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May 1, 2012

Bundesregierung: Erhebliche Zunahme von psychischen Erkrankungen durch Belastungen am Arbeitsplatz

Bundesregierung: Erhebliche Zunahme von psychischen Erkrankungen durch Belastungen am Arbeitsplatz

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Veröffentlicht: 02:22, 1. Mai 2012 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 01.05.2012 – Zum Tag der Arbeit am Ersten Mai berichtet die Frankfurter Rundschau über die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linkspartei. Zwölf Abgeordnete hatten sich nach dem aktuellen Stand der Erkenntnisse über psychische Belastungen am Arbeitsplatz erkundigt.

Dem Bundesarbeitsministerium zufolge ist der Anteil der Krankheitstage an allen Arbeitsunfähigkeitstagen, der auf psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen entfällt, in Deutschland seit 2001 von 6,6 auf 13,1 Prozent gestiegen. Die Ursache hierfür liege in der zunehmenden Arbeitsbelastung und im Stress am Arbeitsplatz. Vor allem Leiharbeiter seien von den Belastungen betroffen, aber auch die unstetige Gestaltung der Arbeitsverhältnisse durch ständigen Wechsel von Arbeitsort und Arbeitsplatz sowie durch zeitlich befristete Arbeitsverträge zehre an den Nerven. Die Betroffenen hätten auch einen „schlechteren Zugang zu Gesundheitsfördermaßnahmen“.

Die schlimmsten Belastungen gibt es im Gesundheitswesen und in Sozial- und Erziehungsberufen, wo überwiegend Frauen beschäftigt sind. In diesen Branchen wurden im Jahr 2010 etwa 39.000 weibliche Beschäftigte frühverrentet, fast doppelt soviele wie im Jahr 2000.

Die Kosten für Behandlung, Prävention und Rehabilitation von psychischen Erkrankungen, die auf Probleme am Arbeitsplatz zurückzuführen sind, beliefen sich im Jahr 2011 auf gut 6,3 Milliarden Euro.

Das Bundesarbeitsministerium sieht trotz allem derzeit keinen Handlungsbedarf, sondern möchte die Entwicklung weiter beobachten.

Für die Linkspartei erklärte die Abgeordnete Jutta Krellmann, die die kleine Anfrage mit initiiert hatte, vor allem müssten die Leiharbeit und die Möglichkeiten, Arbeitsverhältnisse zu befristen, eingeschränkt werden. Außerdem unterstütze sie die Einführung einer „Anti-Stress-Verordnung“, die auch die IG Metall bereits vorgeschlagen hatte, um konkrete Vorschriften einzuführen, mit denen die Arbeitsbelastung begrenzt werden kann. Darunter fielen insbesondere „feste Regeln zur Verteilung von Arbeitszeiten, zum Verhalten von Vorgesetzen, zur Taktung von Arbeitsabläufen oder auch zu Belastungsgrenzen durch Projektarbeit“, heißt es in dem Bericht.

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November 29, 2008

Airbuswerke in Varel, Nordenham und Augsburg werden von EADS-Tochter Premium Aerotec weitergeführt

Airbuswerke in Varel, Nordenham und Augsburg werden von EADS-Tochter Premium Aerotec weitergeführt

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Veröffentlicht: 18:45, 29. Nov. 2008 (CET)
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Airbuswerk in Nordenham

Varel / Nordenham / Augsburg (Deutschland), 29.11.2008 – Die Standorte in Norddeutschland (Nordenham und Varel) sowie im bayerischen Augsburg werden von einer hundertprozentigen Airbustochter, Premium Aerotec, weitergeführt. Ursprünglich sollten die Werksstandorte, an denen Flugzeugteile für Airbus gefertigt werden, im Rahmen des Sparprogramms „Power8“ an Fremdfirmen verkauft werden.

Das Sparprogramm war notwendig geworden, nachdem Airbus seine Lieferverpflichtungen gegenüber Kunden, die das neue Großraum-Passagierflugzeug Airbus A380 bestellt hatte, nicht einhalten konnte. Die damit verbundenen Einnahmeausfälle sollten durch das Sparprogramm Power8 aufgefangen werden. Von Gewerkschaftsseite war in diesem Zusammenhang der Abbau von bis zu 10.000 Arbeitsplätzen bei Airbus befürchtet worden. Die IG Metall wertet die Einigung der Belegschaft mit der Konzernführung als Erfolg. Betriebsrat und Geschäftsführung einigten sich bereits am Freitag vergangener Woche auf einen sozialverträglichen Übergang der genannten Airbuswerke in den Besitz der Airbustochter Premium Aerotec GmbH zum 1. Januar 2009. Inzwischen hat auch der Airbus-Aufsichtsrat dem Überleitungsvertrag zugestimmt. Die aus Belegschaftssicht wichtigsten Punkte sind dabei die Garantie der Sicherheit der Arbeitsplätze: Bis zum 31. Dezember 2013 sollen keine betriebsbedingten Kündigungen stattfinden. Außerdem konnten die Arbeitnehmervertreter auch Arbeitszeitverlängerungen und Gehaltskürzungen abwehren. Einspareffekte für das Unternehmen sollen „durch mehr Effizienz und eine höhere Produktivität“ erreicht werden, so heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Airbus-Gesamtbetriebsrates und der IG Metall Küste. Den von der Belegschaft zu erzielenden Einspareffekt, unter anderem durch kürzere Verteilzeiten, bezifferte Airbus-Vorstandsvorsitzender Thomas Enders mit 22,5 Millionen Euro. Außerdem stellt Airbus für die Modernisierung der Standorte 500 Millionen Euro zur Verfügung. Die bestehenden Tarifverträge bleiben von der Vereinbarung unberührt.

Mit dem Unternehmen, das die Airbusstandorte in Varel, Nordenham und Augsburg mit insgesamt etwa 6.000 Arbeitsplätzen weiterführt, entsteht der zweitgrößte Luftfahrtzulieferer der Welt nach „Spirit Aerosystems“, einer US-Firma, die 2005 aus ehemaligen Standorten des Airbuskonkurrenten Boeing hervorgegangen war. Die Führung des neuen Luftfahrt-Zulieferers soll der ehemalige Chef des Augsburger EADS-Werks, Hans Lonsinger, übernehmen. Langfristig strebt das neue Unternehmen die Loslösung vom Airbus-Mutterkonzern an. Eine der Optionen sei ein Börsengang nach 2011. Premium Aerotec rechnet für das Jahr 2009 mit einem Umsatz in einer Größenordnung von zirka einer Milliarde Euro.

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October 7, 2008

Gewerkschaften in Deutschland fordern trotz Finanzkrise acht Prozent Lohnerhöhung

Gewerkschaften in Deutschland fordern trotz Finanzkrise acht Prozent Lohnerhöhung

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Veröffentlicht: 14:01, 7. Okt. 2008 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 07.10.2008 – Trotz der Finanzkrise, in der derzeit Milliardenbeträge von den Vereinigten Staaten von Amerika und unter anderem auch der Bundesrepublik Deutschland bereitgestellt werden, um Banken zu retten, fordern Gewerkschaften wie etwa die Dachorganisation DGB und die IG Metall weiterhin acht Prozent Lohnerhöhung. „Wenn Milliardenbeträge für Banken vorhanden sind, dann ist auch Geld für die Arbeitnehmer da“, sagte DGB-Chef Michael Sommer selbstbewusst der Berliner Zeitung. „Forderungen an die Beschäftigten, den Gürtel enger zu schnallen, sind falsch.“ Die Forderung von acht Prozent mehr Lohn, die die IG Metall aufgestellt hat, sei realistisch.

Am gestrigen Montag begannen die Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektrobranche im Gewerkschaftsbezirk Küste. „Außerhalb der Finanzmärkte ist die wirtschaftliche Lage nicht schlecht. Und die Metallindustrie in Deutschland gehört zu den produktivsten Europas. Deshalb haben die Beschäftigten Anspruch auf gerechten Lohn“, sagte Sommer weiter. Außerdem kritisierte Sommer die Ausgabenpolitik der Bundesrepublik. Einerseits erkläre sie, es sei kein Geld zum Stützen der Konjunktur da und die Neuverschuldung dürfe nicht steigen, andererseits gebe sie Milliardenbeträge aus, um marode Banken zu retten.

Der DGB sei allerdings nicht grundlegend dagegen, stützend einzugreifen, forderte allerdings, dass nicht nur Banken unterstützt würden, sondern auch für Sozialpolitik, Bildung, Infrastruktur oder um die Konjunktur zu stützen Geld ausgegeben werden müsse. Es müsse im Moment aber vor allem verhindert werden, dass die Finanzkrise auf die Realwirtschaft übergreife.

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  • Portal:Arbeit und Soziales

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April 29, 2007

Erste Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie

Erste Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie

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Artikelstatus: Fertig 15:19, 29. Apr. 2007 (CEST)
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Hildesheim / Salzgitter / Gifhorn (Deutschland), 29.04.2007 – Mit dem Ende der Friedenspflicht in den Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie begannen am Sonntag kurz nach Mitternacht in Niedersachsen und den Bundesländern Bayern, Nordrhein-Westfalen und Berlin die ersten Warnstreiks zur Durchsetzung der Tarifforderungen der Industriegewerkschaft Metall (IGM). Die IGM fordert 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt.

Betroffen waren die Firma Bosch in Hildesheim, wo sich kurz nach Mitternacht etwa 150 Beschäftigte vor den Werkstoren einfanden, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Auch die Nachtschichten von Bosch und MAN Nutzfahrzeuge in Salzgitter legten die Arbeit nieder und zogen vor das Gewerkschaftshaus. Im Laufe des Tages sind weitere Aktionen an weiteren Standorten geplant.

In anderen Bundesländern beteiligten sich ebenfalls mehrere hundert Arbeiter und Angestellte an den Kampfmaßnahmen. So in Andernach und Neuwied bei dem Weißblechhersteller Rasselstein sowie in Rheinböllen, wo der Autoteilezulieferer Continental Teves bestreikt wurde. Im Berliner Stadtteil Spandau trat die Nachtschicht des Glühlampenherstellers Osram in Streik. Die Aktionen sollen in den nächsten Tagen fortgesetzt werden.

Jörg Hoffmann, IG Metall-Bezirksleiter im Südwesten, sagte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: „Unsere Warnstreiks sollen weh tun. Und das werden sie auch.“ Für den Südwesten der Republik kündigte er Warnstreiks in mehr als 400 Betrieben an.

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  • IG Metall Küste ruft zu Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie Niedersachsens auf (28.04.2007)
  • Portal:Arbeit und Soziales

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April 28, 2007

IG Metall Küste ruft zu Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie Niedersachsens auf

IG Metall Küste ruft zu Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie Niedersachsens auf

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Artikelstatus: Fertig 22:52, 28. Apr. 2007 (CEST)
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Hannover (Deutschland), 28.04.2007 – Die IG Metall „Küste“ kündigte für die Nacht von Samstag auf Sonntag (29. April) erste Warnstreiks für den Bereich der Metall- und Elektroindustrie Niedersachsens an. Der IG Metall-Verhandlungsführer bei den Tarifgesprächen, Hartmut Meine, machte die Unbeweglichkeit der Arbeitgeber für die Verschärfung der Tarifauseinandersetzung verantwortlich: „Trotz der ausgesprochen guten konjunkturellen Entwicklung waren die Arbeitgeber in der Friedenspflicht nicht bereit, ihr Angebot nach oben zu korrigieren. Die Hinhaltetaktik ist eine Provokation, die die Metallerinnen und Metaller mit massiven Warnstreiks beantworten werden“, sagte Meine am Freitag in Hannover.

Für die 150.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie fordert die Gewerkschaft Lohnerhöhungen von 6,5 Prozent. Die Friedenspflicht endete am 28. April. Der alte Tarfvertrag war am 31. März 2007 ausgelaufen. Das Arbeitgeberangebot liegt bei 2,5 Prozent und sieht außerdem einen Einmalbetrag von 0,5 Prozent sowie ein flexibilisiertes Weihnachtsgeld vor.

Bestreikt werden sollen zunächst die Nachtschicht bei Bosch in Hildesheim und Salzgitter sowie MAN Nutzfahrzeuge in Salzgitter. Am Sonntag sollen die Streiks dann auf andere Betriebe in Niedersachsen ausgeweitet werden, darunter Continental Teves in Gifhorn. In Lüchow soll die Firma Svenska Kullagerfabriken (SKF) bestreikt werden.

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  • Portal:Arbeit und Soziales

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March 1, 2007

Airbus-Sanierung: Arbeitsniederlegungen für den Erhalt von Arbeitsplätzen

Airbus-Sanierung: Arbeitsniederlegungen für den Erhalt von Arbeitsplätzen

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Artikelstatus: Fertig 14:59, 1. Mär. 2007 (CET)
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Nordenham / Varel / Laupheim (Deutschland), 01.03.2007 – Aus Protest gegen das gestern verkündete Sparprogramm bei dem europäischen Flugzeugbauer Airbus legten heute die Arbeiter an den niedersächsischen Airbus-Standorten Nordenham und Varel sowie in Laupheim (Baden-Württemberg) die Arbeit nieder. Wie ein Vertreter der IG Metall Küste mitteilte, werde der Ausstand bis Freitag dauern. Am Freitag sind an allen deutschen Standorten außerordentliche Betriebsversammlungen geplant.

Während die Vorsitzende des IG-Metall-Bezirks Küste, Jutta Blankau, sagte, die IG Metall werde eine Schließung der Standorte nicht hinnehmen, rief die Arbeitgeberseite zur Besonnenheit auf. Der Deutschland-Chef von Airbus, Gerhard Puttfarcken, sieht „gute Perspektiven“ für den Konzern.

Der am Mittwoch vorgestellte Sanierungsplan mit dem Titel „Power8“, sieht Stellenkürzungen in einem Umfang von insgesamt 10.000 Arbeitsplätzen vor. Davon entfallen 3.700 Arbeitsplätze auf die deutschen Standorte, in Frankreich sind 4.300 Stellen von den Kürzungen betroffen; hinzu kommen noch einmal 1.600 Stellen in Großbritannien und 400 in Spanien.

Für Nordenham und einige andere Standorte werden so genannte industrielle Partnerschaften erwogen. In Nordenham sind zurzeit 2.200 Mitarbeiter beschäftigt. Das Werk in Varel mit 1.300 Beschäftigten soll verkauft werden.

Vertreter der politischen Entscheidungsträger in Deutschland bewerteten die Airbus-Sanierungspläne unterschiedlich. Während die Bundesregierung das Konzept der Konzernspitze als „ausgewogen“ bezeichnete, kündigte der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) einen weiteren Kampf um den Erhalt der Standorte in Niedersachsen an.

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  • Portal:Arbeit und Soziales
  • Portal:Airbus

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September 29, 2006

Volkswagen kehrt zur Fünf-Tage-Woche zurück

Volkswagen kehrt zur Fünf-Tage-Woche zurück

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Artikelstatus: Fertig 23:44, 29. Sep. 2006 (CEST)
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Wolfsburg (Deutschland), 29.09.2006 – Nach 20-stündigen zäh geführten Verhandlungen einigten sich die IG Metall und der VW-Personalvorstand am Freitag auf ein neues Arbeitszeitmodell für die sechs westdeutschen Standorte der Traditionsmarke. Statt mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 28,8 Stunden wie bisher arbeiten die Beschäftigten von VW nun zwischen 25 und 33 Stunden wöchentlich an ihrem Arbeitsplatz – ohne Lohnausgleich im Falle von Mehrarbeit, aber auch ohne Lohnabzug im Falle geringer Auslastung der Kapazitäten. Diese flexible Arbeitszeitregelung soll eine bessere Anpassung an die jeweilige Auftragslage ermöglichen und zu einer Kostenentlastung des Unternehmens führen, das 2005 Millionenverluste im dreistelligen Bereich aufzuweisen hatte.

Erst bei höherer Auslastung eines Standortes würden sich die Neuregelungen für den Konzern rechnen: „Wenn wir die Auslastung schaffen, bekommen wir günstigere Arbeitskosten“, sagte VW-Personalvorstand Horst Neumann. Für das Stammwerk in Wolfsburg, das zurzeit nur eine etwa 70-prozentige Auslastung aufweist, ist geplant, die Kapazitäten durch den Bau des neuen Golfs höher auszulasten. Der neue Tarifvertrag garantiert den Beschäftigten die Sicherung ihrer Arbeitsplätze über den geltenden Tarifvertrag von 2004 hinaus, der bereits betriebsbedingte Kündigungen bis 2011 ausschloss.

Der Kompromisscharakter des neuen Haustarifvertrages kommt darin zum Ausdruck, dass einerseits die Beschäftigten länger als bisher ohne Lohnausgleich arbeiten müssen und andererseits die Konzernspitze ihr erklärtes Ziel, die (Wieder-)Einführung der 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich, nicht durchsetzen konnte. Einen gewissen finanziellen Ausgleich für ihr Entgegenkommen in der Arbeitszeitfrage konnten die Arbeitnehmervertreter jedoch erzielen: Jeder Beschäftigte erhält einen Einmalzuschuss in die betriebliche Altersversorgung in Höhe von rund 6.300 Euro. Für die Tarifrunde 2007 ist außerdem eine Einmalzahlung von 1.000 Euro vereinbart worden.

Die alte Arbeitszeitregelung mit einem bundesweit einmaligen Haustarifvertrag mit einer Wochenarbeitszeit von unter 29 Stunden war unter dem über die VW-Affäre gestolperten ehemaligen VW-Personalvorstand im Herbst 1993 Peter Hartz zustande gekommen. Damals konnten durch Arbeitszeitverkürzungen bei Lohnverzicht in einer Größenordnung von 20 Prozent Massenentlassungen vermieden werden.

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  • Portal:VW

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December 12, 2005

AEG-Werk Nürnberg wird geschlossen

AEG-Werk Nürnberg wird geschlossen – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

AEG-Werk Nürnberg wird geschlossen

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Artikelstatus: Fertig 01:15, 13. Dez. 2005 (CET)
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Nürnberg (Deutschland) / Stockholm (Schweden), 12.12.2005 – Das AEG-Werk in Nürnberg wird Ende 2007 geschlossen. Das beschloss der schwedische Mutterkonzern Electrolux. Grund für diese Maßnahme ist die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit des Werkes. Bei Electrolux sieht man sich nicht in der Lage, die erforderliche Kostenlücke zu überbrücken, um das 83 Jahre alte Werk mit 1.750 Mitarbeitern wieder wettbewerbsfähig zu machen. Johann Bygge, Vorstandsmitglied bei Electrolux, teilte mit: „Das war eine der schwierigsten Entscheidungen, die ich in meiner Zeit bei Electrolux erlebt habe.“

Als in Nürnberg die Belegschaft über diesen Schritt informiert wurde, begleiteten Pfiffe und Buhrufe die Ansprache eines Konzernsprechers aus der Europazentrale. Vereinzelt wurden auch Gegenstände geworfen. Die IG Metall kündigte durch ihren Funktionär Jürgen Wechsler Protestmaßnahmen an. „Wir werden Electrolux in den nächsten Monaten ordentlich verprügeln“, so seine Worte.

Grund für die Schließung des Werkes sei der Preisverfall bei Haushaltsgeräten. Jede Waschmaschine, die im Werk Nürnberg gefertigt werde, mache rund 60 Euro Verlust, so Electrolux. Daher solle die Produktion nach Polen und Italien verlagert werden. Bisher werden in Nürnberg Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler produziert.

Nürnberg ist auch Sitz der Europazentrale von Electrolux, wo der Konzern derzeit noch 2.500 Mitarbeiter beschäftigt. Die Fertigung von Einbauherden im Werk in Rothenburg ob der Tauber sei von diesen Maßnahmen nicht betroffen. Hier arbeiten 1.300 Menschen für den Konzern.

Betriebsrat und IG Metall hatten sich bis zum Schluss für einen Erhalt des Nürnberger Werkes eingesetzt und dafür Zugeständnisse wie Stellenabbau und Veringerung der Produktion gemacht. Im Gegenzug dazu sollte Electrolux den Bestand des Werkes bis 2010 garantieren.

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December 1, 2005

Tarifrunde 2006: Tarifforderung IG Metall Baden-Württemberg

Tarifrunde 2006: Tarifforderung IG Metall Baden-Württemberg

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Stuttgart (Deutschland), 01.12.2005 – Die IG Metall Baden-Württemberg hat am Donnerstag ihre mögliche Forderung zur Tarifrunde 2006 genannt. Sie will mit einer Lohnforderung zwischen 4,5 und fünf Prozent in die nächste Tarifrunde der Metallindustrie gehen. Die konkrete Forderung werde im Januar 2006 beschlossen.

Der baden-württembergische IG-Metall-Chef Jörg Hofmann begründete die Höhe der Forderung mit der durchschnittlichen Umsatzrendite der Unternehmen nach Steuern von 2,7 Prozent, was eine im Vergleich zu vorangegangenen Jahren verbesserte Ertragslage bedeute, sowie mit der laufenden Erhöhung der Leistungsanforderungen für Beschäftigte.

Demgegenüber behauptete der Sprecher der Arbeitgeber Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser, es stünden aus dem Produktivitätszuwachs nur ein bis 1,4 Prozent für Lohnerhöhungen zur Verfügung. Bei einer aktuellen Inflationsrate von über zwei Prozent müssten sich die Beschäftigten auf die Verminderung ihrer realen Löhne gefasst machen.

Einem Interview Kannegiessers mit der Berliner Zeitung zufolge sollen beide Seiten erklärt haben, die zukünftige Aushandlung des Weihnachtsgeldes auf Betriebsebene könne Gegenstand des neuen Tarifvertrages sein. Kannegiesser bezeichnete dies als möglicherweise notwendige Konzession der Gewerkschaft, um den Flächentarifvertrag zu retten.

Der letzte Tarifvertrag mit einer Lohnerhöhung zwischen 2,2 und 2,7 Prozent galt zwei Jahre, der neue wird rund 55 Prozent der 3,5 Millionen Beschäftigten in der Metallindustrie betreffen, deren Betriebe dem Arbeitgeberverband angehören.

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August 31, 2005

Lehrstellenlücke möglicherweise größer als erwartet

Lehrstellenlücke möglicherweise größer als erwartet

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Nürnberg / Berlin (Deutschland), 31.08.2005 – Kurz vor Beginn des Ausbildungsjahres Ende September meldet die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) 144.700 unbesetzte Ausbildungsplätze. Das sind fast 14.000 mehr als 2004. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hatte letzte Woche von einer Lücke von nur 30.000 Lehrstellen gesprochen und „jedem ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen“ ein Angebot garantiert.

Damit scheint sich die Befürchtung der IG Metall zu bewahrheiten, dass dieses Jahr mehr als 100.000 Lehrstellen fehlen werden. Nach Angaben der BA suchten im August 195.300 Jugendliche einen Ausbildungsplatz, das entspricht einem Anstieg um acht Prozent gegenüber letztem Jahr. 50.700 Stellen seien unbesetzt gewesen, ein Prozent mehr als im Vorjahr.

Seit Oktober 2004 wurden mit 427.500 elf Prozent weniger Ausbildungsplätze gemeldet als im Vorjahreszeitraum. Laut BA betraf der Rückgang vorwiegend betriebliche Lehrstellen. Die Zahl der Bewerber sank gegenüber dem Vorjahr nur um 0,9 Prozent auf 704.500.

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