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November 17, 2013

China: Siebter nationaler Debattierwettbewerb für Germanistikstudierende

China: Siebter nationaler Debattierwettbewerb für Germanistikstudierende

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Veröffentlicht: 12:28, 17.11.2013 (CET)
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Shanghai (China), 17.11.2013 – Am 15. und 16. November 2013 fand in Shanghai der siebte nationale Debattierwettbewerb für Germanistikstudierende in China statt. Veranstaltet von der University of Science and Technology (USST) in Shanghai und dem Goethe-Institut in China war dies die in diesem Jahr nicht nur die größte Veranstaltung des Goethe-Instituts in China, sondern auch ein zentraler Bestandteil des Deutsch-Chinesischen Sprachenjahrs 2013–2014, das am 26. Mai 2013 von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Premierminister Li Keqiang in Berlin gemeinsam eröffnet wurde und das in China unter dem Motto „Hier kommt Deutsch!“ steht.

Mit 44 teilnehmenden Universitäten war dies der bisher von der Zahl der Teilnehmer her größte Debattierwettbewerb, der das seit Jahren leicht ansteigende Interesse an der deutschen Sprache in China in herausragender Weise demonstriert, wie Frau Verena Sommerfeld vom Goethe-Institut in Peking erfreut feststellte.

So traten in der ersten Runde 88 Stundenten in Zweierteams für ihre Universität zunächst im Wettkampf um Punkte an, ab der zweiten Runde – dem Achtelfinale –, in die die besten 16 Mannschaften einzogen, ging es dann im direkten Ausscheidungsverfahren weiter bis zum Finale. Beobachtet von einer Jury aus chinesischen Universitätslehrern und Vertretern deutschsprachiger Medien aus China sowie deutschen Muttersprachlern aus verschiedenen Organisationen wie dem deutschen Generalkonsulat in Shanghai, dem DAAD und dem Goethe-Institut stritten sich die Studenten aufgeteilt in jeweils ein Team, das die Pro-Seite vertrat, und ein Team für die Contra-Seite über Themen wie die Frage, ob Politiker ein Vorbild für die Gesellschaft sein sollen oder ob man Tierversuche abschaffen soll.

In lebendigen, aber stets fairen Diskussionen, die teilweise erst durch ein energisches Eingreifen der Diskussionsleitung beendet werden konnten, setzten sich die Teams miteinander auseinander. So sehr sich die Debattierer dabei auch bemühten und so oft sie um die Zustimmung der Gegenseite baten, blieben diese doch fest bei ihrer jeweiligen Meinung, auch wenn ihnen dabei aufgezeigt wurde, dass genau dort doch „der Hase im Pfeffer liege“ und sie z.B. in der Frage, ob man eine fürsorgliche Liebe zu Senioren per Gesetz verordnen könne, als „Sozialromantiker“ entlarvt wurden, die doch bitte zur Realität des 21. Jahrhunderts kommen sollten. Da den Teams in der freien Diskussion insgesamt nur sechs Minuten zur Verfügung standen, ihre Argumente auszutauschen, konnte so manche These dabei nur angerissen werden. Davon betroffen war auch die Behauptung, dass die Aufhebung der kollektiven Ferientage der so genannten „Goldenen Woche“ aus Anlass des chinesischen Nationalfeiertages Anfang Oktober zu Gunsten von individuellen und flexiblen Ferientagen für die Chinesen nicht praktikabel sei, da dies nur zu Chaos führe. Diese Behauptung verursachte nicht nur bei den anwesenden Deutschen, sondern auch bei so manchem Chinesen Verwunderung – angesichts der Verhältnisse im Land im Laufe dieser Tage, die zuletzt jedes Jahr für Negativrekorde und entsprechende Schlagzeilen in den Medien gesorgt hatten. Im Gegenzug musste aber auch ein überraschend in die Diskussion mit einbezogener Deutscher eingestehen, dass er auf Coca-Cola ungern verzichten würde, auch wenn sie als ungesundes Lebensmittel mit einer besonderen Abgabe vom Staat belegt würde, worüber in einer anderen Runde diskutiert wurde.

Die meisten der debattierten Themen waren den Teilnehmern bereits zehn Tage vor der Veranstaltung mitgeteilt worden, so dass sie sich gründlich im voraus darauf vorbereiten konnten. Für das Halbfinale sowie das Finale wurden den Mannschaften die Themen zehn Minuten vor der Debatte mitgeteilt, und sie mussten dann jeweils ein Eröffnungstatement sowie einen abschließenden Beitrag für eine Rede von jeweils zwei Minuten vorbereiten und sich ebenfalls Argumente für eine direkte Diskussion mit der Gegenseite zurechtlegen. Die Qualität der Beiträge war dabei, wie die Jury in einer abschließenden Würdigung hervorhob, durchgehend sehr hoch, und sie wollte dabei manchmal bezweifeln, dass Muttersprachler Beiträge abzuliefern im Stande gewesen wären, so wie sie hier von Fremdsprachenlernern präsentiert wurden.

Die Studenten bewiesen in ihren Debatten aber nicht nur ihre Fremdsprachenkenntnisse, sondern – dies zeigt ein Blick auf die Themen – auch ihre Fähigkeit, sich in aktuelle und gesellschaftsrelevante Probleme einarbeiten zu können und diese sowohl in einen china- wie auch weltweiten Zusammenhang einordnen zu können. Doch nicht nur rednerische Brillianz und kluge Ideen wurden von der Jury hoch bewertet, gefragt war auch Teamarbeit von den Teilnehmern an diesem Wettkampf, die in einem System erzogen werden, in dem ansonsten jeder gegen jeden kämpft. Die chinesischen Germanistikstudenten haben hierbei sehr eindrucksvoll demonstriert, dass sie den Herausforderungen der globalen Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts überaus angemessen gegenübertreten werden können.

Im Finale setzte sich dann schließlich das Team der Bejing Foreign Studies University gegen die Nanjing University of Science and Technology im Streit um die Behauptung „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ als Sieger des Wettbewerbs durch. Die Jury war von der Leistung der Studenten aus Peking auch in der Vorrunde so beeindruckt, dass sie ihnen die dafür zur Verfügung stehenden Sonderpreise für die beste Aussprache, die überzeugendste Argumentation sowie die beste Debattiererin und den besten Debattierer verlieh.

Doch egal auf welchem Platz man den Wettkampf beendete und welchen Teilnehmer man dazu befragte, niemand wollte sich als Verlierer sehen, sondern alle genossen die Gelegenheit, sich mit anderen Studierenden derselben Fachrichtung aus teilweise sehr weit von einander entfernten Orten zu messen und auch jenseits des Wettkampfes einmal auszutauschen.

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Originäre Berichterstattung
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January 17, 2012

„Döner-Morde“ ist Unwort 2011

„Döner-Morde“ ist Unwort 2011 – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

„Döner-Morde“ ist Unwort 2011

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Veröffentlicht: 18:25, 17. Jan. 2012 (CET)
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Darmstadt (Deutschland), 17.01.2012 – Der Begriff „Döner-Morde“, die Bezeichnung für die zehn Morde der neonazistischen Zwickauer Terrorzelle, ist zum Unwort des Jahres 2011 gekürt worden. Das Wort sei verharmlosend und diskriminiere die Opfer sowie ganze Bevölkerungsgruppen, die wegen ihrer Herkunft auf ein Imbissgericht reduziert würden. 269-mal war das Wort als Vorschlag eingereicht worden. Insgesamt wurden 923 unterschiedliche Wörter eingesandt. Die 2.420 Einsendungen waren die meisten seit Bestehen der Aktion.

Als „Döner-Morde“ wurde von Medien und der Polizei die Mordserie an neun Kleinunternehmern mit Migrationshintergrund zwischen 2000 und 2006 bezeichnet. Der Begriff wurde dadurch geprägt, dass zwei von ihnen Döner verkauft hatten. Die Jury hatte den Mord an einer Polizistin mitgezählt. Die 22-Jährige machte im April 2007 mit einem Kollegen im Dienstwagen eine Mittagspause, als zwei der Terroristen an das Fahrzeug traten und das Feuer eröffneten. Die Polizistin starb, ihr Kollege überlebte lebensgefährlich verletzt. Vermutlich wollten die Täter die Dienstwaffen der beiden erbeuten.

Auf Platz zwei und drei folgten in diesem Jahr die Wörter „Gutmensch“ und „Marktkonforme Demokratie“. Das ethische Ideal des „guten Menschen“ werde auf hämische Weise benutzt, „um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren“, so die Pressemitteilung. Zwar werde der Begriff schon seit 20 Jahren gerügt, 2011 sei er jedoch „in unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Kontexten einflussreich geworden“. Die „marktkonforme Demokratie“ wurde von Angela Merkel geprägt. Es sei „eine unzulässige Relativierung“ der Demokratie als Norm, die mit Konformität unvereinbar sei.

Zum Wort des Jahres 2011 wurde „Stresstest“ gewählt. Börsen-Unwort des Jahres ist „Euro-Gipfel“. In der Schweiz gewann „Technologieverbot“ den Negativpreis „Unwort 2011“.

Seit 1991 wählt eine Jury aus Sprachwissenschaftlern das Unwort des Jahres aus.

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January 18, 2011

Deutsche Sprache: Das „Unwort des Jahres 2010“ lautet „alternativlos“

Deutsche Sprache: Das „Unwort des Jahres 2010“ lautet „alternativlos“

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Veröffentlicht: 18:42, 18. Jan. 2011 (CET)
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Frankfurt am Main (Deutschland), 18.01.2011 – Es ist entschieden. Das „Unwort des Jahres 2010“ ist das Adjektiv „alternativlos“. Das gab heute der Sprecher der Jury, Horst Dieter Schlosser, bekannt. Zur Begründung hieß es: „Das Wort suggeriert sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe. Behauptungen dieser Art sind 2010 zu oft aufgestellt worden, sie drohen, die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung zu verstärken.“ Weitere Un-Wörter des Jahres 2010, die der Jury negativ aufgefallen waren und deshalb kritisiert wurden, sind: „Integrationsverweigerer“ und „Geschwätz des Augenblicks“.

Den Begriff „alternativlos“ hatte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel im Zusammenhang mit der Griechenlandhilfe benutzt. Die anderen EU-Staaten sollten durch die Formulierung von der Notwendigkeit der finanziellen Unterstützung für die überschuldete griechische Wirtschaft überzeugt werden.

Der deutsche Innenminister Lothar de Maizière hatte den Begriff „Integrationsverweigerer“ im letzten Jahr in die politische Debatte zur Kennzeichnung von Migranten eingeführt, die sich aus seiner Sicht der Integration in die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland entziehen. Die Jury bewertete den Begriff als Unterstellung, da für eine solche Behauptung „noch immer eine sichere Datenbasis fehlt“. Außerdem werde durch eine solche Begriffswahl die Tatsache ausgeblendet, „dass der Staat seinerseits für die Integration noch zu wenig tut“.

Der Ausdruck „Geschwätz des Augenblicks“ war vom Dekan des Kardinalskollegiums der Römisch-Katholischen Kirche, Angelo Sodano, bei der letztjährigen Ostermesse des Papstes verwendet worden, um damit die massiven Vorwürfe im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche abzutun.

Die Jury besteht aus vier ständigen Mitgliedern, die beruflich mit der Sprachwissenschaft verbunden sind. Außerdem werden jedes Jahr zwei weitere Jurorensitze mit Vertretern der öffentlichen Sprachpraxis besetzt. Das waren in diesem Jahr Ruth Fühner, Journalistin beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt am Main und Hellmuth Karasek, Autor und Literaturkritiker aus Hamburg.

Die sprachpolitische Aktion wird seit 1991 durchgeführt, damals noch von der Gesellschaft für deutsche Sprache. Seit 1994 handelt es sich um eine von der Sprachgesellschaft unabhängige Jury, weil es 1993 einen Streit um die Wortprägung „kollektiver Freizeitpark“ gegeben hatte, die dem ehemaligen Bundeskanzler Kohl zugeschrieben wird. Die Jury wählt die Kandidaten für das jeweilige Unwort im Rahmen ihrer „Sprachkritische[n] Aktion Unwort des Jahres“ aus einer jährlich wachsenden Zahl von Einsendungen und anderen Vorschlägen aus. Jeder kann sich an der Sammlung beteiligen. Gesucht werden Wörter, die „sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen“. Die beiden letzten Unwörter des Jahres waren 2008 „notleidende Banken“, das laut Jury die realen Zusammenhänge von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise auf den Kopf stellte, und 2009 die Diffamierung betrieblicher Interessenvertretung mit dem Begriff „betriebsratsverseucht“.

Mit der diesjährigen, zwanzigsten Prämierung des Unworts des Jahres, scheiden zwei langjährige ständige Mitglieder aus der Jury aus: Margot Heinemann (Leipzig), ständiges Mitglied seit 1994, und der bisherige Sprecher Schlosser, der die Aktion auch ins Leben gerufen hatte. Neue Mitglieder werden Jürgen Schiewe (Universität Greifswald) und Kersten Sven Roth von der Universität Zürich, beide renommierte Sprachwissenschaftler, die mit sprachkritischen Publikationen in Erscheinung getreten sind. Neue Jury-Sprecherin wird Nina Janich von der Technischen Universität Darmstadt.

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December 17, 2010

Deutschlands Wort des Jahres 2010: „Wutbürger“

Deutschlands Wort des Jahres 2010: „Wutbürger“

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Veröffentlicht: 16:38, 17. Dez. 2010 (CET)
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Wiesbaden (Deutschland), 17.12.2010 – Zum 35. Mal kürte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) das Wort des Jahres. In diesem Jahr entschied sich die Jury für das Wort „Wutbürger“. Zur Begründung dieser Wahl erklärte die Gesellschaft: „Diese Neubildung wurde von zahlreichen Zeitungen und Fernsehsendern verwendet, um einer Empörung in der Bevölkerung darüber Ausdruck zu geben, dass politische Entscheidungen über ihren Kopf hinweg getroffen werden.“

Ein Sprecher der Bürgerbewegung gegen das Stuttgarter Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 erklärte jedoch auf Nachfrage, dass sich die Bürgerbewegung gegen den Umbau des Stuttgarter Bahnhofs in dieser Wortschöpfung nicht wiederfinde. Das Aktionsbündnis bestehe nicht nur aus Wut, sagte Gangolf Stocker vom Aktionsbündnis.

Auf den weiteren Plätzen folgten die Wörter Stuttgart 21, Sarrazin-Gen, Cyberkrieg, Wikileaks, schottern, Aschewolke, Vuvuzela, Femitainment und als letztes der Ausdruck „unter den Eurorettungsschirm schlüpfen“.

Mit der jährlichen Kür eines prägnanten Begriffs will die GfdS Begriffe hervorheben, die in der Öffentlichkeit eine herausragende Rolle spielten und in besonderer Weise „charakteristische Themen aus Politik, Wirtschaft und anderen Bereichen des gesellschaftlichen Alltags“ markieren. Die Jury wertete hauptsächlich aus 2000 Wörtern und Wendungen aus tagesaktuellen Medien aus. Aber auch Vorschläge von Bürgern, die an die GfdS eingesandt wurden, wurden in den Auswahlprozess einbezogen.

Der Begriff „Stuttgart 21“ wurde ausgewählt, weil der Begriff für eine Protestbewegung um den geplanten Umbau des Stuttgarter Kopfbahnhofs steht, die weit über die Region Stuttgart hinaus reichte. Der Begriff „Sarrazin-Gen“ bezieht sich auf die öffentliche Debatte um das Buch „Deutschland schafft sich ab“ des ehemaligen Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin, wobei der Begriff „Sarrazin-Gen“ sich ironisch auf die angebliche genetische Differenz von Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund gegenüber der „rein“ deutschen Bevölkerung bezog. Die Begriffe „Cyberkrieg“ und „WikiLeaks“ stehen für die mediale Aufmerksamkeit, die durch die Veröffentlichung geheimer US-Dokumente auf der Internetplattform WikiLeaks in den letzten Wochen entstanden war. Nach der Veröffentlichung hatte es zunächst Hacker-Angriffe auf die Computer mit den von WikiLeaks veröffentlichten Dokumenten gegeben, woraufhin WikiLeaks-Unterstützer im Gegenzug versucht hatten, Computer beziehungsweise Server von Firmen lahmzulegen, die WikiLeaks ihre Unterstützung entzogen hatten (Wikinews berichtete). Zur Bezeichnung dieses virtuellen Schlachtfelds im Internet war der Begriff „Cyberkrieg“ in die öffentliche Debatte geworfen worden. Das Verb „schottern“ bezieht sich auf die Aktionen von Castorgegnern, die mit dem Entfernen von Gleisschotter die Schienenwege zum Transport der Castoren mit radioaktivem Müll nach Gorleben sabotieren wollten (Wikinews berichtete). Der Begriff „Aschewolke“ auf Platz 7 bezieht sich auf den Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull, dessen Eruptionen den Flugverkehr in großen Teilen Europas lahmgelegt hatte. (Wikinews berichtete). Vuvuzela auf Platz 8 war ein für viele Deutsche neues Wort, das im Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika Furore machte. Es handelt sich dabei um ein Plastik-Blasinstrument, mit dem man ohrenbetäubenden Lärm machen kann und mit dem vor allem südafrikanische Fußballfans ihre Mannschaft bei dem Weltcup-Turnier anfeuerten. Das Wort Femitainment bezieht sich auf eine Debatte zwischen der Feministin Alice Schwarzer und der amtierenden Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, in der es um die Themen „Frauenbewegung“ und „Geschlechterrollen“ ging. Der letzte Begriff „unter den Eurorettungsschirm schlüpfen“ bezieht sich auf die Notwendigkeit überschuldeter EU-Mitgliedsstaaten wie Irland und Griechenland sich bei den EU-Partnerstaaten in großem Umfang Geld zu leihen, um einem drohenden Staatsbankrott zu entgehen.

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January 20, 2009

Das Unwort des Jahres 2008 heißt „Notleidende Banken“

Das Unwort des Jahres 2008 heißt „Notleidende Banken“

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Veröffentlicht: 23:48, 20. Jan. 2009 (CET)
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Frankfurt am Main (Deutschland), 20.01.2009 – Das Unwort des Jahres 2008 heißt „Notleidende Banken“. Mit der Bekanntgabe heute wurde es zum 18. Mal seit 1991 gekürt. Es sollen Wörter sein, die als besonderer sprachlicher Fehlgriff gelten und gegebenenfalls irreführend sind. 2.117 Menschen hatten Vorschläge eingesendet, 1.129 Begriffe wurden genannt.

Verkündet wird das Unwort des Jahres traditionell von dem Sprachwissenschaftler Horst Dieter Schlosser. Er lieferte auch die Begründung der vierköpfigen Jury mit den Worten: „Während die Volkswirtschaften in ärgste Bedrängnis geraten und die Steuerzahler Milliardenkredite mittragen müssen, werden die Banken mit ihrer Finanzpolitik, durch die die Krise verursacht wurde, zu Opfern stilisiert.“

An zweiter Stelle landete das Wort „Rentnerdemokratie“. Geprägt wurde es von Roman Herzog, der damit die diffuse Angst junger Menschen heraufbeschwor, dass sie von den älteren Menschen „ausgeplündert“ würden. Auf Platz drei landete das Wort „Karlsruhe-Touristen“. Damit wurden vom Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft Rainer Wendt Menschen bezeichnet, die vor dem Verfassungsgericht öfter als Kläger auftraten. Die Unwort-Jury sieht hier ein bedenkliches Verständnis der Grundrechte.

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December 9, 2007

Das Wort des Jahres 2007 heißt „Klimakatastrophe“

Das Wort des Jahres 2007 heißt „Klimakatastrophe“

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Veröffentlicht: 21:09, 9. Dez. 2007 (CET)
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Wiesbaden (Deutschland), 09.12.2007 – Das Wort des Jahres 2007 in Deutschland heißt „Klimakatastrophe“. Gekürt wurde es wie jedes Jahr von der Gesellschaft für deutsche Sprache. An zweiter Stelle folgte die „Herdprämie“, ein Begriff, der in der Innenpolitik im Zusammenhang mit dem Betreuungsgeld zu Hause benutzt wird. Die weiteren Plätze lauten „Raucherkneipe“, „Arm durch Arbeit“ und „Dopingbeichte“.

Die Gesellschaft begründete die Entscheidung in der offiziellen Pressemitteilung damit, dass der Ausdruck prägnant die bedrohliche Entwicklung, die der Klimawandel nehme, kennzeichne. Gerhard Müller, ein weiterer Experte der Gesellschaft, sagt dazu: „Klimakatastrophe zeigt die Richtung, die der Klimawandel annimmt.“

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August 2, 2007

Neue Rechtschreibung seit dem 1. August 2007 verbindlich

Neue Rechtschreibung seit dem 1. August 2007 verbindlich

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Veröffentlicht: 13:57, 2. Aug. 2007 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 02.08.2007 – Seit gestern ist die so genannte neue Rechtschreibung verbindlich. Das bedeutet: Behörden und Schulen benutzen beziehungsweise lehren nun nach den vom Rat für deutsche Rechtschreibung beschlossenen Vorgaben. Deutschlehrer werden dann Wörter, die noch in der alten Rechtschreibung geschrieben wurden, als Fehler anstreichen. Damit endet auch die einjährige Übergangsfrist. Im Jahr 1997 wurde die Regelung ursprünglich beschlossen; danach brach ein langjähriger Streit über die Reform aus. Mehrmals wurden in dieser Zeit die Regeln abgeändert.

Auch die Nachrichtenagenturen wollen sich nun an eine einheitliche Schreibweise halten. Dabei orientieren sie sich an den Empfehlungen des Duden (24. Auflage, 2006) und Wahrig, 2006. In 500 Fällen weichen die beiden Werke voneinander ab. In diesen Fällen orientieren sich die Nachrichtenagenturen an einer Wörterliste.

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January 19, 2007

Unwort des Jahres 2006 gewählt

Unwort des Jahres 2006 gewählt – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Unwort des Jahres 2006 gewählt

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Artikelstatus: Fertig 22:17, 19. Jan. 2007 (CET)
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Köthen (Anhalt) (Deutschland), 19.01.2007 – Die Experten-Jury von der Universität Frankfurt am Main wählte das Wort „Freiwillige Ausreise“ zum Unwort des Jahres 2006. Dies gab Jury-Vorsitzender Horst Dieter Schlosser heute in Köthen in Sachsen-Anhalt bekannt.

Wie schon mehrfach in den vergangenen Jahren wurde auch diesmal ein Begriff zum Unwort des Jahres gekürt, der mit dem Leben von Ausländern in Deutschland zu tun hat. Das Wort stehe in einem schiefen Verhältnis zur Realität, begründete Schlosser die Entscheidung der Jury. Die Freiwilligkeit der Ausreise von Asylbewerbern müsse in vielen Fällen nämlich bezweifelt werden.

Auf Platz zwei landete der Begriff „Konsumopfer“, der von dem Modeschöpfer Wolfgang Joop kreiert wurde. Er meinte damit extrem magere Models, die zu Lasten ihrer Gesundheit hungern müssten, um dem Schönheitsideal der Konsumgesellschaft zu entsprechen.

Auf Platz drei landete der Begriff „Neiddebatte“. Sein Schöpfer, der ehemalige Bundesbankchef Ernst Welteke, wollte damit zum Ausdruck bringen, dass es sich bei der Diskussion um die Angemessenheit von Spitzengehältern für Manager nur um einen Ausdruck von „kleinkariertem Neid“ handele.

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December 19, 2006

Wettbewerb sucht „schönstes bedrohtes Wort“

Wettbewerb sucht „schönstes bedrohtes Wort“

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Artikelstatus: Fertig 19. Dez. 2006 (CET)
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Berlin (Deutschland), 19.12.2006 – Ein Wettbewerb sucht nach dem schönsten vom Aussterben bedrohten Wort. Während täglich mehr als zwei neue Wörter entstünden, verschwänden viele alte Begriffe aus dem Sprachgebrauch. Dieser Wörterschwund sei jedoch kaum erforscht, erklärte der Initiator der „Aktion Artenschutz“ Bodo Mrozek in Berlin. Der Autor und Journalist hat ein zweibändiges „Lexikon der bedrohten Wörter“ veröffentlicht und auf einer Internetseite nach eigenen Angaben mehr als 25.000 Hinweise auf veraltende Wörter aus der Bevölkerung gesammelt. Ziel des Wettbewerbes sei es, auf den Sprachwandel aufmerksam zu machen und möglichst viele „bedrohte Wörter“ zu sammeln. Die Auswertung solle ergeben, „welches Wort am meisten vermisst wird“, also am häufigsten genannt wird. Bis zum 28. Februar nimmt die Aktion Vorschläge aus der Bevölkerung entgegen. Eine Jury mit Sprachexperten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, darunter die Schriftsteller Jakob Hein und Eva Menasse, vergebe als Hauptpreis den Käseigel. Diese nach einem bedrohten Wort benannte Trophäe werde von der Künstlerin Laura Kikauka als Unikat gestaltet.

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December 15, 2006

Wort des Jahres 2006 ist „Fanmeile“

Wort des Jahres 2006 ist „Fanmeile“ – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Wort des Jahres 2006 ist „Fanmeile“

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Artikelstatus: Fertig 23:58, 15. Dez. 2006 (CET)
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Wiesbaden (Deutschland), 15.12.2006 – Die „Gesellschaft für deutsche Sprache“ (GfdS) gab heute auf einer Pressekonferenz die „Wörter des Jahres 2006“ bekannt. Platz eins belegte das Wort „Fanmeile“. Ihr Urteil begründete die Jury mit dem Satz: „Damit wurden Orte bezeichnet, die während der WM in Deutschland Fußballbegeisterte aus aller Welt zu Hunderttausenden aufsuchten, um dort ihrem ganz besonderen Lebensgefühl Ausdruck zu verleihen.“

Das „Wort des Jahres“ wird seit 1971 gewählt. Dabei stehen weniger wissenschaftliche Überlegungen im Hintergrund, sondern eher so etwas wie „Zeitgeistforschung“.

Auf den nächsten Plätzen folgten „Generation Praktikum“ und „Karikaturenstreit“. Braunbär „Bruno“ schaffte es als „Problembär“ nur auf Platz sieben, obwohl er wochenlang die Presse beschäftigte. GfdS-Vorsitzender Rudolf Hoberg sagte, das Ganze sei nur ein Spiel. Trotzdem sei das Medienecho jedes Mal enorm: „Das interessiert wirklich jeden.“

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