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July 10, 2007

Gebührenboykott an der TU Ilmenau: Quorum bleibt weiterhin erreicht

Gebührenboykott an der TU Ilmenau: Quorum bleibt weiterhin erreicht

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Veröffentlicht: 22:17, 10. Jul. 2007 (CEST)
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Ilmenau (Deutschland), 10.07.2007 – Bis Montag, den 9. Juli haben nach Aussage des Studentenrates (StuRa) der Technischen Universität Ilmenau 22,3 Prozent der zurückgemeldeten Studenten den Verwaltungsbeitrag boykottiert.

Wie Wikinews bereits berichtete, hat der Thüringer Landtag ein neues Hochschulgesetz erlassen, wonach ab dem Wintersemester 2007/08 an allen Hochschulen des Freistaates von den Studenten ein Verwaltungsbeitrag zu entrichten ist. Dieser wurde heftig kritisiert. Der StuRa hatte in Ilmenau zum Boykott des Beitrages aufgerufen, wobei für den Boykott ein Quorum von 20 Prozent galt. In der letzten Woche, der ersten nach dem Rückmeldezeitraum, haben 24 Prozent der zurückgemeldeten Studenten den Verwaltungsbeitrag nicht an die Universität, sondern auf ein Treuhandkonto des StuRa überwiesen.

Die Zählung an diesem Montag ergab, dass 3.526 Studenten die vollen 111,50 Euro an die Universität überwiesen haben und 1.012 Studenten nur 61,50 Euro, die 50 Euro Verwaltungsbeitrag aber an den StuRa. Absolut ist die Zahl der Boykotteure zwar um 69 gewachsen, relativ zu den regulär Zurückgemeldeten aber um 1,7 Prozent gefallen.

Der StuRa hat nun Verhandlungen mit der Hochschulleitung aufgenommen, damit die Boykotteure nicht wie angedroht exmatrikuliert werden. Die Hochschule weist aber darauf hin, dass der Verwaltungsbeitrag Teil eines Landesgesetzes ist und sie nur die ausführende Behörde ist. Dennoch möchte sie nicht, dass 1.000 Studenten in Ilmenau exmatrikuliert werden.

Ob das Quorum in der nächsten Woche bestehen bleibt, wird eine erneute Zählung der zurückgemeldeten Studenten am kommenden Montag, den 16. Juli zeigen. Außerdem kündigte der StuRa an, dass die Verhandlungen mit der Hochschulleitung fortgesetzt würden. Darüber hinaus würden Verhandlungen mit dem Kultusministerium des Landes angestrebt.

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  • Quorum für Gebührenboykott in Ilmenau erreicht (04.07.2007)

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July 4, 2007

Quorum für Gebührenboykott in Ilmenau erreicht

Quorum für Gebührenboykott in Ilmenau erreicht

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Veröffentlicht: 21:57, 4. Jul. 2007 (CEST)
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Ilmenau (Deutschland), 04.07.2007 – Mit Stand vom Montag, dem 2. Juli, haben 24 Prozent der bisher zurückgemeldeten Studenten der Technischen Universität den neu eingeführten Verwaltungsbeitrag boykottiert. Der Rückmelde-Zeitraum endete vergangene Woche.

Zum kommenden Semester wurde vom Land Thüringen für alle Studenten an den Hochschulen im Freistaat im Rahmen des neuen Thüringer Hochschulgesetzes eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 50 Euro erhoben. Die Hälfte der Gebühr kommt dabei dem Land zugute, und die andere Hälfte fällt der Universität zu. Die Verwaltungsgebühr wurde dabei auf den bisher bestehenden Semesterbeitrag an jeder Hochschule aufgeschlagen. In Ilmenau müsste der Student daher 111,50 Euro an die Universität für seine weitere Immatrikulation bezahlen. Der Studentenrat rief nach vorheriger Abstimmung mit der Studentenschaft einen Boykott der Verwaltungsgebühr aus. Hierzu sollten die Studenten die Verwaltungsgebühr nicht an die Universität bezahlen, sondern nach vorheriger Anmeldung auf ein Treuhandkonto des Studentenrates.

Am vergangenen Montag hat der Studentenrat die Zahlen der Überweisenden mit dem Akademischen Service Center (ASC) abgeglichen, und es stellte sich heraus, dass 2.937 Studenten den vollen Beitrag an die Universität überwiesen haben und 943 Studenten nur den Semesterbeitrag an die TU, die Verwaltungsgebühr jedoch an den Studentenrat überwiesen haben. Damit wurde das vorher gesetzte Quorum von 20 Prozent erreicht, um den Boykott weiter laufen zu lassen.

Der Studentenrat kündigt nun Verhandlungen mit dem Rektorat an, damit auch die boykottierenden Studenten ordnungsgemäß immatrikuliert werden. Außerdem hofft man in Ilmenau, dass sich auch die Studenten der Friedrich-Schiller-Universität Jena für einen Boykott entscheiden und auch dort mehr als 20 Prozent den Verwaltungsbeitrag nicht an die Universität überweisen. Damit würden die Studenten der beiden größten Hochschulen in Thüringen diese Gebühr boykottieren, was einen größeren Verhandlungsdruck auf das Land Thüringen ausüben würde. Der Rückmelde-Zeitraum der Universität Jena beginnt erst am 15. Juli und endet am 15. August.

Die Linke im Thüringer Landtag hat auf Grund der hohen Beteiligung eine Streichung der Verwaltungsgebühr gefordert. Jedoch war nur in Ilmenau bisher die Beteiligung so hoch. An der Fachhochschule Schmalkalden wurde auf Druck der Hochschulleitung der Boykott nicht durchgeführt. Auch an der Fachhochschule Nordhausen (vier Prozent), Fachhochschule Jena (9,2 Prozent), Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar (elf Prozent) und der Universität Erfurt (12,9 Prozent) scheiterte das Erreichen der 20-Prozent-Marke.

Ob der Boykott in Ilmenau bestehen bleibt, hängt auch von den Nachzüglern unter den Studenten ab. Bisher haben sich nur 3.880 ordnungsgemäß zurückgemeldet. Der Grund liegt zum einen daran, dass falsche Beträge überwiesen wurden oder nur der Semesterbeitrag an die Uni beziehungsweise nur die Verwaltungsgebühr an den Studentenrat überwiesen wurde. Außerdem fehlen noch die Gelder der neuen Studenten des nächsten Semesters. Ein weiterer Grund für einige Nachzügler ist, dass in diesem Semester keine Säumnisgebühr für zu spätes Bezahlen erhoben wird.

Nun prüft der Studentenrat jeden Montag, ob das Quorum erreicht bleibt. Das ASC hat unterdessen an alle Boykottierer eine E-Mail gesandt, die darauf hinweist, dass bei nicht vollständiger Zahlung der 111,50 Euro keine Immatrikulation für das Wintersemester erfolgt. Dennoch weist der Studentenrat darauf hin, dass es ausreicht, die Verwaltungsgebühr bis zum 29. September zu zahlen. Man hofft jedoch, vorher durch Verhandlungen um die Gebührenzahlung herum zu kommen. Außerdem sagen mehrere Rechtsanwälte, dass man bei Nichtzahlung der Verwaltungsgebühr nicht exmatrikuliert werden darf. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam ein Gutachten der Universität Erfurt.

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January 24, 2007

Orkan „Kyrill“ suchte Europa heim

Orkan „Kyrill“ suchte Europa heim – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Orkan „Kyrill“ suchte Europa heim

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Artikelstatus: Fertig 13:29, 24. Jan. 2007 (CET)
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Europa, 24.01.2007 – Der Orkan „Kyrill“ nahm Mitte Januar Kurs auf Europa, wobei im Vorfeld vor extremen Orkanböen und teilweise vor Dauerregen gewarnt wurde. Begleitet von regionalen sporadischen Stromausfällen wurden Polizei, Feuerwehr und Instandsetzungsfirmen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Chaos im Hauptbahnhof Hannover

Ein beschädigter Wagen in London

Eine gedrehte Ampel in Ottensheim in Österreich

Abgesagte Züge im King’s Cross Bahnhof

Niederlande

Der Zugverkehr, vor allem in Deutschland, kam zum Erliegen. Die Deutsche Bahn musste bundesweit ein Fahrverbot aussprechen, und im Kanton Appenzell Innerrhoden entgleiste ein Regionalzug. Die Bahn empfahl den Reisenden, sich vor Fahrtantritt frühzeitig über die aktuellen Reisemöglichkeiten zu informieren und von nicht notwendigen Reisen abzusehen.

Die Menschen wurden vom Deutschen Wetterdienst (DWD) im hessischen Offenbach aufgefordert, sämtliche Gegenstände im Freien zu sichern. Es wurden Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 200 Stundenkilometern erwartet, dazu Starkregen. Es sollte in jedem Fall darauf geachtet werden, nicht direkt unter Bäumen und an fließenden Gewässern beziehungsweise in Norddeutschland am Meer zu parken und nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben. Für die Nordseeküste wurde eine Sturmflut erwartet. Auch die Bahn hatte ihre Instandsetzungsfirmen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, um auf wetterbedingte Verzögerungen schneller reagieren zu können.

Für Gebiete an der Nordseeküste sowie im Mittel- und Hochgebirge rief der DWD die höchste Warnstufe, eine Warnung vor extremen Unwetter, aus. Die dort zu erwartenden Wetterbedingungen verglich ein Sprecher des Dienstes mit den Bedingungen bei den Orkanen Lothar und Anatol.

Auf dem Wendelstein wurden vorgestern um 22:00 Uhr Windspitzen von 202 Kilometern pro Stunde gemessen, auf dem Brocken wurden 198 Kilometer pro Stunde erreicht, und der Fichtelberg war mit bis zu 184 Kilometern pro Stunde betroffen. Düsseldorf kam um 19:00 Uhr auf extreme Orkanböen von 144 Kilometern pro Stunde.

Ein Intercity-Zug kollidierte mit einem entwurzelten Baum auf der Strecke zwischen Sylt und Hamburg. Es wurde niemand verletzt. Nicht so glimpflich traf es einen Autofahrer in Heidelberg, der vor einen Baum fuhr und starb. Ein weiterer Mann im Kreis Augsburg wurde durch ein Scheunentor erschlagen. In München erlag ein 18 Monate altes Kind seinen Verletzungen, als es unter eine Terrassentür geriet, die aus den Angeln gerissen wurde. In Tönisvorst starb ein Feuerwehrmann bei einem Einsatz. Zu den gemeldeten Todesfällen kamen überall in Deutschland Verletzte hinzu.

Der Personenverkehr der Deutschen Bahn AG wurde in ganz Deutschland erstmalig in der Geschichte des Unternehmens eingestellt. Die Züge fuhren Knotenpunkte an, damit die Passagiere sicher aussteigen konnten. Der S-Bahn-Verkehr wurde in einigen Gebieten noch aufrecht erhalten, nicht jedoch in Nordrhein-Westfalen.

Vielerorts wurden schon vorsorglich Autobahnen und Brücken komplett gesperrt. Weitere Sperrungen waren nach Unfällen oder durch umgefallene Bäume erforderlich. Fahrer von Wohnmobilen, Fahrzeugen mit Anhängern und LKWs wurden aufgefordert, gefährliche Streckenabschnitte nicht zu nutzen und Parkplätze aufzusuchen, bis der Sturm vorüber ist. Am vorgestrigen Vormittag stürzte bereits ein LKW auf der A 4 um. In Nordrhein-Westfalen kam es zu einem Zusammenbruch des Verkehrs nach der Einstellung des Personenverkehrs der Deutschen Bahn und durch unzählige Staus auf den Autobahnen durch umgestürzte Bäume und Lastwagen sowie sturmbedingte Unfälle. Mehrere Autobahnen wurden gesperrt, so beispielsweise Teile der wichtigen Autobahnen 40 im Ruhrgebiet und 52 (Essen-Düsseldorf), auf der die Menschen zweieinhalb Stunden im Stau standen, bevor die Feuerwehr die auf die Fahrbahn gestürzten Baumriesen zersägt und die Verletzten gerettet hatte.

Es kam in mehreren Teilen Deutschlands zu Stromausfällen und -schwankungen. Allein in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg waren über 150.000 Personen von Stromausfällen betroffen. Von der Berliner Feuerwehr wurde der Ausnahmezustand verhängt. Am dortigen Hauptbahnhof stürzte ein mehrere Tonnen schwerer Träger auf eine Treppe und zerstörte sie. Kurze Zeit später löste sich ein zweiter Träger. Die Glasfassade des neuen Bahnhofs ist jetzt einsturzgefährdet.

In vielen Teilen Deutschlands wurden Schüler früher nach Hause geschickt. Am Freitag sollte in an Schulen in Bayern kein Unterricht stattfinden. Auch in Hessen konnte der Unterricht teilweise nicht stattfinden, jede Schule entschied selbst. In Nordrhein-Westfalen wurde es den Eltern überlassen, ob sie ihre Kinder zur Schule schickten oder nicht.

Schäden gab es nicht nur in der realen Welt. Die Server, auf denen Webseiten von Wetterdiensten gehostet sind, brachen unter dem Ansturm von Besuchern, die mehr über den Orkan wissen wollten, zusammen.

Die Bilanz am 21. Januar um 15.30 Uhr: 43 Tote in Europa, davon 11 in Deutschland, und unzählige umgestürzte Bäume. Im deutschen Flugverkehr wurden über 150 Flüge gestrichen, Zehntausende saßen in Bahnhöfen und Flughäfen fest.

Nach einer ersten Hochrechnung des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) in Bonn wurde bundesweit ein Schaden von rund einer Milliarde Euro angerichtet, davon etwa die Hälfte allein in Nordrhein-Westfalen.

Themenverwandte Artikel

  • Schäden von Orkan Kyrill auf rund sieben Milliarden Euro geschätzt (27.01.2007)
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November 14, 2006

Grundsteinlegung für Neubau des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie in Ilmenau

Grundsteinlegung für Neubau des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie in Ilmenau

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Artikelstatus: Fertig 22:57, 14. Nov. 2006 (CET)
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Ilmenau (Deutschland), 14.11.2006 – Am vergangenen Freitag wurden neben dem Ernst-Abbe-Zentrum der Technischen Universität Ilmenau der Grundstein für den Neubau des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie (IDMT) gelegt.

Bislang ist das Institut auf mehrere Gebäude in der Stadt verteilt. Dies soll der mit 14 Millionen Euro geförderte Bau ändern. Jeweils 3,5 Millionen Euro kommen aus Landes- und Bundesmitteln. Die Europäischen Fonds für regionale Entwicklung steuern 7 Millionen Euro hinzu.

Das IDMT wird durch Professor Brandenburg geleitet, dem Mitentwickler des MP3-Formates.

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November 12, 2006

Kritiken am neuen Thüringer Hochschulgesetz

Kritiken am neuen Thüringer Hochschulgesetz

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Artikelstatus: Fertig 22:21, 12. Nov. 2006 (CET)
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Erfurt / Ilmenau / Jena (Deutschland), 12.11.2006 – Am vergangenen Donnerstag kam es zu studentischen Protestaktionen gegen das neue Thüringer Hochschulgesetz (kurz ThüHG) (Wikinews berichtete[1]). Die größte Aktion fand in Erfurt in Form eines Protestmarsches vom Domplatz über den Anger, an der Staatskanzlei vorbei zum Landtag statt. Dabei sammelten sich zwischen 3.000 und 6.000 – laut Polizeiangaben 3.500 – Studenten und wollten ihren Unmut über die Novellierung des neuen Gesetzes aussprechen.

Der größte Kritikpunkt an dem Gesetzesentwurf ist die Einführung von Verwaltungsgebühren. Diese sollen unter anderem auf den Semesterbeitrag in Höhe von 50 Euro und für Beratungen und Prüfungsanmeldungen erhoben werden. Daneben kritisierte die Konferenz Thüringer Studentenschaften (kurz: KTS) auch eine „Scheinautonomie“ der Universitäten, die verringerte Mitsprachemöglichkeit von Studenten und den hohen Einfluss von außen, besonders vom Ministerium. Dieses kann nämlich für Studiengänge Studenten- wie auch Absolventenzahlen vorgeben. Werden diese nicht eingehalten, können die Mittel gekürzt werden. Außerdem sollen die Hochschulen nicht mehr durch die selbstgewählten Rektoren, sondern durch Politik und Wirtschaft eingesetzte Präsidenten geführt werden.

Eine weitere Protestaktion wurde durch den Ilmenauer Verein „FeM e.V.“ durchgeführt. Dieser stellte mehrere seiner Dienste am Protesttag von 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr ein. Davon waren das Ilmenauer Studentenportal „spi“, das Rechennetz in den Wohnheimen, das den dort wohnenden 1.700 Studenten einen Zugang zum Universitätsnetz und dem Internet gewährt, und das Studentenfernsehen „iSTUFF“ betroffen. Der Verein versuchte dabei, darauf aufmerksam zu machen, dass höhere Belastungen der Studenten zu weniger ehrenamtlichem Engagement führe, von dem aber die Studentenvereine lebten.

Während vor der Tür die Studenten lautstark protestierten, kam im Landtag der Wissenschaftsausschuss zusammen und beriet über das neue Gesetz. Dazu wurden neben den Stimmen der Landtagsfraktionen auch die studentischen Vertreter und die Thüringer Hochschulrektoren angehört. Die Rektoren hatten anfangs keine gemeinsame Meinung zum Gesetzesentwurf. Während der Rektor der Universität Erfurt ihn für gut hieß, war Rektor Peter Scharff (TU Ilmenau) gegen ihn. Die Rechtsfakultät der Friedrich-Schiller Universität in Jena nannte ihn sogar verfassungswidrig. Am Ende brachte Professor Scharff als Vorsitzender der Thüringer Hochschulkonferenz die Meinung aller zum Ausdruck mit dem Argument, dass durch das neue Gesetz die Autonomie der Hochschulen nicht richtig umgesetzt werde. Laut der Thüringer Allgemeinen stören sich die Hochschulen nicht so sehr an den Verwaltungsgebühren, die zusätzliche Gelder in die leeren Kassen spülen. Dennoch werden durch das neue Gesetz mehr Bürokratien aufgebaut, die zusätzliche Stellen in Anspruch nehmen, welche die Hochschulen selber finanzieren müssten.

Die Parteien in Thüringen reagierten ähnlich unterschiedlich auf das Gesetz. Während die Linke geschlossen gegen das Gesetz ist, rumort es in der regierenden CDU. So vertritt Jörg Schwäblein (CDU, Ausschussbeisitzer) die Meinung, dass die Verwaltungsgebühren nicht erhoben werden sollen. Kultusminister Jens Goebel, der durch einen Freizeitunfall gesundheitlich angeschlagen ist und weder an der Sitzung teilnahm noch sich den protestierenden Studenten stellte, versucht nun, in der Partei Werbung für den Gesetzesentwurf einschließlich der Gebührenerhebung zu machen.

Der Protestzug in Erfurt verlief größtenteils friedlich. Es wurden Sicherheitsbeamte mit Socken beworfen, die die Streikenden in den Wochen vorher gesammelt hatten. (Es waren 2.500, davon allein 1.000 aus Ilmenau.) Die Socken sollten leere Sparstrümpfe symbolisieren. Außerdem stürmten 200 Studenten den Landtag, nachdem ein Abgeordneter der Linkspartei ihnen heimlich zutritt zum Gebäude verschafft hatte. Außerdem legte der Protestzug den öffentlichen Verkehr in Erfurt längere Zeit lahm, da er auf wichtigen Routen der Straßenbahnen im Zentrum marschierte. Diese hatten im nachhinein noch lange Verspätungen von bis zu 30 Minuten, wodurch viele Pendler ihre Anschlüsse an Überlandlinien nicht erreichten. Ein Mitarbeiter der EVAG meinte: „Es war nicht unbedingt nett, was uns aufgebrachte Fahrgäste deswegen am Telefon sagten.“

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  1. Studentenstreik in Thüringen (09.11.2006) als Quelle genutzt

Quellen

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November 9, 2006

Studentenstreik in Thüringen

Studentenstreik in Thüringen – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Studentenstreik in Thüringen

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Artikelstatus: Fertig 19:03, 9. Nov. 2006 (CET)
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Plakat am Ehrenberg-Campus in Ilmenau

Erfurt / Ilmenau (Deutschland), 09.11.2006 – Heute rief die „Konferenz Thüringer Studentenschaften“ (kurz: KTS) zu einem Streik der Studenten vor dem Landtag in Erfurt auf. Der Streik war gegen das neue Hochschulgesetz in Thüringen (ThüHG) gerichtet, welches unter anderem neue Verwaltungsgebühren einführen soll. Die Studentenräte fürchten weniger Selbstständigkeit der Universitäten und einen Ausgleich von Haushaltslöchern auf Kosten der Studenten, denn 50 Prozent der neu einzuführenden Verwaltungsgebühren behält das Land. Bereits im Sommer übergaben Studenten der TU Ilmenau ein Positionspapier an das Kultusministerium. Dieses Positionspapier ist zuvor einer Studentenvollversammlung entsprungen, an der 20 Prozent der Ilmenauer Studentenschaft teilnahm und 98,6 Prozent für diese Stellungnahme und dabei gegen das ThüHG stimmten.

Die Regierung in Thüringen sieht indes das neue Hochschulgesetz anders. Ihrer Meinung nach wird dadurch eine bessere Wettbewerbsfähigkeit der Thüringer Hochschulen gesichert. Durch Umstrukturierungen soll den Hochschulen mehr Autonomie und Flexibilität gegeben werden und die Verwaltungsgebühren, die zu 50 Prozent an die Universität fließen, werden diese auch finanzieren.

Vereine sehen durch die neuen Gebühren eine höhere Belastung der Studenten und haben Angst, dass das ehrenamtliche Engagement zurückgehen wird. Um dies zu zeigen, schaltete der Ilmenauer Studentenverein FeM e.V. daher heute zwischen 14 und 20 Uhr mehrere seiner Dienste ab.


Hinweis: Die KTS selbst ist ein Zusammenschluss aller neun Studentenschaften der Thüringer Hochschulen und vertritt diese gegenüber der Landesregierung.


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September 19, 2006

Ilmenau: Unfall am Ehrenberg

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Ilmenau: Unfall am Ehrenberg

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Ilmenau (Deutschland), 19.09.2006 – An der Ilmenauer Kreuzung Ehrenbergstraße – Max-Planck-Ring ereignete sich am heutigen Mittag ein Unfall zwischen einem Cabrio und einem Bus der IOV Ilmenau, dem örtlichem Nahverkehrsunternehmen.

Der Anordnung der Fahrzeuge und der Bremsspur nach zu urteilen ist das Cabrio aus Stadtrichtung auf der Ehrenbergstraße herangefahren und nach rechts in den Max-Planck-Ring eingebogen. Hier stieß es mit seiner linken Vorderseite mit den Bus der IOV zusammen. An der Kreuzung gilt die Vorfahrtsregel „rechts vor links“. Die Straße Max-Planck-Ring ist durch parkende Autos, Gebäude und Sträucher nur wenige Meter von der Ehrenbergstraße aus einsehbar.

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August 9, 2006

Neues von der Technischen Universität Ilmenau

Neues von der Technischen Universität Ilmenau

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Artikelstatus: Fertig 00:12, 9. Aug. 2006 (CEST)
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Schild vor dem Röntgenbau

Röntgenbau der TU Ilmenau mit Experimentierhörsaal

Ilmenau (Deutschland), 09.08.2006 – Derzeit werden in Ilmenau ein Sommerkurs für deutsche Sprache sowie ein Kinder-Medien-Camp an der Technischen Universität (TU) Ilmenau veranstaltet. Am Montag eröffnete außerdem die neue Cafeteria des Studentenwerkes im Röntgenbau ihre Pforten.

Seit Samstag lernen 31 Jugendliche aus Thüringen und Bayern im Kinder-Medien-Camp, wie verschiedene Medien funktionieren und vor allem erstellt werden. Ziel ist es, den Kindern nicht nur technisches Wissen, sondern auch den richtigen Umgang mit Medien zu vermitteln. Der praktische Teil kommt bei dem Camp nicht zu kurz. In verschiedenen Workshops erstellen kleine Gruppen von Kindern mit ihren Betreuern zum Beispiel Hörspiele oder Trickfilme erstellen. Das Projekt, das dieses Jahr bereits das zweite Mal an der TU angeboten wird, wird vom Kreisjugendring Ilm-Kreis e.V. und dem Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e.V. getragen. Unterstützung erhalten sie unter anderem vom KI.KA, der TU Ilmenau, dem Studentenfernsehen iSTUFF.

Neben den Mediencamp veranstaltet die Universität ihren 28. Internationalen Sommerkurs für deutsche Sprache. Hierfür sind 100 Teilnehmer aus 30 Ländern nach Ilmenau angereist. Das sind 16 Personen mehr als im letzten Jahr. Der Kurs zeichnet sich vor allem durch die verschiedenen Sprachkurse am Vormittag und die freiwillig belegbaren Kurse am Nachmittag aus. Besonders beliebt ist der Sprachkurs Technik. Ein Großteil der Teilnehmer stammt aus den Partneruniversitäten der TU Ilmenau und den Partnerstädten von Ilmenau. So sind Teilnehmer von der russischen TU Novotscherkassk und aus der amerikanischen Stadt Blue Ash vertreten. Im Gegenzug werden Studenten aus Ilmenau diese später in Form eines Sprachkurses besuchen fahren. Die Teilnehmer werden aber nicht nur in Ilmenau lernen, sondern auch das Ilmenauer Kulturleben näher kennenlernen und Exkursionen in deutsche Städte, wie Erfurt, Dresden oder Berlin, unternehmen.

Am Wochenende zog die Cafetaria des Studentenwerkes Erfurt-Ilmenau aus ihrem alten Raum im Farradaybau in ihr neues Domizil im Keller des Röntgenbaus um. Die ersten Gäste wurden in den Räumen unterhalb des neues Experimentierhörsaals mit Sekt empfangen. Der Hörsaal selbst ist noch nicht fertiggestellt. Es sind bereits die Stühle und Bänke für die Zuhörer und die sechs Tafeln installiert. Außerdem sind bereits Einrichtungsgegenstände im Vorbereitungsraum hinter dem Hörsaal aufgebaut. Das Gebäude selbst ist größtenteils mit einer Glasfassade versehen, so dass ein freier Einblick in die Cafeteria wie auch in den Vorbereitungsraum gewährt wird.

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April 24, 2006

Tag der Offenen Hochschultür in Ilmenau

Tag der Offenen Hochschultür in Ilmenau

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Logo der TU Ilmenau

Ilmenau (Deutschland), 24.04.2006 – In Ilmenau fand am vergangenen Samstag der Tag der offenen Tür statt. Dabei präsentierten sich die Universität sowie Vereine und Gemeinschaften interessierten Schülern und Studenten. Die Gäste konnten sich über die Studiengänge der Universität, welche ab dem Wintersemester 2006/2007 nur noch nach dem Bachelor/Master-System angeboten werden, wie auch über die Ausstattung, einzelne Projekte oder das Freizeitleben informieren. Zusätzlich bot die Universität auch Einblicke für Interessierte in das „Ilmenauer Fass“. Diese Forschungsstation im Schortetal auf dem Gelände des Erlebnisbergwerkes „Volle Rose“ ist zur Erforschung von Turbulenzen errichtet worden.

Neben dem Tag der offenen Tür feierten 247 Absolventen und fünf Promovenden ihre feierliche Exmatrikulation.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Technische Universität Ilmenau

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April 18, 2006

Ilmenau: UniCopy ist umgezogen

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Ilmenau (Deutschland), 18.04.2006 – Im Februar schloss das Kopiergeschäft UniCopy in Ilmenau seine Filiale im CampusCenter der Technischen Universität Ilmenau. Diese wurde nach dem Umzug des Kopiergeschäfts in seine neuen Räume an dem alten Standort mit verminderten Angebot eingerichtet. Am 29. März eröffnete dafür eine neue Filiale am Wetzlarer Platz unter dem Namen „CityCopy“. Die neue Filiale soll vor allem eine neue Kundengruppe, die Schüler, ansprechen. Diesbezüglich wurde der CityCopy auch als „Copy-Shop und Schul-Shop“ tituliert.

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