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October 8, 2014

Fotostrecke: 25.000 gedenken marschierend dem Massaker von Tlatelolco

Fotostrecke: 25.000 gedenken marschierend dem Massaker von Tlatelolco

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Veröffentlicht: 21:50, 8. Okt. 2014 (CEST)
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Mexiko-Stadt (Mexiko), 08.10.2014 – Beim Massaker von Tlatelolco am 2. Oktober 1968 ermordeten Sicherheitskräfte 200 bis 300 friedlich demonstrierende Studierende in einem Stadtteil von Mexiko-Stadt. Am 46. Jahrestag fand ein Gedenkmarsch mit über 25.000 Teilnehmern statt. Die Veranstaltung verlief weitgehend friedlich. Einige Studierende nutzten die Kundgebung, um ihrer Ablehnung einer Bildungsreform unter Staatspräsident Enrique Peña Nieto Ausdruck zu verleihen.

Quellen[Bearbeiten]

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January 19, 2012

Besetzung des Rektorats der TU Dresden beendet

Besetzung des Rektorats der TU Dresden beendet

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Veröffentlicht: 20:59, 19. Jan. 2012 (CET)
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Besetztes Rektorat der TU Dresden im Januar 2012

Dresden (Deutschland), 19.01.2012 – Im Laufe der vergangenen Nacht endete die Besetzung des Rektorats an der TU Dresden friedlich. Die besetzenden Studierenden forderten, dass keine Stellen an der TU Dresden gekürzt werden, dass der Rektor sich öffentlich positioniert, einen transparenteren und offeneren Dialog über zukünftige Bedingungen an der TU Dresden führt und im Detail über Veränderungen im Rahmen der Exzellenzinitiative unterrichtet. Desweiteren forderten die Besetzer ein gemeinsames Auftreten der Professoren, Mitarbeiter und Studierenden nach außen und riefen zu Solidarität und Zusammenarbeit zwischen den Akteuren innerhalb der Universität auf.

Diskussionen im Senatssaal mit den Besetzern

Rektor stellt sich den Gesprächen

Nachdem die Studierenden an der hochschulöffentlichen regulären Senatssitzung im Rektorat teilnahmen und der Rektor Hans Müller-Steinhagen die Senatssitzung wegen eines Ministergesprächs zeitiger verlassen musste, folgten Einzelne in die Büroräume von Hans Müller-Steinhagen und kommunizierten, dass für die Studierenden im Saal jetzt sofort Gesprächsbedarf bestünde. Diese heftigste Situation des Abends mündete in Wortgefechten und der Alarmierung der Polizei. Später nach Abreise des Rektors zum geplanten Termin wurde gegenüber der Polizei durch das verbleibende Rektorat kommuniziert, dass ein Eingriff der Einsatzkräfte nicht nötig sei. Die Studierenden wurden nach heftigen Diskussionen auf den Gang des Gebäudes außerhalb der Räume vertröstet, durften auf Wunsch auch weiterhin an der Senatssitzung teilnehmen, welche später vorzeitig abgebrochen wurde.

Entgegen den Angaben der Pressesprecherin Kim-Astrid Magister in den Dresdner Neueste Nachrichten fand zu dieser Zeit eine Besetzung des Gebäudes statt.[1] Eine Rücknahme dieser Falschmeldung der Öffentlichkeitsarbeit der TU Dresden steht aus. Einigen rektornahen Studierenden in den folgenden Plena, welche im Rahmen von Besetzungen durchgeführt werden, um den Willen der Anwesenden zu ermitteln, war es ein großes Anliegen, dass keine Presse informiert würde. Diese Personen entfernten auch zeitweilig die Banner am Außengebäude und sabotierten somit einen öffentlichkeitswirksamen Kommunikationsablauf.

Nach den ersten Plena der Studierenden und Koordination des weiteren Vorgehens gab es vom Rektor ein Gesprächsangebot für 20:00 Uhr, welches wahrgenommen wurde. Im dreigliedrigen Ablauf wurde Hans Müller-Steinhagen erst das Wort gegeben, sich zu den Forderungen der Studierenden zu äußern. Danach erfolgten kleine Gruppengespräche mit einzelnen Dekanen und Hochschulangehörigen sowie dem Generaldirektor der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek. Die Atmosphäre hierbei war angenehm, scheinbar konstruktiv, viele der Forderungen wurden allerdings nicht für die Studierenden zufriedenstellend beantwortet. Unter anderem machte der Rektor die klare Zusage, „so schnell wie möglich“ das Gespräch mit den Medien zu suchen, wo er sich eindeutig gegen die Kürzungen der Landesregierung positionieren und sich insoweit mit der Studentenschaft solidarisieren wolle.

Zudem kam die klare Zusicherung, dass jeder Student sein angefangenes Studium mit einem berufsqualifizierenden Abschluss würde beenden können. Anschließend beriet das Studierendenplenum über das weitere Vorgehen. Gegen 22:00 Uhr wurde vom Rektor Druck ausgeübt, man möge das Gebäude verlassen und anderen Ortes weitertagen. Da sich das Plenum nicht auf eine Weiterbesetzung über Nacht einigen konnte, zog man zur Planung weiterer Aktivitäten in die Räumlichkeiten des StuRa um.

Medienmaterial[Bearbeiten]

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dresdner Neueste Nachrichten (DNN) vom 18. Januar 2012

Quellen[Bearbeiten]

Originäre Berichterstattung
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Weblinks[Bearbeiten]

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February 24, 2011

Nordrhein-Westfalen ab Wintersemester 2011/2012 studiengebührenfrei

Nordrhein-Westfalen ab Wintersemester 2011/2012 studiengebührenfrei

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Veröffentlicht: 21:23, 24. Feb. 2011 (CET)
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Hannelore Kraft

Düsseldorf (Deutschland), 24.02.2011 – Am heutigen Donnerstagnachmittag, den 24.02.2011, stimmte der Landtag Nordrhein-Westfalens mehrheitlich für die Abschaffung der Studiengebühren zum Wintersemester 2011/2012. Nachdem in der vergangenen Woche sowohl der Haushaltsausschuss als auch der Wissenschaftsausschuss sich für dieses Vorhaben ausgesprochen hatten, wurde das vorgelegte Gesetz zur Abschaffung der Studiengebühren vom Landtag verabschiedet. Die rot-grüne Minderheitsregierung erreichte gemeinsam mit der Linkspartei die Mehrheit im Landtag. Der Wegfall dieser, seit dem Wintersemester 2006/2007 elementaren, Einnahmequelle der nordrhein-westfälischen Universitäten soll durch jährliche Zahlungen von mindestens 249 Millionen Euro durch die Landesregierung an die Universitäten kompensiert werden.

Die SPD und die Grünen haben damit ein essentielles Wahlversprechen eingelöst und ermöglichen Menschen aus allen Bildungsschichten, bei vorhandener Qualifikation, den gewünschten Bildungsweg einzuschlagen. Laut der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sei der heutige Tag „ein verdammt guter Tag“. Dies scheint ihr ein besonderes Anliegen gewesen zu sein, da sie selbst bei vorhandenen Studiengebühren nicht hätte studieren können. Sowohl Kinder aus Arbeiterfamilien, als auch aus der Mittelschicht profitieren von diesem Gesetz. Zu viele Menschen trauten sich nicht, ein Studium anzugehen, da die finanzielle Unsicherheit zu groß gewesen sei, argumentierte die Landesregierung.

Die Opposition, bestehend aus CDU und FDP, steht diesem Gesetz kritisch gegenüber. Die Studiengebühren eröffneten den Universitäten eine neue Einnahmequelle von bis zu 420 Millionen Euro jährlich. Die Kompensationszahlungen der Landesregierung seien „keine adäquate, ehrliche Kompensation“ für die bisher erhobenen Studiengebühren, betonte Andreas Pinkwart (FDP). Die einheitlichen Ersatzzahlungen von 249 Millionen Euro jährlich bringen laut Pinkwart deutliche Gewinner und Verlierer unter den Universitäten hervor, da die Hochschulen von der Möglichkeit, Studiengebühren zu erheben, unterschiedlich stark Gebrauch gemacht haben. Die meisten Universitäten verlangten den Höchstbetrag von 500 Euro. Auch CDU-Politiker Brinkmeier sieht dieses Gesetz mit kritischen Augen: „Der Kater wird schneller kommen, als die Sozialdemokraten denken“, da die Zahlungen zu gering seien.

Die Linkspartei betonte, dass die Zahlungen nicht zwangsweise exakt 249 Millionen Euro betragen werden, sondern wahrscheinlich steigen werden. Die Linke, die mit der Forderung der Abschaffung der Studiengebühren bereits zum Sommersemester und nach höheren Ersatzzahlungen in die Verhandlungen mit den Regierungsparteien ging, habe durch die Forderung des Wortes „mindestens“ den Weg zur möglichen Erhöhung dieser Zahlungen in naher Zukunft erreicht.

Nach Hessen und dem Saarland ist Nordrhein-Westfalen das dritte Bundesland, das Studiengebühren erfolgreich abgeschafft hat. Nun erheben nur noch vier Bundesländer in Deutschland Studiengebühren. Nach dem vergangenen Wahlsieg der SPD in Hamburg wird Hamburg voraussichtlich bald auch zu den studiengebührenfreien Bundesländern gehören.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Studiengebühren
  • Portal:Hochschulpolitik

Quellen

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July 8, 2010

Uni gegen Uni – Pläne zur Einstellung der Medizinerausbildung stammen von Kieler Dekan

Uni gegen Uni – Pläne zur Einstellung der Medizinerausbildung stammen von Kieler Dekan

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Protestbanner am Holstentor

Veröffentlicht: 09:03, 8. Jul. 2010 (CEST)
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Kiel (Deutschland), 08.07.2010 – Nach einem Bericht der Lübecker Nachrichten vom 7. Juli 2010 wurden die Pläne zur Verlagerung der Lübecker Medizinstudienplätze an die Universität Kiel von dem vormaligen Dekan der Medizinischen Fakultät Prof. Michael Illert 2009 noch zu Zeiten der CDU/SPD Landesregierung erarbeitet und in einem Geheimtreffen in Kiel vorgestellt. Das Treffen mit dem damaligen Staatssekretär und heutigen Wissenschaftsminister Jost de Jager sowie seinem damaligen Minister Werner Marnette kam nach dem Bericht auf Initiative des ehemaligen Damp-Chefs und UKSH-Sanierers Staatsekretär a.D. Carl Hermann Schleifer zustande. Die Medizinische Fakultät in Kiel und das Reha-Zentrum in Damp sind eingespielte Kooperationspartner. Bei dem Geheimtreffen soll nach dem Protokoll des Wissenschaftsministeriums insbesondere von Illert und Schleifer ausgehend eine gegen Lübeck gerichtete Stimmung geherrscht haben. Das Protokoll wurde durch die LN veröffentlicht, nachdem die Kieler Universität gestern alternative Sparkonzepte aus der Hansestadt scharf als „Piraterie“ zurückgewiesen hatte. Kiels Uni-Präsident Gerhard Fouquet sprach laut LN von einem „unberechtigten Eingriff einer Uni in die Strukturen einer anderen Universität.“ Lübecks Uni-Präsident Peter Dominiak hatte am 6. Juli 2010 die Lübecker Einsparpläne der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Süddeutsche Zeitung hatte bereits zuvor drastische Worte für die Wissenschaftspolitik des Landes Schleswig-Holstein gefunden und diese im Bundesvergleich „am Hintern der Nation“ verortet.

Themenverwandte Artikel

Quellen

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July 5, 2010

Lübeck kämpft für seine Uni

Lübeck kämpft für seine Uni – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Lübeck kämpft für seine Uni

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Veröffentlicht: 12:24, 5. Jul. 2010 (CEST)
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Sternmarsch am 1. Juli 2010

Lübeck (Deutschland), 05.07.2010 – Nach der großen Demonstration mit geschätzten 14.000 Teilnehmern vor dem Landeshaus in Kiel am 16. Juni und den Lübecker Protesten am Rande der Eröffnung der Kieler Woche kamen am Abend des 1. Juli in Lübeck auf dem Markt wieder über 8.000 Bürger zu einer vom AstA der Hochschule organisierten Kundgebung zusammen, um für den Erhalt des Studienganges Medizin an der Universität zu Lübeck zu demonstrieren, während die Spitzen der Lübecker Stadtpolitik mit Vertretern der Universität und Landespolitikern in der Lübecker Universitätskirche St. Petri kontrovers diskutierten. Die Demonstranten legten Unmengen gelber Blumen vor der Kirche nieder, um die Landespolitiker aus Kiel zu zwingen, „blühende Landschaften“ zu zertreten. Während die Landesregierung um den Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen und den Wissenschaftsminister de Jager mit diesem Schritt Einsparungen von 24 Millionen erzielen möchte, wurde aus dem Bericht des Landesrechnungshofes von Schleswig-Holstein deutlich, dass sich aus diesem Plan für das Land keine Einsparungen ergeben werden. Die Städte Lübeck und Kiel stehen seit 1937 in Schleswig-Holstein gegeneinander in einer vor Jahrhunderten angelegten Tradition feindlicher Rivalität.

Die Schließung des Studiengangs Medizin in Lübeck soll eine vollständige Privatisierung des Universitätsklinikums in Lübeck als Allgemeines Krankenhaus ermöglichen. Das Medizinstudium in Lübeck erzielt seit Jahren im Deutschlandvergleich Spitzenrankings und damit auch internationale Anerkennung. Vorschläge aus Lübeck, die auf die Einrichtung einer Stiftungsuniversität in Lübeck abzielten, wurden von der Landesregierung in Kiel in den vergangenen Jahren nicht aufgegriffen und auch derzeit mit großer Skepsis betrachtet. Das machte Wissenschaftsstaatssekretärin Cordelia Andreßen am 3. Juli 2010 auf einem Parteitag der Lübecker FDP erneut deutlich.

Quellen

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January 20, 2010

Studienbedingungen an der PH Heidelberg verschlechtern sich massiv

Studienbedingungen an der PH Heidelberg verschlechtern sich massiv

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Veröffentlicht: 23:28, 20. Jan. 2010 (CET)
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PH Heidelberg (Neubau)

Heidelberg (Deutschland), 20.01.2010 – Am 19. Januar 2010 fand an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg eine Versammlung der Studierenden des Sonderschullehramtes statt. In einem völlig überfüllten Raum informierte die Fachschaft Sonderpädagogik über die Studienbedingungen im kommenden Sommersemester. Dabei wurde deutlich, dass aufgrund des infolge eines Haushaltsloches im Etat der Hochschule eingeschlagenen Sparkurses voraussichtlich nur zweieinhalb von sechs Lehrstellen in der Psychologie besetzt werden und die Anzahl der Seminare der Frühförderung sich von 22 auf sechs reduzieren könnten.

Auch Dozenten des Fachbereiches Sonderpädagogik zeigten sich ratlos, obgleich der stellvertretende Leiter des Instituts, Wolfgang Lamers, erklärte, er tue sein Möglichstes, um diese Situation nicht eintreten zu lassen. Das Institut bemühe sich zwar um die Besetzung möglichst vieler Stellen, es sei jedoch klar, dass nicht alle besetzt werden könnten und die Seminare infolge dessen stärker überfüllt würden.

Einige Studenten befürchten, dass sich durch diese Verschlechterungen der Studienbedingungen ihr Studienabschluss weiter hinauszögern könnte. Als Reaktion planen die Studierenden nun, zahlreiche Briefe an Vertreter der Politik und der Hochschule zu senden, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Das Rektorat forderte hingegen von den Dozenten die Bereitschaft zur Mehrarbeit.

Lamers betonte außerdem, dass eine Verbesserung der Situation nicht in Sicht sei, sondern stets nur die Rettung des jeweils nächsten Semesters anstünde. Er betonte dabei, dass sich die Studienbedingungen im Vergleich zur Situation vor der Einführung von Studiengebühren erheblich verschlechtert hätten.

Quellen

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November 28, 2009

HRK weist den Ländern die Schuld an den Bologna-Missständen zu

HRK weist den Ländern die Schuld an den Bologna-Missständen zu

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Veröffentlicht: 17:27, 28. Nov. 2009 (CET)
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Leipzig (Deutschland), 28.11.2009 – Am 24. November hat die 7. Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Leipzig getagt und Stellungnahmen zum Bologna-Prozess beschlossen, in denen sie den deutschen Bundesländern die Schuld an der derzeitigen Studiensituation zuweist.

Die HRK wirft den Ländern vor, sie würden die Hochschulfinanzierung vernachlässigen, Restriktionen setzen und durch falsche Anreize zu gedrängten Curricula beitragen. Des Weiteren würden sie es an wesentlichen Punkten versäumen, Rechtssicherheit und Verlässlichkeit für Hochschulen und Studierende zu schaffen. Außerdem würden sie Koordinierungsaufgaben zwischen den Ländern vernachlässigen und das Hochschul- und Akkreditierungssystem mit Detailregulierungen belasten. Die aktuelle Bilanz des Bologna-Prozesses zeige nach Meinung der HRK sichtbare Erfolge wie die Verkürzung der realen Studiendauer oder die wachsende Akzeptanz der Bachelorabsolventinnen und -absolventen am Arbeitsmarkt. Dies sei von unabhängiger Seite bestätigt.

In Leipzig demonstrierten über 10.000 Menschen gegen die Versammlung der Hochschulrektorenkonferenz. Am Montag – zweite Tage vor Beginn der Konferenz – hatten etwa 100 Studenten den Tagungsraum besetzt. „Die Hochschulrektorenkonferenz treibt das Spiel der gegenseitigen Schuldzuweisung zwischen Bund, Ländern und Hochschulen weiter voran. Diese Schuldzuweisungen wurden schon in den letzten Wochen fälschlicher Weise als Verständnis für die Probleme der StudentInnen gedeutet “, erklärt Thomas Warnau, Mitglied im Vorstand des freien zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) und ergänzt: „Wenn die HRK die Schuld der missratenen Bologna-Reform so klar bei den Ländern sieht, wieso kommen die RektorInnen und HochschullehrerInnen dann nicht mit auf die Straße und zu den StudentInnen, um gemeinsam für ein besseres Bildungssystem zu kämpfen?“

Die Studierenden haben bis jetzt hauptsächlich Verständnis für ihren Protest erhalten, auch von Seiten der Politik. Einen Tag vor der Mitgliederversammlung der HRK meldete sich Margret Wintermantel, die Vorsitzende der HRK, im Deutschlandfunk jedoch kritisch zu Wort: Der Vorwurf der Entdemokratisierung an den Unis sei „barer Unfug“, die Studierenden seien „furchtbar ungeduldig“. Wintermantel ergänzte: „Mein Eindruck ist aber derzeit, dass es wenig konkrete Forderungen gibt, sondern eine allgemeine Unzufriedenheit mit der Studiensituation. Das macht mir schon Sorgen.“

Bundesweit wurden mittlerweile an mehr als 50 Hochschulen Hörsäle besetzt, eine Vielzahl von Demonstrationen hat stattgefunden. Die Studierenden fordern eine Verbesserung der Bologna-Reform, bei der alle Studiengänge auf Bachelor und Master umgestellt wurden. Sie verlangen mehr Geld für gute Bildung, verbesserte Lern- und Lehrbedingungen, die Abschaffung der Studiengebühren sowie eine Abkehr von der zunehmenden Verschulung der Studiengänge.

Der Rektor der Leipziger Universität, Franz Häuser, zeigte sich gestern gesprächsbereit gegenüber den Besetzern, teilweise auch auf Drängen von Parlamentariern. In Leipzig seien die Zustände nach Angaben des statistischen Landesamtes insofern dramatisch, als dort auf einen Professor 107 Studierende in den Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften kämen.

Themenverwandte Artikel

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November 14, 2009

Studentenprotest von Wien jetzt europaweit

Studentenprotest von Wien jetzt europaweit

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Veröffentlicht: 20:02, 14. Nov. 2009 (CET)
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Passau (Deutschland), 14.11.2009 – Aus der spontanen Besetzung von Universitätshörsälen in der österreichischen Hauptstadt Wien ist eine europaweite Studentenbewegung entstanden. Ab dem 28. Oktober 2009 wurde erst österreichweit besetzt. Danach solidarisierten sich viele andere Studenten an ihrer Universität mit ähnlichen Aktionen. Dies traf mit den Diskussionen zusammen, die sich im Anschluss an die Kultusministerkonferenz in Deutschland am 15. Oktober entwickelt und im Internet verbreitet hatten. Am Mittwoch, den 11. November besetzten rund 600 Studierende der Freien Universität Berlin den größten Hörsaal des zentralen Gebäudes der Geisteswissenschaften im Stadtteil Dahlem. Es folgten Proteste in den Audimax-Sälen, den jeweils größten Hörsälen, der Universitäten in Tübingen, München und Basel mit jeweils mehreren hundert Teilnehmern. Wie ZEIT ONLINE berichtet, fordern die Studenten eine „Demokratisierung der Universität, die Ausfinanzierung der Studienplätze und eine Überarbeitung der Bachelor- und Masterstudiengänge“. Kritisiert wird auch der sogenannte Bologna-Prozess, der an vielen Hochschulen und Universitäten dazu führte, dass die traditionellen Studienabschlüsse Diplom und Staatsexamen durch europaweit vergleichbare Zertifikate ersetzt werden sollen. Teilweise ist aber die Anerkennung von Studienleistungen selbst innerhalb von Deutschland nicht immer gegeben, so dass der Wechsel von einem Studienort zum anderen erschwert wird.

Jan Rosteck vom bundesweiten Bildungsstreikbündnis sagte, in Deutschland, Österreich und der Schweiz seien etwa 15 Hochschulen an den Aktionen beteiligt. Seit Montag, den 9. November ist der Potthoff-Bau in Dresden, ein Hörsaalgebäude der Technischen Universität, ununterbrochen besetzt. Besetzungen fanden auch in Turin, Rom, Lublin, London und Birmingham statt. Für Dienstag kommender Woche – den Internationalen Studententag – ist ein bundesweiter Bildungsstreik in Deutschland angekündigt worden. Der Sender Deutsche Welle berichtete in englischer Sprache von den Demonstrationen.

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November 12, 2009

Besetzung des Potthoff-Baus an der TU Dresden ging in die dritte Nacht

Veröffentlicht: 13:56, 12. Nov. 2009 (CET)
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Eingang vom besetzten Hörsaal an der TU Dresden

Dresden (Deutschland), 12.11.2009 – Studierende in Dresden gingen in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag in ihre dritte Besetzungrunde. Die Ziele haben die Besetzer in ihrem Wiki[1] niedergeschrieben und in Arbeitsgruppen diskutiert und weiter ausgearbeitet. In hitzigen Diskussionen werden weiterhin das Vorgehen, Ideen für Aktionen und das tägliche Programm besprochen.

Die BesetzerInnen handeln aus verschiedenen Motiven heraus und erkennen sich im Plenum als gleichberechtigte PartnerInnen an, welche durch Beschlüsse einen gemeinsamen Konsens erzielen wollen. Der Schwerpunkt liegt in der Arbeit in den Arbeitsgruppen, welche ihre Ergebnisse im gemeinschaftlichen Austausch vorstellen und besprechen.

Als Ziele fordern die BesetzerInnen unter anderem mehr studentische Mitbestimmung, mehr Geld für Bildung, insbesondere bessere räumliche und personelle Ausstattung, die reale Umsetzung der Freiheit von Forschung und Lehre sowie den freien Zugang zu Wissen. Die Bekundung der Solidarität mit den weltweiten Studentenbewegungen[2] ist ebenfalls ein Grundziel der Besetzung.

Quellen

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Einzelnachweise

  1. http://www.pot81.de
  2. Übersichtskarte besetzte Hochschulen
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July 7, 2009

Bundesbildungsministerin Annette Schavan spricht sich für Korrekturen an Bologna-Reform aus

Bundesbildungsministerin Annette Schavan spricht sich für Korrekturen an Bologna-Reform aus

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Veröffentlicht: 22:00, 7. Jul. 2009 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 07.07.2009 – Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat heute in Berlin die Hochschulen und Länder zu Korrekturen bei der Einführung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge aufgefordert. Die Studiengänge waren im Rahmen des Bologna-Prozesses eingeführt worden, in dessen Rahmen ein gemeinsamer europäischer Hochschulraum entstehen soll. Eine umfassende Reform der Lehrpläne sei notwendig, so die Ministerin, um die beklagte Stofffülle und Verschulung im Bachelorstudium zu beseitigen. Außerdem sollten die Studienzeitvorgaben flexibler gestaltet und der Zugang zum weiterführenden Masterstudium nicht künstlich beschränkt werden, äußerte sich Schavan. Grundsätzlich hält sie aber an der Reform fest.

20 Studentenvertreter, darunter die Organisatoren des bundesweiten „Bildungsstreiks“, und Vertreter der Hochschulrektoren- und Kultusministerkonferenz waren nach massiven Studentenprotesten Mitte Juni auf Einladung der Bundesbildungsministerin zu einem runden Tisch über die Probleme der Bologna-Studienreform nach Berlin gekommen. Vier Stunden sprachen die Teilnehmer über die Probleme, die im Zusammenhang mit der Reform entstanden sind. Während die Ministerin die Auffassung vertrat, das Gespräch habe sich gelohnt, sahen es die meisten Studenten kritischer: „Wir hätten uns mehr Konkretes gewünscht“, sagte die Vertreterin vom „fzs“, Anja Gadow. Außerdem wiesen Vertreter des „fzs“ darauf hin, dass dem Bund nach der Föderalismusreform die Kompetenz fehlen würde, bundeseinheitliche Regelungen zur Bologna-Reform zu treffen.

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, sagte: „Wir nehmen die studentische Kritik an der Verschulung des Bachelorstudiums ernst.“ Sie sprach sich für eine Verminderung der Prüfungsdichte aus. Sie räumte ein, dass es bei der Einführung der Bachelorstudiengänge vor zehn Jahren „Fehlentwicklungen“ gegeben habe.

Vor dem Ministerium versammelten sich Vertreter der Proteste spontan zu einer Kundgebung. In der offiziellen Pressekonferenz waren sie nicht zu Wort gekommen. Die Sprecherin Paula Rauch zeigte sich enttäuscht: Verbesserungsvorschläge seien ignoriert worden, auf studentische Forderungen sei nicht eingegangen worden. Sie könne nicht nachvollziehen, weshalb der Öffentlichkeit gegenüber Einigkeit verkündet worden sei. Es sei während des Gespräches nicht ergebnisoffen diskutiert worden.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Bildung

Quellen

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