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September 8, 2013

Skandal: Hühnchen lebendig in den Müll geworfen

Skandal: Hühnchen lebendig in den Müll geworfen

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Veröffentlicht: 04:10, 8. Sep. 2013 (CEST)
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Hennen mit kahlen Stellen in einer Bodenhaltung (Archivbild)

Altötting (Deutschland), 08.09.2013 – Im Kreis Altötting sollen bei einem Zulieferer des größten deutschen Geflügelproduzenten Wiesenhof lebendige Hühnchen in den Müll geworfen worden sein. Die neusten Vorwürfe stützten sich auf aktuelle Filmaufnahmen der Tierschutzorganisation Soko Tierschutz. Die heimlich aufgenommenen Bilder sollen kranke Tiere und Kadaver im Stall zeigen. Außerdem soll gefilmt worden sein, wie der Hofbesitzer ein flatterndes Tier in den Müllcontainer schleudere. Andere Aufnahmen zeigten, wie eine Hofmitarbeiterin versucht, ein zappelndes Tier an einem Eimer totzuschlagen. Immer wieder soll festgestellt worden sein, dass regelmäßig lebende Hühnchen auf dem Müll landen. Die Aktivisten hätten seit Dezember 2011 immer wieder lebende Tiere aus dem Müllcontainer geholt. Nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes droht einem Halter bis zu drei Jahre Haft, sollte er einem Wirbeltier aus Rohheit Schmerzen und Leiden zufügen.

Der Mastbetrieb im Kreis Altötting mästet insgesamt 80.000 Tiere und beliefert die PHW-Gruppe, die die Marke Wiesenhof besitzt. Im Jahr 1999 berichtete die Soko Tierschutz von den Verhältnissen und stellte damals Strafanzeige. Der Hofbesitzer Franz H. bestreitet die Vorwürfe und lehnt ab, sich die aufgezeichneten Filmaufnahmen anzusehen. Der Gefügelproduzent Wiesenhof habe den Vertrag mit dem bayerischen Landwirt gekündigt. Es sei Strafanzeige gestellt worden.

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February 24, 2013

Oldenburg: Riesenbetrug mit Bio-Eiern

Oldenburg: Riesenbetrug mit Bio-Eiern – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Oldenburg: Riesenbetrug mit Bio-Eiern

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Veröffentlicht: 13:48, 24. Feb. 2013 (CET)
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Hahn an einem Misthaufen

Oldenburg (Deutschland), 24.02.2013 – Die Staatsanwaltschaft Oldenburg führt Ermittlungen gegen Landwirte. Diese stehen im Verdacht, Millionen von Hühnereiern als Bio-Eier in den Handel gebracht zu haben, die nicht als solche hätten deklariert werden dürfen. Hunderte Eierproduzenten sollen betroffen sein, 150 davon allein in Niedersachsen. Zahlreiche Verfahren wurden bereits an andere Staatsanwaltschaften, insbesondere nach Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern, abgegeben. Betroffen seien auch Eierproduktionsstätten in Belgien und den Niederlanden.

Laut dem Nachrichtenmagazin Spiegel fanden hunderte von Durchsuchungen statt. Entgegen den Vorschriften waren zu viele Hühner in den Ställen untergebracht worden. Die Ermittlungen werden wegen Betruges und Verstößen gegen das Lebensmittel- und das Öko-Landbaugesetz durchgeführt. Auch Umwelt- und Tierschutzvorschriften sind möglicherweise nicht beachtet worden. Die niedersächsische Landesregierung hatte sich bislang nicht geäußert, um das Ermittlungsverfahren nicht zu gefährden. Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer von den Grünen kündigte an: „Wir prüfen, ob man den überführten Betrieben die Zulassung entziehen kann.“

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Landwirtschaft

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July 5, 2012

Die Rinderseuche Besnoitiose hat die Schweiz erreicht

Die Rinderseuche Besnoitiose hat die Schweiz erreicht

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Veröffentlicht: 18:51, 5. Jul. 2012 (CEST)
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Murnau-Werdenfelser-Rind.jpg

Zürich (Schweiz), 05.07.2012 – Die Rinderseuche Besnoitiose hat bereits viele Rinder in Deutschland, Frankreich und Italien getötet. Nun traten auch die ersten Fälle in der Schweiz auf. Es wurde jedoch teilweise Entwarnung von Experten gegeben.

Die Seuche bereitet den davon befallenen Rindern einen sehr qualvollen Tod. Besnoitiose wird durch Stechfliegen von Tier zu Tier übertragen und macht sich im Körper breit. Im Körper befällt sie das Gewebe und führt zu Hautveränderungen, Ödemen, starken Schmerzen und als letztes zum Tod.

Eine Untersuchung der Universität Zürich hat ergeben, dass vier Rinder, welche aus Frankreich importiert wurden, von dem Parasiten, der für die Seuche verantworlich ist, befallen sind. Hans Wyss vom Bundesamt für Veterinärwesen bestätigte dies gegenüber dem Nachrichtenmagazin „10vor10“.

Der Professor für Parasitologie an der Universität Bern, Bruno Gottstein, gab jedoch teilweise Entwarnung. Der Überträger, die Stechfliege, hat nur einen sehr kleinen Lebensraum, nämlich den in einer Tierherde. Somit ist die Seuche kontrollierbar.

Gottstein sagte: „Rinderzüchter in der Schweiz müssen keine Angst haben. Von diesen wenigen Tieren ausgehend kann es nicht zu einem schnellen Ausbruch kommen wie bei der Maul- und Klauenseuche oder der Blauzungen-Krankheit.“ Der Parasit ist für den Menschen auch nicht gefährlich. Wie der Bund sein weiteres Vorgehen plant, ist noch unklar. Die Züchter in der Schweiz müssen nun mit Rindern, welche aus dem Ausland importiert wurden, besonders vorsichtig sein.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Schweiz

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May 6, 2012

Fotoreportage: Science-Center „Agrarium“ eröffnet

Fotoreportage: Science-Center „Agrarium“ eröffnet

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Veröffentlicht: 13:50, 6. Mai 2012 (CEST)
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Ereignisort: Auf Karte Anzeigen

Rosengarten (Deutschland), 06.05.2012 – An der Hamburger Landesgrenze öffnet ein ganz besonderes Museum seine Pforten. Das „Agrarium“ ist das bislang einzige Museum in Deutschland, das sich mit Landwirtschaft und Ernährung in der heutigen Zeit beschäftigt. Heute öffnet das Museum seine Pforten für Besucher; gestern fand ein Festakt zur Eröffnung statt. Danach eröffnete der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister das Agrarium und circa 1500 geladene Gäste konnten das Museum bestaunen. Unser Reporter ChrGermany war dabei.

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Der Ansturm von geladenen Gästen und Fördervereinsmitgliedern war so groß, dass selbst die Parkplatzeinweiser ein kurzfristiges Verkehrschaos nicht verhindern konnten. Und auch vor der Eingangskontrolle bildete sich eine lange Schlange, im Inneren des Gebäudes herrschte dichtes Gedränge. Für die 1 500 erwarteten Gäste stand ein großes Festzelt bereit. Damit alle Anwesenden etwas sehen konnten, hingen an den Seitenwänden Monitore, die zeigten, was sich auf der Bühne abspielte. Die vorderen Stühle waren für die VIPs reserviert.

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Kurz vor Beginn der Veranstaltung wird der wohl prominenteste Gast begrüßt: David McAllister (CDU, 2. v. l.). Rechts neben ihm: MdL Heiner Schönecke und Frau Wiese (Gattin des Museumsdirektors).

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Um 18:32 begrüßt Heike Meyer, die Vorsitzende der Museumsstiftung, die Gäste. Sie betonte in ihrer Rede, dass für das Agrarium 10 Jahre geplant wurde.

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Die NDR-Moderatorin Heike Götz, bekannt aus ihrer Sendung „Landpartie“, führte durch den Abend. Sie berichtete zunächst über ihre Erfahrungen mit dem „Museum am Kiekeberg“, zu dem die neue Ausstellung gehört. In ihrer Rede lobte sie, dass die Ausstellung zeige, wie es wirklich ist. „Ich finde die Idee einfach ganz toll, … auch die Landwirtschaft von heute zu zeigen, denn genau das versuchen wir auch mit der Sendung ‚Landpartie‘ kein verklärtes Bild der Landwirtschaft zu zeigen, sondern so, wie sie wirklich ist. Und das ist in diesem Museum wunderbar gelungen.“

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Anschließend hielt David McAllister (CDU, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen) seine Rede. Er bezeichnete den bereits bestehenden Teil des Museums als „Hauptattraktion“ der niedersächsischen Kulturlandschaft. Er betonte, dass er gerne gekommen sei, um das Agrarium zu eröffnen. Er sei jedoch etwas skeptisch gewesen, als er in seinen Kalender sah. In ihm habe „Aquarium“ gestanden. Das Science-Center setze „neue Maßstäbe in der Museumsbranche“. McAllister unterstrich die Wichtigkeit eines Agrarmuseums in Niedersachsen, „denn Niedersachsen ist bekanntlich Agrarland Nummer 1 in Deutschland, da können die Bayern noch so sehr die Statistiken fälschen wollen.“ Zudem lobte er das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger – auch das Museum wird zum Großteil von Freiwilligen betrieben. McAllister hob auch die Wichtigkeit der EU hervor; ohne deren finanzielle Hilfe (immerhin 3,5 Millionen Euro) wäre die Ausstellung nicht möglich gewesen.

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Es folgte eine Diskussionsrunde mit (von links nach rechts) Joachim Bordt (Landrat des Landkreis Harburg), Heike Götz (Moderatorin), Dietmar Stadi (Bürgermeister a.D., verdeckt) und Heiner Schönecke (Geflügelproduzent, MdL). In ihr wurde über die große Anziehungskraft des Freilichtmuseums diskutiert, wobei Konsens darüber herrschte, dass es sich um ein „Leuchtturmprojekt“ handle.

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Der nächste Redner war der Direktor des Freilichtmuseums am Kiekeberg, Prof. Dr. Rolf Wiese. Er erklärte den Gästen, wie das Agrarium entstand. Er erläuterte zudem die Wichtigkeit des Themas Ernährung: „Dieses Thema ist national … und teilweise auch international zu sehen.“ Wiese übernahm vor 25 Jahren das völlig heruntergekommene Museum und machte es zu dem, was es heute ist.

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Dem folgte eine Diskussion zwischen Jürgen Abraham (Abraham-Schinken, Vorsitzender der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie) und Professor Wiese. Abraham beschuldigte die Medien, vertreten durch die NDR-Journalistin Heike Götze, die Ernährungsindustrie dauernd zu diffamieren. Abraham sagte, man mache die Ernährungsindustrie oft sogar dafür verantwortlich, dass es dicke Menschen gäbe. Er sagte, vielmehr wäre das Problem, dass die Verbraucher es nicht genug schätzten, qualitativ hochwertige Nahrungsmittel in ausreichendem Maße zur Verfügung zu haben.

Danach wurde das Agrarium geöffnet.

Agrarium2012-05-04no26.jpg

Vor dem Eingang bildete sich eine lange Schlange. Die Moderatorin nutzt die Wartezeit, um sich mit Gästen zu unterhalten.

Im Agrarium befinden sich die verschiedensten Exponate. Die Bilder zeigen: Typenschild, Beschreibung eines Exponates, Essen aus der Dose, 2 Ölmühlen, vollautomatischen Kuh-Krauler, Gabelstapler, Beschreibung, Kind bestaunt Stoffkuh, Mikrowellenwand, Historischen Staubsauger, Traktor im Regal, Dampfmaschine, Dampfpflug (Gewicht: 14 Tonnen).


Originäre Berichterstattung
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Dieser Artikel enthält Journalismus aus erster Hand. Details befinden sich auf der Diskussionsseite.

Weiterführende Links[Bearbeiten]

Commons-logo.svg Wikimedia Commons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema „Agrarium“.

Internetseite des Museums

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April 13, 2012

Niedersachsen: Zwei Legehennenbetriebe wegen PCB-Belastung gesperrt

Niedersachsen: Zwei Legehennenbetriebe wegen PCB-Belastung gesperrt

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Veröffentlicht: 23:50, 13. Apr. 2012 (CEST)
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Hannover (Deutschland), 13.04.2012 – Wie das niedersächsische Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz am Donnerstag mitteilte, sind zwei Legehennenbetriebe in Niedersachsen gesperrt worden, weil in Eiern erhöhte Werte des giftigen, dioxinähnlichen dl-PCB festgestellt worden sind. Um welche Betriebe es sich handelt, wurde nicht mitgeteilt. Laut einer Mitteilung des Ministeriums vom Freitag befinden sich die Betriebe im niedersächsischen Landkreis Aurich. Bei den betroffenen Produkten handelt es sich um Eier aus Freilandhaltung. Der Gehalt an Dioxinen und dl-PCB liegt nach Angaben des Ministeriums knapp doppelt so hoch wie der zulässige Höchstwert von 5,0 pg/g Fett. Rund 100.000 belastete Eier sollen noch vor der Schließung des Betriebens an einen Großhändler in Nordrhein-Westfalen geliefert worden sein. Die dortigen Behörden wurden über den Vorgang informiert. Dioxine gelten als krebserregend.

Unklar ist, wie viele der belasteten Eier noch im Handel sind. Die Verbraucher wurden aufgefordert, belastete Eier in die Geschäfte zurückzubringen oder zu vernichten. Das Ministerium teilte die Erzeugercodes der betroffenen Chargen mit: 1-DE-0354451, 1-DE-0354452, 1-DE-0354453, 1-DE-0352691.

Wie das Ministerium weiter miteilte, bestehe keine akute Gesundheitsgefahr durch den Verzehr der Eier. In den vergangenen Wochen waren in Nordrhein-Westfalen ebenfalls dioxinbelastete Eier in den Handel gelangt. Dabei soll es sich um Bio-Eier gehandelt haben. Die Eier stammten aus einem Großbetrieb im Kreis Minden-Lübbecke und zwei Direktvermarktern in Duisburg. Wie das Gift in die Eier gelangt ist, konnte bisher noch nicht geklärt werden. Zwischen den neuen Dioxinfunden in Hühnereiern in Niedersachsen und den Funden in Nordrhein-Westfalen besteht nach bisherigen Kenntnissen kein Zusammenhang.

Wie das niedersächsische Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz mitteilte, wurden am Freitag auf Veranlassung des Ministeriums weitere niedersächsische Legehennenbetriebe mit konventioneller Freilandhaltung auf PCB-Rückstände in den Eiern untersucht. Weitere Untersuchungen fanden auch in den beiden gestern gesperrten Betrieben statt.

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Quellen

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September 29, 2011

Petitionsausschuss des Bundestages berät über Gentechnik in der Landwirtschaft

Petitionsausschuss des Bundestages berät über Gentechnik in der Landwirtschaft

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Veröffentlicht: 19:03, 29. Sep. 2011 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 29.09.2011 – Am Montag, 26. September 2011, fand in der Zeit von 12 bis 15 Uhr im Anhörungssaal 3.101 des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses in Berlin eine öffentliche Sitzung des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages statt, die sich mit einem Antrag zum „Anbauverbot gentechnisch veränderter Pflanzen“ befasste. Unter Vorsitz von Kersten Steinke (Die Linke) wurde über die öffentliche Petition verhandelt, die im März diesen Jahres von Felix Prinz zu Löwenstein, dem Vorsitzenden des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), eingebracht wurde. Bei der Online-Petition wurden 43.250 Mitzeichner gezählt und 959 Forenbeiträge geschrieben. Während dieser Sitzung kritisierte der BÖLW-Vorstandsvorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein, das Verfahren sei mangelhaft bei der Prüfung von Umwelt- und Gesundheitsrisiken, da es „soziale und wirtschaftliche Schadwirkungen“ nicht berücksichtige. Zudem sei es bedenklich, dass dabei Studien berücksichtigt würden, die von den zu überprüfenden Unternehmen in Auftrag gegeben worden seien, kritisierte Prinz zu Löwenstein.

Wörtlich heißt es in der Petition: „Der Deutsche Bundestag möge die Bundesregierung damit beauftragen, dafür einzutreten, dass die Europäische Union die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen zum Anbau aussetzt (Anbau-Moratorium), und er möge in Deutschland die gesetzliche Grundlage für den regionalen Ausschluss gentechnisch veränderter Pflanzen aus der Agrarkultur schaffen.“

Die Petition hat ihr eigentliches Ziel verfehlt, weil sie im vollen Wortlaut abgewiesen wurde. Dennoch kann man sie als Teilerfolg werten, weil nach einem großangelegten Feldversuch des Anbaus gentechnisch veränderter Zuckerrüben und Raps das System sich nicht bewährt habe. In Deutschland wurde deshalb der Anbau dieser gentechnisch veränderten Sorten nicht zugelassen.

Ziel der Bundesregierung, so erläuterte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Peter Bleser (CDU), sei die Wahrung der Wahlfreiheit für die Verbraucher und die Koexistenz der Anbauverfahren. Die Agro-Gentechnik, so Bleser, sei im Übrigen eine „weltweit gängige Technologie, die nicht mehr aus der Welt zu bringen ist“, egal was man in Deutschland beschließe.

Das Prinzip der Vorsorge und des Verbraucherschutzes funktioniere in Deutschland gut, urteilte Bleser. Dies zeige das Anbauverbot für die Maissorte MON 810, bei der im Labortest eine Schädigung des Zweipunkt-Marienkäfers nachgewiesen worden sei. Auf Nachfrage sagte der Staatssekretär, der Bundesregierung seien „weltweit und national” keine Fälle bekannt, bei denen infolge des Einsatzes von gentechnisch veränderten Organismen Schäden an der Umwelt oder am Menschen entstanden sind.

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January 22, 2011

Dioxin im Tierfutter und kein Ende

Dioxin im Tierfutter und kein Ende – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Dioxin im Tierfutter und kein Ende

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Veröffentlicht: 00:14, 22. Jan. 2011 (CET)
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Berlin (Deutschland), 22.01.2011 – Um den Gewinn zu maximieren, wurden vom Futterproduzenten Harles & Jentzsch regelmäßig dioxinbelastete Fettsäuren in das Futter gemischt und ausgeliefert. So Informationen der „Berliner Zeitung“. Dort liegen Messergebnisse des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) vor. Bislang wurden 153 Rückstellproben von unterschiedlichen Fettlieferungen des Betriebes Harles & Jentzsch ausgewertet. In 93 Fällen wurde die Überschreitung des Grenzwertes festgestellt.

Für die vorsätzliche Beimischung spricht, dass in den untersuchten Proben unterschiedlichste Überschreitungen der Grenzwerte festgestellt wurden. In Deutschland sind 700 Höfe gesperrt. Die dort produzierten Nahrungsmittel kommen nicht in den Handel.

Bei der Ermittlung der Herkunft der beigemischten Fette ist man einen Schritt weitergekommen. Sie stammen wahrscheinlich aus der Biodieselproduktion. Hier werden Altfette wie Frittierfett gereinigt und destilliert.

Die Forderung der Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, der Verbraucher solle mehr für Lebensmittel ausgeben, so könne er sicher sein, Qualität im Teller zu haben, wurde schon in der Vergangenheit publiziert. Ohne gezielte Kontrollen des Staates wird der Verbraucher diese Sicherheit jedoch nicht erlangen können.

Hinweis:Der Artikel wurde nach Veröffentlichung noch geringfügig ergänzt. Die veröffentlichte Version finden Sie hier.

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January 16, 2011

Dioxinskandal: Weitere 934 Tiermast- und Legehennenbetriebe gesperrt

Dioxinskandal: Weitere 934 Tiermast- und Legehennenbetriebe gesperrt

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Veröffentlicht: 12:43, 16. Jan. 2011 (CET)
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Hannover / Berlin (Deutschland), 16.01.2011 – Das Bundesministerium für Verbraucherschutz gab am Samstag bekannt, dass in Niedersachsen weitere 934 landwirtschaftliche Betriebe wegen der Belieferung mit dioxinhaltigen Futtermitteln gesperrt wurden. Darunter sind 110 Legehennenbetriebe, 403 Schweinemastbetriebe und 248 Ferkelmastbetriebe. Ein Futtermittelhersteller im niedersächsischen Damme hatte offenbar nicht alle belieferten Betriebe angegeben. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) forderte Konsequenzen. Der Vorgang sei ein „Skandal im Skandal.“ Sie forderte den niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister (CDU) zum Handeln auf. Sie erwarte bis heute Nachmittag einen ausführlichen Bericht des Ministerpräsidenten, erklärte Aigner weiter.

Das Land Niedersachsen schaltete die Staatsanwaltschaft ein, weil von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit ausgegangen werden müsse. Der Unternehmer habe erst auf „massiven Druck“ hin die vollständigen Listen ausgehändigt.

Wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium am Samstag in Hannover mitteilte, wurde offenbar dioxinverseuchtes Tierfutter nach Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Bayern geliefert. Es müsse weiter davon ausgegangen werden, dass rund zehn Tage lang unbemerkt zum Verzehr bestimmte, mit Dioxin belastete Produkte, hauptsächlich Eier, verkauft worden sind. Der Fall wurde erst durch eine Prüfung des niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) bekannt. Es liegen noch keine Informationen dazu vor, wie hoch die Dioxinbelastung der betroffenen Produkte ist.

Offenbar sind nach wie vor viele Eier, die in Deutschland in den Verzehr gelangen, mit Dioxin belastet. Das teilte das Bundesverbraucherschutzministerium mit. Nach Tests wiesen 24 von insgesamt 90 Proben überhöhte Dioxinwerte auf. Die Proben wurden offenbar nicht aus den 934 heute neu gesperrten Betrieben, sondern aus bereits früher gesperrten Betrieben genommen, um festzustellen welche Chargen zurückzurufen und welche zu verzehren sind. Möglicherweise dioxinbelastetes Schweinefleisch sei nach Polen und Tschechien geliefert und dort verzehrt worden.

Aigner erklärte, sie wolle nun schärfere staatliche Kontrollen für Futterhersteller einführen. Zu einem gestern in Berlin vorgestellten 10 Punkte umfassenden Aktionsplan gehören eine Zulassungsverpflichtung für Hersteller von Futterfetten, außerdem die Trennung der Herstellung von Futterfett und technischem Fett auf EU-Ebene, die Einführung einer Meldepflicht für private Labore, die bei Untersuchungen die Überschreitung von Grenzwerten für gesundheitsgefährdende Stoffe feststellen, die Verpflichtung von Futtermittelherstellern zum Abschluss einer Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherung, die Einrichtung eines Frühwarnsystem durch bessere Vernetzung der Datenbestände zu Dioxinen in Lebensmitteln, Futtermitteln und in der Umwelt. Die Ministerin forderte außerdem die Verbesserung der Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung der Länderbehörden. Zukünftig sollen auch Informationen zu Rechtsverstößen durch Grenzwertüberschreitungen sowie Informationen der Lebensmittelüberwachung umfassend veröffentlicht werden.

Kritik an den Vorschlägen der Ministerin kam unter anderem von der Versicherungswirtschaft. Bei kriminellen Handlungen wie sie bei dem aktuellen Dioxinskandal zu Tage getreten ist, sei eine Haftung durch Versicherungsleistungen ausgeschlossen. Weiterhin seien höhere Verbraucherpreise wahrscheinlich, da Versicherungen beim Abschluss von verpflichtenden Haftpflichtverträgen immer vom größten anzunehmenden Schaden ausgingen.

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  • Portal:Verbraucherschutz

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January 13, 2011

Dioxinskandal: Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch insolvent

Dioxinskandal: Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch insolvent

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Veröffentlicht: 09:30, 13. Jan. 2011 (CET)
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Betriebsgelände der Firma Harles & Jentzsch in Uetersen

Itzehoe (Deutschland), 13.01.2011 – Der Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch in Uetersen (Schleswig-Holstein) stellte am Mittwoch beim Landgericht Itzehoe einen Insolvenzantrag, so eine Sprecherin des Landgerichts. Der Firmeninhaber hatte in einem Interview zugegeben, Mischfettsäure für die Futtermittelherstellung verwendet zu haben. Dadurch ist vermutlich Dioxin in die so hergestellten Futtermittel gelangt. Die Firma hat insgesamt mindestens 527 Tonnen des belasteten Fetts an Futtermittelbetriebe in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Sachsen-Anhalt ausgeliefert. Wie genau diese giftigen Verbindungen in das Futterfett gelangt sind, konnte bisher jedoch noch nicht aufgeklärt werden.

Gegen das Unternehmen läuft ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Itzehoe. Nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand soll die schleswig-holsteinische Firma schon im März 2010 dioxinbelastetes Fett in den Handel gebracht haben. Der Futtermittelhersteller sieht sich außerdem mit Schadenersatzforderungen betroffener Bundesländer und von Landwirten konfrontiert. Die Landwirtschaftsministerien von Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben angekündigt, die Verursacher des Dioxinskandals für die Kosten von Kontroll- und Überwachungsaktionen verschiedener Landesbehörden in Regress zu nehmen. Über 4.000 landwirtschaftliche Betriebe, meist Halter von Legehennen, Schweinen und Puten, waren gesperrt worden. Inzwischen wurde die Sperre für einen großen Teil dieser Betriebe wieder aufgehoben. Schwerpunkt der Sperrungen war das Bundesland Niedersachsen. Aber auch in anderen Bundesländern wurden Betriebe gesperrt.

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in Hannover erklärte am Mittwoch, dass offenbar auch dioxinbelastetes Schweinefleisch in den Handel gelangt ist. Bei einer Probeschlachtung im Landkreis Verden war bei Schweinen eine Dioxinbelastung festgestellt worden, die um 50 Prozent über dem zulässigen Höchstwert lag. Von diesem Betrieb sollen 180 Schweine nach Sachsen-Anhalt verkauft worden sein.

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January 11, 2011

Nordrhein-Westfalen: Weitere 113 landwirtschaftliche Betriebe wegen dioxinverseuchten Tierfutters gesperrt

Nordrhein-Westfalen: Weitere 113 landwirtschaftliche Betriebe wegen dioxinverseuchten Tierfutters gesperrt

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Veröffentlicht: 12:56, 11. Jan. 2011 (CET)
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Düsseldorf (Deutschland), 11.01.2011 – Im Bundesland Nordrhein-Westfalen wurden am Montag erneut 113 Betriebe wegen verunreinigten Tierfutters gesperrt. Ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums erklärte, Hintergrund seien neue Lieferlisten aus Niedersachsen, die dem Ministerium vorlägen. Am vergangenen Wochenende waren bei mehreren Betrieben die Sperren wieder aufgehoben worden. Die gesperrten Betriebe dürfen weder Eier noch Fleisch verkaufen.

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