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July 5, 2012

Die Rinderseuche Besnoitiose hat die Schweiz erreicht

Die Rinderseuche Besnoitiose hat die Schweiz erreicht

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Veröffentlicht: 18:51, 5. Jul. 2012 (CEST)
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Murnau-Werdenfelser-Rind.jpg

Zürich (Schweiz), 05.07.2012 – Die Rinderseuche Besnoitiose hat bereits viele Rinder in Deutschland, Frankreich und Italien getötet. Nun traten auch die ersten Fälle in der Schweiz auf. Es wurde jedoch teilweise Entwarnung von Experten gegeben.

Die Seuche bereitet den davon befallenen Rindern einen sehr qualvollen Tod. Besnoitiose wird durch Stechfliegen von Tier zu Tier übertragen und macht sich im Körper breit. Im Körper befällt sie das Gewebe und führt zu Hautveränderungen, Ödemen, starken Schmerzen und als letztes zum Tod.

Eine Untersuchung der Universität Zürich hat ergeben, dass vier Rinder, welche aus Frankreich importiert wurden, von dem Parasiten, der für die Seuche verantworlich ist, befallen sind. Hans Wyss vom Bundesamt für Veterinärwesen bestätigte dies gegenüber dem Nachrichtenmagazin „10vor10“.

Der Professor für Parasitologie an der Universität Bern, Bruno Gottstein, gab jedoch teilweise Entwarnung. Der Überträger, die Stechfliege, hat nur einen sehr kleinen Lebensraum, nämlich den in einer Tierherde. Somit ist die Seuche kontrollierbar.

Gottstein sagte: „Rinderzüchter in der Schweiz müssen keine Angst haben. Von diesen wenigen Tieren ausgehend kann es nicht zu einem schnellen Ausbruch kommen wie bei der Maul- und Klauenseuche oder der Blauzungen-Krankheit.“ Der Parasit ist für den Menschen auch nicht gefährlich. Wie der Bund sein weiteres Vorgehen plant, ist noch unklar. Die Züchter in der Schweiz müssen nun mit Rindern, welche aus dem Ausland importiert wurden, besonders vorsichtig sein.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Schweiz

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October 20, 2011

Malaria-Impfstoff erweist sich in Großstudie als wirksam

Malaria-Impfstoff erweist sich in Großstudie als wirksam

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Veröffentlicht: 21:35, 20. Okt. 2011 (CEST)
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Anopheles gambiae mosquito feeding 1354.p lores.jpg

Lambarene (Gabun), 20.10.2011 – Der Tropenmediziner Professor Peter Kremsner, Leiter des Albert-Schweitzer-Krankenhaus in dem afrikanischen Staat Gabun, berichtet über einen Impfstoff gegen Malaria, der in einer Studie an Kindern getestet wurde. Das Mittel hat sich in über 50 Prozent als wirksam erwiesen. In Zukunft könnte es vielen Menschen das Leben retten.

In den meisten Fällen wird die Krankheit durch die Anopheles-Stechmücke übertragen. Jedes Jahr gibt es bis zu 500 Millionen Infizierte. Eine Million Menschen sterben daran, viele davon sind Kinder. Seit 2010 wird der Impfstoff im Albert-Schweitzer-Krankenhaus in der Stadt Lambarene getestet. Die Studie soll noch bis ins Jahr 2014 andauern. 16.000 Kinder und Säuglinge werden den neuen Wirkstoff dann erhalten haben. Bei den zwischenzeitlich 6.000 Geimpften liegt die Erfolgsquote bei 56 Prozent.

Zukünftig ist es vorstellbar, dass in Gebieten, in denen die Malaria häufig auftritt, alle Kinder den Impfstoff erhalten. Weitere Forschungsarbeit wird nötig sein, da nach den bisherigen Ergebnissen 44 Prozent mit dem Risiko weiterleben müssen, an Malaria zu erkranken.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Afrika
  • Malaria: Laut UNICEF sind Kinder in Afrika besonders betroffen (24.04.2007)

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June 9, 2011

Cholera-Ausbruch in der Elfenbeinküste

Cholera-Ausbruch in der Elfenbeinküste – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Cholera-Ausbruch in der Elfenbeinküste

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Veröffentlicht: 15:30, 9. Jun. 2011 (CEST)
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Abidjan (Elfenbeinküste), 09.06.2011 – Erste Erkrankungen an der lebensbedrohlichen bakteriellen Infektionskrankheit Cholera traten in der Hauptstadt der Elfenbeinküste, Abidjan, auf. Im Distrikt Koumassi sollen laut UNICEF-Angaben vom Dienstag bereits zehn Cholerafälle aufgetreten sein. Die häufig durch verunreinigtes Wasser verbreitete Durchfallerkrankung könnte sich durch die einsetzende Regenzeit rasch zu einer Epidemie entwickeln, befürchtet das UN-Kinderhilfswerk UNICEF. Durch den monatelangen Bürgerkrieg in dem Land an der westafrikanischen Küste haben sich die hygienischen Verhältnisse weiter verschlechtert. Sauberes Trinkwasser steht oft nicht zur Verfügung.

In den Städten Daloa und Bouaflé ließ die UNICEF insgesamt 19 große Wassertanks installieren. Außerdem werden Medikamente, Seife, Chlor und Tabletten eingesetzt, um der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben ihr Trinkwasser zu reinigen.

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  • Portal:Gesundheit

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June 5, 2011

Jemen: Präsident Saleh wird wegen Verletzung in Saudi-Arabien behandelt

Jemen: Präsident Saleh wird wegen Verletzung in Saudi-Arabien behandelt

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Veröffentlicht: 14:40, 5. Jun. 2011 (CEST)
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Sanaa (Jemen) / Riad (Saudi-Arabien), 05.06.2011 – Der Präsident des Jemen, Ali Abdullah Salih, wurde bei einem Raketenangriff auf den Präsidentenpalast am Freitag offenbar schwer verletzt. Der 68-Jährige erlitt Verletzungen durch einen Metallsplitter in der Nähe des Herzens sowie Verbrennungen zweiten Grades im Gesicht und Brustbereich. Nach Angaben des saudischen Königshauses begab sich Salih in Begleitung von Teilen seiner Familie zur medizinischen Behandlung in ein Militärkrankenhaus in Saudi-Arabien. Gegen Mitternacht soll Salih in Saudi-Arabien eingetroffen sein, berichten Medien.

Bei dem Angriff am Freitag waren elf seiner Wachleute ums Leben gekommen. Ob die Macht nun an den jemenitischen Vizepräsidenten Abed-Rabbo übergangen ist, wie es die Verfassung des Landes in solchen Fällen vorsieht, ist indes noch unklar.

Die Situation in dem Land ist von anhaltenden Protesten großer Teile der Bevölkerung gekennzeichnet, die den Rücktritt Salihs fordern. Dieser schlug bisher alle Vermittlungsversuche aus und will weiterhin an der Macht bleiben. Der Angriff auf den Präsidentenpalast stellte eine neue Stufe der Eskalation der Auseinandersetzungen im Jemen dar, da die Demonstranten bisher immer friedlich protestiert hatten. Eine Schlüsselrolle in den Auseinandersetzungen spielt offenbar auch die Rivalität zwischen der Familie des Präsidenten und der Al-Ahmar-Familie. Diese Familie unterstützt die Proteste gegen die Regierung, weil Salih beabsichtigt, die Macht an seinen ältesten Sohn Ahmed zu übergeben.

Deutschland schloss nach den Vorkommnissen vom Freitag seine Botschaft im Jemen. Die deutsche und britische Regierung sowie weitere Staaten forderten ihre Staatsbürger im Jemen dazu auf, das Land zu verlassen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Jemen

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June 3, 2011

EHEC: Im Norden Deutschlands wird das Blut knapp

EHEC: Im Norden Deutschlands wird das Blut knapp

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Veröffentlicht: 21:16, 3. Jun. 2011 (CEST)
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Blutspende

Hamburg (Deutschland), 03.06.2011 – Normalerweise werden in Hamburg und Schleswig-Holstein monatlich zusammen 800 bis 1.000 Einheiten Blutplasma von den Krankenhäusern verbraucht. Wegen der Vielzahl von schweren EHEC-Erkrankungen ist der Verbrauch auf 7.500 Einheiten gestiegen.

Der DRK-Blutspendedienst Nord muss nun aus dem Verbund versorgt werden. Die Bundesländer Hessen, Baden-Württemberg und Bayern sorgen dafür, dass der kostbare Stoff im Norden nicht ausgeht. Möglich ist dies, da diese Bundesländer weitaus weniger von der Darmerkrankung betroffen sind.

Gefrorenes Blutplasma

Das Plasma wird benötigt, um das in schweren Fällen auftretende Nierenversagen behandeln zu können. Betroffen davon sind hauptsächlich Personen, bei denen als Folge von EHEC das Hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) auftritt. Ein Sprecher des DRK: „Mit einem Versorgungsengpass bei Blutplasma ist nicht zu rechnen; in Süddeutschland sind ausreichend Vorräte vorhanden.“ Der Bürgermeister von Hamburg Olaf Scholz (SPD) und die Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) forderte die Bevölkerung trotz allem zu mehr Blutspenden auf. Sie wiesen darauf hin, dass es von der Blutspende bis zur Gewinnung des Plasmas mehrere Monate dauert. Bürgermeister Scholz: „Es ist wichtig, jetzt, wo wir noch genügend Reserven haben, etwas zu tun – damit wir immer genügend Rücklagen haben”. Vor dem Hintergrund, dass die Quelle des Erregers noch im Dunklen liegt und mit einer weiteren Ausbreitung gerechnet werden muss, gilt der Aufruf zum Blutspenden nicht nur für den Norden Deutschlands. Der Blutspendedienst verzeichnet einen Ansturm von Spendern, seit der Aufruf in den Medien verbreitet wurde. Olaf Scholz ging mit gutem Beispiel voran und ließ sich vor laufender Kamera Blut abnehmen.

Die Krankheit verbreitet sich weiter, so gibt es in Thüringen den ersten Todesfall. Eine 80-jährige Frau ist auf einer Kur in Mecklenburg-Vorpommern an dem Erreger verstorben. In Brandenburg gibt es 13 EHEC-Verdachtsfälle und vier Personen, die an HUS leiden. Auch ein Todesfall ist möglicherweise auf den Erreger zurückzuführen. Dem Robert Koch-Institut wurden seit Anfang Mai 2011 insgesamt 520 HUS-Fälle mitgeteilt.

Das Bundesamt für Risikobewertung rät weiterhin, Tomaten, Salatgurken und Blattsalate nicht roh zu verzehren.

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May 31, 2011

Spanische Gurken sind nicht die Ursache der EHEC-Erkrankungen in Deutschland

Spanische Gurken sind nicht die Ursache der EHEC-Erkrankungen in Deutschland

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Veröffentlicht: 18:23, 31. Mai 2011 (CEST)
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Komkommer Cucumis sativus 'Melita'.jpg

Hamburg (Deutschland), 31.05.2011 – Die Quelle der EHEC-Erkrankungen liegt weiter im Dunkeln. Der Stamm der Bakterien bei den Patienten stimmt laut Forschern nicht mit dem auf den spanischen Gurken überein. Die Behörden warnen trotzdem weiter vor dem Verzehr von Gurken, Tomaten und Blattsalat.

Vier Salatgurken waren in Hamburg entdeckt worden, auf denen sich die Erreger befanden. Drei der Gurken waren aus Spanien, eine vermutlich aus den Niederlanden. Die Erreger auf zwei der spanischen Gurken stehen fest; für die beiden anderen liegen noch keine Ergebnisse vor.

Topographische Bilder von Kolonien mit E. coli

Seit Dienstag ist das erste Todesopfer der Krankheit außerhalb Deutschlands zu beklagen. Es handelt sich um eine 50-jährige Frau aus Schweden. Auch sie dürfte sich in Deutschland infiziert haben. In Deutschland sind es jetzt 15 Tote, 13 davon Frauen. 1.400 EHEC-Infektionen oder -Verdachtsfälle gibt es bundesweit. Der Schwerpunkt der Infektionen liegt weiter in Norddeutschland.

Hoffnung wird auf den in Münster entwickelten Schnelltest gesetzt, der kleinste Mengen der Bakterien beim Menschen und auf Gemüse nachweisen soll.

EHEC stellt eine Sonderform von Kolibakterien dar. Diese Form setzt im Darm Giftstoffe frei, die zu einer Durchfallerkrankung führen können. EHEC kommt normalerweise im Darm von Rindern, Schafen, Ziegen, Rehen, Hirschen und anderen Wiederkäuern vor. Bei Haustieren und Schweinen wurde der Keim ebenfalls nachgewiesen. Die Übertragung erfolgt bei mangelnder Hygiene über Lebensmittel, die von den Tieren stammen oder mit dem Kot der Tiere in Berührung gekommen sind. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist ebenfalls möglich.

Bei schweren Verläufen der Krankheit kommt es zum Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS). Hier werden Blutzellen zerstört und die Nierenfunktion geschädigt. Dies tritt normalerweise meist bei Säuglingen und Kleinkindern auf. Bei den aktuellen Fällen sind ungewöhnlicherweise Erwachsene betroffen.

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  • Portal:Gesundheit

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May 11, 2011

Klimawandel: Exotische Mücken in Deutschland gesichtet

Klimawandel: Exotische Mücken in Deutschland gesichtet

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Veröffentlicht: 15:01, 11. Mai 2011 (CEST)
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Aedes albopictus (Asiatische Tigermücke)

Hamburg / Heidelberg (Deutschland), 11.05.2011 – Der Klimawandel bringt es in Verbindung mit der Globalisierung mit sich, dass auch in Deutschland Tiere heimisch werden, die hier zuvor nicht beobachtet wurden. Zu diesen Neuankömmlingen gehören auch exotische Stechmücken, beispielsweise der japanische Buschmoskito (Ochlerotatus japonicus). Mit den exotischen Stechmücken kommen auch neue Infektionserreger nach Deutschland, die möglicherweise auch bisher unbekannte Krankheiten beim Menschen auslösen können.

Eine Forschergruppe identifizierte jetzt einige bisher nur in Afrika und Asien vorkommende Erreger: die Sindbis-, Batai- und Usutu-Viren, die bei Menschen teilweise schwerwiegende Erkrankungen verursachen können. Zur Abschätzung des von den neu auftretenden Erregern und Mückenarten ausgehenden Risikos etabliert sich zurzeit ein neues Forschungsprojekt. Anfang 2011 wurde das interdisziplinäre Projekt ins Leben gerufen, das den Namen trägt: „Vorkommen und Vektorkompetenz von Stechmücken in Deutschland“. Zwei wissenschaftliche Einrichtungen sind hier federführend: Das Senckenberg Deutsches Entomologische Institut (SDEI) in Müncheberg (Brandenburg) und das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI).

Als ein erstes Ziel der Forschungsarbeit wird die Erstellung einer Mückenkarte für Deutschland angestrebt. „Innerhalb weniger Jahre wollen wir einen Überblick über die Artenverteilung der Mücken haben und wissen, was an Viren in ihnen steckt“, so Professor Sven Klimpel, Leiter des SDEI und des Projektbereichs Medizinische Biodiversität und Parasitologie des „Biodiversität und Klima Forschungszentrums“ (BiK-F) in Frankfurt. Das Projekt wird von der Leibniz-Gemeinschaft mit 762.000 Euro gefördert.

Das Bernhard-Nocht-Institut ist eine international anerkannte Forschungseinrichtung, die eine langjährige Erfahrung in der Virendiagnostik in das Projekt einbringen kann. Es verfügt über Laboratorien der höchsten Sicherheitsstufe, die erforderlich sind, um neue Viren mit unbekanntem Gefährdungspotential zu untersuchen. Das „Senckenberg Deutsche Entomologische Institut“ in Müncheberg kann auf eine weltweit einmalige Insektensammlung verweisen, die die taxonomische Bestimmung neuer Mückenarten sehr erleichtert. In ganz Deutschland werden nun Mücken gefangen – von wissenschaftlichen Einrichtungen und sogar der Bundeswehr. Jedes gefangene Insekt erhält einen Punkt auf einer Deutschlandkarte.

Mit der neu entdeckten, aus Asien stammenden Mückenart konnten in Deutschland bisher 48 Stechmückenarten von den Entomologen nachgewiesen werden. Seit einigen Jahren breitete sich die Malaria-Mücke Anopheles plumbeus in Südwestdeutschland aus. Auch die Asiatische Tigermücke, die unter anderem das gefährliche Denguefieber verbreitet, schaffte es 2008 in die Schlagzeilen, weil sie am Rhein gefunden wurde.

Am 30. und 31. Mai 2011 werden auf einer Veranstaltung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der European Mosquito Control Association (EMCA) Erkenntnisse aus der bisherigen Arbeit der Forscher vorgestellt. Ziel ist die Koordinierung von Forschungen und Überwachungsmaßnahmen auf europäischer Ebene.

Zur Panik besteht indes „zurzeit“ kein Anlass. Beruhigend erklärte Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe am BNI: „Alle Untersuchungen der letzten Jahre zeigen deutlich, dass andere von Stechmücken übertragenen Viren, die weltweit von großer medizinischer Relevanz sind, wie etwa das West-Nil- oder das Dengue-Virus, bisher in Deutschland nicht nachgewiesen werden konnten und daher Erkrankungsfälle mit diesen Viren zur Zeit unwahrscheinlich sind.“

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Klimaerwärmung
  • Schädlingsbekämpfer am Rhein gehen gegen die Asiatische Tigermücke vor (07.04.2008)

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May 3, 2011

Sichelzellenanämie macht resistent gegen Malaria: neue Therapiechancen

Sichelzellenanämie macht resistent gegen Malaria: neue Therapiechancen

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Veröffentlicht: 13:32, 3. Mai 2011 (CEST)
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Verbreitung der Sichelzellenanämie

Verbreitung der Malaria

Leipzig (Deutschland) / Paris (Frankreich) / Oeiras (Portugal), 03.05.2011 – Es kommt Bewegung in die Erforschung der Ursachen der Sichelzellenanämie. Einem Forscherteam der Universitäten in Oeiras (Portugal), Leipzig (Deutschland) und Paris (Frankreich) gelang jetzt die Aufdeckung der molekularen Mechanismen, die zur Resistenz der von dieser Blutkrankheit Betroffenen gegen den Malaria-Erreger führen. Dadurch erschließen sich vielversprechende Perspektiven zur Therapie der Malaria auch bei Patienten, die keine Sichelzellenanämie haben.

In ihrer Forschungsarbeit, die in Bd. 145, S.389, (2011) der wissenschaftlichen Zeitschrift Cell veröffentlicht wurde, gingen die Wissenschaftler der Frage nach, warum Menschen, die von einer bestimmten Mutation der roten Blutkörperchen betroffen sind, die unter dem Namen Sichelzellenanämie bekannt geworden ist, gegen Malaria resistent sind.

Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass zum Beispiel in bestimmten Regionen Afrikas, in denen Malaria epidemieartig auftritt, Menschen mit einer Mutation der roten Blutkörperchen, wie sie bei der Sichelzellenanämie auftritt, einen Evolutionsvorteil hatten. (Der Evolutionsvorteil trifft jedoch nur für Menschen zu, die die Erbkrankheit nur von einem Elternteil geerbt hatten. In einigen Gegenden Afrikas beträgt der Anteil der Sichelzellenträger bis zu 40 Prozent der Bevölkerung.) Bei reinerbig Erkrankten, wo also beide Elternteile das Gen vererbt hatten, trat die lebensbedrohliche Sichelzellenanämie auf. [1]

Bei Menschen mit diesen mutierten Blutkörperchen war bisher vermutet worden, dass Malaria-Erreger im Blut von Sichelzellträgern stärker vom Immunsystem bekämpft würden. Man nahm an, die Erreger könnten nicht in diese mutierten roten Blutkörperchen eindringen. Das traf jedoch nicht zu. Ingo Bechmann, einer der Forscher und Direktor des Instituts für Anatomie an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, spricht von einem „völlig unerwarteten Ergebnis“. Nach seinen Worten gibt es bei Sichelzellträgern einen zusätzlichen Mechanismus, der vor entzündlichen Prozessen schützt, die normalerweise bei einer Malariainfektion auftreten. Beim normalen Verlauf einer Malariaerkrankung werden vom Erreger befallene rote Blutkörperchen zum Platzen gebracht. Dabei werden massenweise Abbauprodukte der Blutkörperchen, darunter der rote Blutfarbstoff Häm freigesetzt. Einmal ins Blutserum freigesetzt, entfaltet der rote Blutfarbstoff eine giftige Wirkung und löst eine Entzündung aus. Es kommt zu einer heftigen Immunreaktion, die mit Fieberschüben verbunden ist. Das Besondere beim (mutierten) Sichelzell-Hämoglobin ist nun, dass ein besonderes Enzym, die Hämoxidase1, genau diesen für das Blut giftigen Blutfarbstoff zersetzt. Bei diesem Zersetzungsprozess entsteht auch das geruchlose Gas Kohlenstoffmonoxid, das weiterhin noch eine besondere Rolle bei der Resistenzbildung spielt. Es blockiert nämlich auf dem Hämoglobinmolekül die Freisetzung des roten Blutfarbstoffs Häm. Damit wird der Prozess, der bereits durch das Enzym Hämoxidase1 ausgelöst wird, (im Sinne einer positiven Rückkopplung) weiter verstärkt. Typische Entzündungsreaktionen, die bei einer Malariainfektion als „Nebeneffekt“ ausgelöst werden, wie zum Beispiel Malariaencephalitis, können so unterbunden werden.

Die Kenntnis der besonderen Rolle, die das Enzym Hämoxidase1 ebenso wie das Gas Kohlenstoffmonoxid bei der Immunität von Sichelzellenträgern gegen Malaria spielt, könnte neue Möglichkeiten der Therapie auch bei Menschen eröffnen, die „normale“ rote Blutkörperchen besitzen.

Zurzeit sterben weltweit noch 750.000 Menschen an dem Erreger, der durch die Anopheles-Mücke übertragen wird, der Malaria. Der UN-Sonderbeauftragte für Malaria, Ray Chambers, erklärte in der letzten Woche, in den letzten Jahren seien rund drei Milliarden Euro zur Bekämpfung der Malaria ausgegeben worden. Die Gelder seien vorwiegend in die Entwicklung von Impfstoffen geflossen, die jedoch nur in 50 bis 60 Prozent der Fälle wirksam seien.

Themenverwandte Artikel

Quellen

Einzelnachweise

  1. Sichelzellenanämie wird kodominant vererbt. Das heißt: In den Heterozygoten (also Keimzellen, die auf dieses Merkmal mischerbig sind) wird sowohl das normale Hämoglobin als auch das Sichelzell-Hämoglobin (Hb-S) gebildet. vgl. dazu: biologie-lexikon.de: Stichwort: Sichelzellanämie

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April 8, 2011

WHO: Die Welt steuert auf ein post-antibiotisches Zeitalter zu

WHO: Die Welt steuert auf ein post-antibiotisches Zeitalter zu

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Veröffentlicht: 18:32, 8. Apr. 2011 (CEST)
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Genf (Schweiz), 08.04.2011 – Am gestrigen Weltgesundheitstag sprach Margaret Chan, die WHO-Generaldirektorin, eine deutliche Warnung aus. Wegen des sorg- und verantwortungslosen Umgangs mit Antibiotika drohen immer mehr dieser Mittel ihre Wirkung zu verlieren. Mehr und mehr Keime und Bakterien entwickeln Resistenzen und sprechen nicht mehr auf eine Behandlung an. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet, dass schon bald einfache Infektionen nicht mehr geheilt werden können und bei den Erkrankten zum Tod führen.

Die WHO-Europazentrale in Kopenhagen gab bekannt, dass in den EU-Ländern im Jahr 2010 etwa 25.000 Menschen durch Infektionen starben. Die Infektionen finden dabei häufig in Krankenhäusern statt. Werden Behandlungen nicht fachgerecht durchgeführt, so überleben die hartnäckigsten Bakterien und vermehren sich. So entstehen Bakterienstämme, die gegen ein oder mehrere Antibiotikapräparate Resistenzen entwickelt haben. Bei den Klinikinfektionen besonders gefürchtet ist der Keim „Methicillin-resistentes Staphylococcus aureus (MRSA)“.

Die 2010 gemeldeten 440.000 neuen Tuberkuloseerkrankungen (TBC) stellen ein besonderes Problem dar. Hier dauert eine fachgerechte Behandlung sechs Monate. Besonders in Entwicklungsländern werden solche Behandlungen immer wieder unterbrochen, beispielsweise weil das Antibiotikum nicht vorrätig ist: genau das Szenario, bei dem es zu Resistenzbildungen kommt. Diese besonders gefährlichen Bakterienstämme verbreiten sich schnell weltweit. Ähnliche Probleme gibt es bei dem AIDS-Erreger HIV und bei der Malaria.

Besorgniserregend sei insbesondere, dass Antibiotika in 14 von 21 osteuropäischen Ländern ohne ärztliches Rezept frei verkäuflich sind. Dies kommen beispielsweise in Tiermastbetrieben zum Einsatz, wo es vorbeugend verabreicht wird.

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March 18, 2011

Umweltbundesamt lässt Lärmwirkungen untersuchen

Umweltbundesamt lässt Lärmwirkungen untersuchen

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Veröffentlicht: 19:38, 18. Mär. 2011 (CET)
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Bremen (Stadt) (Deutschland), 18.03.2011 – Am 15. März 2011 wurde der Öffentlichkeit ein neues Forschungsprojekt vorgestellt. Der ehemalige Leiter des Bremer Instituts für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS), Professor Dr. Eberhard Greiser, erläuterte die von ihm geplante Studie, die vom Umweltbundesamt gefördert wird, während einer Veranstaltung im Presseclub im Schnoor. Eingeladen hatte die Vereinigung zum Schutz Flugverkehrsgeschädigter (VSF).

Greiser hatte im Jahre 2006 am Beispiel des Köln-Bonner Flughafens einen Zusammenhang zwischen nächtlichem Fluglärm und erhöhtem Arzneimittelverbrauch bei Herz- und Kreislauferkrankungen festgestellt. Er begründet die Lärmwirkung mit der Evolution: Früher habe plötzlicher Lärm Gefahr bedeutet. Deshalb würden Stresshormone freigesetzt, damit der Mensch flüchten könne. So sei auch die Wirkung nächtlichen Flugzeugverkehrs zu erklären, der die schlafenden Anwohner eines Flughafens in Aufregung versetze. Dadurch könnten sich langfristige Gesundheitsschäden ergeben.

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