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December 15, 2011

Indonesien geht gegen Punks vor: Andersdenkende Jugendkultur nicht erwünscht

Indonesien geht gegen Punks vor: Andersdenkende Jugendkultur nicht erwünscht

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Veröffentlicht: 06:24, 15. Dez. 2011 (CET)
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Banda Aceh (Indonesien), 15.12.2011 – Die indonesische Polizei hat nach einem Rockkonzert in Banda Aceh 64 jugendliche Punks festgenommen. Ihr Aussehen ist nach Meinung der Ordnungshüter nicht mit der Scharia vereinbar.

Zu dem Konzert im Kulturpark Taman Budaya waren hunderte von Punks aus dem ganzen Land gekommen. Es war ein Benefiz-Konzert, die Einnahmen sollten an Waisenhäuser gespendet werden.

Die Punks sollen mit Religionsunterricht und militärischem Drill mindestens zehn Tage in einem Gefängnis in Banda Aceh umerzogen werden. Ihre auffälligen Frisuren wurden geschoren, Piercings entfernt. „Die Bevölkerung findet ihr Benehmen abartig, wir wollen ihren Lebensstil verbessern“ und “Wir foltern niemanden, wir verletzen keine Menschenrechte. Wir versuchen nur, sie auf den rechten moralischen Pfad zurückzubringen“, sagte der örtliche Polizeichef Iskandar Hasan. Weiter warf er den 59 Männern und fünf Frauen vor, sie hätten nie geduscht, nicht gebetet und auf der Straße gelebt. Nachdem sie in einem See baden mussten, wurden ihnen die Kleider, wie T-Shirts mit der Aufschrift „Anarchie“, abgenommen und durch andere ersetzt. Illiza Sa’aduddin Djamal, die stellvertretende Bürgermeisterin der Provinzhauptstadt Banda Aceh, über die Punks: „Wir hoffen, dass sie es bereuen werden.“

Aceh ist die einzige Provinz in Indonesien, in der die strengen Regeln der Scharia eingeführt wurden. So wird in dem Landesteil Ehebruch mit Steinigung bestraft, Homosexuelle werden öffentlich geschlagen. Küssen und das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit wurden verboten.

Der Aktivist Evi Narti Zain prangert das Vorgehen der Polizei als Menschenrechtsverletzung an. Ein 20-jähriger junger Mann, der sich unter den Festgenommenen befand, konnte den Grund für die Behandlung seiner Person nicht verstehen; er sah keine Straftat in dem Verhalten der Konzertbesucher.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Menschenrechte
  • Portal:Scharia
  • Portal:Indonesien

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January 27, 2008

Indonesiens Ex-Diktator Suharto ist tot

Indonesiens Ex-Diktator Suharto ist tot – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Indonesiens Ex-Diktator Suharto ist tot

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Veröffentlicht: 17:10, 27. Jan. 2008 (CET)
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Suharto

Jakarta (Indonesien), 27.01.2008 – Der ehemalige Machthaber Indonesiens, General Hadji Mohamed Suharto, ist im Alter von 86 Jahren an Organversagen verstorben.

1965 schlug Suharto den angeblichen Putsch der Kommunisten in Indonesien nieder. Mehrere hunderttausend angebliche oder tatsächliche Mitglieder der Kommunistischen Partei wurden danach hingerichtet. Von 1967 bis 1998 hatte er als Präsident den südostasiatischen Inselstaat geführt. In seine 31 Jahre lange Herrschaft fielen unter anderem die Invasion in Timor-Leste und die Unterdrückung der chinesischen Minderheit in Indonesien. Säuberungsaktionen und der Unterdrückung von Minderheiten und Freiheitsbewegungen fielen zwischen 500.000 und 1,2 Millionen Menschen zum Opfer.

Gleichzeitig wird Suharto und seiner Familie Korruption vorgeworfen. Konten, Unternehmensbeteiligungen, Grundbesitz, Preziosen und Kunstgegenstände sollen einen Gesamtwert von 73 Milliarden US-Dollar haben. Mehrere Familienmitglieder wurden daher bereits verurteilt. Versuche, auch Suharto vor Gericht zu bringen, scheiterten an seinem Gesundheitszustand.

Osttimors Präsident und Friedensnobelpreisträger José Ramos-Horta hatte bereits Mitte Januar, als sich das Ende Suhartos abzeichnete, seine Landsleute aufgefordert, Suharto zu vergeben:

„Es ist für uns unmöglich, die Vergangenheit zu vergessen, aber Timor-Leste sollte ihm vergeben, bevor er stirbt. Ich bitte die Menschen für Suharto als den früheren Präsidenten Indonesiens zu beten.“

Themenverwandte Artikel

  • Timor-Leste: Erinnerung an den Beginn der indonesischen Besatzung vor 30 Jahren (07.12.2005)

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March 5, 2007

Jakarta möchte keine weiteren Untersuchungen im Fall der „Balibo Five“ zulassen

Jakarta möchte keine weiteren Untersuchungen im Fall der „Balibo Five“ zulassen

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Artikelstatus: Fertig 20:27, 5. Mär. 2007 (CET)
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Die zwischen Indonesien und Timor-Leste geteilte Insel Timor

Jakarta (Indonesien), 05.03.2007 – Ein Sprecher des indonesischen Außenministeriums gab am vergangenem Freitag bekannt, dass die Todesumstände der „Balibo Five“ nicht weiter untersucht werden. Im Oktober 1975, nur wenige Wochen vor dem Einmarsch indonesischer Truppen in die ehemalige Kolonie Portugiesisch-Timor, starben fünf Journalisten, die für australische Nachrichtensender in der dortigen Grenzregion unterwegs waren.

„Der Fall ist abgeschlossen. Wir sehen momentan keine neuen Fakten oder Beweise, um ihn wieder zu öffnen“, sagte Kristiarto Legowo gegenüber der indonesischen Nachrichtenagentur ANTARA als Reaktion auf die Frage, ob Yunus Yosfiah, der dort zur Zeit des Zwischenfalls Offizier einer Spezialeinheit war, in einer Anhörung aussagen könne. Die indonesische Regierung geht weiterhin davon aus, dass die fünf Journalisten in einem Kreuzfeuer ums Leben kamen.

Kürzlich waren neue Forderungen aufgekommen, die Todesumstände von Brian Peters noch einmal genauer zu untersuchen. Dessen Familie glaubt, die fünf seien von indonesischen Soldaten ermordet worden. In Australien kann der Tod eines Staatsangehörigen untersucht werden, wenn dieser unnatürlich war oder die Umstände unklar sind, unabhängig davon, wo sich der Fall ereignete.

Mehrere Personen hatten letzten Monat behauptet, dass Yosfiah seinen Männern befohlen hatte, auf die Journalisten zu schießen und die Leichen später verbrennen zu lassen. Im australischen Bundestaat New South Wales wurde am 1. März ein Haftbefehl gegen Yosfiah erlassen, da er mehrere Anfragen nach einer Zeugenaussage unbeantwortet ließ.

Yosfiah selber weist diese Anschuldigungen als Lügen zurück. Der spätere indonesische Informationsminister und derzeitiges Mitglied des Parlamentes in Jakarta hatte schon im Jahr 2001 bestritten, die Journalisten jemals getroffen zu haben. Auf die Frage, ob er wegen des Haftbefehls besorgt sei, entgegnete er: „Nein, warum soll ich besorgt sein? Ich fühle mich nicht schuldig. […] Ich bin indonesischer Bürger.“

Die Regierung in Canberra könne den Mord ihrer Bürger nicht einfach so ignorieren, entgegnet derweil die australische Presse. Aber inzwischen gibt es genügend Anhaltspunkte dafür, dass der damalige Premierminister Gough Whitlam genau dies getan hatte. Es scheint, Whitlam sei zu dieser Zeit bestens über die Hintergründe der Tat informiert gewesen, was dieser in der Vergangenheit allerdings bestritten hatte.

Indonesien hatte im Herbst 1975 mit der Besetzung Osttimors begonnen und das Land erst 1999 nach einer Volksabstimmung, die eine Selbstbestimmung des Gebietes befürwortete, aufgegeben. Im Jahr 2002 wurde Timor-Leste von der UN-Verwaltung in die Unabhängigkeit entlassen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Indonesien
  • Portal:Australien
  • Portal:Timor-Leste

Quellen

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November 22, 2006

Indonesien bestellt russische Militärtechnik

Indonesien bestellt russische Militärtechnik

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Artikelstatus: Fertig 22:55, 22. Nov. 2006 (CEST)
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Eine russische Su-27

Jakarta (Indonesien), 22.11.2006 – Die indonesische Regierung plant, für mehrere Milliarden US-Dollar Militärtechnik aus Russland und eventuell auch aus Polen zu erwerben. Vergangenen Freitag billigte Präsident Yudhoyono den Kauf von sechs Kampfjets des Herstellers Suchoi, zwei U-Booten der Kilo-Klasse und neun Hubschrauber verschiedenen Typs in einem Gesamtwert von einer Milliarde US-Dollar bis zum Jahr 2010. Der Kauf soll durch einen Kredit Russlands vorfinanziert werden. Im Jahr 2003 erwarb das bevölkerungsreichste muslimische Land bereits zwei Su-27SK und zwei Su-30MK aus Russland.

Nach Aussage des indonesischen Verteidigungsministers Juwono Sudarsono könnte eine 2,5 Milliarden US-Dollar umfassende Anschaffung an polnische Waffenfirmen vergeben werden. Für Polen wäre es der größte Waffenexport nach dem Ende des Kommunismus. Das Land verkauft bereits seit mehreren Jahren Waffentechnik nach Indonesien. Der staatliche PZL-Konzern lieferte bereits Flugzeuge der Marke Skytruck an die indonesische Polizei, die auch für Rettungsaktionen nach der Tsunamikatastrophe eingesetzt worden waren, und elf Hubschrauber im Wert von elf Millionen US-Dollar. Im Januar kommenden Jahres soll die indonesische Küstenwache fünf Patrouillenboote von Polen bekommen. Die indonesische Armee bestellte Luftabwehrtechnik bei dem staatlichen Waffenhersteller Bumar in Polen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Indonesien

Quellen

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March 8, 2006

Indonesien: Bevölkerung protestiert gegen Anti-Pornographie Gesetz

Indonesien: Bevölkerung protestiert gegen Anti-Pornographie Gesetz

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Artikelstatus: Fertig 22:22, 8. Mrz. 2006 (CET)
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Jakarta (Indonesien), 08.03.2006 – Anlässlich des Weltfrauentags protestierten hunderte Indonesierinnen in der Hauptstadt Jakarta gegen ein geplantes Anti-Pornographie-Gesetz. Das Gesetz, über das zur Zeit im Parlament beraten wird, sieht vor, das Tragen von kurzen Röcken und ärmellosen Oberteilen unter Strafe zu stellen. Auch die traditionelle Kleidung der Frauen auf Bali und der traditionelle Bauchtanz würden unter dieses Verbot fallen. Wer in der Öffentlichkeit küsst macht sich ebenfalls strafbar. Das Gesetz sieht Strafen von 200 Millionen Rupiah (zirka 20.000 Euro) bis eine Milliarde Rupiah (zirka 100.000 Euro) oder zehn Jahre Haft vor. Unter den Teilnehmern der Demonstration befanden sich auch bekannte indonesische Schauspielerinnen und Models.

Themenverwandte Artikel

  • Internationaler Frauentag 2006 (08.03.2006)
  • Portal:Indonesien

Quellen

  • Finanzen.de: „Tausende Frauen in Südasien gehen für ihre Rechte auf die Straße“ (08.03.2006) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar
  • msnbc.msn.com: „Women Rally, Demand Equal Rights in Asia“ (englischsprachige Quelle) (08.03.2006) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar
  • The Jakarta Post Online: „Group says women at more risk of abuse“ (englischsprachige Quelle) (08.03.2006) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar
  • The Jakarta Post Online: „Designer, artists cut porn bill down to size at the House“ (englischsprachige Quelle) (08.03.2006) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar

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February 16, 2006

Indonesien: US-Bergbauunternehmen zahlt 30 Millionen US-Dollar an die Regierung

Indonesien: US-Bergbauunternehmen zahlt 30 Millionen US-Dollar an die Regierung

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Jakarta (Indonesien), 16.02.2006 – Das Bergbauunternehmen „PT Newmont Minahasa Raya“ (NMR) mit Hauptsitz in Denver, USA, einigte sich mit der indonesischen Regierung wegen der Verschmutzung eines Küstengebiets mit Arsen und Quecksilber auf Ausgleichszahlungen in Höhe von insgesamt 30 Millionen US-Dollar.

Die Insel Sulawesi

Das Unternehmen und die indonesische Regierung hatten sich am Donnerstag in einem Zivilprozess auf den Ausgleich geeinigt. Nach offiziellen indonesischen Angaben wird der Ausgleich keinen Einfluss auf einen parallel stattfindenden Gerichtsprozess gegen „PT Newmont Minahasa Raya“ und den indonesischen Vorsitzenden des Unternehmens haben. Gleichzeitig verzichtet die Regierung aber auf ihre ursprüngliche Forderung nach Ausgleichszahlungen in Höhe von 135 Millionen US-Dollar. Im Abkommen geht es nicht direkt um die Frage der Verschmutzung der Küstengebiete. Mahendra Siregar, ein Vertreter des indonesischen Wirtschaftsministeriums, sagte, er hoffe, dass sich das Gericht im Prozess gegen PT Newmont nicht von diesem Abkommen beinflussen lasse. Robert Gallagher, ein stellvertretender Vorsitzender von PT Newmont, sagte, er glaube, dass der Ausgleich die Angelegenheit klären werde und es dem Vorteil für die Anwohner der Bucht diene. Im Prozess tritt die indonesische Regierung als Kläger auf und wirft dem Unternehmen vor, Schwermetalle ohne Genehmigung in der Bucht entsorgt zu haben.

Hintergrund der Ausgleichszahlungen sind gesundheitliche Beschwerden von Menschen, die in der Nähe der Buyatbucht im Norden der Insel Sulawesi wohnen, wo das Bergbauunternehmen bis 2004 eine Goldmine betrieb. Die Dorfbewohner führen ihre gesundheitlichen Beschwerden auf Abfälle der Mine zurück. Das Unternehmen bestreitet die Vorwürfe, die Bucht mit giftigen Abfällen aus der Mine verschmutzt zu haben. Das Bergbauunternehmen gibt zu, dass es Emissionen gab, diese seien aber aus Sicht des Unternehmens nicht umweltschädlich gewesen. In einer Studie des indonesischen Umweltministeriums aus dem Jahr 2004 steht, dass Arsen und Quecksilber aus der Mine in die Nahrungskette von auf dem Grund des Meeres lebenden Organismen gelangt sei. PT Newmont bestreitet, dass Schwermetalle aus der Mine in die Nahrungskette von Lebewesen gelangt sind, da sie nicht wasserlöslich seien. Auch die Fische in der Bucht wurden nach Angaben des Unternehmens nicht mit Schadstoffen aus der Mine kontaminiert. Auf der Insel Sumbawa betreibt PT Newmont größere und ertragsreichere Goldminen als die, die das Unternehmen acht Jahre lang auf Sulawesi betrieben hat.

Die 30 Millionen US-Dollar werden in einen Fonds eingezahlt. Das Geld wird nicht direkt an die Regierung gezahlt, sondern an eine noch zu gründende Stiftung oder Behörde. Mit den Mitteln soll ein längerfristiges Forschungsprogramm finanziert werden, das die Schadstoffbelastung der Bucht untersucht. Dabei werden je drei Forscher von der Regierung und von dem Unternehmen nominiert.

Quellen

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December 29, 2005

Beziehung zwischen Indonesien und Timor-Leste stabilisieren sich

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Kupang (Indonesien) / Dili (Timor-Leste), 29.12.2005 – Die Beziehungen zwischen Timor-Leste (Osttimor) und der früheren Besatzungsmacht Indonesien befinden sich auf den Weg der Besserung. Am Weihnachtssonntag trafen sich die Präsidenten beider Länder auf der Insel Nias, auf der im März dieses Jahres über 900 Menschen ihr Leben verloren, als ein Seebeben im Indischen Ozean die Region schwer erschütterte.

Xanana Gusmão, Präsident von Timor-Leste

Xanana Gusmão, Präsident von Timor-Leste

Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono und sein ost-timoresischer Kollege Xanana Gusmão besuchten zusammen mit 6.000 anderen Menschen eine Gedenkveranstaltung in einem Fussballstation, auch in Erinnerung an die Opfer des folgenschweren Seebebens zu Weihnachten 2004. Die hauptsächlich von Christen bewohnten Insel wurde am Sonntagmorgen vor Ankunft der beiden von drei kleineren Erdbeben erschüttert.

Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono

Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono

Gestern traf sich Gusmão zum ersten Mal mit Eurico Guterres, der die pro-indonesichen Milizen in Osttimor anführte, die im September 1999 nach dem Referendum gegen die Zugehörigkeit zu Indonesien das Land in Schutt und Asche legten, dabei über 1.400 Menschen töteten und mehr als 250.000 Menschen nach Westtimor vertrieben. In der Hauptstadt Kupang weihten sie heute das erste Konsulat Osttimors ein und sprachen sich die beiden für eine Aussöhnung zwischen den Nachbarn aus. Ein weiteres Konsulat in der balinesischen Hauptstadt Denpasar soll folgen, gab der indonesische Außenminister Hassan Wirajuda bekannt. Guterres möchte im Januar zusammen mit 26 anderen Milizenführern einer Einladung des Präsidenten nach Osttimor folgen.

Den noch 16.000 in dem Westeil der Insel Timor verbliebenen Flüchtlingen sicherte Präsident Gusmão kurz vor dem offiziellen Ablauf der dortigen UN-Mission zu, dass sie „die Türen von Osttimor immer offen sein werden“. Erst am 19. Dezember hatten hunderte Osttimoresen vor einem Regierungsgebäude in Kupang für Wiedergutmachung demonstriert und forderten 263 Milliarden Rp (etwa 26 Millionen US-Dollar) als Ausgleichszahlung.

Von den Zehntausenden Menschen, die 1999 vor der Welle der Gewalt über die Grenze nach Westimor flüchteten, wurden viele eingeschüchtert, bedroht und von der Rückkehr nach Osttimor abgehalten. Am 6. September 2000 massakrierten Angehörige der pro-indonesische Milizen drei Mitarbeiter des UN-Flüchtlingswerks, woraufhin die UN und andere Hilfsorganisationen ihre Mitarbeiter abzogen und erst Anfang August 2001 ihre Arbeit wieder aufnahmen.

Auf dem Weg zur Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden südost-asiatischen Ländern sind jedoch noch einige Hindernisse zu überwinden. Einen 2.500-seitigen Report der CAVR-Kommission über die Verbrechen der 24-jährigen indonesischen Besatzungszeit hatte Xanana Gusmão Ende Oktober erhalten, aber, um das Verhältnis zu dem großen Nachbarn Indonesien nicht zu gefährden, vorerst nicht zur Veröffentlichung freigegeben.

Themenverwandter Artikel

  • Gedenken am ersten Jahrestag der Tsunami-Katastrophe (26.12.2005)
  • Timor-Leste: Erinnerung an den Beginn der indonesischen Besatzung vor 30 Jahren (07.12.2005)
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December 9, 2005

USA stehen bei den Klimagesprächen unter Zugzwang

USA stehen bei den Klimagesprächen unter Zugzwang

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Montreal (Kanada), 09.12.2005 – Die Europäische Union, Kanada, Indonesien und andere Nationen haben bei der UN-Klimakonferenz in Montreal Druck auf die USA ausgeübt. Die Teilnehmer des Treffens möchten, dass die USA dem Kyoto-Abkommen beitreten, um die Treibhausgasemissionen einzuschränken, um den außerordentlichen Wettervorhersagen auf Grund der globalen Erwärmung Einhalt zu gebieten.

Die Umweltminister von über 90 Ländern treffen sich, um den toten Punkt in der Frage zu überwinden, wie man die Vereinigten Staaten von Amerika und andere große Entwicklungsnationen wie Indien und China dazu bewegen könnte, den Ausstoß an Treibhausgasen zu reduzieren. Washington hat das Abkommen mit der Begründung zurückgewiesen, dass eine verpflichtende Reduzierung von Emissionen seine Wirtschaft schwächen würde.

Die USA bekräftigten ihre Politik, Milliarden von Dollar in sauberere Technologien zur Reduzierung von Emissionen zu investieren, während sie Aufrufe ihnen gegenüber beiseite schoben, sich den Diskussionen der Vereinten Nationen über die Verlangsamung des Klimawandels zu verpflichten.

Im Zentrum der Konferenz in Montreal steht die Frage, wie die Emissionen nach 2012 reduziert werden können, wenn die erste Phase des Kyotoprotokolls zum Abkommen des Klimawandels endet.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Klimaerwärmung

englischsprachige Quelle Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines fremdsprachigen Artikels vom 08.12.2005

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December 7, 2005

Timor-Leste: Erinnerung an den Beginn der indonesischen Besatzung vor 30 Jahren

Timor-Leste: Erinnerung an den Beginn der indonesischen Besatzung vor 30 Jahren

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Artikelstatus: Fertig 21:41, 7. Dez. 2005 (CET)
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Karte von Timor-Leste

Dili (Timor-Leste) / Jakarta (Indonesien), 07.12.2005 – Heute vor 30 Jahren begann mit der „Operasi Seroja“ die indonesische Besetzung der Osthälfte der Insel Timor, nachdem nur Tage zuvor der damalige US-Präsident Gerald Ford mit seinem Aussenminister Henry Kissinger in der indonesischen Hauptstadt Jakarta ihr Einverständnis gegenüber dem indonesischen Machthaber General Suharto gegeben hatten. Kurz nach dem Ende des Vietnamkriegs 1975 wollten die Amerikaner keinerlei Machtgewinne kommunistischer Gruppen in der Region hinnehmen.

In der ersten freien Wahl im Frühjahr 1975 hatte die linksorientierte FRETILIN die absoluten Mehrheit erreicht und nach gewalttätigen Zusammenstössen schliesslich Ende November des Jahres nach über 400-jähriger portugiesischer Kolonialherrschaft die Unabhängigkeit des Landes erklärt. Eine Woche später marschierten indonesische Truppen in das Gebiet und 1976 wurde Osttimor trotz mehrerer UN-Resolutionen, die den Abzug der Soldaten forderte, als 27. Provinz in den Inselstaat eingegliedert. Es begann eine blutige Zeit für die vorwiegend christliche Bevölkerung mit Mord, Folter und Vergewaltigungen. Einer der traurigen Höhepunkte war 1991 das Santa Cruz Massaker mit über 270 Toten und fast 300 verschwundenen Menschen.

Demonstration 1999 für ein freies Osttimor

Der indonesische Präsident Habibie stimmte Anfang 1999 überraschend einer Volksabstimmung zu, in der die Osttimoresen über den Verbleib in der indonesichen Gemeinschaft wählen konnten. „Satuan Anti Teror“, der Geheimdienst der indonesischen Spezialeinheit KOPASSUS, begann verstärkt damit die Milizen zu gründen und zu trainieren, die im September des Jahres nach dem Ausgang der Abstimmung über 1.000 Menschen mit Macheten und anderen Waffen hinmetzelten und über 200.000 Menschen nach Westtimor vertrieben hatte. Die von australischen Truppen angeführte Friedenstruppe INTERFED landete Ende September in Osttimor und stellte Sicherheit und Ordnung wieder her. Seit Mai 2002 ist Timor-Leste unabhängig und vollwertiges Mitglied der UNO.

In der ost-timoresischen Hauptstadt Dili versammelten sich heute zum Gedenken 300 Menschen und forderten ein internationes Tribunal, dass die Menschenrechtsverletzungen untersuchen soll und die Verantwortlichen bestraft. Osttimors Präsident Xanana Gusmão erhielt Ende Oktober ein 2.500 Seiten umfassenden Bericht der „Commission for Reception, Truth and Reconciliation in East Timor“ über die Verbrechen der 24-jährigen Besatzung, die mehr als 200.000 Menschen das Leben kostete.

Themenverwandter Artikel

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August 15, 2005

Indonesische Regierung und Rebellen unterzeichnen Friedensabkommen für Aceh

Indonesische Regierung und Rebellen unterzeichnen Friedensabkommen für Aceh

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Helsinki (Finnland), 15.08.2005 – Delegationen der indonesischen Regierung und der Achinesischen Befreiungsbewegung (GAM) haben in der finnischen Hauptstadt ein Friedensabkommen für die Provinz Aceh unterzeichnet.

Der ehemalige finnische Präsident Marti Ahtisari, der neben dem indonesischen Justizminister Hamid Awaluddin und Führungsfiguren der GAM bei der Vertragsunterzeichnung anwesend war, bezeichnete den Vertrag als „Beginn einer neuen Ära für Aceh“. Mit dem Friedensvertrag soll ein seit 1976 andauernder Konflikt zwischen der indonesischen Regierung und den Rebellen, die die Unabhängigkeit der Provinz fordern, beendet werden. Bei dem Konflikt kamen mehr als 12.000 Menschen ums Leben.

Die westlichste Provinz Indonesiens ist reich an Öl- und Gasvorkommen. Vorherige Friedensverträge waren gescheitert. Nach dem verheerenden Tsunami im Indischen Ozean im Dezember 2004, von dem die Provinz betroffen war, einigten sich die Vertreter der Regierung und der Rebellen auf die Aufnahme neuer Friedensgespräche.

Das Abkommen sieht vor, dass die GAM entwaffnet wird und eine politische Partei gründet. Die indonesische Armee soll sich schrittweise aus der Provinz zurückziehen. Bei den siebenmonatigen Verhandlungen, die von Martti Athisaari geleitet wurden, einigten sich die Konfliktparteien außerdem auf eine Teilautonomie der Konfliktprovinz sowie auf eine Amnestie für verurteilte Mitglieder der GAM. Die Einhaltung des Abkommens soll von der Europäischen Union und der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (ASEAN) überwacht werden.

In der größten Moschee in Aceh hatten sich tausende Menschen versammelt, um sich eine Fernsehübertragung der Unterzeichnung des Abkommens anzusehen.

Quellen

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