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July 11, 2012

Nigeria: Mehr als 100 Tote bei Anschlägen

Nigeria: Mehr als 100 Tote bei Anschlägen

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Veröffentlicht: 17:06, 11. Jul. 2012 (CEST)
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Nigerias Präsident Goodluck Ebele Jonathan

Jos (Nigeria), 11.07.2012 – Am vergangenen Wochenende starben bei Angriffen muslimischer Viehzüchter auf christliche Dörfer mehr als 100 Menschen. Ein Sprecher von Gouverneur Jonah Jang sagte am Montag, dass am Samstag mindestens 80 Menschen getötet worden seien, als Angehörige der Bevölkerungsgruppe der Fulani, welche sich als Polizisten verkleidet hatten, mehrere Dörfer im Bundesstaat Plateau überfielen. Auf einer Trauerfeier für bereits vorher getötete Menschen am Sonntag sollen bei einem Angriff mindestens 22 Leute umgebracht worden sein. Auch ein nigerianischer Senator und der Mehrheitsführer des Parlaments des Bundesstaates sollen unter den Toten vom Sonntag sein. Wie ein Polizeisprecher sagte, wären zwischen 22 und 25 Angreifer von Sicherheitskräften festgenommen worden.

Wegen der blutigen Fehden im Bundesstaat Plateau kündigte der Präsident Nigerias, Goodluck Ebele Jonathan, eine „weitere Verschärfung des Kampfes gegen den Terrorismus“ an. Am Montag wurde von der Regierung aus Angst vor Racheaktionen der christlichen Bevölkerung und als Reaktion auf die Angriffe eine Ausgangssperre für die Stadt Jos und Umgebung verhängt.

Die meisten der vielen muslimischen Bewohner Nord-Nigerias sehen die seit Jahrzehnten in der Region lebenden christlichen Bauern und Kaufleute immer noch als Feinde an. Die Muslime in Plateau fühlen sich von der christlich dominierten politischen Klasse des Bundesstaates benachteiligt. Die Situation wird oft von radikalen Islamisten ausgenutzt.

Die Bevölkerung, überwiegend die Christen, werden schon jahrelang durch die islamistische Sekte Boko Haram terrorisiert. Die Angriffsziele der Sekte sind vor allem Kirchen und Polizeistationen. Die Zahl der Toten durch Terror wird allein in den vergangenen zwölf Monaten auf weit über 1000 geschätzt. Die islamistische Sekte will aus Nigeria einen islamischen Gottesstaat mit der Scharia, dem islamischen Gesetz, als Grundlage der Gesetzgebung machen. 40 % der Einwohner Nigerias sind Muslime und weitere 40 % sind Christen.

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  • Portal:Nigeria

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May 25, 2012

Amnesty International äußert Kritik an deutschen Rüstungsexporten

Amnesty International äußert Kritik an deutschen Rüstungsexporten

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Veröffentlicht: 12:33, 25. Mai 2012 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 25.05.2012 – Amnesty International hat den 50. Jahresbericht veröffentlicht. Die Jahresberichte von Amnesty geben ein weltweites Bild von der Lage der Menschenrechte. Im neuen „Amnesty Report“ werden in 101 von 155 Staaten Folter und Misshandlung durch die Sicherheitskräfte sowie in 91 Staaten Einschränkungen der Meinungsfreiheit dokumentiert.

Der Bericht kritisiert auch Deutschland, weil Roma in den Kosovo abgeschoben wurden. Roma werden im Kosovo diskriminiert. Außerdem hätten deutsche Rüstungsexporte nach Ägypten, Libyen, Bahrain und Jemen die Niederschlagung von dortigen Protestbewegungen möglich gemacht.

Der Generalsekretär von Amnesty International Deutschland, Wolfgang Grenz, sagte gegenüber dem Hamburger Abendblatt: „Es ist ein Unding, dass es für den Handel mit Bananen und Dinosaurierknochen klare Regeln gibt, aber der Waffenhandel bisher international keiner Kontrolle unterliegt”. Grenz wies aber auch darauf hin, dass das Jahr 2011 ein „außergewöhnliches Jahr“ gewesen sei, in dem „weltweit unzählige Menschen auf die Straße gingen, um ihre Rechte einzufordern“. Wirtschaftliche und außenpolitische Interessen würden immer noch stärker gewichtet als die Menschenrechte.

Weitere Schwerpunkte des Berichts sind die Unterdrückung der Menschenrechte in China, mit denen die Regierung einer Bewegung nach dem Vorbild des Arabischen Frühlings zuvorkommen wollte, und andererseits die Besserung der Lage im Nachbarland Myanmar, dem früheren Birma. Erfreulich war die Abschaffung der Todesstrafe in Benin, Ghana, Nigeria und Sierra Leone sowie im US-amerikanischen Bundesstaat Illinois im Jahr 2011. In Oregon wurden alle Hinrichtungen durch den Gouverneur gestoppt.

Wenige Tage vor der Durchführung des diesjährigen Eurovision Song Contest in Aserbaidschan, wies Amnesty auf die Missachtung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit in dem Land hin. Dort seien „17 gewaltlose politische Gefangene in Haft“, auf deren Freilassung hingewirkt werden müsse.

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  • Portal:Amnesty International

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January 6, 2012

Nigeria: Sechs Menschen in einer Kirche erschossen

Nigeria: Sechs Menschen in einer Kirche erschossen

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Veröffentlicht: 15:01, 6. Jan. 2012 (CET)
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Gombe (Nigeria), 06.01.2012 – Am Donnerstagabend griffen bewaffnete Männer eine Kirche in Gombe an und schossen auf die anwesenden Menschen. Sechs Personen wurden getötet, zehn weitere verletzt.

Priester Johnson Jauro: „Unsere Augen waren geschlossen, als einige Bewaffnete in die Kirche stürmten und das Feuer auf die Gemeindemitglieder eröffneten.“ Eine Panik brach aus, als die Christen zu fliehen versuchten. Die Frau des Priesters ist unter den Todesopfern. Bevor die Kirche gestürmt wurde, hätten die Angreifer durch die Fenster geschossen, so Jauro.

Zu dem Anschlag hat sich bislang niemand bekannt. Die islamistische Sekte Boko Haram hatte Anfang Dezember bei Anschlägen 150 Menschen getötet. Weitere Terrorakte waren angekündigt worden. Nach einem Bericht der Associated Press war die Sekte Boko Harman im Jahr 2011 für 500 Morde verantwortlich. Die Islamisten wollen die Scharia wiedereinführen. Die Polizei bestätigte bislang nur, dass der Angriff auf die Kirche stattgefunden hat.

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October 3, 2010

Preisträger des Alternativen Nobelpreises 2010 bekannt gegeben

Preisträger des Alternativen Nobelpreises 2010 bekannt gegeben

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Veröffentlicht: 18:45, 3. Okt. 2010 (CEST)
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Stockholm (Schweden), 03.10.2010 – Die Stiftung des Right Livelihood Award, der im Deutschen auch häufig als Alternativer Nobelpreis bezeichnet wird, hat am 30. September die diesjährigen Preisträger bekannt gegeben. Dabei wurde ein Schwerpunkt auf die „Macht des Wandels von unten“ gelegt.

Der Preis geht 2010 an vier Personen und Organisationen. Laut Jakob von Uexküll, dem Gründer des Preises, seien sie Beispiele und Vorbilder für Arbeit und Engagement an der Basis und für selbstständiges Handeln, das nicht erst auf Politiker wartet.

Der nigerianische Umweltschützer Nnimmo Bassey erhält den Preis für seine Arbeit gegen die massiven negativen ökologischen Auswirkung der Ölförderung in Nigeria und anderen afrikanischen Ländern. Laut Bassey finden im Niger Delta seit 50 Jahren Ölkatastrophen statt, die jedes Jahr in der Summe soviel Öl freisetzen wie eine Katastrophe im Ausmaß der Exxon Valdez. Bassey ist Gründer der Umweltgruppe „Environmental Rights Action“, die dem internationalen Umweltgruppennetzwerk „Friends of the Earth“ angeschlossen ist. Er ist gegenwärtig auch Leiter von „Friends of the Earth“.

An den brasilianischen Bischof Erwin Kräutler wird der Preis für seinen Einsatz für die Rechte der Indios und den Erhalt des Regenwalds verliehen. Der in Österreich geborene katholische Missionar lebt seit den 1960er-Jahren in Brasilien und ist seit 1980 Bischof von Xingu, der größten Diözese in Brasilien. Seine Arbeit ist von der Befreiungstheologie beeinflusst. Durch seine Arbeit für den Erhalt der Lebensgrundlagen der Indios, die im Konflikt mit Landnahme durch Siedler, Energie- und Bergbau-Industrie und Militär stehen, ist Kräutler wiederholten Todesdrohungen ausgesetzt gewesen. Seit 2006 muss er unter ständigem Polizeischutz leben.

Der nepalesische Entwicklungshelfer Shrikrishna Upadhyay und die von ihm gegründete Organisation SAPPROS werden für ihre Arbeit zur Überwindung der Armut durch Eigeninitiative von Dorfgemeinschaften in Nepal ausgezeichnet. SAPPROS leistet den Dörfern dabei Unterstützung durch Hilfe bei der Analyse der Ursachen der Armut und der Organisation von Projekten. Die Organisation, die seit 1991 besteht, musste dabei zwischen 1996 und 2006 in einem Umfeld der Gewalt arbeiten, das durch die bürgerkriegsähnlichen Zustände während des Aufstands der Maoisten erzeugt wurde.

Die israelische Organisation „Physicians for Human Rights“ erhält den Preis für ihren Einsatz für die Gesundheit aller Menschen in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten. Die Organisation wurde 1988, zu Beginn der Intifada, von israelischen und palästinensischen Ärzten gegründet und setzt sich dafür ein, dass das israelische Gesundheitssystem allen Menschen gleichermaßen zur Verfügung steht. Dazu gehören insbesondere Bewohner der besetzten palästinensischen Gebiete, Gefängnisinsassen und Personen ohne gültige Papiere. Die Arbeit wurde durch die Blockade des Gazastreifens und die Angriff auf den Gazastreifen 2008 erschwert.

Der Right Livelihood Award wird seit 1980 verliehen und finanziert sich aus privaten Spenden. Er geht mit einem Preisgeld von 200.000 Euro einher, das unter allen Preisträgern aufgeteilt wird. Die Preisverleihung findet traditionell im Dezember im Schwedischen Reichstag statt.

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July 5, 2010

Fußball-WM: Achtelfinale ohne Frankreich und Südafrika

Fußball-WM: Achtelfinale ohne Frankreich und Südafrika

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Veröffentlicht: 12:16, 5. Jul. 2010 (CEST)
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Rustenburg / Bloemfontein / Polokwane / Durban (Südafrika), 05.07.2010 – Die letzte Runde der Gruppenspiele hat begonnen. In der Gruppe besiegelte das 2:1 des Gastgebers Südafrika gegen Frankreich zwar das Ende der „Bleus“ bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010, bedeutete allerdings auch das Ausscheiden des Gastgebers aufgrund des gegenüber Mexiko schlechteren Torverhältnisses. Mexiko unterlag im letzten Gruppenspiel Uruguay mit 1:0. In der Gruppe B blieb Argentinien weiterhin ohne Punktverlust und siegte gegen Griechenland mit 2:0. Das Spiel zwischen Südkorea und Nigeria endete unentschieden. Ins Achtelfinale zogen Argentinien und Südkorea ein.

Frankreich – Südafrika
1:2 (0:2)

Die Ausgangslage der Franzosen und der Südafrikaner vor dem letzten Gruppenspiel war praktisch gleich: ein eigener hoher Sieg musste her, und das Spiel Mexiko gegen Uruguay durfte nicht unentschieden enden. Dementsprechend gespannt waren die 39.415 Zuschauer im Free-State-Stadion von Bloemfontein, die das von Schiedsrichter Oscar Julián Ruiz aus Kolumbien geleitete Spiel verfolgten. Der Schiedsrichter vergab eine Gelbe Karte für einen französischen Spieler und stellte in der 26. Minute den Franzosen Yoann Gourcuff nach einer Ellenbogeneinlage wegen wiederholten Foulspiels vom Platz, wobei dieser Platzverweis eine harte Entscheidung war und zum Gesamtbild der Schiedsrichterleistungen bei dieser Weltmeisterschaft passte.

Die Franzosen bestätigten auch auf dem Platz den miserablen Eindruck, den die Truppe bei dieser Weltmeisterschaft hinterlassen hatte. Genauso miserabel war die Torhüterleistung, die zum Führungstor für die Südafrikaner führte. Einen von Mittelfeldspieler Siphiwe Tshabalala ausgeführten Eckball in der 20. Minute schätzte Torhüter Hugo Lloris falsch ein, weshalb er viel zu niedrig war, um den Ball abzuwehren. Der flog direkt auf Abwehrspieler Bongani Khumalo, der den Ball mühelos mit Schulter und Kopf ins Tor schob. Das französische Team war ohne den vom Verband suspendierten Patrice Evra aufgelaufen, doch agierte es desorientiert, sodass das 2:0 in der 37. Minute durch den frei vor dem leeren französischen Tor stehenden Angreifer Katlego Mphela kaum überraschte.

Nach der Halbzeitpause hatte Mhela in der 58. und in der 62. Minute zwei Großchancen auf weitere Tore – hätte er sie beide verwerten können, wäre Südafrika dank der besseren Tordifferenz zu diesem Zeitpunkt weitergekommen. Carlos Alberto Parreira, der das südafrikanische Team trainierte, nahm in der 65. Minute Bernard Parker vom Platz und brachte Siyabonga Nomvethe. Doch in der 70. Minute beendete der von Trainer Raymond Domenech erst zur Pause eingewechselte Florent Malouda die südafrikanischen Hoffnungen, als er bei einem französischen Konter ein Zuspiel von Bayernspieler Franck Ribéry ins Tor lenkte.

Die Südafrikaner benötigten nun drei weitere Tore, glaubten wohl selbst nicht mehr daran, das Ergebnis ausreichend verbessern zu können, zumal im parallel laufenden Spiel Uruguay gegen Mexiko Uruguay sich nicht deutlich gegen die Nordamerikaner durchsetzen konnte. Es blieb beim 2:1 und damit beim Ausscheiden der Gastgeber in der Vorrunde – zum ersten Mal bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Die Franzosen schlossen mit der zweiten Niederlage im dritten Gruppenspiel und einem schmeichelhaften Unentschieden ohne Tore gegen Uruguay eine für die „Équipe Tricolore“ blamable Fußballweltmeisterschaft ab, in der das Team vor allem die Unterstützung durch die Anhänger der Mannschaft verloren hat.

Abschlusstabelle der Gruppe A
Rang Land Tore Punkte
1 Uruguay Uruguay 4:0 7
2 Mexiko Mexiko 3:2 4
3 Südafrika Südafrika 3:5 4
4 Frankreich Frankreich 1:4 1
Mexiko – Uruguay
0:1 (0:1)

Ein Unentschieden hätte für beide Mannschaften gereicht, um das Achtelfinale zu erreichen. Schließlich setzten sich die Südamerikaner knapp gegen Mexiko durch. Mexiko reichte die Niederlage dennoch für ein Weiterkommen, da die Nordamerikaner ein besseres Torverhältnis aufweisen konnten, als die Gastgeber aus Südafrika, die zeitgleich gegen die Franzosen siegten. Die vom ungarischen Schiedsrichter Viktor Kassai geleitete Begegnung, in der es zwei Gelbe Karten für Spieler aus Mexiko und eine für einen Uruguayer gab, verfolgten im Royal-Bafokeng-Stadion in Rustenburg 33.425 Zuschauer.

Auch wenn das Spiel Mexiko – Uruguay mit dem gleichen Ergebnis endete wie bei der Weltmeisterschaft 1982 beim als Nichtangriffspakts von Gijón in die WM-Geschichte eingegangenen Spiel zwischen Österreich und Deutschland, war es kein Hin- und Hergeschiebe des Balles im Mittelfeld. Eigentlich hätte beiden Mannschaften ein Unentschieden gereicht, doch drängten beide Mannschaften auf den Gruppensieg, wollte man doch nicht im Achtelfinale auf Argentinien treffen, dem sicheren Gruppensieger in der Gruppe B – an einen Sieg Griechenlands gegen Argentinien glaubte wohl niemand.

Die erste Tormöglichkeit hatte nur wenige Sekunden nach dem Anpfiff der momentan vereinslose Guillermo Franco, der es mit einem Fernschuss aus 30 Metern versuchte. Ähnlich erfolglos war auf der Gegenseite der bei Benfica Lissabonn spielende Maximiliano Pereira. Nach einem schweren Patzer des mexikanischen Abwehrspielers Héctor Moreno gelangte in der sechsten Minute Luis Suárez an den Ball, schoss halbrechts freistehend jedoch am Tor vorbei. In der 18. Minute ging der Kopfball des in Chile spielenden Mauricio Victorino über das Tor der Mexikaner. Drei Minuten später konnte Mittelfeldspieler Álvaro Pereira eine Chance der Südamerikaner nicht nutzen. Kurz darauf, in der 22. Minute, setzte der in der spanischen Liga spielende Mexikaner Andrés Guardado seinen Schuss aus 25 Metern Torentfernung nur an die Unterlatte.

Nach dem 1:0 durch Südafrika im zeitgleich stattfindenden Spiel gegen Frankreich wählten beide Mannschaften ein vorsichtigeres Vorgehen, das noch vorsichtiger wurde, als der zweite Treffer der Südafrikaner bekannt wurde. Zwei Minuten vor der Pause konnte Suárez eine Hereingabe des bei US Palermo spielenden Edinson Cavani aus sechs Metern mit dem Kopf ins Tor befördern. Es stand 1:0 für Uruguay und anbetracht des Spielstandes im Fernduell mit Südafrika konzentrierten sich die Mexikaner nach dem Seitenwechsel darauf, einen weiteren Torerfolg der Südamerikaner zu vermeiden. Mexikos Trainer Javier Aguirre brachte mit Angreifer Pablo Barrera in der 46. Minute einen weiteren Angreifer. Das 2:0 für Uruguay hatte der bei Fenerbahçe Istanbul unter Vertrag stehende Abwehrspieler und Mannschaftskapitän der Uruguayer Diego Lugano auf dem Kopf, doch Mexikos Schlussmann Óscar Pérez reagierte in der 54. Minute hervorragend. Barrera wechselte in der 57. Minute Mittelfeldspieler Israel Castro für Abwehrspieler Héctor Moreno ein und ersetzte in der 63. Minute Angreifer Cuauhtémoc Blanco durch den bei Manchester United unter Vertrag stehenden Javier Hernández Balcazar und verstärkte so die Offensive der Mexikaner, die nun einen Ausgleich wollten. Abwehrspieler Francisco Rodríguez hatte in der 64. Minute die Möglichkeit, zum Ausgleich einzuköpfen, doch der Ball flog am Tor vorbei. Die weiteren Bemühungen der Nordamerikaner scheiterten am uruguayischen Torwart Fernando Muslera, dessen Bilanz bei der Weltmeisterschaft in Südafrika weiterhin kein Gegentor aufzuweisen hat.

Erst der Ehrentreffer Frankreichs beim Spiel gegen Südafrika in der 70. Minute beruhigte beide Mannschaften, sodass es kaum noch zu ernsthaften Aktionen kam. Mexiko zog dank der besseren Tordifferenz gegenüber Südafrika als Gruppenzweiter ins Achtelfinale gegen Argentinien ein und Uruguay erreichte das Achtelfinale als Gruppenerster und damit das Spiel gegen den Gruppenzweiten der Gruppe B, Südkorea. Die Südamerikaner hatten zuletzt 1990 die Gruppenphase überstanden, den Mexikanern war dies zum fünften Mal hintereinander gelungen.

Griechenland – Argentinien
0:2 (0:0)

Im Peter-Mokaba-Stadion in Polokwane sahen 38.891 Zuschauer die vom usbekischen Schiedsrichter Ravshan Ermatov geleitete Partie. Dieser zeigte jeweils einem Spieler beider Mannschaften die Gelbe Karte. Argentinien stand bereits vor der Begegnung als Achtelfinalteilnehmer fest. Griechenland hätte für ein Weiterkommen gewinnen müssen und wäre darauf angewiesen gewesen, dass Nigeria im zeitgleich stattfindenden Spiel gegen Südkorea nicht verloren hätte. „Ich hatte mir erhofft, dass meine Spieler mehr in die Offensive gehen, den Auftrag dazu hatten sie“, sagte Griechenlands Trainer Otto Rehhagel nach dem Spiel. Rehhagel wies Spekulationen über seine sportliche Zukunft zurück. Co-Trainer Giannis Topalidis resignierte von seinem Posten.

Argentiniens Nationaltrainer Diego Maradona hatte gegenüber dem zweiten Gruppenspiel gegen Südkorea auf sieben Positionen verändert. Gonzalo Higuaín saß zunächst auf der Ersatzbank, auf seiner Position spielte Diego Milito, der doppelte Torschütze im Finalspiel der Champions League, bei dem Inter Mailand den deutschen Rekordmeister Bayern München besiegt hatte. Als Kapitän lief Lionel Messi auf. Gegen die defensiv gestaffelte griechische Abwehr tat sich Argentinien zunächst schwer. Das erste ernsthafte Vordringen Messis in Richtung griechisches Tor wurde in der zehnten Minute an der Strafraumgrenze beendet. Die erste argentinische Torchance hatte Sergio Agüero in der 18. Minute, doch sein Schuss wurde von Schlussmann Alexandros Tzorvas pariert. Ein Distanzschuss aus 30 Metern von Juan Sebastián Verón in der folgenden Spielminute konnte der griechische Torhüter noch über die Latte hinwegfausten. Die erste Torchance hatte Griechenland nach rund einer halben Stunde Spielzeit, doch Georgios Samaras erreichte das Zuspiel nicht mehr. Kurz darauf blockte Loukas Vyntra einen Schussversuch von Agüero. In der Nachspielzeit vor der Pause war Torhüter Tzorvas zweimal gefragt, als er Chancen des bei Liverpool spielenden Maxi Rodríguez und Messis zunichte machte.

In der zweiten Halbzeit änderte sich der Spielverlauf wenig. Messi wurde stets von mehreren griechischen Spielern angegriffen, sobald er in Ballbesitz war. Als ihm kurz nach Beginn der Halbzeit der Ball abgeluchst wurde, folgte ein weiter Pass auf Samaras, der auf das argentinische Tor zu lief, wobei Martin Demichelis nicht gut aussah. Samaras sah sich nur noch Nicolás Burdisso und Schlussmann Sergio Romero gegenüber. Sein erster Schussversuch wurde von Burdisso abgewehrt, den Nachschuss aus zehn Metern setzte Samaras knapp am Tor vorbei. Nach dem 2:1-Führungstreffer für Südkorea im zeitgleich stattfindenden Spiel gegen Nigeria musste Rehhagel seine Taktik ändern. Er wechselte Christos Patsatzoglu und Sotirios Ninis ein, Vassilis Torosidis und Konstantinos Katsouranis verließen das Spielfeld. Doch die Argentinier spielten spielbestimmend. Tzorvas parierte einen Schuss von Messi und blieb zunächst liegen, als er sich in einen hart geschossenen Ball von Bolatti geworfen hatte. Beinahe zu einem Eigentor kam es kurz darauf, als Tzorvas den Ball vom Tor wegbefördern wollte, dieser jedoch das Bein von Evangelos Moras traf und von da nur knapp am Pfosten vorbei ins Toraus trudelte.

Schließlich kam es doch zum 1:0 durch die Argentinier, als Demichelis nach einer Ecke mit seinem Kopfball Mitspieler Diego Milito traf und dann im Nachschuss aus vier Metern zum Führungstreffer unter das Gebälk einschoss. Die Argentinier spielten weiter offensiv, besonders Messi bemühte sich um sein erstes Tor im Turnier. Sein Linksschuss in den 87. Minute ging an den Pfosten, zwei Minuten später wehrte Tzorvas seinen Versuch von der Strafraumgrenze ab, doch Stürmer Martin Palermo schob den Abpraller dann ins Tor zum Endstand von 2:0. Die griechischen Bemühungen blieben trotz vieler Schüsse auf das Tor der Südamerikaner in den letzten Spielsekunden erfolglos. Griechenland musste sich mit dem dritten Tabellenplatz zufriedengeben und schied aus.

Abschlusstabelle der Gruppe B
Rang Land Tore Punkte
1 Argentinien Argentinien 7:1 9
2 Südkorea Südkorea 5:6 4
3 Griechenland Griechenland 2:5 3
4 Nigeria Nigeria 3:5 1
Nigeria – Südkorea
2:2 (1:1)

61.874 Zuschauer im Moses-Mabhida-Stadion in Durban verfolgten die vom portugiesischen Schiedsrichter Olegário Benquerença gepfiffene Partie. Diese verteilte vier Gelbe Karten, drei für das Team aus Westafrika und eine für einen südkoreanischen Spieler. Südkorea konnte sein Weiterkommen aus eigener Kraft sicherstellen, indem man die Partie gewonnen hätte, doch auch ein Unentschieden oder eine niedrige Niederlage hätte den Ostasiaten den zweiten Tabellenplatz erhalten. Nigeria hingegen musste unbedingt gewinnen, um ein Ausscheiden abzuwenden, ein Unentschieden hätten Griechenlands Team den zweiten Tabellenplatz überlassen.

Lars Lagerbäck, der schwedische Trainer der „Super Eagles“ ließ sein Team auf vier Positionen verändert auflaufen. Statt des gesperrten Sani Kaita spielte im Mittelfeld der bei Dynamo Kiew unter Vertrag stehende Ayila Yussuf. Die Nigerianer starteten doch mit vielen Fehlern in das Spiel, die Südkoreaner dominierten in der Anfangsphase und das Führungstor durch Kalu Uche in der zwölften Minute nach einem Hereinspiel von Chidi Odiah viel eher überraschend. Die Chance auf eine Erhöhung des Spielstandes auf 2:0 vergab Uche in der 36. Minute bei seinem Pfostenschuss aus 22 Metern Torentfernung. Zwei Minuten später brachte eine Standardsituation nach einem Foul des Hoffenheimers Chinedu Obasi den Ausgleich für Südkorea. Nach dem Freistoß von Ki Sung-yong konnte Lee Jung-soo den Ball ins Tor befördern.

Nach der Pause blieben die Südkoreaner offensiv und machten das Spiel. In der 49. Minute erzielte Park Chu-young das Führungstor mit einem direkten Freistoß, der unten rechts ins Tor flog. Geschlagen gaben sich die Nigerianer allerdings nicht. Trainer Lagerbäck brachte in der 59. Minute den bei Wolfsburg spielenden Stürmer Obafemi Martins statt des Mittelfeldspielers Nwankwo Kanu und in der 60. und 65. Minute vergab der in der englischen Liga beim FC Everton unter Vertrag stehende Yakubu Aiyegbeni zwei Großchancen, wobei ihm vor allem das Verfehlen des leeren Tores aus drei Metern Entfernung bitter in Erinnerung bleiben dürfte. In der 68. Minute erzielte er den Ausgleichstreffer durch einen Elfmeter, nachdem Obasi im Strafraum gefoult wurde. Die Schlussphase entwickelte sich für Südkorea nochmals zu einer Zitterpartie mit mehreren guten Möglichkeiten für Nigeria, das Spiel für sich entscheiden und damit ins Achtelfinale einziehen zu können. Herauszuheben wäre hier vor allem das Scheitern von Martins in der 80. Minute, als dieser allein vor dem südkoreanischen Schlussmann Jung Sung-ryong stehend eine sichere Torchance nicht verwandeln konnte.

Südkorea erreichte nach der 2002 gemeinsam mit Japan ausgetragenen Weltmeisterschaft zum zweiten Mal das Achtelfinale einer Weltmeisterschaftsendrunde und hatte sich damit auf die Begegnung mit dem zweimaligen Weltmeister Uruguay vorzubereiten.

Und Frankreichs Fußballzukunft?

Ihm dürfte das Lachen vergangen sein: der scheidende Trainer Raymond Domenech

Archivbild: Safia Otokoré

Das Niederlage der französischen Nationalmannschaft gegen die Underdogs aus Südafrika hat in Frankreich Entsetzen und Verärgerung ausgelöst. Der Präsident des französischen Fußballverbandes FFF Jean-Pierre Escalettes beurteilte das Abschneiden der „Équipe Tricolore“ als „bitter“, da die Mannschaft nur einen von neun möglichen Punkten geholt habe, aber vor allem „[d]er Trainingsstreik war eine Schande, die mir noch mehr wehgetan hat als die heutige Niederlage“, sagte Escalettes. Der ehemalige langjährige Nationaltorhüter Fabien Barthez machte direkt die Vorfälle während der Weltmeisterschaft für das schlechte Abschneiden der Franzosen verantwortlich, das Ergebnis sei dementsprechend „normal“. „Diese Leute haben unser Trikot besudelt“ schimpfte der frühere Abwehrspieler Bixente Lizarazu und verlangte, dass sich die „vernünftigen Spieler“ des Teams von den fünf oder sechs Quertreibern distanzieren.

Der Nachfolger: Laurent Blanc, „le Président“, hat keine leichte Aufgabe vor sich.

Archivbild: Valentin Trijoulet

Dass Trainer Raymond Domenech nach der Weltmeisterschaft aus dem Amt scheiden würde, war bereits vor dem Turnier klar. Den Scherbenhaufen kitten muss nun der Nachfolger Domenechs. Und das fängt mit Bayern-Stürmer Franck Ribéry an, der Presseberichten zufolge immer wieder gegen den Yoann Gourcuff gestichelt haben soll, der bei Girondins Bordeaux spielt und den er diesen Berichten zufolge beneiden soll. Dass Ribéry französischen Journalisten den Stinkefinger zeigte und im April 2010 dessen Treffen mit der im Frühjahr 2009 siebzehnjährigen Prostituierten Zahia D. aufflogen, trägt nicht zur Besänftigung der Öffentlichkeit bei. Überhaupt stand der Start der Franzosen infolge der verkorksten Qualifikation, die man nur aufgrund des Handspieltores von Henri überhaupt schaffte, unter einem schlechten Stern. Selbst die meisten Franzosen hielten in einer Umfrage einen Verzicht der „Bleus“ auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft für sinnvoll.

Und die Verantwortung fällt auch dem scheidenden Trainer Domenech zu, der auch Mannschaftskapitän Patrice Evra auf der Bank sitzen ließ. „Es wird in dieser Woche eine Pressekonferenz geben, so schnell wie möglich, weil die Franzosen die Wahrheit wissen sollen. Wir wollten keine Rechnungen begleichen, sondern uns beim französischen Volk entschuldigen. Aber diese Entschuldigung hat mir unser Trainer verboten“, erklärte Evra inzwischen. Domenech, der von Presse und Anhängern als arrogant bezeichnet wurde, hat sich mit der schlechtmöglichsten Leistung aus dem französischen Nationalteam verabschiedet. Bezeichnend auch sein Verhalten nach dem Spiel: er gab seinem Counterpart Carlos Alberto Parreira, dem brasilianischen Trainer der Südafrikaner, nicht die Hand. Amtsnachfolger Laurent Blanc wird viel zu tun haben.

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June 23, 2010

Fußball-WM: Frankreich unterliegt Mexiko, auch Nigeria patzt

Fußball-WM: Frankreich unterliegt Mexiko, auch Nigeria patzt

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Veröffentlicht: 15:39, 23. Jun. 2010 (CEST)
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Bloemfontein / Johannesburg / Polokwane (Südafrika), 23.06.2010 – Durch einen Sieg gegen Nigeria hat sich die von Otto Rehhagel trainierte griechische Mannschaft die Chance auf das Achtelfinale gewahrt. Frankreich unterliegt überraschend gegen Mexiko und kann nur auf ein Wunder hoffen, um das Aus in der Gruppenphase zu vermeiden. Argentinien siegte souverän gegen Südkorea.

Griechenland – Nigeria
2:1 (1:1)

Zwar waren die Afrikaner in der 16. Minute durch einen von Ikechukwu Uche getretenen Freistoß in Führung gegangen, doch kurz vor der Pause konnte Griechenland ausgleichen. Schließlich sahen die 31.593 im Free-State-Stadion von Bloemfontein in der 71. Minute den Siegtreffer für die Griechen. Schiedsrichter Oscar Julián Ruiz aus Kolumbien gab vier Gelbe Karten – drei für griechische Spieler, eine für einen Nigerianer – und eine Rote Karte für den Nigerianer Sani Kaita wegen Tätlichkeit.

Otto Rehhagels Mannschaftsaufstellung ließ ein defensives Spiel erwarten, während Lars Lagerbäck, der Trainer der nigerianischen Mannschaft ein offensiv platziertes Team ins Spiel schickte. Beide Mannschaften starteten nervös in das Spiel, es kam zu vielen Fehlpässen. In der 16 Minute kam es unerwartet zu dem Freistoßtor, als Torhüter Alexandros Tzorvas am Ball vorbeisegelte. Das Gegentor rüttelte die Griechen jedoch nicht wach, sie spielten weiter defensiv, als ob ihnen an einem Sieg nichts läge. Die Nigerianer hatten die Griechen in der Folgezeit unter Kontrolle, bis es nach einer harmlosen Rempelei zu einer Situation kommt, in der Schiedsrichter Ruiz rot ziehen musste. Kaita trat nach Vassilis Torosidis und flog dafür vom Platz und die Nigerianer mussten das Spiel zu zehnt fortsetzen. Otto Rehhagel brachte daraufhin mit Georgios Samaras einen weiteren Stürmer.

Vorläufige Tabelle der Gruppe B
Rang Land Tore Punkte
1 Argentinien Argentinien 5:1 6
2 Südkorea Südkorea 3:4 3
3 Griechenland Griechenland 2:3 3
4 Nigeria Nigeria 1:3 0

In der Schlussphase der ersten Halbzeit standen die Nigerianer dann unter Druck. In der 39. Minute konnte Nigerias Torhüter Vincent Enyeama gerade noch abwehren, in der 41. Minute rettete Lukman Haruna auf der Torlinie. Doch in der 44. Minute fiel der Ausgleich, als Haruna weniger glücklich dastand und Dimitrios Salpingidis′ Schuss von der Strafraumgrenze ins eigene Tor abfälschte. Der Ausgleich war das erste Tor, das Griechenland bei einer Fußball-Weltmeisterschaft erzielt hat.

Der Hoffenheimer Chinedu Obasi wurde in der Halbzeitpause für Peter Odemwingie eingewechselt, doch die nächste Viertelstunde war das Spiel wenig unterhaltsam. Beide Mannschaften hatten die Chance in Führung zu gehen. Zunächst scheiterte Gekas an Nigerias Schlussmann, den direkt darauffolgenden Konter wehrte Tzorvas mit Mühe gegen Yakubu Aiyegbeni ab, der Nachschuss von Obasi ging neben das leere Tor. In der 68. Minute parierte Enyeama einen Schuss von Samaras, doch in der 71. Minute fiel die Entscheidung für Griechenland, als der nigerianische Torhüter einen flach geschossenen Ball von Alexandros Tziolis nicht unter Kontrolle brachte und Torosidis den Ball ins Tor beförderte. Die Westafrikaner versuchten in der Schlussphase noch, das Steuer herumzureißen, doch ihr langes Unterzahlspiel war zu kräfteverzehrend, sodass Griechenland noch einige Chancen zu einer Erhöhung des Spielstandes erspielte, jedoch diese nicht erfolgreich abschließen konnte.

Argentinien – Südkorea
4:1 (2:1)

In der Soccer City von Johannesburg fertigte Argentiniens Team, das vom früheren Weltmeister Diego Maradona gecoacht wird, die Südkoreaner überlegen mit 4:1 ab. Das von Schiedsrichter Frank De Bleeckeren geleitete Spiel sahen 82.174 Zuschauer. Der Schiedsrichter zückte fünfmal die Gelbe Karte, zweimal für einen südkoreanischen Spieler und dreimal für einen Spieler aus Argentinien.

In der Anfangsphase ließen die Argentinier den Ball von Station zu Station laufen – und die von Trainer Huh Jung-moo defensiv aufgestellten Südkoreaner hinterher. Diese kamen bei Kontern nicht schnell genug aus der eigenen Hälfte, um Argentinien in dieser Spielphase zu gefährden. Die Führung der ansehnlich spielenden Argentinier geschah jedoch nicht aus dem Spiel, sondern es ging ihr eine Standardsituation voraus. Einen von Lionel Messi getretenen Freistoß fälschte der Südkoreaner Park Chu-young ins eigene Tor ab. In der 23. Minute musste Argentiniens Abwehrspieler Walter Samuel wegen einer Verletzung gegen Nicolás Burdisso ausgewechselt werden. Ein Freistoß von Carlos Tévez ging in der 25. Minute knapp über das Tor. Das 2:0 durch Gonzalo Higuaín per Kopfball folgte nach einer Flanke von Clemente Rodríguez, die Burdisso per Kopfball verlängert hatte. Ángel Di María scheiterte kurz vor der Pause am südkoreanischen Torhüter Jung Sung-ryong, der beim 2:0 schlecht ausgesehen hatte. Der Anschlusstreffer für die Südkoreaner fiel kurz vor dem Halbzeitpfiff, bereits in der Nachspielzeit. Offenbar waren die Spieler bereits gedanklich in der Pause, als Abwehrspieler Martín Demichelis einen Ball unbedacht abspielte. Den konnte Lee Chung-yong abstauben und ungehindert zum 2:1 verwandeln.

Statt Ki Sung-yong lief nach der Halbzeitpause Kim Nam-il auf. Der Spielverlauf in der zweiten Hälfte ähnelte dem der ersten; die Argentinier stürmten gegen das südkoreanische Tor an, die Südkoreaner beschränkten sich auf das Abwehren. Higuaín konnte nach einem Abwehrfehler von Kim Dong-jin frei vor das Tor Jungs gelangen, doch dieser parierte seinen Schussversuch. In der 58. Minute erhielten die Argentinier eine Warnung, als Yeom Ki-hun schnell über die rechte Seite an das argentinische Tor gelangte, doch der Ball traf nur das Außennetz. In der Folge spielten die Argentinier nicht mehr bedingungslos nach vorne. Messi leitete schließlich die Vorentscheidung ein. Sein erster Schuss wurde von Torhüter Jung noch abgewehrt, sein Nachschuss ging an den Pfosten, doch der Abpraller gelangte zu dem einen Meter vor dem Tor stehenden Higuaín, der den Ball ins Tor schob. Vier Minuten später war es Higuaín, der mit seinem dritten Tor im Spiel den Endstand von 4:1 herstellte.

Vorläufige Tabelle der Gruppe A
Rang Land Tore Punkte
1 Urugay Uruguay 3:0 4
2 Mexiko Mexiko 3:1 4
3 Frankreich Frankreich 0:2 1
4 Südafrika Südafrika 1:4 1
Frankreich – Mexiko
0:2 (0:0)

35.370 Zuschauer sahen die Niederlage des amtierenden Vizeweltmeisters Frankreich im Peter-Mokaba-Stadion von Polokwane. Die Ausgangssituation der Franzosen vor dem letzten Gruppenspiel wurde durch die Niederlage praktisch aussichtslos. In dem vom sudia-arabischen Schiedsrichter Khalil Ibrahim Al Ghamdi gepfiffenen Spiel gab es sechs Gelbe Karten, vier auf Seiten Mexikos und zwei für französische Spiele. Wegen ihrer zweiten Gelben Karte im Turnier müssen der Franzose Toulalan und der Mexikaner Juarez im dritten und letzten Gruppenspiel am 22. Juni pausieren.

Gegenüber dem Auftaktspiel nahm der französische Trainer Yoann Gourcuff aus der Mannschaft, der Bayern-Stürmer Franck Ribéry rückte nach innen. Auf seine Position setzte Trainer Raymond Domenech den Chelsea-Spieler Florent Malouda. Impulse brachte die Veränderung dem französischen Spiel nicht, die Chancen der Bleus sind schnell aufgezählt: ein Freistoß von Ribéry aus rund 35 Metern, der von Mexikos Schlussmann Óscar Pérez problemlos gefangen wurde und in der 13. Minute Maloudas Freistoß-Variante, die über Anelka zu Ribéry gelangte, dessen Flanke jedoch ins Seitenaus flog. Auf der Gegenseite waren die Mexikaner gefährlicher. Carlos Vela traf in der achten Minute den Ball nicht richtig, vier Minuten später ging Guillermo Francos Versuch über das Tor. Der Schuss des Linksverteidigers Carlos Salcido ging knapp neben das Gehäuse der Franzosen, in der 27. Minute scheiterte er am französischen Torhüter Hugo Lloris.

In der zweiten Halbzeit – Frankreichs Trainer Domenech hatte in der Pause den kaum sichtbaren Nicolas Anelka gegen Pierre-André Gignac ausgewechselt – war die französische Ausbeute ähnlich gering: ein Schuss von Ribéry aus 17 Metern in der 55. Minute endete bei Torhüter Pérez. Eine Minute früher hatte aus ähnlicher Distanz Malouda die erste Chance der zweiten Halbzeit. Sein Schuss ging jedoch uber das Gebälk. Thierry Henry konnte am schwachen Abschneiden der Franzosen nichts ändern, er saß das Spiel über auf der Bank und wurde nicht eingewechselt. Die Mexikaner gingen in der 64. Minute in Führung, als Rafael Márquez spielte steil zu Javier Hernández, die Franzosen reklamierten Abseitsposition, doch der Schiedsrichter ließ das Spiel weiterlaufen. Hernández spielt um Lloris herum und schoss problemlos zum Führungstor ein. In der 79. Minute erhöhte schließlich Cuauhtémoc Blanco zum 2:0 durch Foulelfmeter, nachdem Eric Abidal den Mexikaner Pablo Barrera im Strafraum gefoult hatte.

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June 14, 2010

Fußball-WM: Patzer für England, Argentinien schlägt Nigeria knapp

Fußball-WM: Patzer für England, Argentinien schlägt Nigeria knapp

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Veröffentlicht: 09:44, 14. Jun. 2010 (CEST)
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Johannesburg / Port Elizabeth / Rustenburg (Südafrika), 14.06.2010 – Am zweiten Tag der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika konnte sich Argentinien knapp mit 1:0 gegen Nigeria durchsetzen. England patzte gegen die Vereinigten Staaten und erreichte nur ein 1:1-Unentschieden. Das dritte Spiel des Tages, Südkorea gegen Griechenland, endete mit einem 2:0 für Südkorea. Die von Otto Rehhagel trainierte Mannschaft steht damit beim nächsten Spiel gegen Nigeria bereits mit dem Rücken zur Wand, da ein Sieg im dritten Gruppenspiel gegen die starken Argentinier unwahrscheinlich erscheint.

England – Vereinigte Staaten
1:1 (1:1)

Bereits nach vier Minuten gelang dem englischen Kapitän Steven Gerrard das Führungstor. Nach Vorarbeit der beiden Stürmer Wayne Rooney und Emile Heskey stand es 1:0, ein hoher Sieg der Engländer gegen den Underdog schien möglich. Doch die für den Turniersieg mitfavorisiertem Engländer schaltete zurück und ruhten sich auf dem 1:0 aus. Dafür kam die Strafe in der 40. Minute. Zwar hatten die Nordamerikaner bis zu diesem Zeitpunkt keine wirkliche große Chance, doch als es Mittelfeldspieler Clint Dempsey mit einem Fernschuss probierte, patzte Englands Torhüter Robert Green. An ihm vorbei trudelte der eher harmlos geschossene Ball ins Tor der Engländer. Mit diesem Stand gign das Spiel in die Pause. Unverdient war das glücklich erzielte Tor jedoch nicht. Die US-Boys zeigten jedoch auch nach dem frühen Rückstand keinen Respekt und ein Kopfball von Jozy Altidore war in der 12. Minute nur knapp am Tor vorbeigegangen.

Das Tor bewirkte einen Umschwung im Spiel. Zwar spielten die Engländer nach dem Halbzeitwechsel aktiver nach vorne, doch ein Zuspiel Aaron Lennons in der 49. kam ungünstig und als er in der 52. Minute den Ball zu dem freistehenden Heskey passt, trifft dieser direkt in den fangbereiten US-Torhüter Tim Howard. Howard machte auch eine Chance von Frank Lampard in der 63. Minute zunichte. Die englische Drangphase war dann aber vorbei. DIe Amerikaner erspielten sich noch einige Chancen. So konnte Green in der 64. Minute seinen Fehler zumindest teilweise wiedergutmachen, als er einen Schuss von Altidores reflexartig noch an den Pfosten lenkte. Die Engländer hatten durch Rooney (74.) und Shaun Wright-Phillips (75.) nochmal zwei Chancen, das Spiel doch noch für Albion zu entscheiden, letztlich blieb es jedoch beim 1:1.

„Nach dem 1:1 hatten wir gute Chancen zu gewinnen“, kommentierte Bob Bradley später. Außer den beiden Toren sahen die 38.646 Besucher im Royal Bafokeng Stadium in Rustenburg noch sechs gelbe Karten, je drei für England und die Vereinigten Staaten. Sie hatten lange Staus in Kauf nehmen müssen, weil es durch Überlastung der Zufahrtsstraßen und Unzulänglichkeiten beim Einweisen auf die Parklplätze zu Verzögerungen kam.

Südkorea – Griechenland
2:0 (1:0)

Viele Titel hat der 71-jährige Otto Rehhagel in seiner langen Trainerlaufbahn schon gewonnen, deutsche Meisterschaften, Pokalsiege, schließlich 2004 vollig überraschend die Europameisterschaft mit Griechenland, doch seine erste Teilnahme bei einer Fußball-Weltmeisterschaft begann mit einem Misserfolg. Mit den beiden in der Bundesliga spielenden Stürmen Theofanis Gekas (Berlin) und Angelos Charisteas sowie dem offensiven Linksaußen Georgios Samaras (Celtic Glasgow) war die griechische Aufstellung zwar ausgesprochen offensiv, doch fanden die Griechen gegen Südkorea kein Konzept und unterlagen mit 2:0. Die beiden südkoreanischen Tore im ersten Spiel der Gruppe B erzielten Lee Jung-soo und Park Ji-sung.

Es war ein Fehler des beim 1. FC Nürnberg unter Vertrag stehenden Charisteas im eigenen Strafraum, der das frühe Tor der Südkoreaner einleitete. Und sieben Minuten nach dem Wiederanpfiff führt erneut ein griechischer Abwehrfehler zum zweiten Tor der Südkoreaner, als ein Ball vom Fuß des griechischen Abwehrspielers Loukas Vyntra abprallt. Den Ball schnappt sich der in Diensten von Manchester United spielende Park, der mit einem flachen Schuss am griechischen Torwart vorbei ins Netz traf. Rehhagel wechselte Charisteas und Karagounis aus. Die beiden eingewechselten Stürmer Dimitrios Salpingidis und Pantelis Kapetanos konnten das griechische Spiel dann auch beleben, sodass Griechenland zwischen der 758. und 80. Minute einige Chancen hatte. Südkorea hatte einige gute Kontermöglichkeiten, doch es blieb beim 2:0 und Griechenland beim zweiten WM-Auftritt – 1994 hatte man sich das erste Mal für die WM qualifiziert – weiterhin ohne Torerfolg.

Das Spiel in Port Elizabeth verfolgten 31.513 Zuschauer.

Vorläufige Tabelle der Gruppe B
Rang Land Tore Punkte
1 Südkorea Südkorea 2:0 3
2 Argentinien Argentinien 1:0 3
3 Nigeria Nigeria 0:1 0
4 Griechenland Griechenland 0:2 0
Argentinien – Nigeria
1:0 (1:0)

Verdient, weil überlegen, jedoch ohne sich anzustrengen, gewann das von Diego Maradona trainierte Team von Argentinien. „Wir haben ein wichtiges Spiel gewonnen und sind auf dem richtigen Weg. Wir können der nächsten Partie gelassen entgegensehen“, kommentierte der frühere Weltmeister das Ergebnis. Das einzige Tor des Spieles fiel bereits in der 6. Minute. Der argentinische Verteidiger Gabriel Heinze drückte einen Eckball mit dem Kopf in die linke obere Ecke des nigerianischen Tores.

Die erste Halbzeit war mitgeprägt von vielen guten Einzelaktion für den beim FC Barcelona spielenden Lionel Messi. Der hatte in der ersten Minute zwei Gegenspieler ausgespielt, gab ab auf den in der englischen Liga seinen Lebensunterhalt verdienenden Carlos Tevez, doch dieser konnte aus der Chance nichts machen. In der vierten Minute ließ er drei Nigerianer aussteigen, passte auf Gonzalo Higuain, der beim spanischen Club Real Madrid kickt. Higuain schoss am Tor vorbei. Nicht einmal drei Minuten später war es wieder eine Aktion von Messi, die Gefahr für das Tor Nigerias brachte. Schlussmann Vincent Enyeama lenkte den von Messi von der Strafraumgrenze abgegebenen Schuss gerade noch über die Latte. Aus der nachfolgenden Ecke ging dann Heinzes mit Wucht geschossenes Tor hervor, das das einzige im Spiel bleiben sollte. Die Argentinier ließen dann die Zugel etwas nach. Messis nächste Chance nach gut einer Viertelstunde war ebensowenig von Erfolg gekrönt, wie Higuains Versuch, der sich wenig später frei vor dem Tor Nigerias befand. Auch Messis Schuss kurz vor der Halbzeitpause wurde vom nigerianischen Schlussmann abgewehrt. Nigeria drang in der ersten Halbzeit nur wenig in die argentinische Spielfeldhälfte vor. Einzig Chinedu Obasi, der für Bundesligist Hoffenheim spielt, kam zweimal von der linken Seite aus zum Schuss auf das Tor. Beide Versuche gingen jedoch deutlich am Tor vorbei.

In der zweiten Abstand spielte Argentinien gekonnt Defensiv und beschränkte sich auf′s Kontern. In Minute 65 schoss Messi knapp am Tor vorbei, eine Minute später wurde nach einer weiteren Messi-Vorlage Higuains Versuch vom Torhüter vereitelt. Sieben Minuten vor dem regulären Spielende hatte der Nigerianer Kalu Uche die größe Chance zum Ausgleich, traf jedoch nicht. Die letzte Torchance des Spieles gehörte erneut Messi, doch auch diese konnte er nicht verwerten.

Im mit 55.686 Zuschauern ausverkauften Stadion im Ellis Park Johannesburgs verfolgten die Zuschauer ein sehenswertes Fußballspiel. Die gelben Karten für Gutierrez und Haruna waren gleichmäßig zwischen beiden Mannschaften aufgeteilt, rote Karten gab es nicht.

Kritik am Vuvuzela-Lärm

Unterdessen haben ARD und ZDF ihre Unzufriedenheit mit dem Lärm durch die Vuvuzela-Trompten deutlich gemacht. Viele Zuschauer seien verärgert, teilten die Fernsehanstalten der Produktionsfirma HBS mit. Nach Auskünften der ARD versucht man mit technischen Maßnahmen die von den Zuschauern als störend empfundenen Klänge zu dämpfen. So würden die Reporter mit speziellen Mikrophonen ausgestattet und die Außenmikrophone würden „aufs Nötigste herunter“ gedämpft. In den Fernsehgeräten ist der Vuvuzela-Lärm deshalb in Art der Lautstärke mit dem Summen der Bienen in einem Bienenstock zu vergleichen.

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April 19, 2010

Entführung von zwei Deutschen in Nigeria

Entführung von zwei Deutschen in Nigeria

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Veröffentlicht: 18:17, 19. Apr. 2010 (CEST)
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Der Bundesstaat Abia liegt im Südosten Nigerias.

Lagos (Nigeria), 19.04.2010 – Im nigerianischen Bundesstaat Abia wurden am Sonntag, dem 18. April, nach Angaben aus Sicherheitskreisen zwei Deutsche im Alter von 45 und 55 Jahren entführt. Der Zwischenfall ereignete sich an einem Strand am Imo River. Die deutsche Botschaft hat den Vorfall bisher noch nicht bestätigt.

Einer der beiden Entführten soll in Port Harcourt arbeiten, der andere in Lagos, berichtete Agence France-Presse. Bei der Entführung handelt es sich um die zweite innerhalb von zehn Tagen. Bislang hat keine Gruppe eine Lösegeldforderung gestellt.

Seit 2006 wurden in Nigeria hunderte von Ausländern und Einheimische entführt, vor allem in der Erdölgebieten des Niger-Deltas. Die meisten von ihnen wurden nach der Zahlung eines Lösegeldes unverletzt freigelassen. Hintergrund ist, dass Militante einen angemessenen Anteil am Profit des Ölgeschäftes durchsetzen wollen. Eine Art „Waffenstillstand“ endete kürzlich.

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March 8, 2010

Wieder Tote in Nigeria durch religiös motivierte Gewalt

Wieder Tote in Nigeria durch religiös motivierte Gewalt

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Veröffentlicht: 15:20, 8. Mär. 2010 (CET)
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Jos liegt zentral in Nigeria

Lagos (Nigeria), 08.03.2010 – Viele Tote wurden in der kleinen Ortschaft Dogo Nahawa bei Jos im nigerianischen Bundesstaat Plateau gefunden. Der Augenzeuge Peter Jang, der in dem Dorf wohnt, gab an, dass Hirten der Hausa-Fulani gegen drei Uhr morgens Schüsse in die Luft abgegeben hätten und nachfolgend die Menschen, die in Panik aus ihren Hütten flüchteten, mit Macheten abschlachteten.

Gregory Yenlong, der Sprecher des Gouverneurs des Bundesstaates, teilte mit, dass womöglich bis zu 500 Personen ein Opfer des Massakers wurden. Für diese Angabe gibt es noch keine unabhängige Bestätigung. Die Al-Dschasira-Korrespondentin Yvonne Ndege meldete, dass es über die Zahl der Opfer unterschiedliche Angaben gebe. Nach den Angaben der nigerianischen Polizei wurden acht Tote gefunden. Ein Reporter von Reuters habe in dem fünf Kilometer südlich von Jos liegenden Ort 103 Leichen gezählt, doch viele Tote seien über die Felder der Umgebung des Dorfes verteilt. 18 weitere Leichen sollen in der Leichenhalle des Krankenhauses von Jos liegen. Dem Reuters-Reporter zufolge soll es sich bei vielen der Getöteten um Kinder handeln. Nach Angaben des Roten Kreuzes sind fünf- oder sechshundert Bewohner des Dorfes geflohen.

Im Januar war es in Jos zu Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen gekommen, in deren Verlauf nach amtlichen Angaben 325 Personen getötet wurden. Diese hatten sich am Streit über den Bau einer Moschee entzündet. Danach wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Jos liegt an der Grenze der überwiegend von Christen bewohnten Südhälfte des Landes und dem meist muslimischen Norden Nigerias. Deswegen kommt es immer wieder zu Gewaltausbrüchen. Diesen sind 2001 rund 1000 Menschen, 2004 etwa 700 und im Jahr 2008 rund 200 Personen zum Opfer gefallen.

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August 15, 2008

Nigeria: Entführte Deutsche sind frei

Nigeria: Entführte Deutsche sind frei – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Nigeria: Entführte Deutsche sind frei

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Veröffentlicht: 19:35, 15. Aug. 2008 (CEST)
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Port Harcourt (Nigeria) / Berlin (Deutschland), 15.08.2008 – Die entführten Deutschen in Nigeria sind nach knapp fünf Wochen Geiselhaft wieder frei. Dies erklärte das Auswärtige Amt am Freitag in Berlin. Die beiden Mitarbeiter des Baukonzerns Bilfinger Berger befänden sich in sicherer Obhut und würden medizinisch betreut, erklärte ein Sprecher. Den Männern „geht es den Umständen entsprechend gut“. Die Bundesregierung sei über die Freilassung der Geiseln sehr erleichtert.

Ein Kommando der Bewegung zur Emanzipation des Nigerdeltas (MEND) hatte eigenen Angaben zufolge am Donnerstagabend die beiden Männer aus dem „stark bewachten Versteck“ der Kidnapper befreit. Die beiden Ingenieure waren am 11. Juli 2008 bei einem Überfall auf einer Baustelle nahe der Ölstadt Port Harcourt, entfernt von einer Gruppe, von rund 15 Bewaffneten verschleppt worden.

Das Tochterunternehmen des Baukonzerns Bilfinger Berger wollte sich angesichts des Vorfalls vorerst aus dem Nigerdelta zurückziehen. In Nigeria kommt es immer wieder zu Entführungen. Die meisten Geiseln kommen gegen Zahlung eines Lösegelds unverletzt frei. Erst Anfang März 2008 war ein deutscher Bauarbeiter des Unternehmens Julius Berger entführt und nach zwölf Stunden wieder befreit worden.

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