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February 4, 2011

Europäisches Navigationssystem „Galileo“ geht im Raum Berchtesgaden in den Testbetrieb

Europäisches Navigationssystem „Galileo“ geht im Raum Berchtesgaden in den Testbetrieb

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Veröffentlicht: 21:35, 4. Feb. 2011 (CET)
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Lage der Galileo-Sendestationen (Pseudoliten) im Berchtesgadener Land

Berchtesgaden (Deutschland), 04.02.2011 – Als erste Testregion für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo wurde heute durch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) ein Gebiet im Berchtesgadener Land offiziell in Betrieb genommen. Galileo wurde als Alternative zu dem US-Navigationssystem GPS entwickelt, das trotz ziviler Nutzungsmöglichkeiten prinzipiell unter Kontrolle des US-Militärs steht. Im Kriegsfall würde es nicht zur Verfügung stehen.

Das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beauftragte System soll ab 2014 nutzbar sein. Der ursprüngliche Starttermin war das Jahr 2008. Der Zeitplan wurde mehrfach umgestoßen, vor allem wegen der Verhandlungen mit einem Industriekonsortium um den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Schließlich wurde der Auftrag im Januar 2010 an das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB Technology vergeben.

Das Testsystem soll eine realistische Erprobung der komplexen Technologie ermöglichen. Dazu werden auf mehreren Berggipfeln im Berchtesgadener Land Galileo-Sendeeinheiten installiert, die Signale aussenden, die von echten Satellitensignalen nicht zu unterscheiden sind. Insgesamt acht Sendestationen wurden auf den Berggipfeln des Grünstein, Hirschkaser, Rauhenkopf, Hochthron, Kneifelspitze, Kehlstein, Brettgabel und Jenner installiert. Sie simulieren die Signale, die ab 2014 aus dem Erdorbit kommen würden. Von den Empfangsgeräten und Anwendungen im Testgebiet sollen diese Signale ausgewertet werden, um die Funktion des Systems zu testen.

Das System wurde vor allem wegen der hohen Kosten kritisiert. Laut EU-Kommission ist Galileo „fortschrittlicher, effizienter und verlässlicher als das bestehende US-amerikanische System GPS“. Das lässt sich die EU 5,3 Milliarden Euro kosten. Der Vorstandsvorsitzende von OHB, Berry Smutny, hatte das System in einem vertraulichen Gespräch mit US-Diplomaten als „dumm“ und „Steuergeld-Verschwendung“ kritisiert. Außerdem sei es nur für Frankreich vorteilhaft, weil damit die Raketenlenksysteme der französischen „force de frappe“ besser gesteuert werden können. Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hatte ein Protokoll dieses Gesprächs im Internet zugänglich gemacht. Die Veröffentlichung führte zur Entlassung Smutnys. Die OHB-Gruppe distanzierte sich von den Aussagen ihres damaligen Vorstandsvorsitzenden.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „GALILEO Test- und Entwicklungsumgebung“.

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January 7, 2010

Bremer Unternehmen OHB Technology erhält Großauftrag für das europäische Navigationssystem Galileo

Bremer Unternehmen OHB Technology erhält Großauftrag für das europäische Navigationssystem Galileo

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Veröffentlicht: 17:16, 7. Jan. 2010 (CET)
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Animation des geplanten Satellitensystems Galileo, (startet durch Klick)

Bremen (Stadt) (Deutschland), 07.01.2010 – Das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB Technology erhielt heute von der EU-Kommission den Zuschlag für den Bau von 14 Satelliten für das Europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo. Bereits Mitte Dezember hatte sich die Europäische Weltraumorganisation ESA dafür ausgesprochen, den Auftrag an OHB zu vergeben. Mit dem rund 566 Millionen Euro schweren Auftrag (nach anderen Angaben 350 Millionen Euro) konnte OHB den wesentlich größeren Mitbewerber EADS Astrium ausstechen.

Das Satellitennavigationssystem Galileo soll nach seiner Fertigstellung im Jahr 2013 Navigationsdaten für Empfängersysteme auf der Erdoberfläche und in der Luft liefern. Es steht damit in Konkurrenz zu dem US-System GPS, steht jedoch im Gegensatz zu diesem nicht unter der Kontrolle des Militärs.

OHB war auch in den vergangenen Jahren bei verschiedenen Raumfahrtprojekten beteiligt. Vor allem bei der Entwicklung von Kleinsatelliten konnte das Unternehmen Erfahrungen sammeln, liefert aber auch Teile der europäischen Rakete Ariane. Auch an dem europäischen Forschungsmodul Columbus für die Internationale Raumstation ISS war OHB beteiligt. Bei OHB sind 1600 Mitarbeiter beschäftigt, im Jahr 2009 machte das Unternehmen einen Umsatz von 260 Millionen Euro.

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April 29, 2008

Mit dem Start von ESA-Satellit „Giove B“ beendet Galileo seine Demonstrationsphase

Mit dem Start von ESA-Satellit „Giove B“ beendet Galileo seine Demonstrationsphase

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Veröffentlicht: 15:01, 29. Apr. 2008 (CEST)
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Paris (Frankreich), 29.04.2008 – Mit dem Start des Navigationssatelliten Giove-B am Sonntag, den 27. April ist nach Ansicht der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) mit Sitz in Paris „ein weiterer Schritt in Richtung Verwirklichung von Europas Satellitennavigationssystem vollbracht“. Der Satellit war um 04.16 Uhr Ortszeit vom russischen Weltraumbahnhof Baiqongyr aus auf der Spitze einer Fregat-Raketenoberstufe einer Sojus-Rakete erfolgreich auf eine Erdumlaufbahn in rund 23.200 km Höhe befördert worden. Um 5:28 Uhr (MESZ) konnte der Satellit durch das Entfalten seiner Solarsegel seinen Betrieb aufnehmen. Giove-B setzt die Arbeit des Satelliten Giove-A fort, der 2005 auf eine Erdumlaufbahn befördert worden war (Wikinews berichtete).

Die 500 Kilogramm schwere Nutzlast besteht unter anderem aus drei hochpräzisen Atomuhren, einem Gerät zur Strahlungsüberwachung sowie einem Laser-Retroreflektor zur Positionsbestimmung. Genauigkeit ist ein wesentliches Merkmal aller Bestandteile der Nutzlast des Satelliten. Schließlich geht es darum, die US-amerikanische GPS-Konkurrenz zu übertrumpfen. Die beiden kleinen Rubidium-Atomuhren arbeiten mit einer Abweichung von nur 10 Nanosekunden am Tag. Genauer ist nur der passive Wasserstoff-Maser (PHM), der genauesten Atomuhr, die jemals in den Erdorbit befördert wurde. Der PHM arbeitet mit einer Genauigkeit von einer Nanosekunde in 24 Stunden. Diese Uhr wurde von der Schweizer Firma CSEM (Centre suisse d’électronique et de microtechnique) in Zusammenarbeit mit SpectraTime (Neuenburg) entwickelt. Mit Hilfe der „Schweizer Uhr“ soll nach Angabe der Firma eine Messgenauigkeit von plus/minus 30 Zentimetern am Boden gegenüber einer „Unschärfe“ des US-amerikanischen GPS-Systems von „mehrere[n] Dutzend Meter[n]“ erreicht werden. Die ESA spricht von einer Genauigkeit von einem Meter. Im Gegensatz zum GPS-System, das unter der Kontrolle des Pentagons steht, handelt es sich beim Galileo-Satellitennavigationssystem um ein rein ziviles Projekt. Giove-B wird vom Satellitenbetriebszentrum von Telespazio im italienischen Fucino aus kontrolliert. In der Endausbaustufe wird Galileo aus dreißig geostationären Satelliten bestehen, die von zwei Bodenstationen aus kontrolliert werden. Galileo wird dabei kompatibel zum US-amerikanischen GPS als auch zum russischen System GLONASS bleiben.

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April 23, 2008

Europäisches Parlament gibt 3,4 Milliarden Euro für Aufbau des Satellitensystems „Galileo“ frei

Europäisches Parlament gibt 3,4 Milliarden Euro für Aufbau des Satellitensystems „Galileo“ frei

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Veröffentlicht: 23:30, 23. Apr. 2008 (CEST)
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Straßburg (Frankreich), 23.04.2008 – Dem Aufbau eines eigenständigen europäischen Satellitennavigationssystems unter der Projektbezeichnung „Galileo“ steht nun nichts mehr im Weg. Das Europäische Parlament gab heute die Mittel frei, damit bereits im Sommer die Ausschreibungen für den Aufbau von „Galileo“ auf den Weg gebracht werden können. Mit dem EU-Ministerrat wurde im Vorfeld bereits eine Einigung erzielt, so dass dieser nur noch formal zustimmen muss.

Das erste 2006 ausgesandte Giove-Signal im L1-Frequenzband (1575.42 MHz)

„Galileo“, das in Konkurrenz zum bereits bestehenden US-amerikanischen GPS-System entwickelt wird, soll in der Endausbaustufe im Jahr 2013 aus insgesamt 30 Satelliten und mehreren Bodenstationen bestehen. Im Gegensatz zum GPS, das unter der Kontrolle des US-Verteidigungsministeriums steht, soll „Galileo“ genauere Positionsbestimmungen ermöglichen, die vor allem vom Verkehrswesen abgefragt werden. Federführend für die Realisierung des Projekts ist die Europäische Weltraumorganisation (ESA). Viele europäische Firmen hoffen auf einen Zuschlag für die Ausführung bestimmter Teile des Projekts, unter anderem in den Bereichen Systemplanung, Aufbau und Konstruktion von Bodenstationen, Kontrollsystem und Satellitenbau.

Der Versuch der Europäischen Union, ein Konsortium von Firmen an der Finanzierung des Satellitennavigationssystems zu beteiligen, war im vergangenen Jahr gescheitert. Die politischen Entscheidungsträger innerhalb der Europäischen Union hatten daraufhin beschlossen, „Galileo“ in eigener Regie weiterzuverfolgen. Die auf 3,4 Milliarden Euro geschätzten Kosten des Projekts sollen nun allein aus Steuermitteln aufgebracht werden.

Schon am kommenden Sonntag, den 27. April soll ein weiterer Schritt zum Aufbau des Systems getan werden. Vom russischen Weltraumbahnhof Baiqongyr soll dann mit Hilfe einer russischen Trägerrakete ein zweiter Testsatellit mit der Bezeichnung GIOVE B ins All befördert werden. „GIOVE A“ war bereits 2005 gestartet worden.

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April 9, 2008

Galileo: EU-Industrieausschuss gibt grünes Licht für Aufbau des neuen Satellitensystems

Galileo: EU-Industrieausschuss gibt grünes Licht für Aufbau des neuen Satellitensystems

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Veröffentlicht: 00:58, 9. Apr. 2008 (CEST)
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Ortsbestimmung mit Hilfe von Satelliten

Brüssel (Belgien), 09.04.2008 – Der Industrieausschuss des Europäischen Parlaments stimmte am Dienstag dem weiteren Ausbau des Satellitennavigationssystems Galileo zu. Dafür will die Europäische Union bis 2013 aus ihrem Haushalt 3,4 Milliarden Euro bereitstellen. Nun muss nur noch das Plenum des Europaparlaments auf seiner Sitzung Ende April dem Vorhaben zustimmen. Für den 27. April ist bereits der Start des 530 Kilogramm schweren zweiten Testsatelliten „GIOVE B“ vorgesehen, der vom Weltraumbahnhof Baiqongyr in Kasachstan erfolgen soll. Der Start von „GIOVE A“ war bereits im Dezember 2005 erfolgt.

Das Projekt kommt seit Jahren nicht so recht von der Stelle, weil Verhandlungen der Europäischen Kommission mit einem Industriekonsortium zu keinem Ergebnis führten. Im Mai 2007 erklärte die EU-Kommission die Verhandlungen für gescheitert. Streitpunkt war vor allem die Finanzierung des Projekts. Nun soll Galileo ausschließlich mit öffentlichen Haushaltsmitteln der Europäischen Union finanziert werden. Im Sommer sollen die entsprechenden Ausschreibungen auf den Weg gebracht werden. Die dafür nötigen Beschlüsse hatten die EU-Verkehrsminister bereits auf ihrem Treffen am Montag in Luxemburg getroffen. Um einseitige Abhängigkeiten von einzelnen Unternehmen zu vermeiden, sollen jeweils 40 Prozent des Auftragsvolumens an Zulieferer vergeben werden, beschlossen die Minister.

Galileo soll in der Endausbaustufe im Jahr 2013 Satellitennavigation auf Spitzenniveau bieten und dem US-amerikanischen System GPS Konkurrenz machen, zu dem es aber kompatibel sein soll. 30 Satelliten sollen dann für eine wesentlich genauere Ortung als GPS sorgen. Kernstück des Satellitensystems ist eine hochgenaue Anlage zur Zeitmessung namens „Hochpräzisions-Wasserstoff-Maser-Atomuhr“, die wesentlich genauere Berechnungen zur Ortsbestimmung ermöglicht. Mit Hilfe des Zeitsignals und der Kenntnis der Position des Satelliten kann die Laufzeit eines Signals vom Satelliten zu einem Empfangsgerät sehr genau berechnet werden. Unter Zugrundelegung der Unterschiede zwischen den empfangenen Signalen von mindestens vier verschiedenen Satelliten sind dann hochgenaue Ortsbestimmungen möglich. Nach Angaben der Generaldirektion Energie und Verkehr der EU-Kommission bewegt sich die Genauigkeit solcher Ortsbestimmungen im Bereich von einem Meter. Teil des Systems sind entsprechende Einrichtungen zur Verarbeitung und Weitergabe der Satellitendaten auf der Erde namens EGNOS. Nutznießer eines solchen Systems sind neben dem Verkehrswesen vor allem Sicherheitsbehörden, das Bauwesen sowie Not- und Rettungsdienste.

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December 14, 2006

Berchtesgaden: „Galileo“ erstmals im Feldversuch getestet

Berchtesgaden: „Galileo“ erstmals im Feldversuch getestet

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Artikelstatus: Fertig 22:10, 14. Dez. 2006 (CET)
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Kehlsteinhaus, 2006

Berchtesgaden (Deutschland), 14.12.2006 – Berchtesgaden, im äußersten südlichen Zipfel Bayerns gelegen, ist um eine Attraktion reicher. Auf vier Berggipfeln rund um den Marktort wurden Signalgeber des geplanten neuen Satellitennavigationssystems „Galileo“ installiert; sie simulieren Satellitensignale zum Test von Endgeräten, mit deren Hilfe später Autofahrer und andere Nutzer des Systems ihren genauen Standort auf den Meter genau bestimmen können. Die neue „Galileo Test- und Entwicklungsumgebung“ (GATE) der Firma IfEN GmbH wurde am gestrigen Donnerstag um 14:30 Uhr in Betrieb genommen. Erstmals wurden damit Galileo-Signale im freien Feldversuch empfangen. Die Signale kamen von den um Berchtesgaden aufragenden Berggipfeln des Grünstein, dem Hirschkaser, dem Kehlsteinhaus und dem Stöhrhaus. Das Signal wurde von einem Empfangsgerät im Nationalparkhaus aufgefangen und das Ergebnis in Form der genauen Antennenposition den staunenden Besuchern präsentiert. Der Berchtesgadener Marktbürgermeister Rudolf Schaupp freute sich, dass das neue System ab dem kommenden Frühjahr für einen satellitengestützten City-Guide genutzt werden kann.

Ab Anfang Mai 2007 soll für andere Anwender der Testbetrieb der Anlage in Berchtesgaden anlaufen. Beispielsweise sollen dann Busse in Berchtesgaden satellitengesteuert mit Hilfe von Galileo-Daten gesteuert werden können. Mit der offiziellen Inbetriebnahme des neuen Satellitennavigationssystems Galileo wird nicht vor 2010 gerechnet. Bis dahin sollen noch 30 Satelliten ins All geschossen werden. Bis es so weit ist, können Endgerätehersteller ihre Empfangsanlagen im Berchtesgadener Land testen.

Galileo wird gemeinsam von der Europäischen Union und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) vorangetrieben. Es steht in Konkurrenz zum etablierten GPS-System der USA, soll aber mit den technischen Spezifikationen der Datenströme des GPS-Systems kompatibel sein. Die Satelliten senden extrem genaue Zeitsignale, aus denen Bodenstationen anhand der Entfernungs- und Umlaufdaten der Satelliten hochgenaue Ortsbestimmungen errechnen können, wenn gleichzeitig vier Satelliten im Empfangsbereich liegen. Nutzer dieser Daten sind neben dem Verkehrswesen staatliche Strafverfolgungsbehörden wie Zoll und Polizei sowie das Bauwesen.

Bis es soweit ist, müssen jedoch noch einige bürokratische Hürden genommen werden. Am Dienstag ist erneut ein Versuch der EU-Mitgliedsstaaten gescheitert, sich auf einen künftigen irdischen Standort der Galileo-Hauptverwaltung zu einigen. Elf Staaten hatten sich beworben. Tschechien, das sich ebenfalls als Standort beworben hatte, vermutet geheime Absprachen zwischen den alten EU-Mitgliedern, die verhindern wollen, dass eines der neu in die EU aufgenommenen Mitgliedsländer den Zuschlag erhält.

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February 25, 2006

Ehemaliger ESA-Chef Antonio Rodotà gestorben

Ehemaliger ESA-Chef Antonio Rodotà gestorben

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Artikelstatus: Fertig 15:56, 25. Feb. 2006 (CET)
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Rom (Italien) / Paris (Frankreich), 25.02.2006 – Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa hat die europäische Raumfahrtagentur ESA in Paris den Tod ihres ehemaligen Chefs, Antonio Rodotà, bekannt gegeben. Demnach sei Rodotà am Donnerstagabend gestorben. Rodotà wurde 70 Jahre alt. Er leitete die ESA von 1997 bis 2003.

Rodotà war maßgeblich an der Gründung des europäischen Satelliten-Navigationssystems Galileo beteiligt.

Der derzeitige Generaldirektor der ESA, Jean-Jacques Dordain, würdigte Rodotà mit den Worten: „Antonio Rodotà hat die ESA ins 21. Jahrhundert geführt und ich fühle mich geehrt, die Möglichkeit gehabt zu haben, seinem Weg zu folgen und auf den Grundlagen zu bauen, die er für ein erneuertes Europa im Weltraum geschaffen hat.“

Vor seinem Engagement bei der ESA arbeitete Rodotà bei diversen Firmen aus der Industrie. So zum Beispiel beim Luftfahrzeugzulieferer Selenia, bei der Compagnia Nazionale Satelliti (CNS), Arianespace und bei Alenia Spazio.

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December 28, 2005

Testsatellit des geplanten Navigationssystems Galileo erfolgreich ins All gestartet

Testsatellit des geplanten Navigationssystems Galileo erfolgreich ins All gestartet

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Baikonur (Kasachstan), 28.12.2005 – Die europäische Raumfahrt kann das Jahr 2005 erfolgreich beenden. Heute Nacht ist der erste Testsatellit für das 3,8 Milliarden teure Navigationssystem Galileo „Giove-A“ gestartet. Er hob wie geplant um 06:19 Uhr MEZ ab. Startplatz für die russische Sojus-Trägerrakete war der Weltraumbahnhof Baiqongyr in Kasachstan. „Giove-A“ wird in einer Höhe von 23.000 Kilometern die Erde umkreisen. Der Flug des Satelliten bis zu seiner endgültigen Position im All dauert 14 Stunden.

Gestartet wurde der 600 Kilogramm schwere künstliche Trabant, um Frequenzrechte zu sichern. Außerdem wird er neue Technologien an Bord haben, die getestet werden sollen. Mit „Giove-A“ ist der Anfang gemacht, um eine europäische Alternative zum GPS-System der US-Amerikaner zu etablieren. Im Jahr 2010 soll das neue Navigationssystem der ESA einsatzbereit sein.

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