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October 25, 2005

Bergsportausrüstung wächst auf Maisfeld: Die Ingeo-Faser

Artikelstatus: Fertig 09:04, 3. Nov. 2005 (CET)
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Aschheim (Deutschland) / Minneapolis (Vereinigte Staaten), 25.10.2005 – Bekleidung für Wanderer und Bergsteiger muss besonderen Ansprüchen genügen. Bisher wurden die Fasern für derartige Kleidungsstücke aus Erdöl hergestellt. Jetzt bietet eine Firma für Outdoor-Sportbekleidung aus dem bayerischen Ort Aschheim Funktionskleidung an, die aus pflanzlichen Quellprodukten erstellt wurde, die Ingeo-Faser. Rohstoff der Produkte ist Mais, angebaut auf US-amerikanischen Maisfeldern.

Der Vorteil der neuartigen Bekleidung liegt in der Feuchtigkeitsaufnahme dieser alternativen Fasern. Während Stoffe aus Baumwolle Körperschweiß aufsaugen, transportiert die pflanzliche Alternative aus Mais die Flüssigkeit vom Körper weg.

Für die Herstellung der Ingeo-Faser sind mehrere Bearbeitungsabschnitte notwendig. Nach der Ernte der Maisfelder wird die Stärke aus den Maiskörnern isoliert und durch Enzyme in Zucker zerlegt. Durch Umwandlung in Milchsäure entsteht eine Vorstufe der Ingeo-Faser. Die weitere Herstellung bringt dann einen Grundstoff hervor, das Polylactid (PLA).

Weltweit gibt es bisher erst eine Firma, die PLA herstellt. Diese Firma aus Minneapolis erzeugt pro Jahr rund 140.000 Tonnen PLA in einer hochwertigen Qualität. Die Firma hat eine Methode zur technischen Großproduktion entwickelt, gibt aber keine Einzelheiten über den genauen Herstellungsvorgang bekannt.

Ingeo-Fasern kosten im Einkauf derzeit rund dreißig Prozent mehr als Polyesterstoff. Der Preis richtet sich nach der jeweiligen Produktionsmenge, je mehr erzeugt wird, umso niedriger wird der Herstellungspreis. Die Kunststoffproduktion auf Erdölbasis ist hingegen vom jeweiligen Erdölpreis abhängig.

Verwendet werden diese neuartigen Fasern nicht nur für Bekleidung, sondern auch im Bereich Heimtextilien für Kopfkissen und Bettdecken. Hersteller von Sonnenrollos schätzen die Ingeo-Faser wegen ihrer langen Haltbarkeit.

Auch in Deutschland sind Wissenschaftler bereits damit beschäftigt, die Herstellung des PLA’s zu erkunden. Naturfreunde können damit rechnen, in absehbarer Zeit ihre komplette Bekleidung aus Naturstoffen erhalten zu können.

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Quellen

  • Berliner Zeitung: „Ein T-Shirt aus Zucker“ (25. Oktober 2005)
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