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January 29, 2015

Portugal senkt Defizit deutlich

Portugal senkt Defizit deutlich – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Portugal senkt Defizit deutlich

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Veröffentlicht: 13:25, 29. Jan. 2015 (CET)
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Lissabon (Portugal), 29.01.2015 – Dem Euromitgliedsstaat Portugal ist es im Jahr 2014 gelungen, sein Haushaltsdefizit um ca. 20 Prozent auf noch 7,07 Milliarden Euro zu senken. Damit liegt das Defizit mit 3,2 Prozent noch leicht über der Zielmarke des Stabilitäts- und Wachstumspaktes, die 3,0 Prozent beträgt. Damit ist es der dortigen Regierung gelungen, den Fehlbetrag deutlich stärker zu senken als erwartet; die EU-Kommission hat einen Zielwert von vier Prozent in 2014 vorgegeben. Im nächsten Jahr sollen die Stabilitätskriterien eingehalten werden.

Dies konnte vor allem durch die Rekordsteuereinnahmen von 37,1 Milliarden Euro erzielt werden sowie durch Einsparungen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro. Portugal hat darüber hinaus geplant, einen Teil der von Internationalen Währungsfonds (IWF) erhaltenen Kredite frühzeitig zurückzuzahlen. Dies ist möglich, weil sich das Land mittlerweile wieder günstiger am Kapitalmarkt refinanzieren kann.

Portugal wurde 2011 von den Euro-Staaten und dem IWF mit einem Rettungspaket in Höhe von 78 Milliarden Euro gerettet. Dieses konnte im Januar 2014 wieder verlassen werden. In der Zeit, während Portugal Geld aus dem Europäischen Rettungsschirm erhalten hatte, wurde weitreichende Reformen und Privatisierungen unternommen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu stärken und das Haushaltsdefizit zu senken.

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November 15, 2012

Generalstreik in Spanien und Portugal gegen die Krisenpolitik

Generalstreik in Spanien und Portugal gegen die Krisenpolitik

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Veröffentlicht: 19:00, 15. Nov. 2012 (CET)
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Europa, 15.11.2012 – Am vergangenen Mittwoch, den 14.11.2012 kam es in Spanien und Portugal zu 24-stündigen Generalstreiks. Auch in anderen Ländern Europas wurde die Arbeit stundenweise niedergelegt, und es gab Solidaritätsaktionen. Mit diesen Streiks protestierten die Menschen gegen die von der EU auferlegte Sparpolitik ihrer Länder, die weitreichende Kürzungen im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich umfasst. Der Streik richtete sich aber auch gegen neoliberale Politik und die europäische Finanzkrise im Allgemeinen.

Der Europäische Gewerkschaftsbund und einzelne Gewerkschaften hatten für vergangenen Mittwoch zu einem 24-stündigen Generalstreik in Spanien und Portugal aufgerufen. Diese Länder sind neben anderen von der Krise und der Sparpolitik ihrer Regierungen besonders betroffen. In weniger als zwölf Monaten habe die Regierung Rajoy in Spanien die sozialen Errungenschaften der letzten 35 Jahre vernichtet, so die Initiatoren des Streiks. Allein seit der letzten Arbeitsmarktreform haben in Spanien 600.000 Menschen ihren Job verloren.

Auch in anderen Ländern Europas gab es Aktionen. In Belgien streikten Beschäftigte des Bahnbetreibers SNCB. Der Hochgeschwindigkeitszug Thalys werde nicht zwischen Deutschland und Belgien verkehren, hieß es im Vorfeld. In Italien, Frankreich und Griechenland wurde zu mehrstündigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Auch in Deutschland gab es Demonstrationen und Solidaritätskundgebungen. So gingen in Berlin nach Angaben der Berliner Morgenpost 250 Menschen auf die Straße.

Demonstriert wurde in Spanien und Portugal. In Barcelona und Madrid gingen laut Gewerkschaften je eine Million Menschen auf die Straße. Die Polizei spricht von den wesentlich kleineren Zahlen 100.000 und 35.000. Auch in Lissabon protestierten tausende. Am Rande der Demonstrationen kam es dabei zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Polizei.

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October 3, 2011

Portugal: Immer mehr Firmen gehen pleite

Portugal: Immer mehr Firmen gehen pleite

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Veröffentlicht: 18:10, 3. Okt. 2011 (CEST)
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Lissabon (Portugal), 03.10.2011 – In dem von Schulden geplagten EU-Staat Portugal sind immer mehr Firmen dazu gezwungen, Insolvenz anzumelden. Das Justizministerium teilte am Sonntagabend in Lissabon mit, dass die Anzahl der von den Gerichten akzeptierten Insolvenzanträge im ersten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres um 60% auf 2.195 gestiegen sei. Gegenüber 2007 werde ein Anstieg um 206% verzeichnet, hieß es.

Portugal führt nun ein strenges Spar- und Sanierungsprogramm ein, um damit die hohe Verschuldung zu bekämpfen. In Folge dieses Programms wird nach Schätzung der Notenbank in Lissabon die Wirtschaft Portugals dieses Jahr um 2,2% und 2012 um 1,8% schrumpfen. Die Arbeitslosenrate beträgt 12% und wird in den nächsten Jahren weiter steigen.

Für das im Mai mit der Europäischen Union (EU) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vereinbarte Hilfspaket von 78 Mrd. Euro muss Portugal das Haushaltsdefizit dieses Jahr von 9,8% (Stand 2010) auf 5,9% der Wirtschaftsleistung senken. Die von Brüssel erlaubten 3,0% sollen 2013 erreicht werden.

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  • Portal:Portugal
  • Portal:Finanzpolitik

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April 8, 2011

Portugal bittet die Europäische Union um Finanzhilfen

Portugal bittet die Europäische Union um Finanzhilfen

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Veröffentlicht: 13:55, 8. Apr. 2011 (CEST)
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Lissabon (Portugal) / Brüssel (Belgien), 08.04.2011 – Nach Griechenland und Irland musste nun auch Portugal den bitteren Schritt machen und die Europäische Union um Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds bitten. Portugal gilt als ärmstes Land in Westeuropa. Die finanziellen Lasten durch die Überschuldung des Landes hatten in den letzten Monaten ein Maß erreicht, das das Land offenbar nicht mehr aus eigener Kraft bewältigen konnte.

Im Jahr 2010 erreichte das Haushaltsdefizit 8,6 Prozent. Die Zinsen, die Portugal auf dem internationalen Finanzmarkt für Staatsanleihen zahlen musste, um die Verschuldung abzubauen, beliefen sich zuletzt auf zehn Prozent. Um den Staatsbankrott abzuwenden, benötigt Portugal nach Meinung des österreichischen Finanzstaatssekretärs Reinhold Lopatka zwischen 60 und 80 Milliarden Euro.

Für den am 23. März zurückgetretenen, aber noch geschäftsführenden portugiesischen Ministerpräsidenten José Sócrates kommt die Entscheidung, die EU um finanzielle Hilfe zu bitten, einem politischen Offenbarungseid gleich, schätzen politische Beobachter ein. Am 5. Juni sind in Portugal Parlamentswahlen. Es wird erwartet, dass Portugal als Vorbedingung für die aus Brüssel fließenden Finanzhilfen nun ein harter Sparkurs verordnet wird. Bereits jetzt sind in Portugal über elf Prozent der Arbeitnehmer arbeitslos.

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  • Portal:Finanzpolitik

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November 25, 2010

Euro-Krise: Generalstreik in Portugal

Euro-Krise: Generalstreik in Portugal – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Euro-Krise: Generalstreik in Portugal

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Veröffentlicht: 14:41, 25. Nov. 2010 (CET)
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Versucht, den wirtschafts- und sozialpolitischen Souveränitätsverzicht im Rahmen der Inanspruchnahme von Rettungskrediten abzuwenden: Premierminister José Sócrates (SP)

Lissabon (Portugal), 25.11.2010 – Erstmals seit 22 Jahren haben die beiden konkurrierenden Gewerkschaftsverbände CGTP und UTP gemeinsam einen Streik organisiert. Im ganzen Land wurde die Verkehrs- und Entsorgungsinfrastruktur weitgehend lahmgelegt. Viele Schulen und Universitäten mussten schließen. Wichtige Industrieunternehmen mussten die Arbeit einstellen. Es handelt sich um den mit Abstand größten Streik in der Geschichte des Landes.

Der Generalstreik richtet sich gegen die Austeritätspolitik der sozialdemokratisch geführten Minderheitsregierung unter Premierminister José Sócrates. Die Republik Portugal ist von der Finanz- und Haushaltskrise im Euro-Währungsraum besonders hart betroffen. Das Staatsbudget weist für das Fiskaljahr 2009 ein Defizit in Höhe von gut neun Prozent des Inlandsprodukts auf, während im Währungsraum eigentlich eine Deckelung auf drei Prozent vorgesehen ist. Auf den Finanzmärkten drücken sich Sorgen um die zukünftige Solvenz Portugals in exorbitanten Risikoaufschlägen für Staatsanleihen aus: Der Kurs für die zehnjährige Staatsanleihe ist derzeit so niedrig, dass sich eine Rendite von 6,5 Prozent per anno ergibt; Die Differenz zur allgemein für praktisch risikofrei erachteten entsprechenden Anleihe der Bundesrepublik Deutschland beträgt 3,9 Prozentpunkte. Zum Vergleich: Der Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank liegt derzeit bei 1,0 Prozent. Portugal kann also nur noch zu äußerst ungünstigen Bedingungen Kredite aufnehmen.

Die Regierung Sócrates verfolgt eine Budgetkürzungs- und Steuererhöhungspolitik mit den Zielen, einerseits das Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen und andererseits eine Inanspruchnahme von Sonderkrediten des Programm zur Euro-Rettungsschirms zu verhindern. Eine Inanspruchnahme der Kredite, die vom Internationalen Währungsfonds sowie einer Gruppe von Geberländern aus dem Euro-Raum zur Verfügung gestellt würden, würde die wirtschafts- und sozialpolitischen Handlungsspielräume der portugiesischen Regierung praktisch auf Null reduzieren, da damit ein mehrjähriges Konsolidierungsprogramm verbunden wäre, das mit den Geldgebern abgestimmt werden müsste. Griechenland und nun auch Irland haben ihre Haushaltssouveränität bereits praktisch an den IWF und die Geberländer abgegeben, um die Rettungskredite zu erhalten. Die portugiesische Regierung will dies mit allen Mitteln abwenden.

Die Regierung hat bereits das Renteneintrittsalter für den öffentlichen Dienst um drei Lebensjahre erhöht und einige Steuern erhöht. Die Streikenden befürchten weitere massive Kürzungen auf dem Gebiet der Sozialpolitik, wie sie bereits die griechische Bevölkerung getroffen haben und wie sie wohl auch in Irland anstehen, nachdem die Regierung in Dublin bereits eine Einnahmenerhöhung in Form einer Anhebung der besonders niedrigen Unternehmensbesteuerung ausgeschlossen hatte (Wikinews berichtete).

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July 3, 2010

Fußball-WM: Portugal deklassiert Nordkorea

Fußball-WM: Portugal deklassiert Nordkorea

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Veröffentlicht: 17:02, 3. Jul. 2010 (CEST)
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Kapstadt / Johannesburg / Port Elizabeth (Südafrika), 03.07.2010 – Mit einem 7:0-Kantersieg hat Portugal das Team aus Nordkorea deklassiert. Spanien setzte sich gegen Honduras mit 2:0 durch. Chile gewinnt 1:0 durch einen Strafstoß gegen die Schweiz. Der Ärger im und um das französische Team und die Suspendierung von Nicolas Anelka erfuhr seine Fortsetzung.

Portugal – Nordkorea
7:0 (1:0)

Die rund 60.000 Zuschauer im Dauerregen von Kapstadt sahen einen wahren Torregen, den Portugal über Nordkorea niedergehen ließ. Schiedsrichter Pablo Pozo aus Chile bedachte beide Mannschaften mit jeweils zwei gelben Karten. Portugal hat sich damit eine gute Ausgangsposition verschafft, um in das Achtelfinale des Turniers einzuziehen. „Es war heute wichtig, so viele Tore zu schießen“, sagte Portugals Trainer Carlos Queiroz. Grund zum Jubeln hat er: selbst eine Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen Brasilien würde die Portugiesen weiterkommen lassen, sofern nicht im zeitgleich stattfindenden Spiel die Mannschaft von der Elfenbeinküste nicht ähnlich viele Tore gegen die Nordkoreaner schießen würde. Das Ausscheiden Nordkoreas steht nach der zweiten Niederlage bereits fest.

Vorläufige Tabelle der Gruppe G
Rang Land Tore Punkte
1 Brasilien Brasilien 5:2 6
2 Portugal Portugal 7:0 4
3 Elfenbeinküste Elfenbeinküste 1:3 1
4 Nordkorea Nordkorea 1:9 0

Mit einer auf vier Positionen veränderten Mannschaft – Tiago, Miguel, Simão und Hugo Almeida ersetzten Deco, Paulo Ferreira, Danny und Liédson – gingen die Portugiesen in das Spiel und zwangen die Nordkoreaner vom Beginn an in die Defensive. Die erste Tormöglichkeit hatte Portugal in der dritten Minuten durch Christian Ronaldo. Nach einem Eckball in der siebten Minute hatte Innenverteidiger Ricardo Carvalho die Möglichkeit, das Führungstor zu erzielen. Sein Kopfstoß traf jedoch nur den Pfosten. Die Nordkoreaner hatten in der elften Minute die erste gefährliche Situation für das portugiesische Tor, doch Cha Jong-hyoks Distanzschuss aus 25 Metern ging jedoch etwa einem Meter am Tor vorbei. Weitere Tormöglichkeiten ergaben sich für die Nordkoreaner in der 18. Minute durch Hong Yong-jo und Ji Yun-nam. Doch schließlich war es Raul Meireles vom FC Porto, der nach einem Zuspiel von Tiago aus zehn Metern mit einem Flachschuss das Führungstor für die Portugiesen erzielte. Die Westeuropäer hatten in der Folge das Spiel unter Kontrolle und erspielten sich weitere Möglicheiten, ein weiteres Tor fiel jedoch in der ersten Halbzeit nicht mehr.

Die erste Torchance in der zweiten Halbzeit hatte in der 53. Minute Almeida, doch sein Schuss verfehlte das Tor knapp. In derselben Minute nutzte Simão ein Zuspiel von Meireles und schoss zwischen den Beinen des herauseilenden nordkoreanischen Torhüter hindurch ins Tor. In der 57. Minute erhöhte Almeida nach einer Flanke von Coentrao mit einem Kopfball und vier Minuten später traf Tiago. Auch die letzten drei Tore der Partie fielen innerhalb weniger Minuten durch Lieson (81.), Ronaldo (87.) und Tiago (89.). Für Ronaldo endete damit eine Durststrecke von elf Länderspielen, in der der Stürmer torlos geblieben war.

Das 7:0 ist der höchste Sieg in der Geschichte der portugiesischen Fußball-Nationalmannschaft. Den Nordkoreanern gelang im zweiten WM-Spiel gegen Portugal die Revanche für Niederlage bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1966 nicht. Damals unterlagen die Asiaten mit 5:3, nachdem sie bereits mit 3:0 geführt hatten. Der Matchwinner für die Portugiesen war seinerzeit Eusébio, der vier der fünf portugieischen Tore erzielte.

Chile – Schweiz
1:0 (0:0)

34.872 Zuschauer verfolgten im Nelson-Mandela-Bay-Stadion in Port Elizabeth die Arbeit des saudi-arabischen Schiedsrichters Khalil Ibrahim Al Ghamdi, der neun Gelbe Karten zückte – sechs für die Südamerikaner und dreimal für einen schweizerischen Spieler – und darüber hinaus den Schweizer Behrami vom Platz stellten. Deutlich unzufrieden mit der Arbeit des Schiedsrichters äußerte sich nach dem Spiel der Trainer der Schweizer, Otmar Hitzfeld: „Die Rote Karte war aus meiner Sicht keine. Das war nicht mal eine Gelbe. Ich finde, dass bei einer WM nur die besten Schiedsrichter pfeifen sollten, die auch sonst in den großen Ligen pfeifen – und nicht irgendwo am Strand.“

Beide Mannschaften gingen zunächst vorsichtig in das Spiel. Die Verhinderung eines frühen chilenischen Führungstors haben die Schweizer ihrem Torhüter Diego Benaglio zu verdanken, der zunächst Arturo Vidals Schuss abwehrte und dann den Nachschuss von Carlos Carmona hielt. Die chilenische Abwehr verhinderte ein Durchkommen der Schweizer im Mittelfeld. Nach einem zu kurzen Rückpass von Verteidiger Mauricio Isla in der 28. Minute konnte Chiles Torwart Claudio Bravo nur mühsam gegen den heransprintenden schweizerischen Stürmer Blaise Nkufo abwehren. Drei Minuten später zeigte Schiedsrichter Al-Ghamdi Behrami die Rote Karte, nachdem dessen Arm ins Gesicht Vidals gefahren war. Gegen zehn Schweizer kamen die Chilenen nur stärker ins Spiel und Hitzfeld ersetzte Stürmer Alexander Frei in der 42. Minute durch Tranquillo Barnetta.

Nach der Pause spielte statt Vidal und Humberto Suazo die offensiveren Spieler Mark González und Jorge Valdivia. Sanchez erzielte in der 49. Minute ein Tor, das der saudi-arabische Schiedsrichter jedoch nicht gab, weil drei Chilenen im Abseits standen. In der 56. Minute parierte Benaglio eine Möglichkeit von Sanchez nach einem Abwehrfehler von Stephane Grichting. In der 65. Minute nahm Chiles Trainer Mittelfeldmann Matías Fernández vom Platz und brachte dafür den Stürmer Esteban Paredes ein, drei Minuten später wechselte Hitzfeld Nkufo gegen Eren Derdiyok aus.

Die Chilenen drängten weiter nach vorne. In der 75. Minute spielte Paredes den nach vorne gelaufenen Torwart Benaglio an der Strafraumgrenze aus und flankte an den langen Pfosten, wo González den Ball mit dem Kopf in das Tor beförderte. Auf den Rückstand reagierte Hitzfeld mit der Einwechslung von Albert Bunjaku, der in der 77. Minute für Gelson Fernandes kam. Paredes verfehlte in der 84. Minute und fünf Minuten später das Tor. Den Ausgleich auf dem Fuß hatte Derdiyok den Ausgleich kurz vor dem Abpfiff, hielt jedoch dem Druck nicht stand, sodass es beim 1:0 blieb.

Vorläufige Tabelle der Gruppe H
Rang Land Tore Punkte
1 Chile Chile 2:0 6
2 Spanien Spanien 2:1 3
3 Schweiz Schweiz 1:1 3
4 Honduras Honduras 0:3 0
Spanien – Honduras
2:0 (1:0)

54.386 Zuschauer waren im Ellis-Park-Stadion in Johannesburg, als der japanische Schiedsrichter Yūichi Nishimura zwei gelbe Karten für Honduras vergab und Spaniens David Villa in der 62. Minute einen Strafstoß nicht verwandeln konnte. Villa traf dennoch zweimal. Spaniens Trainer del Bosque erklärte nach dem Spiel, der Sieg sei wichtig gewesen und die Mannschaft sei „mit dem Ergebnis zufrieden“.

Der amtierende Europameister Spanien ging mit den beiden Stürmern Villa und Fernando Torres offensiv in das Spiel. Glück hatten die Zentralamerikaner, als Villas Fernschuss in der siebten Minute aus 25 Metern nur die Querlatte traf. Glück hatten auch die Spanier, als nach einem Steilpass von Walter Martínez David Suazo auf das spanische Tor zustürmte, doch der herauseilende spanische Torhüter Iker Casillas konnte Suazos Angriff an der Strafraumgrenze stoppen. Der sich anschließende Konter führte die Spanier bis in den Strafraum von Honduras. Villa verlud drei Verteidiger und schoss dann ins lange Eck. Spanien blieb auch nach dem Führungstor offensiv, vor allem über die Flügel, doch konnte die Mannschaft ihre Überlegenheit nicht ausnutzen, um Tore zu erzielen. Nach einer halben Stunde war dann die Luft raus aus dem spanischen Angriffsspiel. Glück hatte Villa, als der japanische Schiedsrichter seine Tätlichkeit gegen Emilio Izaguirre nicht sah.

Reynaldo Rueda, der Trainer der Honduraner, brachte nach der Halbzeitpause mit Georgie Welcome einen zweiten Stürmer, doch häufige Ballverluste machten die Bemühungen zunichte, zum spanischen Tor vorzudringen. Ein Ballverlust leitete auch das 2:0 in der 51. Minute ein, das Villa mit einem Schuss aus 20 Metern Torentfernung erzielte. Osman Chávez hatte den Ball noch abgefälscht. In der 62. Minute wurde Jesús Narvas von Izaguirre im Strafraum gefoult und Schiedsrichter Nishimura entschied auf Strafstoß. Villa schoss jedoch rechts am Tor vorbei. In der 66. Minute wurde der Schuss von Cesc Fàbregas, der direkt zuvor für Xavi eingewechselt wurde, auf der Torlinie abgewehrt, Sergio Ramos traf wenig später nur knapp am Tor vorbei. In der Schlussphase spielten die Spanier nur auf ein Halten des Torstandes. Eine weitere Chance auf sein drittes Tor im Spiel ließ sich Villa in der 87. Minute entgehen, als Sergio Mendoza seinen Schuss in höchster Not blockte.

Frankreichs Nationalmannschaft in Unordnung

Frankreichs Nationaltrainer Raymond Domenech rechnete damit, dass einige seiner Spieler beim letzten Gruppenspiel gegen Südafrika nicht auflaufen wollen. Domenech beschuldigte die entsprechenden Spieler der „Blödheit“. Die Chancen Frankreichs auf ein Weiterkommen sind nach zwei Gruppenspielen gering. Nur wenn sich Mexiko und Uruguay nicht unentschieden trennen würden, bestanden für die „Bleus“ noch Chancen – und auch das nur bei einer ausreichend hohen Torzahl gegen Südafrika. „Profis müssen ein Vorbild sein. Was die Spieler gemacht haben, war dumm“, kritisierte Domenech den Trainingsboykott vom 19. Juni. Unmittelbar nach dem Abbruch des Trainings war Teammanger Jean-Louis Valentin zurückgetreten.

Von der französischen Presse wurde die Situation im französischen Team teilweise deutlich kritisiert. Für „Le Figaro“ hat sich das französische Team vor der ganzen Welt lächerlich gemacht und für „Le Parisien“ ist es „schon unerträglich, das schlechteste Team bei einer WM zu stellen. Aber auch noch das dümmste zu haben, ist“ für die Zeitung nicht tolerierbar. Ähnlich schonungslos sind auch ehemalige Nationalspieler. Emmanuel Petit bezeichnete die Vorgänge als „total unprofessionell“ und „traurig, beschämend“. Zinédine Zidane schimpfte, „wir sind hier bei einer WM. Da muss man sich doch zusammenreißen.“

Verärgerung hat die Mannschaft auch bei Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy hervorgerufen. Er entsandte die Wirtschaftsministerin und frühere Synchronschwimmerin Christine Lagarde nach Südafrika. Diese kündigte an: „Die Zeit der Disziplinarmaßnahmen wird kommen.“ Sportministerin Roselyne Bachelot forderte wegen der „Empörung der Franzosen“ im französischen Staatsfernsehen TF1 von der Mannschaft die „Wahrung der Würde“. Die Kommunistische Partei Frankreichs bezeichnete die Vorgänge als „allgemeine Bankrotterklärung“, die rechtsextremistische Front National sprach von der „weltweiten Demütigung unserer Nation“.

Konsequenzen hat das Chaos in der französischen Nationalmannschaft wohl auch bei den Sponsoren. Crédit Agricole hat angekündigt, die „Equipe Tricolore“ nicht mehr finanziell unterstützen zu wollen.

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June 17, 2010

Fußball-WM: Brasiliens Turnierauftakt nicht berauschend

Fußball-WM: Brasiliens Turnierauftakt nicht berauschend

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Veröffentlicht: 11:59, 17. Jun. 2010 (CEST)
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Rustenburg / Port Elizabeth / Johannesburg (Südafrika), 17.06.2010 – Brasilien mühte sich, kam aber über ein 2:1 gegen Nordkorea nicht hinaus. Das zweite Spiel der als „Todesgruppe“ titulierten Gruppe G zwischen Portugal und der Elfenbeinküste endete torlos. Unentschieden trennten sich auch die Slowakei und Neuseeland; hier bescherte der Ausgleich in der dritten Minute der Nachspielzeit den Neuseeländern den historischen ersten Punkt bei einer Weltmeisterschaftsendrunde.

Neuseeland – Slowakei
1:1 (0:0)

Die Begegnung zwischen der Slowakei und Neuseeland vervollständigte die erste Spielrunde in der Gruppe F – und macht die Situation verworren. Alle vier Teams sind punkt- und torgleich. Das Spiel in Rustenburg sahen rund 20.000 Zuschauer. Es wurde vom einheimischen Schiedsrichter Jerome Damon geleitet, der beide Mannschaften mit je einer Gelben Karte belohnte. „Unser Land hat heute einen Grund zu feiern. Dieser Punkt bedeutet sehr viel für den Fußball bei uns“, erklärte Neuseelands Trainer Ricki Herbert glücklich. Sein Gegenüber, der slowakische Trainer Vladimír Weiss sieht das Abschneiden seiner Mannschaft hingegen als „kleine sportliche Tragödie“.

Von dem recht langweiligen Spiel im Royal-Bafokeng-Stadion Rustenburgs gibt es wenig zu berichten. Die Slowaken brauchten eine gute halbe Stunde, um ihr Spiel zu finden, kontrollierten jedoch den Gegner. Vladimír Weiss, der Sohn der Trainers und Enkel des ehemaligen Fußballprofis Vladimír Weiss, gab in der 28. Minute eine Vorlage an Stanislav Šesták (VfL Bochum). Der traf das Tor allerdings nicht. Zwei Minuten später segelte Neuseelands Torwart Mark Paston am Ball vorbei, der zu Róbert Vittek gelangte. Der ex-Nürnberger konnte die Möglichkeit zum Torerfolg jedoch nicht nutzen.

Fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff gelang Vittek dann doch noch ein Torerfolg. Er stand in abseitsverdächtiger Position, als er den Ball mit dem Kopf ins Tor stieß. Der bei SSC Neapel unter Vertrag stehende Kapitän der Slowaken, Marek Hamšík, nutzte in der 64. Minute seine Chance nicht, um auf 2:0 zu erhöhen. Am Spielstand änderte sich in der regulären Spielzeit allerdings nichts, obwohl in der Schlussphase das slowakische Team spielbestimmend war. Dann kam die dritte Minute der Nachspielzeit, die Slowaken waren wohl mental bereits mit einem knappen Sieg in der Kabine, als Abwehrspieler Winston Reid für die „All Whites“ per Kopfball den Ausgleich herstellte.

Elfenbeinküste – Portugal
0:0
Vorläufige Tabelle der Gruppe F
Rang Land Tore Punkte
1 Italien Italien 1:1 1
1 Paraguay Paraguay 1:1 1
1 Neuseeland Neuseeland 1:1 1
1 Slowakei Slowakei 1:1 1

Auch das Spiel Elfenbeinküste gegen Portugal war wenig ansehnlich, trotz der Stars, die in diesem Spiel aufeinander trafen. Auf Seiten der Elfenbeinküste wurde in der 66. Minute Didier Drogba eingewechselt. Er konnte ebensowenig eine Entscheidung erzwingen, wie der portugiesischen Stardribbler Cristiano Ronaldo. Das von Jorge Larrionda aus Uruguay geleitete Spiel in Port Elizabeth sahen 31.034 Zuschauer, Gelbe Karten sahen zwei Westafrikaner und ein Portugiese.

Ronaldos Pfostenschuss aus 30 Metern, nachdem er Yaya Touré durch einen Hackentrick umspielt hatte, knallte nur an den Pfosten. Die Aktion war die einzige nennenswerte Torchance der ersten Halbzeit.

Die Ivorer gelangten erst in der zweiten Hälfte vor das Tor von Portugals Torhüter Eduardo, doch gefährlich genug waren weder Gervinho in der 47. Minute noch Salomon Kalou in der 54. Minute. Die Entscheidung hatte dann doch noch Drogba auf dem Fuß. Doch statt in der Nachspielzeit unweit des Tores direkt zu schießen, passte er quer – ins Leere.

Brasilien – Nordkorea
2:1 (0:0)

Auch das dritte Spiel des Tages war enttäuschend. Statt spielerischer Überlegenheit der Brasilianer im Samba-Stil sahen die 54.331 Zuschauer in Johannesburg eine kämpferisch eingestellte Mannschaft aus Nordkorea, mit der die Südamerikaner ihre Mühe hatten. Das Spiel wurde vom ungarischen Schiedsrichter Viktor Kassai geleitet. Es gab eine Gelbe Karte für den Brasilianer Ramires. Insgesamt dürfte der Spielverlauf die Kritik an Brasiliens Trainer Carlos Dunga nicht verringert haben.

Die erste Chance hatten die Brasilianer durch Kaká nach rund einer Minute Spielzeit; Kaká wurde allerdings von zwei Abwehrspielern gestoppt. Zwei weitere Schussversuche durch Kaká und Robinho in der sechsten Minute verfehlten das Tor deutlich. Auf der Gegenseite hatte Jong Tae-se, ein in Japan geborener und spielender Koreaner die erste Möglichkeit für Nordkorea. Brasiliens Torhüter Júlio César konnte den Schuss aus rund sechzehn Metern jedoch abwehren. Das Mittelfeld gehört den Südamerikanern, doch vor dem Strafraum Nordkoreas verhinderten zwei kompakte Abwehrketten ein Durchkommen effektiv. Erst in der 35. Minute gelangte ein brasilianischer Angriff mit spielerischer Finesse in eine torgefährliche Position. Robinho dribbelte rechts außen um zwei Abwehrspieler herum und gab zu Michel Bastos ab, dessen abgefälschter Schuss ans Außennetz ging. Die letzte Chance der ersten Halbzeit war eine verunglückte Flanke von Bastos, die knapp am oberen Eck des langen Torpfostens vorbeisegelte.

Bastos war es auch, dem die erste Chance in der zweiten Halbzeit gehörte. Sein Freistoß ging jedoch ebenso knapp vorbei wie ein Schuss von Robinho in der gleichen Minute. Die Ballkünstler Robinho und Kaká blieben auch weiterhin mit ihren Dribbelversuchen gegen die kompakte nordkoreanischen Abwehr erfolglos. Dagegen erspurtete Abwehrspieler Maicon einen Ball von Elano. Praktisch von der Torauslinie passte er jedoch nicht nach innen, wie es Torhüter Ri Myong-guk wohl erwartete hatte, sondern schob den Ball ins kurze Eck. Stürmer Luís Fabiano konnte kurze Zeit später beinahe erhöhen, traf aber nur knapp über das Gebälk. In der 72. Minute fiel dann die Entscheidung. Einen hervorragend gespielten Pass von Robinho verwandelte Elano mit einem diagonal ins lange Eck gezirkelten Schuss, bei dem Torhüter Ri keine Abwehrmöglichkeit hatte. Elano wurde danach ausgewechselt. In der 89. Minute wurde schließlich doch noch der Kampfgeist der Nordkoreaner belohnt. Der mit nach vorne gestürmte Abwehrspieler Ji Yun-nam konnte sich gegen zwei Brasilianer durchsetzen und den Ball an Brasiliens Schlussmann vorbei im Tor versenken.

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May 20, 2010

Portugal führt Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ein

Portugal führt Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ein

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Veröffentlicht: 18:31, 20. Mai 2010 (CEST)
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Lissabon (Portugal), 20.05.2010 – Präsident Aníbal Cavaco Silva erließ am Montagabend in Lissabon ein Gesetz, das die gleichgeschlechtliche Ehe ermöglicht. Das Gesetz, das im Februar vom Parlament in Lissabon gebilligt worden war, beinhaltet jedoch kein Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare. Cavaco Silva stimmte dem Gesetz nur halbherzig zu. Er habe das Gesetz unterschrieben, um während der Finanzkrise „die Einheit der Portugiesen zu fördern”.

Im stark katholisch geprägten Portugal war Homosexualität bis 1982 verboten. Erst vor etwa einer Woche hatte Papst Benedikt XVI. die Homo-Ehe bei seinem Besuch scharf kritisiert. Gegner des Gesetzes hatten rund 90.000 Unterschriften für eine Volksabstimmung gesammelt.

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February 21, 2010

Überflutungen auf Madeira

Überflutungen auf Madeira – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Überflutungen auf Madeira

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Veröffentlicht: 22:12, 21. Feb. 2010 (CET)
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Lage der Insel Madeira vor der afrikanischen Atlantikküste, rund 1.000 Kilometer von Lissabon entfernt

Funchal (Portugal), 21.02.2010 – Mit mindestens 42 Todesopfern und 120 Verletzten rechnen die Behörden nach sintflutartigen Überschwemmungen, von denen Menschen, Autos und Bäume mitgerissen wurden, und dadurch bedingten Erdrutschen auf der zu Portugal gehörenden Atlantik-Insel Madeira. 250 Menschen wurden obdachlos. Mit Bulldozern wird unter den eingestürzten Gebäuden nach Überlebenden gesucht.

Ein Transportflugzeug der portugiesischen Armee sollte im Laufe des Tages auf der Insel eintreffen, auch eine Fregatte ist nach Madeira unterwegs. Ministerpräsident José Sócrates sagte die Unterstützung und Hilfe durch die Zentralregierung zu.

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February 6, 2010

Staatsverschuldung: Nach Griechenland steht nun auch Portugal vor dem Abgrund

Staatsverschuldung: Nach Griechenland steht nun auch Portugal vor dem Abgrund

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Veröffentlicht: 10:39, 6. Feb. 2010 (CET)
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Lage Portugals in der Europäischen Union

Lissabon (Portugal), 06.02.2010 – Nachdem in den letzten Wochen immer klarer wurde, dass Griechenland am Rande eines Staatsbankrotts steht, gerät nun offenbar auch Portugal in den Sog von wachsender Staatsverschuldung und zunehmender Abhängigkeit vom Kapitalmarkt. Der Kapitalmarkt im Euro-Raum reagiert zunehmend nervös. Der Euro sank im Vergleich zum US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit Juli 2009.

Die Staatsverschuldung Portugals stieg unter den Bedingungen der internationalen Finanzkrise im vergangenen Jahr auf 9,3 Prozent. Nach den Maastricht-Kriterien, also dem geltenden EU-Recht, beträgt die Obergrenze für die Neuverschuldung der Mitgliedsstaaten drei Prozent. Die Gesamtverschuldung Portugals wächst dabei exponentiell. Betrug diese 2007 noch 63 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, so wird für das Jahr 2011 ein Schuldenberg von 90 Prozent erwartet.

Die Zweifel auf den internationalen Kapitalmärkten wachsen, dass das Land in der Lage sein wird, die Probleme aus eigener Kraft zu lösen. Die Bereitschaft, solchen Ländern wie Griechenland und Portugal Geld zu leihen, schwindet. Für Portugal wird es umgekehrt immer schwieriger, den Schuldenabbau durch Überbrückungskredite abzubauen. Dasselbe gilt für Griechenland. Marktbeobachter erwarten für die Monate April und Mai einen vorläufigen Höhepunkt der Entwicklung, der auch Klarheit darüber geben wird, ob es den genannten Ländern gelingt, einen Staatsbankrott zu vermeiden. Griechenland muss dann Staatsanleihen und Zinsen im Wert von 23 Milliarden Euro bedienen. Da die Staatskasse leer ist, wird das nur funktionieren, wenn gleichzeitig neue Kredite zur Ablösung der Altschulden aufgenommen werden können. Fehlt auf dem Kapitalmarkt das Vertrauen um solchen Ländern weitere Kredite zu gewähren, stehen diese Länder vor dem Bankrott.

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