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May 24, 2011

München: Dreister Diebstahl bei sehbehinderter Seniorin

München: Dreister Diebstahl bei sehbehinderter Seniorin

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Veröffentlicht: 18:28, 24. Mai 2011 (CEST)
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München (regional) / München (Deutschland), 24.05.2011 – Am Montagmittag passte eine etwa 30-Jährige eine stark sehbehinderte 82-jährige Dame an der Wohnungstüre ab. Als die Seniorin die Wohnungstüre aufgeschlossen hatte, folgte ihr die jüngere Frau in die Wohnung und setzte sich ins Wohnzimmer, wo sie über Atemnot zu klagen begann. Die sehbehinderte Frau öffnete ein Fenster. Auf eine solche Gelegenheit hatte die aufdringliche Frau nur gewartet und entwendete eine Geldbörse.

Schon am Samstag waren sich die Beiden begegnet. Die ältere Dame war vom Einkauf zurückgekommen, als die spätere Diebin ihr beim Aufsperren und beim Tragen behilflich war. Dafür bekam sie ein Trinkgeld zugesteckt.

Wegen der Sehbehinderung konnte das Opfer von der Täterin nur eine dürftige Beschreibung abgeben, danach handelte es sich um eine etwa 30-jährige Frau, 160 cm groß, schlank, dunkles, schulterlanges Haar, bekleidet mit einem hellblauen Pullover.

Der Diebstahl wird beim Polizeipräsidium München vom Kommissariat 65 bearbeitet.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:München

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December 9, 2005

London: Roter Doppeldecker auf letzter Fahrt

London: Roter Doppeldecker auf letzter Fahrt

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Artikelstatus: Fertig 09:34, 10. Dez. 2005 (CET)
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Ein „Routemaster“, im Jahr 2002 noch auf der Linie 7 unterwegs

London (Großbritannien), 09.12.2005 – Zum letzten Mal verkehrte heute in London der weltbekannte rote Doppeldecker, der so genannte „Routemaster“, im Buslinienverkehr. Er fuhr 51 Jahre lang durch die Hauptstadt des Empire und wurde zu einem Wahrzeichen. Die letzte Fahrt erfolgte von Marble Arch bis Streatham auf der Linie 159. In Zukunft werden nur noch zwei Linien für die Touristen fahren.

Tausende Schaulustige nahmen Abschied von ihrem letzten Routemaster, wodurch das Weihnachtsgeschäft zeitweise behindert wurde, denn viele wollten Fotos von der Abschiedsfahrt schießen. Die Routemaster wurden ausgemustert, da sie nicht der EU-Behinderten-Richtlinie entsprechen. Konstruktionsbedingt sind die Routemaster für Rollstuhlfahrer nicht benutzbar und wurden daher durch moderne behindertengerechte Busse ersetzt. Die EU-Richtlinie muss bis 2017 umgesetzt sein.

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November 9, 2005

Potsdam: Tragischer Unfall eines Rollstuhlfahrers

Potsdam: Tragischer Unfall eines Rollstuhlfahrers

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Artikelstatus: Fertig 19:21, 10. Nov. 2005 (CET)
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Potsdam (Deutschland), 09.11.2005 – Gestern Nachmittag ereignete sich am Potsdamer Bahnhof Griebnitzsee ein tragischer Unfall. Ein 19-jähriger körperbehinderter Rollstuhlfahrer fuhr gegen 16:50 Uhr über den Bahnsteig. Er geriet dabei zu nah an die Bahnsteigkante, der Rollstuhl kippte und stürze auf die Gleise. Unmittelbar daraufhin fuhr ein Zug in den Bahnhof ein. Der Lokführer konnte nicht mehr bremsen und überrollte den Rollstuhlfahrer. Obwohl kurz danach ein Notarzt zur Stelle war, starb der Behinderte an seinen schweren Verletzungen. Dadurch kam es zeitweise zu Behinderungen im Zugverkehr.

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October 3, 2005

Bootsunfall bei New York fordert 21 Tote

Bootsunfall bei New York fordert 21 Tote

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Lake George (New York) (USA) / Ottawa (Kanada), 03.10.2005 – Bei einem Bootsunfall auf dem Lake George im US-Bundesstaat New York sind 21 Menschen ums Leben gekommen. 27 Passagiere haben das Unglück überlebt, diese sind gemäß dem Sheriff Larry Cleveland alle in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Viele von ihnen waren unterkühlt.

An Bord des Ausflugsschiffes „Ethan Allen“ befanden sich überwiegend ältere Menschen aus Kanada, darunter mehrere behinderte Personen, teilweise auch Rollstuhlfahrer. Allerdings konnte die Polizei nicht bestätigen, dass die Passagiere ausschließlich aus Kanada stammen.

Der Kapitän machte die hochschlagenden Wellen eines vorbeifahrenden Schiffes für das Unglück verantwortlich. Sein Boot sei ins Wanken gekommen. Es ging so schnell unter, dass er keinen Notruf mehr absetzen konnte. Mehrere andere Boote waren nach dem Unglück sehr schnell an der Unfallstelle, um den Überlebenden Hilfe zu leisten. Feuerwehr und Polizei waren ebenfalls innerhalb von Minuten am See und zogen die Senioren aus dem Wasser. Unmittelbar darauf sank das Boot mit dem Heck voraus auf den Grund des Sees.

Schiffsexperten aus Ottawa sind nun auf dem Weg zum Lake George, um die tatsächliche Unglücksursache zu ermitteln.

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September 17, 2005

Behindert, nackt und hochschwanger: Marmorstatue der Künstlerin Alison Lapper auf dem Trafalgar Square enthüllt

Artikelstatus: Fertig 21:12, 18. Sep. 2005 (CEST)
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Marc Quinn: Alison Lapper Pregnant

Marc Quinn: Alison Lapper Pregnant

London (Großbritannien), 17.09.2005 – Auf dem Trafalgar Square in London steht auf einem Pfeiler, der für wechselnde Aufstellungen von Statuen vorgesehen ist, seit dem 15. September eine neue Skulptur. Abgebildet ist die 1965 ohne Arme und mit Beinen ohne Knie und Unterschenkel geborene englische Künstlerin Alison Lapper wenige Wochen vor der Geburt ihres heute fünfjährigen Sohnes. Sie leidet unter einer als Phokomelie (griech. Robbengliedrigkeit) bezeichneten Dysmelie, ähnlich den Missbildungen nach Einnahme des Beruhigungsmittels Contergan (Thalidomid).

Die 3,5 Meter hohe Skulptur von Marc Quinn mit dem Titel „Alison Lapper Pregnant“ stößt auf unterschiedliche Reaktionen in der britischen Öffentlichkeit. Während Kritiker den künstlerischen Wert anzweifeln, weil die Statue zu kalt, glatt und monströs wirke, vergleichen andere das Werk mit der als Venus von Milo bekannten antiken griechischen Aphroditestatue, der ebenfalls die Arme fehlen. Hervorgehoben wird, dass Sexualität und Mutterschaft Behinderter eindrücklich in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden, inmitten der Standbilder auf dem Trafalgar Square, die triumphierende männliche Helden des britischen Weltreichs darstellen. Der Künstler sieht in seinem Werk weiblichen Heroismus in der Auseinandersetzung mit Vorurteilen und bei der Bewältigung besonderer persönlicher Lebensumstände ausgedrückt, außerdem symbolisiere die gezeigte Schwangerschaft die Möglichkeiten, die die Zukunft biete.

Marc Quinn hatte mit seiner Statue den Wettbewerb der Stadt London um den Platz auf dem 4,7 Meter hohen Pfeiler gewonnen, im April 2007 soll dort ein Werk des deutschen Installationskünstlers Thomas Schütte, eines weiteren Gewinners, installiert werden.

Wikipedia bietet Hintergrundinformationen zum Thema: Alison Lapper, Marc Quinn und Phocomelia in englischer Sprache
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December 28, 2004

Das SOUND, der Dillinger Bürgermeister Franz-Josef Berg und Christiane F.

Das SOUND, der Dillinger Bürgermeister Franz-Josef Berg und Christiane F.

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Saarland

Dillingen (Deutschland), 28.12.2004 – Die „Diskothek SOUND Saarland“ ist von Bürgermeister Franz-Josef Berg (CDU) am 22. Dezember geschlossen worden. Es handelt sich nicht um irgendeine Diskothek, sondern um eine Filiale des berühmten SOUND Berlin in der Genthiner Straße, bekannt geworden durch das Buch und den Film „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ und den dazugehörigen Soundtrack von David Bowie. Die „Diskothek SOUND Saarland“ in der Kleinstadt Dillingen existiert seit 25 Jahren und gehört zu den wenigen Diskotheken der Region, in denen nicht Mainstream abgespielt wird, sondern auch Alternative, Hip-Hop oder Dark Wave eine Chance haben. Zudem werden hier beispielsweise Migranten nicht diskriminiert. Dillingen hat einen sehr hohen Ausländeranteil, vor allem türkische und italienische Bürger. Im SOUND werden auch Menschen mit Behinderung gerne gesehen. Als Einzugsgebiet des SOUND kann die ganze Region Saar-Lor-Lux-Trier-Pfalz angesehen werden.

Grund für die Entziehung der Konzession durch die Stadtverwaltung war eine Drogenrazzia am 24.10.2004. Dabei wurden Drogen, unter anderem auch synthetische Drogen wie XTC, in größerem Umfang sichergestellt. 79 Personen, meist Jugendliche, wurden vorläufig festgenommen. 140 Polizisten waren im Einsatz. Von den 231 Gästen im Sound war etwa ein Drittel im Besitz von Drogen. Dies fand an einem Sonntag morgen, bei der so genannten „After Hour“ statt, mit der das SOUND recht erfolgreich die Technoszene ansprach. Als Reaktion auf die Razzia wurde diese Techno-Party aus dem Programm gestrichen. Dennoch entzog Bürgermeister Berg der Diskothek die Konzession. „Ich bin sicher, dass der Entzug der Konzession für das SOUND die breite Zustimmung der Bevölkerung finden wird.“, so Berg.

In diesem Punkt hat Berg sich allerdings geirrt. Schon bald bildete sich ein lockeres Bündnis, das gegen das Vorgehen der Stadt mobilisierte, und dem unter anderem die saarländischen und die luxemburgischen Jusos, die grüne Jugend und die PDS Saar, die SPD-Frauen und der Dillinger Seniorenbeirat angehörten. In einer ersten Stellungnahme des Juso-Landesvorstandsmitglieds und SPD-Stadtrats Carsten Klein heißt es: „Das Drogenproblem im SOUND lässt sich mit Law & Order sicher nicht lösen. Zumal wenn man beachtet, dass die CDU-Landesregierung gleichzeitig Hilfsangebote für Drogenabhängige, wie das Drogenhilfezentrum in Saarbrücken schließen will.“ Protest-Mails wurden organisiert, Unterschriften gesammelt, eine „Coming-Out-Kampagne“ mit einem Plakat, auf dem prominente SOUND Besucher abgebildet sind, unter anderem einige Landtagsabgeordnete, Saar-Oppositionsführer Heiko Maas, die Band Steppenwolf, die einmal im SOUND auftrat und Berg selbst, durchgeführt. An einer Stadtratssitzung mit „Einwohnerfragestunde“ nahmen zirka 40 SOUND-Mitarbeiter und Gäste teil, unter anderem auch Teilnehmer einer Behindertenwerkstatt der Arbeiterwohlfahrt. Zwischendurch hatte sich auch die NPD Saar zu Wort gemeldet, das Vorgehen von Berg begrüßt und die Sammlung von Unterschriften für ein drogenfreies Saarland angekündigt. Es hätten sich Massen von Bürgern an die Rechtspartei mit der Bitte um Unterstützung für die Dillinger CDU gewandt.

Natürlich hat der Geschäftsführer des SOUND beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen den Konzessionsentzug eingelegt. Mittlerweile ist darüber entschieden und die Diskothek hat die Entscheidung des Bürgermeisters akzeptiert. In der Begründung heißt es unter anderem: „Weder ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren noch polizeiliche Aufklärungsmaßnahmen hätten Erkenntnisse dergestalt erbracht, dass der Konzessionsinhaber die ihm obliegende Aufsichtspflicht verletzt habe.“ Nun will das SOUND ab 29.12.2004 wieder öffnen, allerdings vorerst nur mittwochs. Dennoch ist ein Widerspruch der Stadt Dillingen gegen die Gerichtsentscheidung zu befürchten. Zumindest erklärte Berg gegenüber der Presse: „Ich bleibe bei meiner Überzeugung in Sachen Schließung des SOUND richtig gehandelt zu haben.“

Themenverwandte Artikel

  • Stadtverwaltung schließt Dillinger Diskothek (28.12.2004)

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December 25, 2004

Wiederholte Stichwahl in der Ukraine möglicherweise verfassungswidrig

Wiederholte Stichwahl in der Ukraine möglicherweise verfassungswidrig

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Wiktor Juschtschenko

Kiew (Ukraine), 25.12.2004 – Das Verfassungsgericht der Ukraine hat einen Tag vor der Wiederholung der Stichwahl um das Präsidentenamt das geänderte Wahlgesetz für verfassungswidrig erklärt. Das Parlament hatte Anfang Dezember Änderungen des Wahlgesetzes beschlossen, durch die das Risiko von Wahlfälschungen vermindert werden sollte. Die Gültigkeit der Stichwahl ist durch das Urteil in Frage gestellt.

Die Regelung des ukrainischen Wahlgesetzes, wonach die Stimmabgabe zu Hause nur für Menschen mit schwerer Behinderung zulässig ist, sei verfassungswidrig. Dies schließe sie auf eine Weise von der Wahl aus, die als verfassungswidrig zu betrachten sei, sagte der Vorsitzende Richter des Verfassungsgerichts, Mikola Seliwon, am Samstag bei der Urteilsverkündung in Kiew. Deshalb müsse diese Restriktion umgehend aufgehoben werden. Das Urteil könne nicht angefochten werden. Wähler, die aus gesundheitlichen Gründen zu Hause wählen wollen, müssen bis spätestens Samstagabend eine Genehmigung der Wahlkommission erhalten. Mikola Seliwon äußerte gegenüber Interfax-Ukraine. „Niemand wird sagen können, dass der gewählte Präsident unrechtmäßig ist oder nicht verfassungsgemäß gewählt wurde.“ Alle anderen Klauseln des Gesetzes seien vom Gericht gebilligt worden.

Das Parlament hatte die Gesetzesänderung Anfang Dezember verabschiedet, um das Risiko von Wahlfälschungen zu reduzieren. Wegen Unregelmäßigkeiten bei der Stichwahl zwischen dem pro-russischen Kandidaten Viktor Janukowitsch und seinem westlich orientierten Herausforderer Viktor Juschtschenko (Partei „Unsere Ukraine“) hatte das Oberste Gericht der Ukraine eine Wiederholung der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl angeordnet. Auch bei der Möglichkeit der Abstimmung zu Hause war der Opposition zufolge Missbrauch an der Tagesordnung. Deshalb hatten die Anhänger von Viktor Juschtschenko entsprechende Veränderungen durchgesetzt. Dagegen hatten die Abgeordneten des Regierungslagers unter Ministerpräsident Viktor Janukowitsch Klage beim Obersten Gerichtshof eingereicht.

Der Gerichtsentscheid erfolgte einen Tag vor der Wiederholung der Stichwahl um das Amt des Präsidenten am Sonntag, dem 26. Dezember 2004. Ob diese Abstimmung nunmehr in Frage gestellt war, stand zunächst nicht fest. Der Vorsitzende der Wahlkommission, Jaroslaw Davidowitsch, betonte, die Stichwahl müsse auf jeden Fall wie geplant stattfinden. Auf die Entscheidung des Gerichts wolle man sich jedoch einstellen und die Gerichtsentscheidung umgesetzen: „Die Wahl findet statt, es gibt keine Alternative.“ Er kündigte einen „absolut ehrlichen und transparenten“ Urnengang an. Wähler, die aus gesundheitlichen Gründen nicht ins Wahllokal gehen könnten, hätten nun die Möglichkeit, bis Samstagabend 20:00 Uhr Ortszeit die örtlichen Wahlbehörden zu informieren. Ihre Stimmzettel sollen dann am Wahltag von Beamten bei ihnen zu Hause oder im Krankenhaus abgeholt werden.

Aus dem Lager Juschtschenkos war zu vernehmen, dass die Entscheidung des Verfassungsgerichts die Legitimität der erneuten Stichwahl nicht in Frage stelle. Oppositionssprecher Juri Kljutschkowski: „Das Urteil beseitige die letzten Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahl.“ Die Stichwahl wird von 12.187 Beobachtern verfolgt, gegenüber 5.000 bei der vorangegangenen Stichwahl. Einer seiner Berater ließ am Vorabend der Wahl ausrichten, dass sich der Juschtschenko im Fall seiner Wahl möglicherweise nicht an das neue Wahlgesetz halten werde, das die Macht des Präsidenten einschränkt. Als Grund nannte er, dass Janukowitsch das Verfassungsgericht angerufen und sich damit nicht an den vereinbarten Kompromiss gehalten habe.

Erneute Zitterpartie nach der Wahl

Die Entscheidung des Obersten Gerichts könnte Janukowitsch nützen. Durch die Änderung des Wahlgesetzes sind etwa drei Millionen Menschen betroffen, wie der regierungsnahe Abgeordnete Nestor Schufritsch berichtet. Sie hätten bis 20:00 Uhr am Samstagabend Zeit, eine Wahl in der eigenen Wohnung zu beantragen. Ob die Behörden die Anträge in so kurzer Zeit würden bearbeiten können, bezweifelte er. Es sei damit zu rechnen, dass vom Regierungslager gegen das Wahlergebnis geklagt werde, sagte Markian Bilinskji von der in Kiew ansässigen amerikanischen Ukraine-Stiftung.

Statistik

  • 37,61 Millionen Stimmberechtigte
  • 38,3 Millionen Stimmzettel
  • 188.070 Stimmzettel für Abwesende (letze Wahl: 1,5 Millionen = 4 %, jetzt nur noch 0,5 % der Stimmberechtigten)
  • 32.118 Wahllokale
  • 12.187 Wahlbeobachter

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