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April 16, 2014

Merkwürdige Hauptversammlung bei Aleo Solar

Merkwürdige Hauptversammlung bei Aleo Solar

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Veröffentlicht: 16.04.2014, 07:59 (CEST)
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Solarzellen aus Deutschland – ein Verlustgeschäft für Bosch?

Oldenburg (Oldb) (Deutschland), 16.04.2014 – Merkwürdige Dinge spielten sich gestern auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Aleo Solar AG, eines vom Bosch-Konzern beherrschten Solarherstellers ab. Die naiv klingende Frage einer älteren Aktionärin, was die „Herren in der ersten Reihe“ – nämlich Vorstand und Aufsichtsrat auf dem Podium – und die vielen Mitarbeiter im Back Office machen, war Anlass für weitere Kleinanleger, teilweise Juristen, nochmals nachzuhaken. Die ältere Dame hatte durch eine Tür beobachtet, dass im Back Office offenbar mehr Personen arbeiteten, um auf die Fragen zu antworten, als Aktieninhaber im Publikum sitzen. Der Verdacht einer von Bosch gesteuerten Veranstaltung erhärtete sich, als eine sehr kritische Aktionärin gezielt nach den Namen bestimmter Personen fragte, die möglicherweise im Back Office sitzen würden. Sie ließ sich auch nicht davon abbringen, sich persönlich von der Arbeit im Back Office nebenan einen Eindruck zu verschaffen. So kam tatsächlich heraus, dass im Back Office mehr Personen arbeiteten als zur Hauptversammlung in einem Saal der Oldenburger Weser-Ems-Halle Aktionäre erschienen waren. Schließlich wurde mehrmals der Vorwurf erhoben, die Antworten auf die kritischen Fragen von Aktionären würden von Mitarbeitern des Bosch-Konzerns oder der von Bosch beauftragten Rechtsanwälte ausgearbeitet. Die Vorwürfe gipfelten schließlich in der Kritik am Verhalten des anwesenden Notars Watermann. Die Anwesenheit eines Notars ist bei Hauptversammlungen von Aktiengesellschaften in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben.

Der Leiter der Versammlung, Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Hartung, versuchte mehrmals, teilweise vergeblich, die aufgeregten Aktionäre zu beruhigen. In der Hauptsache ging es darum, die Aktiengesellschaft zum 30. April 2014 – also innerhalb von 14 Tagen – aufzulösen. Die Abstimmung war nach stundenlanger Diskussion nur noch eine Formsache, da Bosch die Mehrheit hat. Die Juristen unter den kritischen Aktionären bezweifelten das Stimmrecht von Bosch, da dieser Konzern als beherrschendes Unternehmen praktisch in eigener Sache entscheide. Ein Aktionärsvertreter hatte Gegenanträge eingebracht und fragte, warum eine Woche nach der Hauptversammlung der Jahresabschluss des Jahres 2013 vorgelegt werden solle. Üblich sei es, den Jahresabschluss vor der Hauptversammlung zu veröffentlichen. Erstaunen löste die Antwort des Vorstandes aus, der Hauptbetrieb im brandenburgischen Prenzlau sei bereits am 28. März 2014 eingestellt worden.

Der drängenden Frage, warum keine Insolvenz eine Fortführung des Unternehmens – etwa ähnlich wie bei Solarworld erlaube, wurde wiederholt ausgewichen, dies seien „theoretische“ Überlegungen, doch damit wollten sich viele Kleinaktionäre nicht zufrieden geben. Die Antworten des Finanzvorstands York zu Putlitz wurden als unzureichend kommentiert. Ihm wurde immer wieder vorgeworfen, er würde Fragen ignorieren bzw. nicht inhaltlich beantworten.

Die Beherrschung der Aleo Solar AG durch den Bosch-Konzern wurde auch daran deutlich, dass der Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Hartung zur Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH gehört und die beiden Vorstandsmitglieder nicht nur ihre Karriere bei der Muttergesellschaft gemacht haben, sondern auch ein Rückkehrrecht gewährt bekommen. Auf der Unternehmensseite von Aleo Solar heißt es wörtlich: „Robert Bosch GmbH verlangt Beschlussfassung über Liquidation der aleo solar AG und sichert weitere finanzielle Unterstützung zu.“ Begründet wird dies mit dem Erhalt von Arbeitsplätzen, was jedoch von kritischen Aktionären bezweifelt wird. Der wahre Grund sei, dass Bosch sein Image retten wolle.

Nach dem Verkauf fast aller wesentlichen Vermögenswerte des Unternehmens an ein asiatisches Firmenkonsortium, das als SCP Solar GmbH in Hamburg firmert, bleibt für die Aktionäre von Aleo Solar nichts übrig. Dabei sei es egal, ob es eine Liquidation oder eine Insolvenz wäre, so der Tenor der Kleinanleger. Immerhin hätte es bei einer Insolvenz nach dem neuen Recht in Deutschland einige Möglichkeiten der Weiterführung und somit auch der Mitbestimmung der Aktionäre gegeben. Auch Gewerkschaftsvertreter hatten das Verhalten von Bosch beanstandet. Durch den zeitweisen Boom in der deutschen Solarindustrie hatte Aleo Solar zeitweise fast 1000 Beschäftigte. Diese Zahl ist auf 700 gesunken und wird voraussichtlich innerhalb der nächsten drei Jahre auf Null sinken. Voraussichtlich werden etwa 200 Mitarbeiter noch in einer sogenannten Transfergesellschaft beschäftigt, die aber nur neun Monate dauert.

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Quellen[Bearbeiten]

Originäre Berichterstattung
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February 24, 2013

Oldenburg: Riesenbetrug mit Bio-Eiern

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Oldenburg: Riesenbetrug mit Bio-Eiern

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Veröffentlicht: 13:48, 24. Feb. 2013 (CET)
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Hahn an einem Misthaufen

Oldenburg (Deutschland), 24.02.2013 – Die Staatsanwaltschaft Oldenburg führt Ermittlungen gegen Landwirte. Diese stehen im Verdacht, Millionen von Hühnereiern als Bio-Eier in den Handel gebracht zu haben, die nicht als solche hätten deklariert werden dürfen. Hunderte Eierproduzenten sollen betroffen sein, 150 davon allein in Niedersachsen. Zahlreiche Verfahren wurden bereits an andere Staatsanwaltschaften, insbesondere nach Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern, abgegeben. Betroffen seien auch Eierproduktionsstätten in Belgien und den Niederlanden.

Laut dem Nachrichtenmagazin Spiegel fanden hunderte von Durchsuchungen statt. Entgegen den Vorschriften waren zu viele Hühner in den Ställen untergebracht worden. Die Ermittlungen werden wegen Betruges und Verstößen gegen das Lebensmittel- und das Öko-Landbaugesetz durchgeführt. Auch Umwelt- und Tierschutzvorschriften sind möglicherweise nicht beachtet worden. Die niedersächsische Landesregierung hatte sich bislang nicht geäußert, um das Ermittlungsverfahren nicht zu gefährden. Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer von den Grünen kündigte an: „Wir prüfen, ob man den überführten Betrieben die Zulassung entziehen kann.“

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  • Portal:Landwirtschaft

Quellen[Bearbeiten]

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March 26, 2011

Landgericht Oldenburg: Drei Mitglieder des Rockerklubs „Gremium MC“ wegen versuchten Totschlags angeklagt

Landgericht Oldenburg: Drei Mitglieder des Rockerklubs „Gremium MC“ wegen versuchten Totschlags angeklagt

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Veröffentlicht: 17:35, 26. Mär. 2011 (CET)
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Oldenburg (Oldb) (Deutschland), 26.03.2011 – Christian K. (38) aus Emstek, Tammo M. (35) aus Großenkneten und Thorsten I. (40) sind Mitglieder des Chapters Vechta, der zum berüchtigten Rockerklub „Gremium MC“ gehört. Beim Landgericht Oldenburg begann am Freitag, den 25. März 2011 der Prozess gegen sie. Ihnen wird versuchter Totschlag und dem Angeklagten Tammo M. zusätzlich der geplante Mord am Oldenburger Oberstaatsanwalt Thomas Kirstein vorgeworfen.

Im Oktober 2009 hatten die Angeklagten den Präsidenten ihres eigenen Rockerklubs mit dem Ziel überfallen, ihn zu töten. An dem Übergriff sollen nach Auskunft der Staatsanwaltschaft 60 Rocker der „schnellen Eingreiftruppe“ des „Gremium MC“ beteiligt gewesen sein. Das Opfer erlitt schwere Kopfverletzungen. Der Angeklagte Christian K. war als neuer Präsident vorgesehen.

Gegen Tammo M. wird auch verhandelt, da er Ende 2009 geplant hatte, den Oldenburger Oberstaatsanwalt Thomas Kirstein mit einer Maschinenpistole zu ermorden. Allen drei Angeklagten wird zudem der Vorwurf der Erpressung und Nötigung sowie Verstöße gegen das Waffengesetz gemacht.

Zum Auftakt des Prozesses waren 50 Rocker angereist, diesen standen 150 Polizisten gegenüber. Erst nach strengen Personenkontrollen durften die Angereisten den Verhandlungssaal betreten. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt. Es sind 21 Verhandlungstage geplant.

Der Motorradklub Gremium MC[1] gehört zu den größten in Europa und ist in den Ländern Deutschland, Italien, Polen, den kanarischen Inseln, Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Österreich, Spanien, Venezuela, Thailand, Serbien und der Türkei organisiert. Schon häufig standen Mitglieder wegen Drogenhandels, Zuhälterei, Verstößen gegen das Waffengesetz und Gewaltdelikten vor Gericht.

Themenverwandte Artikel

  • Portal: Recht

Quellen

Einzelnachweise

  1. Homepage des Gremium MC

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May 20, 2009

Lebenslange Haft für Holzklotzwerfer

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Lebenslange Haft für Holzklotzwerfer

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Veröffentlicht: 22:02, 20. Mai 2009 (CEST)
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Oldenburg (Oldb) (Deutschland), 20.05.2009 – Das Oldenburger Landgericht verkündete heute das Urteil gegen den sogenannten Holzklotzwerfer von Oldenburg. Dieser hatte am Ostersonntag vor einem Jahr durch den Wurf eines sechs Kilogramm schweren Holzklotzes von einer Autobahnbrücke über die Bundesautobahn A 29 in der Nähe von Oldenburg eine Frau tödlich verletzt, die in einem Personenwagen unter der Brücke hindurch fuhr. Das Urteil lautet auf lebenslänglich.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 31-jährige Nikolai H. sich eines heimtückischen Mordes und des dreifachen versuchten Mordes und vorsätzlichen, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr schuldig gemacht hat. Im Fahrzeug saß eine Familie aus dem nordrhein-westfälischen Telgte, die auf dem Rückweg von einem Besuch bei Freunden in Wilhelmshaven war. Der Familienvater saß am Steuer, die beiden Kinder im Fond des Wagens. Die 33-jährige Mutter der beiden Kinder, Olga K., saß auf dem Beifahrersitz, als sie von dem Geschoss getroffen wurde.

Bei dem Verurteilten handelt es sich um einen aus Kasachstan stammenden Heroinabhängigen, der die Tat „aus Frust und Wut“ begangen habe, so der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann. Der Angeklagte hatte zwar ein Geständnis abgelegt, dieses jedoch später widerrufen. Das Gericht hielt das Geständnis dennoch für echt, weil weitere Indizien gegen den Angeklagten sprachen. So waren an dem Holzklotz Bodenreste gefunden worden, die zu den Bodenmerkmalen im Garten des Angeklagten passten. Außerdem sei das Mobiltelefon des Angeklagten kurz nach dem Tatzeitpunkt in der Nähe des Tatortes geortet worden. Mithäftlinge hatten außerdem ausgesagt, dass der Angeklagte auch während seiner Untersuchungshaft ihnen gegenüber die Tat zugegeben hatte. Während des 30-tägigen Prozesses äußerte sich der Angeklagte nicht mehr zur Sache. Laut Prozessbeobachtern nahm der Angeklagte das Urteil ohne erkennbare Gemütsregung hinter einer Panzerglaswand, die zu seinem Schutz errichtet worden war, entgegen.

Auf die Spur des Angeklagten waren die Ermittlungsbehörden durch eine freiwillige Zeugenaussage des Mannes gekommen, durch die er sich verdächtig gemacht hatte, weil er Einzelheiten des Tathergangs wusste, von denen in der Presse nicht die Rede gewesen war.

In seinem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die lebenslange Haft gefordert hatte. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Nach der Urteilsverkündung kündigte die Verteidigung Revision beim Bundesgerichtshof an.

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Quellen

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February 28, 2009

Millionenschaden bei Caravan-Händler Fassbender in Oldenburg

Veröffentlicht: 13:50, 28. Feb. 2009 (CET)
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Oldenburg (Deutschland), 28.02.2009 – Auf dem Gelände des Caravan-Händlers H.J. Fassbender Wohnwagen und Reisemobile GmbH in Oldenburg-Etzhorn hat sich aus unbekannten Gründen am vergangenen Donnerstag in einer Lagerhalle ein Großfeuer entwickelt. Der Feuerwehr blieb gemäß Beitrag in der Sendung Maintower nichts anderes übrig, als den Fuhrpark und das Gebäude kontrolliert abbrennen zu lassen. Angefacht wurden die Brände durch dort gelagerte Gasflaschen, die gelegentlich explodierten, und anderes brennnbares Material wie z. B. Plastik. Auch soll es anfangs Probleme mit der Wasserversorgung gegeben haben, da einige Hydranten schwer erreichbar gewesen seien.

13 in besagter Lagerhalle beschäftigte Mitarbeiter konnten sich ins freie Retten, die Belegschaft versuchte zunächst, den Brand alleine zu löschen. Dabei zogen sich neun Angestellte eine Rauchgasvergiftung zu und kamen ins Krankenhaus. Eine nahe gelegene Wirtschaft wurde zum Notlazarett umfunktioniert. Angestellte konnten nicht fassen, ihren Arbeitsplatz brennen zu sehen. Bis kurz nach Mitternacht dauerten die Löscharbeiten der Feuerwehr.

Gutachter sollen erst nächste Woche kommen, da laut Behördenangaben Einsturzgefahr bestehe. Ein Unternehmen wurde mit Abstützarbeiten betraut. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen, wobei ein technischer Defekt in der Lagerhalle als wahrscheinlichste Ursache gilt.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Brände

Quellen

  • nwzonline.de: „Einsturzgefahr nach Großfeuer: Gutachter kommen erst nächste Woche“ (27.02.2009)
  • nwzonline.de: „Hunderschaft kämpft gegen Feuer“ (27.02.2009)
  • nwzonline.de: „Rauchwolken über dem Stadtnorden“ (27.02.2009)
  • nwzonline.de: „Oldenburger Campinghandel geht in Flammen auf“ (27.02.2009)
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May 21, 2008

Verdächtiger des Holzklotzwurfes von Oldenburger Autobahnbrücke festgenommen

Verdächtiger des Holzklotzwurfes von Oldenburger Autobahnbrücke festgenommen

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Veröffentlicht: 23:38, 21. Mai 2008 (CEST)
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Oldenburg (Oldb) (Deutschland), 21.05.2008 – Im Fall des tödlichen Holzklotzwurfes von einer Autobahnbrücke über die Bundesautobahn 29 bei Oldenburg (Oldb) hat die Oldenburger Polizei jetzt einen bedeutenden Fahndungserfolg erzielt. Es wurde ein 30-jähriger Mann aus der Gemeinde Rastede als mutmaßlicher Täter ermittelt und heute verhaftet. Gegen den Mann wurde vom Amtsgericht Oldenburg am gestrigen Dienstag ein Haftbefehl erlassen. Der Mann gilt als dringend tatverdächtig, am 23. März 2008 (Ostersonntag) gegen 20 Uhr von einer Autobahnbrücke zwischen dem Autobahnkreuz Oldenburg-Nord und der Anschlussstelle Oldenburg-Ohmstede einen Holzklotz auf die Fahrbahn geworfen zu haben, wobei eine Frau, die als Beifahrerin in einem Fahrzeug unter der Brücke hindurch gefahren war, getötet wurde.

Die Anklage lautet auf Mord und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Die Verhaftung erfolgte auch, weil Fluchtgefahr besteht, sagte der leitende Staatsanwalt bei einer Pressekonferenz, die heute in Oldenburg stattfand. Bei dem Mann, der heute Morgen festgenommen wurde, handelt es sich um einen drogenabhängigen Aussiedler aus Kasachstan, der seit 16 Jahren in Deutschland lebt und auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Als Motiv der Tat habe der Mann „Frust“ angegeben.

Der Mann war der Polizei bisher bereits als angeblicher Zeuge des Vorfalls bekannt. Er meldete sich bei der Polizei am 5. April – kurz nachdem die Polizei einen Massen-Gentest angekündigt hatte – und sagte aus, der Holzklotz habe sich bereits seit längerer Zeit auf der Brücke befunden, bevor der tödliche Wurf stattgefunden habe. Er habe den Holzklotz eigenhändig von der Fahrbahn geräumt, als er mit seinem Fahrrad die Brücke überquerte. Diese Aussage hatte den Verdacht der Ermittlungsbeamten geweckt. Der Mann hatte angegeben, er sei gerade auf dem Weg zu seinem Drogendealer gewesen, als ihm der Holzklotz auf der Fahrbahn aufgefallen war. Da habe er sich entschieden, den Klotz beiseite zu räumen. Diese Darstellung des Vorgangs war von den Beamten für unwahrscheinlich und wenig glaubwürdig eingeschätzt worden. Weitere Ermittlungen führten dann zu weiteren Indizien, die den Anfangsverdacht gegen den Mann erhärteten. So wurden auf dem Grundstück des Mannes ähnliche Holzklötze gefunden, die ebenfalls – wie der zur Tat verwendete Holzklotz – aus Pappelholz bestanden und einen ähnlichen Verwitterungsgrad aufwiesen. Diese und weitere Gegenstände von dem Grundstück werden zurzeit noch kriminaltechnisch untersucht.

Die Polizei verhörte den Mann heute mehrere Stunden. Dabei legte der Verdächtige nach etwa drei Stunden Verhördauer auch ein Geständnis ab, wie Staatsanwaltschaft und Polizei auf der Pressekonferenz heute mitteilten. Während des insgesamt etwa neun Stunden dauernden Verhörs wurde der Verdächtige ärztlich betreut, er litt an Entzugserscheinungen wegen seiner Heroinsucht.

Der sechs Kilogramm schwere Holzblock war am Ostersonntag von der Brücke geworfen worden und hatte dabei die Windschutzscheibe des Personenwagens durchschlagen. Durch die Wucht des Aufpralls wurde die 33-jährige Beifahrerin tödlich getroffen. Die Frau, Mutter von zwei Kindern, verstarb noch am Unfallort. Ihre beiden Kinder, die im Fond des Wagens saßen, und ihr Mann, der das Fahrzeug steuerte, überlebten.

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Quellen

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April 3, 2008

Holzklotzattentat: „Aktenzeichen XY … ungelöst“ bringt neue Hinweise

Holzklotzattentat: „Aktenzeichen XY … ungelöst“ bringt neue Hinweise

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Veröffentlicht: 14:50, 3. Apr. 2008 (CEST)
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Oldenburg (Oldb) (Deutschland), 03.04.2008 – Nach der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“, in der gestern ein Beitrag zur Fahndung nach den Tätern des Holzklotzwurfes am Ostersonntag von einer Autobahnbrücke über die Bundesautobahn 29 bei Oldenburg ausgestrahlt wurde, gingen bei der Polizei über 200 Hinweise aus der Bevölkerung ein. Zum Teil seien dabei auch Namen genannt worden. Die Polizei geht allen Hinweisen nach; bisher haben sich jedoch noch keine konkreten Verdachtsmomente gegen bestimmte Einzelpersonen ergeben. Unter anderem war in der Sendung ein Phantombild der jugendlich wirkenden Tätergruppe gezeigt worden, die nach bisherigen Zeugenaussagen erstellt worden war. Mehrere Zeugen hatten diese Personen ähnlich beschrieben. Sie sollen sich zum Tatzeitpunkt auf oder in der Nähe der Brücke aufgehalten haben.

Die inzwischen auf 27 Mitglieder aufgestockte Sonderkommission bei der Polizei, die den Mord untersucht, erwägt offenbar auch die Durchführung eines Massengentests, um den oder die Täter aufzuspüren. Laut der Oldenburger Nordwest-Zeitung sagte der Oldenburger Polizei-Chef Johann Kühme: „Konkret könnten in einem bestimmten Bereich alle Angehörigen einer bestimmten Altersgruppe zu einer Speichelprobe gebeten werden.“

Inzwischen gab das Landeskriminalamt Hannover bekannt, dass der als Tatwerkzeug verwendete sechs Kilogramm schwere Holzklotz aus einer Pappel herausgesägt worden ist und starke Verwitterungsspuren aufweist.

Der am vergangenen Ostersonntag auf einen Pkw geworfene Holzklotz hatte die 33-jährige Beifahrerin eines Pkws tödlich getroffen, die mit ihrer Familie auf dem Rückweg von einem Urlaub an der Nordsee unter der Autobahnbrücke hindurch fuhr.

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April 2, 2008

SOKO „Brücke“ fahndet intensiv nach Holzklotzwerfern

SOKO „Brücke“ fahndet intensiv nach Holzklotzwerfern

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Veröffentlicht: 16:59, 2. Apr. 2008 (CEST)
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Oldenburg (Oldb) (Deutschland), 02.04.2008 – Die im Zusammenhang mit einem tödlichen Holzklotzwurf von einer Autobahnbrücke über die Bundesautobahn A 29 bei Oldenburg (Oldb) gebildete Sonderkommission hat erste Anhaltspunkte über mögliche Tatverdächtige für den Vorfall am Ostersonntag, bei der eine in einem Personenwagen sitzende Beifahrerin durch den Wurf eines Holzklotzes getötet wurde. Nach Angaben der Polizei Oldenburg konzentriert sich die Fahndung der SOKO „Brücke“ auf eine Gruppe von vier bis fünf jugendlich wirkende Personen, die sich nach Angaben von Augenzeugen zur Tatzeit auf der besagten Brücke über die A 29 aufgehalten haben sollen. Altersschätzungen gehen dabei von Personen zwischen 16 und 20 Jahren aus. Eine der Personen soll deutlich größer als die anderen gewesen sein und eine Basecap getragen haben. Mindestens eine Person soll weiblich gewesen sein und einen Pferdeschwanz getragen haben.

Im Stadtgebiet Oldenburg – an Tankstellen, Schulen und Geschäften sowie Bushaltestellen und Bussen einer Buslinie, die über die Brücke führt – hängen Fahndungsplakate der Polizei. Darin wird dazu aufgerufen, weitere Einzelheiten zum Tathergang, zur Herkunft des Holzklotzes sowie den zur Fahndung ausgeschriebenen Personen der Polizei mitzuteilen, wenn entsprechende Angaben gemacht werden können. Durch diese Öffentlichkeitsarbeit der Polizei soll der Fahndungsdruck auf die gesuchten Täter erhöht werden.

Am Mittwochabend will die Polizei auch in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ im Zweiten Deutschen Fernsehen informieren und die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise bitten. Auch im Programm des Privatsenders SAT1 wird sich um 17.30 Uhr mit dem Thema befassen.

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March 25, 2008

Tödlicher Holzklotz-Wurf in Oldenburg

Tödlicher Holzklotz-Wurf in Oldenburg – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Tödlicher Holzklotz-Wurf in Oldenburg

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Veröffentlicht: 18:49, 25. Mär. 2008 (CET)
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Oldenburg (Oldb) (Deutschland), 25.03.2008 – Nach einem Fest am Ostersonntag im niedersächsischen Oldenburg (Oldb.) haben bislang unbekannte Täter einen sechs Kilogramm schweren Holzklotz zwischen dem Autobahnkreuz Nord und der Abfahrt Ohmstede der Bundesautobahn A29 von einer Autobahnbrücke geworfen. Der Klotz durchschlug die Windschutzscheibe eines PKWs und traf die 33-jährige Beifahrerin des Wagens, sie starb noch am Unfallort. Ihr Ehemann und die beiden hinten sitzenden sieben und neun Jahre alten Kinder stehen unter Schock. Die Familie war auf dem Rückweg aus dem Urlaub.

Die unmittelbar gebildete 22-köpfige Mordkommission bei der Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt Ammerland hat bekanntgegeben, dass bei der Befragung der Anwohner sowie der Besucher von Osterfeuern, die in der Umgebung abgehalten wurden, mehrere Personen während der Tatzeit auf der Brücke gesehen wurden.

Die Polizei sucht insbesondere nach Hinweisen zur Herkunft des bei der Tat verwendeten Holzklotzes (18 mal 24 Zentimeter). Weiter interessiert sich die Polizei für „Hinweise zum Zeitpunkt des Verbrechens um 20.00 Uhr“, also wer sich zu dieser Zeit auf oder in der Nähe der besagten Brücke aufhielt.

Das Unglück erinnert an einen Vorfall aus dem Jahr 2000, bei der drei US-amerikanische Schüler aus Langeweile in Darmstadt Steine von einer Brücke warfen und dabei zwei Frauen töteten. Auch 1993 und 1995 kam es zu ähnlichen tödlichen Ereignissen.

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  • Portal:Tötungsdelikte

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March 14, 2008

Mutmaßlicher Gasattentäter von Ganderkesee zu 13 Jahren Haft verurteilt

Mutmaßlicher Gasattentäter von Ganderkesee zu 13 Jahren Haft verurteilt

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Veröffentlicht: 21:19, 14. Mär. 2008 (CET)
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Oldenburg (Oldb) (Deutschland), 14.03.2008 – Vor dem Landgericht Oldenburg wurde heute das Urteil zu einer Serie von versuchten Gasanschlägen auf Wohnungen im niedersächsischen Ganderkesee gesprochen. Der angeklagte 52-jährige Mann aus Lemwerder wurde in diesem reinen Indizienprozess für schuldig befunden, zwei der insgesamt vier Gasanschläge auf Wohnungen in Ganderkesee verübt zu haben. Dabei habe es sich nach Auffassung des Gerichts um „arglistige und heimtückische Mordversuche“ gehandelt. Der Mann, der weiterhin die Verantwortung für die Gasanschläge leugnet, wurde zu 13 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht blieb damit ein Jahr unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung will gegen das Urteil Revision einlegen.

Zwischen September 2006 und Januar 2007 waren die Einwohner der rund 30.000 Einwohner umfassenden Gemeinde durch versuchte Gasanschläge in Angst versetzt worden (Wikinews berichtete). Der Umsicht der jeweiligen Wohnungsinhaber war es zu verdanken, dass niemand verletzt oder gar getötet wurde. Der Gasgeruch war von den Menschen jeweils rechtzeitig bemerkt worden.

Bis zur Festnahme des Mannes im Januar 2007 hatte eine Sonderkommission der Polizei eine intensive Überwachung des Tatverdächtigen durchgeführt, bei der sowohl Telefone überwacht als auch Videoaufnahmen gemacht worden waren. Letztendlich wurde der Angeklagte jedoch durch die DNA-Spuren auf einer der Gasflaschen überführt. Über die Tatmotive ist nichts bekannt, da der Angeklagte die Verantwortung für die Anschläge bestreitet.

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