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October 14, 2012

Bundesinnenminister Friedrich will Geldkürzungen gegen Asylbewerber vom Balkan verhängen

Bundesinnenminister Friedrich will Geldkürzungen gegen Asylbewerber vom Balkan verhängen

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Veröffentlicht: 23:52, 14. Okt. 2012 (CEST)
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Roma-Lager in Serbien

Berlin (Deutschland), 14.10.2012 – Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Aufstockung der Leistungen für Asylbewerber auf Hartz-IV-Niveau wird aufgrund der wachsenden Zahl der Asylanträge von Bewerbern aus Serbien und Mazedonien vom Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich stark kritisiert. Friedrich sagte der Bildzeitung am Samstag: „Das wird dazu führen, dass die Asylbewerber-Zahlen noch weiter steigen, denn es wird für Wirtschaftsflüchtlinge noch attraktiver zu uns zu kommen und mit Bargeld wieder abzureisen“.

Bereits im Juli wurde das derzeitige Monatsgeld für Asylbewerber vom Bundesverfassungsgericht für menschenunwürdig erklärt. Das Bundesverfassungsgericht verlangte darauf, dass die Monatssätze für Asylbewerber auf das Niveau der Sozialhilfe und von Hartz IV erhöht werden müssen.

Bundesinnenminister Friedrich möchte jedoch, dass die staatlichen Hilfen für Asylbewerber gekürzt werden, falls das Asylbewerbergesetz dementsprechend geändert wird. „Die Bundesländer können sich dagegen wehren, indem sie strikt Sachleistungen statt Bargeld verteilen. Aber: Ein Teil der Leistungen muss immer in bar ausbezahlt werden. Deshalb müssen wir das Asylbewerberleistungsgesetz jetzt ergänzen: Wer aus sicheren Herkunftsstaaten kommt, dazu zähle ich Mazedonien und Serbien, soll künftig weniger Barleistungen erhalten“, so Friedrich.

Der Bundesinnenminister will wahrscheinlich die Bundespolizei einsetzen, damit Asylverfahren der Flüchtlinge beschleunigt werden. Friedrich sagte: „Für die Beschleunigung der Asylverfahren werden wir mehr Personal einsetzen. Noch im Oktober werden Angehörige der Bundespolizei das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge verstärken“. Allerdings sind Abschiebungen Aufgabe der Länder.

Offensichtlich ist die Aufstockung von Kräften der Bundespolizei nicht die einzige Maßnahme. Friedrich sagte in einem Interview mit der BILD: „Erstens müssen die Asylverfahren so schnell wie möglich durchgeführt werden und zweitens müssen die Unberechtigten schnell wieder in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden. Und drittens müssen wir auf europäischer Ebene dafür sorgen, dass wieder eine Visumspflicht für Bürger aus beiden Ländern eingeführt wird“. Bundesinnenminister Friedrich trat auch in Kontakt mit der EU-Ratspräsidentschaft. Friedrich sagte: „Was die Wiedereinführung der Visumspflicht für Serbien und Mazedonien angeht, hat der Rat der EU-Innenminister bereits entsprechende Beschlüsse gefasst. In einem Brief an die EU-Ratspräsidentschaft habe ich nochmals darum gebeten, die notwendige Zustimmung des EU-Rates herbeizuführen“.

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July 11, 2012

Bosnien und Herzegowina: Gedenktag an das Massaker von Srebrenica

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Juli 2010: Neue Gräber für die Beerdigung von Opfern des Massakers von Srebrenica

Srebrenica (Bosnien und Herzegowina), 11.07.2012 – Am heutigen Mittwoch gedachten in Srebrenica 35.000 Menschen an das Massaker in der ostbosnischen Stadt vor 17 Jahren. Nachdem die Truppen der bosnischen Serben Srebrenica am 11. Juli 1995 erobert hatten, richteten sie mehr als 8000 muslimische Jungen und Männer innerhalb von wenigen Tagen hin.

Heute wurden nach der religiösen Feier in der Gedenkstätte Potočari vor Srebrenica 520 identifizierte Opfer des Massakers beigesetzt. Damit sind jetzt insgesamt 5657 Menschen in Potočari bestattet. Sie wurden von serbischen Soldaten gefangen genommen und anschließend systematisch umgebracht.

Der Völkermord, welcher von zwei internationalen Gerichten festgestellt worden ist, wird bis heute von der serbischen Hälfte Bosniens, der Republika Srpska, geleugnet. Der neue Präsident Serbiens, Tomislav Nikolić, erklärte Anfang Juni in einem Interview, dass das Massaker von Srebrenica nach seiner Meinung kein Völkermord ist. Nikolić ist der ehemalige Vizepräsident der extrem nationalistischen Serbischen Radikalen Partei (SRS).

Als Gast warnte der New Yorker Rabbiner Arthur Schneier davor, diesen Genozid zu leugnen oder zu vergessen. „Es ist wichtig, so viele Zeugnisse wie möglich von Überlebenden zu sammeln. Das ist das stärkste Instrument, um die Leugnung der Tatsachen zu verhindern“, sagte der jüdische Geistliche, welcher in Wien geboren wurde und nach dem Holocaust in die USA auswanderte.

Die Versuche der bosnischen Serben den Völkermord zu leugnen, wurden auch von US-Präsident Barack Obama verurteilt. Obama erklärte am heutigen Tag: „Die USA stellen sich jedem Versuch entgegen, das Ausmass dieses Verbrechens zu verzerren, es zu rechtfertigen, die Opfer zu verleumden oder die unbestreitbare Tatsache zu leugnen, dass es sich bei diesem Verbrechen um einen Genozid handelt“.

An der Gedenkfeier nahmen auch 7000 Menschen teil, welche gestern Abend nach dem Friedensmarsch in Srebrenica eingetroffen waren. Innerhalb von drei Tagen legten sie einen Fußweg von über 100 Kilometern zurück. Die 7000 Teilnehmer des Friedensmarsches wollten damit an die unzähligen Flüchtlingsströme zur Zeit des Bosnienkrieges von 1992 bis 1995 erinnern.

Der frühere Anführer der bosnischen Serben Radovan Karadžić und sein Armeechef Ratko Mladić müssen sich derzeit vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag wegen begangenen Kriegsverbrechen, unter anderem auch dem Massaker von Srebrenica, verantworten. Das Massaker von Srebrenica gilt als das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.

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July 1, 2012

Serbien: Mammut-Friedhof in Kohlemine entdeckt

Serbien: Mammut-Friedhof in Kohlemine entdeckt

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Veröffentlicht: 22:35, 1. Jul. 2012 (CEST)
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Mammut

Belgrad (Serbien), 01.07.2012 – In Kostolac, 70 km östlich von Belgrad gelegen, haben Paläontologen die Knochen von Mammuts freigelegt. Zu mindestens sieben Tieren gehörten die Überreste, sagte der Archäologe Miomir Korać am 29. Juni vor der Presse. Die Fundstätte befindet sich in einer Kohlemine, in der schon vor drei Jahren Gebeine eines weiblichen Mammuttieres gefunden wurden. Die weiteren Tiere einer anderen Art Dickhäuter starben den Wissenschaftlern zufolge vor etwa 100.000 Jahren. Korać leitet daraus ab, dass es sich um einen „sehr langen Zeitraum“ von den Elefanten genutzten Sterbeplatz handle.

Die These eines „Friedhofes“ ist umstritten, allgemein gehen Wissenschaftler davon aus, dass die wiederholt aufgestellte Vermutung eines gemeinschaftlichen Elefantenfriedhofes nicht zum Verhalten dieser Tiere gehöre, eher käme es zu einer Häufung von Todesfällen unter Elefanten in Gebieten, in denen von alternden Elefanten bevorzugtes weicheres Futter zur Verfügung stünde.

Nach Angaben von Korać stehen die Ausgrabungen in dem Kohlebergwerk unter Zeitdruck, weil der Eigentümer dadurch finanzielle Ausfälle zu tragen habe.

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June 28, 2012

Kosovo: 13 Schussverletzte

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Kosovo: 13 Schussverletzte

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Veröffentlicht: 21:28, 28. Jun. 2012 (CEST)
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Grenze zwischen dem Kosovo und Serbien

Priština (Kosovo), 28.06.2012 – Heute wurden am nördlich von Priština liegenden Kosovo-Grenzübergang Merdare 13 Serben angeschossen. Serbischen Angaben zufolge sollen es sogar 20 Menschen gewesen sein.

Nach kosovarischen Angaben hatten die Serben versucht, den zuvor bereits geschlossenen Grenzübergang zu überqueren, um den Vidovdan zu feiern. Die Polizei des Kosovo wurde von den Serben provoziert und mit Steinen beschmissen, sie setzte Pfefferspray ein. Es sollen auch 32 Polizisten verletzt worden sein.

Zehn der verletzten serbischen Staatsbürger wurden mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus der Stadt Prokuplje gebracht. Die restlichen Serben sollen des Landes verwiesen worden sein und wurden zurück nach Serbien überführt.

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April 2, 2012

Island: EU-Beitrittsverhandlungen machen Fortschritte

Island: EU-Beitrittsverhandlungen machen Fortschritte

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Veröffentlicht: 06:38, 2. Apr. 2012 (CEST)
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Flagge der EU

Flagge Islands

Brüssel (EU) / Reykjavík (Island), 02.04.2012 – Island ist am Freitag einem EU-Beitritt einen Schritt näher gekommen: Die EU und Island öffneten auf dem Erweiterungsgipfel vier Verhandlungspunkte. Es handelte sich um die Kapitel 28 Gesundheits- und Verbraucherschutz, 31 Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, 8 Wettbewerbsrecht und 15 Energie. Die beiden erstgenannten Kapitel wurden umgehend provisorisch geschlossen. Aktuell sind damit 15 der 33 Kapitel eröffnet und zehn provisorisch geschlossen. Die nächste Beitrittskonferenz ist für Juni 2012 geplant. Sie soll auf Ministerebene stattfinden.

Das Europäische Parlament fasste gestern auch Beschlüsse zu den anderen Beitrittskandidaten. So forderte es in einem Entschließungsantrag eine zügige Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Serbien. Eine Fortsetzung der serbischen Reformen sehen die Abgeordneten allerdings als Bedingung an. Die größten Hürden stellten die Diskriminierung von Minderheiten und die Kosovo-Frage dar.

Für das Kosovo forderte das Parlament einen „Fahrplan“ zu Visa-Erleichterungen und die rasche Umsetzung eines Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens (SAA), wie es für andere Balkanstaaten bereits existiert. Auch gegenüber dem Kosovo mahnten die Parlamentarier Reformen an.

Das Parlament begrüßte die für den Juni 2012 geplante Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Montenegro. Es wies jedoch auf Defizite bei der Gleichstellung von Frauen hin.

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January 31, 2012

Europa: Kältewelle fordert Todesopfer

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Europa: Kältewelle fordert Todesopfer

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Veröffentlicht: 17:06, 31. Jan. 2012 (CET)
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Eiszapfen

Europa, 31.01.2012 – Das sibirische Hoch „Cooper“ beschert Mittel- und Osteuropa eine extreme Kältewelle. Bislang sind mindestens 36 Todesopfer zu beklagen. Besonders sind betroffen ältere Menschen und Obdachlose.

Nachrichten über Erfrierungstote kamen aus den Ländern Ukraine, Polen, Serbien, Bulgarien, der Türkei und in Rumänien. Auch in Berlin erfror eine Frau, nachdem sie in einen Wassergraben gestürzt war. Bei Temperaturen bis minus 25 Grad mussten zahlreiche Personen wegen Erfrierungen behandelt werden. Die Regierungen ergriffen Maßnahmen, um den Obdachlosen Möglichkeiten zum Wärmen zu geben.

Der Verkehr war stark behindert, so wurde der Hafen in Varna geschlossen. Straßen und Zugstrecken wurden gesperrt, Flugverbindungen gestrichen. In Rumänien wurden Häftlinge zum Schneeschaufeln geschickt.

Die Kältewelle soll noch andauern. „Wir bekommen ein bisschen ‚echten‘ Winter diese Woche“, sagte die kroatische Meteorologin Zoran Vakula.

Land Tiefstwert unter Null
  • Ukraine
  • 23 Grad
  • Polen
  • 26 Grad
  • Serbien
  • 20 Grad
  • Türkei
  • 25 Grad
  • Bulgarien
  • 24 Grad
  • Litauen
  • 30 Grad

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  • Portal:Wetter

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June 7, 2011

Montenegro: Lang gesuchter Juwelenräuber festgenommen

Montenegro: Lang gesuchter Juwelenräuber festgenommen

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Veröffentlicht: 17:25, 7. Jun. 2011 (CEST)
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noble Juweliere sind immer wieder das Ziel der Bande

Podgorica (Montenegro), 07.06.2011 – Der montenegrinischen Polizei ging ein großer Fisch ins Fahndungsnetz. Der Serbe Igor Jocic wurde bei der Einreise nach Montenegro festgenommen. Bei Jocic handelt es sich um ein mutmaßliches Mitglied der „Pink-Panther-Bande“.

Wegen eines Raubüberfalls wurde der Serbe von den Schweizer Behörden mit Haftbefehl international gesucht. Die „Pink Panther“ sind ein Netzwerk von etwa 60 Kriminellen. Sie begehen Raubüberfälle und Einbrüche. Bevorzugte Beute sind Juwelen, Schmuck und edle Uhren. Seit mehr als zehn Jahren ist die Truppe international unterwegs. Die Tatorte liegen in Europa, Asien und den Golfstaaten. Aus dem Netzwerk finden sich für einzelne Taten Kleingruppen zusammen. Ermittler gehen davon aus, dass die Bande bei ihren weltweiten Reisen 120 Millionen Euro Beute gemacht hat.

Im Jahr 2009 gelang es der französischen Polizei zwei Personen festzunehmen, die dem Netzwerk zugerechnet werden, was nicht zu einer Schwächung der Bande führte, deren Angehörige fast ausnahmslos aus dem ehemaligen Jugoslawien stammen. Spuren der Täter führen immer wieder in die Nähe von Niš, der zweitgrößten Stadt in Zentralserbien. Von dort stammt der harte Kern der Verbindung. Bei der Tatausführung fällt das skrupellose Vorgehen, die Vertrautheit mit Waffen der Bandenmitglieder auf. Hintergrund dürfte sein, dass es sich meist um ehemalige Soldaten oder Mitglieder von Milizen handelt.

Den Spitznamen haben sie, in Anspielung an die Filmkomödie „Der rosarote Panther“ mit Peter Sellers aus dem Jahr 1963, von der britischen Polizei erhalten.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Polizeieinsätze

Quellen

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December 13, 2010

Erste Parlamentswahlen im Kosovo seit der Unabhängigkeitserklärung

Erste Parlamentswahlen im Kosovo seit der Unabhängigkeitserklärung

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Veröffentlicht: 16:49, 13. Dez. 2010 (CET)
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Das Kosovo (blau) wird von einigen EU-Staaten anerkannt (grün), von anderen jedoch nicht (rot).

Priština (Kosovo), 13.12.2010 – Erstmals seit der Unabhängigkeitserklärung fanden am 12. Dezember im Kosovo Parlamentswahlen statt. Die Partei des Premierministers Hashim Thaçi, die „Demokratische Partei des Kosovo“ (DPK), wurde mit 31 Prozent der Stimmen wahrscheinlich stärkste Partei. Die ehemals verbündete, nun aber rivalisierende „Demokratische Liga“ (DLK) erreichte 25 Prozent. Mit 16 Prozent kommt die neu gegründete „Selbstbestimmungspartei“ zum ersten Mal ins Parlament. Die AAK des Nationalisten Ramush Haradinaj, der sich derzeit vor dem UN-Tribunal in Den Haag wegen Kriegsverbrechen verantworten muss, kam auf den vierten Platz. Die Zusammensetzung der übrigen Parlamentssitze ist noch nicht bekannt.

Die Zahlen sind aufgrund statistisch-methodischer Ungenauigkeiten noch mit Vorsicht zu genießen; es handelt sich um Projektionen aus stichprobenweisen Befragungen an Wahllokalen. Voraussichtlich wird sich wohl die DPK mit einigen oder allen anderen Parteien, nicht jedoch der DLK oder der AAK, zu einer Koalition zusammenfinden müssen.

Das Kosovo hatte sich im Februar 2008 für von Serbien unabhängig erklärt. Während etwa Teile der EU und die USA das Land anerkennen, weigern sich dagegen etwa Serbien und Russland. Das Kosovo ist auch kein Mitglied der UNO.

Die Mehrheit der Bevölkerung ist ethnisch albanisch. Rund 120.000 Menschen der kosovarischen Bevölkerung von insgesamt rund zwei Millionen Einwohnern sind ihrer ethnischen Herkunft nach Serben. Vor der Unabhängigkeitserklärung handelte es sich um eine serbische Provinz mit Autonomiestatus. Zu jugoslawischen Zeiten war das Kosovo ebenfalls Teil Serbiens und kein eigener Gliedstaat wie etwa Kroatien oder Slowenien. Neben dem Kosovo bestand und besteht ein weiteres Autonomiegebiet innerhalb Serbiens, die mehrheitlich ethnisch ungarische Wojwodina, in der allerdings keine Unabhängigkeitsbestrebungen zu verzeichnen sind.

Im Norden des Kosovo befindet sich eine mehrheitlich von ethnischen Serben bewohnte Region um die Stadt Mitrovica. Die Bewohner dieses Gebietes lehnen die Unabhängigkeitserklärung mit großer Mehrheit ab. Dementsprechend hat es dort einen weitgehenden Wahlboykott gegeben.

Themenverwandte Artikel

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Parlamentswahlen in Kosovo 2010“.
  • Portal:Serbien

Quellen

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July 5, 2010

Fußball-WM: Deutschlands Arbeitssieg gegen Ghana

Fußball-WM: Deutschlands Arbeitssieg gegen Ghana

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Veröffentlicht: 20:21, 5. Jul. 2010 (CEST)
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Pretoria / Port Elizabeth / Nelspruit / Johannesburg (Südafrika), 05.07.2010 – Deutschland gewann das letzte Gruppenspiel gegen Ghana mit 1:0 durch einen Treffer von Özil. Deutschland wurde damit Gruppensieger in der Gruppe D. Als Gruppenzweiter zog auch die Mannschaft aus Ghana in das Achtelfinale ein. Die punktgleichen Australier setzten sich zwar gegen Serbien durch, hatten jedoch das schlechtere Torverhältnis. In der Gruppe C setzten sich England und die Vereinigten Staaten jeweils mit 1:0 in ihrem letzten Gruppenspiel durch und sind die Gegner Deutschlands bzw. Ghanas im Achtelfinale.

Slowenien – England
0:1 (0:1)

Im Nelson-Mandela-Stadion in Port Elizabeth verfolgten 36.893 Zuschauer den knappen Sieg Albions gegen die Slowenen, der den Engländern den zweiten Platz in der Abschlusstabelle der Gruppe C sicherte. In der von Schiedsrichter Wolfgang Stark aus Deutschland geleitete Partie erhielten drei slowenische Nationalspieler sowie ein Engländer Gelbe Karten. Die bessere Ausgangssituation hatten die Slowenen, da ihnen ein Unentschieden gereicht hätte um Platz zwei der Tabelle zu erreichen. Die von dem Italiener Fabio Capello trainierten Engländer benötigten einen Sieg, da sie bei einem Unentschieden jedenfalls schlechter gestellt gewesen wären, als die Vereinigten Staaten, sofern diese nicht gegen Algerien verloren hätten.

Das englische Team lief auf mehreren Positionen verändert auf. Statt des wegen seiner zweiten Gelben Karte gesperrten Jamie Carragher ergänzte Matthew Upson den von Capelli vom Amt des Mannschaftskapitäns enthobenen John Terry in der Abwehr des englischen Teams. Terry konnte sich nicht mit seiner Forderung durchsetzen, dass Capelli Joe Cole einsetzen solle. Im Sturm spielte Jermain Defoe statt Emile Heskey und der Mittelfeldspieler Aaron Lennon lief anstelle des weniger offensiven James Milner auf.

Die erste Torchance hatten die Slowenen, Valter Birsas Schussversuch aus 23 Metern brachte der englische Schlussmann David James jedoch problemlos unter Kontrolle. Die erste Chance der „Three Lions“ hatte dann Frank Lampard mit einem Freistoß aus 30 Metern Torentfernung. Der für Udinese Calcio in der italienischen Serie A spielende slowenische Torhüter Samir Handanovič brachte den heransegelnden Ball jedoch problemlos unter Kontrolle. Doch Torglück hatten die Engländer zunächst nicht. Wayne Rooney von Manchester United schoss von der Strafraumgrenze, doch sein Ball wurde zum Eckball abgewehrt. Dieser wurde vom Liverpooler Steven Gerrard getreten und gelangte zu Terry, doch dessen Kopfball verfehlte das Tor. Wenig später machte Terry im eigenen Strafraum eine Großchance des beim belgischen Erstligisten KAA Gent spielenden Zlatan Ljubijankič zunichte.

Das einzige Tor des Spieles erzielte Defoe in der 23. Minute nach einer Hereingabe von Milner. Sloweniens Torhüter Handanovič hatte zwar noch beide Hände am Ball, mehr als leicht abfälschen konnte er den Schuss aber nicht. In der 27. Minute hatten die Engländer eine weitere Chance mit denselben Beteiligten, doch diesmal war der slowenische Torwart auf der Hut. Den Ball, den er jedoch nicht fangen konnte, schoss Lampard über das Tor. Immer wieder kam England in der Folge zu guten Chancen. Einen Schuss von Gerrard konnte Handanovič wegfausten, Rooney eroberte den Ball gegen drei Verteidiger und spielte zu Gerrard. Sein Schuss aus 14 Metern war ins rechte Eck gezielt, doch Handanović konnte parieren. Die Engländer spielten dann weniger offensiv, doch für die Slowenen ergaben sich dadurch keine zwingenden Torchancen. Einzig ein Freistoß von Birsa aus 40 Metern Torentfernung sorgte für Gefahr, doch der aus dem Tor laufende englische Schlussmann James konnte den von der englischen Abwehr abgefälschten Ball abwehren, bevor Sloweniens Stürmer Milivoje Novakovič eingreifen konnte.

Auch nach dem Seitenwechsel agierte Albion offensiv. Einen Eckball Rooneys konnte Sloweniens Torhüter gerade noch wegschlagen, ein hohes Zuspiel lenkte Defoe mit dem Fuß sehr knapp am Tor vorbei. Die Slowenen wurden auch in der zweiten Halbzeit nur in Standardsituationen gefährlich. Terry hatte in der 57. Minute bei einem Eckball von Gareth Barry die Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen, doch sein Schuss aus wenigen Metern wurde von Torhüter Handanovič abgewehrt. Und auch in der 59. Minute war es der slowenische Schlussmann, der Rooneys Versuch nach einem guten Zuspiel von Lampard noch an den Pfosten lenkte. Die Engländer beschränkten sich in der letzten halben Stunde auf schnelle Konter, die von dem inzwischen eingewechselten Joe Cole ausgeführt wurden. Beim Spiel zwischen den Vereinigten Staaten und Algerien stand es zu dem Zeitpunkt noch 0:0, und bei diesem Spielstand wäre Slowenien trotz des Rückstandes weitergekommen. Die Südosteuropäer waren deswegen wenig offensiv, sodass sich am knappen 1:0-Erfolg für das englische Team nichts mehr änderte.

Abschlusstabelle der Gruppe C
Rang Land Tore Punkte
1 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 4:3 5
2 England England 2:1 5
3 Slowenien Slowenien 3:3 4
4 Algerien Algerien 0:2 1
USA – Algerien
1:0 (0:0)

35.827 Zuschauer – unter ihnen auch der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten Bill Clinton – sahen im im Loftus-Versfeld-Stadion in Pretoria das vom belgischen Schiedsrichter Frank De Bleeckere gepfiffene Spiel. Dieser zeigte drei Nordafrikanern gelbe Karten sowie zückte das kleine Pappstück für zwei Spieler der Vereinigten Staaten. In der dritten Minute der Nachspielzeit sah der beim VfL Bochum spielende Anthar Yahia Gelb-Rot wegen Meckerns. In der stark umkämpften Gruppe C waren die Vereinigten Staaten auf einen Sieg angewiesen, um auf jeden Fall an Slowenien und England vorbeiziehen zu können. Die Algerier hatten vor dem Spiel noch eine marginale Chance auf Platz zwei, wenn sie ausreichend hoch gegen die USA gesiegt hätten und das Spiel England gegen Slowenien unentschieden ausgegangen wäre.

Das Team aus Algerien, das sich zum dritten Mal für eine Weltmeisterschaftendrunde qualifiziert hatte, hatte nach 18 Sekunden die erste Chance des Spieles, doch der Volleyschuss des Gladbachers Karim Matmour ging weit am Tor vorbei. In der sechsten Spielminute meldete sich der bei AEK Athen spielende Rafik Djebbour mit einem Volleyschuss aus zwölf Metern an die Querlatte. Auf der Gegenseite waren die Amerikaner glücklos; so versagte in der 20. Minute Herculez Gomez alleinstehend vor dem algerischen Schlussmann Raïs M’Bolhi, eine zweifelhafte Abseits-Entscheidung von Schiedsrichter De Bleeckere machte einen Treffer Dempseys ungültig, Jozy Altidore und Landon Donovan kamen sich in der 37. Minute gegenseitig in die Quere und so blieb eine Großchance zum Führungstor ungenutzt.

Nach der Halbzeitpause spielten die US-Boys weiter offensiv. Dempseys hatte Pech, als er nur den Innenpfosten traf und den Nachschuss am leeren Tor vorbeisetzte. Der frühere HSV-Spieler Benny Feilhaber konnte den algerischen Torhüter in der 65. Minute nicht überwinden. Die nachfolgende Ecke köpfte Dempsey knapp am Posten vorbei ins Toraus. Die Möglichkeiten der Nordafrikaner waren rar. Ein Schuss des Wolfsburgers Karim Ziani aus zehn Metern Torentfernung verfehlte das Tor. Den Rest der zweiten Halbzeit stürmten die Nordamerikaner auf das algerische Tor, doch waren sie am Ende der regulären Spielzeit praktisch ausgeschieden, da im zeitgleich stattfindenden Spiel der Engländer gegen die Slowenen die Engländer die Nase vorne hatten. Schließlich schoss Donovan in der zweiten Minute der Nachspielzeit in das algerische Tor und bewahrte somit sein Team vor dem Ausscheiden.

Durch den dreifachen Punkterfolg wurden die US-Amerikaner zum ersten Mal nach 1930 wieder Gruppensieger; gleichzeitig verdrängten sie dadurch die Engländer noch auf den zweiten Tabellenplatz und besiegelten das Aus für die Mannschaft aus Slowenien. Algerien konnte auch bei seiner dritten WM-Endrundenteilnahme nicht über die Gruppenspielphase hinaus gelangen.

Ghana – Deutschland
0:1 (0:0)

In der Gruppe D war die Ausgangssituation ähnlich kompliziert. Ghana hätte ein Unentschieden gegen Deutschland den Einzug in das Achtelfinale gesichert, doch auch eine Niederlage konnten sich die Westafrikaner erlauben, solange Australien im gleichzeitig stattfindenden Spiel gegen Serbien nicht zu viele Tore gut machte. Deutschland war nur bei einem Sieg unabhängig vom Ergebnis des Spiels Australien gegen Serbien. Eine weitere Niederlage hätte das Aus bedeutet, bei einem Unentschieden wäre die Nationalelf nur dann Gruppenzweiter geworden, wenn Serbien verloren oder nicht hinreichend viele Tore geschossen hätte. 82.391 Zuschauer in der Soccer City in Johannesburg waren deswegen auf das Spiel der deutschen Mannschaft gespannt, die sich beim Spiel gegen Serbien nicht gerade von ihrer starksten Seite gezeigt hatte und zudem auf den wegen seiner Gelb-Roten Karte gesperrten Stürmer Miroslaw Klose verzichten musste. Die Partie stand unter Aufsicht des brasilianischen Unparteiischen Carlos Simon, der jeweils einmal für Spieler beider Mannschaften das gelbe Kärtchen zückte.

Bundestrainer Joachim Löw stellte die deutsche Mannschaft auf zwei Positionen um. Cacau ersetzte von Spielbeginn an den gesperrten Klose und statt des im Serbien-Spiel schwachen Holger Badstuber spielte links in der Verteidigung Jérôme Boateng, der es auf dem Spielfeld mit seinem Halbbruder Kevin-Prince Boateng zu tun bekam. Die Ghanaer starteten mit einer defensiven Mannschaft, die aus einer Vierer-Abwehrkette, einem Mittelfeld aus fünf Spielern und einer Sturmspitze bestand. Die erste nennenswerte Chance des Spieles hatte Lukas Podolski in der siebten Minute, doch Hans Sarpei (Bayer Leverkusen) wehrte zum Eckball ab. Drei Minuten später wurde Podolskis Flanke von linksaußen vom Ghanaer John Mensah in Richtung Tor abgefälscht, sodass Torhüter Richard Kingson ein Eigentor verhindern musste. Nach diesen beiden Torchancen ging der Drang nach vorne in der Nervosität der deutschen Mannschaft unter. Die Mannschaft leistete sich viele Fehlpässe und die Ghanaer bestimmten nach der Anfangsviertelstunde das Spiel.

Schoss Deutschland ins Achtelfinale: Mesut Özil

In der 14. Minute konnte Bastian Schweinsteiger die Flanke Asamoah Gyans gerade so klären, ein Schuss von Kevin-Prince Boateng in der 23. Minute wurde von Arne Friedrich in höchster Not abgewehrt und in der 24. Minute war André Ayew nach einem Fehler von Abwehrspieler Per Mertesacker nur deswegen nicht erfolgreich, weil er den geeigneten Moment verpasste und Torhüter Neuer abwehren konnte. In dieser Phase des Spieles zeigte die deutsche Mannschaft wenige für die Ghanaer gefährliche Aktionen. Mesut Özil stürmte in der 25. Minute auf das Tor der Ghanaer zu und befand sich allein vor dem Torhüter der Westafrikaner. Bei der Wahl, ob er um Kingson rechts oder links vorbeispielen sollte, entschied er sich für die Mitte und traf direkt den Torhüter. Eine Kopfballchance durch Gyan verhinderte Lahm zwei Minuten später auf der Torlinie und in der 28. Minute wehrte Neuer Gyans Schuss von der rechten Seite ab. Die einzigen weiteren halbwegs nennenswerten Möglichkeiten der deutschen Mannschaft stamten von Cacau in der 30. Minute und von Schweinsteiger in der 41. Minute durch einen Freistoß, doch Torhüter Kingson war auf der Hut.

Die zweite Halbzeit begann zunächst für Deutschland nicht viel besser. In der 51. Minute stürmte Gyan in ähnlicher Weise auf Neuer zu, wie Özil in der ersten Halbzeit auf Kingson zulief. Neuer machte diesen Versuch genauso zunichte, wie in der 55. Minute, wieder durch Gyan. Deutschland bemühte sich weiterhin um ein Tor, kam aber nicht richtig vor das Tor der Westafrikaner. Überraschend fiel dann doch das 1:0. Ein Querpass Müllers vor der Strafraumgrenze gelangte auf den Bremer Özil, der schoss aus 17 Metern unhaltbar in den linken oberen Torwinkel. Beflügelt wurde die deutsche Mannschaft durch das Führungstor jedoch nicht, im Gegenteil. Jérôme Boateng war zweimal nicht aufmerksam, als Prince Tagoe in der 61. Minute zum Kopfstoß kam und Boateng nur mit Mühe noch zur Ecke klären konnte und in der 66. Minute, als Lahm den Schuss von Ayew gerade noch ins Toraus ablenkte. Löw nahm Boateng dann in der 73. Minute vom Platz und wechselte Marcell Jansen ein. Am Spielstand änderte sich jedoch nichts mehr.

Durch den Sieg gegen Ghana spielte sich die deutsche Nationalmannschaft auf den ersten Tabellenplatz vor und damit im Achtelfinale den Klassiker gegen England ermöglicht, da die „Three Lions“ in der Gruppe C nur den zweiten Tabellenplatz erreicht hatten.

Abschlusstabelle der Gruppe D
Rang Land Tore Punkte
1 Deutschland Deutschland 5:1 6
2 Ghana Ghana 2:2 4
3 Australien Australien 3:6 4
4 Serbien Serbien 2:3 3
Australien – Serbien
2:1 (0:0)

Ein Sieg im letzten Gruppenspiel hätte für Serbien das Weiterkommen gesichert, für die Australier waren die Szenarien für ein Weiterkommen komplizierter. Dabei war das Weiterkommen des Teams aus Down Under vom Ausgang des Spiels Deutschlands gegen Ghana abhängig. Ein hoher Sieg Deutschlands oder eine Niederlage des Weltmeisterschaftsdritten von 2006 und Vize-Europameisters von 2008 gegen Ghana hätte für die Australier den zweiten Tabellenplatz bedeutet, falls man das eigene Spiel gegen Serbien gewinnen konnte.

In der ersten Halbzeit hatte Serbien mehr vom Spiel und konnte durch Miloš Krasić in der zwölften Minute in Führung gehen, doch dieser scheiterte alleinstehend vor Australiens Schlussmann Mark Schwarzer. Die Australier waren in der ersten Spielhälfte wenig nach vorne orientiert, sodass die 37.836 Zuschauer im nicht vollständig besetzten Mbombela-Stadion in Nelspruit nach 45 Minuten noch kein Tor gesehen hatten.

In der 69. Minute gingen die „Socceroos“ in Führung, nachdem sich nach der von Luke Wilkshire getretenen Hereingabe der beim FC Everton tätige Mittelfeldspieler Tim Cahill gegen Nemanja Vidić durchsetzte und zum 1:0 einköpfte. In der 73. Minute erhöhte Brett Holman mit einem Aufsetzer zum 2:0. Die Serben reagierten offensiv und stürmten nach vorne. Einen Torwartfehler führte in der 84. Minute zum Anschlusstreffer durch Marko Pantelić. Pantelić schob den Ball auch eine Minute später erneut ins Tor der Australier, der Treffer wurde jedoch wegen Abseits vom uruguayischen Schiedsrichter Jorge Larrionda nicht gegeben. In der Schlussphase kam es noch zu einigen gefährlichen Situationen vor dem australischen Tor, am Ende blieb es jedoch beim Ehrentreffer der Serben gegen die siegreichen Australier. Damit waren beide Mannschaften ausgeschieden. Schiedsricher Larrionda zückte fünfmal die Gelbe Karte, davon dreimal bestrafte er serbische Spieler und zweimal einen Australier.

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June 24, 2010

Fußball-WM: Deutschlands Flop gegen Serbien

Fußball-WM: Deutschlands Flop gegen Serbien

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Veröffentlicht: 23:20, 24. Jun. 2010 (CEST)
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Port Elizabeth / Kapstadt / Johannesburg (Südafrika), 24.06.2010 – Erst flog Klose vom Platz, dann kassierte Neuer ein Tor, schließlich verschoss Podolski einen Strafstoß – das 0:1 gegen Serbien bescherte dem deutschen Team im letzten Gruppenspiel gegen Ghana ein richtiges Finalspiel, in der nur ein Sieg das Weiterkommen sichern kann. Auch England war am siebten Tag der Weltmeisterschaft nicht überzeugend, gegen Algerien reichte es nur zu einem Unentschieden. Remis endete auch die Partie zwischen Slowenien und den Vereinigten Staaten.

Deutschland – Serbien
0:1 (0:1)

38.294 Zuschauer in Port Elizabeth sahen eine miserable Schiedsrichterleistung des spanischen Schiedsrichters Alberto Undiano Mallenco, acht Gelbe Karten – je vier für beiden Mannschaften, eine phasenweise stark spielende, aber glücklose deutsche Nationalelf. Stürmer Miroslav Klose musste in der 37. Minute wegen wiederholten Foulspiels nach Gelb-Rot vom Platz und eine Minute später erzielte Milan Jovanović das einzige Tor des Spieles.

Die deutsche Mannschaft wurde bei ihren Angriffen schon in der eigenen Hälfte von den offensiv aufspielenden Serben gestört. Der kleinlich pfeifende Schiedsrichter verteilte in der ersten halben Stunde bereits fünf Gelbe Karten. Nach seinem zweiten Foul – beide von der Sorte „unnötig“ – sah Klose zum zweiten Mal gelb und musste das Spielfeld verlassen. Die von da an nur noch mit zehn Mann spielenden Deutschen waren zunächst wie gelähmt. Miloš Krasić war dem schlecht spielenden Holger Badstuber entlaufen und flankte in den Torraum. Nikola Žigić setzte sich beim Kopfballduell gegen Per Mertesacker durch und köpfte auf den freistehenden Jovanović weiter, der praktisch ungehindert in das deutsche Tor einschießen konnte. Die größte Chance zum Ausgleich hatte Sami Khedira nach einem Eckball. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff traf er jedoch nur die Unterlatte.

Nach dem Wiederanpfiff dominierten die Deutschen das Spiel für eine gute Viertelstunde. Lukas Podolski boten sich mehrere Torgelegenheiten, verwerten konnte er keine. In der 58. Minute ging sein Schuss nach einem Zuspiel von Mesut Özil am Tor vorbei, zwei Minuten später traf er nur das Außennetz. Noch in der 60. Minute entschied der spanische Schiedsrichter auf Strafstoß, nachdem ein serbischer Abwehrspieler im Torraum mit der Hand den Ball berührt hatte. Podolski – nicht Bastian Schweinsteiger – lief an und kickte den Ball in Richtung rechte untere Ecke des serbischen Gehäuses. Genau dahin flog Serbiens Torwart Vladimir Stojković und konnte den nicht besonders scharf geschossenen Ball abwehren. Podolskis Fehlschuss war der erste nicht verwandelte deutsche WM-Elfmeter seit Uli Stielikes Fehlschuss beim Elfmeterschießen bei der Weltmeisterschaft 1982 im Halbfinalspiel gegen Frankreich.

Auch die Einwechslungen von Marko Marin und Cacau und später von Mario Gomez konnten an der Niederlage der deutschen Nationalmannschaft nichts mehr ändern.

England – Algerien
0:0

Vor den Augen der britischen Prinzen William und Harry sowie rund 64.100 weiteren Zuschauern im Green-Point-Stadion in Kapstadt trennten sich England und Algerien mit einem für die Engländer blamablen torlosen Unentschieden. Der usbekische Schiedsrichter Ravshan Ermatov bedachte beide Seiten mit je einer Gelben Karte. „Wir stehen jetzt natürlich mächtig unter Druck. Auch gegen Algerien waren wir nicht gut genug. Wenn wir das Achtelfinale noch erreichen wollen, müssen wir uns endlich steigern“, stellte Englands Mannschaftskapitän Steven Gerrard nach dem Spiel fest.

England begann das Spiel offensiv, leistete sich jedoch viele Fehlpässe und Fouls, bevor man ernsthaft in die Tornähe der Nordafrikaner gelangte. Die beiden Stürmer Emile Heskey und Wayne Rooney agierten viel zu harmlos, um das vom algerischen Ersatztorhüter Raïs M’Bolhi bewachte Tor gefährdem zu können. Nach einer Viertelstunde kamen die Algerier besser ins Spiel und hatten mit Ryad Boudebouz in der 22. Minute und mit Karim Ziani in der 23. Minute zwei gute Chancen, in Führung zu gehen. In der 35. Minute leitete ein Ballverlust von Gareth Barry in der algerischen Hälfte einen Gegenangriff ein, den Ziani mit einem knapp neben das Tor gesetzten Schuss abschloss. Gute Chancen in der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit hatten auch die Engländer: ein Versuch von Frank Lampard in der 33. Minute, ein Fernschuss von Barry in der 39. Minute und vier Minuten später ein Distanzschuss von Rooney.

Die ersten dreißig Minuten der zweiten Halbzeit vergingen ohne nennenswerte Bemühungen der Engländer, ein Tor zu erzielen. Erst ein von Barry eingeleiteter Angriff brachte in der 69. Minute Gefahr in Tornähe der Algerier, doch ein von Heskey gespielter Querpass erreichte Rooney nicht. Demnach blieb es bei dem torlosen Unentschieden.

Slowenien – USA
2:2 (2:0)

45.573 Zuschauer im Ellis Park von Johannesburg sahen fünf Gelbe Karten, davon vier für die Slowenen und eine für einen nordamerikanischen Spieler. Schiedsrichter Koman Coulibaly gab ein Tor der Vereinigten Staaten nicht, sodass Slowenien das Unentschieden retten und sich so die Chancen auf das Achtelfinale bewahren konnte. US-Trainer Bob Bradley kritisierte, „Ich weiß nicht, warum der Schiedsrichter das abgepfiffen hat“.

Einen kritischen Punkt erreichte das Spiel bereits nach zwanzig Sekunden: Als bei einem Kopfballduell Clint Dempsey und Zlatan Ljubijankič unglücklich zusammenprallen, ist die Situation so angespannt, dass Schiedsrichter Coulibaly zwei Minuten braucht bis er weiterspielen lassen kann. Die erste richtige Möglichkeit für die Slowenen nutzte Valter Birsa aus, der aus 25 Meter Torentfernung schoss und den US-amerikanischen Torwart Tim Howard überraschte. In der 40. Minute hatte die slowenische Mannschaft Glück, als Mišo Brečko eine für Landon Donovan bestimmte Flanke von Clint Dempsey aus dem Strafraum befördern konnte. Der sich anschließende Konter führte schließlich zum Halbzeitstand von 2:0. Ljubijankič erhielt das Zuspiel des für den 1. FC Köln spielenden Milivoje Novakovič und schoss am herauslaufenden US-Schlussmann vorbei ins Tor.

Nach der Halbzeitpause wurden die US-Boys offensiver. In der 48. Minute erzielte Donovan mit einem Schuss aus spitzem Winkel direkt unter das Gebälk den Anschlusstreffer. Dem bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag stehenden Michael Bradley gelang schließlich in der 82. Minute der Ausgleich. Um den Siegtreffer durch Maurice Edu wurde das US-Team durch Schiedsrichter Coulibaly gebracht, der in der Situation ein Foul gesehen haben will.

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