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December 29, 2005

Beziehung zwischen Indonesien und Timor-Leste stabilisieren sich

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Kupang (Indonesien) / Dili (Timor-Leste), 29.12.2005 – Die Beziehungen zwischen Timor-Leste (Osttimor) und der früheren Besatzungsmacht Indonesien befinden sich auf den Weg der Besserung. Am Weihnachtssonntag trafen sich die Präsidenten beider Länder auf der Insel Nias, auf der im März dieses Jahres über 900 Menschen ihr Leben verloren, als ein Seebeben im Indischen Ozean die Region schwer erschütterte.

Xanana Gusmão, Präsident von Timor-Leste

Xanana Gusmão, Präsident von Timor-Leste

Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono und sein ost-timoresischer Kollege Xanana Gusmão besuchten zusammen mit 6.000 anderen Menschen eine Gedenkveranstaltung in einem Fussballstation, auch in Erinnerung an die Opfer des folgenschweren Seebebens zu Weihnachten 2004. Die hauptsächlich von Christen bewohnten Insel wurde am Sonntagmorgen vor Ankunft der beiden von drei kleineren Erdbeben erschüttert.

Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono

Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono

Gestern traf sich Gusmão zum ersten Mal mit Eurico Guterres, der die pro-indonesichen Milizen in Osttimor anführte, die im September 1999 nach dem Referendum gegen die Zugehörigkeit zu Indonesien das Land in Schutt und Asche legten, dabei über 1.400 Menschen töteten und mehr als 250.000 Menschen nach Westtimor vertrieben. In der Hauptstadt Kupang weihten sie heute das erste Konsulat Osttimors ein und sprachen sich die beiden für eine Aussöhnung zwischen den Nachbarn aus. Ein weiteres Konsulat in der balinesischen Hauptstadt Denpasar soll folgen, gab der indonesische Außenminister Hassan Wirajuda bekannt. Guterres möchte im Januar zusammen mit 26 anderen Milizenführern einer Einladung des Präsidenten nach Osttimor folgen.

Den noch 16.000 in dem Westeil der Insel Timor verbliebenen Flüchtlingen sicherte Präsident Gusmão kurz vor dem offiziellen Ablauf der dortigen UN-Mission zu, dass sie „die Türen von Osttimor immer offen sein werden“. Erst am 19. Dezember hatten hunderte Osttimoresen vor einem Regierungsgebäude in Kupang für Wiedergutmachung demonstriert und forderten 263 Milliarden Rp (etwa 26 Millionen US-Dollar) als Ausgleichszahlung.

Von den Zehntausenden Menschen, die 1999 vor der Welle der Gewalt über die Grenze nach Westimor flüchteten, wurden viele eingeschüchtert, bedroht und von der Rückkehr nach Osttimor abgehalten. Am 6. September 2000 massakrierten Angehörige der pro-indonesische Milizen drei Mitarbeiter des UN-Flüchtlingswerks, woraufhin die UN und andere Hilfsorganisationen ihre Mitarbeiter abzogen und erst Anfang August 2001 ihre Arbeit wieder aufnahmen.

Auf dem Weg zur Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden südost-asiatischen Ländern sind jedoch noch einige Hindernisse zu überwinden. Einen 2.500-seitigen Report der CAVR-Kommission über die Verbrechen der 24-jährigen indonesischen Besatzungszeit hatte Xanana Gusmão Ende Oktober erhalten, aber, um das Verhältnis zu dem großen Nachbarn Indonesien nicht zu gefährden, vorerst nicht zur Veröffentlichung freigegeben.

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