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February 9, 2013

Berlin: Bundesbildungsministerin Annette Schavan tritt zurück

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Veröffentlicht: 17:20, 9. Feb. 2013 (CET)
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Johanna Wanka – die neue Bundesbildungsministerin

Anette Schavan

Berlin (Deutschland), 09.02.2013 – Die Bundeskanzlerin gab heute in Berlin den Rücktritt der Bundesbildungsministerin Annette Schavan bekannt. Hintergrund ist die Aberkennung des Doktortitels durch die Universität Düsseldorf am Dienstag. Der Fakultätsrat der Universität geht davon aus, dass Schavan in ihrer schriftlichen Arbeit vorsätzlich getäuscht hat.

Die Exministerin: „Ich habe in meiner Dissertation weder abgeschrieben noch getäuscht, die Vorwürfe treffen mich tief“ und „der heutige Tag ist der richtige Tag zu gehen, ich werde mich auf mein Bundestagsmandat konzentrieren“. Schweren Herzens habe sie die Bitte von Frau Schavan zurückzutreten angenommen, so die Bundeskanzlerin. Angela Merkel gab unmittelbar bekannt, wer die Nachfolge im Ministeramt antreten wird. Es handelt sich um Johanna Wanka. Sie ist seit dem 27. April 2010 im niedersächsischen Kabinett von David McAllister Ministerin für Wissenschaft und Kultur.

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February 6, 2013

Bundesbildungsministerin wird Doktortitel aberkannt

Bundesbildungsministerin wird Doktortitel aberkannt

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Veröffentlicht: 17:41, 6. Feb. 2013 (CET)
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Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung

Düsseldorf (Deutschland), 06.02.2013 – Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) wurde von der Universität Düsseldorf nach 33 Jahren die Doktorwürde entzogen. Der Vorsitzende des zuständigen Fakultätsrats, Prof. Bruno Bleckmann, erklärte, für den Entzug des Doktorgrades hätten zwölf Mitglieder des Rats der Philosophischen Fakultät gestimmt, zwei hätten mit Nein gestimmt und es habe eine Enthaltung gegeben. Die Begründung lautete „vorsätzliche Täuschung durch Plagiat“. Die Prüfung durch den Fakultätsrat habe ergeben, „dass die damalige Doktorandin systematisch und vorsätzlich über die gesamte Dissertation verteilt gedankliche Leistungen vorgab, die sie in Wirklichkeit nicht selbst erbracht hatte“.

Zudem hat Schavan jetzt keinen Studienabschluss mehr, weil sie sich damals im Alter von 24 Jahren keiner anderweitigen Prüfung unterzog, sondern sogleich das Promotionsverfahren wählte. Ihre Doktorarbeit trägt den Titel „Person und Gewissen – Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeiten und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung“.

Die CDU-Politikerin kündigte an, sie werde juristische Mittel gegen die Entscheidung der Universität Düsseldorf einlegen. Bereits im Mai 2012 hatte Wolfgang Löwer, Jurist und Ombudsmann der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), auf Verjährungsfristen hingewiesen, die bei juristischen Staatsexamina beispielsweise fünf Jahre betragen. Eine Aberkennung nach über 30 Jahren halte er für problematisch.

Nach Presseberichten ist davon auszugehen, dass Schavan ihr Ministeramt nicht behalten kann. Als eine des Plagiats überführte Bildungsministerin ist sie nicht mehr tragbar, so auch der Tenor aus der Opposition. Obwohl es Stimmen aus der Wissenschaft gibt, die Schavan in Schutz nehmen, trägt ihr Fall noch die besondere Note, dass sie selbst sich im Fall Guttenberg eindeutig gegen diesen positioniert hatte.

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July 18, 2011

Koch-Mehrin legt Widerspruch gegen Aberkennung des Doktortitels ein

Koch-Mehrin legt Widerspruch gegen Aberkennung des Doktortitels ein

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Veröffentlicht: 23:16, 18. Jul. 2011 (CEST)
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Heidelberg (Deutschland), 18.07.2011 – Die FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin hat Widerspruch gegen die Aberkennung ihres Doktortitels durch die Universität Heidelberg eingelegt. Dies teilte ein Sprecher Koch-Mehrins mit. Der Universität liegt bislang jedoch noch keine Begründung des Widerspruches vor. Die Widerspruchsfrist endet Ende des Monats.

Manfred Berg, der Dekan der Philosophischen Fakultät und Vorsitzende des Promotionsausschusses, hatte in der vergangenen Woche gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“ mitgeteilt, dass sich die Hochschule in Falle eines Widerspruchs gegen die Entziehung des Doktortitels noch einmal mit der Angelegenheit befassen werde und wohl erneut auf einen Entzug des Doktortitels entscheiden werde, sofern Koch-Mehrin keine neuen Angaben zum Sachverhalt vorlegen werde, die über ihre schriftlichen und mündlichen Stellungnahmen hinausgehen, wie sie von Koch-Mehrin gegenüber der Hochschule gemacht wurden.

Sie wisse, dass ihre Arbeit „nicht frei von Schwächen, nicht selten ungenau, oberflächlich und manchmal geradezu fehlerhaft“ sei, hatte Koch-Mehrin damals gesagt und auf die Beurteilung der Arbeit durch ihren Doktorvater verwiesen, doch „zur guten wissenschaftlichen Praxis gehört es … auch, eine vorgelegte Arbeit ordentlich zu prüfen“.

Falls die Universität an ihrer Entscheidung festhält, steht Koch-Mehrin die Möglichkeit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht offen. Dekan Berg sieht einen eventuellen Rechtsstreit gelassen. Von den Plagiatsvorwürfen habe man vor elf Jahren nichts gewusst und deswegen auch nicht im Gutachten zur Arbeit darauf eingehen können. Außerdem habe die Überprüfung der Arbeit ergeben, dass die festgestellten Plagiate nicht unerheblich seien.

Die Universität hatte die Aberkennung des Doktortitels damit begründet, dass aus mehr als 30 verschiedenen Texten mehr als 120 Wortpassagen abgeschrieben wurden, zwei Drittel davon seien im Literaturverzeichnis nicht genannt gewesen. Zusammen hätten diese Plagiate rund 80 Druckseiten umfasst.

Koch-Mehrin war nach dem ehemaligen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) die zweite prominente Person aus der Politik, der der Doktortitel entzogen wurde. Inzwischen wurde auch Koch-Mehrins Fraktionskollegen im Europaparlament, Jorgo Chatzimarkakis, der Titel aberkannt. Ins Rollen gebracht hatte die Angelegenheit die Internetplattform VroniPlag Wiki. Auch der niedersächsische Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) soll nach Angaben von VroniPlag Wiki bei seiner Dissertation abgeschrieben haben und steht unter Druck, von seinem Amt zurückzutreten.

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June 16, 2011

Silvana Koch-Mehrin verliert Doktortitel

Silvana Koch-Mehrin verliert Doktortitel

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Veröffentlicht: 19:43, 16. Jun. 2011 (CEST)
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Silvana Koch-Mehrin (2009)

Heidelberg (Deutschland), 16.06.2011 – Der Promotionsausschuss der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg hat beschlossen, der FDP-Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin den Doktortitel abzuerkennen. Der Ausschuss sah es als erwiesen an, dass die Arbeit „in substanziellen Teilen aus Plagiaten besteht“. Aufgrund der 120 abgeschriebenen Passagen aus insgesamt 30 Quellen, von denen zwei Drittel nicht im Literaturverzeichnis der Arbeit aufgeführt seien, müsse davon ausgegangen werden, dass keine „selbstständige wissenschaftliche Arbeit“ vorgelegt wurde.

„Angesichts der Vielzahl und des systematischen Charakters der Plagiate kann kein Zweifel daran bestehen, dass sich Frau Koch-Mehrin in ihrer Dissertation fremdes geistiges Eigentum angeeignet und als das eigene ausgegeben hat“, teilte der Dekan Manfred Berg mit. Der Ausschuss habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und sei sich bewusst, „dass der Entzug des Doktortitels eine schwerwiegende Maßnahme darstellt“. Die Entscheidung sei aufgrund der genannten Umstände „zwingend“.

Koch-Mehrin hatte sich zu den Plagiatsvorwürfen bisher nicht geäußert, war jedoch nach den Enthüllungen durch die Internet-Plattform „VroniPlag Wiki“ von ihren Parteiämtern zurückgetreten. Sie bezeichnete ihre Arbeit mit dem Titel „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik: Die Lateinische Münzunion 1865–1927“ nach dem Bekanntwerden der Entscheidung der Universität in einer schriftlichen Stellungnahme als „nicht frei von Schwächen, nicht selten ungenau, oberflächlich und manchmal geradezu fehlerhaft“, sie sei jedoch das Ergebnis ihrer eigenen wissenschaftlichen Arbeit. Dies sei auch der Universität Heidelberg seit elf Jahren bekannt. Bereits der Erstgutachter der Arbeit hätte in seiner Bewertung der Arbeit bemängelt, dass Aussagen ohne Beleg gemacht wurden. Der Zweitgutachter habe die Bewertung des Doktorvaters bestätigt.

„Der Promotionsausschuss hat mir im Jahr 2000 in voller Kenntnis aller eklatanten Schwächen meiner Arbeit den Doktortitel verliehen. Heute sieht der Promotionsausschuss das anders“, stellte Koch-Mehrin fest. Sie kündigte an, die Entscheidung der Universität überprüfen lassen zu wollen.

Die FDP-Politikerin ist die vierte prominente Person, der in den letzten Monaten durch anonyme Internet-Benutzer vorgeworfen wurde, ihre Dissertation abgekupfert zu haben.

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June 3, 2011

EHEC: Im Norden Deutschlands wird das Blut knapp

EHEC: Im Norden Deutschlands wird das Blut knapp

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Veröffentlicht: 21:16, 3. Jun. 2011 (CEST)
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Blutspende

Hamburg (Deutschland), 03.06.2011 – Normalerweise werden in Hamburg und Schleswig-Holstein monatlich zusammen 800 bis 1.000 Einheiten Blutplasma von den Krankenhäusern verbraucht. Wegen der Vielzahl von schweren EHEC-Erkrankungen ist der Verbrauch auf 7.500 Einheiten gestiegen.

Der DRK-Blutspendedienst Nord muss nun aus dem Verbund versorgt werden. Die Bundesländer Hessen, Baden-Württemberg und Bayern sorgen dafür, dass der kostbare Stoff im Norden nicht ausgeht. Möglich ist dies, da diese Bundesländer weitaus weniger von der Darmerkrankung betroffen sind.

Gefrorenes Blutplasma

Das Plasma wird benötigt, um das in schweren Fällen auftretende Nierenversagen behandeln zu können. Betroffen davon sind hauptsächlich Personen, bei denen als Folge von EHEC das Hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) auftritt. Ein Sprecher des DRK: „Mit einem Versorgungsengpass bei Blutplasma ist nicht zu rechnen; in Süddeutschland sind ausreichend Vorräte vorhanden.“ Der Bürgermeister von Hamburg Olaf Scholz (SPD) und die Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) forderte die Bevölkerung trotz allem zu mehr Blutspenden auf. Sie wiesen darauf hin, dass es von der Blutspende bis zur Gewinnung des Plasmas mehrere Monate dauert. Bürgermeister Scholz: „Es ist wichtig, jetzt, wo wir noch genügend Reserven haben, etwas zu tun – damit wir immer genügend Rücklagen haben”. Vor dem Hintergrund, dass die Quelle des Erregers noch im Dunklen liegt und mit einer weiteren Ausbreitung gerechnet werden muss, gilt der Aufruf zum Blutspenden nicht nur für den Norden Deutschlands. Der Blutspendedienst verzeichnet einen Ansturm von Spendern, seit der Aufruf in den Medien verbreitet wurde. Olaf Scholz ging mit gutem Beispiel voran und ließ sich vor laufender Kamera Blut abnehmen.

Die Krankheit verbreitet sich weiter, so gibt es in Thüringen den ersten Todesfall. Eine 80-jährige Frau ist auf einer Kur in Mecklenburg-Vorpommern an dem Erreger verstorben. In Brandenburg gibt es 13 EHEC-Verdachtsfälle und vier Personen, die an HUS leiden. Auch ein Todesfall ist möglicherweise auf den Erreger zurückzuführen. Dem Robert Koch-Institut wurden seit Anfang Mai 2011 insgesamt 520 HUS-Fälle mitgeteilt.

Das Bundesamt für Risikobewertung rät weiterhin, Tomaten, Salatgurken und Blattsalate nicht roh zu verzehren.

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May 12, 2011

Veronica Saß, Tochter Edmund Stoibers: Doktortitel aberkannt

Veronica Saß, Tochter Edmund Stoibers: Doktortitel aberkannt

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Veröffentlicht: 16:28, 12. Mai 2011 (CEST)
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Konstanz (Deutschland), 12.05.2011 – Die Universität Konstanz gab gestern bekannt, sie habe Veronica Saß, Tochter des ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), den Doktortitel aberkannt. Zur Begründung wurde angegeben, „erhebliche Teile ihrer Dissertation“ seien ohne Kennzeichnung der Zitate abgeschrieben. Saß hatte 2008 im Fachbereich für Rechtswissenschaften der Universität Konstanz über das Thema „Regulierung im Mobilfunk“ promoviert. Sie arbeitet an einer Münchner Anwaltskanzlei.

Im Februar, als die Guttenberg-Plagiatsaffäre großen Raum in der medialen Berichterstattung einnahm, waren erste Verdachtsmomente gegen die Doktorarbeit von Veronica Saß aufgetaucht. Im Zusammenhang mit der Doktorarbeit von Saß hatte die Wirtschaftsanwältin Tanja Eisenblätter schwere Vorwürfe erhoben. Die Hamburger Juristin behauptet, Saß habe ein ganzes Kapitel komplett mit allen Fußnoten aus ihrer Arbeit „Regulierung in der Telekommunikation“ übernommen, mit der sie ebenfalls 2008 promoviert hatte. Gegenüber der Welt erklärte die Juristin, „dass Frau Saß in ihrer Dissertation ab Seite 49 bis Seite 61 Wort für Wort bei mir abgeschrieben hat“.

Auch im Internet wurden auf der eigens eingerichteten Seite „VroniPlag Wiki“ zahlreiche Verstöße gegen die wissenschaftlichen Zitiervorschriften nachgewiesen. Neben Zeitungsartikeln und Pressemitteilungen soll Saß auch ganze Absätze aus Wikipedia übernommen haben, ohne sie als Zitate zu kennzeichnen und als benutzte Quellen aufzuführen.

Saß erklärte, sie werde den Beschluss der Universität zur Aberkennung ihres Doktortitels vor Verwaltungsgerichten anfechten. Sie bemängelt, ihr sei nicht Gelegenheit gegeben worden, „persönlich vor dem Promotionsausschuss Stellung zu nehmen“.

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May 11, 2011

FDP: Koch-Mehrin tritt wegen Plagiatsvorwürfen zurück

FDP: Koch-Mehrin tritt wegen Plagiatsvorwürfen zurück

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Veröffentlicht: 23:04, 11. Mai 2011 (CEST)
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Silvana Koch-Mehrin

Straßburg (Frankreich) / Berlin (Deutschland), 11.05.2011 – Mit Silvana Koch-Mehrin legte heute eine weitere deutsche Spitzenpolitikerin wegen eines Plagiatsvorwurfs im Zusammenhang mit einer Doktorarbeit ihre politischen Ämter nieder. Koch-Mehrin war FDP-Präsidiumsmitglied und Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments.

Am Abend erklärte die FDP-Politikerin, die als Hoffnungsträgerin ihrer Partei galt, sie wolle ihrer Familie die Belastung ersparen, die durch eine öffentliche Diskussion um die Plagiatsvorwürfe entstehen würden.

In der Presse war unter Berufung auf Universitätskreise berichtet worden, ihre Dissertation zu dem wirtschaftshistorischen Thema „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik“ enthalte mehrere Plagiate. Die Universität Heidelberg hatte die EU-Parlamentarierin aufgefordert, zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen Stellung zu nehmen. Nach Presseinformationen erwägt der Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät, der Politikerin den Doktortitel zu entziehen.

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Klimawandel: Exotische Mücken in Deutschland gesichtet

Klimawandel: Exotische Mücken in Deutschland gesichtet

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Veröffentlicht: 15:01, 11. Mai 2011 (CEST)
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Aedes albopictus (Asiatische Tigermücke)

Hamburg / Heidelberg (Deutschland), 11.05.2011 – Der Klimawandel bringt es in Verbindung mit der Globalisierung mit sich, dass auch in Deutschland Tiere heimisch werden, die hier zuvor nicht beobachtet wurden. Zu diesen Neuankömmlingen gehören auch exotische Stechmücken, beispielsweise der japanische Buschmoskito (Ochlerotatus japonicus). Mit den exotischen Stechmücken kommen auch neue Infektionserreger nach Deutschland, die möglicherweise auch bisher unbekannte Krankheiten beim Menschen auslösen können.

Eine Forschergruppe identifizierte jetzt einige bisher nur in Afrika und Asien vorkommende Erreger: die Sindbis-, Batai- und Usutu-Viren, die bei Menschen teilweise schwerwiegende Erkrankungen verursachen können. Zur Abschätzung des von den neu auftretenden Erregern und Mückenarten ausgehenden Risikos etabliert sich zurzeit ein neues Forschungsprojekt. Anfang 2011 wurde das interdisziplinäre Projekt ins Leben gerufen, das den Namen trägt: „Vorkommen und Vektorkompetenz von Stechmücken in Deutschland“. Zwei wissenschaftliche Einrichtungen sind hier federführend: Das Senckenberg Deutsches Entomologische Institut (SDEI) in Müncheberg (Brandenburg) und das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI).

Als ein erstes Ziel der Forschungsarbeit wird die Erstellung einer Mückenkarte für Deutschland angestrebt. „Innerhalb weniger Jahre wollen wir einen Überblick über die Artenverteilung der Mücken haben und wissen, was an Viren in ihnen steckt“, so Professor Sven Klimpel, Leiter des SDEI und des Projektbereichs Medizinische Biodiversität und Parasitologie des „Biodiversität und Klima Forschungszentrums“ (BiK-F) in Frankfurt. Das Projekt wird von der Leibniz-Gemeinschaft mit 762.000 Euro gefördert.

Das Bernhard-Nocht-Institut ist eine international anerkannte Forschungseinrichtung, die eine langjährige Erfahrung in der Virendiagnostik in das Projekt einbringen kann. Es verfügt über Laboratorien der höchsten Sicherheitsstufe, die erforderlich sind, um neue Viren mit unbekanntem Gefährdungspotential zu untersuchen. Das „Senckenberg Deutsche Entomologische Institut“ in Müncheberg kann auf eine weltweit einmalige Insektensammlung verweisen, die die taxonomische Bestimmung neuer Mückenarten sehr erleichtert. In ganz Deutschland werden nun Mücken gefangen – von wissenschaftlichen Einrichtungen und sogar der Bundeswehr. Jedes gefangene Insekt erhält einen Punkt auf einer Deutschlandkarte.

Mit der neu entdeckten, aus Asien stammenden Mückenart konnten in Deutschland bisher 48 Stechmückenarten von den Entomologen nachgewiesen werden. Seit einigen Jahren breitete sich die Malaria-Mücke Anopheles plumbeus in Südwestdeutschland aus. Auch die Asiatische Tigermücke, die unter anderem das gefährliche Denguefieber verbreitet, schaffte es 2008 in die Schlagzeilen, weil sie am Rhein gefunden wurde.

Am 30. und 31. Mai 2011 werden auf einer Veranstaltung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der European Mosquito Control Association (EMCA) Erkenntnisse aus der bisherigen Arbeit der Forscher vorgestellt. Ziel ist die Koordinierung von Forschungen und Überwachungsmaßnahmen auf europäischer Ebene.

Zur Panik besteht indes „zurzeit“ kein Anlass. Beruhigend erklärte Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe am BNI: „Alle Untersuchungen der letzten Jahre zeigen deutlich, dass andere von Stechmücken übertragenen Viren, die weltweit von großer medizinischer Relevanz sind, wie etwa das West-Nil- oder das Dengue-Virus, bisher in Deutschland nicht nachgewiesen werden konnten und daher Erkrankungsfälle mit diesen Viren zur Zeit unwahrscheinlich sind.“

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Klimaerwärmung
  • Schädlingsbekämpfer am Rhein gehen gegen die Asiatische Tigermücke vor (07.04.2008)

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April 17, 2011

FÖS-Studie: Strom aus Wind- und Wasserkraft billiger als Atomstrom

FÖS-Studie: Strom aus Wind- und Wasserkraft billiger als Atomstrom

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Veröffentlicht: 19:00, 17. Apr. 2011 (CEST)
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Hamburg (Deutschland), 17.04.2011 – Laut einer heute veröffentlichten Studie im Auftrag von Greenpeace Energy, eines Greenpeace-eigenen deutschen Anbieters für Ökostrom, ist Strom aus Wind- und Wasserkraft schon heute billiger als Atomstrom, wenn man in die Rechnung alle gesellschaftlichen Kosten einbezieht, die bei der Herstellung des Stroms entstehen.

Die Studie, die unter dem Titel „Was Strom wirklich kostet“ vom „Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft“ (FÖS), erarbeitet wurde, rechnet vor, welche staatlichen Förderungen und weitere Kosten eigentlich in den Strompreis eingerechnet werden müssten, um die tatsächlichen gesellschaftlichen Kosten der verschiedenen Energieformen zu kalkulieren. Grundlage der Modellrechnungen sind Aufzeichnungen über staatliche Fördermaßnahmen aus dem Zeitraum von 1970 bis 2010.

Demnach kostet eine Kilowattstunde Windstrom 7,6 Cent, Strom aus Wasserkraft 6,5 Cent. Eine Kilowattstunde Strom aus Braun- und Steinkohle kostet die Gesellschaft 12,1 Cent. An der Spitze der Liste steht Atomstrom mit 12,8 Cent je Kilowattstunde.

Die öffentliche Diskussion bezieht sich häufig auf Preiskalkulationen, die von Stromanbietern erstellt wurden und in die die von der Gesellschaft beziehungsweise vom Staat erbrachten Leistungen in Form von Subventionen oder Infrastrukturmaßnahmen nicht eingerechnet sind.

So flossen in die Gewinnung des Energieträgers Steinkohle staatliche Fördermittel in Höhe von 288 Milliarden Euro ein. In die Atomenergie flossen staatliche Subventionen von 196 Milliarden Euro. Bei der Braunkohle waren es 67 Milliarden Euro. Erneuerbare Energieträger profitieren erst in jüngster Zeit von staatlichen Förderprogrammen. In die erneuerbaren Energien wurden bisher 39 Milliarden Euro aus staatlichen Finanztöpfen investiert. Die einzelnen staatlichen Förderprogramme setzen sich dabei aus direkten Finanzhilfen, Steuervergünstigungen und anderen Förderwerten (Emissionshandel oder den Rückstellungen von Kernkraftwerken, die in die Endkalkulation des Endpreises einfließen) zusammen.

Die Autoren der Studie kommen rückblickend auf das System staatlicher Förderprogramme seit dem Beginn der staatlichen Förderung der Atomenergie in der Bundesrepublik Deutschland zu dem Schluss: „Hätten die AKW-Betreiber allerdings in der Aufbauphase auch nur einen relevanten Teil der Kosten selbst tragen müssen, wäre diese Technologie nie eingeführt worden. Die hohen vergangenen Förderungen haben die heutige Marktposition der Atomenergie überhaupt erst ermöglicht.“

Nur als grobe Annäherung in Anlehnung an die externen Kosten von Braunkohle (laut Umweltbundesamt in Höhe von 7,9 Cent pro Kilowattstunde) sind in die Kalkulation der gesamtwirtschaftlichen Kosten der Kernenergie als „Mindestwert der tatsächlichen externen Kosten von Atomenergie“ unter anderem die Kosten eingeflossen, die durch einen großen nuklearen Störfall entstehen würden. Auch die künftig noch entstehenden Kosten zur Sanierung alter Steinkohlebergwerke und Maßnahmen des Landschaftsschutzes nach dem Ende des Tagebaus in den Braunkohletagebaugebieten (als so genannte „externe Kosten“) flossen in die Rechnung ein. Die Kernkraftwerke werden auch nach ihrer Abschaltung erhebliche gesellschaftliche Folgekosten verursachen (zum Beispiel durch die Lagerung abgebrannter Brennelemente).

Vorerst noch teuer ist Strom auf der Basis der Photovoltaik-Technologie, der mit gesellschaftlichen Kosten von 46,5 Cent pro Kilowattstunde zu Buche schlägt. Bei dieser Form der Energiegewinnung aus Sonnenenergie vergleicht die Studie die jetzige Situation mit der Situation bei Einführung der Atomkraft in Deutschland, als der Staat den Atomstrom mit 60 Cent je Kilowattstunde förderte.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Energiepolitik
  • Portal:Greenpeace

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April 10, 2011

Anwalt zu Guttenbergs kritisiert die Universität Bayreuth scharf

Anwalt zu Guttenbergs kritisiert die Universität Bayreuth scharf

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Veröffentlicht: 17:37, 10. Apr. 2011 (CEST)
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Bayreuth (Deutschland), 10.04.2011 – Der Rechtsanwalt Alexander Graf von Kalckreuth, der den ehemaligen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in der Plagiatsaffäre um dessen Doktorarbeit vertritt, geht offenbar auf Konfrontationskurs zur Universität Bayreuth. In einem Schreiben an die Universitätsleitung kritisierte er scharf, dass „angebliche Ergebnisse“ der Untersuchungskommission an die Öffentlichkeit gelangten. Der Anwalt sieht in diesen Indiskretionen einen Verstoß gegen „alle[…] Regeln eines ordentlichen Verfahrens und dient der Vorverurteilung meines Mandanten.“

Gestern hatte ein Sprecher der Universität angekündigt, das Untersuchungsergebnis des Prüfungsausschusses, der die Dissertation des Ex-Ministers im Hinblick auf die Frage untersuchte, ob eine vorsätzliche Täuschung vorliegt, auch dann zu veröffentlichen, wenn zu Guttenberg seinen Einspruch gegen die Veröffentlichung aufrechterhalte.

Die Süddeutsche Zeitung hatte am Samstag berichtet, die Untersuchungskommission sei zu dem Schluss gekommen, dass zu Guttenberg in seiner Dissertation vorsätzlich getäuscht habe. Anders sei die Vielzahl der gefundenen, nicht gekennzeichneten Zitate nicht zu erklären. Der Anwalt zu Guttenbergs erklärte, dass laut einer Stellungnahme seines Mandaten dieser „schlüssig“ nachgewiesen habe, dass er „nicht bewusst“ getäuscht habe.

Universitätssprecher Frank Schmälzle erklärte dazu: „Wir haben den Anwälten in einem Schreiben geantwortet und unser Interesse deutlich gemacht, die Öffentlichkeit informiert zu halten.“ Und: „Wir möchten das Ergebnis – auch zur Frage des Täuschungsvorsatzes – öffentlich machen.“ Das Verhalten des Ministers sehe man im Widerspruch zu dessen – anlässlich seiner Rücktrittserklärung – erklärter Bereitschaft, an der Aufklärung des Vorgangs um die Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit mitzuwirken.

Der Anwalt zu Kalckreuth gab bekannt, dass sich sein Mandant eine Zustimmung zu einer Veröffentlichung des Untersuchungsberichts der Universität weiter vorbehalte.

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