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August 25, 2012

Tropensturm Isaac zieht durch die Karibik

Tropensturm Isaac zieht durch die Karibik

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Veröffentlicht: 20:27, 25. Aug. 2012 (CEST)
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Tropensturm Isaac am 22. August über der östlichen Karibik

Foto: NOAA

Miami (Vereinigte Staaten), 25.08.2012 – Das National Hurricane Center hat am 21. August ein tropisches Tiefdruckgebiet östlich der Inseln über dem Winde zum neunten tropischen Wirbelsturm der diesjährigen atlantischen Hurrikansaison erklärt. Am Dienstag ist Isaac in westlicher Richtung über Guadeloupe hinweggezogen. Der Sturm passierte Puerto Rico südlich und überquerte dann die Tiburon-Halbinsel. Die Prognosen gingen davon aus, dass der Sturm den Osten Kubas streifen wird. Dort wurden auf dem US-amerikanischen Marinestützpunkt Guantanamo die Anhörungen in einem Vorverfahren gegen fünf Angeklagte wegen der Anschläge von 9. September 2001 verschoben. Die Anhörung hätte am Donnerstag beginnen sollen. Bereits eingetroffene Richter, Anwälte, Übersetzer, Menschenrechtler, Angehörige von Opfern und Journalisten wurden wieder ausgeflogen.

Gefahr geht bei einem tropischen Wirbelsturm nicht nur von hohen Windgeschwindigkeiten aus, sondern vor allem von andauerndem Starkregen, bei dem innerhalb eines Tages bis zu 300 Liter Regenwasser pro Quadratmeter fallen können. Eine solche Niederschlagsmenge entspricht dem, was in vielen Teilen Deutschlands innerhalb eines halben Jahres fällt.

Warnung des NHC, gültig am 23. August, 17:00 MESZ

Doch wie CNN am Freitag berichtete, waren viele der Obdachlosen in Port-au-Prince ahnungslos und über den aufkommenden Sturm nicht informiert. Wie Jean-Michel Vigreux von der Hilfsorganisation CARE International dem Nachrichtensender sagte, seien vor allem die niedriggelegenen Zeltstädte von Überschwemmungen, Sturzfluten und Erdrutschen gefährdet. Nach Angaben des Flüchtlingshochkommissariates der Vereinten Nationen leben noch 421.000 Menschen in Zelten. Im Januar 2010 hatte ein schweres Erdbeben die Hauptstadt Port-au-Prince fast völlig zerstört. Isaac ist der erste tropische Wirbelsturm, dessen Zentrum seitdem direkt über die Hauptstadt Haitis hinweggezogen ist. Tropensturm Emily hatte sich 2010 noch knapp zuvor abgeschwächt.

Sorgen bereitet die weitere Entwicklung des Sturms auch den Organisatoren des republikanischen Nominierungsparteitages, der in der kommenden Woche in Tampa an der Westküste Floridas stattfinden soll. Sollte sich Isaac in der Floridastraße zu einem schweren Hurrikan entwickeln, könnte eine Absage oder Verlegung der Veranstaltung notwendig werden. Die Behörden gehen davon aus, dass sich wegen des Parteitages 70.000 Menschen in der Stadt aufhalten werden, vor allem Delegierte, Pressevertreter, Demonstranten und Sicherheitskräfte. Der Veranstaltungsort befindet sich innerhalb der Evakuierungszone, sobald ein Kategorie-2-Hurrikan nach der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala nahe genug an der Stadt vorbeizieht. Dabei handelt es sich um Wirbelstürme mit andauernden Windgeschwindigkeiten von 154 bis 177 Kilometern pro Stunden.

Der Bürgermeister der Stadt, Bob Buckhorn, sagte zu CNN, man sei „absolut vorbereitet abzusagen“. Einige Stunden später relativierte der demokratische Politiker seine Aussage allerdings gegenüber dem Wallstreet Journal. Er glaube nicht, dass es zu einer Absage käme, das sei der letzte Ausweg. Die Vorbereitungen liefen auf Volldampf. Das NHC teilte mit, dass es für eine genaue Vorhersage der Zugbahn noch zu früh sei, doch sagte deren Hurrikanexperte Lixion Avila, es wäre töricht zu glauben, Tampa läge nicht im Gefahrenbereich.

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January 19, 2011

Haiti: „Baby Doc“ wieder auf freiem Fuß

Haiti: „Baby Doc“ wieder auf freiem Fuß

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Veröffentlicht: 15:55, 19. Jan. 2011 (CET)
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Port-au-Prince (Haiti), 19.01.2011 – Der ehemalige haitianische Diktator Jean-Claude Duvalier ist wieder auf freiem Fuß. Nach einer Vernehmung durch den zuständigen Richter durfte er das Gerichtsgebäude wieder verlassen. Mehrere Unterstützer Duvaliers störten den Gefangenentransport zum Gerichtsgebäude, indem sie mit umgestoßenen Mülleimern versuchten die Straße zu blockieren. Vor dem Gerichtsgebäude hatten sich zum Zeitpunkt der Vernehmung mehrere hundert seiner Anhänger versammelt. Sie verbrannten Autoreifen und forderten unter anderem die Festnahme des derzeitigen Präsidenten René Préval.

Der 59-Jährige war gestern in dem Luxushotel „Karibe“, in dem er sich aufhielt, festgenommen worden, da haitianische Behörden gegen ihn ein Ermittlungsverfahren eingeleitet haben. Ihm wird Korruption und Veruntreuung vorgeworfen. Duvalier war erst am Samstag nach Haiti zurückgekehrt, nachdem er 25 Jahre im Exil verbracht hatte.

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January 18, 2011

Haiti: „Baby Doc“ verhört und zur Staatsanwaltschaft gebracht

Haiti: „Baby Doc“ verhört und zur Staatsanwaltschaft gebracht

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Veröffentlicht: 23:25, 18. Jan. 2011 (CET)
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Port-au-Prince (Haiti), 18.01.2011 – Nur zwei Tage nach der von seinen Anhängern gefeierten Rückkehr des ehemaligen Diktators Jean-Claude Duvalier, bekannt unter dem Spitznamen „Baby Doc“, wurde dieser heute von der Polizei im Hotel Karibe verhört und kurz nach Mittag in Polizeibegleitung abgeführt. Ob es sich um eine reguläre Verhaftung handelt, war zunächst unklar.

Wie Behördenvertreter bestätigten, wurde Duvalier eine Stunde vom Generalstaatsanwalt des Landes, Aristidas Auguste und einem Richter befragt. Gegenüber der Presseagentur AFP sagte der Präsident der Anwaltskammer von Port-au-Prince, Gervais Charles, der Ex-Diktator des Inselstaates sei zur Staatsanwaltschaft gebracht worden, „um ihn über die Akte gegen ihn zu unterrichten“. Ein Justizsprecher erklärte, Duvalier werde verhört und müsse sich zur Disposition der haitianischen Justiz halten. Ein anderer Justizsprecher hatte zuvor gesagt: „Er wird festgenommen werden.“

Der 59-jährige Duvalier war am Sonntag nach 25 Jahren im französischen Exil überraschend nach Haiti zurückgekehrt. Menschenrechtsorganisationen hatten nach seiner Ankunft in Haiti gefordert, Duvalier solle wegen der Ermordung und Folterung Tausender Gegner zur Rechenschaft gezogen werden. Als weiterer Vorwurf steht die Unterschlagung von Staatsgeldern im Raum. Duvalier hatte zwischen 1971 und 1986 in Haiti ein diktatorisches Regime geführt. Ein Volksaufstand zwang ihn zur Flucht. Dabei soll er einen dreistelligen Millionenbetrag (laut AFP mehr als 100 Millionen US-Dollar) mit außer Landes genommen haben.

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January 17, 2011

Ex-Diktator „Baby Doc“ kehrt nach Haiti zurück

Ex-Diktator „Baby Doc“ kehrt nach Haiti zurück

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Veröffentlicht: 23:40, 17. Jan. 2011 (CET)
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Port-au-Prince (Haiti), 17.01.2011 – Haitis ehemaliger Diktator Jean-Claude Duvalier, genannt „Baby Doc“, ist am 16. Januar unerwartet nach 25 Jahren Exil nach Haiti zurückgekehrt. Während er von mehreren Dutzend Anhängern begeistert empfangen wurde, forderten Menschenrechtsgruppen, dass er wegen Menschenrechtsverletzungen vor Gericht gestellt werde.

Jean-Claude Duvalier trat in Haiti 1971 die Nachfolge seines Vaters François Duvalier, genannt „Papa Doc“, an, dessen Herrschaft schätzungsweise 30.000 Menschen zum Opfer fielen. „Baby Doc“ wurde für seinen luxuriösen Lebensstil bekannt, während die Mehrheit der Bevölkerung in Armut lebte. 1986 musste er in Folge von Hungeraufständen der Bevölkerung nach Frankreich fliehen.

Die Rückkehr von Duvalier ist überraschend, da der damalige Präsident René Préval noch 2007 erklärt hatte, Duvalier werde vor Gericht gestellt, wenn er nach Haiti zurückkehre. Es wird angenommen, dass ihn Finanzprobleme im französischen Exil und die gegenwärtige verworrene politische Lage in Haiti zur Rückkehr motivierten. Bei seiner Ankunft in Port-au-Prince erklärte Duvalier, er sei hier, um seinem Land zu helfen.

Die Menschenrechtsgruppe Amnesty International forderte die Regierung von Haiti auf, Duvalier wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzuklagen. Während seiner Herrschaft sei es zu systematischer Folter gekommen und Hunderte von Menschen seien ermordet worden.

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  • Portal:Haiti

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December 8, 2010

Haiti: Stichwahl erforderlich – Unruhen nach Bekanntmachung des Wahlergebnisses

Haiti: Stichwahl erforderlich – Unruhen nach Bekanntmachung des Wahlergebnisses

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Veröffentlicht: 17:42, 8. Dez. 2010 (CET)
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Port-au-Prince (Haiti), 08.12.2010 – Zu schweren Ausschreitungen kam es am Dienstagabend in dem karibischen Inselstaat Haiti, nachdem der Wahlrat des Landes das Ergebnis der Präsidentschaftswahl vom 28. November bekannt gegeben hatte. Danach kam die Rechtsprofessorin Mirlande Manigat, Gattin des ehemaligen Präsidenten Leslie Manigat, auf 31 Prozent der Stimmen. Jude Célestin, der Kandidat der Regierungspartei, erhielt etwas mehr als 22 Prozent der Stimmen. Dritter Kandidat war der populäre Sänger Michel Martelly mit knapp 22 Prozent. Dem Wahlrat zufolge hatte Martelly nur knapp 7000 Stimmen weniger als Célestin. Zwischen Manigat und Célestin soll eine Stichwahl entscheiden, da keiner von beiden eine absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigen konnte.

Die Demonstranten waren vor allem erbost über das niedrige offizielle Stimmergebnis für den Drittplatzierten Martelly, der aus dem Rennen um die Präsidentschaft nun ausgeschieden ist. In der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince errichteten die Demonstranten Barrikaden aus Reifen und Steinen. Vereinzelt wurden auch Geschäfte niedergebrannt, außerdem sollen Schüsse gefallen sein. Bereits im Vorfeld der Bekanntgabe des Wahlergebnisses waren Vorwürfe laut geworden, die Wahlen seien manipuliert worden. Der aus dem Amt scheidende Präsident René Préval soll demnach die Wahlergebnisse zugunsten seines politischen Zöglings Célestin gefälscht haben.

Der von der Europäischen Union finanzierte Nationale Wahlbeobachtungsrat (CNO), der 5500 Wahlbeobachter aufgeboten hatte, gab die Einschätzung ab, dass Célestin nach der Zahl der für ihn abgegebenen Stimmen lediglich auf Platz drei gelandet war. Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Wahlergebnisses äußerten auch Vertreter der US-Botschaft in Haiti. In einer Erklärung der Botschaft hieß es: „Das Ergebnis entspricht nicht den Berechnungen der Wahlbeobachter“, und: „Die USA und die internationale Gemeinschaft sind bereit, die Resultate der Wahl genau zu überprüfen und dem haitianischen Volk zu ihrem Recht zu verhelfen.“ Weitere Hinweise deuten ebenfalls daraufhin, dass Versuche unternommen worden waren, die Wahlergebnisse zu manipulieren. So sollen während der Auszählung manipulierte Strichlisten entdeckt worden sein. Nach Angaben der Wahlbehörde kam es in 52 der 1500 Wahllokale zu Unregelmäßigkeiten. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), deren Sitz in Washington D.C. ist, erklärte gemeinsam mit der Karibischen Gemeinschaft (Caricom), die Probleme bei der Wahl seien größer gewesen als erwartet. Diese Probleme machten aber das Wahlergebnis nicht ungültig.

Die geplante Stichwahl soll am 16. Januar stattfinden. Die Situation in dem Land ist nach dem verheerenden Erdbeben vom Januar 2010 durch millionenfache Obdachlosigkeit gekennzeichnet. Außerdem grassiert eine Cholera-Epidemie, an der sich nach Angaben von Gesundheitsexperten in den nächsten zwölf Monaten bis zu 400.000 Menschen infizieren könnten.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Haiti
Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Wahlen in Haiti 2010“.

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November 16, 2010

Haiti: Zwei Tote durch Schüsse von Blauhelmsoldaten

Haiti: Zwei Tote durch Schüsse von Blauhelmsoldaten

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Veröffentlicht: 20:41, 16. Nov. 2010 (CET)
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Cap-Haïtien im Département Nord von Haiti

Cap-Haïtien (Haiti), 16.11.2010 – Eine Demonstration tausender aufgebrachter Bürger in der zweitgrößten haitianischen Stadt Cap-Haïtien gegen die aus ihrer Sicht schleppende medizinische Versorgung von Cholera-Erkrankten endete am Montag für zwei Demonstranten tödlich. Augenzeugen machten Angehörige der in Cap-Haïtien stationierten nepalesischen UN-Soldaten für den Tod der zwei Demonstranten verantwortlich. Die Leitung der UN-Mission (MINUSTAH) in Haiti bestätigte inzwischen den Vorfall und erklärte, die Soldaten hätten aus Notwehr gehandelt. Einer der beiden getöteten Männer sei bewaffnet gewesen und habe die UN-Soldaten gezielt angegriffen. In Cap-Haïtien waren die UN-Soldaten mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vorgegangen, die Autos angezündet und Straßensperren errichtet hatten. Die UN vermutet hinter den Protesten gezielte Provokationen, die im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen stünden.

Am 28. November finden in Haiti Wahlen zum Repräsentantenhaus statt, außerdem wählen die 4,7 Millionen Wahlberechtigten Haitis ein Drittel des Senats und den Präsidenten des Landes neu.

UN-Angaben zufolge sei eine Polizeistation von den Demonstranten angegriffen worden. Ein haitianischer Behördenvertreter gab an, der 20-jährige Mann sei von Schüssen in den Rücken getroffen worden. Seine Leiche war vor dem UN-Stützpunkt Quartier-Morin, einem Vorort von Cap-Haïtien, gefunden worden. Der andere Tote soll bei Protesten in Cap-Haïtien erschossen worden sein.

Die Proteste richteten sich gegen die haitianische Regierung und die Vereinten Nationen. Diese wurden für das Missmanagement bei der Bekämpfung der Cholera-Epidemie verantwortlich gemacht. Insbesondere die Anwesenheit der nepalesischen Soldaten wurde mit dem Ausbruch der Cholera in Zusammenhang gebracht. Der Ausbruch der Krankheit habe demnach in der Nähe des Lagers der UN-Soldaten mit nepalesischer Herkunft am Fluss Artibonite begonnen. Die US-Behörde für Seuchenkontrolle CDC (Centers for Disease Control and Prevention) hatte Medienberichten zufolge den Erreger untersucht und eine starke Ähnlichkeit mit einem Typ, der in Südasien vorkommt, festgestellt. Aber weder die Regierung Haitis noch die UNO oder das CDC hatten daraus den Schluss gezogen, dass die nepalesischen Soldaten das Virus eingeschleppt hätten.

Seit dem Ausbruch der Cholera im Oktober sind auf Haiti rund 900 Menschen an der lebensbedrohlichen Durchfallerkrankung gestorben. Mehr als 14.600 Cholerakranke werden zurzeit in Krankenhäusern auf Haiti behandelt. Der Erreger wird über das Wasser übertragen. Nach dem Erdbeben im Januar 2010 war unter anderem die Trinkwasserversorgung des Landes stark geschädigt worden. Die Seuche wütet besonders in den Slums sowie den nach dem Erdbeben errichteten provisorischen Lagern, wo katastrophale hygienische Zustände herrschen.

Themenverwandte Artikel

  • Mutmaßlicher Choleraausbruch in Haiti (22.10.2010)
  • Portal:Haiti
  • Portal:UN-Missionen

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October 22, 2010

Mutmaßlicher Choleraausbruch in Haiti

Mutmaßlicher Choleraausbruch in Haiti – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Mutmaßlicher Choleraausbruch in Haiti

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Veröffentlicht: 22:19, 22. Okt. 2010 (CEST)
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Port-au-Prince (Haiti), 22.10.2010 – 138 Menschen sind laut Meldungen haitianischer Behörden an den Folgen des Cholera-Ausbruchs verstorben, weitere 1500 Menschen gelten als infiziert und werden medizinisch versorgt. Eine endgültige Bestätigung des Erregers steht noch aus.

Der Ursprung des Ausbruches liegt nördlich der Hauptstadt Port-au-Prince in der Region Artibonite. Die lokalen Krankenhäuser stoßen indes an ihre Kapazitätsgrenzen. Seit dem schweren Erdbeben vom 12. Januar leben etwa eine halbe Millionen Haitianer in Behelfsunterkünften. Ein Ausbrechen von Seuchen, durch die Katastrophe begünstigt, konnte bis jetzt dank internationaler Hilfe verhindert werden. Besondere Bedeutung kommen hier der Versorgung mit sauberen Trinkwasser zu; bei dieser Aufgabe unterstützt die Bundesrepublik Deutschland die lokalen haitianischen Behörden.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Gesundheit
  • Portal:Haiti

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April 1, 2010

Geberkonferenz gewährt Haiti 5,3 Milliarden US-Dollar Aufbauhilfe

Geberkonferenz gewährt Haiti 5,3 Milliarden US-Dollar Aufbauhilfe

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Veröffentlicht: 13:48, 1. Apr. 2010 (CEST)
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New York (Vereinigte Staaten), 01.04.2010 – Zwischen 217.000 und 230.000 Menschen hatten nach unterschiedlichen Schätzungen das Erdbeben vom 12. Januar 2010 in Haiti mit dem Leben bezahlt. Für die Überlebenden ist die Situation immer noch katastrophal: 1,2 Millionen Haitianer sind obdachlos und kampieren teilweise auf Straßen und Plätzen. Angesichts der bevorstehenden Regenzeit mit möglichen karibischen Stürmen und Überschwemmungen wird das koordinierte Handeln der internationalen Staatengemeinschaft immer dringlicher. Die Infrastruktur des Landes ist weitgehend zerstört. Die entstandenen Schäden werden auf rund 14 Milliarden US-Dollar geschätzt. Nun hat eine internationale Geberkonferenz in New York die finanzielle Hilfe für den Aufbau des Landes beraten und die Bereitschaft erklärt, insgesamt 5,3 Milliarden US-Dollar an Wiederaufbauhilfe zu leisten. Die Hälfte dieses Betrages soll in den nächsten zwei Jahren zur Verfügung gestellt werden. Langfristig sei sogar ein Finanzvolumen von knapp zehn Milliarden US-Dollar geplant, erklärte der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Zum Abschluss der Geberkonferenz, an der 130 Staaten teilgenommen hatten, erklärte Ban: „Die Freunde Haitis haben unsere Erwartungen übertroffen.“

Der UN-Generalsekretär sprach von einer gewaltigen Aufgabe für die Weltgemeinschaft, wie sie in der Geschichte der Vereinten Nationen ohne Beispiel sei. Ziel müsse dabei ein qualitativ besserer Wiederaufbau sein, der dem Land, das zu den ärmsten Staaten der Welt gehört, aus der Armut heraushelfen könne.

1,15 Milliarden US-Dollar Hilfsgelder wollen die Vereinigten Staaten bereitstellen, wie die US-Außenministerin Hillary Clinton zusagte. Clinton erklärte: „Sie brauchen Hilfe und wir brauchen Haiti. Menschenschmuggel, ausufernder Drogenhandel, Tuberkulose, Aids – das betrifft zuerst die Menschen in Haiti, aber schnell uns alle.“ Die Interamerikanische Entwicklungsbank will 2,2 Milliarden US-Dollar bereitstellen. Venezuela sagte finanzielle Hilfen in Höhe von 2,12 Milliarden US-Dollar zu. Von der Europäischen Union kamen Zusagen in Höhe von 1,67 Milliarden US-Dollar.

Mit der Leitung der internationalen Koordination für den Wiederaufbau Haitis wurde der ehemalige US-Präsident Bill Clinton zusammen mit dem haitianischen Präsidenten Jean-Max Bellerive beauftragt.

Kritisch äußerte sich der Sprecher der Hilfsorganisation Oxfam, Philippe Mathieu, zu den gegebenen Hilfszusagen. Er erinnerte daran, dass nach dem Hurrikan Mitch (1998) Hilfszusagen von insgesamt neun Milliarden US-Dollar zugesichert worden waren. Davon seien jedoch nur ein Drittel tatsächlich in der betroffenen Region angekommen.

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February 2, 2010

Haiti: Wachsende Gefahr des Kinderhandels

Haiti: Wachsende Gefahr des Kinderhandels

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Veröffentlicht: 13:48, 2. Feb. 2010 (CET)
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Kinder in Haiti

Waisenkinder in Haiti

Port-au-Prince (Deutschland), 02.02.2010 – Nachdem am Wochenende zehn US-Bürger wegen des Verdachts auf Kindesentführung an der Grenze Haitis zur Dominikanischen Republik festgenommen worden waren, warnen haitianische Behörden vor der wachsenden Gefahr des Kinderhandels. Medien berichteten davon, dass zahlreiche Kinder aus dem Land verschwunden seien.

Zehn Mitglieder der christlichen Hilfsorganisation „New Life Children’s Refuge“ aus Idaho waren am Sonntag an der Grenze zur Dominikanischen Republik mit 33 Kindern im Alter zwischen zweieinhalb Monaten und zwölf Jahren festgenommen worden. Bei den Kindern handelt es sich offenbar nicht um Waisen, sondern vermutlich sind viele ihrer Eltern und andere Angehörige noch am Leben. Die US-Bürger hatten keine Genehmigung für die Mitnahme der Kinder. Wie die haitianischen Behörden mitteilten, bestehe der Verdacht, dass die Kinder illegal an im Ausland lebende Adoptiveltern vermittelt werden sollten.

Wo die US-Bürger vor Gericht gestellt werden sollen, ist noch unklar. Der haitianische Ministerpräsident Max Bellerive erklärte, er könne sich vorstellen, dass sich die US-Bürger vor einem US-Gericht verantworten müssten, da die meisten Gerichtsgebäude in Haiti zerstört seien. Die Kinder wurden inzwischen in einem SOS-Kinderdorf in der Nähe der Hauptstadt Port-au-Prince untergebracht. Der Tiroler Georg Willeit vom SOS-Kinderdorf erklärte zum Zustand der Kinder: „Die Kinder sind hungrig, durstig, verängstigt und traurig zu uns gekommen. Ein Baby war nackt und dehydriert. Es wurde in die nächste Klinik gebracht. Wir geben den Kindern zu essen, zu trinken und betreuen sie psychologisch.“ Willeit warnte vor voreiligen Adoptionen in der gegenwärtigen chaotischen Situation in dem Land. Zunächst müsse versucht werden, die nächsten Verwandten der Kinder zu finden.

Einige Schulen des zerstörten Landes wurden inzwischen wieder eröffnet. Dies betrifft jedoch hauptsächlich Schulen in ländlichen Gebieten. In Port-au-Prince fällt der Unterricht weiterhin aus, weil nach Angaben des Kinderhilfswerks UNICEF drei Viertel aller Schulen in der Hauptstadt durch das Beben zerstört wurden.

Neuesten Schätzungen zufolge waren bei dem Erdbeben vor zwei Wochen 180.000 Menschen ums Leben gekommen, 200 000 wurden verletzt.

Commons-logo.svg Wikimedia Commons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema „Kinder von Haiti“.

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January 26, 2010

Haiti: Wiederaufbau dauert Jahrzehnte

Haiti: Wiederaufbau dauert Jahrzehnte – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Haiti: Wiederaufbau dauert Jahrzehnte

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Veröffentlicht: 23:16, 26. Jan. 2010 (CET)
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Das durch das Erdbeben vom 12. Januar zerstörte UN- / MINUSTAH-Hauptquartier

Montreal (Kanada), 26.01.2010 – Bei einer internationalen Konferenz zur Koordination der Hilfe für Haiti im kanadischen Montreal sagte der haitianische Premierminister Jean-Max Bellerive, sein Land brauche mindestens fünf bis zehn Jahre internationale Unterstützung beim Wiederaufbau des Landes. Langfristige Hilfezusagen seien in der gegenwärtigen Situation wichtiger als ein Schuldenerlass; eine entsprechende Forderung hatte unter anderem die Hilfsorganisation Oxfam gestellt.

Im März soll eine Geberkonferenz in New York stattfinden. Bei der Konferenz in Montreal ging es um die Feststellung des akuten Bedarfs und die Planung der weiteren Hilfe für den von einem Erdbeben zerstörten Inselstaat in der Karibik. Vertreter des UN-Welternährungsprogramms sprachen angesichts der Not der Menschen in Haiti von der größten Herausforderung seit der Gründung dieses UN-Nebenorgans im Jahr 1961.

Laut haitianischen Regierungsangaben liegt die Zahl der nach dem verheerenden Erdbeben vom 12. Januar geborgenen Toten inzwischen bei 150.000.

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