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July 9, 2011

Kisangani: Viele Tote bei Flugzeugabsturz

Kisangani: Viele Tote bei Flugzeugabsturz

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Veröffentlicht: 15:30, 9. Jul. 2011 (CEST)
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Hewa Bora Logo.jpg

Kisangani (Demokratische Republik Kongo), 09.07.2011 – Am Freitag stürzte eine Boeing 727 beim Landeanflug auf den Flughafen Kisangani Simisini ab. Auch am Samstagmorgen widersprachen sich die Meldungen über die Zahl der Toten.

Das Flugzeug der Gesellschaft Hewa Bora kam aus Kinshasa und hatte vermutlich wegen des schlechten Wetters die Landebahn verfehlt. Verwirrend sind die Zahlen der Überlebenden und Toten, die gemeldet wurden. Die Fluggesellschaft teilte mit, dass 110 Passagiere an Bord waren. Das kongolesische Transportministerium spricht von 127 Toten, der arabische Sender Al-Dschasira von 51 Personen, die überlebt hätten. Die Fluggesellschaft meldete dagegen 57 Überlebende.

Die Rettungsarbeiten gehen langsam voran, die Unglücksstelle ist im dichten Regenwald.

Die EU-Kommission hatte die Fluggesellschaft Hewa Bora schon länger auf die Schwarze Liste gesetzt, damit durften Maschinen auf Flughäfen der EU-Staaten nicht mehr landen. Hintergrund waren mehrere schwere Unglücksfälle.

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May 15, 2009

Mindestens 150 Zivilisten im Osten der Demokratischen Republik Kongo getötet

Mindestens 150 Zivilisten im Osten der Demokratischen Republik Kongo getötet

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Veröffentlicht: 18:10, 15. Mai 2009 (CEST)
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UN-Karte der betroffenen Region

Karte: UN Cartographic Section

Kinshasa (Demokratische Republi Kongo), 15.05.2009 – Bei einem Überfall Bewaffneter auf die Stadt Busurungi in der Provinz Nord-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo wurden am 9. und 10. Mai mindestens 62 Bewohner getötet. Überlebende sagten aus, dass Einheiten der Hutu-Rebellenorganisation Forces Démocratiques de la Libération du Rwanda (FDLR) den Angriff ausgeführt hätten, teilte am 13. Mai die Mission de l’Organisation des Nations Unies en République Démocratique du Congo (MONUC) mit.

Viele der 15.000 Einwohner Busurungis sind nordwärts nach Hombo geflohen. In der Region kam es auch zu Zusammenstößen zwischen der FDLR und regulären kongolesischen Truppen.

Bei einem anderen Überfall auf die Stadt Ekingi in der Provinz Süd-Kivu wurden nach Angaben des United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA) in der Nacht zum 14. Mai mehr als 90 Personen getötet, darunter rund 60 Zivilpersonen und etwa 30 Soldaten. Auch für diesen Zwischenfall wird die FDLR verantwortlich gemacht.

Die FDRL-Rebellen operieren im Osten der Demokratischen Republik Kongo seit dem Völkermord in Ruanda 1994. Etliche ihrer Angehörigen werden der Täterschaft bei den Massakern an den Tutsi und gemäßigten Hutu beschuldigt.

Die UN-Friedenstruppen und die reguläre Armee des Landes (FARDC) haben eine gemeinsame Operation zur Auflösung der Rebellenmilizen begonnen. Schon zu Beginn des Jahres hatten die Demokratische Republik Kongo und Ruanda kooperiert. Beide Staaten hatten die Militäraktion im Hanuar als Erfolg bezeichnet. Nun planen UN-Friedenstruppen und reguläre Armeeeinheiten die Fortsetzung des Feldzugs. An der Offensive mit dem Namen „Kimya II“ sollen 15.000 Soldaten der FARDC teilnehmen, die logistisch von 3.500 pakistanischen Blauhelm-Soldaten unterstützt werden. Ein Ziel der Offensive ist es, die Goldminen in Shabunda und Mwenga zu erobern, um den Hutu-Rebellen die Finanzierungsquellen abzuschneiden.

Lage der Provinz Sud-Kivu

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Die Hilfsorganisation Oxfam warnt vor Tod und Leid unter der Zivilbevölkerung. Die bevorstehende Offensive habe schon jetzt hunderttausend Menschen in Süd-Kivu zur Flucht veranlasst. „Die Vereinten Nationen müssen sich der vollständigen Auswirkungen durch die Fortsetzung der Unterstützung von Militäraktionen unter den derzeitigen Umständen bewusst sein“, sagte Marcel Stoessel, der Leiter von Oxfam im Kongo. Stoessel hatte die Situation als humanitäre Katastrophe bezeichnet, die von der Welt ignoriert werde. „Vor vier Monaten hat eine Offensive gegen die FDLR eine Spirale der Gewalt gegen Zivilisten in Gang gesetzt, die 250.000 zur Flucht aus ihrer Heimat veranlasst… Tod und Leid dauert bis heute an,“ so Stoessel.

Die Hilfsorganisation hat die Vereinten Nationen aufgefordert, auf die bedingungslose Einhaltung des internationalen humanitären Rechts zu pochen und die Unterstützung der FARDC-Truppen durch die Friedenstruppen davon abhängig zu machen. Die Hilfsorganisation befürchtet durch die neue Offensive in Süd-Kivu bis zu 400.000 Binnenflüchtlinge.

Viele der Fliehenden haben weniger Angst vor den Hutu-Rebellen als vor plündernden, vergewaltigenden und brandschatzenden FARDC-Soldaten. Nach Angaben der International Crisis Group wurden 2008 in den Provinzen Nord- und Süd-Kivu 20.000 Menschen als Opfer sexueller Gewalt behandelt, 30 Prozent davon waren Kinder. Die Täter sind gleichermaßen Angehörige von Armee und Polizei wie der Rebellen-Milizen.

Die Organisation empfahl dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einen Maßnahmenkatalog, der unter anderem die Aussetzung der Operation „Kimya II“ vorsieht, bis eine koordinierte Aktion von Streitkräften der Demokratischen Republik Kongo, Ruandas und MONUC nach Stationierung von 3.000 zusätzlichen Soldaten entsprechend der UN-Resolution 1853 strategisch geplant und der Schutz der Zivilbevölkerung sichergestellt ist. Außerdem sollten Schritte zur Rückführung von FDLR-Angehörigen nach Ruanda und deren Wiedereingliederung in ihre familiäre Umgebung eingeleitet werden. Schließlich seien in Staaten wie Frankreich, Belgien, Deutschland, den Vereinigten Staaten, Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik, Sambia und Kenia rechtliche Maßnahmen zu ergreifen, um die Finanzierung der politischen Führung der FDLR zu unterbinden.

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October 5, 2007

Flugzeug auf Marktplatz in Kinshasa gestürzt

Flugzeug auf Marktplatz in Kinshasa gestürzt

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Veröffentlicht: 14:16, 5. Okt. 2007 (CEST)
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Antonow, Typ An-26

Kinshasa (Demokratische Republik Kongo), 05.10.2007 – Im Osten der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa ist gestern ein Flugzeug auf ein Wohngebiet gestürzt. Dabei handelte es sich um eine Frachtmaschine vom Typ Antonow-26 der Fluggesellschaft „Africa One“. Sie war auf dem Weg vom Flughafen Kinshasa nach Tshikapa (Provinz Ost-Kasai).

Nach ersten Berichten hat es nach dem Aufschlag auf einem Marktplatz mindestens fünf Tote gegeben. Nach Angaben des Informationsministers Toussaint Tshilombo Send war gestern nachmittag noch nicht bekannt, wie viele Opfer es am Boden gegeben habe. Zur Zahl der toten Passagiere und Besatzungsmitglieder gibt es unterschiedliche Angaben. Offiziellen Angaben zufolge starben alle Insassen des Transportflugzeugs. Laut MONUC-Angaben (ein friedenssichernder Einsatz von UN-Truppen der Demokratischen Republik Kongo) sollen jedoch zwei Insassen, ein Mechaniker und eine Stewardess, den Absturz überlebt haben; 25 Personen seien getötet worden. Die Monuc beruft sich dabei auf einen örtlichen Behördenvertreter. Ein Mitarbeiter der russischen Botschaft im Kongo gab an, die Besatzung der Maschine habe aus Russland gestammt.

Überblickskarte: Lage der DR Kongo

Das Unglück soll sich unmittelbar nach dem Start der Maschine ereignet haben. Die Maschine stürzte dann in das im Osten gelegene Armenviertel „Masina“ und brannte danach völlig aus. Bei der Bruchlandung ist laut Augenzeugen eine „Schneise der Zerstörung“ entstanden; viele Häuser seien zerstört worden oder stünden in Flammen.

„Africa One“ war von der Europäischen Union bereits vor dem Vorfall auf die Liste der unsicheren Fluggesellschaften gesetzt worden. Die Propellermaschine vom Typ Antonow 26 stammt aus den 60-er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Mit Ausnahme von Hewa Bora Airways, bei der nur ein Flugzeug (9Q-CHC (Seriennr. 193H-1206)) des Typs Lockheed L-1011-385-3 TriStar 500 erlaubt ist, stehen wegen Sicherheitsbedenken alle privaten Fluggesellschaften des Landes auf der schwarzen Liste der EU und dürfen daher in Europa nicht landen.

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March 31, 2007

Ende der Gefechte in Kinshasa – EU kritisiert Verhalten der Regierung

Ende der Gefechte in Kinshasa – EU kritisiert Verhalten der Regierung

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Artikelstatus: Fertig 14:00, 31. Mär. 2007 (CEST)
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Kinshasa (Demokratische Republik Kongo), 31.03.2007 – Nach zwei Tagen heftiger Kämpfe zwischen der Privatmiliz des ehemaligen Vizepräsidenten Jean-Pierre Bemba und Truppen der Congolese Armed Forces (FARDC) ist in Kinshasa am Samstag, den 24. März wieder Ruhe eingekehrt. Die Europäische Union schätzt die Zahl der durch den Konflikt verursachten Opfer auf 600 Getötete oder Verletzte, während die kongolesische Regierung die Zahl der Opfer mit 60 angab. Laut Radio Okapi zählte die Caritas am Sonntag 107 Tote und 148 Verletzte der Gefechte in den Krankenhäusern der Hauptstadt.

Nach eigenen Angaben patrouilliert die UN-Friedensmission MONUC im Zentralbezirk Gombe, in dem die Kämpfe am heftigsten getobt hatten, und in den angrenzenden Stadtteilen Kinshasas. Ebenso wurde in der Nähe des Flughafens ein rund um die Uhr besetzter und militärisch bewachter Stützpunkt aufgebaut, an dem sich Soldaten der Miliz ergeben können, um dort medizinische Versorgung zu erhalten. Von diesem Angebot sollen bereits über 100 Milizionäre Gebrauch gemacht haben. 44 weitere wurden bei dem Versuch, die Grenze in die Republik Kongo zu überqueren, gestellt. Auch in weiteren Städten des Landes wie Gbadolite und Gemena sollen Hunderte von Bembas Soldaten ihre Waffen abgegeben haben, und sich der regulären Armee angeschloßen haben.

Der Konflikt war nach den Präsidentschaftswahlen vom Juli 2006 in der DR Kongo entstanden, bei denen der ehemalige Vizepräsident Bemba dem alten und neuen Präsidenten Joseph Kabila unterlegen war. Bemba war der Aufforderung nicht nachgekommen, seine auf 500 Soldaten geschätzte Privatmiliz aufzulösen und in das reguläre Militär einzubringen.

Der EU-Sonderabgeordnete für die Region der großen afrikanischen Seen, Aldo Ajello, kritisierte das frühe Eingreifen der Regierungstruppen. Es seien noch nicht alle Verhandlungsmittel ausgeschöpft gewesen, bemerkte Ajello. Ebenfalls seien die Plünderungen und Vergewaltigungen, die von der regulären Armee verübt worden seien, unhaltbar. „Die mangelnde Verfolgung von Straftaten ist der Krebs, der den Kongo zerfrisst“, stellte er weiterhin fest.

Bemba, der aufgrund der Kämpfe mit den Regierungstruppen wegen Hochverrats gesucht wird, will dem Botschafter Südafrikas bei den Vereinten Nationen, Dumisani Kumalo, zufolge das Land verlassen und sich in Portugal in ärztliche Behandlung begeben.

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March 23, 2007

Kongo: Schwere Gefechte in Kinshasa

Kongo: Schwere Gefechte in Kinshasa – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Kongo: Schwere Gefechte in Kinshasa

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Artikelstatus: Fertig 17:37, 23. Mär. 2007 (CET)
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Die Demokratische Republik Kongo

Kinshasa (Demokratische Republik Kongo), 23.03.2007 – Seit Donnerstag, dem 22. März, 11 Uhr liefern sich Mitglieder der Privatmiliz des ehemaligen Vizepräsidenten Jean-Pierre Bemba und Regierungssoldaten der Congolese Armed Forces heftige Kämpfe in der Innenstadt von Kinshasa. Seit der Stichwahl und Amtsbestätigung des Präsidenten Joseph Kabila vor fünf Monaten sind dies die ersten Gefechte in Kinshasa.

Nach Angaben der UN-Friedensmission im Kongo MONUC sind etwa 500 Soldaten auf beiden Seiten an den Kämpfen beteiligt. Bemba war von der Regierung vor einer Woche aufgefordert worden, seine Miliz zu entwaffnen oder in die reguläre Armee einzugliedern. Die Weigerung, seine Leibwache auf zwölf Personen zu verkleinern, soll die Gefechte ausgelöst haben.

Über Radio Okapi rief J. P. Bemba alle Parteien zum Einstellen der Kämpfe und zur Rückkehr zum Frieden auf. Der Chef der MONUC, William Swing, sprach zuvor von einem Disziplin-Problem der Kriegsparteien. Ein Regierungssprecher bezeichnete die Kämpfe jedoch als Versuch einer gewaltsamen Machtübernahme.

Am heutigen Freitag hat die Regierung einen Haftbefehl wegen Hochverrates gegen J. P. Bemba erlassen, der sich momentan in der südafrikanischen Botschaft befindet.

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November 17, 2006

Kongo: Bemba will Wahlniederlage nicht anerkennen

Kongo: Bemba will Wahlniederlage nicht anerkennen

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Artikelstatus: Fertig 14:29, 17. Nov. 2006 (CET)
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Kinshasa (Demokratische Republik Kongo), 17.11.2006 – Der Herausforderer bei den Präsidentschaftswahlen im Kongo, Jean-Pierre Bemba, will das am Mittwoch bekannt gegebene Ergebnis der Präsidentschaftswahlen nicht anerkennen. Das gab der ehemalige Milizenchef am Donnerstag bekannt. Es kam bereits zu ersten Ausschreitungen. In den Straßen Kinshasas patrouillieren Friedenstruppen der Vereinten Nationen und EUFOR-Soldaten.

Laut Wahlkommission waren auf den bisherigen Amtsinhaber Kabila 58,05 Prozent der abgegebenen Stimmen entfallen. Bemba habe nur 41,95 Prozent der Stimmen erhalten. Das Wahlergebnis muss noch vom Obersten Gericht des Landes bestätigt werden.

EUFOR-Sprecher Oberstleutnant Peter Fuss sagte im MDR-Rundfunk, er sehe trotz der Nichtanerkennung des Wahlergebnisses durch Bemba „keine Anzeichen, dass der unterlegene Vizepräsident Bemba zu Unruhen aufruft“.

Zur Absicherung der Wahlen sind im Kongo 20.000 Soldaten der UNO sowie der EUFOR stationiert, darunter 780 Bundeswehrsoldaten.

Wie aus Diplomatenkreisen verlautete, hat Bemba der UNO zugesichert, im Falle einer Wahlniederlage keine Gewalt anzuwenden.

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August 22, 2006

Im Kongo kommt es nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses zu Kämpfen

Im Kongo kommt es nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses zu Kämpfen

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Artikelstatus: Fertig 11:55, 22. Aug. 2006 (CEST)
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Joseph Kabila

Kinshasa (Demokratische Republik Kongo), 22.08.2006 – Nach Bekanntwerden der Ergebnisse der Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo kam es in der Hauptstadt Kinshasa zu Schießereien.

Nach dem vorläufigen, von der Wahlkommission bekanntgebenen Wahlergebnis entfielen bei der Präsidentschaftswahl 44,81 Prozent der abgegebenen Stimmen auf Amtsinhaber Joseph Kabila und 20,03 Prozent auf den amtierenden Vizepräsidenten Jean-Pierre Bemba. Weil keiner der Kandidaten eine absolute Mehrheit erreicht hat, wird es am 29. Oktober zu einer Stichwahl zwischen Kabila und Bemba kommen. An der Wahl am 30. Juli hatten 70,54 Prozent der 25 Millionen registrierten Wähler teilgenommen. Kabila wurde besonders im Westen der Demokratischen Republik Kongo gewählt, sein stärkster Herausforderer war dagegen vor allem im Osten des Landes beliebt, wo auch Antoine Gizenga die meisten Anhänger hat. Antoine Gizenga landete mit 13,06 Prozent der abgegebenen Stimmen auf dem dritten Platz.

Rot:Untersützung für Kabila, Blau:Unterstützung für Bemba und Grün: Unterstützung für Gizenga

Kandidaten können nun in den nächsten drei Tagen beim obersten Gerichtshof des Landes Beschwerden einlegen, die das Gericht innerhalb von sieben Tagen bearbeiten muss, bevor es am 31. August das offizielle Endergebnis bekanntgeben wird. 33 Präsidentschaftskandidaten haben bereits angekündigt, wegen der ihrer Meinung nach massiven Wahlfälschungen Beschwerden einzureichen. Der Amtsinhaber trat nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse im Fernsehen auf und sagte, er habe einen großen Erfolg errungen.

Am Sonntag lieferten sich Anhänger von Jean-Pierre Bemba in Kinshasa Gefechte mit der Präsidentengarde. Der ehemalige Rebellenführer Jean-Pierre Bemba unterhält eine Truppe von Sicherheitskräften. Auch UN-Soldaten der MONUC waren in die Kämpfe verwickelt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters sind die MONUC-Soldaten unter Beschuss geraten und haben dann das Feuer erwidert. Auch gestern kam es im Zentrum der Hauptstadt zu Schusswechseln nahe dem EUFOR-Stützpunkt am Flughafen N’Dolo. Dabei wurden zum ersten Mal die schnellen Eingreifkräfte der EUFOR eingesetzt. EUFOR-Sprecher Thierry Fusalba gab bekannt, dass rund 150 Soldaten einer spanischen Eingreiftruppe mit einem Dutzend Panzern in der Stadt Stellung bezogen haben. Nach Angaben des Oberstleutnants Peter Fuss kann die schnelle Eingreiftruppe binnen 15 Minuten reagieren. Die Soldaten der Europäischen Union sollen laut Resolution 1671 der Vereinten Nationen die MONUC unterstützen und unter anderem einen Beitrag zur Sicherung des Flughafens von Kinshasa liefern sowie bei Gefahrensituationen Evakuierungsmaßnahmen durchführen. Bei der MONUC, die mit 17.000 Soldaten in der Demokratischen Republik Kongo aktiv ist, handelt es sich um den größten friedenssichernden Einsatz der Vereinten Nationen. Die MONUC-Soldaten sind hauptsächlich in den östlichen Provinzen des Landes stationiert.

Einige Diplomaten suchten wegen der Gefechte Schutz im Haus des Oppositionsführers Bemba, darunter der britische Botschafter und der Leiter der UN-Mission im Kongo. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP, die sich auf eine anonyme Quelle beruft, wurde der Privathubschrauber des Oppositionspolitikers zerstört. Das Haus des Politikers wurde laut AFP von der Präsidentengarde mit schweren Waffen beschossen. Wie es zu den gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen ist, ist unklar. Anhänger von Kabila und Bemba machen sich gegenseitig dafür verantwortlich. Nach Angaben von Kemal Saiki, einem Sprecher der UN-Mission, wollte die Präsidentengarde einige Kämpfer von Jean-Pierre Bemba entwaffnen.

Bei den Kämpfen in der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo kamen fünf Menschen ums Leben, sieben bis zehn wurden verletzt. Die MONUC beabsichtigt, die Situation durch Gespräche mit Joseph Kabila und Jean-Pierre Bemba zu beruhigen.

Bei der Wahl, mit der ein fünf Jahre andauernder Konflikt beendet werden soll, handelt es sich um die erste freie Abstimmung mit mehreren Kandidaten seit der Unabhänigkeit des Landes im Jahr 1960.

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July 30, 2006

Kongo: EU-Drohne in Kinshasa abgestürzt

Kongo: EU-Drohne in Kinshasa abgestürzt

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Artikelstatus: Fertig 09:23, 30. Jul. 2006 (CEST)
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Kinshasa (Demokratische Republik Kongo), 30.07.2006 – In der kongolesischen Hauptstadt ist am Freitag, den 28. Juli eine Aufklärungsdrohne der Europäischen Union abgestürzt. Dabei handelt es sich um ein unbemanntes dänisches Flugzeug der EUFOR-Truppe. Das Flugzeug stürzte auf ein Haus im Armenviertel der Hauptstadt, das in Flammen aufging, vorher ging der Funkkontakt verloren.

Zuerst war von fünf verletzten Menschen die Rede. Die Nachrichtenagentur APA berichtet von mindestens acht Verletzten. Vier der acht Verletzten wurden im Feldlazarett der Bundeswehr behandelt. Einer von ihnen wurde in ein kongolesisches Krankenhaus verlegt, da er starke Verbrennungen erlitten hatte. Ein vier Wochen alter Säugling konnte im letzten Moment gerettet werden.

Nach dem Aufprall wurde die Drohne von den EUFOR-Soldaten abtransportiert, bevor die Presse Fotos machen konnte. Zwei weitere Drohnen bleiben sicherheitshalber erst einmal auf dem Boden.

Die Aufgabe der Drohne war es, Fotos zu machen. Die Ursache des Unglücks könnte gemäß der EUFOR-Einsatzleitung ein Softwarefehler gewesen sein, der das Fluggerät unkontrollierbar werden ließ. Die Drohne stürzte in das einstöckige Haus einer 76-jährigen Frau, wo noch weitere drei Familien lebten. Die Frau hatte vor kurzem von ihrer im Ausland lebenden Tochter Geld geschickt bekommen. Der größte Teil ist dabei verbrannt.

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  • Portal:Europäische Union

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April 4, 2006

Große Oppositionspartei will Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo boykottieren

Große Oppositionspartei will Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo boykottieren

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Artikelstatus: Fertig 22:42, 4. Apr. 2006 (CEST)
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Kinshasa (Demokratische Republik Kongo), 04.04.2006 – Die „Union für Demokratie und gesellschaftlichen Fortschritt“ (UDPS), eine der größten Oppositionsparteien der Demokratischen Republik Kongo, hat einen Boykott der ursprünglich für Juni geplanten Präsidenten- und Parlamentswahl angekündigt. Die Boykottankündigung wurde einen Tag nach dem Ende der Registrierung für die Wahlen, am Sonntag, bekanntgegeben. Ursprünglich sollten die Wahlen am 18. Juni stattfinden, die Wahlkommission hat aber nach der Verschiebung des Wahltermins noch keinen neuen Termin bekanntgegeben.

Jean-Baptiste Bomanza, ein Sprecher der UDPS, sagte zur Begründung des Wahlboykotts, grundlegende Bedingungen für eine transparente Wahl seien nicht erfüllt. Bei den Wahlen handelt es sich um die ersten freien Wahlen seit 40 Jahren nach der Unabhängigkeit des Landes von Belgien im Jahr 1960. Der Vorsitzende der UDPS, Etienne Tshisekedi, hat sich nicht als Kandidat für die Präsidentenwahl registrieren lassen. Die UDPS spricht von einem friedlichen Boykott, jedoch spricht der BBC-Korrespondent in Kinshasa, Arnaud Zajtman, davon, dass der Wahlboykott die Wahrscheinlichkeit von Gewalt nach der Wahl erhöhen könne, da die UDPS viele Anhänger, vor allem unter der armen Bevölkerung der kongolesischen Hauptstadt, habe. Jean-Baptiste Bomanza sagte gegenüber der Nachrichtenagentur The Associated Press, die UDPS habe nur eine Waffe, nämlich ihre Anhänger. Insgesamt wollen sich 70 Kandidaten um das Amt des kongolesischen Präsidenten bewerben, unter ihnen auch der Amtsinhaber Joseph Kabila. Weitere Kandidaten sind zwei Vizepräsidenten und die ehemaligen Rebellenführer Jean-Pierre Bemba und Azarias Ruberwa. Für die Registrierung als Kandidat bei der Präsidentenwahl mussten die Kandidaten Gebühren in Höhe von 50.000 US-Dollar bezahlen. Für die 500 Parlamentssitze haben sich etwa 4.000 Kandidaten registriert. Im letzten Jahr hatte der Oppositionspolitiker Etienne Tshisekedi seine Anhänger zum Boykott der Registrierung als Wähler aufgerufen, weil die Wahl aus seiner Sicht nicht frei sein werde. Später hatte der Politiker diesen Boykottaufruf zurückgenommen. Die Frist für die Registrierung zur Teilnahme an der Wahl wurde aber von der Wahlkommission nicht verlängert. Etienne Tshisekedi fordert, dass die Listen für die Registrierung zur Wahl wieder geöffnet werden. In diesem Fall wolle er auch als Kandidat an den Wahlen teilnehmen.

Die Organisation der Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo gestaltet sich schwierig. UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte gegenüber der BBC, die Organisation der Wahlen sei sorge für eine „große logistische Herausforderung, um nicht zu sagen für Alpträume“. In dem Land von der Größe Westeuropas gibt es nur eine schlecht ausgebaute Infrastruktur. So gibt es zum Beispiel keine Zugverbindungen oder Straßen, die einzelne Teile des Landes miteinander verbinden. Dadurch wurde es potentiellen Kandidaten erschwert, in die Hauptstadt Kinshasa zu reisen, wo die Registrierung der Kandidaten für die Wahlen stattfand. 17.000 Soldaten der UN-Mission MONUC sollen einen sicheren Ablauf der Wahlen und ihrer Vorbereitung gewährleisten. Die Soldaten der UN-Mission sollen kurz vor dem Wahltermin von Soldaten der Europäischen Union unterstützt werden. Geplant ist ein Einsatz unter der Führung Deutschlands, bei der etwa 450 Soldaten in Kinshasa stationiert sein sollen und weitere 1.000 Soldaten auf Abruf außerhalb des Landes. Der Einsatz der Soldaten der EU soll vier Monate dauern. Im Jahr 2003 wurde ein fünfjähriger Bürgerkrieg beendet. Im Osten der DR Kongo gibt es aber immer wieder Kämpfe zwischen Milizen und Regierungstruppen. Viele Menschen befinden sich wegen dieser Kämpfe auf der Flucht.

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  • Verteidigungsminister der EU noch uneinig über eine Kongomission (07.03.2006)

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November 16, 2005

Dramatische Lage im Kongo

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Demokratische Republik Kongo

Kinshasa (Demokratische Republik Kongo), 16.11.2005 – Am gestrigen Dienstag wies die Organisation Ärzte ohne Grenzen in einer Pressemitteilung auf die dramatischen Lage in der Demokratischen Republik Kongo hin.

Die Sterblichkeitsrate liege über der so genannten Notfallschwelle von zwei Toten am Tag pro 10.000 Menschen. Die meisten Opfer würden eigentlich behandelbare Krankheiten, wie Atemwegsinfektionen, Malaria oder Durchfallerkrankungen fordern.

Die Kosten für eine medizinische Versorgung könne ein großer Teil der Bevölkerung nicht aufbringen. Dem Bericht von Ärzte ohne Grenzen zufolge hätten deshalb zwischen 45 und 67 Prozent der Befragten keinerlei Zugang zu medizinischer Versorgung. Zusätzlich erschwere die schlechte Infrastruktur des Landes die Arbeit und es herrsche ein Mangel an Medikamenten.

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