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April 10, 2015

Helmut Friedel – ein Kunsthistoriker als Plagiator

Helmut Friedel – ein Kunsthistoriker als Plagiator

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Veröffentlicht: 23:54, 10. Apr. 2015 (CEST)
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Neubau aus dem Jahre 2013 am Lenbachhaus in München

München (Deutschland), 10.04.2015 – Bis Ende des Jahres 2013 war Prof. Dr. Helmut Friedel Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus. Schwerpunkt der Sammlung des Lenbachhauses sind Werke der Künstlergruppe Der Blaue Reiter. In seinem wohlverdienten Ruhestand fertigt Friedel unter anderem Gutachten für andere Museen an, etwa für die Weserburg in Bremen. Sein Nachfolger wurde vom Stadtrat gewählt, in dem ebenso wie in Bremen ein SPD-Bürgermeister regiert. Bis auf wenige Ausnahmen hat die SPD in München seit 1945 den Oberbürgermeister gestellt. In Bremen ist der Bürgermeister zugleich Regierungschef und auch Kultursenator des Landes Bremen – die SPD regiert hier unangefochten seit 1945.

Um die Finanzierung des Museums Weserburg in Bremen wird angesichts der hohen Verschuldung des kleinsten Bundeslandes immer wieder gerungen. Auf der einen Seite wird die Einrichtung jährlich mit mehr als einer Million Euro vom Staat finanziert. Auf der anderen Seite sorgte das Museum aber auch für Schlagzeilen durch erfolgreiche Verkäufe einzelner Kunstwerke, wie im November 2010 mit einem Gemälde von Gerhard Richter mit dem Titel „Matrosen“ aus dem Jahre 1966, das für 8,4 Millionen Euro versteigert wurde. Das Gemälde „Luciano I“ von Franz Gertsch erzielte 2011 in einer Auktion bei Sotheby’s mehr als 2 Millionen Euro.

Nun berichtet eine Tageszeitung aus dem Landkreis Syke südlich von Bremen, Professor Friedel habe für ein Gutachten teilweise wörtlich Texte übernommen, die zuvor von Behördenmitarbeitern erstellt worden waren. Auch diese Behördenmitarbeiter sind mehrheitlich SPD-Mitglieder. Hintergrund des Gutachtens war unter anderem die Frage, inwieweit die Weserburg als eigenständiges Museum erhalten bleiben könne oder eine Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Bremen sinnvoll sei. Beziehungen zwischen Bremen und München bestehen auch in der Ausstellungsgeschichte: So wurde Der Blaue Reiter im Jahre 2000 in Bremen sehr publikumswirksam präsentiert.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

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February 4, 2013

Luthers Sterbehaus wieder zugänglich

Luthers Sterbehaus wieder zugänglich – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Luthers Sterbehaus wieder zugänglich

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Veröffentlicht: 06:02, 5. Feb. 2013 (CET)
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Luthers Sterbehaus in Eisleben, Bild aus dem Jahre 2005

Eisleben (Deutschland), 04.02.2013 – Das historische Gebäude am Andreaskirchplatz 7 in Eisleben, in dem der Reformator Martin Luther am 18. Februar 1546 im Alter von 62 Jahren starb, wurde nach umfangreicher Neugestaltung am 1. Februar 2013 als Museum feierlich wiedereröffnet. In dem zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden Gebäude ist die Ausstellung „Luthers letzter Weg“ untergebracht. Zum Thema dieser Ausstellung gehört auch Luthers Umgang mit dem Sterben und dem Tod.

Das Sterbezimmer und die Schlafkammer wurden originalgetreu wiederhergestellt. Hauptexponat ist das Bahrtuch, mit dem Luthers Sarg abgedeckt worden sein soll. Die Restaurierung des gesamten Gebäudes hat rund 5,8 Millionen Euro gekostet. Die ursprüngliche Ausstellungsfläche konnte von 200 auf 450 Quadratmeter vergrößert werden.

Das Sterbehaus ist jeweils dienstags bis sonntags geöffnet, und zwar in den Monaten November bis März von 10.00 bis 17.00 Uhr von April bis Oktober von 10.00 bis 18.00 Uhr. Am Tag der Eröffnung wurden mehr als 1500 Gäste gezählt.

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  • Portal:Kultur

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May 6, 2012

Fotoreportage: Science-Center „Agrarium“ eröffnet

Fotoreportage: Science-Center „Agrarium“ eröffnet

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Veröffentlicht: 13:50, 6. Mai 2012 (CEST)
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Rosengarten (Deutschland), 06.05.2012 – An der Hamburger Landesgrenze öffnet ein ganz besonderes Museum seine Pforten. Das „Agrarium“ ist das bislang einzige Museum in Deutschland, das sich mit Landwirtschaft und Ernährung in der heutigen Zeit beschäftigt. Heute öffnet das Museum seine Pforten für Besucher; gestern fand ein Festakt zur Eröffnung statt. Danach eröffnete der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister das Agrarium und circa 1500 geladene Gäste konnten das Museum bestaunen. Unser Reporter ChrGermany war dabei.

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Der Ansturm von geladenen Gästen und Fördervereinsmitgliedern war so groß, dass selbst die Parkplatzeinweiser ein kurzfristiges Verkehrschaos nicht verhindern konnten. Und auch vor der Eingangskontrolle bildete sich eine lange Schlange, im Inneren des Gebäudes herrschte dichtes Gedränge. Für die 1 500 erwarteten Gäste stand ein großes Festzelt bereit. Damit alle Anwesenden etwas sehen konnten, hingen an den Seitenwänden Monitore, die zeigten, was sich auf der Bühne abspielte. Die vorderen Stühle waren für die VIPs reserviert.

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Kurz vor Beginn der Veranstaltung wird der wohl prominenteste Gast begrüßt: David McAllister (CDU, 2. v. l.). Rechts neben ihm: MdL Heiner Schönecke und Frau Wiese (Gattin des Museumsdirektors).

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Um 18:32 begrüßt Heike Meyer, die Vorsitzende der Museumsstiftung, die Gäste. Sie betonte in ihrer Rede, dass für das Agrarium 10 Jahre geplant wurde.

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Die NDR-Moderatorin Heike Götz, bekannt aus ihrer Sendung „Landpartie“, führte durch den Abend. Sie berichtete zunächst über ihre Erfahrungen mit dem „Museum am Kiekeberg“, zu dem die neue Ausstellung gehört. In ihrer Rede lobte sie, dass die Ausstellung zeige, wie es wirklich ist. „Ich finde die Idee einfach ganz toll, … auch die Landwirtschaft von heute zu zeigen, denn genau das versuchen wir auch mit der Sendung ‚Landpartie‘ kein verklärtes Bild der Landwirtschaft zu zeigen, sondern so, wie sie wirklich ist. Und das ist in diesem Museum wunderbar gelungen.“

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Anschließend hielt David McAllister (CDU, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen) seine Rede. Er bezeichnete den bereits bestehenden Teil des Museums als „Hauptattraktion“ der niedersächsischen Kulturlandschaft. Er betonte, dass er gerne gekommen sei, um das Agrarium zu eröffnen. Er sei jedoch etwas skeptisch gewesen, als er in seinen Kalender sah. In ihm habe „Aquarium“ gestanden. Das Science-Center setze „neue Maßstäbe in der Museumsbranche“. McAllister unterstrich die Wichtigkeit eines Agrarmuseums in Niedersachsen, „denn Niedersachsen ist bekanntlich Agrarland Nummer 1 in Deutschland, da können die Bayern noch so sehr die Statistiken fälschen wollen.“ Zudem lobte er das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger – auch das Museum wird zum Großteil von Freiwilligen betrieben. McAllister hob auch die Wichtigkeit der EU hervor; ohne deren finanzielle Hilfe (immerhin 3,5 Millionen Euro) wäre die Ausstellung nicht möglich gewesen.

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Es folgte eine Diskussionsrunde mit (von links nach rechts) Joachim Bordt (Landrat des Landkreis Harburg), Heike Götz (Moderatorin), Dietmar Stadi (Bürgermeister a.D., verdeckt) und Heiner Schönecke (Geflügelproduzent, MdL). In ihr wurde über die große Anziehungskraft des Freilichtmuseums diskutiert, wobei Konsens darüber herrschte, dass es sich um ein „Leuchtturmprojekt“ handle.

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Der nächste Redner war der Direktor des Freilichtmuseums am Kiekeberg, Prof. Dr. Rolf Wiese. Er erklärte den Gästen, wie das Agrarium entstand. Er erläuterte zudem die Wichtigkeit des Themas Ernährung: „Dieses Thema ist national … und teilweise auch international zu sehen.“ Wiese übernahm vor 25 Jahren das völlig heruntergekommene Museum und machte es zu dem, was es heute ist.

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Dem folgte eine Diskussion zwischen Jürgen Abraham (Abraham-Schinken, Vorsitzender der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie) und Professor Wiese. Abraham beschuldigte die Medien, vertreten durch die NDR-Journalistin Heike Götze, die Ernährungsindustrie dauernd zu diffamieren. Abraham sagte, man mache die Ernährungsindustrie oft sogar dafür verantwortlich, dass es dicke Menschen gäbe. Er sagte, vielmehr wäre das Problem, dass die Verbraucher es nicht genug schätzten, qualitativ hochwertige Nahrungsmittel in ausreichendem Maße zur Verfügung zu haben.

Danach wurde das Agrarium geöffnet.

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Vor dem Eingang bildete sich eine lange Schlange. Die Moderatorin nutzt die Wartezeit, um sich mit Gästen zu unterhalten.

Im Agrarium befinden sich die verschiedensten Exponate. Die Bilder zeigen: Typenschild, Beschreibung eines Exponates, Essen aus der Dose, 2 Ölmühlen, vollautomatischen Kuh-Krauler, Gabelstapler, Beschreibung, Kind bestaunt Stoffkuh, Mikrowellenwand, Historischen Staubsauger, Traktor im Regal, Dampfmaschine, Dampfpflug (Gewicht: 14 Tonnen).


Originäre Berichterstattung
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Dieser Artikel enthält Journalismus aus erster Hand. Details befinden sich auf der Diskussionsseite.

Weiterführende Links[Bearbeiten]

Commons-logo.svg Wikimedia Commons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema „Agrarium“.

Internetseite des Museums

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January 30, 2011

Kunstraub im Ägyptischen Museum in Kairo: „Das waren die Wächter des Museums“

Kunstraub im Ägyptischen Museum in Kairo: „Das waren die Wächter des Museums“

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Veröffentlicht: 16:54, 30. Jan. 2011 (CET)
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Haupteingang des Ägyptischen Museums in Kairo

Kairo (Ägypten), 30.01.2011 – In einem Presseinterview äußerte sich die ehemalige Museumsdirektorin des Ägyptischen Museums in Kairo, Wafaa el-Saddik, zu dem Überfall auf das Museum am vergangenen Freitag. Ihrer Aussage zufolge waren Wachleute des Museums an den Plünderungen und Zerstörungen aktiv beteiligt. Sie erklärte, viele Figuren seien auf den Boden geworfen und zerstört worden. Es sei sicher, dass pharaonische Schmuckstücke gestohlen wurden, erklärte el-Saddik weiter. Insgesamt sollen 13 Vitrinen mit Ausstellungsstücken zertrümmert worden sein.

Die Zerstörungen betrafen alle das erste Stockwerk; dort befinden sich auch die Schätze des Tutanchamun. Nur dank dem tatkräftigen Einsatz von Demonstranten auf dem At-Tahrir-Platz sei Schlimmeres verhütet worden. Den Demonstranten gelang es, einige der Plünderer festzunehmen. Sie bildeten anschließend eine Menschenkette zum Schutz des Museums. Später übernahm das Militär den Schutz des Gebäudes.

Das Motiv der Wachleute, die das eigene Museum plünderten, erklärte el-Saddik mit der schlechten Bezahlung der Wärter: „Ein Wachmann verdient etwa 250 ägyptische Pfund, das sind 35 Euro im Monat.“

Die ehemalige Museumsdirektorin erklärte weiter, nach ihrer Kenntnis sei das Museum in Memphis und seine Magazine am Sonntagmorgen komplett ausgeraubt worden.

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Quellen

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Vandalismus im Ägyptischen Museum Kairo

Vandalismus im Ägyptischen Museum Kairo

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Veröffentlicht: 12:52, 30. Jan. 2011 (CET)
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die Maske Tutenchamuns aus dem ebenfalls von Vandalismus betroffenen Schatz des Pharaos

Kairo (Ägypten), 30.01.2011 – Wie die ägyptische Tageszeitung المصرى اليوم‎ meldete, war auch das Ägyptische Museum in Kairo während der Unruhen in Ägypten Ende Januar 2011 in Mitleidenschaft gezogen worden. Es gilt als das größte und bedeutendste Museum für ägyptische Archäologie der Welt und beherbergt 120.000 Objekte aus der gesamten Geschichte Ägyptens, darunter etliche Mumien.
Wie die Tageszeitung meldete, seien am Freitag, dem 28. Januar neun Personen in das Museum eingedrungen, hätten mehrere Kunstwerke beschädigt und versucht, Teile zweier Mumien zu stehlen. Dabei seien unter anderem mehrere Glasvitrinen zerbrochen, aber nicht ausgeraubt worden, ferner wurden Statuen zerstört und Sarkophage von ihrem Platz entfernt. Laut Zahi Hawass, dem Leiter der ägyptischen Antikenbehörde, seien keine Objekte aus dem Museum entfernt worden, jedoch wurden etliche zerstört. Er ging davon aus, dass alle Objekte rekonstruiert werden können, wies jedoch darauf hin, dass zahlreiche weitere Museen in Ägypten nach Evakuierungen ungeschützt seien. Gihane Zaki, Leiter der Abteilung für internationale Zusammenarbeit der Ägyptischen Antikenbehörde, erklärte, dass auch der Schatz Tutanchamuns betroffen sei.
Neben dem Museum selbst wurde vor allem der zugehörige Souvenir-Laden geplündert; hier hätten sich rund 1.000 Menschen bedient. Die neun Personen, die versuchten die Mumienteile zu stehlen, konnten beim Versuch, mit Mumienköpfen, die zuvor von den Körpern abgerissen wurden, durch Notausgänge zu entkommen, festgenommen werden.
Der Leiter der Antikenbehörde zeigte sich darüber hinaus besorgt, dass das benachbarte Gebäude der Nationaldemokratischen Partei (NDP) am At-Tahrir-Platz immer noch brannte und daher die Gefahr bestünde, dass das 1900 errichtete Gebäude des Ägyptischen Museums durch das Feuer oder herabstürzende Teile beschädigt werden könnte.

Wie der amerikanische Nachrichtensender BBC meldete, habe sich die Polizei später vom Al-Tahrir-Platz zurückgezogen. Deshalb schlossen sich dort Bürger zusammen, um das Museum mit einer Art Bürgerwehr vor weiteren Plünderungen zu schützen und ein Desaster wie bei der Plünderung des Irak-Museums in Baghdad 2003 zu verhindern.

Das Ägyptische Museum Kairo war erst jüngst in den Schlagzeilen, da der Leiter der ägyptischen Antikenbehörde die Rückgabe der Nofretete-Büste von der Stiftung preußischer Kulturbesitz forderte.

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January 29, 2011

Ägypten: Massenproteste halten trotz Ausgangssperre an

Ägypten: Massenproteste halten trotz Ausgangssperre an

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Veröffentlicht: 22:03, 29. Jan. 2011 (CET)
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Demonstranten auf dem At-Tahrir-Platz (29.01.2011)

Kairo (Ägypten), 29.01.2011 – In Ägypten herrscht Chaos auf den Straßen. Trotz angekündigter Reformen und dem Rücktritt der Regierung halten die Massenproteste an. Die Demonstranten ignorieren die um 15 Uhr Ortszeit verhängte Ausgangssperre und fordern wie schon in den letzten Tagen den Rücktritt des Präsidenten Husni Mubarak.

Die Sicherheitskräfte verlieren zusehends die Kontrolle über die Situation. Plünderer und Randalierer verwüsteten im Windschatten der Proteste Supermärkte und griffen eine Villensiedlung am Rande der Hauptstadt an. Aus dem Gebäude der Nationaldemokratischen Partei (NDP), der Partei Mubaraks, das Demonstranten gestern in Brand gesteckt hatten, drang immer noch Rauch. Die Straßen werden von ausgebrannten Polizeiautos gesäumt. Plünderer drangen in das berühmte Ägyptische Museum in Kairo ein und zerstörten zwei Mumien. In dem Museum wird auch die goldene Maske des Königs Tutanchamun aufbewahrt. Das Museum wurde ebenfalls durch das Feuer in der benachbarten Zentrale der Regierungspartei NDP bedroht. Der Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung, Zahi Hawass, sagte: „Wenn das Haus zerstört wird, fällt es auf das Museum.“

Staatspräsident Mubarak ernannte am Nachmittag den Geheimdienstchef Omar Suleiman zu seinem Stellvertreter. Bisher hatte Mubarak keinen Stellvertreter. Zum neuen Premierminister wurde der bisherige Minister für Zivilluftfahrt Ahmad Schafiq ernannt.

Im ägyptischen Fernsehen wurden Berichte dementiert, nach denen Mubaraks Frau Suzanne und die beiden Söhne Mubaraks, darunter auch der als möglicher Nachfolger gehandelte Gamal Mubarak, bereits nach London geflohen seien. Der in Katar sitzende Fernsehsender Al Jazeera hatte diese Meldung unter Berufung auf in England lebende Ägypter verbreitet.

Livebericht des arabischen Nachrichtenportals Al Jazeera aus Kairo am 29.11.2011 (engl.)

Nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera griffen Demonstranten das Innenministerium an. Laut dem arabischen Fernsehsender al-Arabiya versuchten Demonstranten auch erneut das Gebäude des Staatsfernsehens zu erstürmen. Die Polizei setzte erneut Wasserwerfer, Gummiknüppel und Tränengas gegen die Demonstranten ein. Auch gepanzerte Fahrzeuge kamen zum Einsatz. Neben anderen Regierungsgebäuden wird der Präsidentenpalast durch Panzer geschützt. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und der Polizei soll es auch erneut Tote gegeben haben. Über die genaue Anzahl der Toten gibt es allerdings keine verlässlichen Angaben, weil eine freie Berichterstattung aus Ägypten zurzeit nicht möglich ist. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben am Freitag 38 Menschen.

Auffallend zurückhaltend verhielt sich bisher das ägyptische Militär. Zwar stehen Panzerfahrzeuge an strategisch bedeutsamen Positionen. Neben Regierungsgebäuden wurden auch Museen militärisch gesichert. In die Auseinandersetzungen mit den Demonstranten griffen Soldaten bisher jedoch nicht ein.

Der Zugang zum Mobilfunknetz wurde von den ägyptischen Behörden im Laufe des Tages zwar wiederhergestellt, das Internet ist jedoch laut tagesschau.de zumindest in Kairo immer noch nicht wieder zugänglich. Neil Hicks, ein Analyst von Human Rights Watch wies darauf hin, dass eine Fortsetzung der Internetsperre über das Wochenende hinaus enormen Schaden für den Kapitalfluss und das Bankenwesen bedeutet, weil Ägypten in das internationale Finanzsystem eingebunden ist. „Das ist wahrscheinlich der Grund, warum die meisten Regierungen so etwas nicht tun – es schadet dem Staat und der Wirtschaft.“ Durch die Internetsperre würde nicht nur der Finanzverkehr des Staates blockiert, sondern es wirkt sich auf Investoren und Geschäftsleute aus. Der technische Direktor des Internetanalyseunternehmens Renesys, Jim Cowie, bezeichnet die Maßnahmen der ägyptischen Regierung als Experiment, um festzustellen, „welcher Prozentsatz der Wirtschaft eines Landes vom Internet abhängt“. Cowie wies darauf hin, dass die Sicherheitsbehörden bei den Protesten gegen die iranische Präsidentschaftswahl zwar versuchten, die Internetverbindungen zu verlangsamen, „aber sie haben es nicht gestoppt“.

Am frühen Abend versammelten sich immer mehr Menschen auf dem zentralen Tahrir-Platz, um ihre Forderung nach einem Rücktritt des Präsidenten zu bekräftigen.

Friedensnobelpreisträger Mohammed el-Baradei steht nach wie vor unter Hausarrest. In einem Interview mit Al Jazeera bekräftigte er seine Forderung, Präsident Mubarak müsse zurücktreten. Eine Regierungsumbildung allein sei nicht genug.

Das Auswärtige Amt in Berlin rät indessen von Reisen in die großen ägyptischen Städte ab. Es wird empfohlen Menschenansammlungen und Demonstrationen zu meiden.

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January 24, 2011

Erneuter Streit um „Nofretete“ – Ägypten fordert die berühmte Büste zurück

Erneuter Streit um „Nofretete“ – Ägypten fordert die berühmte Büste zurück

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Veröffentlicht: 22:23, 24. Jan. 2011 (CET)
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Büste der Nofretete

Berlin (Deutschland) / Kairo (Ägypten), 24.01.2011 – Zahi Hawass, Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung, forderte in einem Schreiben, das am 2. Januar 2011 bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz einging, die Rückgabe der berühmten Büste der Nofretete an „das ägyptische Volk“, seinen „rechtmäßigen Besitzer“. Zurzeit ist die 3.300 bis 3.500 Jahre alte Büste der Frau des Pharaos Echnaton im Neuen Museum in Berlin ausgestellt, das im Oktober 2009 wiedereröffnet worden war.

Der ägyptische Archäologe ist der Meinung, das Deutsche Reich sei 1913 zu Unrecht in den Besitz der Büste gelangt. Der deutsche Archäologe Ludwig Borchardt, der sie 1912 ausgegraben hatte, habe die ägyptischen Behörden damals getäuscht. Nach deutscher Rechtsauffassung ist die Büste 1913 im Rahmen einer ordnungsgemäß durchgeführten Fundteilung entsprechend dem damaligen Abkommen mit der ägyptischen Regierung in den Besitz des Deutschen Kaiserreichs gelangt.

Unklar ist noch der Charakter des Schreibens, das am 2. Januar bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz einging. Während der ägyptische Archäologe Zahi Hawass behauptet, das Schreiben trage die Unterschrift des ägyptischen Ministerpräsidenten Ahmed Nazif sowie des Kulturministers Farouk Hosny, weist die Stiftung diese Behauptung zurück. Der Sprecher des Kulturstaatsministers Bernd Neumann (CDU), Hagen Philipp Wolf, erklärte, das Schreiben trage lediglich die Unterschrift des ägyptischen Chefarchäologen und stellvertretenden Kulturministers Zahi Hawass. Demnach handele es sich bei dem Schreiben um kein offizielles Ersuchen der ägyptischen Regierung.

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December 22, 2009

Ägypten will angeblich die Nofretete-Büste zurückfordern

Ägypten will angeblich die Nofretete-Büste zurückfordern

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Veröffentlicht: 14:54, 22. Dez. 2009 (CET)
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Nofretete im Neuen Museum, Berlin

Kairo (Ägypten) / Berlin (Deutschland), 22.12.2009 – Im Oktober war das Neue Museum in Berlin gerade feierlich neu eröffnet worden. Tausende Museumsbesucher wollten die Büste der legendären Pharaonengemahlin Nofretete sehen, die darin einen Ehrenplatz bekommen hat. Aber nun drohen diplomatische Verwicklungen um das weltberühmte Kunstwerk. Die ägyptische Antikenverwaltung fährt schweres Geschütz auf, um die Forderung nach Rückgabe der Büste zu untermauern. Von Betrug ist da die Rede. Zahi Hawass, Leiter der ägyptischen Altertumsbehörde, will angeblich in Kürze an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die offiziell im Besitz des Kunstwerks ist, ein offizielles Auslieferungsersuchen auf Rückgabe der Büste richten. Er argumentiert, bei der Begründung des Antrags zur Ausfuhrgenehmigung habe der deutsche Ausgrabungsleiter Ludwig Borchardt im Jahr 1913 falsche Angaben gemacht. Ägyptische Medien zitieren Hawass mit den Worten: „Die Nofretete-Büste war von einem deutschen Archäologen aus Ägypten herausgeschmuggelt worden, durch Täuschung und Verschleierung.“

Die neue Direktorin des Ägyptischen Museums Berlin, Friederike Seyfried, erklärte zu dem Vorgang gestern, bisher gebe es kein offizielles Ersuchen der ägyptischen Seite auf Auslieferung der Büste. Der Rechtsstandpunkt der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sei unverändert: „Die Erwerbung der Büste durch den preußischen Staat war rechtmäßig.“ Der Generaldirektor der Ägyptischen Antikenverwaltung, Zahi Hawass, war am Sonntag zu einem Gespräch mit der Museumsdirektorin in Berlin empfangen worden. Bei dem Gespräch sei es jedoch um andere Fragen gegangen, erklärte Seyfried.

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October 16, 2009

Nofretete kann wieder im Neuen Museum bewundert werden

Nofretete kann wieder im Neuen Museum bewundert werden

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Veröffentlicht: 12:35, 16. Okt. 2009 (CEST)
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Westtympanon des Neuen Museums mit dem Zinkgussrelief Industrie und Kunstgewerbe

Büste der Nofretete

Berlin (Deutschland), 16.10.2009 – Das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel wird am heutigen 16. Oktober feierlich neu eröffnet. Das während des 2. Weltkriegs zerstörte Gebäude wurde im Verlauf der letzten zwanzig Jahre unter der Leitung des britischen Architekten David Chipperfield für 200 Millionen Euro aufwändig restauriert. Hauptattraktion wird sicherlich die Büste der berühmten ägyptischen Pharaonengemahlin Nofretete sein, die der Besucher im prächtigen Nordkuppelsaal bestaunen kann, wo sie als einziges Exponat einen herausragenden Platz erhalten hat. Das weltberühmte Kunstwerk aus dem 14. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung war in den letzten Jahren im Alten Museum untergebracht. Nach der Neueröffnung des Neuen Museums beherbergt dieses Museum die Ägyptische Sammlung, die Abteilung Frühgeschichte sowie die Antikensammlung. Damit ermöglicht das Museum einen Blick in lange Zeitperioden der Menschheitsgeschichte. Seit 1999 gehört die Museumsinsel zum Weltkulturerbe. Die Sanierung der Museumsinsel ist damit jedoch noch nicht abgeschlossen. Bis 2028 sollen die Arbeiten noch weitergehen. Als nächstes ist der Bau eines Eingangsportals geplant. Die Museumsinsel soll zu einem Gesamtkunstwerk ausgebaut werden, deren einzelne Teile inhaltlich miteinander verknüpft sind.

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December 29, 2007

Kreuzfahrtschiff „Fram“ rammt Eisberg in der Antarktis

Kreuzfahrtschiff „Fram“ rammt Eisberg in der Antarktis

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Veröffentlicht: 19:42, 29. Dez. 2007 (CET)
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Narvik (Norwegen), 29.12.2007 – In der Antarktis ist das norwegische Schiff „Fram“ mit einem Eisberg zusammengestoßen. Die 318 Menschen an Bord kamen mit dem Schrecken davon, das Schiff wurde nur leicht beschädigt. Es wird zur genaueren Untersuchung nun die chilenische Militärbasis auf King George Island anlaufen. Gemäß der Reederei Hurtigruten ging dem Zusammenstoß ein Motorstopp voraus. Zwar konnte die Mannschaft die Maschinen nach einer halben Stunde wieder in Gang bringen, aber den Zusammenstoß vor Browns Bluff nicht verhindern. Das Schiff sei aber nicht besonders hart gegen den Eisberg getrieben worden und ist nach bisherigen Erkenntnissen nur gering an der Außenwand beschädigt worden.

Bei dem 2007 in Dienst gestellten Schiff „MS Fram“ handelt es sich um ein Motorschiff der neuesten Generation der Reederei „Hurtigruten ASA“. Es wurde für die norwegische Postschifflinie Hurtigruten und damit speziell für polare Gewässer gebaut und besitzt die Eisklasse B1 (Eisdicke bis 0,6 Meter). Es ist 114 Meter lang, 20,20 Meter breit und verdrängt 12.700 Bruttoregistertonnen. Es ist nach dem 1892 fertiggestellten Forschungsschiff Fram benannt, mit dem der norwegische Polarforscher Roald Amundsen (1872 bis 1928) zwischen 1910 und 1912 die Antarktis befuhr. Das Forschungsschiff ist heute in Oslo im Fram-Museum ausgestellt.

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