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May 5, 2016

Das Rauchen: Eine negative Seite der Emanzipation

Das Rauchen: Eine negative Seite der Emanzipation

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Rostock (Deutschland), 05.05.2016 – Eine wissenschaftliche Studie weist auf die Nachteile bei der Emanzipation der Frauen hin. Untersucht wurde die Entwicklung der Lebenserwartung der dänische Bevölkerung im Vergleich zu der in Schweden und Norwegen. In den 1980er Jahren stieg in Schweden und Norwegen die Lebenserwartung, während sie in Dänemark stagnierte. Roland Rau von der Universität Rostock erklärte dazu: „Wir konnten feststellen, dass dafür die Lebensführung der dänischen Frauen, die zwischen 1915 und 1945 geboren wurden, verantwortlich war.“ Auffällig war eine Tendenz bei den zwischen 1925 und 1934 geborenen Frauen, hier lag die Lebenserwartung um 3,5 Jahre niedriger.

Eine weitere Studie weist auch auf mögliche langfristige Folgen für Kinder hin, wenn die Mutter während der Schwangerschaft raucht.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikinews-logo.svg   Studie zeigt: Rauchen bei Jugendlichen out (27.02.2011)

Quellen[Bearbeiten]

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May 13, 2011

Philipp Rösler zum neuen FDP-Vorsitzenden gewählt

Philipp Rösler zum neuen FDP-Vorsitzenden gewählt

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Veröffentlicht: 23:48, 13. Mai 2011 (CEST)
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Philipp Rösler

Rostock (Deutschland), 13.05.2011 – Auf ihrem 62. Bundesparteitag wurde der amtierende deutsche Wirtschaftsminister Philipp Rösler zum neuen Parteivorsitzenden der FDP gewählt. Rösler erhielt 619 von 651 Stimmen, was 95,08 Prozent der Delegiertenstimmen entspricht.

22 Delegierte stimmten gegen Rösler, 10 Delegierte enthielten sich der Stimme. Rösler löst Guido Westerwelle in der Funktion als Parteivorsitzender ab, der dieses Amt zehn Jahre ausgeübt hatte. Westerwelle, der sich zuletzt starker innerparteilicher Kritik ausgesetzt sah, hatte am 3. April seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur erklärt. Als größter Erfolg Westerwelles gilt das Wahlergebnis der FDP bei der Wahl zum Deutschen Bundestag im September 2009, als die FDP mit 14,6 Prozent der Erststimmen ihr bestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl erzielen konnte.

Der 38-Jährige Rösler ist erst seit 2009 im Bundeskabinett. Er war zuvor Wirtschaftsminister in Niedersachsen.

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January 20, 2009

Lichterscheinung über Norddeutschland, Dänemark und Südschweden

Lichterscheinung über Norddeutschland, Dänemark und Südschweden

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Veröffentlicht: 23:44, 20. Jan. 2009 (CET)
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Rostock (Deutschland), 20.01.2009 – Ein seltsames Naturphänomen war am vergangenen Samstagabend gegen 20:00 Uhr über mehreren norddeutschen Bundesländern zu beobachten. Besorgte Anrufer hielten die Polizei in Atem. Ein geschweifter „bläulich-grüner Lichtblitz“, welcher den Abendhimmel taghell erleuchtet haben soll, wurde von besorgten Anrufern aus Rostock, Bad Doberan und Teterow im Landkreis Güstrow gemeldet. Ebenso sollen Anrufer einen Druck auf der Brust verspürt haben, es war ein „dumpfes Grollen“ hörbar. Experten gehen von einem Lichtblitz (Fachwort: Meteor) eines Meteoroiden aus, der beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühte. Es sei aber durchaus auch denkbar, dass er als Meteorit in die Nordsee gefallen sei.

Tatsache ist, dass die Lichterscheinung auch in Südschweden und Dänemark für einigermaßen Verwirrung sorgte, da das Phänomen über diesen Ländern ebenfalls zu sehen war.

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July 2, 2007

Massenschlägerei zwischen Linken und Rechten in S-Bahn

Filed under: NPD,Rostock,Themenportal Politik,Veröffentlicht — admin @ 5:00 am

Massenschlägerei zwischen Linken und Rechten in S-Bahn

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Veröffentlicht: 22:58, 2. Jul. 2007 (CEST)
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Rostock (Deutschland), 02.07.2007 – Zur NPD-Demonstration am Samstag, den 30. Juni in Rostock kam es im Vorfeld in einer S-Bahn zu einer Schlägerei. Die Stadtbahn der Linie S2 war auf dem Weg von Güstrow nach Warnemünde, als Anhänger der linken Szene in der S-Bahn auf Anhänger der rechtsextremen NPD stießen, unter ihnen auch Udo Pastörs, Vorsitzender der Schweriner NPD-Landtagsfraktion. Es kam dann zu einer Schlägerei zwischen insgesamt 200 Personen.

Bei der Auseinandersetzung gingen mehrere Scheiben zu Bruch. Im Bahnhof Pölchow zwischen Schwaan und Rostock wurde der Zug dann gestoppt und durch Polizeikräfte geräumt. Die Strecke Rostock – Schwaan – Berlin/Hamburg war für knapp zwei Stunden gesperrt. Nach dem Polizeieinsatz konnte die S-Bahn ihre Fahrt mit 87 Minuten Verspätung fortsetzen und endete in Rostock Hauptbahnhof. Dort wurden dann von 141 Zuginsassen, darunter 47 aus dem rechtsextremen Spektrum, die Personalien festgestellt. Gegen 17 rechte und 37 linke Teilnehmer wird nun wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Sachbeschädigung ermittelt. Insgesamt wurden sieben Menschen verletzt. Die anschließende Demonstration blieb durch einen massiven Polizeieinsatz weitgehend friedlich.

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June 6, 2007

G8-Proteste: Anzahl schwer verletzter Polizisten möglicherweise als zu hoch angegeben

G8-Proteste: Anzahl schwer verletzter Polizisten möglicherweise als zu hoch angegeben

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Artikelstatus: Fertig 19:59, 6. Jun. 2007 (CEST)
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Rostock (Deutschland), 06.06.2007 – Die Anzahl der bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen am vergangenen Samstag (02.06.2007) zwischen Polizei und autonomen G8-Gegnern schwer verletzten Polizeibeamten wurde in den Medien möglicherweise zu hoch angegeben. Ursprünglich war von etwa 30-50 schwer verletzten Beamten die Rede.

Nach den gesetzlich gültigen statistischen Kriterien zur Registrierung von Unfallopfern gilt eine Person als schwer verletzt, wenn sie stationär behandelt wird. Dies war jedoch nur bei 2 Polizeibeamten der Fall.

Die Fehlangaben beruhen möglicherweise darauf, dass die Schwere der Verletzungen von den einzelnen Einheiten selbst beurteilt und weitergemeldet wurde, ohne dass die gesetzlichen Kriterien dabei Anwendung gefunden hätten.

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Rostock: Gewaltsame Auseinandersetzung am Rande einer Demonstration gegen den G8-Gipfel

Rostock: Gewaltsame Auseinandersetzung am Rande einer Demonstration gegen den G8-Gipfel

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Artikelstatus: Fertig 20:44, 6. Jun. 2007 (CEST)
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Rostock (Deutschland), 06.06.2007 – Im Vorfeld des G8-Gipfels in Heiligendamm haben sich Polizeikräfte und Autonome des so genannten Schwarzen Blocks am 2. Juni am Rande friedlicher Demonstrationen in Rostock heftige Straßenkämpfe geliefert. Nach Medienberichten soll es bis zu 950 Verletzte auf beiden Seiten gegeben haben. Der Sprecher der Polizei sprach von „bisher nicht gekannter Brutalität“.

Sämtliche beteiligten dialogorientierten Gruppen wie Attac, Linkspartei und die Kirchen distanzierten sich scharf von dieser Form der Auseinandersetzung.

Friedliche Demonstranten aus dem Block G8 stellten sich während dieser Auseinandersetzung deeskalierend zwischen Autonome und die Polizei.

Der bayerische Innenminister Günther Beckstein meinte, die Veranstalter der G8-Proteste hätten in der Verantwortung gestanden, im Vorfeld präventive Maßnahmen gegen mögliche Gewaltausbrüche zu treffen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:G8

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G8-Proteste: dpa-Falschmeldung findet weite Verbreitung, wird aber kaum korrigiert

G8-Proteste: dpa-Falschmeldung findet weite Verbreitung, wird aber kaum korrigiert

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Artikelstatus: Fertig 21:59, 6. Jun. 2007 (CEST)
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Rostock (Deutschland), 06.06.2007 – „Wir müssen den Krieg in diese Demonstration reintragen“, soll ein Redner auf der Großdemo gegen den G8-Gipfel in Rostock gesagt haben. Diese Aussage wurde im Zusammenhang mit den späteren Ausschreitungen in verschiedenen Medienberichten als Aufruf zur Gewalt bei Demonstrationen um Heiligendamm gewertet. Medien in ganzen deutschsprachigen Raum übernahmen diese Meldung. Doch das Ganze stellt sich nun anscheinend als Übersetzungsfehler heraus.

Demo-Mitveranstalter attac widersprach inzwischen vehement dieser Darstellung. Es geht dabei um ein Zitat des philippinischen Globalisierungskritikers und Trägers des Alternativen Nobelpreises, Walden Bello. Seine auf englisch gehaltene Rede soll die Worte „Today, we do not marginalize the issue of war […], but make it central to our demands. We say, the US and Britain must withdraw from Iraq immediately“ enthalten haben. Gemeint war damit also, „dass es nötig ist, das Thema Krieg in die G8-Proteste einzubeziehen. Gemeint war der Krieg im Irak. Die Aussage bezog sich nicht auf die Auseinandersetzungen zwischen Protestteilnehmern und der Polizei am Rande der Kundgebung“, so attac und bat eindringlich um eine klarstellende Berichterstattung.

Bisher haben nur wenige Zeitungen diese Falschmeldung korrigiert, unter ihnen Spiegel Online: „SPIEGEL ONLINE bedauert, die fehlerhafte Übersetzung von dpa übernommen zu haben.“

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Medien

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June 4, 2007

G8-Proteste: Migrationspolitischer Aktionstag

G8-Proteste: Migrationspolitischer Aktionstag

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Artikelstatus: Fertig 23:55, 4. Jun. 2007 (CEST)
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Rostock (Deutschland), 04.06.2007 – Nach der internationalen Großdemonstration gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm 2007, an der sich am vergangenen Samstag mehrere 10.000 Menschen beteiligt hatten, steht der dritte Tag der Proteste unter dem Motto „Flucht und Migration“.

Demonstration am Aktionstag „Flucht und Migration“

Einem Artikel des Portals „no-racism.net“ zufolge versammelten sich heute ab 10:00 Uhr etwa 2.000 Menschen vor der Rostocker Ausländerbehörde. Später zogen die Demonstranten zum Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen, wo sie an die mehrtägigen rassistischen Ausschreitungen im Jahr 1992 erinnerten. Neonazis hatten damals die Zentrale Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge und ein Wohnheim für vietnamesische Arbeiter mit Steinen und Molotowcocktails angegriffen. Vor Ort anwesende Menschen hatten ihre Zustimmung zu den Aktionen der Neonazis mit Applaus ausgedrückt. Laut „Indymedia“ nahm die Polizei bei der Kundgebung vor dem Sonnenblumenhaus bis zu vier Personen fest. Ein Demonstrant aus Kamerun wurde mit Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Er soll sich in einer Gruppe Autonomer aufgehalten haben und sei „brutal aus der Menge gezogen“ worden.

Um 13:00 Uhr sollte eine Demonstration mit einer Auftaktkundgebung beim Flüchtlingslager Satowerstraße beginnen. Weil sich mehr Personen an der Demonstration beteiligten als von den Veranstaltern angemeldet waren, wurde die Versammlung laut einem Livebericht des Radioprojekts „Radio Forum“ nach mehrstündigen Verhandlungen aufgelöst. Spiegel Online berichtet dagegen, die Polizei habe die Route durch die Innenstadt untersagt, weil sich einige Personen innerhalb der Demonstration vermummt hätten. Die Nachrichtenagentur ddp berichtet, dass die Polizei aus Sicherheitsgründen eine alternative Marschroute vorschreiben wollte, worauf die Organisatoren nicht eingingen und die Versammlung auflösten. Zuvor hat die Polizei den Zug mehrmals angehalten. Bis zu 10.000 Demonstranten hatten sich an der Demonstration für globale Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte beteiligen wollen. Geplant war eine Abschlusskundgebung am Rostocker Stadthafen in der Innenstadt.

Im Aufruf zum heutigen Aktionstag werden Bezüge zu Versuchen von Migranten, die Grenzen in Ceuta und San Diego zu überwinden hergestellt. Außerdem richtet sich der Aufruf gegen Abschiebungen und „prekäre Arbeitsverhältnisse“, sowie die „militarisierten Grenzen zwischen Mexico und den USA oder Afrika und Europa“. Die Unterzeichner des Aufrufes halten globale Bewegungsfreiheit für ein „fundamentales Recht und eine Vorbedingung für andere fundamentale Rechte“.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:G8
  • Portal:Migration

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May 10, 2007

Reaktionen auf Großrazzia gegen G8-Gegner gespalten

Reaktionen auf Großrazzia gegen G8-Gegner gespalten

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Artikelstatus: Fertig 23:24, 10. Mai 2007 (CEST)
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Demonstration in Bremen vom 9. Mai 2007

Demonstration in Hamburg vom 9. Mai 2007

Berlin / Rostock / Göttingen / Hamburg (Deutschland), 10.05.2007 – Die Großrazzia gegen linke G8-Gegner am 9. Mai 2007 hat bundesweit heftige Reaktionen in der autonomen Szene hervorgerufen. Die Pressereaktionen auf die von der Bundesanwaltschaft organisierten Maßnahmen fielen unterschiedlich aus.

In Bremen, wo zwei Büros und eine Wohnung durchsucht wurden, zogen am Abend rund 400 Demonstranten begleitet von massivem Polizeiaufgebot durch die Innenstadt. Auch in Rostock, dem Veranstaltungsort des G8-Gipfels im Juni demonstrierten rund 100 Autonome gegen die Hausdurchsuchungen. In Göttingen demonstrierten 200 Personen, zwei Demonstranten wurden festgenommen, ein Polizist leicht verletzt.

In Berlin zogen nach Angaben der Veranstalter bis zu 10.000 Demonstranten durch Kreuzberg, die Polizei spricht von 3.000 Teilnehmern. Vier Demonstranten wurden festgenommen. Insgesamt waren rund 570 Polizisten in Berlin im Einsatz. Auch in Duisburg, Siegen, Gießen, Bochum, Marburg , Köln, Leipzig, Mannheim, Jena, Kiel, Potsdam, Leverkusen und Hannover sammelten sich Demonstranten. In Hamburg, wo bereits um 10 Uhr nach der Hausdurchsuchung in der „Roten Flora“ eine Spontandemonstration mit rund 80 Teilnehmern stattfand, sammelten sich am Abend noch einmal rund 2.000 Demonstranten. Im Gegensatz zu den weitgehend friedlichen Demonstrationen in Berlin und anderen Städten ging die Polizei in Hamburg mit Wasserwerfern, Reizgas und BFE gegen die Demonstranten und die „Rote Flora“ vor. Insgesamt wurden acht Demonstranten festgenommen, von den 1.000 eingesetzten Polizisten wurden drei verletzt.

Auch in Amsterdam wurde gegen die Durchsuchungen demonstriert. Heute soll in Wien eine weitere Demonstration stattfinden, für morgen sind Proteste in Edinburgh und London angekündigt.

Unterdessen mehren sich Stimmen, die sagen, dass die durchsuchten Einrichtungen größtenteils nicht mit einer drohenden terroristischen Gefahr in Verbindung gebracht werden können. So schreibt Ulla Jelpke, eine Bundestagsabgeordnete der Linkspartei:

„Die Rote Flora in Hamburg, der Mehringhof und das besetzte Bethanien in Berlin, der Server SO36.net sind keine Brutstätten des Terrorismus, sondern alternative, linke Projekte. Der Regierung und ihrem Sicherheitsapparat sind diese offensichtlich ein Dorn im Auge.“

Der alternative Webserver SO36.net stellt neben den wichtigsten Mailinglisten der deutschen G8-Gegner auch die Webseite des Berliner Sozialforums bereit. Weiterhin wurden in Berlin alternative Archive, Buchläden und antifaschistische Einrichtungen durchsucht, die nur schwerlich mit terroristischen Aktionen gegen den G8-Gipfel in Verbindung zu bringen sind. Kritisiert wird im Besonderen die rechtliche Begründung der Aktion. So schreibt die Wochenzeitung Die Zeit:

„Ganz nebenbei konstruierten die Ermittler noch ein völlig neues Staatsziel, das es rechtfertigt, den Terrorismusvorwurf zu erheben: Rufschädigung. Denn mögliche Straftaten rund um den G8-Gipfel könnten nach Ansicht der Bundesanwaltschaft nicht nur die bestehende Gesellschaftsordnung erschüttern, so heißt es in dem Durchsuchungsbeschluss. Sie könnten vielmehr auch dazu bestimmt sein, ‚die internationale Position der Bundesrepublik Deutschland als verlässlicher Partner im Verbund der acht wichtigsten Wirtschaftsnationen erheblich schädigen‘.“

Gegen mutmaßliche Mitglieder der von der Bundesstaatsanwaltschaft als Ziel genannte „militante gruppe (mg)“ wird seit 2003 erfolglos ermittelt. Fraglich ist ebenfalls, weswegen die Bundesstaatsanwaltschaft einen Monat vor dem G8-Gipfel beginnt, Beweismittel gegen Personen zu sammeln, die sich angeblich in dem im Jahr 2004 erschienenen Buch „Autonome in Bewegung“ zu Straftaten bekannt haben.

Die Humanistische Union spricht sich in einem Artikel gegen die „Kriminalisierung von Gipfel-Gegnern“ aus. Die Linkspartei-Abgeordnete Petra Pau kritisiert in einem Gespräch mit der „linkszeitung“ die Aktion als „Phase zwei der präventiven Kriminalisierung von G8-Kritikern“. Der Europaabgeordnete der Linksfraktion im Europäischen Parlament, Tobias Pflüger, kritisiert die Begründung der Polizeiaktion. Es werde „immer häufiger legitimer Protest mit Terrorismus gleichgesetzt“. Ehrhart Körting, der Innensenator von Berlin und derzeitiger Vorsitzender der Innenministerkonferenz der Länder warnt, es sei das gute Recht von Menschen, Ängste vor den Auswirkungen der Globalisierung zum Ausdruck zu bringen. Man sei deshalb gut beraten, friedliche Demonstrationen und Kampagnen für Protestaktionen nicht zu kriminalisieren.

Auf SO36.net wurde eine Stellungnahme zur Durchsuchung des Serverraums dieses Projektes veröffentlicht. Darin findet sich die ironische Aussage: „Um 8.00 uhr (a.m.!) des gestrigen mittwochs (9.5.07) rückten im gesamten Bundesgebiet mehr als 900 Beschäftige des öffentlichen Dienstes und gleichzeitige Inhaber/innen einer Polizeimarke aus, um im Vorfeld des im Juni stattfindenden G8-Gipfels in Heiligendamm, die Mobilisierung zu optimieren.“

In einer Pressemitteilung kritisiert das globalisierungskritische Netzwerk Attac die Durchsuchungsaktionen scharf. Peter Wahl vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis sagte dazu: „Der politische Effekt dieser Großaktion ist offensichtlich: Es handelt sich um eine Maßnahme, den demokratischen Protest gegen den G8-Gipfel insgesamt zu diskreditieren“. Aus der Sicht Peter Wahls wurde der Paragraph 129a bei der Aktion missbraucht.

In einem Interview mit dem Fernsehsender N24 gibt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, Wolfgang Bosbach zu bedenken, dass es gelte, „gegen gewaltbereiten Extremismus entschieden vorzugehen, egal ob von rechts oder von links“. Weiter sagt er: „Wenn es gegen Rechtsradikale geht, habe ich noch nie gehört, dass jemand sagt, Achtung, Warnung, Verhältnismäßigkeitsprinzip achten, nicht so massiv vorgehen“. Dieter Wiefelspütz, der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, sprach sich in einem Interview mit dem Deutschlandfunk dafür aus, die Bedrohungslage ernst zu nehmen, aber auch nicht zu dramatisieren. Die überwiegende Mehrheit wolle friedlich gegen den Gipfel in Heiligendamm protestieren, so der SPD-Politiker. Das Vorgehen der Bundesanwaltschaft verteidigte Wiefelspütz mit folgenden Worten: „Ich habe überhaupt keine Kritik an der Bundesanwaltschaft zu üben. Das ist eine sehr nüchterne, sehr seriöse Behörde, die das tut was sie tun muss. Die Gewaltbereitschaft müssen wir eindämmen. Dagegen müssen wir uns wappnen. Friedliche Demonstrationen müssen selbstverständlich zulässig sein in Deutschland und werden auch zulässig sein.“ Konrad Freiberg, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, sagte in einem Interview mit dem Inforadio Berlin: „Es war nicht der Anlass, Demonstrationen zu verhindern oder Proteste am G8 zu verhindern. Wir wollen Gewalt verhindern und Kriminalität aufklären.“

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February 14, 2007

Polizei und Globalisierungskritiker bereiten sich auf G8-Gipfel in Heiligendamm vor

Polizei und Globalisierungskritiker bereiten sich auf G8-Gipfel in Heiligendamm vor

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Artikelstatus: Fertig 19:37, 14. Feb 2007 (CET)
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Bad Doberan / Rostock / Berlin (Deutschland), 14.02.2007 – Vom 6. bis 8. Juni 2007 findet der jährliche Weltwirtschaftsgipfel im Seebad Heiligendamm statt. Wie in den Jahren zuvor – etwa seit dem Beginn der großen Proteste im Jahr 1999 – wird auch dieser Gipfel Schauplatz von Protestaktionen von Globalisierungskritikern sein. Für die Organisatoren der Protestaktionen beginnt in diesen Wochen die heiße Phase der Mobilisierung auf den Gipfel. Die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern bereitet sich auf diese Herausforderung auf ihre Weise vor.

Der Polizeidirektion Rostock wurde von der Landesregierung die Aufgaben einer Landesbehörde übertragen. Eine „Besondere Aufbauorganisation“ (BAO), die so genannte „BAO Kavala“ ist nicht nur für die „Einsatzbegleitende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“, sondern auch für die Entgegennahme von Demonstrationsanmeldungen und die gesamte Einsatzplanung im Zusammenhang mit dem Gipfel zuständig. Die Anmeldung von Demonstrationen und anderen Veranstaltungen ist über den Internetauftritt der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommerns (www.polizei.mvnet.de) möglich. Die Polizei sieht ihre Aufgabe darin, „das Gipfeltreffen in Heiligendamm und die Teilnehmer sowie friedlichen Protest und friedliche Versammlungen zu schützen. Bei gewalttätigen Ausschreitungen werden wir konsequent gegen die Gewalttäter vorgehen. Einschränkungen Unbeteiligter werden wir nicht vermeiden können.“

Nach Polizeiangaben sind für den Zeitraum vom 2. bis 10. Juni 2007 täglich eine Demonstration in der Hansestadt Rostock angekündigt. Das G8-Bündnis rechnet danach mit rund 100.000 Teilnehmern. Motto der Demonstrationen ist: „G8 entmachten – Kriege verhindern!“ Ein so genanntes Sternmarsch-Bündnis hat darüberhinaus für den 7. Juni einen Sternmarsch unter dem Leitspruch „Den Protest nach Heiligendamm tragen“ angekündigt. Dabei wollen die Veranstalter Demonstrationszüge aus verschiedenen Ortschaften nach Heiligendamm organisieren. Die Veranstalter gehen dabei von 30.000 Teilnehmern aus.

Das Attac-Netzwerk mobilisiert für den 2. Juni zu einer internationalen Demonstration in Rostock unter der Losung: „Eine andere Welt ist möglich“. Veranstalter ist die G8-NGO-Plattform. Nach Einschätzung von Attac hat der diesjährige G8-Gipfel eine besondere Bedeutung: „Es ist der erste Gipfel in Deutschland seit Beginn der Großproteste 1999. Wir erleben eine europaweite Mobilisierung. Für Deutschland wird es die größte Demonstration seit vielen Jahren“, sagte Pedram Shayar, Mitglied im Koordinierungskreis von Attac Deutschland. Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Heinz Fromm, sieht das offenbar anders. Nach seiner Einschätzung hat die Antiglobalisierungsbewegung momentan „offensichtlich an Attraktivität verloren“. Die Erwartung der Veranstalter von 100.000 Demonstranten würden sich nicht erfüllen, prophezeihte Fromm. Ende Januar warnte Fromm zudem vor Anschlägen im Zusammenhang mit dem G8-Gipfel insbesondere im norddeutschen Raum und der Bundeshauptstadt Berlin. Insbesondere international tätige Konzerne sowie staatliche Institutionen seien gefährdet.

Mitte Januar wurde mit dem Bau eines etwa zwölf Kilometer langen und 2,50 Meter hohen Zauns rund um Heiligendamm begonnen. Der Zaun, der mit Kameras und Bewegungsmeldern ausgestattet ist und die Teilnehmer des G8-Gipfels schützen soll, kostete das Land Mecklenburg-Vorpommern rund 12,5 Millionen Euro. Monty Schädel, Sprecher des Rostocker Bündnisses gegen den G8-Gipfel, sagte laut Norddeutschem Rundfunk, dass der Zaun eine „demokratiefreie Zone in Heiligendamm“ schaffe. Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, sagte zu den umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen, von denen nur wenige Informationen der Öffentlichkeit bekannt sind, dass ihm kein Einsatz ähnlicher Größenordnung bekannt sei.

Generalbundesanwältin Monika Harms hat gegen militante Globalisierungsgegner Ermittlungen wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung aufgenommen. Am Freitag, dem 26. Januar, war ein Dienstwagen eines Vorstandsmitglieds von ThyssenKrupp Marine Systems AG in Hamburg in Brand gesteckt worden. Farbbeutel trafen am selben Tag das Privathaus eines anderen Konzernmanagers. Globalisierungsgegner bekannten sich zu den Anschlägen. Der Verfassungsschutz hat bisher insgesamt 14 Brandanschläge von Globalisierungsgegnern registriert.

Gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung betonte ein Aktivist des Informationsbüros der Globalisierungsgegner im Kulturhaus „Bethanien“ (Berlin-Kreuzberg), das Thema Gewalt werde in der Szene kontrovers diskutiert. Die Mehrheit lehne Gewalt jedoch eindeutig ab und orientiere sich stattdessen auf gewaltlose Blockaden. Farbeierwürfe würden allerdings schon für legitim gehalten. Nach Ansicht des Verfassungsschutzpräsidenten stellt sich die Lage so dar: Die Attacken gegen den G8-Gipfel zielen nach den Worten Fromms in erster Linie auf Sachschäden, allerdings würden Personenschäden in Kauf genommen.

Indessen beginnen in der Region rund um Heiligendamm und Rostock die logistischen Vorbereitungen auf den Ansturm von möglicherweise 100.000 Demonstranten recht schleppend. Die Behörden der Region sind zur Zusammenarbeit prinzipiell bereit. Der Landrat des Landkreises Bad Doberan, Thomas Leuchert, weist allerdings auf fehlende öffentliche Flächen für Übernachtungscamps hin. Eher reserviert äußerte sich die Leitende Verwaltungsbeamtin des Amtes Neubukow-Salzhaff: „Für Chaoten“ würde sie jedenfalls „keinen Sportplatz freimachen“.

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