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February 22, 2012

Afghanistan: Proteste nach Koran-Verbrennungen

Afghanistan: Proteste nach Koran-Verbrennungen

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Veröffentlicht: 20:06, 22. Feb. 2012 (CET)
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Kabul (Afghanistan), 22.02.2012 – Laut dem arabischen TV-Sender Al Jazeera haben in Kabul, der Hauptstadt Afghanistans, über tausend Menschen gegen die Koran-Verbrennungen, die von einigen US-Soldaten begangen wurden, protestiert. Die Proteste zogen sich über das ganze Land. Mindestens acht Demonstranten sollen dabei ums Leben gekommen sein. Nach Angaben der Behörden wurden dutzende weitere bei den Ausschreitungen in verschiedenen Landesteilen verletzt. Präsident Hamid Karsai forderte von der US-Armee eine schnellere Übergabe des Gefängnisses von Bagram an die Afghanen.

Nach Angaben der afghanischen Polizei setzten in Kabul wütende Demonstranten Fahrzeuge in Brand und attackierten Geschäfte. Als von Demonstranten Autoscheiben eingeschlagen und eine Hauptstraße in der Nähe des US-Stützpunktes Camp Phoenix blockiert wurde, wurde in die Menschenmenge geschossen. Durch das eröffnete Feuer wurden mindestens drei Menschen verletzt. Unklar ist noch, wer geschossen hat. Dass die Polizei das Feuer eröffnet hatte, wurde von den afghanischen Sicherheitskräften nicht bestätigt. In Kabul starb ein Demonstrant, teilte das Gesundheitsministerium mit.

In der ostafghanischen Stadt Dschalalabad kam es auch zu Demonstrationen. Rund tausend Studenten blockierten eine Hauptstraße. Angaben Al Jazeeras zufolge sollen ein Mensch bei Schießereien mit anti-amerikanischen Demonstranten getötet und zehn weitere Menschen verletzt worden sein. Eine Sprecherin der Provinzbehörden der Nachrichtenagentur AFP sagte, dass sechs Menschen im Bezirk Schinwar in der Provinz Parwan nördlich von Kabul getötet worden sind.

Es ist der zweite Tag in Folge, an dem gegen die Verbrennung von Koran-Ausgaben auf dem US-Stützpunkt Bagram protestiert wird. Am Dienstag kam es schon zu Demonstrationen und zu Angriffen auf den Stützpunkt. Nach den Vorfällen entschuldigte sich General John Allen, Oberkommandeur der Nato-geführten Internationalen Schutztruppe ISAF. Allen nannte dies einen „unangemessenen Umgang“ mit islamischem religiösen Material. Er sagte, dass die Verbrennungen von Koran-Ausgaben „irrtümlich“ geschehen seien. Dass US-Soldaten auf dem Stützpunkt Bagram Koran-Ausgaben zur Entsorgung versehentlich in eine Verbrennungsanlage gebracht hätten, ist von der ISAF bestätigt worden.

Alle Soldaten wurden nun von ISAF zu einer Schulung verpflichtet. Bis Anfang März sollen sie lernen, mit Gegenständen aus religiösen Kontexten, wie etwa dem Koran, angemessen umzugehen. Für Muslime ist jede Schändung des Korans eine Todsünde. Auch US-Verteidigungsminister Leon Panetta entschuldigte sich für den „höchst bedauerlichen Zwischenfall“. Aus Sicherheitsgründen hat die US-Botschaft in Kabul für ihre Mitarbeiter ein Reiseverbot verhängt.

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April 25, 2011

Kandahar: Taliban befreiten mindestens 475 Häftlinge

Kandahar: Taliban befreiten mindestens 475 Häftlinge

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Veröffentlicht: 21:22, 25. Apr. 2011 (CEST)
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(Archivbild)
Taliban (Archivbild)

Kandahar (Afghanistan), 25.04.2011 – Unbemerkt trieben die Gefangenenbefreier einen mindestens 320 Meter langen Tunnel voran. Nach Monaten der Arbeit im Untergrund durchbrachen sie den Boden eines Gefängnisses in Kandahar. Gut organisiert flohen inhaftierte Mitglieder der radikalislamischen Taliban in Kleingruppen durch die Röhre. Mindestens 475 Häftlinge entkamen. Laut Jusuf Ahmadi, einem Sprecher der Taliban, waren darunter 106 Führungsfiguren der islamistischen Vereinigung.

Die Taliban brüsten sich mit der Befreiung. Auf Seiten der Regierung Karsais ist man geschockt. Die Tatsachen lassen kein gutes Licht auf den Staatsapparat fallen. Bereits vor drei Jahren kam es zu einer Massenflucht von 900 Häftlingen aus dem Gefängnis Sarpossa. Damals gelang es den Radikalen, ein Gefängnis zu stürmen. Zwei mit Explosivstoffen beladene Lkws fuhren in das Tor und die Mauer und rissen große Löcher hinein.

Laut dem Gouverneur der Provinz Kandahar, Turjalai Wessa, läuft eine Großfahndung. Ein Teil der Häftlinge sei schon wieder eingefangen. Von allen Geflohenen habe man biometrische Daten. Er sprach von laufenden Ermittlungen zum Tunnelbau. Einzelheiten wollte er nicht nennen.

Die Taliban brüsten sich mit der Massenbefreiung und gaben Einzelheiten bekannt. Im Gefängnis habe es nur wenige Eingeweihte gegeben. „Freunde“ hätten vor der Flucht am Sonntag Schlüsselkopien ins Gefängnis geschmuggelt. Zum richtigen Zeitpunkt habe man die Zellen geöffnet und die Leute in kleinen Gruppen von vier bis fünf Mann durch das Bauwerk geschickt. Am Ende seien sie von Helfern empfangen worden, die sie mit Fahrzeugen im Shuttlebetrieb an sichere Orte gebracht hätten.

Gefängnisdirektor Ghulam Dastageer Majar sagte, der Tunnel münde exakt in der Abteilung für politische Gefangene. Der Eingang habe sich in einem Wohnhaus außerhalb der Gefängnismauern befunden. Nach Angaben der Ermittler wurde ein Teil eines Abwasserkanals für den Tunnelbau genutzt.

Laut Taliban soll ein Selbstmordkommando am Gefängnis bereit gestanden haben. Zu Kämpfen sei es nicht gekommen, das Kommando habe nicht eingreifen müssen.


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February 7, 2011

Hamid Karsais Zuversicht für Afghanistan

Hamid Karsais Zuversicht für Afghanistan

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Veröffentlicht: 21:30, 7. Feb. 2011 (CET)
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Hamid Karzai

München (Deutschland), 07.02.2011 – Der afghanische Präsident war Gast bei der 47. Münchner Sicherheitskonferenz. Er blickt mit Optimismus in die Zukunft. Ab 2014 könne das Land seine Aufgaben alleine erledigen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Westerwelle hatten am Rande der Konferenz Gespräche mit ihm geführt und Hilfe über das Jahr 2014 hinaus zugesagt. Die Unterstützung soll „ziviler“ und „politischer“ sein als es jetzt der Fall ist. Behandelt wurden Wirtschafts- und Sicherheitsfragen.

Zurzeit sind rund 150.000 ausländische Soldaten der internationalen Schutztruppe ISAF im Land, darunter 4860 Deutsche. Der Bundestag hatte das Mandat für den Einsatz bei Enthaltung der Grünen und Ablehnung der Linken am 28. Januar 2011 um ein Jahr verlängert.

Karzai warb für Investitionen Deutschlands, er sieht spürbare Fortschritte beim Aufbau und dem Weg in die Eigenständigkeit. Westerwelle hob hervor: „Die Ausbildung von Soldatinnen und Soldaten, Polizistinnen und Polizisten läuft schneller als erwartet“. Er prangerte die Miss- und Vetternwirtschaft an und forderte die Versöhnung der widerstrebenden Kräfte.

„Gewalt allein wird keinen Frieden bringen“, war die eindringliche Aussage Karzais. Er will für Rechtssicherheit und den Abbau der allgegenwärtigen Korruption sorgen.

Gegen die Aussagen, die auf der Sicherheitskonferenz getroffen wurden, steht die Position von Menschenrechtsorganisationen in Afghanistan, wonach sich die Sicherheitslage verschlechtert habe. 2010 wurden durch Angriffe der Taliban-Miliz 2500 Menschen getötet. 2010 soll das blutigste Jahr seit dem Einmarsch der USA gewesen sein (bei Zugrundelegung der zivilen Verluste).

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February 4, 2011

Ägypten wird das beherrschende Thema der 47. Münchner Sicherheitskonferenz

Ägypten wird das beherrschende Thema der 47. Münchner Sicherheitskonferenz

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Veröffentlicht: 13:56, 4. Feb. 2011 (CET)
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Hotel Bayrischer Hof

München (Deutschland), 04.02.2011 – Ein eigenes Diskussionsforum mit dem Titel „Was geschieht mit der arabischen Welt?“ wird sich am Samstag mit den Massenprotesten im Nahen Osten befassen. Schon lange geplant, soll das Treffen des Nahost-Quartetts Lösungen für den Konflikt zwischen Israel und Palästinensern finden. Hier werden die US-Außenministerin Hillary Clinton, ihr russischer Kollege Sergej Lawrow, die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon teilnehmen.

Die Sicherheitskonferenz ist eine privat organisierte, seit 1962 jährlich wiederkehrende Veranstaltung. Seit 2009 wird sie von dem Juristen, Völkerrechtler und ehemaligen Diplomaten Wolfgang Ischinger geleitet. Es werden mehr als 350 Teilnehmer aus über 50 Ländern erwartet.

Neben der Situation im Nahen Osten sind weitere Themenschwerpunkte vorgesehen: die Bedrohung durch Angriffe aus dem Internet, die Herausforderungen an die Sicherheitspolitik nach der schweren globalen Wirtschaftskrise, Sicherheitsstrategien und die Rolle der NATO in Brennpunkten wie Afghanistan.

Die USA und Russland werden die Ratifikationsurkunden zum Start-Vertrag austauschen.

Unter anderem werden folgende weitere Gäste erwartet: NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, der britische Premierminister David Cameron, EU-Ratspräsident Herman van Rompuy, der Chef der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA), Yukiya Amano und der afghanische Präsident Hamid Karzai.

Die deutsche Regierung wird mit Angela Merkel, Außenminister Guido Westerwelle (FDP), Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Innenminister Thomas de Maizière (CDU) vertreten sein.

Die Münchner Polizei wird mit etwa 3.400 Einsatzkräften die Veranstaltung im Bayrischen Hof schützen und das Versammlungsgeschehen betreuen. Polizeivizepräsident Robert Kopp kündigte konsequentes Einschreiten, eine niedrige Einschreitschwelle gegen Störer und Straftäter an. Die Münchner Polizei wird dabei durch Kräfte der Bayerischen Bereitschaftspolizei, der Bundespolizei und Einheiten aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Saarland und Hessen unterstützt.

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January 18, 2010

Kabul: Terrorangriff von Taliban auf das Regierungsviertel

Kabul: Terrorangriff von Taliban auf das Regierungsviertel

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Veröffentlicht: 18:28, 18. Jan. 2010 (CET)
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Das Zentrum Kabuls

Kabul (Afghanistan), 18.01.2010 – In einem gut koordinierten Angriff versuchten heute rund 20 bis 30 Taliban, den Präsidentenpalast in der afghanischen Hauptstadt Kabul und mehrere Ministerien zu stürmen. Nach stundenlangen Gefechten gelang es dann den Sicherheitskräften der Regierung, den Angriff zurückzuschlagen. Mehrere Selbstmordattentäter sprengten sich im Verlauf der Kämpfe selbst in die Luft und rissen dabei mehrere Polizisten und Sicherheitskräfte mit in den Tod. Die Bilanz des Terrorakts: neun Tote und 38 Verletzte. Der Angriff begann trotz scharfer Sicherheitsvorkehrungen, als Präsident Hamid Karzai gerade neue Mitglieder seines Kabinetts vereidigte. Nach der Zurückschlagung des Angriffs jagten 200 afghanische und Nato-Truppen weiter die sich zurückziehenden Taliban. Am Nachmittag konnte Präsident Karzai verkünden: „Die Sicherheitslage in Kabul ist wieder unter Kontrolle.“

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  • Portal:Afghanistan

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January 16, 2010

Afghanisches Kabinett fällt erneut durch

Afghanisches Kabinett fällt erneut durch

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Veröffentlicht: 21:06, 16. Jan. 2010 (CET)
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Hamid Karzai, Präsident Afghanistans

Kabul (Afghanistan), 16.01.2010 – Der Präsident Afghanistans, Hamid Karzai, legte dem neugewählten Parlament des Landes zum zweiten Mal eine Kabinettsliste zur Abstimmung vor und zum zweiten Mal lehnte das Parlament Teile des Kabinetts ab.

Nach dem Abdullah Abdullah, der Herausforder Karzais bei den Präsidentschaftswahlen, nicht zu einer Stichwahl angetreten, war Karzai am 19. November 2009 als Präsident vereidigt worden. Zeitgleich mit der Präsidentschaftswahl fand auch die Parlamentswahl statt. Anfang dieses Jahres hatte Karzai dem Parlament eine erste Kabinettsliste vorgelegt. Das Kabinett lehnte jedoch 17 von 24 Kandidaten ab.

Die heute abgestimmte Liste enthielt die Namen von drei Frauen und vierzehn Männern. Über die sieben vom Parlament in der ersten Abstimmung bestätigten Kandidaten wurde nicht erneut abgestimmt. Heute fielen erneut 10 der 17 Kandidaten durch, darunter zwei der drei Frauen. Nach dieser Abstimmung sind also erst 14 der 24 Ministerien besetzt. Das Parlament bestätigte allerdings den Außen- und den Justizminister.

Harmid Karzai steht nun unter Zeitdruck: Am 28. Januar beginnt in London die Afghanistan-Konferenz.

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  • Portal:Afghanistan

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June 19, 2006

Thailand will Buddha-Statuen von Bamiyan wieder aufbauen

Thailand will Buddha-Statuen von Bamiyan wieder aufbauen

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Artikelstatus: Fertig 17:28, 19. Jun. 2006 (CEST)
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Bangkok (Thailand), 19.06.2006 – Neue Hoffnung gibt es für eines der bekanntesten Kulturdenkmäler der Welt: Die thailändische Regierung will Afghanistan helfen, die Buddha-Statuen von Bamiyan wieder aufzubauen. Am 19. April berichtete Wikinews über die ungewisse Zukunft des Denkmals. Nun kam das Thema auf einer zweitägigen Regionalkonferenz in Kasachstan zur Sprache. Der thailändische Ministerpräsident Thaksin Shinawatra berichtete Journalisten der Thai News Agency (TNA) am Sonntag am Bangkok International Airport nach seiner Rückkehr, dass er dem afghanischen Ministerpräsidenten Hamid Karzai den Wiederaufbau angeboten habe. Dieses Angebot sei erfolgt, weil man ein buddhistisches Land sei. Dazu sollen die Reste zusammengetragen werden, um dann die Statuen neu zu errichten. Der afghanische Präsident soll den Vorschlag begrüßt haben und will ihn nun mit seiner Regierung besprechen. Die Zeitung „The Advertiser“ zitiert Karzai in seiner Online-Ausgabe mit den Worten, das sei eine „good idea“ (gute Idee).

Das Talibanregime hatte die beiden weltberühmten Statuen in Bamiyan aus dem zweiten bis fünften Jahrhundert nach Christus, die mittlerweile zum Weltkulturerbe gehören, im März 2001 zerstören lassen. Das Weltkulturerbe liegt in der Stadt Bamiyan, ungefähr 230 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Kabul auf 2.500 Meter Höhe im Hindukusch-Gebirge. Es entstand durch buddistische Mönche zwischen dem dritten und dem sechsten Jahrhundert nach Christus. Die große in den Fels gehauene Statue hatte eine Höhe von 58 Metern, die kleine war immerhin noch 38 Meter hoch.

Die Kosten für den Wiederaufbau schätzt die UNESCO auf ungefähr 30 Millionen US-Dollar. Die UNESCO war es auch, die mit Hilfe von Schweizer Fachleuten die Überreste sicherte und noch vorhandene Wandmalereien konservierte.

Themenverwandte Artikel

  • Ungewisse Zukunft der Buddha-Statuen in Afghanistan (19.04.2006, auch Quelle)

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January 11, 2006

Neue afghanische Nationalhymne könnte aus Deutschland kommen

Neue afghanische Nationalhymne könnte aus Deutschland kommen

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Artikelstatus: Fertig 12:25, 11. Jan. 2006 (CET)
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Rösrath (Deutschland) / Kabul (Afghanistan), 11.01.2006 – Den Text zu einer neuen Nationalhymne für Afghanistan hatte das Parlament in Kabul bereits im Herbst beschlossen. Babrak Wassa ist einer der Komponisten, die eine Melodie dazu liefern sollten. Er ist 58 Jahre alt und nicht nur Komponist, sondern auch Dirigent und Chorleiter. Der gebürtige Afghane ging 1980 nach Deutschland ins Exil. Heute besitzt er die deutsche Staatsangehörigkeit und wohnt in Rösrath-Forsbach im Bergischen Land nahe Köln.

Der Entwurf, den Wassa im Dezember nach Kabul schickte, kam nach Angaben des afghanischen Wiederaufbauministers, Amin Farhang, auch bei Präsident Hamid Karsai gut an. Er selbst hätte allerdings „lieber etwas Schmissigeres“. Außerdem gebe es nach seinen Angaben noch einen weiteren Exil-Afghanen, der in die engere Wahl gekommen sei. Nun reist Wassa nach Kabul, um dort persönlich seinen überarbeiteten Entwurf mit kompletter Orchesterbesetzung vorzustellen.

Der von Abdul Bari Dschahani stammende Text der Hymne, der unter Anderem die Textpassage „Afghanistan so glänzen soll wie die Sonne am blauen Himmel“ enthält, sollte in nur einer Minute und zehn Sekunden vertont werden. „Der Text ist ziemlich lang, und es war gar nicht einfach, ihn so kurz zu vertonen,” sagte Wassa gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Er beschrieb seine Komposition im Sechs-Achtel-Takt als „marschähnlicher“ als eine andere Version, die er – nach einem afghanischen Tanz – im Sieben-Achtel-Takt geschrieben hatte, „aber auch noch nicht militärisch”. Außerdem sagte Wassa, die Hymne klinge für westliche Ohren angenehm, obwohl Melodie und Harmonie afghanisch seien.

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December 19, 2005

Afghanistan: Frei gewähltes Parlament konstituierte sich

Afghanistan: Frei gewähltes Parlament konstituierte sich

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Artikelstatus: Fertig 09:20, 20. Dez. 2005 (CET)
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Kabul (Afghanistan), 19.12.2005 – Heute konstituierte sich unter starker internationaler Beachtung das erste freigewählte Parlament in der jüngeren Geschichte Afghanistans seit dem Sturz des Königs im Jahre 1973.

Das Parlament war unter strengen Sicherheitsvorkehrungen am 18. September 2005 gewählt worden. Mit der heutigen konstituierenden Sitzung wurde der auf der Petersberger Konferenz beschlossene Zeitplan für den Wiederaufbau des Landes und die Schaffung einer parlamentarischen Demokratie nach dem Sturz der Taliban erfüllt. Bisher war das Land von einer provisorischen Regierung geführt worden, die die Ausarbeitung einer Verfassung vorantreiben sollte. Als zunächst nur amtierender Präsident fungierte Hamid Karzai, der am 7. Dezember 2004 auch offiziell als gewählter Präsident bestätigt wurde.

In Anwesenheit des amerikanischen Vizepräsidenten Dick Cheney und anderer Repräsentanten ausländischer Regierungen wurden die 351 neu gewählten Abgeordneten der beiden Häuser (Ober- und Unterhaus) auf den Islam, die Verfassung und die Gesetze des Landes vereidigt, nachdem zuvor Auszüge aus dem Koran verlesen worden waren.

Die Zusammensetzung des Parlaments spiegelt deutlich den historischen Prozess wider, der nach dem Sturz der Taliban schließlich zur Errichtung einer Nachkriegsordnung geführt hatte. Ehemalige Taliban gehören dem Parlament ebenso an wie Kriegsherren aus der Zeit der sowjetischen Afghanistanbesetzung und der Nach-Taliban-Ära. Neben 283 Männern sitzen jedoch auch 68 Frauen im Parlament. Für die wiedergewonnene Freiheit der Frauen nach der Zeit der Rechtlosigkeit unter der Talibanherrschaft ist der relativ hohe Frauenanteil ein politisches Signal. Der Anteil von Frauen überschreitet damit sogar die in der Verfassung vorgeschriebenen Quote.

Als Hintergrund dieser Parlamentszusammensetzung ist die Tatsache in Rechung zu stellen, dass die Wahlen nicht von politischen Parteien bestritten wurden, sondern dass sich alle Kandidaten als Einzelkandidaten durchsetzen mussten. Diese Besonderheit des Wahlvorgangs war vom Präsidenten Karzai gegen den Widerstand der UNO durchgesetzt worden. Beobachter vermuten, dass er sich auf diese Weise eine Machtbasis unabhängig von Parteizwängen sichern wollte. Er kann dann mit wechselnden Mehrheiten regieren.

Nach Ansicht Karzais markiert die heutige Parlamentskonstituierung einen „bedeutende[n] Schritt in Richtung Demokratie“. Die Zusammensetzung der Parlaments stellt nach Ansicht von Beobachtern jedoch auch eine Gefahr für die künftige politische Entwicklung des Landes dar. Eine weibliche Abgeordnete, Malali Joya, ergriff zu diesem Thema auf der heutigen konstituierenden Sitzung das Wort. Sie sprach offen davon, dass die im Parlament vertretenen Kriegsherren ein Hindernis für die weitere demokratische Entwicklung des Landes darstellten: „Sie zerstörten unser Land und lehnen die Rechte der Frauen und die Menschenrechte ab. Ich werde mich dagegen stellen und niemals nachgeben.“

Konflikte sind auch durch die wirtschaftlichen Widersprüche des Landes vorprogrammiert. Während Präsident Karzai in seiner Rede gegen die Produktion und den Handel von Opium eintrat, liefert die afghanische Wirtschaft 80 Prozent der Weltproduktion an Opium. Die Erlöse des illegalen Opiumhandels fließen wiederum in die Taschen der im Parlament sitzenden ehemaligen so genannten Warlords und ihrer Gefolgsleute, deren Machtposition durch den Opiumhandel wesentlich gefestigt wird.

Themenverwandte Artikel

  • Trotz Terrordrohungen – In Afghanistan wurde heute gewählt (18.09.2005)
  • Hamid Karsai als afghanischer Präsident vereidigt (07.12.2004)

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September 18, 2005

Trotz Terrordrohungen – In Afghanistan wurde heute gewählt

Trotz Terrordrohungen – In Afghanistan wurde heute gewählt

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Artikelstatus: Fertig 20:49, 18. Sep. 2005 (CEST)
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Dies ist ein Artikel, der für einen Wettbewerb eingereicht wurde. Falls ein Einspruch eingelegt wird, bitte Schiedsrichter Cyper davon unterrichten.

Die Lage Afghanistans

Kabul (Afghanistan), 18.09.2005 – Zwölf Millionen Wahlberechtigte waren heute zur ersten demokratischen Wahl eines Parlaments nach 36 Jahren aufgerufen. 3040 Kandidaten bewarben sich um Sitze in den neu geschaffenen 34 Provinzräten und 2760 Kandidaten um die 249 Sitze des Zentralparlaments, der so genannten Wolesi Dschirga (Haus des Volkes). 68 Sitze, knapp ein Drittel, sind dabei für Kandidatinnen und zehn für die Nomaden-Minderheit der Kuchis reserviert.

Nach dem Sturz der Taliban im Jahre 2001 durch eine Koalition von Streitkräften unter der Führung der USA ist die heutige Wahl die erste freie Parlamentswahl seit 36 Jahren. Der seit dem November 2004 amtierende Präsident Afghanistans, der paschtunische Stammesführer Hamid Karsai nannte den Tag der Parlamentswahlen „den Tag der Selbstbestimmung für das afghanische Volk. Nach 30 Jahren Krieg, Interventionen, Besetzung und Elend bewegt sich Afghanistan heute vorwärts.“

Hamid Karsai

Die Wahlen fanden unter Bedingungen statt, die für westliche Länder mit einer langen demokratischen Tradition nur schwer vorstellbar sind. Die Teilnahme an der Wahl und bereits die Vorbereitung der Wahl stand unter der ständigen Drohung der gestürzten Taliban, Terrorakte gegen Kandidaten und Wähler auszuüben. Sieben Kandidaten wurden im Vorfeld der Wahl bereits getötet, auch Wahlhelfer wurden Opfer von Terrorakten. Nach Angaben des US-Militärs kam es besonders im Süden und Osten Afghanistans zu mehreren Angriffen von Talibankämpfern. So wurden in Khost nach einem Polizeieinsatz gegen angreifende Talibankämpfer insgesamt fünf Menschen getötet, darunter drei Polizisten. Insgesamt kam es zu über zwanzig Terroranschlägen durch Talibankämpfer. Dabei starben sieben Menschen. Die Sicherheit bei den Wahllokalen wurde durch insgesamt 100.000 Soldaten gewährleistet, darunter auch über 2000 Bundeswehrsoldaten. Polizisten hatten auf Hausdächern rund um die Wahllokale Stellung bezogen. Alle Personen, die die Wahllokale betreten wollten, wurden nach Waffen durchsucht.

Dennoch liefen die Wahlen insgesamt unter günstigeren Bedingungen ab als teilweise befürchtet worden war. Der Wahlleiter, Peter Erben, sprach von einer im Allgemeinen guten Sicherheitslage: „Wo Probleme aufkamen, haben die Sicherheitskräfte prompt reagiert und diese gelöst.“ Die Menschen im ganzen Land strömten relativ unbeeindruckt von den Terrordrohungen zu den Wahllokalen. Diese mussten daher teilweise drei Stunden länger geöffnet bleiben als ursprünglich vorgesehen. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die Wahlbeteiligung nicht hoch sein wird wie bei der Präsidentschaftswahl am 9. Oktober 2004.

Für die Frauen des Landes hatte die Beteiligung an den Wahlen eine besondere Bedeutung, da sie unter der Herrschaft der Taliban als völlig rechtlose Menschen, fast wie Gefangene, auf den häuslichen Bereich beschränkt waren. In der Öffentlichkeit durften sie nur verschleiert erscheinen. Die so genannte Burka, eine Ganzkörperverschleierung, wurde von den Taliban als verbindliche Kleidung für alle Frauen eingeführt. Vor den Wahllokalen erschienen nun auch viele Frauen, um ihr Wahlrecht in Anspruch zu nehmen. Nur vereinzelt kam es zu Zwischenfällen, als männliche Familienangehörige in den südöstlichen Provinzen versuchten, Frauen vom Wahlgang abzuhalten.

Das amtliche Ergebnis der Wahl wird noch eine Weile auf sich warten lassen. Auf die in westlichen Demokratien üblichen Hochrechnungen schon kurz nach dem Wahlende müssen die Wahlorganisatoren in Afghanistan verzichten. Am 10. Oktober wird ein vorläufiges Wahlergebnis bekannt gegeben, das amtliche Endergebnis wird am 22. Oktober feststehen.

Quellen

  • de.today.Reuters.com: „Parlamentswahl in Afghanistan begleitet von Gewalt“ (18.09.2005) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar
  • Kleinezeitung.at: „Parlamentswahl in Afghanistan von Gewalt begleitet“ (18.09.2005) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar

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