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December 7, 2014

Jemen: Zwei westliche Geiseln sind tot

Jemen: Zwei westliche Geiseln sind tot – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Jemen: Zwei westliche Geiseln sind tot

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Veröffentlicht: 19:37, 8. Dez. 2014 (CET)
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Lage des Gouvernements Schabwa

Washington D.C. (Vereinigte Staaten) / Aden (Jemen), 07.12.2014 – Der US-amerikanische Journalist britischer Herkunft Luke Somers und eine weitere westliche Geisel von al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel, der südafrikanische Lehrer Pierre Korkie, sind tot. Das sagte der noch amtierende US-Verteidigungsminister Chuck Hagel bei einem Besuch in Kabul, Afghanistan. Die beiden Männer wurden während einer Befreiungsaktion im jemenitischen Gouvernement Schabwa getötet. Der Einsatz der US-amerikanischen Spezialkräfte fand in der Nacht von Freitag auf Samstag statt und hatte nicht den gewünschten Erfolg. Einer der Geiselnehmer musste den Berichten zufolge austreten und entdeckte die US-Soldaten bei ihrem Vorrücken auf das Versteck der Terroristen. Es kam zu einem Schusswechsel zwischen den Soldaten und den Terroristen, in dessen Verlauf einer der al-Qaida-Angehörigen in das Gebäude rannte, in der die beiden Geiseln festgehalten wurden, und Schüsse auf Somers und Korkie abfeuerte. Einer der beiden verstarb dann im Hubschrauber, der andere auf der Lazarettstation des US-Kriegsschiffes „Makin Island“ vor der Küste des Landes.

Zehn al-Qaida-Angehörige wurden durch die US-Sondereinheit getötet. Dass die beiden Geiseln eventuell während des rund halbstündigen Schusswechsels durch Friendly Fire zu Schaden kamen, ist nach US-Angaben nicht möglich.

US-Präsident Barack Obama nannte die Tötung Somers′ einen „barbarischen Mord“. Obama verwies auf das Video, in dem mit der Tötung von Somers gedroht worden war, falls die amerikanische Regierung Forderungen von al-Qaida nicht erfüllen würde, und weil auch „andere Informationen andeuteten, dass Lukes Leben in unmittelbarer Gefahr war“, habe er den Befreiungsversuch genehmigt. Nach Angaben von Generalmajor Ali al-Ahmadi, des nationalen Sicherheitschefs des Jemen, hätten die Terroristen Somers am Sonntag töten wollen.

Die südafrikanische Hilfsorganisation „Gift of the Givers“ sagte, dass Korkies Freigabe nur einen Tag später hätte stattfinden sollen. Das hätten Verhandlungen mit al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel ergeben, in deren Verlauf auch ein Lösegeld bezahlt worden sei. Korkie und seine Frau waren im Mai 2013 in die Gewalt der Terroristen gelangt. Seine Frau war bereits am 10. Januar freigelassen worden. Ein nichtbenannter US-Regierungsangehöriger sagte gegenüber der BBC, man habe nicht gewusst, dass Korkie und Somers gemeinsam festgehalten wurden.

Eine Geiselbefreiungsaktion Ende November führte nicht zur Befreiung Somers′, weil dieser mit einer weiteren Geisel nur wenige Tage zuvor weggebracht worden war. Bei der Aktion wurden jedoch acht andere Geiseln aus der Hand ihrer Entführer befreit.

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December 5, 2014

Jemen: Befreiung von US-Geisel Luke Somers gescheitert

Jemen: Befreiung von US-Geisel Luke Somers gescheitert

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Veröffentlicht: 22:21, 5. Dez. 2014 (CET)
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Washington D.C. (Vereinigte Staaten) / Sanaa (Jemen), 05.12.2014 – Eine Befreiungsaktion für den im Jemen entführten und festgehaltenen US-amerikanischen Journalisten Luke Somers ist gescheitert. Das teilten das Weiße Haus und das Pentagon mit. Allerdings seien bei dem Einsatz im Distrikt Hadschr al-Sa′ar im Gouvernement Hadramaut, der bereits am 25. November stattgefunden hat, mehrere andere Geiseln aus anderen Staaten befreit worden. Somers wird nach wie vor von einem Ableger von al-Qaida festgehalten: Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) wurde 2009 gegründet, als sich saudi-arabische Fundamentalisten und al-Qaida im Jemen zusammenschlossen.

Anwar al-Awlaki, 2008

Mit der Bekanntgabe der Aktion, über die die Washington Post bereits zuvor berichtet hatte, reagierte das Weiße Haus auf das Video, das im Internet verbreitet worden war. Es zeigte auch die Geisel, die darin Angst um ihr Leben äußert. „Ich suche nach jeder Hilfe, die mich aus dieser Situation befreien kann“, sagte der 33-jährige Journalist, der vor etwas mehr als einem Jahr in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa in die Gewalt von AQAP gelangt war. „Ich bin sicher, dass mein Leben in Gefahr ist.“ Ein AQAP-Sprecher drohte in dem Video damit, Somers zu töten, sollte US-Präsident Barack Obama ihre Forderungen nicht erfüllen. Was für Forderungen das sind, geht aus dem Video nicht hervor.

AQAP beschränkte ihre Aktivitäten zunächst auf die Region, wandte sich aber dann weltweiten Zielen zu. Bekannt wurde sie durch den versuchten Anschlag des als „Unterhosenbomber“ bekanntgewordenen Nigerianers Umar Faruk Abdulmutallab auf Flug 253 der Northwest Airlines am Weihnachtstag 2009. Nach Angaben des US-Außenministeriums wird die Organisation geführt von Nasir al-Wahischi, für dessen Ergreifung die US-Behörden eine Belohnung von 10 Millionen US-Dollar ausgesetzt haben. Die US-amerikanischen Terrorfahnder fürchten allerdings stärker den mutmaßlichen Bombenbauer der Gruppierung, Ibrahim Hassan al-Asiri. Ihm wird nachgesagt, das Attentat auf den saudischen Innenminister Prinz Mohammed bin Naif geplant zu haben, bei dem al-Asiris jüngerer Bruder einen in seinem Enddarm verborgenen Sprengkörper zur Explosion brachte, wobei außer ihm selbst allerdings niemand zu Schaden kam. Im Westen bekannter ist der in New Mexico geborene und in Colorado aufgewachsene Anwar al-Awlaki, weil dieser als Führer der Außenbeziehungen der Organisation mit dem US-Militätangehörigen Nidal Malik Hasan in Kontakt stand, der 2009 in Fort Hood, Texas, 13 Personen erschossen und mehrere Dutzend weitere verletzt hatte. Hasan hatte al-Awlaki als „Lehrer, Mentor und Freund“ bezeichnet. Die US-Regierung ließ al-Awlaki im September 2011 durch einen Drohnenangriff liquidieren.

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August 26, 2014

Hinrichtung von James Foley: Terrorist möglicherweise identifiziert

Hinrichtung von James Foley: Terrorist möglicherweise identifiziert

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Veröffentlicht: 26.08.2014, 04:09 (CEST)
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London (Vereinigtes Königreich), 26.08.2014 – Die britische Zeitung Sunday Times und der amerikanische Nachrichtensender Fox News berichten, dass der Terrorist, der in einen Video als Mörder von James Foley zu sehen ist, identifiziert sei. Der Mann, der sich in dem Bekennervideo als „John“ selbst identifiziert, ist mittlerweile unter dem Spitznamen „Jihadi John“ bekannt und soll den Kampfnamen „Abu Kalashnikov“ tragen. Es soll sich bei ihm um den in London als Rapmusiker bekannten Abdel-Majed Abdel Bary handeln.

Mittlerweile wurden jedoch Zweifel laut, ob die Hinrichtung die im Video zu sehen ist, tatsächlich authentisch ist. Die Täterschaft bliebe damit unklar. Dass Foley enthauptet wurde, wird hingegen als sicher angesehen.

Der Nachrichtensender CNN führt zur Frage der Identifizierung des Terroristen den britischen Botschafter in Washington Peter Westmacott an. Während er sagte, man sei dem Mörder sehr nahe, er könne seine Identität aber nicht bestätigen, vermelden Fox News und die Sunday Times dies als Tatsache, die von den britischen Geheimdiensten MI5 und MI6 bestätigt worden sei.

Bary soll zusammen mit Abu Hussain Al-Britani und Abu Abdullah al-Britani – ohne verwandtschaftliche Beziehungen – eine als „Beatles“ bei IS bekannte Gruppe bilden. Die drei Männer haben sich auf die Entführung von westlichen Geiseln zur Erpressung von Lösegeld spezialisiert und sollen dafür bereits angeblich Millonensummen erhalten haben. Bary, der aus Maida Vale in West-London kommt, ist der Sohn von Adel Abdel Bary, der 2012 von Großbritannien zur Strafverfolung an die USA ausgeliefert wurde, weil er an Bombenattentaten auf US-Konsulate in Ost-Afrika im Jahr 1998 beteiligt gewesen sein soll.

Die drei im Zusammenhang mit dem Mord an Foley identifizierten Männer sollen England im Oktober letzten Jahres zusammen mit zwei weiteren Männern verlassen haben. Einer der fünf ist nach Angaben seines Vaters inzwischen in Syrien getötet worden, während ein weiterer – Mashadur Choudhury – nach wenigen Wochen aus dem Nahen Osten nach England zurückkehrte, wo er im Mai dieses Jahres als erster Brite wegen seines Engagements in Syrien als Terrorist verurteilt wurde.

Mittlerweile sollen sich Einheiten einer britischen Spezialeinheit im Nordirak befinden, die auf der Jagd nach den Verdächtigen sind.

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Wikinews-logo.svg   James Foley durch britischen Islamisten hingerichtet (22.08.2014)

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August 22, 2014

James Foley durch britischen Islamisten hingerichtet

James Foley durch britischen Islamisten hingerichtet

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Veröffentlicht: 22.08.2014, 10:58 (CEST)
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London (Vereinigtes Königreich), 22.08.2014 – Bereits bei der Veröffentlichung des Videos, das die Tötung des amerikanischen Journalisten James Foley zeigt, wurde über die Identität des Mörders spekuliert. Es wurde direkt auf den britischen Akzent des Mannes hingewiesen, und nachdem das Video mittlerweile von US-Experten als authentisch bestätigt wurde, wurde klar, dass es sich bei dem Mann um einen Briten handeln muss. Sprachexperten haben den Akzent des Mannes auf das East End von London, möglicherweise auch den Süd-Osten Englands, eingegrenzt und nehmen auch an, dass er eine zweite Sprache fließend spricht. Gleichzeitig wird aber auch darauf hingewiesen, dass die Sprache nur ein Puzzleteil in der Identifizierung des Mannes ist.

Polizei und Geheimdienstexperten versuchen, die Identität des Mannes zu klären. Es wird vermutet, dass sich ungefähr 400 Männer britischer Abstammung unter den Kämpfern des IS befinden. Der Mann, der jetzt wegen des Mordes an James Foley gesucht wird, ist den Behörden bereits seit Längerem bekannt. Doch weil nicht nur Geheimdienstexperten, sondern auch Scotland Yard sich um die Identifizierung bemühen, könnte der Mann bereits in England wegen islamistischer Aktivitäten aufgefallen sein. Bekannt ist auch, dass der Mann, der sich selbst „John“ nennt, leitender Unterhändler für die Freilassung ausländischer Geiseln in der nordsyrischen Stadt ar-Raqqa war. Von einer damaligen Geisel wird er als intelligent, gut gebildet und fanatischer Anhänger islamistischer Koranauslegungen beschrieben. Er soll zu einer dreiköpfigen Gruppe von Briten gehören, die beim IS als „Die Beatles“ bekannt sind und dementsprechend die Spitznamen „John“, „Paul“ und „Ringo“ haben.

Die Rolle des Mannes in dem Video wird als besonderer Propagandaschachzug interpretiert. Durch die offensichtlich westliche Herkunft des Mannes soll der Film als Rekrutierungsmedium in den USA und Großbritannien dienen und diesen Zweck auch deutlich an die betreffenden Regierungen vermitteln. Der Besitz oder die Vorführung des Videos ist in Großbritannien unter Anti-Terrorismusgesetzen verboten, verschiedene Medien bringen aber trotzdem Auszüge aus der Ansprache in gedruckter Form oder als Soundbites.

Der britische Premierminister David Cameron unterbrach seinen Urlaub für 24 Stunden, um eine Krisensitzung der Regierung zur Situation im Irak zu leiten. Er sei sehr geschockt davon, dass es sich bei dem Mörder um einen Mann britischer Herkunft handele, erklärte er. Der britischen Regierung und den Geheimdiensten ist die Rekrutierung durch Islamisten in Großbritannien seit Langem bekannt, doch wolle man keine übereilten Maßnahmen treffen, dieses jetzt zu stoppen, hieß es dazu von der Regierung.

Die Identifizierung der Männer, die als Kämpfer tätig sind, wird als wichtig angesehen, da sie sehr wahrscheinlich zu einem späteren Zeitpunkt versuchen werden, in ihre Heimat zurückzukehren, wo sie dann ggf. mit einer Strafverfolgung rechnen müssen. Sollten sie ihren Kampf in Syrien und dem Irak verlieren und anschließend in ihre Heimatländer zurückkehren, geht man auch davon aus, dass sie, nachdem sie dort extrem gewalttätig geprägt wurden, diese Gewalt auch in die Heimatländer zurücktragen, wenn man sie nicht identifiziert und damit kontrollieren kann.

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March 30, 2013

Suhl in Thüringen: Geiselnahme im Gefängnis durch Polizei beendet

Suhl in Thüringen: Geiselnahme im Gefängnis durch Polizei beendet

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Veröffentlicht: 13:15, 30. Mär. 2013 (CET)
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JVA in Limburg an der Lahn

Suhl (Deutschland), 30.03.2013 – Am Karfreitag gegen 16 Uhr hatte ein 52-jähriger Strafgefangener in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Suhl-Goldlauter eine 26-jährige Angestellte in seine Gewalt gebracht. In der Nacht zum heutigen Samstag gelang es Beamten eines Sondereinsatzkommandos, die Frau zu befreien. Die Angestellte und der Geiselnehmer wurden bei der Aktion nicht verletzt.

Der Täter ist wegen Gewaltdelikten in Haft. Mit einem Messer hatte er sich der Gefängnisangestellten bemächtigt. Es folgten stundenlange Verhandlungen der Polizei mit dem Straftäter. Am Ende wurde der Mann von einem Spezialeinsatzkommando überwältigt. Thüringens Justizminister Holger Poppenhäger sagte nach dem Ende der Geiselnahme: „Die Forderungen des Geiselnehmers erschienen uns sehr wirr. Wir sind alle sehr erleichtert und froh, dass es beendet ist.“

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January 15, 2013

Somalia: Französischer Geiselbefreiungsversuch geht schief

Somalia: Französischer Geiselbefreiungsversuch geht schief

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Veröffentlicht: 11:24, 15. Jan. 2013 (CET)
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Somalia liegt am sogenannten Horn von Afrika

Mogadischu (Somalia) / Paris (Frankreich), 15.01.2013 – Der Versuch der Befreiung des französischen Geheimagenten Denis Allex, der sich seit Juli 2009 in der Gewalt der islamistischen Miliz al-Shabaab befunden haben soll, ist am vergangenen Freitag, dem 11. Januar, fehlgeschlagen. Dies bestätigte das französische Verteidigungsministerium am Samstag in Paris. Verteidungsminister Jean-Yves Le Drian sagte am Montag, aller Wahrscheinlichkeit nach sei die Geisel bei der Aktion getötet worden. „Alle Hinweise bestätigen uns in dieser Annahme“, so Le Drian. Allerdings gibt es widersprüchliche Angaben zu der Kommandoaktion.

Das 45-minütige Feuergefecht trug sich etwa einhundert Kilometer nordwestlich von Mogadischu zu. Bei der Militäraktion seien Paris zufolge zwei französische Soldaten und 17 „Terroristen“ getötet worden. Al-Schabaab behauptete über Twitter zudem, dass zahlreiche weitere französische Soldaten bei der Aktion verletzt worden seien. Zu dieser Angabe der Islamisten gibt es keine Bestätigung aus Paris. Den Islamisten zufolge sei, im Gegensatz zu den Verlautbarungen des französischen Verteidigungsministeriums, die Geisel allerdings noch am Leben. Lokale Augenzeuge sagen, dass acht unbeteiligte Zivilisten unter den Getöteten seien.

Al-Schabaab veröffentlichte nun über Twitter drei Bilder, die einen getöteten französischen Soldaten zeigen sollen. Die Bilder zeigen außer dem Leichnam auch Waffen und andere Ausrüstungsgegenstände. Ein silbernes Kreuz an einer Halskette ist deutlich zu sehen. „Die Wiederkehr der Kreuzritter. Doch auch sein Kreuz konnte ihn nicht vor dem Schwert bewahren“, twitterten die Islamisten. „François Hollande, war es das wert?“ hieß es in einem separaten Tweet. Allerdings wurde bislang noch nicht bestätigt, dass die Bilder tatsächlich einen der getöteten Franzosen zeigen.

Allex – vermutlich ein Deckname – und ein Kollege waren am 14. Juli 2009 in Mogadischu gefangengenommen und verschleppt worden. Der Kollege konnte später fliehen. Al-Schabaab will einen islamistischen Staat in Somalia errichten und beherrscht vor allem Teile des Südens des Landes. Das letzte Lebenszeichen des mutmaßlichen Agenten des Auslandsgeheimdiensts DGSE stammt vom letzten Herbst; in einem Video übermittelte der Franzose die Forderung der Islamisten unter anderem danach, dass Frankreich seine Unterstützung der Mission der Afrikanischen Union in Somalia einstellen solle und diese Friedenstruppen abgezogen werden sollten.

Die französische Militäraktion sei von den US-Streitkräften technisch unterstützt worden, bestätigte US-Präsident Barack Obama in einem Schreiben an den Kongress der Vereinigten Staaten, jedoch seien US-Soldaten nicht direkt in die Aktion involviert gewesen. „US-Kampfflugzeuge traten kurzzeitig in somalischen Luftraum ein, um die Rettungsaktion falls nötig zu unterstützen“, so Obama. Aktiv hätten US-Soldaten nicht eingegriffen, schrieb der amerikanische Präsident. US-Medien schrieben, der US-Einsatz sei erst erfolgt, als die Franzosen auf hartnäckige Gegenwehr gestoßen waren. Es ist nicht bekannt geworden, ob die Amerikaner ihren Einsatz nicht fortführten, weil die Lage dies nicht ermöglichte, oder ob von französischer Seite ein Eingreifen von US-Kräften nicht angefordert wurde.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Frankreich
  • Portal:Somalia
  • Portal:Arabische Welt

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November 27, 2011

Timbuktu: Deutscher Tourist von Entführern erschossen

Timbuktu: Deutscher Tourist von Entführern erschossen

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Veröffentlicht: 19:41, 27. Nov. 2011 (CET)
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Straßenszene in Timbuktu (Archivbild)

Timbuktu (Mali), 27.11.2011 – Am Freitag wurde bei einer Entführung von vier Touristen aus einem Café in Timbuktu ein Mann erschossen, der sich gegen die Angreifer gewehrt hatte. Bei den drei Entführungsopfern handelt es sich um Touristen aus Schweden, den Niederlanden und einen Touristen mit britisch-südafrikanischer Staatsbürgerschaft. Nach Auskunft des Auswärtigen Amtes dürfte der getötete Mann ein Deutscher sein.

Ein Mitarbeiter des Cafés: „Ich war am Empfang, als die Entführer hereinkamen. Einer von ihnen hat seine Waffe auf mich gerichtet. Er sagte mir, ich solle mich still verhalten. Dann haben sie die drei mitgenommen – einen vierten haben sie noch vor Ort getötet. Ich glaube, weil er nicht in ihr Fahrzeug steigen wollte.“ Die Täter sollen bewaffnet gewesen sein. Die Deutsche Botschaft in Bamako hat die konsularische Betreuung des Falls übernommen.

Bereits am Donnerstag waren zwei Franzosen aus der Stadt Hombori entführt worden. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) rät von Reisen nach Mali ab. Das Auswärtige Amt (AA) hält eine Teilreisewarnung für angebracht, das Risiko von Entführungen und Anschlägen ist maßgeblich dafür.

In Mali und in den Nachbarländern ist die al-Qaida im Maghreb (GSPC), eine radikale islamistische Gruppierung aus Algerien, operativ tätig. Sie gilt als eine der bestorganisierten und -bewaffneten Terrororganisationen der Welt. Auch sie finanziert sich zum Teil durch das Erpressen von Lösegeld.

Seit dem Mord an dem Deutschen, werden Touristen aus Timbuktu ausgeflogen. Die malische Regierung hat dazu ein Flugzeug gechartert. Die ersten zwölf Touristen wurden in die Stadt Mopti geflogen.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Afrika

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November 12, 2011

Türkei: Geiselnehmer bei Befreiung einer entführten Fähre getötet

Türkei: Geiselnehmer bei Befreiung einer entführten Fähre getötet

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Veröffentlicht: 17:37, 12. Nov. 2011 (CET)
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Marmarameer bei Istanbul (Archivaufnahme)

Istanbul (Türkei), 12.11.2011 – Die von einem Mann mithilfe eines Sprengsatzes an seinem Körper, der zunächst als Attrappe angesehen wurde, gekaperte Fähre „Kartepe“ ist befreit. Der Entführer wurde dabei vom eingesetzten Militär und von Spezialeinheiten der Polizei getötet. Die 18 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder sind unverletzt. Sie waren zwölf Stunden in der Gewalt des etwa 30-jährigen Mannes.

Die für bis zu 400 Passagiere ausgelegte Fähre war zwischen Izmit und Gölcük im östlichen Marmarameer unterwegs, als sie entführt wurde. Zunächst war man von mehreren Tätern ausgegangen. Verbindungen zur Terrororganisation Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) werden vermutet. Der Gouverneur der Provinz Kocaeli, Ercan Topaca, sagte im Staatsfernsehen, dass bei einer Durchsuchung der Wohnung des Erschossenen in Izmit Dokumente der PKK gefunden worden seien. Eine Person sei in dem Zusammenhang festgenommen worden.

Laut dem Gouverneur von Istanbul, Hüseyin Avni Mutlu, war die Erstürmung des Schiffes gut vorbereitet. Man war der Fähre gefolgt, bis ihr 50 Kilometer vor Istanbul der Treibstoff ausgegangen war. Um 4.30 Uhr wurde der Befehl zur Befreiung gegeben. Die Umstände, wie der Täter den Tod gefunden hat, sind unklar. Kam es zu einem Schusswechsel?

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Türkei

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August 25, 2010

Geiseldrama in Manila: Acht Touristen aus Hongkong tot

Geiseldrama in Manila: Acht Touristen aus Hongkong tot

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Veröffentlicht: 08:52, 25. Aug. 2010 (CEST)
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Der beschädigte Reisebus nach dem Polizeieinsatz

Foto: Sakuradate

Manila (Philippinen), 25.08.2010 – Acht Touristen aus Hongkong starben am Montag während eines Befreiungsversuchs der Polizei bei einer Geiselnahme in Manila, sieben weitere Chinesen wurden dabei verletzt. Der Geiselnehmer, ein ehemaliger Polizist, der seine Wiedereinstellung verlangte, wurde ebenfalls getötet. Er hatte die Insassen eines Reisebusses in seine Gewalt gebracht. Nach der Flucht des Busfahrers erschoss der Geiselnehmer zunächst zwei Geiseln, dann begann die Polizei mit der Erstürmung des Busses.

Die philippinische Polizei räumte inzwischen ein, Fehler begangen zu haben: Es seien „klare Mängel hinsichtlich der Leistungsfähigkeit und der verwendeten Taktik zu erkennen gewesen“, stellte Polizeichef Leocadio Santiago in einem lokalen Fernsehprogramm fest. Experten aus Hongkong sind in die philippinische Hauptstadt gereist, um die Ermittlungen zu beobachten.

Das Vorgehen der Polizei ist in China scharf kritisiert worden. Nach einem Bericht von Radio China International habe der Chefadministrator der Sonderverwaltungszone Hongkong, Donald Tsang, angeordnet, dass die Fahnen in Hongkong auf Halbmast gesetzt werden. Die Regierung habe für die Philippinen eine Reisewarnung ausgerufen. Nach Angaben des Hongkonger Tourismusverbandes würden alle Pauschalreisen auf die Philippinen bis zum 8. September abgesagt.

Themenverwandte Artikel

  • Portal: Philippinen

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June 17, 2009

Geiseldrama im Jemen

Geiseldrama im Jemen – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Geiseldrama im Jemen

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Veröffentlicht: 18:20, 17. Jun. 2009 (CEST)
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Sanaa (Jemen) / Berlin (Deutschland), 17.06.2009 – Die Entführung von neun Ausländern im Norden des Jemen hat erste Todesopfer gefordert: Nach Angaben von Beamten in der nordwestlichen Provinz Saada wurden drei Frauen von den Geiselnehmern getötet. Bei dem Opfern handelt es sich um zwei deutsche Krankenschwestern und eine südkoreanische Lehrerin. „Wir müssen leider davon ausgehen, dass sich unter den Toten zwei vermisste deutsche Frauen befinden“, bestätigte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Dienstag. Sie wurden vermutlich mit Pistolen und Dolchen umgebracht. Die Leichen seien am Montag im Nuschur-Tal nahe der Ortschaft Akwan entdeckt worden.

Laut dem jemenitischen Innenministerium werden hinter der Tat die schiitischen Rebellengruppe Abdulmalik al-Houthi vermutet. Jedoch hieß es aus Rebellenkreisen, die Gruppe habe mit der Geiselnahme nicht zu tun. Auch eine Beteiligung des Terrornetzwerkes al-Qaida wird nicht ausgeschlossen. Im Auswärtigen Amt in Berlin sei ein Krisenstab eingerichtet worden, der in „engstem Kontakt“ mit den örtlichen Behörden stehe. Man sei intensiv um Aufklärung bemüht, erklärte ein Sprecher am Montag.

Die Gruppe von sieben Deutschen, einem britischem Ingenieur und einer südkoreanischen Lehrerin am Freitag von einem Ausflug nicht zurückgekehrt. Bei den Deutschen handelt es ich um ein Paar mit drei Kindern im Alter zwischen elf Monaten und vier Jahren sowie zwei Krankenschwestern, die im Auftrag der niederländische Hilfsorganisation Worldwide Services in einem staatlichen Krankenhaus der Stadt Saada beschäftigt waren. Im Jemen werden immer wieder Ausländer verschleppt. Einige Stämme versuchen, durch Geiselnahmen inhaftierte Angehörige freizupressen. Bisher gingen Entführungen für die Geiseln meist glimpflich aus.

Themenverwandte Artikel

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