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June 20, 2008

Erfolgreicher Start: Meeresbeobachtungssatellit „Jason 2“ soll Daten zum Klimawandel sammeln

Erfolgreicher Start: Meeresbeobachtungssatellit „Jason 2“ soll Daten zum Klimawandel sammeln

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Veröffentlicht: 22:21, 20. Jun. 2008 (CEST)
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Start der Delta-II-Trägerrakete mit „Jason 2“ an Bord

Vandenberg Air Force Base (Vereinigte Staaten), 20.06.2008 – Um 12 Uhr und 46 Minuten PDT (8:46 Uhr MESZ) startete der NASA-Wettersatellit Jason 2 erfolgreich von der Startrampe der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien auf einer Delta-II-Rakete in eine Erdumlaufbahn. 55 Minuten nach dem Start erfolgte die planmäßige Abtrennung des Satelliten von der zweiten Stufe der Trägerrakete. Die Daten des Wettersatelliten sollen die Genauigkeit von Vorhersagen zur Entwicklung von Wetter und Klima verbessern; insbesondere gehört die Sammlung von Daten zum Zustand der ozeanischen Meeresoberflächen zu seinen Aufgaben.

Der Satellit bezieht seine Energie aus zwei großen Solarpaneelen, die nach der Abtrennung von der Rakete erfolgreich entfaltet wurden und eine Leistung von 500 Watt ermöglichen. Die Kontrolle über den Satelliten wurde nach dem Start vom französischen Raumfahrtzentrum Centre national d’études spatiales (CNES) übernommen. Die offizielle Bezeichnung der Mission ist „Ocean Surface Topography Mission“ (OSTM). Moderne Beobachtungstechnologie bringt die Meeresbeobachtung via Satellit auf den Stand der Technik. „Jason 2“ wird gegenüber seinem Vorgänger eine höhere Genauigkeit erzielen. „Jason 1“ startete im Jahr 2001. Die Satellitendaten sollen Meteorologen präzisere Aussagen über Geschwindigkeit und Richtung von Meeresströmungen sowie über die Fähigkeit der Ozeane erlauben, die Strahlungswärme der Sonne zu speichern. Diese beiden Forschungsgebiete sind entscheidend für wissenschaftliche Aussagen zum Klimawandel auf der Erde. OSTM setzt das seit 1992 laufende US-amerikanisch-französische Forschungsprogramm TOPEX/Poseidon fort.

„Jason 2“ (künstlerische Darstellung)

Der 510 Kilogramm schwere Satellit wird seine endgültige Umlaufbahn in einer Höhe von 1.336 Kilometern über der Erdoberfläche in drei Tagen erreichen und dabei mit Hilfe seiner bordeigenen Steuerdüsen schrittweise genau die gleichen Bahndaten ansteuern wie sein Vorgänger „Jason 1“, dessen Bahn er mit einem Abstand von 60 Sekunden folgen wird. Die Zwillingssatelliten ermöglichen so einen Datenabgleich im Abstand von 60 Sekunden. Dadurch können die Messinstrumente des neuen Satelliten mit hoher Genauigkeit kalibriert werden. Sobald diese sechsmonatige Phase abgeschlossen ist, wird „Jason 1“ auf eine andere Umlaufbahn gehen, die zwischen den Orbits von „Jason 2“ liegt, so dass sich die Daten der beiden Satelliten optimal ergänzen und die Gesamtdatenmenge verdoppelt. „Jason 2“ ist in der Lage, die mittlere Meereshöhe der Ozeane mit einer Abweichung von einem Millimeter pro Jahr zu bestimmen. Die Messung von Höhenunterschieden von Wellen ist mit einer Genauigkeit von plus/minus 50 Zentimetern möglich. Die Satellitenbahn verläuft in der gleichen Bahn zwischen 66 Grad nördlicher und 66 Grad südlicher Breite. So ist es möglich, alle zehn Tage eine komplette Abtastung von 95 Prozent der eisfreien Oberfläche der irdischen Ozeane durchzuführen und die Daten an Bodenstationen zu übermitteln. Ein Erdumlauf dauert dabei zwei Stunden. Die Satellitendaten dürften besonders auch für Wettervorhersagen in den Küstenregionen der Vereinigten Staaten interessant sein. Vorhersagen über Richtung und Stärke von Hurrikanen werden sich auf eine genauere Datenbasis stützen können.

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Quellen

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April 11, 2008

Experten sagen aktive Hurrikansaison im Atlantischen Ozean voraus

Experten sagen aktive Hurrikansaison im Atlantischen Ozean voraus

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Veröffentlicht: 11:39, 11. Apr. 2008 (CEST)
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Voraussage für die Saison 2008
Quelle Datum
Stürme
Anzahl der
Hurrikane

Kat. 3+
NOAA Durchschnitt (1950–2005) 11,0 6,2 2,7
CSU Durchschnitt (1950–2000) 9,6 5,9 2,3
CSU 9. April 2008 15 8 4

Grand Bahama (Bahamas), 11.04.2008 – Das von William Gray und Phil Klotzbach geführte Expertenteam an der Colorado State University hat für 2008 im Atlantischen Ozean eine überdurchschnittlich aktive Hurrikansaison vorausgesagt. Das Team erwartet 15 Stürme, die mit Namen benannt werden, davon acht Hurrikane. Vier dieser Wirbelstürme werden nach diesen Prognosen schwere Hurrikane. Das Team korrigierte damit seine Voraussagen vom Dezember 2007 leicht nach oben. In einer durchschnittlichen Hurrikansaison werden im atlantischen Becken zehn Stürme benannt. Sechs davon erreichen Hurrikanstärke, und zwei werden zu schweren Hurrikanen.

Eine sich abschwächende La Niña und ein schwächeres Azorenhoch als üblich um diese Jahreszeit begünstigten die Hurrikanbildung im späteren Saisonverlauf. Auch das Wasser im östlichen Atlantik sei derzeit wärmer als üblich. Klotzbach und Gray führen dies nicht auf die globale Erwärmung zurück. Vielmehr befinde sich der Atlantik inmitten eines noch 15 bis 20 Jahre andauernden Zyklus.

Von den Experten der Colorado State University werden seit 25 Jahren Langzeitprognosen erstellt. 2006 lag die Prognose zu hoch, und in der Saison 2005 traten mit 28 Stürmen fast doppelt so viele auf, wie Klotzbach und Gray erwartet hatten.

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Quellen

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March 25, 2005

BlueGene/L: Neuer Rekord bei Supercomputern

BlueGene/L: Neuer Rekord bei Supercomputern

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Lawrence Livermore National Laboratory

Boston (USA), 25.03.2005 – Der vom US-Konzern IBM entwickelte Supercomputer BlueGene/L hat seinen eigenen Rechenrekord gebrochen.

Einer Mitteilung des US-Energieministeriums zufolge, in dessen Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) der Höchstleistungsrechner eingesetzt wird, stellte BlueGene/L mit einer Leistung von 135,3 Teraflops eine neue Bestleistung auf. BlueGene habe damit seinen eigenen Rekord von 70,7 Teraflops aus dem Vorjahr annähernd verdoppelt, mit der er bereits den bis dorthin führenden NEC Earth Simulator auf Platz zwei verwiesen hatte. Aber damit muss noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein: Die theoretische Leistung der Maschine liege bei 360 Teraflops. Die Leistungssteigerung sei durch Verdopplung der Rackanzahl auf 32 erreicht worden, heißt es in einer Mitteilung. Jedes Rack ist demnach mit 1024 Dual-Prozessoren bestückt, die sich von denen normaler PCs nicht unterscheiden.

Der weitere Ausbau solle unter anderem dazu dienen, unterirdische Atomtests überflüssig zu machen, weil deren Ergebnisse dann durch entsprechend zuverlässige Berechnungen ersetzt werden könnten, wie man sich erhofft.

Mit der neuen Bestleistung übertrifft BlueGene auch einen von Silicon Graphics (SGI) für die NASA entwickelten Supercomputer, der im November 2004 auf 51,9 Teraflops (Trillion floating-point operations per second – Rechenschritte pro Sekunde) kam. Zum Vergleich: Der Superrechner der 70-er Jahre schlechthin, der legendäre Cray-1 für das Los Alamos National Laboratory (Ersteinsatz 1976), brachte es gerade einmal auf 80 Megaflops, was damals schier überwältigend war.

Die schnellsten Supercomputer der Welt derzeit:

  • 1. Blue Gene/L, USA
  • 2. Columbia, USA
  • 3. Earth Simulator, Japan
  • 4. MareNostrum, Spanien
  • 5. Thunder, USA

Supercomputer werden unter anderem für die Lösung komplexer wissenschaftlicher Probleme eingesetzt, etwa in der Chemie zum besseren Verständnis von Molekülstrukturen, bei Wetter- und Klimastudien, bei denen meist ungeheure Datenmengen anfallen – so zum Beispiel um eine besonders aktuelle Anwendung zu nennen, bei der Tsunami-Vorhersage. Mehr und mehr kommen sie allerdings auch bei der Bewältigung eher alltäglicher Aufgaben zum Einsatz, beispielsweise in der Verkehrsplanung.

IBM hat jedoch unlängst eine Abteilung gegründet, die die Anwendungsgebiete auch ins Geschäftliche ausdehnen soll. So kann man die Rechenkraft jener Computer in Neuseeland, die die künstlichen Charaktere und Landschaften – zum Beispiel Gollum, Balrog und Mittelerde – für die Verfilmung von Der Herr der Ringe schufen, mittlerweile auch mieten – auf Stundenbasis und pro eingesetztem Prozessor.

Quellen

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