, die RNA-Polymerase. Der Transkriptionsprozess kommt zum Erliegen. Innerhalb weniger Tage führt das Gift dieses und anderer Pilze zum Tode.

Schematische Darstellung eines RNA-Abschnitts

So ungewöhnlich komplex der Forschungsgegenstand an sich schon ist, so außergewöhnlich waren auch die Methoden, mit denen Kronberg den Einzelheiten dieses biochemischen Grundprozesses nachspürte. Aus den stofflichen Bestandteilen der an dem Prozess der Transkription beteiligten Moleküle stellte Kronberg Kristalle her und fotografierte sie mit Hilfe von Röntgenstrahlen. Durch diese so genannten „Schnappschüsse des Lebens“ war es Kronberg im Jahr 2000 gelungen, die chemischen Reaktionen auf engstem zellulären Raum fotografisch abzubilden und damit zugänglich für die Forschung zu machen. Er eröffnete so bahnbrechende Einblicke in die Welt der biochemischen Grundprozesse in jeder einzelnen Zelle von ein- und mehrzelligen Lebewesen – also eigentlich fast aller Lebewesen.

Diese wissenschaftliche Leistung wurde vom Nobelpreiskomitee für preiswürdig befunden, das schon 1959 den Vater des diesjährigen Nobelpreisesträgers für Chemie für eine Leistung im gleichen Fachgebiet mit der höchsten wissenschaftlichen Auszeichnung geehrt hatte: Arthur Kronberg hatte den Prozess der Vervielfältigung der im Zellkern liegenden DNA erforscht. Diese Vervielfältigung ist notwendig, damit bei der Zellteilung beide Tochterzellen über die gleichen Erbinformationen verfügen.

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  • Portal:Nobelpreise

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July 7, 2006

Mammut-Gen rekonstruiert – blonde Fellfärbung entdeckt

Mammut-Gen rekonstruiert – blonde Fellfärbung entdeckt

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Artikelstatus: Fertig 16:53, 7. Jul. 2006 (CEST)
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Mammut, Rekonstruktion

Leipzig (Deutschland), 07.07.2006 – Erstmals ist es Forschern des Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie und der Universität in Leipzig gelungen, aus einem 43.000 Jahre alten Mammutknochen aus Sibirien ein vollständiges Gen zu rekonstruieren. Dabei entdeckten sie, dass es, entgegen der weitverbreiteten Meinung, die heute ausgestorbenen Mammuts seien „zottelige Riesen mit dunkelbraunem Fell und langen Stoßzähnen“ gewesen, auch blonde Mammuts gab. Es gab schon länger einen Verdacht auf blonde Fellfärbung, da im Dauerfrostboden von Sibirien helle wie auch dunkle Mammuthaare vorkommen. Bei Säugetieren ist das Melanocortin-Typ-1-Rezeptor-Gen (MC1R) für die Fellfärbung mit verantwortlich. Bei einigen Säugetieren wie bei den Mammuts kommt es in zwei Varianten vor. Die Forscher verwendeten über dreißigmal soviel Knochenmaterial wie sonst üblich und vermehrten die DNA-Bruchstücke mittels der Multiplex-Polymerase-Kettenreaktion. Dabei konnten sie die zwei MC1R-Varianten entdecken.

Die zwei Farbvarianten regen zur Spekulation an. Einen Nachteil hatten blonde Mammuts jedoch scheinbar nicht, da die entsprechenden Gene bei zwei Mammuts, deren Alter mehrere tausend Jahre auseinander liegt, nachgewiesen werden konnten. Die Forscher sehen großes Potenzial in der Genforschung, um ausgestorbene Tiere zu rekonstruieren. Fossilien können viele Fragen, zum Beispiel nach der Fellfärbung und dem genauen Aussehen, nicht beantworten. Dass es einmal gelingen wird, ein vollständiges Mammut zu klonen, wie es in Hollywood-Filmen gerne mit ausgestorbenen Tieren gemacht wird, halten die Forscher jedoch für ausgeschlossen: Der nächste lebende Verwandte des Mammuts sei nämlich der Asiatische Elefant, und der stehe dem Mammut so nahe wie der Mensch dem Schimpansen. Einer der Forscher meint: „Versuchen Sie mal, einen Schimpansen genetisch zu einem Menschen umzumodeln. Mehr muss man eigentlich gar nicht sagen.“

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