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June 2, 2007

Bescheidener Erfolg für Walschützer auf der Tagung der Internationalen Walfangkommission

Bescheidener Erfolg für Walschützer auf der Tagung der Internationalen Walfangkommission

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Artikelstatus: Fertig 19:40, 2. Jun. 2007 (CEST)
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Buckelwal

Anchorage (Vereinigte Staaten), 02.06.2007 – Das allährliche Ritual der Sitzungen der Internationalen Walfangkommission (IWC), die dieses Jahr in Anchorage/Alaska stattfand, endete in diesem Jahr mit einem Erfolg der Nationen, die sich für den Schutz der Wale stark machen. Es gelang die Verabschiedung einer Resolution, die den kommerziellen Walfang auch künftig verbietet. Für die Existenz der bedrohten Meeressäuger ändert sich damit praktisch nicht so viel. Resolutionen dieser Art schützen ihr bedrohtes Leben nicht besser als bisher. Das seit 1986 gültige Verbot des kommerziellen Walfangs hinderte die größte Walfangnation, Japan, nicht daran, jedes Jahr rund tausend Wale zu erlegen – für „wissenschaftliche Zwecke“. Diese Begründung bezieht sich auf eine Formulierung des Walschutzabkommens, das von den Walfang betreibenden Nationen genutzt wird, um den kommerziellen Walfang unter diesem Deckmantel fortzuführen. Japan beruft sich bei seiner Argumentation für eine Wiederbelebung des Walfangs auch auf seine kulturelle Tradition. In Japan werde der Walfang seit dem 17. Jahrhundert betrieben und sei daher das Recht der japanischen Küstenbevölkerung.

Dass die Resolutionen der IWC den Walfangländern dennoch ungelegen kommen, zeigt die Drohung Japans, aus der Organisation auszutreten, weil diese kein Konzept für einen „nachhaltigen Walfang“ entwickeln wolle, sondern sich einseitig dem Schutz der Wale verschrieben habe. Konkrete Wirkung zeigt nämlich der ebenfalls gefasste Beschluss, den Verkauf von Walprodukten weiterhin zu untersagen. Damit wurde ein wichtiges Signal für die Konferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens am kommenden Wochenende in Den Haag gesetzt, wo Japan die Aufhebung des Handelsverbots für Walfleisch durchsetzen will. Die gefassten Resolutionen gegen den kommerziellen Walfang beruhten auch auf gegenüber dem Vorjahr veränderten Mehrheitsverhältnissen im IWC. (Wikinews berichtete.) Der IWC hat einige neue Mitglieder – Zypern, Griechenland, Slowenien und Kroatien –, die auf der Seite der Walschützer stehen.

Trotzdem scheiterten wichtige Anliegen der Walschützer. So scheiterte ein Antrag auf Einrichtung eines Schutzgebiets im Südatlantik an der dafür erforderlichen Dreiviertelmehrheit.

Während sich Vertreter der Bundesregierung zufrieden zeigten, so Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU), der die Beibehaltung des Walfangmoratoriums als Erfolg bewertete, äußerten sich Walschützer kritisch. Für einen besseren Schutz der Wale sieht der Internationale Tierschutz-Fond keine Fortschritte. Der WWF spricht von einem „aktuellen dramatischen Ausmaß der Bedrohung für Wale, Delfine und Tümmler“. Dieser Situation werde der IWC in keiner Weise gerecht. Ein WWF-Artenschutzexperte, Volker Homes, sagte: „Die Regierungen müssen endlich ihre Effekthascherei beenden und sich ernsthaft damit beschäftigen, eine Organisation zu schaffen, die in der Lage ist, die wirklichen Probleme dieser Spezies anzugehen.“

Während die Konferenz so oder so bewertete Resolutionen verfasste, gingen in den Weltmeeren insgesamt 3288 Wale und Delfine als Beifang in den Netzen von Fischtrawlern zugrunde. Japan kündigte an, allein in diesem Sommer 50 der als bedroht geltenden Walart der Buckelwale zu töten, für „wissenschaftliche Zwecke“ versteht sich.

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October 17, 2006

Island nimmt kommerziellen Walfang wieder auf

Island nimmt kommerziellen Walfang wieder auf

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Artikelstatus: Fertig 21:19, 17. Okt. 2006 (CEST)
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Reykjavík (Island), 17.10.2006 – Wie das isländische Fischereiministerium heute bekannt gab, wird Island den kommerziellen Walfang wieder aufnehmen.

Trotz eines internationalen Moratoriums der Internationalen Walfangkommission gegen den kommerziellen Walfang will Island zum ersten Mal seit rund 20 Jahren den kommerziellen Walfang erlauben. Island wird damit neben Norwegen das zweite Land, das kommerziellen Walfang betreibt. Das isländische Fischereiministerium legte fest, dass bis August 2007 30 Zwergwale und neun Finnwale gejagt werden dürfen. Finnwale gelten als gefährdete Art. In einer Stellungnahme des Ministeriums, auf die sich verschiedene internationale Medien berufen, wird die Entscheidung damit begründet, dass das Land von der Fischerei abhängig sei. Die Fangquote sei auf ein tragfähiges Ausmaß festgelegt worden, so das Ministerium. Island hat den kommerziellen Walfang nach dem Inkraftreten des Moratoriums im Jahr 1986 aufgegeben, drei Jahre später folgte ein vollständiges Fangverbot. Seit 2003 fängt Island wieder Wale zu so genannten wissenschaftlichen Zwecken.

Arni Finnsson, ein Vertreter der Umweltschutzorganisation „Iceland Nature Conservation Association“ (Inca), kommentierte die Entscheidung laut „news.bbc.co.uk“ mit folgenden Worten: „Es gibt in Island keinen Markt für dieses Fleisch, und es gibt keine Möglichkeit es nach Japan zu exportieren; die Regierung scheint auf Fischer gehört zu haben, die meinen, dass die Wale alle Fische fressen würden.“ Laut der Website „icelandreview.com“ wird die „Hvalur 9“, ein Schiff der Firma „Hvalur hf“ bald bereit sein, kommerziellen Walfang zu betreiben. Nach Angaben von Kristján Loftsson, einem Manager der Firma, wurde eine Schiffsbesatzung zusammengestellt. Auch die Walfangstation „Hvalstödin“ in Hvalfjörður im Westen der Insel sei beinahe betriebsbereit. Die Firma wartet laut Kristján Loftsson lediglich noch auf eine Genehmigung des Ministeriums.

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January 20, 2006

Finnwal zu Besuch in Berlin

Finnwal zu Besuch in Berlin – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

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Artikelstatus: Fertig 14:01, 20. Jan. 2006 (CET)
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Berlin (Deutschland), 20.01.2006 – In einer Aktion der Umweltschutzorganisation Greenpeace wurde am Donnerstag, dem 19. Januar, ein toter Finnwal mit einem Tieflader zur japanischen Botschaft in Berlin transportiert. Inzwischen ist der Kadaver auf dem Weg zum Stralsunder Meeresmuseum, dem ursprünglichen Zielort. Dort soll der Wal von Meeresbiologen untersucht werden. Der etwa 20 Tonnen schwere Finnwal war am Wochenende in der Ostsee verendet.

Greenpeace demonstrierte mit der Aktion gegen den Walfang Japans aus angeblich wissenschaftlichen Gründen. Die Umweltschutzorganisation wirft Japan vor, Walfang aus kommerziellen Interessen zu betreiben. Nach Angaben von Greenpeace will Japan in diesem Jahr 935 Zwergwale und zehn Finnwale fangen. Derzeit befinden sich zwei Schiffe der Umweltschutzorganisation in der Antarktis, wo sie die japanischen Walfangschiffe bei ihrer Arbeit behindern wollen.

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June 30, 2005

„König der Fische“ ging im Mekong ins Netz

„König der Fische“ ging im Mekong ins Netz

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Frankfurt am Main (Deutschland), 30.06.2005 – Ein spektakulärer Fang ist thailändischen Fischern im Fluss Mekong im Norden Thailands geglückt: Ihnen ging ein 2 Meter langer und fast 300 Kilogramm schwerer Mekong-Riesenwels (Pangasionodon gigas) ins Netz.

Über diesen aufsehenerregenden Fang berichtete die Umweltstiftung „World Wide Fund for Nature“ (WWF) in Frankfurt am Main. WWF-Experte Martin Geiger erklärte: „Dieser Riesenwels ist so groß wie ein Grizzlybär“. Regierungsvertreter und Umweltschützer setzten sich dafür ein, den Fisch wieder auszusetzen. Der Fisch starb jedoch und wurde in einem Restaurant nahe dem Fluss gegessen.

Mekong-Riesenwelse sind ausgesprochen friedlich: Sie fressen lediglich im ersten Lebensjahr Kleintiere, in der Folgezeit leben sie vegetarisch und ernähren sich von Algen.

Nach Angaben von Artenschützern ist der Mekong-Riesenwels akut vom Aussterben bedroht. Neue Staudämme und die intensive Fischerei ließen den Bestand in den letzten 20 Jahren besorgniserregend um sage und schreibe 90 Prozent schrumpfen.

Der Fluss Mekong dient mehr als 70 Millionen Menschen als wichtigste Proteinquelle. Um die Bestände der Mekong-Riesenwelse zu stabilisieren, setzte man im Juni 2005 bei einem WWF-Programms vier in Gefangenschaft aufgezogene Riesenwelse aus. Sie erhielten grüne Markierungen, mit deren Hilfe die Wanderwege dieser Fische erforscht werden sollen.

Der größte Mekong-Riesenwels wurde 1930 auf dem Fischmarkt der kambodschanischen Hauptstadt Pnom Penh entdeckt. Dieser legendäre „König der Fische“ erreichte eine Länge bis zu drei Metern und ein Gewicht bis zu 300 Kilogramm. Er wird von den Einheimischen Pla Beuk, Pa Buk oder Trey Reach genannt, was „Riesenfisch“ oder „Königsfisch“ heißt.

In Thailand schätzt man dem zahnlosen Mekong-Riesenwels als Luxus-Speisefisch. Händler und Restaurants bezahlen bis zu 2000 US-Dollar für ein einziges Exemplar.

Die Riesenwelse wandern jedes Jahr einmal den Mekong hinauf, um vermutlich in einem See – etwa 2500 Kilometer weiter nördlich – im Süden Chinas zu laichen. Im Bereich von Stromschnellen zwischen Laos und Thailand spannen Fischer bis zu 250 Meter lange Nylonnetze auf, die wochenlang für die Riesenwelse eine kaum zu überwindende Barriere bilden.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden mit einfachen Methoden noch Hunderte von Mekong-Riesenwelsen gefangen. 1990 waren es mit modernen Stellnetzen lediglich noch 65 und 1998 sogar nur ein einziges Exemplar.

Quelle

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June 28, 2005

Nauru verteidigt Pro-Walfang-Votum

Nauru verteidigt Pro-Walfang-Votum – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Nauru verteidigt Pro-Walfang-Votum

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Archivbild: Wal

New York City (Vereinigte Staaten) / Yaren (Nauru), 28.06.2005 – Die nauruische Regierung hat ihr Votum für die kommerzielle Walfängerei durch den Parlamentarier Marcus Stephen auf der IWC-Jahreskonferenz verteidigt. UN-Botschafterin Marlene Moses sagte, die heftige Kritik seitens Australiens an Nauru untergrabe die Souveränität des pazifischen Inselstaates. Moses begründete das nauruische Votum damit, dass Nauru seine Thunfischvorkommen, welche durch Wale bedroht seien, schützen wollte. Die nauruische Wirtschaft und auch die Bevölkerung ist heute größtenteils von der Fischerei abhängig. Gemäß Moses sei die Angelegenheit in der Regierung sorgfältig und verantwortungsvoll behandelt worden, um den besten Ausgang für die eigene Bevölkerung zu sichern.

Nauru hat sehr schlechte ökonomische Zukunftsperspektiven. Es war in der Vergangenheit eines der Länder mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen, als man die Düngemittelreserven (Phosphate) der Insel ausbeutete. Diese sind jedoch nunmehr komplett verbraucht.

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May 25, 2005

Lidl stellt Verkauf von Hai-Steaks ein

Filed under: Artenschutz,Fisch,Fischerei,Lidl,Neckarsulm — admin @ 5:00 am

Lidl stellt Verkauf von Hai-Steaks ein – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Lidl stellt Verkauf von Hai-Steaks ein

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Neckarsulm (Deutschland), 25.05.2005 – Erfolg für die Tierschützer. Der Einzelhandelskonzern Lidl hat angekündigt, auf den Verkauf von Hai-Steaks zu verzichten und diese aus dem Sortiment zu streichen. Dies sei eine Folge der massiven Proteste mehrerer Tierschutzorganisationen.

Die Organisationen hatten die Verbraucher am vergangenen Montag dazu aufgerufen, keine Hai-Steaks zu kaufen, da alle Hai-Arten weltweit in ihrem Bestand bedroht seien. Lidl war einer der ersten Discounter, der mit werbewirksamen Angeboten auf den Kauf von Hai-Steaks aufmerksam gemacht hatte. Der Restbestand wird bei Lidl ab sofort zu einem reduzierten Preis verkauft.

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May 23, 2005

Lidl verkauft Hai-Steaks

Filed under: Artenschutz,Fisch,Fischerei,Lidl,Neckarsulm,Themenportal Europa — admin @ 5:00 am

Lidl verkauft Hai-Steaks – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Lidl verkauft Hai-Steaks

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Neckarsulm (Deutschland), 23.05.2005 – Seit diesem Montag bietet die Supermarktkette Lidl in seinen deutschen Filialen Hai-Steaks zum Angebotspreis von 4,49 Euro an.

Diese Aktion wird von Tierschützern kritisiert, da die meisten Haiarten und dadurch die gesamte Tierwelt der Ozeane bereits massiv durch den Menschen bedroht seien und Lidl, so der Vorwurf, eine Vorreiterrolle dabei einnehmen will, Haie durch direkte Bewerbung für den normalen Verbraucher „schmackhaft“ zu machen um so einen neuen Absatzmarkt zu sichern.

Es handelt sich bei der verkauften Haiart um Blauhai. Eine aktuelle Rechnung ergab, dass für diese Aktion rund 150.000 Blauhaie ihr Leben ließen. Solche Verkaufsaktionen schadeten dem sehr angeschlagenen Image der Haie nicht direkt, sie trügen aber maßgeblich zur Überfischung dieser bei, wodurch das natürliche Gleichgewicht in deren Lebensräumen nachhaltig gestört werde.

Weltweit würden durch gezielten Fang, Beifang und so genanntes Haifinning jährlich rund 100 bis 200 Millionen Haie getötet. Ihr Reproduktionszyklus sei aber im Allgemeinen zu lang, um dieser Überfischung entgegenwirken zu können.

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May 20, 2005

Ökostudie belegt dramatisches Artensterben

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Ökostudie belegt dramatisches Artensterben

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Nairobi (Kenia), 20.05.2005 – Das Aussterben von Tierarten auf der Erde hat dramatische Formen angenommen. Nie zuvor schwand die Artenvielfalt auf unserem Planeten so schnell wie in der Gegenwart. Dies geht aus einer in Nairobi veröffentlichten “Millennium Ökosystemstudie” („Millennium Ecosystem Assessment“) hervor.

Der Ökostudie zufolge sind seit Beginn des industriellen Fischfangs bereits etwa 90 Prozent des weltweiten Fischbestandes verschwunden. Außerdem seien ein Drittel der Amphibien und ein Fünftel der Säugetiere vom Aussterben bedroht.

Klaus Töpfer, Direktor des UN-Umweltprogramms, das die Ökostudie mit organisiert hatte, erklärte, wenn die Wälder und Korallenriffe mit Museen und Universitäten vergleichbar wären, dann würde deren Zerstörung als “grober Vandalismus” gelten. Den Verlust der Artenvielfalt bezeichnete er als “wirtschaftlichen Selbstmord”.

Die Ökostudie warnt eindringlich, die Menschheit beraube sich notwendiger Leistungen der Natur. Dazu gehörten beispielsweise die natürliche Reinigung von Luft und Wasser und der Schutz vor Naturkatastrophen.

In der Ökostudie heißt es, ein intakter Hektar Mangrovensumpf sei mehr als 1.000 US-Dollar (umgerechnet 792 Euro) wert. Lege man diesen Hektar trocken, um ihn landwirtschaftlich zu nutzen, falle sein Wert auf 200 Dollar.

Quelle

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March 7, 2005

Softwarepatente in Brüssel verabschiedet

Softwarepatente in Brüssel verabschiedet

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Straßburg (Frankreich), 07.03.2005 – Über mehrere Jahre hinweg schwelt nun in Brüssel die Auseinandersetzung zwischen dem EU-Rat und dem EU-Parlament in der Frage der „Patentierung Computerimplementierter Erfindungen“.

Die EU-Kommission beabsichtigte ursprünglich die Einführung einer totalen Patentierbarkeit für Software. Eine Vielzahl von Petitionen, Protesten und Demonstrationen machte das EU-Parlament und die nationalen Parlamente darauf aufmerksam, dass weite Kreise der Bevölkerung sowie der mittelständischen Software-Industrie in dieser Frage anders denken als die EU-Kommission.

Am heutigen Montag hat der EU-Rat die umstrittene Richtlinie nun unter Missachtung der eigenen Verfahrensvorschriften abgenickt. Dabei blieben die Positionen vieler vertretener Nationen unberücksichtigt. So gibt es in Deutschland, den Niederlanden, in Spanien, Polen und Dänemark offizielle Stellungnahmen und zum Teil sogar bindende Aufforderungen der Parlamente an ihre Regierungen, den Kurs der Kommission in Brüssel nicht länger zu unterstützen.

Dieser Vorfall macht ein Grundproblem erneut wieder deutlich: Die EU ist so strukturiert, dass die Gesetze nicht von Parlamenten, sondern von nichtwählbaren Kommissaren, Beratern und Lobbyvertretern gemacht werden. So schreibt etwa der Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur (FFII), dass sich Kommissionspräsident José Manuel Durão Barroso am 31. Januar mit Microsoft-Gründer Bill Gates für ein privates Abendessen getroffen habe.

Kritik und Ablehnung ist unüblich und nicht gern gesehen. So sollten die Software- und Logikpatente beispielsweise im Argrar- und Fischereirat abgenickt werden, als in den ursprünglich zuständigen Ausschüssen die Mehrheit nicht mehr gesichert war. Mehrmals wurde die Prozedur verschoben, weil Ratsmitglieder dagegen stimmen wollten.

Monica Frassoni, Copräsidentin der Grünen im europäischen Parlament, findet klare und deutliche Worte der Kritik: „The Competitiveness Council’s decision today to adopt the software patents directive is a slap in the face for Europe’s growing software industry and for the European Parliament. The Council has apparently fallen on its knees before the likes of Microsoft, and betrayed the interests of Europe’s software developers. Ministers have ignored the will of the Parliament, where the Conference of Presidents unanimously spoke out against the adoption of the directive. This has created a serious institutional conflict between the Parliament, Commission and Council. For purely formal reasons, EU ministers confirmed a common position dating from May 2004, even though the circumstances in the meantime have dramatically changed. Council has also ignored growing opposition to this directive in many national parliaments, which are justifiable worried about the future of their national software industries. The current text of the software patents directive must not become law. From this moment on, the Greens will work to assemble as large a lobby as possible to ensure that the current proposal for the directive doesn’t get through Parliament’s second reading in its present form.“

Für den Bürger der EU stellt sich daher zunehmend die Frage nach der demokratischen Legitimierung der Entscheidungsprozesse in Brüssel. Noch besteht eine Chance auf eine demokratische Korrektur, denn die geplante Verfassung der EU ist noch nicht von allen Mitgliedsstaaten ratifiziert.

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January 20, 2005

Software-Patente wieder bei den Fischen

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Software-Patente wieder bei den Fischen

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Brüssel (Belgien), 20.01.2005 – Am Montag, den 24. Januar 2005, soll die Softwarepatent-Richtlinie laut Vertretern der Europäischen Kommission und der Ratspräsidentschaft erneut auf die Tagesordnung des EU-Fischereirats.

Diese extrem kurzfristige Platzierung auf der Tagesordnung soll anscheinend wie beim letzten Versuch, diese umstrittene Richtline in einem total sachfremden Ausschuss durchzuwinken, auch diesmal den möglichen Widerstand möglichst klein halten. Mit einer erneuten Absetzung von der Tagesordnung durch die polnischen Volksvertreter wird diesmal wegen von Polen befürchteter Konsequenzen bei benötigten Agrarsubventionen nicht gerechnet.

Im Bundestag hatten zuvor die Fraktionen der SPD, CDU und Grünen die Regierung aufgefordert, sich gegen die geplante Richtlinie auszusprechen. Die Vorgehensweise des Rates, die umstrittene Richtlinie im sachfremden Agrarausschuss ohne weitere Aussprache zur Abstimmung zu bringen, wurde sowohl von Bürgerrechts-Organisationen wie dem Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur (FFII) als auch Politikern wie dem Münchner Oberbürgermeister Christian Ude scharf kritisiert.

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