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January 28, 2015

Fotostrecke: Gedenken an die Befreiung des KZ Auschwitz in Wien

Fotostrecke: Gedenken an die Befreiung des KZ Auschwitz in Wien

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Veröffentlicht: 13:23, 28. Jan. 2015 (CET)
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Wien (Österreich), 28.01.2015 – Anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee fand gestern am Heldenplatz in Wien eine Gedenkkundgebung statt. An der Veranstaltung nahmen Hunderte Menschen teil, darunter Vertreter der Politik und Zeitzeugen. Der 27. Januar wird alljährlich als Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust begangen.

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October 24, 2010

Studie: Das Auswärtige Amt war aktiv am Holocaust beteiligt

Studie: Das Auswärtige Amt war aktiv am Holocaust beteiligt

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Veröffentlicht: 16:12, 24. Okt. 2010 (CEST)
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Auswärtiges Amt in der Wilhelmstraße (1927) [1]

Berlin (Deutschland), 24.10.2010 – „Das Auswärtige Amt war eine verbrecherische Organisation.“ Mit diesen Wort resümiert der Marburger Historiker Eckart Conze die Rolle des Auswärtigen Amtes in der Zeit des deutschen Faschismus gegenüber dem Spiegel. Conze leitete eine Kommission zur Untersuchung der Geschichte des Auswärtigen Amtes im Dritten Reich und in der Bundesrepublik Deutschland. Die Kommission bestand außer Conze selbst aus Norbert Frei, Peter Hayes (US-Historiker) und Moshe Zimmermann (israelischer Historiker) [2] und war 2005 vom damaligen Außenminister Joschka Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) nach einer Diskussion über die Nachrufpraxis im Außenministerium eingesetzt worden. Fischer hatte damals Nachrufe auf Diplomaten aus der Zeit des Nationalsozialismus abgeschafft. Diese hätten jetzt – durch die Veröffentlichung der Studie – „den Nachruf bekommen, den sie verdient haben“, so Fischer.

Fischer zeigte sich nach der Lektüre „erschüttert“ (FAZ), wie stark das Auswärtige Amt in der Zeit zwischen 1933 und 1945 in den Holocaust verstrickt war. Die Studie kommt unter dem Titel „Das Amt und die Vergangenheit – Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik“ am 25. Oktober 2010 in den Handel (Blessing-Verlag).

Das fast fast 900 Seiten dicke Buch weist akribisch nach, dass „Angehörige des Auswärtigen Dienstes (…) an der Deportation von Juden unmittelbar beteiligt“ waren. Dazu ein kleines Detail: In einer Reisekostenabrechnung eines Diplomaten heißt es zur Begründung seiner Dienstreise wörtlich: „Liquidation von Juden“.

Im Klappentext der Buchveröffentlichung wird die Rolle des Amtes so beschrieben: Das Auswärtige Amt „schirmte die ‚Judenpolitik‘ des Dritten Reichs nicht nur nach außen ab, sondern war in allen Phasen aktiv an ihr beteiligt. Überall in Europa fungierten deutsche Diplomaten als Wegbereiter der ‚Endlösung‘, sie wirkten mit an der ‚Erfassung‘ der Juden und an ihrer Deportation. Opposition aus dem Auswärtigen Dienst heraus blieb individuell und die Ausnahme.“

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland fand keine Aufarbeitung dieser Verstrickung des Auswärtigen Amtes in die Holocaust-Maschinerie der Hitler-Diktatur statt. Viele der am Holocaust beteiligten Diplomaten machten auch unter der neuen politischen Führung Karriere. Conze spricht von einer „hohen personellen Kontinuität mit teils schwer belasteten Diplomaten“.

Der amtierende Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sprach im Zusammenhang mit der Studie von einem „wichtigen Beitrag zur Selbstvergewisserung des Amtes“. Das Buch solle in die Attaché-Ausbildung einbezogen und die „Traditionspflege“ des Hauses soll überarbeitet werden.

Einzelnachweise

  1. Bild aus dem Bundesarchiv in Koblenz
  2. Webseite des Verlages

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January 27, 2010

Wachtberg: Ermittlungen gegen mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher

Wachtberg: Ermittlungen gegen mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher

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Veröffentlicht: 19:56, 27. Jan. 2010 (CET)
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Wachtberg (Deutschland), 27.01.2010 – Am 21. Januar 2010 hat die Polizei die Wohnung eines heute 88-jährigen Mannes in Wachtberg im Rhein-Sieg-Kreis durchsucht. Ihm wird vorgeworfen, von Anfang 1942 bis Mitte 1943 im Vernichtungslager Bełżec (Polen) an der Tötung von mehr als 400.000 Juden mitgewirkt zu haben. Dabei soll er auch zehn Menschen selbst erschossen haben.

Der Staatsanwaltschaft gelang es nicht, belastendes Material gegen den durch Ermittlungen im Demjanjuk-Prozess ins Fadenkreuz geratenen Mann sicherzustellen. Auch Zeugen konnten nicht ausfindig gemacht werden.

Da keine Fluchtgefahr bestehe, wurde auf einen Haftbefehl verzichtet. Die „Zentralstelle für die Bearbeitung von nationalsozialistischen Massenverbrechen“ in Dortmund und die Ludwigsburger „Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen“ ermitteln.

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  • Portal:Kriegsverbrechen

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Wachtberg: Ermittlungen gegen mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher

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Wachtberg (Deutschland), 27.01.2010 – Am 21. Januar 2010 hat die Polizei die Wohnung eines heute 88-Jährigen in Wachtberg im Rhein-Sieg-Kreis durchsucht. Dem Mann wird vorgeworfen, von Anfang 1942 bis Mitte 1943 im Vernichtungslager Belzec an der Tötung von mehr als 400.000 Juden mitgewirkt zu haben. Dabei soll er auch zehn Menschen selbst erschossen haben.

Der Staatsanwaltschaft gelang es nicht, belastendes Material gegen den durch Ermittlungen im Demjanjuk-Prozess ins Fadenkreuz geratenen Mann sicherzustellen. Auch Zeugen konnten nicht ausfindig gemacht werden.

Da keine Fluchtgefahr bestehe, wurde auf einen Haftbefehl verzichtet. Die „Zentralstelle für die Bearbeitung von nationalsozialistischen Massenverbrechen“ in Dortmund und die Ludwigsburger „Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen“ ermittelten.

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January 25, 2009

Papst holt Lefebvre-Bischöfe in katholische Kirche zurück – darunter ein Holocaustleugner

Papst holt Lefebvre-Bischöfe in katholische Kirche zurück – darunter ein Holocaustleugner

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Veröffentlicht: 21:43, 25. Jan. 2009 (CET)
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Vatikanstadt, 25.01.2009 – Nach einem Bericht der italienischen Zeitung „Il Giornale“ soll Papst Benedikt XVI. ein Dekret bereits unterschrieben haben, das den Ausschluss von vier Bischöfen der von Marcel Lefebvre gegründeten ultrakonservativen Priesterbruderschaft St. Pius X. aus der katholischen Kirche rückgängig machen soll.

Von der Entscheidung betroffen ist unter anderem der Holocaust-Leugner Richard Williamson. Williamson ist der Meinung, dass zwei- bis dreihunderttausend Juden in Nazi-Konzentrationslagern umgekommen seien. In einem Fernsehinterview hat der britische Bischof auch die Existenz von Gaskammern unter der Hitlerherrschaft bezweifelt. Die Äußerungen Williamsons waren insbesondere bei jüdischen Organisationen auf Unverständnis gestoßen. Der Rabbiner David Rosen wird von der italienischen Nachrichtenagentur ANSA mit den Worten zitiert, Williamson sei eine „klar antisemitische Person“ und die Rücknahme der Exkommunikation sei „ein Schritt, der die gesamte Kirche verseucht.“ Auch die Priesterbruderschaft Pius X. hat sich von den Äußerungen Williamsons distanziert. Der Distriktobere der Bruderschaft von Deutschland, Franz Schmidberger, erklärte: „Es ist klar, dass für Äußerungen, wie sie Bischof Williamson angeblich gemacht hat, nur der Urheber selbst verantwortlich ist und diese nicht die Haltung der Priesterbruderschaft St. Pius X. widerspiegeln.“

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat gegen Williamson ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, weil die umstrittenen Äußerungen während eines Aufenthaltes des Bischofs beim Besuch eines Priesterseminars der Bruderschaft Pius X. im Ortsteil Zaitzkofen des Marktes Schierling im Landkreis Regensburg stattgefunden hatte. Holocaustleugnung steht in Deutschland unter Strafe.“ N-tv.de zitiert einen Vatikansprecher mit folgenden Worten: „Über die Äußerungen Williamsons zum Holocaust müsse auf anderer Ebene gerichtet werden.“ Bei der Entscheidung des Papstes gehe es ausschließlich darum, die Anhänger der Bruderschaft Pius X. wieder zu integrieren.

Die NZZ berichtet unter Berufung auf katholische Theologen, dass die Leugnung des Holocausts nach dem katholischen Kirchenrecht kein Grund für eine Exkommunikation sei. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi bezeichnete die in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Äußerungen des Bischofs als „in keiner Weise akzeptabel“. Die Aufhebung der Exkommunikation habe mit den Äußerungen des Bischofs jedoch nichts zu tun.

Sitz des Priesterseminars in Ecône, Schweiz

Die vier Bischöfe waren 1988 von dem 1991 verstorbenen, ehemaligen Erzbischof Marcel Lefebvre illegal geweiht worden und daraufhin aus der katholischen Kirche ausgeschlossen worden. Erzbischof Lefebvre opponierte gegen den von der katholischen Kirche mit dem 2. Vatikanischen Konzil (zwischen 1962 und 1965) eingeleiteten Reformkurs. Ein von ihm 1970 in Ecône gegründetes Priesterseminar wurde zu Beginn von der Kirchenführung toleriert. 1976 ignoriert Lefebvre jedoch ein päpstliches Verbot, Priester und Diakone zu weihen, was seine Suspendierung zur Folge hat. Die Bischofsweihe von 1988 führt dann zur Exkommunikation Lefebvres und der vier geweihten Bischöfe aus der römisch-katholischen Kirche durch Papst Johannes Paul II. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. (lateinisch: Fraternitas Sacerdotalis Sancti Pii X. (decimi), abgekürzt FSSPX) weist auf ihrer deutschsprachigen Homepage darauf hin, dass sie ordnungsgemäß in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der römisch-katholischen Kirche gegründet worden sei und dass diese Zulassung vom Papst nie wieder aufgehoben worden sei. Daher betrachtet die Priesterschaft auch die Suspendierung Lefebvres als ungültig, da sie nicht auf einer rechtlich unzweifelhaften Grundlage beruhe. Die Priesterbruderschaft ist inzwischen stark angewachsen; Priesterseminare wurden in vielen Ländern, unter anderem in Deutschland, Frankreich, Australien, den Vereinigten Staaten und Argentinien gegründet. Der Priesterbruderschaft gehören nach eigenen Angaben heute „417 Priester, 62 Brüder und ebenso viele Schwestern sowie 183 Seminaristen“ an.

Nach der Papstkrönung Benedikts XVI. kam es zu einer Entspannung zwischen der offiziellen Papstkirche und den abtrünnigen Lefevbre-Anhängern insbesondere durch die päpstliche Entscheidung vom März 2007 Latein wieder als offizielle Sakralsprache der katholischen Liturgie zuzulassen.

Themenverwandte Artikel

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May 13, 2008

Irena Sendler, „Gerechte unter den Völkern“, im Alter von 98 Jahren gestorben

Irena Sendler, „Gerechte unter den Völkern“, im Alter von 98 Jahren gestorben

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Veröffentlicht: 23:48, 13. Mai 2008 (CEST)
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Irena Sendler im Jahr 2007

Warschau (Polen), 13.05.2008 – Die polnische Widerstandskämpferin Irena Sendler, die als Mitglied der polnischen Żegota ab 1942 für die Rettung von rund 2.500 jüdischen Kindern aus dem Warschauer Ghetto verantwortlich war, ist in der Nacht auf Montag im Alter von 98 Jahren in ihrer Heimatstadt verstorben. Nach Beginn der Deportation der Insassen des Ghettos hatte die Mitarbeiterin des Warschauer Sozialamts mit Helfern begonnen, unter Einsatz des eigenen Lebens Kinder aus dem Lager herauszuschmuggeln. Im Jahr 1965 war sie dafür von Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern ausgezeichnet worden; im Jahr vor ihrem Tod folgte eine Ehrung durch den Warschauer Senat und die Nominierung für den Friedensnobelpreis.

Als geborene Krzyżanowska erblickte Irena Sendler 1910 nahe Warschau das Licht der Welt. Ihr Vater, ein Arzt, verstarb früh. Zum Zeitpunkt des Einmarsches der Wehrmacht in ihre Heimatstadt arbeitete sie im Warschauer Sozialamt. Nachdem der jüdischen Bevölkerung von den neuen Machthabern jeglicher Anspruch auf Sozialleistungen entsagt worden war, fälschten Sendler und ihre Kolleginnen Namenslisten, um weiterhin Hilfe leisten zu können.

Deportation von Juden nach dem Aufstand im Warschauer Ghetto im April 1943

Als die rund 400.000 Menschen zählende jüdische Bevölkerung von Warschau und Umgebung im Jahr 1940 von den Nationalsozialisten in ein Ghetto eingesperrt worden war, bemühten sich die Mitarbeiterinnen, Passierscheine zu erhalten, um auch dort weiterhin als Sanitäterinnen helfen zu können. Nach Beginn der Deportationen entschloss sich Irena Sendler, mit Unterstützung der Widerstandsgruppe Żegota, Kinder vor den Massakern der Nazis zu schützen und zu diesem Zwecke aus dem Lager zu schmuggeln.

In der Folgezeit (ab 1942) wurden von Sendler und ihren Helfern rund 2.500 Kinder aus dem Ghetto gerettet und mit falschen Identitäten in die relative Sicherheit polnischer Haushalte geschleust. Um die Flucht aus dem schwer bewachten Ghetto erfolgreich zu gestalten, wurden verschiedene Methoden erdacht. Sie beruhten auf der Angst der Nazis, Sendler und ihre Helfer, die sich offiziell der Bekämpfung ansteckender Krankheiten im Ghetto widmeten, genauer zu untersuchen.

Der offiziellen Photobeschreibung nach „Jüdische Rabbiner“ im Warschauer Ghetto im Mai 1943

So wurden Kinder betäubt und für tot erklärt, an den Wachen vorbei in die Freiheit gebracht, in Rettungswagen versteckt, durch die Kanalisation und durch ein Gebäude, das als Teil der Ghettomauer als Durchgang diente, aus dem Ghetto gebracht.

Im Oktober 1943 wurden ihre Aktivitäten enttarnt und sie selbst festgenommen und unter Folter verhört. Die ihr dabei beigebrachten Verletzungen, Knochenbrüche an Armen und Beinen, behinderten sie bis zu ihrem Tod. Sendler schwieg trotz der Gewalteinwirkungen und wurde zum Tode verurteilt. Nur durch die Bestechung eines SS-Mannes gelang es, sie zu retten. Anschließend arbeitete sie unter neuer Identität bis Kriegsende weiter für die Żegota.

„Mein Gewissen schmerzt mich noch immer, dass ich nicht mehr tun konnte“, schrieb sie später und lehnte es ab, als Heldin bezeichnet zu werden. Sie hatte – auf Zigarettenpapier verschlüsselt aufgeschrieben – auch die Aufgabe übernommen, die Familiennamen und andere Daten über die Geretteten aufzubewahren, um sie nach dem Krieg wieder in ihre Familien zurückbringen zu können. In Flaschen versteckt hatte sie alles im Garten vergraben, so dass die Nazis bei ihrer Festnahme trotz ausführlicher Durchsuchung ihrer Wohnräume nichts davon finden konnten.

Nach dem Krieg arbeitete sie weiterhin im sozialen Bereich für Waisen- und Pflegeheime. Unter der kommunistischen Regierung ihres Landes wurde Sendlers Wirken weitgehend vergessen; erst in hohem Alter wurde ihr, nachdem sie bereits 1965 als „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet worden war, die verdiente Anerkennung zuteil. So wurde sie fünf Jahre vor ihrem Tod mit der höchsten Auszeichnung Polens bedacht, dem Orden vom Weißen Adler. Es folgte die Ehrung im Warschauer Senat und nach der Sammlung mehrerer tausend Unterschriften eine Initiative, die die Verleihung des Friedensnobelpreises 2007 an Irena Sendler zum Ziel hatte, was jedoch scheiterte.

Wie Sendlers Tochter Janina Zgrzembska berichtete, starb ihre Mutter in einem Warschauer Krankenhaus. Ihre letzten Jahre hatte sie in einem katholischen Pflegeheim der Stadt verbracht.

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August 7, 2007

Berlin: Holocaust-Mahnmal muss saniert werden

Berlin: Holocaust-Mahnmal muss saniert werden

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Veröffentlicht: 14:59, 7. Aug. 2007 (CEST)
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Holocaust-Mahnmal in Berlin

Berlin (Deutschland), 07.08.2007 – Wie die „Berliner Zeitung“ unter Berufung auf die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas berichtet, haben sich nur zwei Jahre nach der Eröffnung der Holocaust-Gedenkstätte in Berlin in rund 400 der insgesamt 2.711 Betonstelen zum Teil meterlange Risse gebildet. Eine Erklärung für die Schäden konnten Experten, die zwei der betroffenen Betonblöcke eingehend untersucht haben, nicht finden.

Die betroffenen, bis zu 4,70 Meter hohen Betonblöcke sollen nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung noch in diesem Herbst saniert werden. Vorgesehen ist, die Risse mittels einer Kunstharz-Injektion zu verschließen. Wie teuer die Sanierung sein wird, könne bisher noch nicht abgeschätzt werden, da für die Ausführung der Arbeiten noch keine Angebote vorlägen. Nach Ansicht von Behördensprecherin Manuela Damianakis müsste die Herstellerfirma der Stelen die Kosten für die Sanierung im Rahmen der Gewährleistung übernehmen.

Die Holocaust-Gedenkstätte in Berlin war im Mai 2005 eröffnet worden. Das 27,6 Millionen Euro teure Mahnmal war von dem Architekten Peter Eisenman entworfen und aus Bundesmitteln finanziert worden.

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April 18, 2007

Israel begeht Holocaustgedenktag

Israel begeht Holocaustgedenktag – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Israel begeht Holocaustgedenktag

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Artikelstatus: Fertig 16:01, 18. Apr. 2007 (CEST)
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Yad Vashem, Holocaustgedenkstätte in Jerusalem

Jerusalem (Israel), 18.04.2007 – Vorgestern, am 16. April, wurde in Israel Jom haScho’a, der Holocaustgedenktag, abgehalten.

Eine zweiminütige Sirene brachte um 10:00 Uhr Ortszeit das Leben in Israel zum Stillstand. Die Israelis bewahrten an diesem jährlichen Moment Stillschweigen, um damit der Opfer der Nationalsozialisten und ihrer Kollaborateure zu gedenken. Fußgänger blieben stehen, Bus- und Autofahrer fuhren an den Straßenrand und hielten inne.

Auf die Sirenen folgten Gottesdienste, die in der Knesset und Yad Vashem, der „Gedenkstätte der Märtyrer und Helden des Staates Israel im Holocaust“, abgehalten wurden. In der Knesset las Ministerpräsident Ehud Olmert die Namen der Mitglieder der Familie Richter vor, die mit seiner Frau Aliza verwandt sind und im Holocaust getötet wurden. Währenddessen verlas Benjamin Netanyahu, Vorsitzender der Opposition, die Namen der Verwandten seiner Frau Sara. Vize-Ministerpräsident Shimon Peres sprach über den Verlust seines Großvaters, während Sozialminister Isaac Herzog über den Cousin seines Vaters sprach, der gefangen genommen und nach Auschwitz gebracht wurde, als er versuchte, die französische Grenze zu passieren. Gedenkgottesdienste wurden zusätzlich über den Tag verteilt an allen Schulen und Institutionen abgehalten.

Amoklauf am Virginia Tech

Die Gedenkfeierlichkeiten wurden später am Abend mit der Nachricht getrübt, dass Professor Liviu Librescu, ein israelischer Überlebender des Holocausts, während des Amoklaufes am Virginia Tech getötet wurde. Es wurde berichtet, dass er ermordet wurde, als er den Schützen am Eingang seines Vorlesungssaales aufhielt, um so seinen Studenten die Flucht durch das Fenster zu ermöglichen.

Themenverwandte Artikel

  • Mehr als 30 Tote bei Amoklauf an Hochschule im US-Bundesstaat Virginia (17.04.2007)

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Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines fremdsprachigen Artikels vom 17.04.2007, demzufolge für seine Erstellung folgende Quellen verwendet wurden:

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June 4, 2006

Ermittlungen gegen Anwältin des Holocaust-Leugners Ernst Zündel

Ermittlungen gegen Anwältin des Holocaust-Leugners Ernst Zündel

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Artikelstatus: Fertig 00:28, 4. Jun. 2006 (CEST)
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Mannheim (Deutschland), 04.06.2006 – Gegen Sylvia Stolz, eine frühere Anwältin des Holocaust-Leugners Ernst Zündel, ermittelt seit Ende Mai die Staatsanwaltschaft Mannheim. Auslöser der Ermittlungen ist eine Unterschrift der Anwältin auf einem Brief. Sie unterschrieb mit den Worten „Heil Hitler“.

Mit dem Gruß, der in Deutschland verboten ist, hat die Juristin einen Brief an das Oberlandesgericht Karlsruhe unterschrieben. Der Gegenstand der Ermittlungen lautet juristisch auf „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ (§86a StGB).

Die Anwältin wurde Ende März vom „Zündelprozess“ ausgeschlossen. Der Brief an das Oberlandesgericht Karlsruhe enthielt das Beschwerdeschreiben der Anwältin gegen ihren Ausschluss vom Prozess.

Themenverwandte Artikel

  • Zweiter Prozessbeginn gegen Ernst Zündel (10.02.2006)
  • Prozessbeginn gegen Ernst Zündel (08.11.2005)
  • Holocaustleugner in Mannheim angeklagt (20.07.2005)
  • Holocaust-Leugner Zündel in Untersuchungshaft (02.03.2005)

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January 29, 2006

Gedenken an Holocaustopfer

Gedenken an Holocaustopfer – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Gedenken an Holocaustopfer

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Artikelstatus: Fertig 21:32, 30. Jan. 2006 (CET)
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Das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (2002)

Berlin (Deutschland), 29.01.2006 – Anlässlich des ersten weltweiten Holocaust-Gedenktages gab es im Berliner Reichstag eine Gedenkfeier. Gastredner war der Holocaust-Überlebende Ernst Cramer, der 1938 in das Konzentrationslager Buchenwald gebracht wurde. Ein Jahr später gelang es ihm, in die USA zu emigrieren. Kofi Annan, Generalsekretär der Vereinten Nationen, ruft die Welt anlässlich des Gedenktages zur Abwehr von Holocaustleugnern und Neofaschisten auf.

Der Holocaust-Gedenktag findet in diesem Jahr erstmalig statt. Einen entsprechenden Beschluss fasste die Vollversammlung der Vereinten Nationen im November 2005. Als Datum wurde der 27. Januar gewählt, weil dieser Tag mit der Befreiung der Insassen des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau im Jahre 1945 durch russische Soldaten verbunden ist.

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