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February 3, 2011

Ein Land im Ausnahmezustand: Ägyptens Wirtschaft liegt am Boden

Ein Land im Ausnahmezustand: Ägyptens Wirtschaft liegt am Boden

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Veröffentlicht: 20:51, 3. Feb. 2011 (CET)
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Kairo (Ägypten), 03.02.2011 – Durch die Unruhen in Ägypten, die seit gestern noch einmal eskalierten und zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen bislang friedlichen Anti-Mubarak-Demonstranten und Mubarak-Anhängern führten, die mit Schlagstöcken und Steinwürfen gegen die Regierungsgegner vorgingen, kam es in den letzten beiden Tagen zu neun Toten und hunderten Verletzten. Der ägyptische Gesundheitsminister Ahmed Samih Farid nennt eine Zahl von 890 Verletzten. Davon befinden sich neun in kritischem Zustand.

Indessen leidet die Wirtschaft des Landes unter den politischen Auseinandersetzungen. Fabriken und Banken haben seit Tagen geschlossen. Seit dem vergangenen Freitag kam der Zahlungsverkehr in Ägypten praktisch zum Stillstand. Darunter leidet auch der Warenverkehr und in der Folge die Versorgung mit Gütern. Auch die Börse musste ihren Handel einstellen. Allein die Abschaltung des Internets vom vergangenen Freitag bis Montag verursachte Millionenschäden. Das teilte heute die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit. Sie bezifferte den entstandenen Schaden auf rund 18 Millionen US-Dollar (13 Millionen Euro) pro Tag. Nach Berechnungen der OECD sind die blockierten Internetdienste für rund drei bis vier Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes verantwortlich. Auch längerfristige Schäden für die ägyptische Wirtschaft seien nicht auszuschließen, weil Investoren abgeschreckt würden.

Nach Einschätzung von Hamadi El-Aouni, Politik- und Wirtschaftswissenschaftler an der Freien Universität Berlin, macht die ägyptische Wirtschaft zurzeit täglich Verluste von 420 Millionen US-Dollar. Die wirtschaftliche Situation Ägyptens befindet sich auch unabhängig von der gegenwärtigen Krise in keinem guten Zustand. Die Inflationsrate liegt bei zehn Prozent, knapp die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.

Der amtierende Ministerpräsident Ägyptens, Ahmad Schafiq, entschuldigte sich heute für die Gewalt gegen friedliche Demonstranten. Er sagte, man werde die Vorgänge, die er ein „Desaster“ nannte, untersuchen, berichtet BBC. Die Demonstranten verlangen weiterhin den Rücktritt des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak. Der Tahrir-Platz gleicht heute einer revolutionären Szene mit Barrikaden und Fahnen und Menschen mit bandagierten Köpfen, schreibt ein BBC-Korrespondent. Die Armee griff wieder nur sehr zaghaft in die Auseinandersetzungen ein. Sie versuchte, die beiden verfeindeten Gruppierungen auf dem Platz voneinander zu trennen. Schüsse waren zu hören.

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  • Portal:Ägypten

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December 7, 2010

PISA-Studie 2009: Deutschland hat „möglicherweise ein größeres Jungen- als ein Migrantenproblem“

PISA-Studie 2009: Deutschland hat „möglicherweise ein größeres Jungen- als ein Migrantenproblem“

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Veröffentlicht: 22:49, 7. Dez. 2010 (CET)
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Berlin (Deutschland), 07.12.2010 – Der „Pisa-Schock“ des Jahres 2001 sitzt in Deutschland noch tief. Mit Spannung werden daher die Ergebnisse der Pisa-Studie erwartet, die von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) alle drei Jahre durchgeführt wird. Getestet wurden wieder 15-jährige Schülerinnen und Schüler. Nach wie vor entscheidet in Deutschland in hohem Maße die soziale Herkunft über den Schulerfolg. Bei den schulischen Leistungen in den Fächern Mathematik und Naturwissenschaften konnten sich die deutschen Schüler verbessern, beim Textverständnis (sinnerfassendes Lesen) schnitten die deutschen Schüler jedoch erneut unterdurchschnittlich ab.

In diesem Jahr nahmen 65 Länder und Regionen an dem Kompetenztest teil. Am besten schnitten die Schüler asiatischer Länder ab. Andreas Schleicher, PISA-Koordinator für Deutschland, urteilt: Chancengerechtigkeit sei „weiterhin die größte Herausforderung für Deutschland“. Das dreigliedrige Schulsystem in Deutschland sei in diesem Zusammenhang „eine große Barriere“, die die „sozialen Unterschiede in Deutschland noch weiter verstärkt“.

Trotz insgesamt „nur mäßiger Leseleistungen“ sieht der Frankfurter Bildungsforscher Eckhard Klieme gewisse Fortschritte in der Kompetenz deutscher Schülerinnen und Schüler in der Aneignung von Texten. Der Abstand zwischen guten und schlechten Lesern habe sich deutlich verringert. Zwischen Mädchen und Jungen gäbe es jedoch erhebliche Unterschiede in der Lesekompetenz. Mädchen wiesen – nicht nur in Deutschland – gegenüber Jungen einen Lernvorsprung auf, der einem ganzen Schuljahr entspreche. Bezogen auf die Situation in Deutschland sagte der Leiter des Berliner OECD-Büros, Heino von Meyer, es gebe hier „möglicherweise ein größeres Jungen- als ein Migrantenproblem“. Kinder mit Migrationshintergrund schnitten ebenfalls immer noch deutlich schlechter ab als ihre gleichaltrigen Mitschüler. Entscheidend für die Testergebnisse sei oft, in was für einem sozialen Umfeld die Schule stehe. Ein „sozial ungünstiges Schulumfeld“ führe zu signifikant schlechteren Testergebnissen bei den Pisa-Tests.

Schüler deutscher Gymnasien schnitten gegenüber den letzten PISA-Tests nicht besser oder schlechter ab. Die Bildungsforscher beobachteten in diesem Segment eine Stagnation der Leistungen. An den Gymnasien fehle es oft an individueller Förderung.

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January 21, 2008

OECD kritisiert deutsches Rentensystem wegen mangelnder Absicherung vor Altersarmut

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OECD kritisiert deutsches Rentensystem wegen mangelnder Absicherung vor Altersarmut

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Veröffentlicht: 18:17, 21. Jan. 2008 (CET)
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Paris (Frankreich), 21.01.2008 – Die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat vor einer zunehmenden Altersarmut gewarnt. So sagte die OECD-Expertin Monika Queisser in in einem Interview der Frankfurter Rundschau am 18. Januar, das deutsche Rentensystem stehe derzeit zwar auf einer „soliden Basis“, da bereits Reformen durchgeführt worden seien. So liege die Armutsquote unter Rentnern heute bei etwa zwei Prozent. Problematisch werde die Lage für einige derjenigen, die in 30 oder 40 Jahren in Rente gingen und größere Lücken bei ihren Beitragszahlungen in die gesetzlichen Rentenkassen vorwiesen. Deren Rentenansprüche lägen später oft unter der Grundsicherung.

Zur Lösung des Problems schlug Queisser vor, die staatliche Rente zurückzufahren, dafür jedoch zunehmend eine betriebliche Rente zu etablieren und die Bürger zu verpflichten, selber vorzusorgen. Dieses System wird bereits in der Schweiz angewandt. Dies könne jedoch nur über einen Zeitraum von 30 bis 40 Jahren geschehen, da „Sozialsysteme (…) ein starkes Beharrungsvermögen [hätten]“.

Bereits nach Fertigstellung einer Studie im Jahr 2007 hatte die OECD, ebenfalls unter Beteiligung von Queisser, darauf hingewiesen, dass sich durch die lineare Kopplung der Rente an das Einkommen – diese sei in vielen anderen OECD-Ländern nicht üblich – die Rentenerwartung derjenigen, die weniger eingezahlt hätten, immer weiter vom OECD-Durchschnitt entfernen werde. Bereits damals hatte die OECD ein besonderes Augenmerk hierauf angemahnt.

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July 25, 2007

Hartz IV: 2,70 Euro am Tag reichen nicht für gesunde Kinderernährung

Hartz IV: 2,70 Euro am Tag reichen nicht für gesunde Kinderernährung

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Veröffentlicht: 13:23, 25. Jul. 2007 (CEST)
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Mainz / Dortmund (Deutschland), 25.07.2007 – Kindern aus Familien, die von „Arbeitslosengeld II“ leben, stehen am Tag 2,70 Euro für Ernährung zu. Das reiche nach Aussage von Mathilde Kersting vom Forschungsinstitut für Kinderernährung nicht für eine gesunde Ernährungsform aus. Unberücksichtigt bleibe bei der Berechnung der Anteile für Nahrung auch die Finanzierung von Schulessen, das meist zirka 2,50 Euro pro Tag kostet. Kinder aus Familien, die dieses Geld nicht aufbringen können, würden so vom warmen Mittagessen ausgeschlossen. Neben der sozialen Ausgrenzung sei der gesunde Schulalltag dadurch gefährdet.

Dazu Diana Golze von der Linksfraktion im Deutschen Bundestag: „Alle Welt zeigt mit Fingern auf uns, ob das der UN-Sonderberichterstatter ist, ob das die OECD ist. Alle sagen, wie kann es in einem reichen Land wie Deutschland hungrige, arme Kinder an Schulen geben, die nicht die Leistung bringen dürfen, die sie eigentlich bringen können.“

In Rheinland-Pfalz wurde aufgrund des offensichtlichen Missstandes in der Goethe-Grundschule in Mainz das „1-Euro-Essen“ eingeführt. Danach hat sich die Teilnehmerzahl am Mittagessen wieder erhöht. Doris Ahnen, die Bildungsministerin Rheinland-Pfalz′ von der SPD, sagte dazu: „Für uns war ganz klar, das darf es nicht geben, dass Kinder aus finanziellen Gründen vom Mittagessen ausgeschlossen sind. Es ist für die Kinder schmerzhaft. […] Und deswegen haben wir uns entschieden, zu helfen.“

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May 15, 2006

OECD: Schlechte Chancen für Migrantenkinder im deutschen Bildungssystem

OECD: Schlechte Chancen für Migrantenkinder im deutschen Bildungssystem

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Artikelstatus: Fertig 21:54, 15. Mai 2006 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 15.05.2006 – Kinder aus Familien ausländischer Herkunft (so genannte Migranten) haben im deutschen Bildungssystem schlechtere Lernchancen als in anderen Ländern. Dies geht aus einer Studie der OECD hervor, die auf dem Datenmaterial der PISA-Studie des Jahres 2003 beruht.

Bei dieser Studie waren die Leistungen von Kindern aus 17 Ländern (darunter die OECD-Länder Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Kanada, Luxemburg, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz und den Vereinigten Staaten sowie Hongkong (China), Macau (China) und der Russischen Föderation, die nicht der OECD angehören) in den Lernbereichen Mathematik, Lesekompetenz sowie naturwissenschaftliche Kompetenz und problemlösenden Fähigkeiten untersucht worden.

Kinder mit einer Familiengeschichte, in der eine Ein- oder Zuwanderung eine Rolle gespielt hat, weisen deutlich schlechtere Lernergebnisse im Vergleich zu ihren Mitschülern einheimischer Herkunft aus. Trotz nachweislich hoher Lernmotivation dieser Kinder weisen diese erhebliche Lerndefizite auf. Besonders auffällig sind die Leistungsunterschiede zu den gleichaltrigen Kindern, die in dem jeweiligen Land geboren wurden, in Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz. Ein Viertel aller Kinder mit Migrationshintergrund erreichen in den meisten europäischen Ländern nicht die „Kompetenzstufe 2“ im Bereich der mathematischen Fähigkeiten, die von der Pisa-Studie als „Basisniveau an Mathematikkompetenz“ definiert wurde und deren Erreichung erforderlich ist, um auf dem Arbeitsmarkt eine realistische Chance für eine Berufsausübung zu haben. Von den Kindern der zweiten Generation bleiben in Deutschland 40 Prozent unterhalb des Niveaus der so definierten „Kompetenzstufe 2“. Damit liegt Deutschland noch hinter anderen europäischen Ländern.

Nach Auskunft von OECD-Direktorin Prof. Dr. Anne-Barbara Ischinger, die den Bericht (englischer Originaltitel: „Where Immigrant Students Succeed – a comparative Review of Performance and Engagement from PISA 2003“) in Berlin heute vorstellte, beträgt der Leistungsrückstand der zweiten Generation rechnerisch etwa zwei Schuljahre. Besonders seien davon die Kinder türkischer Familien betroffen. In Bezug auf die Ursachen kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass dem Spracherwerb der gesprochenen Unterrichtssprache eine wichtige Rolle beim Zustandekommen der Lerndefizite zukomme.

Auf der Suche nach den Ursachen der Lerndefizite sind die Forscher auch der Frage nachgegangen, welche Rolle die Höhe der Zuwanderungsquote an Migranten in einem Land für die Qualität der Bildung von Migrantenkindern zukomme. Das überraschende Ergebnis ist: Die Zuwanderungsquote hat keinen entscheidenden Einfluss auf das Abschneiden dieser Kinder in vergleichenden Datenreihen. Umgekehrt erhalten sogar Kanada, Neuseeland und Australien ein ausgesprochenes Lob für ihre erfolgreiche Integrationspolitik gegenüber den Migrantenkindern, gelten diese Länder doch als klassische Zuwanderungsländer. Dabei stießen sie jedoch erneut auf einen schon bekannten Faktor, dessen Bedeutung auch durch diese Studie erneut belegt wird: die Rolle der sozialen Herkunft. Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben – unabhängig von ihrer nationalen oder ethnischen Herkunft – schlechtere Bildungschancen.

CDU-Bildungsministerin Annette Schavan bezeichnete die Ergebnisse der Studie als „Besorgnis erregend“. Sie betonte die Notwendigkeit einer besseren frühkindlichen Förderung der Migrantenkinder, die einher gehen müsse mit einer systematischen Sprachförderung über die gesamte Zeit ihres schulischen Bildungsweges vom Kindergarten bis zur Berufsausbildung. Mit dieser Forderung erhielt sie Unterstützung von anderen Spitzenpolitikern der Koalitionsparteien CDU, CSU und SPD.

In einer Stellungnahme geht auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) den Gründen für das Versagen der deutschen Bildungspolitik nach. In diesem Zusammenhang weist die Lehrer-Gewerkschaft darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen Lerndefiziten mit der frühen Selektion der Kinder im deutschen Schulwesen ignoriert werde. Die Sammlung von Kindern mit einem Migrationshintergrund im Hauptschulbereich schaffe ungünstige Ausgangsbedingungen für eine positive Lernentwicklung. Das Lernklima an dieser Schulform führe dazu „dass im Alter von 15 Jahren bei gleich intelligenten und fähigen Kindern ein Rückstand von durchschnittlich ca. 1,5 Schuljahren […] verglichen mit Schülern, die das Gymnasium besuchen, entstanden ist.“ Nach Ansicht der GEW weisen die Daten darauf hin, dass nur in einem integrativen Schulsystem, in dem die Trennung der traditionellen Schulformen Hauptschule, Realschule und Gymnasium aufgehoben ist, die Bildungschancen von Kindern aus Elternhäusern von Migranten verbessert werden könne. Dies zeigten auch die positiven Ergebnisse in einigen untersuchten Ländern, die integrative Systeme haben.

Die OECD-Direktorin Ischinger betonte ebenfalls die nachteilige Wirkung der Sammlung von Migrantenkindern im Hauptschulbereich.

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  • UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung kritisiert Bildungsföderalismus in Deutschland (21.02.2006)

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November 1, 2005

Japan plant Steuererhöhungen

Japan plant Steuererhöhungen – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Japan plant Steuererhöhungen

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Artikelstatus: Fertig 13:25, 1. Nov. 2005 (CET)
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Tōkyō (Japan), 01.11.2005 – In der vergangenen Woche hat der Rat für Fiskalreform der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) einen Zwischenbericht vorgelegt. Danach soll unter anderem die vergleichsweise niedrige Mehrwertsteuer von fünf auf zwölf bis 15 Prozent steigen.

Offenbar soll die derzeitig günstige Situation ausgenutzt werden, in der die LDP eine große Mehrheit im Unterhaus hält und mit Junichirō Koizumi einen beliebten Ministerpräsidenten stellt, um sich des Tabuthemas anzunehmen. Bereits zwei Ministerpräsidenten waren daran gescheitert. Koizumi selbst wird allerdings nicht mehr an der Umsetzung teilhaben, da er für September 2006 seinen Rücktritt angekündigt hat.

Hintergrund ist die hohe Staatsverschuldung Japans von rund 160 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Daneben werden etwa 40 Prozent des Haushalts – um die 250 Milliarden Euro; aus Staatsanleihen gedeckt. Grund sind massive Wirtschaftshilfen, die Anfang der 90er Jahre geleistet wurden, nachdem die Immobilien- und Aktienmärkte eingebrochen waren.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist der Ansicht, dass der Staatshaushalt nur mit einer Erhöhung der Mehrwert- und einer Bereinigung der Unternehmens- und Einkommenssteuer saniert werden kann. Finanzminister Sadakazu Tanigaki mahnt, bis 2006 müssten die Pläne feststehen.

Neben der Erhöhung der Mehrwertsteuer über zehn Jahre soll diese als Sozialsteuer deklariert werden, um die steigenden Kosten der sozialen Sicherungssysteme zu stützen. Beschlossen ist ebenfalls, Einkommensteuer-Senkungen von 1999 im nächsten Jahr zur Hälfte rückgängig zu machen und 2007 komplett zu streichen.

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October 7, 2005

Mauritius im Länder-Ranking auf dem ersten Platz

Mauritius im Länder-Ranking auf dem ersten Platz

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Port Louis (Mauritius) / Gütersloh (Deutschland), 07.10.2005 – Unter allen Entwicklungsländern ist Mauritius das am besten regierte Land. Die Bertelsmann Stiftung mit Sitz in Gütersloh gab gestern das Ergebnis ihrer neuesten Studie bekannt.

Neben dem Inselstaat Mauritius sind auf den Spitzenplätze auch Chile, Botswana, Slowenien und Taiwan zu finden. Am Ende der Reihe stehen Simbabwe, Nordkorea, die Elfenbeinküste, Turkmenistan und Somalia.

In der Studie wurden 119 Transformations- und Entwicklungsländer untersucht. Bewertet werden die Fortschritte auf dem Weg zu Demokratie und Marktwirtschaft. Die Ergebnisse der Studie werden anschließend im „Bertelsmann Transformation Index“ (BTI) 2006 klassifiziert.

Bertelsmann erstellt diese Studie, um Entscheidungen über die Vergabe von Entwicklungshilfegeldern zu erleichtern. Immer stärker wurde dabei in letzter Zeit auch das Kriterium der so genannten „Guten Regierungsführung“ („good governance“) in die Überlegungen mit einbezogen. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass die Gelder um so besser angelegt sind, je stabiler die Regierungen der Länder sind.

Auch für die deutsche Bundespolitik ist das Ergebnis der Studie wichtig. Das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) verwendet sie ebenfalls zur Entscheidungsfindung. Nach Meinung der OECD hebt Deutschland den Zusammenhang zwischen Entwicklungszusammenarbeit und Regierungsstabilität am stärksten hervor.

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August 11, 2005

IAB: Weniger Streiks in Deutschland durch Flächentarifverträge

IAB: Weniger Streiks in Deutschland durch Flächentarifverträge

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Nürnberg (Deutschland), 11.08.2005 – Beim so genannten Arbeitsfrieden, gemessen in Streiktagen, nimmt Deutschland einen internationalen Spitzenplatz ein. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), in der das Streikvolumen in 17 OECD-Ländern seit 1970 untersucht wurde.

Das IAB stellt einen Zusammenhang zwischen der Streikhäufigkeit und dem jeweils herrschenden Tarifsystem her. Die gegenwärtig betriebene Diskussion des Flächentarifvertragssystems könnte sich für Deutschland leicht rächen. Bei einer Aufkündigung dieses Systems, müsste jede einzelne Betriebsbelegschaft um ihre Interessen gesondert eintreten. Die positive Wirkung des Flächentarifvertragssystems zeigte sich nach Ergebnissen der Studie insbesondere in den 70-er und 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts. Im Flächentarifvertrag werden die Arbeitsbedingungen und die Lohn- und Gehaltsfragen jeweils für eine ganze Branche geregelt.

Streikvolumen in OECD-Ländern im Vergleich

In Ländern mit weniger entwickelten kooperativen Tarifmodellen sei die durchschnittliche Anzahl der Streiktage pro 1.000 Beschäftigte und Jahr wesentlich höher. In Deutschland liegt der entsprechende Wert bei 9,3 Streiks pro tausend Beschäftigte, während beispielsweise in Frankreich 82,8 und etwa Dänemark 169 Tage im Jahr gestreikt wird. Nur in Österreich, Japan und der Schweiz wird noch seltener zum Mittel des Arbeitskampfes gegriffen.

Langfristig zeigte sich laut IAB-Studie eine insgesamt abnehmende Streikbereitschaft, die zum Teil auf die Stärkung des tertiären Sektors (Zunahme von Dienstleistungen, Abnahme der eigentlichen Produktion) in den entwickelten Volkswirtschaften zurückgeführt wird. Auch die Globalisierung der Wirtschaftsprozesse sei dabei ein in Rechnung zu stellender Faktor sowie die allgemeine ökonomische Entwicklung im OECD-Bereich.

Das IAB ist ein Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit.

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July 14, 2005

Bayerische Schüler liegen im Pisa-Schultest wieder vorne

Berlin (Deutschland), 14.07.2005 – Am Mittag hat die Kultusministerkonferenz weitere Ergebnisse der 2003 erhobenen Schulleistungsstudie PISA offiziell in Berlin vorgestellt. Während bei einer ersten Bekanntgabe von Ergebnissen im Dezember vergangenen Jahres das internationale Abschneiden deutscher Schüler im Vordergrund stand, ging es diesmal um den Leistungsvergleich zwischen den einzelnen Bundesländern.

Inhaltsverzeichnis

Überblick über die Ergebnisse der Studie

Ergebnisse des Ländervergleichs

Wie schon in der ersten PISA-Studie gingen die Schüler aus Bayern auch diesmal als klare Sieger aus dem nationalen Vergleich hervor. Sie erreichten in allen vier getesteten Fächern – Mathematik, Naturwissenschaft, Lesekompetenz und Problemlösen – mit Abstand die besten Ergebnisse. Auf dem zweiten Platz folgen die Schüler aus Baden-Württemberg. Schlusslicht in der Untersuchung sind erneut die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Insgesamt konnten jedoch alle Bundesländer in fast allen Kompetenzbereichen Verbesserungen gegenüber der ersten Studie aus dem Jahr 2000 verzeichnen.

Zusammenhang soziale Herkunft und Bildungschancen

Es liegen jetzt nur noch wenige Bundesländer unter dem OECD-Durchschnitt. Ein Problem wird die Bildungspolitik jedoch weiterhin beschäftigen: Es gibt nach wie vor einen stark ausgeprägten Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft von Schülerinnen und Schülern und ihrem erreichten Kompetenzniveau. Benachteiligungen durch die soziale Lage des Elternhauses schlagen im deutschen Bildungswesen immer noch durch als schlechtere Bildungschancen.

Fortschritt bei der Problemlösekompetenz

Als erfreulich werten die Autoren der Studie die Tatsache, dass die Problemlösekompetenz bei den deutschen Schülerinnen und Schülern nach dem katastrophalen Abschneiden bei der ersten PISA-Studie aus dem Jahre 2000 nunmehr in fast allen Bundesländern mindestens den OECD-Durchschnitt erreicht oder sogar deutlich oberhalb des Durchschnitts der untersuchten Länder liegt.

Reaktionen

In einer ersten Reaktion warnte die Vize-Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Demmler, die erfolgreichen Länder vor Selbstgefälligkeit und mahnte eine höhere Chancengleichheit für sozial Benachteiligte an.

Hintergrund

Die Abkürzung PISA steht für das von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Auftrag gegebene „Programme for International Student Assessment“. Der erste internationale PISA-Schulvergleich fand im Jahr 2000 statt. An der zweiten Untersuchung, die im Frühjahr 2003 stattfand, nahmen insgesamt 41 Nationen teil. In Deutschland wurden dabei knapp 50.000 Schüler im Alter von rund 15 Jahren getestet. Weltweit arbeiten rund 300 Wissenschaftler an der Erstellung und Auswertung der Testbögen.

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December 10, 2004

UNICEF: Die Hälfte aller Kinder weltweit ist arm

UNICEF: Die Hälfte aller Kinder weltweit ist arm

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New York (Vereinigte Staaten), 10.12.2004 – Nach Schätzungen der Kinderhilfsorganisation UNICEF lebt jedes zweite Kind weltweit unterhalb der Armutsgrenze. Das veröffentlichte gestern die Organisation in ihrem aktuellen Jahresbericht.

Nach Angaben von UNICEF liegt die Anzahl der Kinder, die in der Welt in Armut leben, bei weit über einer Milliarde. UNICEF betont: „In zahlreichen Ländern verschärfen Staatszerfall, Bürgerkriege und AIDS die Armut noch.“ In 16 der aktuell 20 ärmsten Länder der Welt tobten Kriege, wodurch sie weiter in Chaos und Armut gestürzt würden.

UNICEF legte für seine Bewertung die Armutsdefinition der London School of Economics and Political Science zugrunde. Danach werden die Betroffenen nach einem Spektrum bewertet, welches neben dem Einkommen, der Nahrungs- und Wasserversorgung, Unterkunft, Schule und Gesundheit auch Förderungskriterien und emotionale Zuwendung an die Kinder berücksichtigt. Demnach sind fast 90 Millionen Kinder unterernährt, und etwa 270 Millionen Kindern steht nicht einmal die gesundheitliche Grundversorgung zur Verfügung. Etwa 400 Millionen Kinder haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, und 400 Millionen Kindern steht keine ausreichende sanitäre Versorgung zur Verfügung. Etwa 640 Millionen Kinder sind zudem obdachlos oder leben in unzureichenden Wohnungen. Besonders in den Ländern der Dritten Welt ist die Situation um die Immunschwächekrankheit AIDS bedenklich. „Allein im südlichen Afrika stieg zwischen 1990 und 2003 die Zahl der Aids-Waisen von einer auf über zwölf Millionen,“ so UNICEF. Nach Schätzungen wird bis zum Jahr 2010 ein Anstieg dieser Zahl auf 18 Millionen erwartet.

Anders als in den Ländern der dritten Welt ist die Situation in den wohlhabenden Staaten. Der Definition für Armut lägen hier andere Maßstäbe zugrunde. Der Anteil der Kinder in relativer Armut in Familien mit einem Einkommen unter 50% des Durchschnittseinkommen stieg deutlich an. „In elf von 15 OECD-Staaten ist der Anteil der Kinder, deren Familien mit weniger als der Hälfte des Durchschnittseinkommens auskommen müssen, im vergangenen Jahrzehnt deutlich gewachsen. Allein in Deutschland stieg zwischen 1990 und 2000 der Anteil relativ armer Kinder von 4,1 auf neun Prozent. Heute leben in Deutschland über eine Million Jungen und Mädchen von Sozialhilfe.“

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