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April 16, 2013

Weltbank erwartet überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum in Afrika

Weltbank erwartet überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum in Afrika

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Veröffentlicht: 16:17, 16. Apr. 2013 (CEST)
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Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 16.04.2013 – Positive Aussichten für den afrikanischen Kontinent signalisiert ein aktueller Bericht der Weltbank. Demnach wird die Wirtschaft in Afrika südlich der Sahara zwischen 2013 und 2015 durchschnittlich um fünf Prozent wachsen. Grundlage dieses Wachstums seien hohe Rohstoffpreise und die hohen Konsumausgaben in Afrika.

Hauptsitz der Weltbank in Washington D.C.

In einem Viertel aller afrikanischen Staaten wuchs die Wirtschaft laut Weltbank im vergangenen Jahr um sieben Prozent oder mehr. Mittelfristig seien die Wachstumsaussichten für afrikanische Volkswirtschaften weiter positiv, weil sich die Weltwirtschaft langsam erhole und in Afrika verstärkt in regionale Infrastruktur investiert werde. Risiken, die sich auf auf Afrika auswirken könnten, seien die Krise in der Eurozone und eine möglicherweise schwächer werdende chinesische Nachfrage nach Rohstoffen. Makhtar Diop, Vizepräsident der Weltbank mit Zuständigkeit für Afrika, begrüßt die positiven Wachstumsaussichten, lenkt die Aufmerksamkeit zugleich aber auf Problemfelder. So müssten die Fortschritte in den Bereichen Ernährung und Elekrifizierung beschleunigt werden. Um die Lebensqualität zu erhöhen, müsse auch die landwirtschaftliche Produktivität erhöht werden.

Die Wirtschaft vieler afrikanischer Staaten ist nach wie vor stark von Rohstoffexporten geprägt. Doch auch hier zeigt der Bericht Potentiale auf. Als Beispiel nennt er neu entdeckte Öl-, Gas- und Kupfervorkommen. In Mosambik, Niger, Sierra Leone, und Sambia würden neue Minen gebaut oder vorhandene erweitert. Darüber hinaus sieht der Bericht eine Verbesserung im Bereich „gute Regierungsführung“

Eine Schattenseite des positiven Ausblicks ist die Tatsache, dass sich die Armut trotz des höheren Wachstums nicht entschieden verringert hat. Nach Angaben von Shanta Devarajan, dem Chefökonom der Weltbank für Afrika, bietet der Kontinent hier ein differenziertes Bild. In einigen Ländern, wie zum Beispiel Äthiopien und Ruanda sei die Armutsrate zuletzt um bis zu 1,7 Prozent pro Jahr gesunken. In anderen afrikanischen Staaten gäbe es zwar Wirtschaftswachstum, aber nur einen langsamen Rückgang der Armut. Dies gelte vor allem für Länder, die reich an natürlichen Ressourcen sind, wie Äquatorialguinea, Nigeria und Gabun.

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April 3, 2009

G20: Britischer Premier Brown spricht von „neuer Weltordnung“

G20: Britischer Premier Brown spricht von „neuer Weltordnung“

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Veröffentlicht: 09:19, 3. Apr. 2009 (CEST)
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Protestierende Demonstranten beim G20-Gipfel in London

London (Vereinigtes Königreich), 03.04.2009 – Der britische Gastgeber des sogenannten Weltfinanzgipfels, Premierminister Gordon Brown, sparte nicht mit Superlativen, als er die Ergebnisse des Treffens der führenden Repräsentanten der 20 mächtigsten Wirtschaftsnationen der Welt (G-20) in London gestern zusammenfasste. Er sagte: „Eine neue Weltordnung entsteht.“ Die wesentlichen Punkte, auf die sich die Gipfelteilnehmer einigten, sind die folgenden drei Punkte: erstens neue Finanzmarktregeln, zweitens die Bereitstellung gigantischer finanzieller Mittel für die zentralen Finanzinstitute auf globaler Ebene und drittens die Vereinbarung sogenannte Steueroasen auf eine schwarze Liste zu setzen.

Zum ersten Punkt: neue Regeln für den Finanzmarkt. Insbesondere sogenannte Hedgefonds, die durch ihre Risikogeschäfte wesentlich zur weltweiten Finanzkrise beigetragen haben, sollen einer schärferen staatlichen Kontrolle unterworfen werden. Brown kündigte auch neue Regeln für Bonuszahlungen an Manager an. Wie die neuen Regeln im Einzelnen aussehen werden und welche Instrumente für die Kontrolle genau herangezogen werden sollen, wird Gegenstand schwieriger Verhandlungen sein. Bänker warnen vor allzu großem Optimismus in dieser Frage. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert Andreas Rees von der Unicredit mit den Worten: „Der Teufel steckt bekanntlich in den Details. Die Umsetzung wird einige Zeit dauern.“ Die internationalen Börsen in London, New York und anderswo reagierten jedoch nahezu euphorisch auf die Beschlüsse des G20-Gipfels. Der deutsche Leitindex DAX legte um sechs Prozent zu. Der New Yorker Dow Jones Index schloss mit vier Prozent im Plus.

Auch in einem zweiten Punkt konnte Einigkeit erzielt werden: Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) sollen mit zusätzlichen Finanzmitteln gestärkt werden. Der IWF erhält eine Kapitalspritze in Höhe von 500 Milliarden US-Dollar. Die Weltbank bekommt 100 Milliarden US-Dollar, die vor allem ärmeren Ländern zugute kommen sollen. Insgesamt würden, so Brown, von den G20-Ländern finanzielle Mittel in Höhe von 1000 Milliarden US-Dollar bereitgestellt, um die Weltwirtschaft wieder auf Kurs zu bringen. Auf Druck insbesondere Deutschlands und Frankreichs wurden jedoch keine weiteren Konjunkturpakete beschlossen. Der US-Präsident Obama sowie der britische Premier Brown hatten auf solche Konjunkturprogramme gedrungen.

Der dritte Punkt betrifft die Trockenlegung sogenannter Steueroasen. Die von der OECD veröffentlichte Liste umfasst jedoch nur sehr wenige Länder: Costa Rica, die Philippinen, Malaysia und Uruguay. Die bekannten Stadtstaaten im asiatischen Raum, die von Steuerflüchtlingen gerne in Anspruch genommen werden, wie Hongkong, Macao und Singapur fehlen auf der Liste monieren Beobachter.

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December 17, 2007

Chinas Wirtschaft stark überbewertet

Chinas Wirtschaft stark überbewertet – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Chinas Wirtschaft stark überbewertet

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Veröffentlicht: 23:52, 17. Dez. 2007 (CET)
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Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 17.12.2007 – Neuen Berechnungen der Weltbank zufolge ist die Volksrepublik China nur „halb so viel wert“ wie bisher angenommen. Das Bruttosozialprodukt des Landes wurde bisher um etwa 40 Prozent zu hoch angesetzt.

Trotzdem bleibt China nach den Vereinigten Staaten zweitgrößte Wirtschaftsnation der Erde vor Japan, Deutschland und Indien. Zusammen machen die fünf Länder fast 50 Prozent des globalen Sozialproduktes aus.

Nach den neuen Berechnungen wird China nun nicht 2012 die größte Wirtschaftsnation der Erde sein wie vorhergesagt. Das Durchschnittseinkommen pro Person und Jahr liegt in China mit umgerechnet 4.091 US-Dollar nur knapp unter zehn Prozent im Vergleich mit dem der Vereinigten Staaten.

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June 5, 2007

Mali: „G8-Gegengipfel“ eröffnet

Mali: „G8-Gegengipfel“ eröffnet – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Mali: „G8-Gegengipfel“ eröffnet

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Artikelstatus: Fertig 21:27, 5. Jun. 2007 (CEST)
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Sikasso (Mali), 05.06.2007 – Parallel zum G8-Gipfel in Heiligendamm findet in dieser Woche in Sikasso im Süden Malis eine Gegenveranstaltung statt, die in Medienberichten als „Gipfel der Armen“ bezeichnet wird – das sechste „Forum des Peuples“. Menschen aus Benin, Guinea, der Elfenbeinküste, Mali, Niger, dem Senegal und europäischen Staaten werden sich mit Themen wie Entschuldung, Ernährungssicherheit, Wasserversorgung, Privatisierungen und Migration befassen. Auch über den Aufbau einer Alternative zur Weltbank soll diskutiert werden. Veranstalter der Konferenz ist ein Zusammenschluss von rund 60 Nichtregierungsorganisationen.

Lage von Sikasso in Mali

Laut Nachrichtenagentur AFP kamen zum Auftakt der Veranstaltung etwa tausend Globalisierungskritiker und Menschen, die sich gegen Armut engagieren, zusammen. Malis Minister für soziale Entwicklung, Djibril Tangara, sagte, dass seine Regierung die Bedenken der Delegierten teile, insbesondere beim Thema Arbeitslosigkeit. Amadou Toumani Touré, der Präsident des nordafrikanischen Landes, kritisierte am Sonntag, dass die G8-Staaten ihre auf dem G8-Gipfel in Gleneagles 2005 gemachten Versprechen nicht einhielten. Diese Auffassung hatte zuvor auch die Weltbank vertreten. Der Organisation zufolge haben die reichen Länder weder ihre Entwicklungshilfe im versprochenen Umfang aufgestockt noch ihre Märkte für Waren aus Afrika geöffnet.

Dabei geht es um zugesagte Entwicklungshilfegelder. Die Präsidentin des Veranstaltungsbündnisses „Alternative Afrikanische Koalition Schulden und Entwicklung“ (Coalitions des Alternatives Africaines Dette et Développement, CAD-Mali), Barry Aminata Touré, sagte zum Auftakt des Treffens: „Man muss nein sagen zu neoliberaler Politik, muss den G8 sagen, dass die Vorteile der Globalisierung allen Ländern der Welt dienen müssen.“

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  • Nichtregierungsorganisationen kritisieren Afrikapolitik der G8 (29.05.2007)
  • Portal:G8
  • Portal:Armut

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May 18, 2007

Weltbank: Wolfowitz tritt zurück

Weltbank: Wolfowitz tritt zurück – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Weltbank: Wolfowitz tritt zurück

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Artikelstatus: Fertig
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Paul Wolfowitz

Washington D.C. (USA), 18.05.2007 – Der Präsident der Weltbank, Paul Wolfowitz, wird sein Amt zur Mitte des Jahres aufgeben und zurücktreten. „Ich kündige heute an, dass ich als Präsident der Weltbank am 30. Juni zurücktrete“, sagte der ehemalige Vize-Verteidigungsminister und Vertraute von US-Präsident Bush nach dreitägigen Beratungen des Exekutivrats. Wolfowitz konnte dem erheblichen internationalen Druck nicht mehr standhalten, der seit dem Bekanntwerden einer Beförderungsaffäre aufgekommen war. Nach dem Wechsel zur Weltbank soll Wolfowitz seiner Lebensgefährtin, die zu dieser Zeit ebenfalls bei der Weltbank beschäftigt war, einen wesentlich höher dotierten Job im US-Außenministerium verschafft haben.

Sowohl George W. Bush als auch der Exekutivrat würdigten seine Verdienste und bedauerten die jüngsten Ereignisse. Während Europa traditionell die Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) stellt, wird der Chef der Weltbank traditionell von den USA nominiert, weswegen der US-Präsident baldmöglichst einen Nachfolger für den 63-Jährigen vorschlagen soll. Wolfowitz hat die Weltbank nur zwei Jahre lang geleitet.

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February 8, 2007

Weltbankchef Wolfowitz blamierte sich bei Türkeibesuch

Weltbankchef Wolfowitz blamierte sich bei Türkeibesuch

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Artikelstatus: Fertig 20:49, 8. Feb 2007 (CET)
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Paul Wolfowitz

Edirne (Türkei), 08.02.2007 – Paul Wolfowitz, Chef der Weltbank und früherer stellvertretender Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten, war während einer Türkei-Reise nach Medienberichten unpassend beim Besuch einer Moschee gekleidet. Seine verfehlte Bekleidung zog die Aufmerksamkeit der Medien auf ihn und brachte ihm zudem den Vorwurf ein, geizig zu sein.

Wolfowitz besichtigte bei einem Türkeiaufenthalt die berühmte Selimiye-Moschee in Edirne. Als der 63-Jährige vor Betreten des Gebäudes seine Schuhe auszog, lugte aus jedem Strumpf ein nackter großer Zeh hervor. Als Wolfowitz dies bemerkte, schlüpfte er eilig in ein Paar Pantoffeln. Trotzdem gelang einem Fotografen eine Großaufnahme der Peinlichkeit. „Der Chef des Geldes hat Löcher in den Socken“, spottete die türkische Zeitung „Hürriyet“.

Beim anschließenden Basarbesuch reichte sein Bargeld nicht aus, um zwei Silberarmreifen, die er für seine Töchter ausgesucht hatte, zu bezahlen. Es handelte sich um einen Betrag von umgerechnet 150 Euro. Nach Berichten türkischer Zeitungen halfen ihm seine Leibwächter aus der Klemme.

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September 19, 2006

Stimmrechtsreform beim IWF stößt auf geteiltes Echo

Stimmrechtsreform beim IWF stößt auf geteiltes Echo

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Artikelstatus: Fertig 23:57, 19. Sep. 2006 (CEST)
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Hauptsitz des IWF in Washington D.C.

Washington D.C. (Vereinigte Staaten) / Singapur (Singapur), 19.09.2006 – Am 18. September stimmte der Gouverneursrat des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf der gemeinsamen Jahrestagung der Weltbankgruppe und des IWF für eine Änderung der Quoten und Stimmrechte. Die Reform stößt auf geteiltes Echo – vor allem Indien kritisiert die Änderungen.

Der Gouverneursrat nahm eine Resolution zur Änderung der Quoten und Stimmrechte, die vom Exekutivdirektorium eingebracht worden war, mit einer Mehrheit von 90,6 Prozent der Stimmen an. Für die Änderung war eine Mehrheit von mindestens 85 Prozent der Stimmen notwendig gewesen. Laut einer Pressemitteilung des IWF sorgt die Stimmrechtsreform dafür, dass die Stimmrechte und Quoten der Stellung der betroffenen Länder in der Weltwirtschaft besser entsprechen und die Teilhabe von wirtschaftlich schwachen Staaten verbessert wird. Die Reform wird innerhalb von zwei Jahren stufenweise umgesetzt. Zunächst verbessert sich die Stellung von China, Südkorea, Mexiko und der Türkei durch eine sofortige Quotenerhöhung. Bei den Nutznießern der Reform handelt es sich um Staaten, die nach Ansicht des IWF bisher in den Gremien der Organisation hinsichtlich der Stimmrechte am deutlichsten unterrepräsentiert waren. Für die betroffenen Länder bedeutet die Entscheidung, dass sie höhere Anteile am Grundkapital und dadurch höhere Stimmrechte erhalten. Zudem werden den Staaten im Falle von Währungskrisen höhere Kredite gewährt.

Desweiteren sieht die Resolution vor, dass sich das Exekutivdirektorium des IWF bei der nächsten Jahrestagung im Jahr 2007 auf eine neue Formel zur Berechnung der Quoten einigen soll. Die neue Formel soll einfacher sein, womit für mehr Transparenz gesorgt werden soll. Außerdem soll durch die neue Formel sichergestellt werden, dass die Quoten der Stellung der Staaten in der Weltwirtschaft entsprechen. Laut angenommener Resolution soll das Exekutivdirektorium einen Vorschlag zur Einführung doppelter Mehrheiten erarbeiten. Dieses Prinzip soll die Teilhabemöglichkeit von wirtschaftlich schwachen Staaten, denen geringe Quoten und damit wenige Stimmen zugeteilt sind, verbessern. Laut einem Artikel der „Deutschen Welle“ handelt es sich bei der Stimmrechtsreform um die größte Reform in der sechzigjährigen Geschichte des Internationalen Währungsfonds.

In einer Rede bezeichnete der geschäftsführende Direktor des IWF, Rodrigo Rato, die Reform als ungeheuer wichtig für die Zukunft der Organisation. Aus der Sicht von Rodrigo Rato verbessert die Reform die Effizienz der Organisation und die Legitimität künftiger Reformen. Dagegen kritisiert die indische Regierung die Reform. Während die Quoten einiger volkswirtschaftlich aufstrebender Staaten steigen werden, wird Indien künftig über weniger Stimmen verfügen. Die Quote Indiens sinkt von 1,95 Prozent auf 1,91 Prozent. Ein Vertreter der indischen Regierung wird in einem Artikel von „news.bbc.co.uk“ mit den Worten zitiert, die Reform sei hoffnungslos fehlerhaft. Palaniappan Chidambaram, der indische Finanzminister, fordert vom IWF, dass dieser zu seinem Versprechen einer umfassenden Stimmrechtsreform in den nächsten zwei Jahren steht. „Wir haben wohl die Abstimmung verloren, aber wir haben die Argumente auf unserer Seite“, sagte der indische Finanzminister weiter. Seine Kritik begründet Palaniappan Chidambaram damit, dass die Formel, auf der die am Montag beschlossenen Änderungen beruhen, seiner Meinung nach die wirtschaftliche Stärke von Ländern wie Indien nicht exakt wiederspiegele. Neben Indien hatten Brasilien und Argentinien als weitere Schwellenländer gegen die Reform gestimmt. Die Formel zur Berechnung der Quoten setzt sich unter anderem aus dem Bruttoinlandsprodukt, der Höhe der offiziellen Währungsreserven und dem Grad der Offenheit der jeweiligen Märkte zusammen. Die Vereinigten Staaten sind das Land, das im IWF über die meisten Stimmrechte verfügt.

Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) äußerte sich ebenfalls kritisch zu den Änderungen, vor allem in Hinblick auf die Stellung Deutschlands, das seiner Meinung nach unterrepräsentiert ist, sowie die Stellung weiterer bisher unterrepräsentierter EU-Migliedsstaaten. Auf der Plenarsitzung von IWF und Weltbank sagte der Bundesfinanzminister, dass das Prinzip der Gleichbehandlung und der fairen Lastenverteilung strikt für alle IWF-Mitglieder gelten solle. Deutschland, dessen Quote nach der Reform 5,98 Prozent betragen wird, stimmte dennoch für die Änderung zugunsten Chinas, Südkoreas, Mexikos und der Türkei, weil dies der gestiegenen Wirtschaftskraft der Länder entspräche. Die Stimmrechte dieser Länder erhöhen sich um insgesamt 1,8 Prozentpunkte. Peer Steinbrück vertrat die Auffassung, dass künftig die Offenheit einer Volkswirtschaft bei der Quotenberechnung stärker berückstichtig werden sollte.

Die Nichtregierungsorganisation „World Economy, Ecology & Development“ (WEED) bezieht in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung Stellung zur Stimmrechtsreform. Dem Inhalt der Pressemitteilung lässt sich entnehmen, dass sie noch vor der Abstimmung im Gouverneursrat verfasst wurde. Laut Daniela Setton, einer Sprecherin von WEED, ist eine wirkliche Demokratisierung des IWF noch in weiter Ferne. „Anstelle kosmetischer Korrekturen müssten Entwicklungsländer durch die Einführung von doppelten Mehrheiten wesentlich mehr Gewicht in den Institutionen erhalten“, sagte die Sprecherin der Nichtregierungsorganisation weiter. Zur allgemeinen Rolle des IWF sagte Daniela Setton, der IWF müsse endlich raus aus Entwicklungsländern und sich auf sein Kernmandat beschränken. Sein Problem sei, dass die wichtigen Wirtschaftsmächte nicht auf ihn hörten. Es werde langsam Zeit einzugestehen, dass der IWF in seiner derzeitigen Verfassung überflüssig sei. Bereits in einer Pressemitteilung zum 60. Geburtstag des IWF und der Weltbank im Jahr 2004 hatte WEED zusammen mit Attac eine Demokratisierung der beiden Wirtschaftsorganisationen gefordert. „Schon allein die Verteilung der Stimmverhältnisse nach dem Prinzip ‚one Dollar – one vote‘ ist ein einziger Anachronismus in der heutigen Welt“, hieß es damals in der Pressemitteilung.

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August 27, 2006

Tschadischer Präsident verweist zwei Ölkonzerne des Landes

Tschadischer Präsident verweist zwei Ölkonzerne des Landes

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Artikelstatus: Fertig 12:02, 27. Aug. 2006 (CEST)
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Lage des Tschad

N’Djamena (Tschad), 27.08.2006 – Der tschadische Präsident Idriss Déby hat zwei Ölfirmen des Landes verwiesen. Dabei handelt es sich um das US-Unternehmen Chevron und den malaysischen Konzern Petronas. Auf einer Sitzung der Regierung und in einer vom staatlichen Radiosender übertragenen Rede sagte Idriss Déby am Samstag, dass die Unternehmen das Land innerhalb von 24 Stunden verlassen und ihre Büros schließen müssten, weil sie ihren vertraglichen Verpflichtungen in Hinblick auf die Steuerzahlungen nicht nachgekommen seien.

Der Konzern ExxonMobil, der als Teil eines Konsortiums gemeinsam mit den beiden anderen Unternehmen an der Ölförderung beteiligt ist, ist von der Entscheidung des Präsidenten nicht betroffen. Am Konsortium sind Petronas mit 35 Prozent, Chevron mit 25 Prozent und ExxonMobil mit 40 Prozent beteiligt. Die Regierung will nun nach Aussage des Präsidenten die Anteile der aus dem Land verwiesenen Unternehmen übernehmen. Die betroffenen Unternehmen hätten seine Entscheidung noch nicht kommentiert, sagte Idriss Déby weiter. Trotz des hohen Ölpreises erhalte Tschad wenig Einnahmen aus der Ölförderung, stellte der Präsident auf einer Sitzung mit seinen Ministern fest. Seinen Angaben zufolge haben die Unternehmen, die drei Milliarden US-Dollar investiert haben, in weniger als drei Jahren Einnahmen in Höhe von fünf Milliarden US-Dollar erzielt, während Tschad nur 588 Millionen US-Dollar eingenommen habe. Die für die Verhandlungen mit den Unternehmen zuständigen Minister entließ der Präsident und kündigte an, dass sie sich vor einem Gericht verantworten müssten, weil sie nach Angaben des Präsidenten den Unternehmen geraten hätten, die Steuern nicht zu zahlen.

Über die Motive der Regierung wird in den Medien spekuliert. Die BBC-Korrespondentin im Tschad, Stephanie Hancock, vermutet, dass nun chinesische Unternehmen in das Erdölgeschäft im Tschad einsteigen könnten. Ihre Vermutung versucht die Journalistin dadurch zu untermauern, dass Tschad vor drei Wochen seine diplomatischen Beziehungen zu China wiederaufgenommen hat, nachdem das afrikanische Land zuvor Beziehungen zu Taiwan unterhalten hat. Aus tschadischen Regierungskreisen heißt es, chinesische Investoren seien im Land willkommen. China ist bereits an der Ölförderung in Angola und im Sudan beteiligt.

Zu Beginn des Jahres hat die tschadische Regierung damit gedroht, die Ölförderung einzustellen, wenn das Konsortium ihr nicht sofort die Einnahmen aus dem Erdölproduktion einiger Monate übergebe. Das Land hatte die Förderung von Öl im Doba-Becken im Jahr 2003 aufgenommen. Medienberichten zufolge werden dort pro Tag 200.000 Barrel Erdöl gefördert. Die Bevölkerung des Landes, deren Mehrheit in Armut lebt, konnte bisher nicht von den Einnahmen aus dem Ölgeschäft profitieren. Laut Reuters wurde 1988 in einem Abkommen mit dem Konsortium festgelegt, dass die Unternehmen 12,5 Prozent ihrer Erlöse aus der tschadischen Produktion an den Staat abführen. Die Regierung will dieses Abkommen nun neu verhandeln.

Die Regierung geriet laut einem Bericht von „news.bbc.co.uk“ im Dezember auch in einen Konflikt mit der Weltbank, die die Ölförderung im Land finanziell unterstützt. Dabei ging es um die Änderung eines Gesetzes über die Verwendung der Erlöse aus dem Ölgeschäft. Weil die Regierung das Gesetz trotz Kritik der Weltbank geändert hatte, wurden die Zahlungen der Weltbank zur Unterstützung der Ölproduktion zeitweise eingefroren. Der Konflikt wurde am 14. Juli dieses Jahres mit einem Abkommen zwischen der Weltbank und der tschadischen Regierung beigelegt, wonach die Regierung sich dazu verpflichtet, 70 Prozent ihres Haushaltes für Maßnahmen gegen die Armut zu verwenden. Gemäß diesem Memorandum soll laut einer Pressemitteilung der Weltbank die Transparenz bei den durch das Erdölgeschäft erzielten Einnahmen von einer unabhängigen Kontrollinstanz sichergestellt werden.

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April 23, 2006

Rodrigo Rato warnte vor Risiken für die Weltwirtschaft

Rodrigo Rato warnte vor Risiken für die Weltwirtschaft

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Artikelstatus: Fertig 06:00, 23. Apr. 2006 (CEST)
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Washington D.C. (USA), 23.04.2006 – Rodrigo Rato, Generaldirektor des Internationalen Währungsfonds (IWF), warnte vor Risiken für die Weltwirtschaft. In Washington findet derzeit die Frühjahrstagung von IWF und Weltbank statt.

Ernsthafte Risiken sieht Rato in den globalen Ungleichgewichten der unterschiedlichen Länder. In ersten Abstimmungen wurde festgelegt, dass vor allem in Asien Gemeinschaftsanstrengungen nötig seien, um dem Abbau der Defizite in den USA zu begegnen. Die Tagung dauert noch bis zum Wochenende. Rato wird dann konkrete Reformvorschläge vorlegen.

Dahingehend kündigte Rato an, die Arbeit des IWF neu auszurichten und die Finanzierung des Fonds neu regeln zu wollen. Die Grundlagen der Finanzierung müssten laut Rato geändert werden.

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December 23, 2005

IWF: Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Erde

IWF: Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Erde

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Artikelstatus: Fertig 00:48, 23. Dez. 2005 (CET)
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Washington, D. C. (Vereinigte Staaten), 23.12.2005 – Der Internationale Währungsfonds (IWF) gab gestern einen Schuldenerlass für 19 der 20 ärmsten Länder der Erde bekannt. Auf ihrem Gipfeltreffen in Gleneagles hatten die Regierungschefs der führenden Industrienationen und Russlands beschlossen, einen solchen Schuldenerlass herbeizuführen.

Der Beschluss, dem nun das Exekutivdirektorium des IWF zugestimmt hat, umfasst ein finanzielles Volumen von 3,3 Milliarden US-Dollar. Diesen Betrag schulden die ärmsten Länder dem IWF, der Weltbank sowie der Afrikanischen Entwicklungsbank. Durch den Schuldenerlass soll diesen Ländern der finanzielle Spielraum zur Entwicklung ihrer Wirtschaft gegeben werden. Der Beschluss steht im Zusammenhang mit den Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, die bis zum Jahre 2015 eine Halbierung der weltweiten Armut vorsehen.

In den Genuss des Schuldenerlasses, der am 1. Januar 2006 in Kraft tritt, gelangen zunächst die folgenden vorwiegend afrikanischen Länder: Benin, Burkina Faso, Äthiopien, Ghana, Madagaskar, Mali, Mosambik, Niger, Ruanda, Senegal, Tansania, Uganda und Sambia. Vier mittel- bzw. südamerikanische Länder gehören ebenfalls dazu: Bolivien, Guyana, Honduras, Nicaragua, außerdem die asiatischen Länder Kambodscha und Tadschikistan.

Bilaterale Schulden sind von diesem Schuldenerlass ausgenommen, ebenso wie Schulden bei anderen Banken und Organisationen neben dem IWF, der Weltbank und der Afrikanischen Entwicklungsbank. Mauretanien, das zu den 20 ärmsten Ländern der Erde gehört, muss noch nachweisen, dass die durch den Schuldenerlass eingesparten Gelder tatsächlich für die Armutsbekämpfung eingesetzt werden. Es sei möglich, so Rodrigo Rato, Generaldirektor des IWF, dass weiteren Ländern die Schulden erlassen werden. Diese müssten jedoch noch weitere Fortschritte aufweisen.

Zu den Ländern, denen eventuell ebenfalls die Schulden erlassen werden, zählen Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Komoren, Malawi, Myanmar, Laos, Liberia, die Republik Kongo, Sao Tomé und Príncipe, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Togo, Tschad und die Zentralafrikanische Republik. Dazu wurden aber noch keine Beschlüsse gefasst.

Die Hilfsorganisation Oxfam begrüßte die Entscheidung des IWF, fordert aber einen umfangreicheren Schuldenerlass. Weitere 60 Länder benötigten ebenfalls einen Schuldenerlass, um die Armut zu bekämpfen, sagte Max Lawson, ein Sprecher der Hilfsorganisation.

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