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January 4, 2011

Dioxin in verseuchtem Tierfutter stammt aus Biodiesel-Anlage

Dioxin in verseuchtem Tierfutter stammt aus Biodiesel-Anlage

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Veröffentlicht: 16:29, 4. Jan. 2011 (CET)
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Biodiesel

Hannover / Uetersen (Deutschland), 04.01.2011 – Die Herkunft des Dioxins in verseuchtem Tierfutter in Deutschland ist inzwischen offenbar geklärt. Der Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch (in Uetersen, Kreis Pinneberg) hat eingeräumt, jahrelang Reste aus der Biodiesel-Herstellung sowie der Nahrungsmittelindustrie aufgekauft zu haben und bei der Futtermittelherstellung verwendet zu haben. „Wir waren leichtfertig der irrigen Annahme, dass die Mischfettsäure, die bei der Herstellung von Biodiesel aus Palm-, Soja- und Rapsöl anfällt, für die Futtermittelherstellung geeignet ist“, sagte der Firmeninhaber in einem Interview.

Zu den Lieferanten der für die Futtermittelherstellung verwendeten Fettsäuren gehörte ein holländischer Hersteller, der wiederum seine Grundstoffe von dem Biodiesel-Hersteller Petrotec in Emden bezog. Die Firma Petrotec wies jedoch jegliche Verantwortung für die Verseuchung des Tierfutters zurück. Die in dem Emder Betrieb hergestellten technischen Fette seien nicht zur Viehfutterherstellung bestimmt gewesen.

Von dem Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch in Schleswig-Holstein wurden insgesamt 527 Tonnen des belasteten Fetts an sieben Futtermittelbetriebe in Niedersachsen, drei in Nordrhein-Westfalen und jeweils einen Betrieb in Hamburg und Sachsen-Anhalt ausgeliefert. Diese Futtermittelhersteller sollen Höfe in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen und Brandenburg beliefert haben. Vorsorglich waren am Montag in Niedersachsen über 1.000 Bauernhöfe gesperrt worden. Wie viele dioxin-belastete Lebensmittel inzwischen in den Handel gelangt sind, ist noch unklar. Klarheit werden erst weitere Labortests bringen. Weil diese Tests auf Dioxin relativ aufwändig sind, wird erst ab kommenden Montag mit ersten Ergebnissen gerechnet. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat Ermittlungen gegen den Futtermittelhersteller in Uetersen aufgenommen.

Niedersächsische Landwirte sehen bei dem Dioxin-Skandal kriminelle Energie am Werk. So äußerte sich heute der ammerländische Kreislandwirt Manfred Gerken. Der niedersächsische Landesverband der „Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft“ erklärte, manche chemische Reststoffe würden offenbar dem Futter beigemengt, um Entsorgungskosten zu sparen. Der Vorsitzende des Landvolkes Vechta, Norbert Meyer, sagte gegenüber NDR 1 Niedersachsen am Montag: „Die Sperrung kann für Betriebe zu einer Katastrophe werden, wenn der Verdacht nicht schnell entkräftet wird.“

Der Dioxin-Skandal führte unterdessen zu einer Diskussion über die politische Verantwortung für die Situation. Reinhild Benning, Agrarexpertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), bemängelte am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“ die Informationspolitik der Bundesregierung. So seien 120.000 dioxin-belastete Eier in Nordrhein-Westfalen in den Handel gelangt. Benning erklärte dazu: „Hier erwarte ich eigentlich von Agrar- und Verbraucherschutzministerin Aigner, dass sie die Verbraucher aufklärt, welche Firmen, welche Supermärkte haben diese Eier verkauft.“ Die Lieferketten für Futtermittel seien inzwischen enorm verzweigt, dadurch würden Risiken schnell weit gestreut. Benning zog daraus die Schlussfolgerung, dass das System der verzweigten Lieferverhältnisse durchbrochen werden müsse: „Daher empfehlen wir, lieber auf lokale Futtermittel zurückzugreifen – dazu bräuchte es zahlreiche Gesetzesänderungen.“

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October 15, 2010

Gericht: Baumrodung wegen Stuttgart 21 unzulässig

Gericht: Baumrodung wegen Stuttgart 21 unzulässig

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Veröffentlicht: 15:30, 15. Okt. 2010 (CEST)
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Ein Juchtenkäfer, auch Eremit genannt.

Stuttgart (Deutschland), 15.10.2010 – Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Stuttgart waren die am 30. September diesen Jahres verrichteten Baumfällarbeiten für das umstrittene Großprojekt Stuttgart 21 nicht rechtmäßig. Es begründet seine Entscheidung damit, dass die Deutsche Bahn es unterlassen habe, das Gericht über das laufende Eilverfahren, das vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) angestrengt worden war, zu informieren. Ebenso habe sie wichtige Unterlagen vorenthalten; letztere beinhalten ein Schreiben des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA). Eine Vorlage von Artenschutzplänen wären erforderlich gewesen, da im Stuttgarter Schlossgarten der seltene Juchtenkäfer lebe. Erst dann wäre die Rodung rechtmäßig gewesen. Das Verhalten der Deutschen Bahn hat nun zur Folge, dass die Bahn die Kosten für das Verfahren übernehmen muss; letztere beziffern sich auf insgesamt 5000 Euro.

„Ein Hinweis auf das Schreiben wäre gerade auch von der Deutschen Bahn zu erwarten gewesen, nachdem diesem Schreiben mehrere unmissverständliche schriftliche Aufforderungen des EBA an die Deutsche Bahn vorausgegangen sind, rechtzeitig vor der Durchführung von Bauarbeiten im mittleren Schlossgarten zu dem dort vermuteten Vorkommen des Juchtenkäfers weitere Untersuchungen durchzuführen und erforderlichenfalls eine artenschutzrechtliche Bewertung vorzulegen“, so das Gericht in seiner Urteilsbegründung. Zudem wies es darauf hin, dass dem Antrag wahrscheinlich stattgegeben worden wäre.

Der BUND zeigte sich mit der Entscheidung des Verwaltungsgerichts zufrieden. „Deutlicher hätte die Ohrfeige des Verwaltungsgerichtes Stuttgart gegenüber der Deutschen Bahn nicht ausfallen können. Es wird überdeutlich klar, dass eine Mauschelclique aus Bahn und Behörden auch unter Verstoß gegen Recht und Gesetz versucht, Stuttgart 21 durchzuboxen und möglichst schnell Unumkehrbarkeit herzustellen“, resümiert Brigitte Dahlbender, die BUND-Landesvorsitzende von Baden-Württemberg.

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March 2, 2010

Europäische Kommission genehmigt Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffelsorte „Amflora“

Europäische Kommission genehmigt Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffelsorte „Amflora“

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Veröffentlicht: 22:52, 2. Mär. 2010 (CET)
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Brüssel (Belgien), 02.03.2010 – Der Europäische Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, John Dalli, genehmigte heute den europaweiten Anbau der umstrittenen gentechnisch veränderten Kartoffelsorte „Amflora“ der BASF-Tochter BASF Plant Science. Die transgene Kartoffel produziert Amylopektin-Stärke, das in der Papier-, Garn- und Klebstoffindustrie zum Einsatz kommt. Die von der EU-Kommission erteilte Genehmigung erstreckt sich auch auf die als Reststoffe entstehende so genannte Pulpe als Tierfuttermittel. Der Ludwigshafener Chemie-Konzern erwartet durch die Anbaugenehmigung Lizenzerlöse von 20 bis 30 Millionen Euro.

Umweltverbände und Verbraucherschutzorganisationen protestierten scharf gegen den Beschluss des EU-Kommissars. Die Kritiker gentechnisch veränderter Kartoffeln befürchten unkalkulierbare Risiken für die Gesundheit und für das Ökosystem, weil eine Vermischung des veränderten Erbguts der Genkartoffeln mit herkömmlichen Kartoffeln nicht ausgeschlossen werden könne.

Das Zulassungsverfahren für „Amflora“ läuft seit 1996. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte im April eine Genehmigung für den Versuchsanbau im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern genehmigt. Zu Forschungszwecken waren in Deutschland in den vergangenen Jahren bereits 100 Hektar mit der gentechnisch veränderten Kartoffelsorte für Freilandversuche bepflanzt worden.

In Deutschland geht etwa ein Drittel der angebauten Kartoffeln in die Stärkeindustrie. Die Kartoffelstärke ist ein wichtiger Grundstoff für die weitere Verarbeitung im Food- und Non-Food-Bereich. In der Lebensmittelproduktion wird die Stärke als Verdickungs- und Bindemittel eingesetzt. Im Non-Food-Bereich steht die Verwendung als Kleb- und Schmierstoff im Vordergrund, zum Beispiel bei der Herstellung von Wellpappe. Außerdem lässt sich die Kartoffelstärke zu Ethanol und Methan umwandeln. Diese Stoffe können zur Energiegewinnung genutzt werden.

Kartoffeln bilden Stärke normalerweise in zwei Formen: Amylose und Amylopektin. Für viele industrielle Anwendungen ist jedoch vor allem die Amylopektin-Stärke interessant. Durch langwierige Verarbeitung der Kartoffelstärke müssen daher die beiden Stärkevarianten zunächst getrennt werden. Die gentechnische Veränderung von Kartoffeln zielt nun darauf ab, die Kartoffeln so zu verändern, dass in der Erdknolle nur die jeweils bevorzugte Stärkevariante entsteht. Die transgene Kartoffelsorte Amflora soll vor allem den Bedarf an Amylopektinstärke decken. Umweltverbände halten dem entgegen, dass es bereits herkömmlich gezüchtete Kartoffelsorten gäbe, die diese Eigenschaften besäßen.

Die gentechnische Manipulation von Kartoffeln zielt jedoch auch darauf ab, die Kartoffeln widerstandsfähiger gegen Schädlinge zu machen. Amflora enthält außerdem ein so genanntes Antibiotikaresistenzgen, das Kritiker auf den Plan gerufen hat. Diese befürchten nun, dieses Gen könne auch in den Magen-Darm-Trakt des Menschen übertragen werden, so zum Beispiel der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Dieses Gen könne möglicherweise dazu führen, dass Krankheitserreger gegen für Menschen lebenswichtige Antibiotika immun werden. Ein Greenpeace-Sprecher erklärte: „Es ist schockierend, dass die neue Kommission mit dieser Entscheidung die erheblichen ökologischen und gesundheitlichen Risiken der umstrittenen Gen-Kartoffel ignoriert.“ Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger nannte die Genehmigung für Amflora „einen schweren Fehler“. Und: „Der Weg der Gentech-Kartoffel vom Feld auf die Teller der europäischen Verbraucher ist viel zu kurz und die Risiken sind viel zu groß. Ein EU-Kommissar, der den Gesundheit- und Verbraucherschutz ernst nimmt, hätte gegen die Zulassung der Amflora stimmen müssen.“ Demgegenüber erklärte der für Gesundheit zuständige EU-Kommissar Dalli heute, „dass es keine weiteren wissenschaftlichen Fragen mehr gibt, die untersucht werden müssten. Alle wissenschaftlichen Aspekte und besonders die Sicherheitsbedenken sind bereits ausgiebig berücksichtigt worden. Eine weitere Verzögerung bei der Zulassung wäre nicht zu rechtfertigen gewesen.“

Die EU-Staaten sind nicht verpflichtet, den Anbau der Kartoffelsorte in ihrem Hoheitsgebiet zuzulassen. Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat jedoch bereits in ihrem Koalitionsvertrag erklärt, dass sie die Gentechnik in Deutschland stärken wolle.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Gentechnik

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May 24, 2006

BUND gegen den Abschuss des Braunbären

BUND gegen den Abschuss des Braunbären – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

BUND gegen den Abschuss des Braunbären

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Artikelstatus: Fertig 10:31, 24. Mai 2006 (CEST)
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München (Deutschland), 24.05.2006 – Nachdem sich die Umweltschutzorganisation WWF am 22. Mai öffentlich für die Pläne des Bayerischen Umweltministers Werner Schnappauf (CSU) zum Abschuss des Braunbären geäußert hatte, meldete sich ein Tag später der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) zur bayerischen Landespolitik zu Wort.

Hubert Weinzierl, der Präsident des Deutschen Naturschutzrings BUND, kritisierte Schnappauf heftig. Er forderte den Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer auf, Schnappauf zu bremsen. Laut Weinzierl sei Schnappauf „wild geworden“. Seehofer ist in Deutschland oberster Dienstherr für den Tierschutz. Laut Weinziel verstößt der Abschuss gegen den Tierschutz. Der BUND-Präsident ist laut seiner heutigen Ankündigung der Meinung, der Bär könne betäubt und danach eingefangen werden. Sein Tod wäre vermeidbar.

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December 22, 2005

Kerosin über bewohntem Gebiet: Behörden geben Entwarnung

Kerosin über bewohntem Gebiet: Behörden geben Entwarnung

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Artikelstatus: Fertig 10:24, 23. Dez. 2005 (CET)
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Ulm (Deutschland), 22.12.2005 – Am Sonntag hatte ein Airbus 340-300 der Deutschen Lufthansa über dem Großraum Ulm / Neu-Ulm 30 Tonnen Kerosin abgelassen. Umweltschützer sorgten sich daraufhin um die Gesundheit der Anwohner.

Demnach befand sich der Airbus, der um 15:10 Uhr in München gestartet war und nach Washington fliegen sollte, in einer Notlage. Eines von vier Triebwerken war aufgrund eines technischen Defekts ausgefallen. Dies sei bei einem Flugzeug mit vier Triebwerken jedoch nicht kritisch. Trotzdem sei der Notfallplan in Aktion getreten, der eine vorzeitige Landung vorsieht. Für diese Landung darf der Flieger ein bestimmtes Gewicht nicht überschreiten. Einen Flug über den Atlantik wollte der Pilot nicht wagen und kehrte nach München zurück. Zuvor war er in einer Höhe von 14.000 Fuß über dem Großraum Ulm etwa 30 Minuten lang Schleifen geflogen, um das Kerosin abzulassen. Die Landung in München erfolgte gegen 16:30 Uhr. Um 19:08 Uhr wurden die Fluggäste mit einer anderen Maschine nach Washington transportiert.

Nun haben sich aufgrund der Einwände von Umweltschützern die zuständigen Behörden zu Wort gemeldet. Das Ablassen von Kerosin im Flug sei ein äußerst seltener Vorgang. Sie sehen jedoch keine Gefahr für Mensch und Tier in der Umgebung. Auch der Bund Naturschutz (BUND) gab Entwarnung. Der Geschäftsführer des Bundes, Bernd Kurus-Nägele, sagte: „30.000 Liter Kerosin sind eine besorgniserregende Menge, zumal Flugbenzin zu den ringförmigen, aromatischen Kohlenwasserstoffen zählt und daher grundsätzlich krebserregend ist.“ Kurus-Nägele regte Untersuchungen an und möchte Bodenproben nehmen lassen. Er meinte jedoch, eine große Umweltverschmutzung sei unwahrscheinlich. Der Bund für Naturschutz möchte nun die genaue Flugroute des Airbus rekonstruieren lassen.

Die Behörden meinten zu dem Vorfall, es habe zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Bewohner und die Natur gegeben. Das Kerosin würde nicht bis zur Erde gelangen. Vielmehr würde es bedingt durch die Turbulenzen hinter dem Flugzeug fein zerstäubt und in einem feinen Nebel enden. Von der Gesamtmenge Kerosin würden nur rund acht Prozent den Boden erreichen. Diese Menge entspricht auf 1.000 Quadratmetern dem Inhalt eines Schnapsglases. Das Kerosin verdunstet durch seine chemischen und physikalischen Eigenschaften in der Luft nahezu vollständig.

Die Deutsche Lufthansa gab auch die Anzahl ähnlicher Vorfälle im Jahr 2004 bekannt: 2004 starteten weltweit 13.000 Lufthansa-Maschinen. Davon mussten nur 19 Maschinen vorzeitig Kerosin ablassen. Vierzehn Vorfälle traten wegen technischer Probleme, fünf Fälle wegen plötzlicher Erkrankung von Passagieren auf.

Themenverwandte Artikel

  • Lufthansa-Airbus: 30 Tonnen Kerosin über Ulm abgelassen
  • Portal:Luftfahrt
  • Themenportal Airbus

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June 28, 2005

Flughafen Frankfurt – A-380 Werft kann gebaut werden

Flughafen Frankfurt – A-380 Werft kann gebaut werden

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Artikelstatus: Fertig 28. Jun. 2005 (CEST)
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Frankfurt am Main (Deutschland), 28.06.2005 – Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat zwölf Klagen, die gegen den Bau der geplanten neuen Airbus A-380 Werft auf dem Frankfurter Flughafen eingereicht worden waren, ohne die Möglichkeit der Revision abgewiesen. Die Richter begründeten die Entscheidung mit „erheblichem öffentlichen Interesse“, demgegenüber die Belange von Kommunen und Naturschützern als zweitrangig eingestuft wurden. Das Gericht behielt sich allerdings vor, die Lärmentwicklung an der Wartungshalle gutachtlich prüfen zu lassen und dem Betreiber gegebenenfalls Auflagen zu machen.

Lufthansa und Fraport zeigten sich erleichtert über das Urteil. Die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Frankfurt würde damit gestärkt. Der BUND kritisierte das Urteil, weil durch die Nebenanlagen 23 Hektar geschützten Waldes zum Opfer fallen würden. Zugleich erklärte der BUND, man werde eine Nichtzulassungsbeschwerde einreichen, weil die Urteilsbegründung mit der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtshof (BVerwG) und des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) unvereinbar sei.

Ein Lufthansasprecher erklärte, durch den Gerichtsentscheid würden 15 Airbus-Großraumflugzeuge in Frankfurt stationiert. Dadurch würden 4.500 Arbeitsplätze geschaffen, insbesondere beim Technikpersonal und der Besatzung.

Der Ausbau des Frankfurter Flughafens hat eine lange Geschichte. So kam es 1984 zu teils gewalttätigen Protesten beim Bau der Startbahn West. Die Planung einer neuen Landebahn nordwestlich des Flughafens ist zur Zeit in Vorbereitung. Gegenwärtig werden pro Jahr 50 Millionen Passagiere befördert (2004), bis zum Jahre 2015 soll diese Zahl auf 80 Millionen steigen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Airbus

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June 27, 2005

Muttermilch bleibt die beste Ernährung für Säuglinge – ohne Wenn und Aber

Muttermilch bleibt die beste Ernährung für Säuglinge – ohne Wenn und Aber

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Hannover (Deutschland), 27.06.2005 – Medien und Manipulation. Wie die Medien junge Eltern verunsichern. Für viele Menschen sind Medien die erste Anlaufstelle bei ihrer Meinungsbildung. Dabei wird oft vergessen, dass – im Gegensatz zu einem Lexikon oder einem wissenschaftlichen Nachschlagewerk – Medien nicht den Anspruch haben, umfassend zu informieren. Es gelangt nur das ins öffentliche Bewusstsein, was in den Medien berichtet wird. Der Philosoph Arthur Schopenhauer hat treffend gesagt: „Die Macht der Zeitung besteht im Weglassen.“ Die Öffentlichkeit wird durch das Setzen von Schwerpunktthemen manipuliert. Informationen werden ausgewählt, andere verschwiegen oder nur einseitig wiedergegeben. Ein aktuelles Beispiel dieser Manipulation ist der Umgang mit der Studie vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND).

Anliegen des BUND war es, mit der Veröffentlichung ihrer Studie am 14. Juni 2005 auf eine verfehlte Chemikalienpolitik hinzuweisen: „In vielen alltäglichen Dingen stecken giftige Chemikalien. In der Tagescreme ebenso wie im Babyfläschchen oder im neuen T-Shirt. Über die Jahre sammeln wir einen ganzen Giftcocktail in unserem Körper an – und nehmen unbewusst ein erhöhtes Krebsrisiko, Allergien oder Unfruchtbarkeit in Kauf. Das Unglaubliche daran: Wir wissen so gut wie nichts über die Schadstoffe, mit denen wir es zu tun haben. Für 95 Prozent der vermarkteten Chemikalien fehlen selbst die grundlegendsten Informationen.“

Dass es so nicht weitergehen kann, haben mittlerweile auch die Politiker begriffen. Mit dem für 2006 geplanten Chemikaliengesetz REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) sollen europaweit Bürger und Umwelt besser vor schädlichen Chemikalien geschützt werden. Der Grundgedanke: „Die chemische Industrie soll die Unbedenklichkeit ihrer Stoffe nachweisen – erst dann darf weiter vermarktet werden. Die Kosten dafür sind überschaubar, der Nutzen für unsere Gesundheit gar nicht hoch genug einzuschätzen.“ – so der BUND. Medien geben zur Zeit jedoch nur wieder, dass die Muttermilch belastet ist. Dass dies der Babynahrungsindustrie sehr entgegenkommt, ist naheliegend. Durch niedrige Geburtenraten und vermehrtes Stillen ist der Verkauf von Anfangsnahrung für Säuglinge zurückgegangen. Leider ist es so, dass unsere gesamte Umwelt belastet ist. Über die Muttermilch erreichen die Fremdstoffe, die die Mutter in ihrem Leben gespeichert hat, auch das Kind. Inzwischen wurden 350 verschiedene Fremdstoffe in der Muttermilch nachgewiesen, wieviel davon jedoch von den gestillten Kindern tatsächlich vom Organismus aufgenommen wird, ist weitgehend unbekannt. Dabei beginnen die Belastungen nicht erst mit dem Stillen, sondern bereits im Mutterleib, da die Fremdstoffe der Mutter das Kind über die Plazentaschranke erreichen. Niemand würde deshalb einer Mutter raten, nicht schwanger zu werden oder eine Schwangerschaft vorzeitig zu beenden. Unabhängig vom Stillen erfolgt die Belastung durch den Verzehr pestizidbelasteter Lebensmittel, über die Haut und die Atemluft durch Innenraum- und Außenluftbelastungen sowie durch die Aufnahme von Chemikalien, die in Gegenständen des alltäglichen Lebens stecken. Muttermilch ist ein idealer Bioindikator für die Belastung der Umwelt. Das gilt besonders für Stoffe, die sich bevorzugt in fetthaltigen Medien anreichern. Deshalb – und weil Muttermilch im Gegensatz zu Fettgewebsproben aus dem Körper von Erwachsenen leicht zu gewinnen ist – wird diese Bioindikatorfunktion gern genutzt. Die Muttermilchanalysen, die seit Mitte der achtziger Jahre durchgeführt werden, zeigen, dass die Trends für viele Chemikalien seit mehr als 15 Jahren rückläufig sind. Deshalb empfiehlt die Nationale Stillkommission Deutschlands das uneingeschränkte Stillen, „ohne wenn und aber“. „Für Säuglinge gibt es keine gesündere Nahrung als Muttermilch – die Industrie bringt bis heute kein Produkt zustande, das Kinder in den ersten Lebensmonaten auch nur annähernd so gut ernährt und vor Krankheiten schützt“, so das Niedersächsische Sozialministerium im Januar 2005. Muttermilch schützt den Säugling nicht nur im ersten Lebensjahr vor Infektionen, gestillte Säuglinge neigen im späteren Leben auch weniger zu Übergewicht. Übergewicht ist in Deutschland bei immer mehr Kindern zu sehen und bringt nachfolgende Erkrankungen und Kosten für die Gesellschaft mit sich. Gerade deshalb sollte das Stillen weiter gefördert werden.

Wenn in der Tageszeitung vom 20.06.2005 zu lesen ist‚ „Säuglinge sollten nach Ansicht des Berufsverbands der Umweltmediziner nur drei Monate gestillt werden“ – so der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Kurt Müller, am 19.06.2005 in der Fernsehsendung „ZDF-Umwelt“ -, dann sind die Mitglieder des Berufsverbandes der Umweltmediziner über das Stillen und Muttermilchernährung nicht richtig informiert und können sich gern an unseren Berufsverband wenden. Trotz der einseitigen und somit manipulierenden Meinung der Medien bleibt es bei der globalen Strategie für die Säuglings- und Kleinkinderernährung: „Stillen ist unübertroffen darin, ideale Nahrung für gesundes Wachstum und Entwicklung von Säuglingen zu liefern. Es ist außerdem wesentlicher Bestandteil des Fortpflanzungsprozesses mit wichtigen Auswirkungen auf die Gesundheit der Mütter.“

Als weltweite Gesundheitsempfehlung sollten Säuglinge während der ersten sechs Lebensmonate ausschließlich gestillt werden, um optimales Wachstum, Entwicklung und Gesundheit zu erlangen. Anschließend sollten Säuglinge angemessene und sichere Beikost erhalten, um ihre wachsenden Nahrungsbedürfnisse zu befriedigen, wobei gleichzeitig das Stillen bis zum Alter von zwei Jahren oder darüber hinaus fortgeführt wird. Allerdings sollten wir alles dafür tun, unsere Umwelt vor schädlichen Chemikalien zu schützen, unter anderem auch deshalb, damit die Muttermilch in Zukunft weniger Fremdstoffe enthält.

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December 8, 2004

Deutsche Wälder stark geschädigt

Deutsche Wälder stark geschädigt – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Deutsche Wälder stark geschädigt

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Teutoburger Wald

Berlin (Deutschland), 08.12.2004 – Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Die Grünen) veröffentlichte in Berlin den Waldzustandsbericht 2004. Dieser wird seit Anfang der 1980er-Jahre nach Beginn der Diskussion um das so genannte Waldsterben erhoben. Danach ist der deutsche Wald so stark geschädigt wie nie zuvor. Nur noch 28 Prozent der Wälder wurden als nicht geschädigt eingestuft.

Hauptgrund für die Verschlechterung des Zustandes sei der heiße und trockene Sommer 2003 mit hohen Ozonwerten. Die unter der hohen Schadstoffbelastung der Böden leidenden Bäume sind nicht mehr in der Lage, sich dem Klimawandel ausreichend anzupassen. Besonders Fichten leiden zunehmend unter dem seit dem Sommer 2003 sich stark vermehrenden Borkenkäfer.

Besonders der Buche geht es so schlecht wie nie zuvor, 55 Prozent der Kronen weisen hier starke Schäden auf. Aber auch bei Eiche und Fichte sind die Schäden mit 45 beziehungsweise 35 Prozent besorgniserregend. Im Schnitt stieg der Anteil der an den Kronen stark geschädigten Bäume um acht Prozent auf eine neue Höchstmarke von 31 Prozent.

Besonders stark betroffen sind die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Berlin. Auf der anderen Seite steigt die Holzmasse in Kubikmeter pro Hektar seit Jahren kontinuierlich an.

Künast forderte als Konsequenz eine Reduzierung der Ozonbelastung und eine Verjüngung des Waldbestands. An die Verbraucher appellierte sie verstärkt Energie zu sparen und vermehrt einheimische Hölzer zu verwenden.

Mit der „Charta für Holz“ will Künast die Nutzung von Holz in den nächsten zehn Jahren um 20 Prozent erhöhen. Die Stiftung „Wald in Not“, die sich nach eigenem Bekunden als private Initiative zur Erhaltung und Vermehrung des Waldes versteht, plädiert trotz negativem Bericht für eine stärkere Nutzung und hält den Aufbau von Mischbeständen für wichtig.

Naturschutzverbände wie BUND und Deutscher Naturschutzring kritisieren die Ankündigungen Künasts und fordern Maßnahmen zur Reduzierung der Luftschadstoffe und eine stärkere Bejagung des Wildes.

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