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January 18, 2013

Wintereinbruch an der Levante erschwert Hilfe für Syrien-Flüchtlinge

Wintereinbruch an der Levante erschwert Hilfe für Syrien-Flüchtlinge

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Veröffentlicht: 19:00, 18. Jan. 2013 (CET)
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Weiße Pracht in Jerusalem…

Beirut (Libanon) / Jerusalem (Israel) / Genf (Schweiz), 18.01.2013 – Der Wintereinbruch der vergangenen Woche erschwert die Hilfe für syrische Flüchtlinge. Stürmisches Wetter war über die Küste der Levante gezogen. Starker Schneefall hatte in Israel die Sperrung der Autobahnverbindung zwischen Jerusalem und Tel Aviv verursacht. Nicht befahrbar waren weitere Straßen im Norden Israels und im Westjordanland. In den Tagen zuvor hatte bereits ergiebiger Regen und starker Wind zu Schäden und Behinderungen geführt, weil Straßen, Häuser und Felder überflutet wurden. Betroffen von dem schlechten Wetter waren außer Israel der Gazastreifen, das Westjordanland, die Golanhöhen, Jordanien und der Libanon. In Israel und im Libanon starben mindestens drei Personen durch die Auswirkungen des schlechten Wetters, und mindestens fünf weitere kamen im Westjordanland um.

Das Wetter brachte am 9. und 10. Januar zwischen zehn und zwanzig Zentimetern Schnee in Jerusalem, Ost-Jerusalem, Ramallah und Bethlehem. In Hebron fielen dreißig Zentimeter Schnee, und am Berg Hermon im Norden Israels wurden bis zu neunzig Zentimeter Schnee registriert. Der Sturm hatte seine Energie aus der warmen, feuchten Luft des Mittelmeeres geschöpft, die ostwärts in Richtung der Levante gezogen war. Das Tiefdruckgebiet hatte sich verstärkt, als es mit dem südwestlichen Rand einer großen Kaltluftmasse zusammenstieß, die sich von Osteuropa und der Türkei bis nach China erstreckte. Diese war für die Kälte in China verantwortlich. Nachdem das Zentrum des Systems die Küste überquert hatte, sorgte es dafür, dass Kaltluft vom Norden in den östlichen Mittelmeerraum gelangte und der Regen in Schnee überging. Der Wintereinbruch war der schlimmste der vergangenen zwei Jahrzehnte, meldete die Nachrichtenagentur Reuters.

Im Südosten des Libanons wurde bei Hasbaya eine Straße durch einen Erdrutsch unterbrochen. Die Region verzeichnet in diesem Winter überdurchschnittliche Niederschläge, was zu einer Verbesserung der Trinkwasserversorgung in Israel und den besetzten Gebieten beitragen dürfte. Der See Genezareth erreicht derzeit, auch durch höheren Anteil der Trinkwassergewinnung in Entsalzungsanlagen, den höchsten Wasserstand seit Jahren.

Das jordanische Flüchtlingslager Za’atri wurde teilweise überflutet. Hier kommen durchschnittlich über 1.100 Flüchtlinge am Tag an. Viele der Flüchtlinge leben in nur notdürftig beheizten Unterkünften. Die jordanische Regierung geht davon aus, dass seit Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien rund 280.000 Syrer nach Jordanien geflohen sind; davon wurden bislang 176.569 vom UNHCR registriert.

Auch im Libanon werden knapp 200.000 syrische Flüchtlinge vom UNHCR betreut. In der Bekaa-Ebene hat Hochwasser die Flüchtlingslager al-Marj und al-Faour in Mitleidenschaft gezogen. Auch in der Türkei und im Irak wirken sich Schnee und Kälte auf die Situation der Flüchtlinge aus. Insgesamt betreuen UNHRC, Caritas und Roter Halbmond derzeit über 600.000 syrische Flüchtlinge.

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December 28, 2012

Hochwassergefahr in Deutschland bleibt über den Jahreswechsel hoch

Filed under: Hochwasser,Offenbach am Main,Themenportal Deutschland — admin @ 5:00 am
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Die Löschung dieser Seite wurde beantragt.

Über diesen Antrag wird auf Wikinews:Löschkandidaten diskutiert.

Antrag eintragen, falls noch nicht eingetragen! Antragsteller/Datum des Antrags: –Fmrauch (Diskussion) 02:50, 29. Dez. 2012 (CET)

Überflutete Flächen in Düsseldorf-Benrath

Offenbach am Main (Deutschland), 28.12.2012 – Nach vorübergehender Entspannung während der Weihnachtstage steigen die Pegel an Rhein, Mosel und anderen Flüssen wieder. Am Oberrhein war der Schiffsverkehr während der Weihnachtstage eingestellt worden, jedoch am 2. Weihnachtstag zwischen der Schleuse Iffezheim und Germersheim wieder freigegeben worden. Nach den Angaben der Wasserschutzpolizei in Karlsruhe könnte wegen weiterer Regenfälle und fortgesetzten Tauwetters in den nächsten Tagen eine erneute Zwangspause erforderlich werden.

Die Hochwasserschutzzentrale in Köln erwartet für die Domstadt die Scheitelhöhe des Hochwassers für den Silvestertag bei etwa acht Metern.

Warmes Wetter sorgte auch in Sachsen für hohe Wasserstände, doch werden hier nach Angaben der Hochwassermeldezentrale in Dresden die Hochwasseralarmstufen nicht erreicht werden. Aufgrund sinkender Temperaturen ist hier das Ende des Tauwetters in Sicht, und für die Schwarze und Weiße Elster sowie für Nebenflüsse am Oberlauf von Spree und Elbe werden bereits sinkende Pegel vorhergesagt. Die Elbe war am Pegel Dresden bereits von 3,79 Meter am 2. Weihnachtstag auf 3,40 Meter am 27. Dezember zurückgegangen.

Eine 74-jährige Frau, die bei Gräfendorf im Main-Spessart-Kreis seit dem vergangenen Sonntag vermisst wird, wurde vermutlich beim Versuch an einer Brücke das Hochwasser zu durchwaten von der Saale mitgerissen. Die Suche nach der Frau war am Heiligabend ergebnislos geblieben.

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  • Portal:Wetter
  • Portal:Hochwasser

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February 5, 2012

Überschwemmungen in zwei australischen Bundesstaaten nehmen katastrophale Ausmaße an

Überschwemmungen in zwei australischen Bundesstaaten nehmen katastrophale Ausmaße an

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Veröffentlicht: 00:02, 5. Feb. 2012 (CET)
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Überflutete Straße in New South Wales (Bild aus 2011)

Brisbane / Sydney (Australien), 05.02.2012 – Die lang anhaltenden Regenfälle in Australien haben in den Bundesstaaten Queensland und New South Wales im Osten Australiens zu katastrophalen Überschwemmungen geführt. Mehrere tausend Bewohner des südlichen Queensland und des New England North West sind von der Außenwelt abgeschnitten. Die betroffenen Gebiete Queenslands wurden von Premierministerin Anna Bligh zum Katastrophengebiet erklärt.

In Roma im Südosten Queenslands war der Bungil Creek über die Ufer getreten. Der rasche Anstieg des Wassers hatte die Zeit für Vorbereitungen verkürzt. Wie Robert Loughnan, der Bürgermeister der Maranoa Region, den Medien sagte, sei die Zeit für das Befüllen von Sandsäcken vorbei; nun müsse man die Bewohner niedrig gelegener Gebiete in Sicherheit bringen. Helfer konnten einen Jungen retten, nachdem das Auto seiner Mutter von den Fluten mitgerissen worden war. Die Retter schafften es jedoch nicht, auch die Mutter in Sicherheit zu bringen; sie wurde vom Wasser weggespült. Die Suche nach ihr blieb bis Freitagabend erfolglos.

In Mitchell wird ein Anstieg des Maranoa River auf über zehn Meter erwartet, was ein neuer historischer Höchststand wäre. Die Stadt ist ohne elektrischen Strom, weil eindringendes Wasser in einem Teil der Stadt zu einem Versagen führte und im Rest der Stadt die Versorgung daraufhin abgeschaltet wurde. In Roma sind mindestens 350 Haushalte ohne Strom. In Charleville drohte eine Hochwasserbarriere nachzugeben. Der Warrego River erreichte hier einen Stand von 7,7 Metern. Die Zivilschutzbehörde von Queensland ließ Material in die Stadt bringen, sodass eine temporäre Hochwasserbarriere errichtet werden kann, falls die ursprüngliche Absperrung versagt.

Auch in St. George und anderen Städten werden am Wochenende noch nie beobachtete Hochwasserstände befürchtet. „Wir bewegen uns auf völlig neuen Gebieten, das kommende Wasser bricht alle Rekorde für diese Region“, sagte Premierministerin Bligh. Australiens Oppositionsführer Tony Abbott bezeichnete das Hochwasser in den beiden Bundesstaaten als vernichtend. „Offensichtlich sind die Herzen aller Australier bei den Leuten in diesen Gebieten, die jetzt – schon wieder – von Hochwasser betroffen sind“, sagte er.

In Nordwesten von New South Wales hat die Hochwasserwelle teilweise ihren Höhepunkt bereits erreicht. Um 10.15 Uhr Ortszeit am Freitag hat der Mehi River in Moree im Nordwesten von New South Wales seinen höchsten Stand mit einem Pegelstand von 10,69 Metern erreicht – einem Wert, der zuletzt 1976 erreicht worden war – und um elf Uhr kulminierte der Gwydir River in Yarraman bei 7,53 Metern, doch weiter flussabwärts war das Wasser im Laufe des 3. Februars noch am Steigen. Bereits am Sinken waren die Wasserstände des Peel River in Tamworth und des Namoi River in Narrabri, da es in den Einzugsgebieten dieser beiden Gewässer seit dem Morgen des 2. Februars zu keinen nennenswerten Niederschlägen mehr gekommen war. Der Namoi River erreichte in Wee Waa seinen höchsten Stand bei 7,3 Metern am Freitag um 8.30 Uhr. Starke Niederschläge im Bereich von Mungindi führten allerdings zu einem starken Anstieg der Wasserstände am Barwon River.

In der 8.000-Einwohner-Stadt Moree stehen zahlreiche Straßen und Grundstücke unter Wasser. Der Ministerpräsident des Bundesstaates, Barry O′Farrell, der die Stadt im Hubschrauber überflogen hatte, verglich einige der Straßen des Ortes mit den Kanälen in Venedig. Der Norden Morees ist vom restlichen Stadtgebiet abgeschnitten. Von den Fluten eingeschlossene Bewohner wurden teilweise mit Hubschraubern von den Dächern ihrer Häuser und Autos gerettet. Insgesamt wurden hier 1.600 Einwohner in Sicherheit gebracht. Unweit Morees wurde ein Mann von einer Schlange gebissen, die vor dem steigenden Wasser im Haus des Mannes Zuflucht gesucht hatte.

Bereits die letztjährige Monsunsaison hatte vor allem im Osten und Norden Queensland zu starkem Hochwasser geführt. Dabei waren Anfang 2011 insgesamt 35 Personen ertrunken.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Australien
  • Portal:Naturkatastrophen
  • Portal:Hochwasser

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November 12, 2011

Hochwasser in Thailand weicht zurück, doch Seuchengefahr steigt

Hochwasser in Thailand weicht zurück, doch Seuchengefahr steigt

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Veröffentlicht: 13:14, 12. Nov. 2011 (CET)
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Das Bild zeigt einen Helicopter der US Navy über den überschwemmten Gebieten im Großraum Bangkok

Foto: US Navy

Bangkok (Thailand), 12.11.2011 – Das Rekordhochwasser, das seit mehreren Monaten in Thailand herrscht und in den beiden letzten Wochen Teile der Hauptstadt Bangkok überschwemmt hatte, weicht langsam zurück. Es soll noch mindestens zehn Tage dauern, bis der Großteil des Wassers abgelaufen ist. Gleichzeitig steigt die Gefahr, dass in den Hochwassergebieten Seuchen ausbrechen können. Einige Staaten, darunter Australien, haben Reisewarnungen herausgegeben. Mindestens 529 Menschen sind in den Fluten ertrunken, die Ende Juli begonnen hatten, als die Ausläufer eines tropischen Sturmes im Norden und Nordosten Thailands zu erheblichen Starkregenfällen führten.

In Bang Phlat, einem Stadtbezirk auf dem westlichen Ufer des Chao Phraya (Aufnahme vom 31. Oktober)

Foto: Voice of America

Bei dem Hochwasser handelt es sich um das schwerwiegendste in Thailand seit fünf Jahrzehnten, und noch immer sind 24 Provinzen des Landes betroffen. Nach Angaben der Universität der Thailändischen Handelskammer kann der Sachschaden 33 Milliarden australische Dollar erreichen. Durch die Auswirkungen hätten etwa eine Million Thailänder ihren Job verloren.

Der internationale Flughafen der Stadt, Bangkok-Suhvanabhumi, wird von einer dreieinhalb Meter hohen Mauer aus Sandsäcken geschützt, doch der für den innerstaatlichen Flugverkehr genutzte Flughafen Don Muang ist seit Ende Oktober überflutet.

Die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Wasser zu versorgen, wird immer schwieriger. Mineralwasser ist in den Läden seit Wochen häufig ausverkauft. Durch Überschwemmungen der Straßen reißen die Lieferketten ab. Betroffen ist seit kurzem auch eine Autobahn nach Bangkok, die aus dem Süden kommt.

Durch den Produktionsausfall bei Festplatten sind weltweit die Preise angestiegen. Preissteigerungen von 80 bis 100 Prozent waren zu verzeichnen.

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November 5, 2011

Genua: Tod und Zerstörung durch schwere Unwetter

Genua: Tod und Zerstörung durch schwere Unwetter

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Veröffentlicht: 13:25, 5. Nov. 2011 (CET)
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Genua (Italien), 05.11.2011 – Mindesten sieben Menschenleben forderten schwere Unwetter in Ligurien im Nordwesten Italiens. Vier Menschen werden noch vermisst. Es entstand erheblicher Sachschaden. Besonders betroffen war die Stadt Genua, wo mehrere Stadtviertel überflutet wurden. Teilweise fiel der Strom aus. Mehrere Wasserläufe in der Stadt traten über die Ufer, darunter Bisagno und Ferreggiano. Zahlreiche Anwohner mussten die oberen Stockwerke ihrer Häuser aufsuchen und teilweise auf die Dächer klettern.

Der Ferreggiano riss zahlreiche Autos mit und beschädigte eine Gasleitung, aus der nachfolgend Gas ausströmte. Aus Sicherheitsgründen wurden in mehreren Stadtteilen Genuas Strom- und Gasversorgung unterbrochen. In Fiumaretta bei La Spezia wurden 200 Einwohner evakuiert.

Die Bewohner der Region wurden von den Behörden aufgerufen, Fahrten mit dem Auto zu vermeiden. Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen im Eisenbahnverkehr sowie auf der Autobahn Genua–Mailand. Der Hauptbahnhof musste wegen des Unwetters geschlossen werden. Zu Verspätungen kam es auf dem Flughafen der Stadt.

Unser Archivbild zeigt den Bisagno trocken. Ein Teil des Flusses wurde inzwischen überbaut, um Parkplätze zu schaffen

Foto: Twice25 und Rinina25

Fünf Menschen, darunter zwei Kinder, ertranken in einem Hauseingang, in dem sie Zuflucht suchten. Eine Frau wurde von Autos erdrückt, die von der Kraft des Wassers herumgewirbelt wurden. In den Stadtteilen Bavari und San Desiderio ereigneten sich Erdrutsche.

Erst vor zehn Tagen hatten Unwetter in der Toskana und in Ligurien gewütet. Zehn Menschen waren gestorben, die Regierung in Rom erklärte den Notstand. Hunderte Betroffene mussten in Sicherheit gebracht werden. Es sind immer noch 450 Soldaten, 200 Feuerwehrmänner und tausende von Freiwilligen tätig, um in der bei Urlaubern beliebten Küstenregion Cinqueterre in den Orten Monterosso al Mare und Vernazza die Folgen von Sturzfluten und Murenabgängen zu beseitigen.

Monterosso wurde durch die Folgen des Unwetters verwüstet. Angelo Betta, der Bürgermeister des Ortes hatte damals vor der Presse geklagt: „Monterosso gibt es nicht mehr.“

Wetterbesserung ist nicht in Sicht. Besonders in der Schweiz und im Osten Frankreichs, also im Einzugsgebiet von Pó und Rhône, soll ergiebiger Starkregen fallen. Nach Angaben des Meteorologen Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach ist dort mit bis zu 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter am Tag zu rechnen.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Naturkatastrophen

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September 20, 2011

Japan: Massen-Evakuierung wegen Taifun „Roke“

Japan: Massen-Evakuierung wegen Taifun „Roke“

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Veröffentlicht: 23:20, 20. Sep. 2011 (CEST)
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Prognostizierte Zugbahn

Grafik: Joint Typhoon Warning Center

Tokio (Japan), 20.09.2011 – Ein ganzes Land wappnet sich: Japan wird erneut von einem Taifun bedroht. Am Mittwoch soll „Roke“ um 17:00 Uhr Ortszeit (ca. 10:00 Uhr MESZ) in Zentraljapan auf das Festland treffen. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 144 Kilometern pro Stunde wird er sich laut dem japanischen Wetterdienst vermutlich Richtung Nordwesten wenden – dorthin, wo die Atomruine Fukushima liegt. Die Behörden der Stadt Nagoya, wo unter anderem der Hauptsitz von Toyota liegt, hat etwa 80.000 Einwohner, insgesamt rund 30.000 Haushalte, zur Evakuierung angewiesen. Fast eine Million weiterer Einwohner sollen freiwillig die Stadt räumen. Es wird gefürchtet, dass die Flüsse Tenpaku und Shonai über die Ufer treten. Trotz der Warnungen hätten bis Dienstagnachmittag laut CNN erst rund 60 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Die meisten würden wahrscheinlich gegen Abend fliehen, wenn der Sturm sich nähere. Die Stadt hatte bereits beim japanischen Militär um Truppen zum Katastrophenschutz angefragt.

Der Taifun „Roke“ am 17. September

Landesweit seien, so berichtete der Fernsehsender NHK, insgesamt 1,32 Millionen Menschen von den Evakuierungen betroffen. Der Taifun nähert sich der Hauptinsel Honshū. Zu rechnen sei mit starken Überschwemmungen, Dammbrüchen und Erdrutschen. Autobahnen wurden gesperrt, der Zugverkehr teilweise eingestellt. Die Behörden rechnen an einigen Orten mit bis zu 80 Millimetern Niederschlag pro Stunde.

Die Vorhut des Sturms hat bereits zwei Opfer gefordert: Ein neunjähriger Junge sei von einem angeschwollenen Kanal in der Stadt Tajimi fortgeschwemmt worden. In der Stadt Shirakawa soll ein 84 Jahre alter Mann in einen Fluss gefallen sein. Beide werden vermisst. Das berichtet die Mainichi Daily News unter Berufung auf Behörden- und Polizeiangaben. Die Süddeutsche Zeitung meldet ein weiteres Opfer. Der Mann soll beim Versuch, einen verstopften Abfluss freizumachen, umgekommen sein. Es soll sich dabei laut der Nachrichtenagentur Jiji um einen 65-Jährigen aus Nagoya handeln.

Bereits Anfang September hatte der Taifun „Talas“ in Japan gewütet. Rund 100 Menschen kamen dabei um. Die Behörden hatten 46.000 Einwohner zur Evakuierung aufgefordert. „Talas“ sei der folgenschwerste Sturm nach dem Taifun von 2004 gewesen, berichtet Die Welt. Zwischen Mai und November liegt der Höhepunkt der Pazifischen Taifunsaison, in der sich im westlichen Pazifik besonders viele tropische Wirbelstürme bilden.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Naturkatastrophen
  • Mehr als 50 Japaner sterben durch Taifun Talas (12.09.2011)
  • Commons-logo.svg Wikimedia Commons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema „Taifun Roke (2011)“.
  • Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Pazifische Taifunsaison 2011“.

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September 18, 2011

Wochenlange Überschwemmungen in weiten Teilen Thailands

Wochenlange Überschwemmungen in weiten Teilen Thailands

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Veröffentlicht: 17:12, 18. Sep. 2011 (CEST)
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Bangkok (Thailand), 18.09.2011 – Andauernde Überschwemmungen haben im Norden und Nordosten Thailands seit Juli mindestens 98 Menschenleben gefordert. Betroffen sind 29 der 76 Provinzen des Landes. Begonnen hatte die Naturkatastrophe im Juli, nachdem es im Zusammenhang mit dem Durchzug des Resttiefs von Taifun Nock-ten zu andauernden Regenfällen kam. Die Auswirkungen des früheren Wirbelsturmes, der auf den Phlippinen rund 50 Personen das Leben gekostet hat und dann über Vietnam hinweggezogen war, haben in Thailand zu hohem Sachschaden geführt.

Mehr als 300.000 Häuser wurden beschädigt oder zerstört, die Stadt Pattaya steht teilweise hüfthoch unter Wasser. Auch die Landwirtschaft ist betroffen, da etwa eine viertel Million Quadratkilometer Ackerland überschwemmt ist. Zahlreiche Straßen sind unterbrochen, im Eisenbahnverkehr kommt es zu erheblichen Verspätungen. Die Überschwemmungen sind auch ein Test für die neue thailändische Regierung unter Premierministerin Yingluck Shinawatra. Ihre Regierung hat bislang den betroffenen Privathaushalten 800 Millionen Baht zur Verfügung gestellt. Mehr als 760.000 Thailänder sind direkt von Hochwasser betroffen.

Seitdem sich die Reste Nock-tens über Nordthailand festgesetzt hatten, führte der jahreszeitlich bedingte Monsun stetig weiter sehr feuchte Luft in die Region. Die Regenzeit in Thailand dauert von August bis Oktober.

Nun befürchten die Behörden, dass manche Teile der thailändischen Hauptstadt, die zumeist nur zwei Meter über dem Meeresspiegel liegt, vom Hochwasser des Chao Phraya überschwemmt werden könnte. Die Hochwasserwelle erreicht nun Bangkok. Nach Angaben aus dem Innenministerium durchfließen in den nächsten Tagen bis zu 3.900 Kubikmeter pro Sekunde die Stauanlage des Flusses in Chai Nat. Das nationale Katastrophenwarnzentrum hat deswegen Bewohner von Bangkok und Samut Prakan aufgefordert, sich auf eine Überschwemmung vorzubereiten.

Einer Sturzflut zum Opfer fiel in dieser Woche auch ein 30-jähriger französischer Tourist, der in einem Nationalpark in der Provinz Prachinburi mit einem Fahrrad unterwegs war. Seine Leiche wurde etwa einen Kilometer von der Stelle gefunden, an der der Franzose von den Wassermassen mitgerissen wurde.

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September 12, 2011

Tropensturm Lee: Buschfeuer in Texas und Überschwemmungen im Nordosten der USA

Tropensturm Lee: Buschfeuer in Texas und Überschwemmungen im Nordosten der USA

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Veröffentlicht: 23:07, 14. Sep. 2011 (CEST)
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Das Satellitenbild der NASA zeigt Tropensturm Lee am 3. September, etwa zum Zeitpunkt des Landfalls in Louisiana

New Orleans / Wilkes-Barre (Vereinigte Staaten), 12.09.2011 – Das verbliebene Tief des Tropensturms Lee hat in den Mittelatlantikstaaten und im Nordosten der Vereinigten Staaten zu teilweise historischen Überschwemmungen geführt. In den Bundesstaaten Pennsylvania und New York wurden mehr als 100.000 Menschen dazu aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. In der 45.000 Einwohner zählenden Stadt Binghampton, New York, stieg der Susquehanna River mehr als sechs Meter über die Hochwassermarke auf einen noch nie beobachteten Wert. In Wilkes-Barre, Pennsylvania, weiter flussabwärts überflutete der Fluss Teile des Stadtzentrums. Durch die Auswirkungen des Tropensturmes sind insgesamt mindestens 21 Menschen gestorben.

Lee war ein relativ schwacher tropischer Sturm, der einige Tage über dem Golf von Mexiko vor sich hin dümpelte, bevor er etwa 80 Kilometer westlich von New Orleans an Land ging. Der Sturm fachte in seinen westlichen Randbereichen in Texas einige Buschfeuer an, in denen mehr als 1.600 Häuser und Wohnwagen vernichtet wurden. Eine Frau und ihr Kleinkind kamen im Bastrop County in den Flammen um, weil sie sich nicht rechtzeitig vor dem rasch um sich greifenden Feuer hatten retten können. Von dem Brand war eine Fläche von rund 115 Quadratkilometern betroffen. Zwei weitere Tote durch ein Feuer wurden aus dem Nordosten des Bundesstaates gemeldet.

Dieses von der ISS aufgenommene Foto zeigt Rauchwolken über dem Osten von Texas. Lee hat in seinen Randbereichen Wälder und Grasland zusätzlich ausgetrocknet und so die Buschbrände begünstigt.

Foto: NASA
Sturm fachte Waldbrände an

Texas leidet seit fast einem Jahr an einer extremen Dürre, die in den Sommermonaten mehrfach neue Hitzerekorde begleiteten. Als sich Lee in der Nähe der Halbinsel Yucatán bildete, hatten viele Texaner gehofft, der Sturm würde nach Nordwesten ziehen und helfen, den laufenden Buschbränden ein Ende zu bereiten. Mehr als 180 Brände sind in Texas in den letzten Tagen ausgebrochen.

Der Gouverneur des Bundesstaates hat das Weiße Haus in Washington, D.C., dafür kritisiert, dass Planierraupen und anderes schweres Gerät der amerikanischen Armee in Fort Hood bei dem dortigen Buschfeuer nicht zum Einsatz kamen. „Es ist schwieriger als es sein sollte, diese Kategorie Bundesvermögen von der föderalen Regierung freizukriegen“, sagte Rick Perry. „Wenn man es mit Menschen zu tun hat, die verletzt werden, wenn man es insbesondere mit Menschenleben zu tun hat, die in Gefahr sind, dann ist es mir wirklich egal, wem dieses Vermögen gehört. Wenn es irgendwo auf einem Hof herumsteht und nicht Teil der Lösung des Problems ist, dann ist das ein Problem.“ Der republikanische Politiker ist einer der von der Tea Party unterstützten Bewerber um die republikanische Kandidatur für das Amt des amerikanischen Präsidenten bei der Wahl im November 2012 und bekannt dafür, gegen die Ausgabenpolitik der Bundesregierung der Vereinigten Staaten zu wettern. Nun sagte Perry, er erwarte Bundeshilfen bei der Bewältigung der Brände und ihrer Folgen.

Vor der texanischen Küste ertrank ein Surfer. Ebenfalls ertrunken ist ein Jugendlicher, der in der Nähe von Fort Morgan, Alabama, von Wellen erfasst wurde. Ein weiterer Jugendlicher, der an der gleichen Stelle ins Meer gespült wurde, sowie die Mutter eines der beiden, die den beiden hinterhergesprungen war, konnten gerettet werden. Bei Mobile, Alabama, verlor ein Autofahrer auf regennasser Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte gegen einen Versorgungsmast. Der Fahrer starb, und die vier Beifahrer wurden verletzt. Keiner der Insassen war angeschnallt.

Der Sturm wanderte dann in Richtung Alabama und lud dabei mancherorts mehr als 300 Millimeter Regen pro Quadratmeter ab. Schließlich zog er auf der Westseite der Appalachen nordostwärts bis nach Pennsylvania und New York. In den Südstaaten, wo das Erdreich aufgrund einer langen Trockenheit aufnahmefähig war, kam es kaum zu nennenswertem Hochwasser. Weiter nördlich, wohin das immer noch immense Wassermassen mit sich führende Resttief zog, war das nicht so. Hier war das Erdreich mit Nässe gesättigt, vor allem durch die Regenfälle, die in Verbindung mit Hurrikan Irene gefallen waren.

Überschwemmungen mit neuen Höchstständen in Pennsylvania und New York

Einzugsgebiet des Susquehanna River und dessen westlichen Arms

In drei Bundesstaaten wurden in Gebieten, die der Susquehanna River zu überfluten drohte, die Bewohner aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Von den Evakuierungen waren rund 100.000 Personen betroffen, die meisten davon in Wilkes-Barre und Umgebung. In Wilkes-Barre galt die Evakuierungsanordnung für rund 75.000 Einwohner. Hier ging man bei Ausrufung der Evakuierung davon aus, dass die Deiche gerade ungefähr die Höhe haben, bei der die Behörden den Scheitelpunkt des Hochwassers erwarteten. Im Luzerne County ordneten die Behörden die Evakuierung aller Ortschaften an, die 1972 überschwemmt worden waren. Zahlreiche Pegel zwischen Bloomsburg in der Mitte Pennsylvanias und dem Southern Tier, dem Gebiet New Yorks, das entlang der Staatsgrenze zu Pennsylvania nach Westen streicht, meldeten Rekordwasserstände.

Der Fluss ist seit den schweren Überschwemmungen im Jahr 1972, die andauernde Regenfälle im Zusammenhang mit Hurrikan Agnes ausgelöst hatten, nicht mehr so hoch gestiegen. Wäre der Fluss nur ein wenig höher gestiegen, hätte das Hochwasser die Deichkrone überspült und tausende von Gebäuden überschwemmt. Zwar blieb der Pegel gerade noch unterhalb der kritischen Marke, doch 800 bis 900 nicht ausreichend von Dämmen geschützte Häuser wurden dennoch überflutet.

Wie die Polizei des Luzerne Countys bekanntgab, kam es während der Zeit der Evakuierung zu Plünderungen. Insgesamt zwölf Personen wurden deswegen verhaftet; ihnen droht bis zu zehn Jahre Freiheitsentzug.

Hunderte von Straßen mussten im Osten Pennsylvanias wegen Hochwassers gesperrt werden, darunter die Interstate-Autobahnen I-88, die im Tal des Susquehanna River verläuft, und I-95. Aufgrund eines Steinschlages war auch eine der Hauptzugangsrouten nach Philadelphia, der Schuylkill Expressway, geschlossen. Auch Amtrak musste den Ost-West-Verkehr in New York aussetzen. Präsident Obama rief für New York und Pennsylvania den Notstand aus und machte so das Eingreifen der FEMA möglich, um den örtlichen Behörden beizustehen.

Dämme oder freie Sicht für freie Bürger?

Flutwände wie diese oder Deiche schützten Wilkes-Barre vor der Überflutung

In Wilkes-Barre haben die Dämme gehalten und so die Stadt vor einer umfassenden Überflutung bewahrt. Nur in einzelnen Bereichen der Stadt kam es zu Flutschäden. Im Zentrum leckte ein schadhaftes Fluttor, sodass es in vier Straßenblöcken zu größeren Schäden kam. Im Norden des Stadtgebiets sorgte ein sich rückstauender Bach, der über die Ufer trat, dafür, dass hier teilweise das Wasser fast zwei Meter hoch stand.

Andere Ortschaften in der Nähe kamen nicht so glimpflich davon, etwa das 5.000 Einwohner zählende West Pittston, auf dem westlichen Flussufer. Hier hat das Hochwasser manche Häuser bis zum zweiten Stockwerk überschwemmt. Der Stadt kam nun eine vor fast 40 Jahren getroffene Entscheidung teuer zu stehen. Damals – nach dem verheerenden Hochwasser durch Hurrikan Agnes – hatten sich die Bewohner der Stadt gegen neue, höhere Deiche entschieden. Sie bewerteten den freien Ausblick auf den Fluss höher als das Risiko eines extremen Hochwassers.

Nun haben fehlende Dämme die Überflutung der Stadt nicht nur ermöglicht, sondern die Wirkung wurde wahrscheinlich dadurch verstärkt, dass das Hochwasser in dem engen Tal durch die Dämme in Wilkes-Barre gehindert wurde, nach Osten zu strömen und sich folglich Entlastung auf der anderen Flussseite suchte: durch West Pittston. Nach ersten Schätzungen kam es bei 880 Häusern in der Stadt zu Hochwasserschäden. Bei 628 davon lief nur der Keller voll, doch in 236 von ihnen stand das Wasser im Erdgeschoss. Bei 16 Häusern stieg das Wasser bis zum ersten Obergeschoss.

Die Bewohner West Pittstons machen insbesondere die Eight Street Bridge, die den Susquehanna River etwa fünf Kilometer südlich der Stadt in der Jenkins Township überquert, für die Auswirkungen des Hochwassers verantwortlich. Dieses Bauwerk – erst im Frühjahr 2011 eröffnet – habe wie ein Damm das Wasser des Flusses gestaut. Die Wasserbauingenieure haben noch keine Gelegenheit gehabt, dies anhand der gemessenen Pegelstände und der registrierten Abflussmenge nachzuvollziehen. Nach Angaben von James May, einem Sprecher für das Ministerium für Verkehr Pennsylvanias, haben die Brückenbauer die Auswirkungen von hohen Wasserständen bei ihren Planungen ausreichend berücksichtigt, doch Schilderungen einzelner Betroffener sind für die Ortsansässigen Begründung genug. So berichtete Michael Butera, ein nur eine Seitenstraße vom Flussufer wohnender Rechtsanwalt, in seinem Wohnzimmer habe nun das Wasser anderthalb Meter höher gestanden als 1972 nach dem Durchzug von Hurrikan Agnes.

Lee verhinderte Schlimmeres

Dieses Satellitenbild vom 6. September verdeutlicht, wie die über dem Festland liegenden Reste von Tropensturm Lee dem herannahenden Hurrikan Katia (rechts) den Weg versperrten.

Mehrere Tage nach dem Landfall von Lee steckte das Resttief tagelang fast bewegungslos zwischen einer Front im Westen und dem herannahenden Hurrikan Katia im Osten fest. Dass das System so verhinderte, dass Katia auf die Ostküste der Vereinigten Staaten trifft und diesen Hurrikan nach Nordosten ablenkte, ist den Bewohnern in der Region nur ein schwacher Trost, denn statt des Hurrikans überschüttete sie nun tagelanger Regen mit Unmengen Wassers.

Den im August am schwersten von den Auswirkungen durch Hurrikan Irene getroffenen Gebieten, etwa in Vermont und im Nordosten New York, blieben neuerliche Unwetter weitgehend erspart, doch das Tal des Passaic River in New Jersey traf es erneut. „Wir haben gerade die Aufräumarbeiten nach der Flut durch Irene beendet“, klagte die bei Shenectady, New York, evakuierte Edith Rodriguez. „Nun müssen wir wieder von vorne anfangen.“

124 Klär- und Wasseraufbereitungsanlagen wurden zumindest teilweise überflutet. In 14 von ihnen sei der Betrieb vollständig unterbrochen worden und ungeklärtes Wasser habe sich mit dem Hochwasser vermengt, teilte ein Behördensprecher mit. Diese Verschmutzung stellt für die Bewohner, die früh in ihre Häuser zurückkehren, um zu retten, was kaum zu retten ist, eine zusätzliche Gefährdung dar.

Die Behörden Pennsylvanias teilten mit, dass in dem Bundesstaat zwölf Personen ertrunken seien. Nach Angaben der Associated Press ertranken in Maryland eine Person und in Virginia drei Personen. Im Fairfax County in Virginia wurden bei zwei nicht zusammenhängenden Zwischenfällen zwei Personen vom Wasser erfasst und mitgerissen. Eines der Opfer, ein Kind, ertrank im Piney Branch Creek in Vienna. Bei der anderen Person handelte es sich um eine erwachsene Person. Das dritte Opfer in Virginia wurde aus dem Anne Arundel County gemeldet. Insgesamt gehen auf das Konto von Tropensturm Lee mindestens 21 Tote, einschließlich der fünf Opfer in den Südstaaten.

Ausgewählte Regenmengen durch Lee
Colonial Beach, Virginia 532 mm
Elizabethtown, Pennsylvania 396 mm
Holden, Louisiana 392 mm
Waveland, Mississippi 358 mm
Florence, Mississippi 342 mm
Harrisburg Airport, Pennsylvania 338 mm
Fyffe, Alabama 329 mm
Mobile, Alabama 328 mm
Lancaster, Pennsylvania 319 mm
Albertville, Alabama 316 mm
Cleveland, Tennessee 310 mm
Gulfport, Mississippi 297 mm
Charleston, Tennessee 292 mm
Reston, Virgina 291 mm
La Fayette, Georgia 280 mm
New Orleans/Moisant, Louisiana 279 mm
Clarksburg, Maryland 269 mm
Ringgold, Georgia 259 mm
Binghampton/Broome, New York 256 mm
Milton, Florida 255 mm
Quelle: NOAA Hydrological Prediction Center
Kritik über die Finanzierung hydrographischer Einrichtungen

Der Scheitel des Hochwassers in Wilkes-Barre wurde zunächst irrtümlich bereits am Donnerstag (8. September) in der Nacht gemeldet, doch beruhten diese Informationen auf falschen Messdaten des Pegels an der North Street Bridge auf der Ostseite des Susquehanna River. Diese hatten mehrere Stunden eine Wasserhöhe von 11,83 Metern angezeigt, weswegen man irrtümlich davon ausging, dass der Höhepunkt des Hochwassers bereits erreicht sei – gut einen halben Meter unterhalb der von den Hydrologen vorhergesagten Höhe.

Doch das Wasser stieg weiter, und inzwischen stellte sich heraus, dass bei dieser Wasserhöhe das mechanische Maximum der Messeinrichtung erreicht war. Das Gerät meldete diesen Wasserstand unbeirrlich solange weiter, bis schließlich das steigende Wasser die Elektronik zur Übertragung der Messdaten erreichte und zum Verstummen brachte – oberhalb der Marke von 12,5 Metern. Tatsächlich erreichte das Hochwasser einen Stand von 13,01 Metern, etwa einen halben Meter oberhalb der Marke von 1972, etwa 40 Zentimeter unterhalb der Krone der Deiche, die Wilkes-Barre schützten.

„Was da passiert ist, ist nicht selten bei einem Hochwasser des Ausmaßes, das wir in dieser vergangenen Woche hatten“, sagte Robert Hainly, der stellvertretende Leiter des wasserwirtschaftlichen Zentrums des United States Geological Survey (USGS) für Pennsylvania. Das Gerät „arbeitete bis zu seinem letzten Atemzug und hörte dann auf“. Die elektronische Einrichtung der Messstelle sei höher montiert, als das Hochwasser nach Hurrikan Agnes gereicht habe, teilte Hainly mit, doch plane die Behörde die Messeinrichtungen anzuheben, sodass es bei einem künftigen Hochwasser nicht mehr zu einer derartigen Konfusion kommen könne. Wie Hainly mitteilte, soll es aus dem gleichen Grund an mindestens sechs Messstellen in Pennsylvania zu einem Versagen der Messeinrichtungen gekommen sein.

Doch steht vor dem Hintergrund der vom Kongress der Vereinigten Staaten beschlossenen Sparmaßnahmen die Zukunft des gesamten Pegelnetzes zur Disposition. Rund 2,4 Millionen US-Dollar sind jährlich notwendig, um in New York, Pennsylvania und an einigen südlich davon liegenden Stellen das Vorhersage- und Warnsystem zu betreiben. Davon entfällt eine Million US-Dollar direkt auf den Betrieb von Flusspegeln und Regenmessern. Diese Geräte sind Voraussetzung für genaue Vorhersagen über das Eintreffen von Hochwasser und die Ausgabe rechtzeitiger Warnungen an die Bevölkerung. Deren Finanzierung hat der Kongress gestoppt. Der Betrieb bis zum Ende des laufenden Finanzjahres, dem 30. September 2011, wurde mit Mitteln des Umweltschutzministeriums und des USGS in Höhe von 270.000 US-Dollar sichergestellt, und der Bundesstaat will auch für die Kosten für den Betrieb der auf seinem Gebiet liegenden Einrichtungen im Jahr 2012 aufkommen, doch die Zukunft des Systems ist dennoch unklar.

Laut Susan Obleski, der Sprecherin der Kommission für das Einzugsgebiet des Susquehanna River, war bereits 2011 die Finanzierung des Messnetzes aus Mitteln verschiedener Quellen des Bundesstaates und nationaler Behörden – neben dem USGS auch durch den National Weather Service – zusammengestoppelt. Selbst wenn sich Pennsylvania wie 2011 an der Finanzierung beteilige, so Obleski, „wissen wir nicht, wie es für 2012 mit dem Rest des Systems steht“.

Obleski kritisierte den Kongress dafür, ein kosteneffektives Programm zu kürzen, obwohl es dem Schutz der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit sowie dem allgemeinen Wohlstand diene.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Atlantische Hurrikansaison 2011“.

Quellen[Bearbeiten]

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Mehr als 50 Japaner sterben durch Taifun Talas

Mehr als 50 Japaner sterben durch Taifun Talas

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Veröffentlicht: 15:31, 12. Sep. 2011 (CEST)
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Taifun Talas am 2. September

Photo: NASA MODIS

Ōsaka (Japan), 12.09.2011 – Eigentlich waren die andauernden Winde des Taifuns Talas gar nicht so kräftig und beim Landfall in der Präfektur Kōchi war Talas zwar bereits zu einem schweren tropischen Sturm abgestuft, doch extreme Starkregenfälle haben zu Überflutungen geführt und Erdrutsche ausgelöst. Die Bilanz: 57 Tote, 44 Vermisste, zahlreiche unterbrochene Straßenverbindungen, mehrere Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten, mindestens 4500 Personen mussten noch mehrere Tage nach dem Durchzug des Tropensturmes durch Hubschrauber mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser versorgt werden.

Besonders schwer getroffen hat es die Kii-Halbinsel mit der Präfektur Wakayama, wo die meisten Toten zu verzeichnen waren. Zu Überschwemmungen kam es auch in der Präfektur Okayama, über die Talas direkt hinweggezogen war, doch auch weiter nordöstlich, im Raum Tokio, wurden Straßen überflutet. Der Gesamtsachschaden wird auf mindestens 150 Millionen US-Dollar geschätzt, könnte jedoch bis zu 600 Millionen US-Dollar betragen. Diese Zahlen beruhen auf einer Einschätzung von AIR Worldwide. Das Unternehmen ist ein Dienstleister der Versicherungswirtschaft im Bereich Risikoeinschätzung durch Naturkatastrophen und Terrorismus.

Hoher Wellengang an der Südseite von Awaji-shima

Eine andere Berechnung ergab, dass alleine in der Präfektur Wakayama der Sachschaden in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Fischereiwesen mehr als zwei Milliarden Yen betragen könnte. Nach dieser vorläufigen Berechnung der Präfektur entfallen 880 Millionen Yen auf Ernteausfälle, 160 Millionen Yen auf das Fischereiwesen und 500 Millionen Yen auf die Forstwirtschaft. Hinzu kämen demnach weitere 490 Millionen Yen für Schäden durch Erosion von landwirtschaftlichen Nutzflächen, Schäden an Bewässerungskanälen und anderen landwirtschaftlichen Einrichtungen. Schäden in der Viehwirtschaft sind in dieser Berechnung noch nicht eingeflossen.

Talas hatte sich in der letzten Augustwoche zwischen den Marianen und den Philippinen gebildet. Nachdem der Sturm kurz in Richtung der Philippinen zog, was aufgrund des Fujiwhara-Effektes durch den Taifun Nanmadol erwartet wurde, zogen beide Sturmsysteme jedoch in verschiedene Richtungen. Talas hatte sich nach Norden gewandt und dabei zu einem Taifun intensiviert. Doch dann verlor der Sturm an Kraft und verlangsamte sich. Dabei war Talas mit 600 Kilometern Durchmesser ein sehr weitreichender Sturm.

Kumulierte Niederschlagsmengen beim Durchzug des Sturmes

Grafik: NASA

Talas zog langsam über Shikoku und Honshu in Richtung Japanisches Meer, zu langsam, denn so führte er lange sehr feuchte Luft in die Region, die sich dann abregnete. „Nach dem Landfall gelangte Talas in ein Gebiet mit mäßiger Windscherung (15-20 Knoten, die Red.); diese Windscherung – gelegen entlang des westlichen Randes eines bodennahen subtropischen Rückens – hat den Sturm wesentlich verlangsamt“, sagte der leitende Geowissenschaftler bei AIR Worldwide, Dr. Peter Sousounis. „Weil Talas so langsam zog, dauerte es ihm einen ganzen Tag, um über Japan hinwegzuziehen, was fast doppelt solange ist, wie prognostiziert wurde, die schweren Regenfälle [des Sturmes] waren dementsprechend besonders schädigend.“

Nach den Angaben der Japanischen Feuer- und Katastrophenmanagementagentur (JFDA) wurden etwa 3000 Häuser bis ins erste Obergeschoss überschwemmt, und weitere 13.000 Häuser wurden nur im Erdgeschoss überflutet.

Der neugewählte Premierminister Japans, Yoshihiko Noda, hat am Freitag bei einer Besichtigungstour erklärt, seine Regierung werde ihr möglichstes tun, um den Wiederaufbau in der betroffenen Region zu unterstützen. Die erklärte Noda bei einem Zusammentreffen mit Bürgermeistern der Präfektur Wakayama und Yoshinobu Nisaka, dem Gouverneur der Präfektur. Noda drückte seie Bewunderung für Nisaka aus, der in den Fluten seine Tochter verloren hat und dennoch die Rettungs- und Hilfsmaßnahmen leite.

Nach Angaben der Behörden handelt es sich, obwohl der Sturm beim Landfall nur noch andauernde zehnminütige Windgeschwindigkeiten von 40–45 Knoten erreichte, um den Tropensturm mit den schlimmsten Auswirkungen in Japan seit siebenundzwanzig Jahren. Japan liegt während der Taifunsaison häufig in der Zugbahn von Taifunen, doch in den vergangenen Jahren blieb das Land von schweren tropischen Wirbelstürmen weitgehend verschont.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Pazifische Taifunsaison 2011“.

Quellen[Bearbeiten]

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June 17, 2011

Schwere Unwetter im Südosten Australiens fordern Todesopfer

Schwere Unwetter im Südosten Australiens fordern Todesopfer

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Veröffentlicht: 23:40, 17. Jun. 2011 (CEST)
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Sydney (Australien), 17.06.2011 – Schwere Unwetter im Bundesstaat New South Wales im Südosten Australiens haben mindestens ein Todesopfer gefordert und hohen Sachschaden verursacht. Die Behörden registrierten mehr als 1000 Notrufe. Am stärksten betroffen vom Hochwasser waren Städte am Macleay River, am Manning River und am Hastings River, darunter Taree, Kempsey, Gladstone und Smithtown. In der Region waren innerhalb von vier Tagen bis zu 400 Millimeter Regen gefallen.

In der Nacht zum 16. Juni hatten die Einsatzkräfte eine Großzahl von Rettungen durchzuführen, darunter eine Reihe von Personen, „die immer noch das Risiko auf sich nehmen, durch Hochwasser zu fahren oder zu reiten“, teilte Dave Owen, der Sprecher des State Emergency Service (SES), der Presse mit. In Nambucca wurde ein acht Monate altes Kleinkind in Sicherheit gebracht. Weil das Wohnhaus der Eltern vom Hochwasser abgeschnitten war, wurde zunächst ein Arzt mit einem Boot zu dem Anwesen gebracht, bevor das Baby ins Krankenhaus gebracht wurde.

Ein 37-jähriger Mann starb am Mittwoch (15.06.2011) in seinem Auto, als dieses von einem durch starken Wind umgestürzten Baum getroffen wurde.

Einige Teile des Bundesstaates wurden von Katastrophenschutzminister Mike Gallacher zu Katastrophengebieten erklärt und in einigen Ortschaften wurden Evakuierungen angeordnet, darunter Clarence Valley Council, Upper Hunter Shire und Bellingen Shire sowie Kempsey.

Gai Hancock, eine Bewohnerin von Gladstone, beschrieb, wie die Bewohner der Stadt die Treppe eines Bootsanlegers beobachteten, wo das steigende Wasser im stetig fallenden Regen Stufe um Stufe überspülte. Sie sagte, die Leute wüssten, dass die Stadt in großen Problemen sei, sobald die letzte Stufe überspült würde. Bis dahin kämen sie in das Hotel und würden ein Bier trinken. Weil Gladstone abgeschnitten sei, könne niemand fortgehen.

In Taree war der Manning River in der Nacht auf 430 Zentimeter gestiegen, sechzig Zentimeter mehr als am Vorabend, gab Owen bekannt. Insgesamt geht der SES davon aus, dass mehr als 3300 Menschen in dem südostaustralischen Bundesstaat von den Evakuierungen betroffen sind. Die Zahl der durch Hochwasser von der Außenwelt abgeschnittenen Bewohner wird auf bis zu 10.000 geschätzt, meldete die Nachrichtenagentur Australian Associated Press (AAP).

Andrew Stoner, der Vizeministerpräsident New South Wales′, sagte in der Fragestunde des Parlamentes, dass Kempsey nur um wenige Zentimeter einer „desaströsen“ Flut entgangen sei. Bei Überfliegen der am schlimmsten betroffenen Gebiete habe er um Kempsey ein „riesiges Binnenmeer“ gesehen. Nur etwa zehn Zentimeter hätten gefehlt bis zur Krone des Deiches, der die Stadt umgibt. Ein Stadtrat sagte gegenüber AAP, dass der Sachschaden in der Stadt etwa acht Millionen Australische Dollar betrage.

Die Wetteraussichten für die mittlere Nordküste sind jedoch günstig. Das Schlechtwettersystem ist auf das Meer hinausgezogen, und die Niederschläge lassen nach. Zahlreiche Flüsse haben bereits ihre Höchststände erreicht, darunter der Macleay River in Kempsey mit einem Pegelstand von 6,7 Metern.

Durch das Hochwasser sind zahlreiche Straßenverbindungen unterbrochen, darunter der Pacific Highway| zwischen Port Macquarie und Clybucca. Die Sperre zwischen Macksville und Nambucca Heads sowie bei Corindi wurde bereits wieder aufgehoben, doch hat das Verkehrsministerium des Bundesstaates die Autofahrer aufgefordert, nicht notwendige Fahrten zu vermeiden und für den Fernverkehr den New England Highway zu benutzen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Wetter

Quellen

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