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March 10, 2010

Indonesien: Meistgesuchter Terrorist Südostasiens anscheinend getötet

Indonesien: Meistgesuchter Terrorist Südostasiens anscheinend getötet

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Veröffentlicht: 22:12, 10. Mär. 2010 (CET)
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Jakarta (Indonesien), 10.03.2010 – Dulmatin, einer der mutmaßlichen Bombenleger der Terroranschläge von Bali (2002), wurde am Dienstag von einer Anti-Terroreinheit Indonesiens gestellt und getötet. Das bestätigte der Präsident Indonesiens, Susilo Bambang Yudhoyono.

Dulmatin galt als der meistgesuchte Terrorist Südostasiens. Er soll den Terroranschlag auf der indonesischen Insel Bali geplant haben und bei der Ausführung beteiligt gewesen sein. Bei dem Anschlag waren über 200 Menschen getötet worden, darunter viele australische Touristen.

Den vorliegenden Informationen zufolge soll Dulmatin in einem Internet-Café in Pamulang, in der Nähe der Hauptstadt Jakarta auf der indonesischen Insel Java, bei einer Razzia entdeckt worden sein. Bei einem Schusswechsel, der dann stattfand, soll Dulmatin getötet worden sein.

Dulmatin gehörte zum Führungszirkel der islamistischen Terrororganisation Jemaah Islamiyah (JI), die für die Durchsetzung eines Gottesstaates in den muslimischen Ländern Südostasiens kämpft. Der Organisation werden enge Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida nachgesagt. Dulmatin soll in Ausbildungslagern von al-Qaida zum Spezialisten für Bombenbau ausgebildet worden sein. Das FBI hatte auf den Kopf des 39-jährigen Top-Terroristen ein Lösegeld von umgerechnet 7,3 Millionen Euro ausgesetzt.

Zuletzt machte die JI im Juli 2009 von sich reden: Bei einem Selbstmordattentat auf zwei Luxushotels in Jakarta wurden sieben Menschen getötet.

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March 5, 2010

Terrorwarnung in der Straße von Malakka

Terrorwarnung in der Straße von Malakka

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Veröffentlicht: 17:09, 5. Mär. 2010 (CET)
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Straße von Malakka (dunkelblau)

Singapur, 05.03.2010 – Singapur, Malaysia und Indonesien haben aufgrund einer Terrorwarnung die Sicherheitstufen erhöht. Wie der Innenminister Singapurs Wong Kan Seng im Parlament des Stadtstaates mitteilte, wurden alle Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Auch die Marinen Indonesiens und Malaysia haben ihre Patrouillenfahrten in der Meerenge, die an ihrer schmalsten Stelle nur etwa 2,8 Kilometer breit ist, verschärft. Die Maßnahmen gehen auf Informationen zurück, nach der Terroristen Öltanker angreifen könnten. Nähere Angaben, welche Gruppe Angriffe geplant hat und weitere Details nannte der Minister nicht. Am wahrscheinlichsten kämen nach Ansicht von Experten al-Qaida und die südostasiatische militante Gruppierung Jemaah Islamiyah in Frage. Letztere wird für zwei Bombenanschläge auf zwei Hotels in Djakarta mit sieben Opfern und die Bombenanschläge auf Bali verantwortlich gemacht, bei denen 202 Personen getötet wurden.

„Die Absicht der Terroristen ist wahrscheinlich, weitreichende Aufmerksamkeit zu erwecken und zu zeigen, dass sie eine existenzfähige Gruppe bleiben“, hieß es in einem Communiqué der Marine Singapurs.

Die indonesische Polizei hat bei Razzien seit dem 22. Februar in der Provinz Aceh im Westen der Insel Sumatra, die durch die Straße von Malakka von der Malayischen Halbinsel getrennt wird, 14 Verdächtige festgenommen. Ihnen wird die Vorbereitung von Terroranschlägen vorgeworfen. Die Polizei teilte mit, dass Gewehre und tausende Schuss Munition gefunden wurden. Bei Schusswechsel mit Gewehren wurden zehn Polizisten einer Spezialeinheit verletzt. Ein Mann wurde von der Polizei auf der Flucht erschossen. Die Behörden gehen davon aus, dass es sich bei den Verdächtigen um Angehörige einer zuvor unbekannten Terrorgruppe handelt. Derzeit wird geprüft, inwieweit diese mit Jemaah Islamiyah verbunden ist. Jemaah Islamiyah war bislang im Westen Sumatras nicht aktiv. Dort herrscht seit 2005 ein Waffenstillstand zwischen Nationalisten und der Regierung, der zu mehr Autonomie geführt hat.

John Harrison, ein Assistenzprofessor an der S. Rajaratnam School of International Studies in Singapur, hält die Terrorwarnung für glaubwürdig. Nach seiner Einschätzung seien weder die Marine noch das Innenministerium dafür bekannt, Warnungen voreilig herauszugeben. „Wenn sie diese Informationen herausgeben, bedeutet das, dass sie sehr besorgt darüber sind, etwas könnte sich ereignen.“ Die Marine Singapurs geht davon aus, dass kleine Fischerboote und Schnellboote für solche Attacken genutzt werden könnten.

Nach Angaben der U.S. Energy Information Administration, einer Behörde im Energieministerium der Vereinigten Staaten, werden täglich 15 Millionen Barrel Öl durch die Meerenge befördert. 50.000 Handelsschiffe – sechsmal so viele wie im Sueskanal – durchfahren die Straße von Malakka jährlich und befördern so etwa 40 Prozent der im Welthandel verschifften Güter hindurch. 90 Prozent der japanischen und 80 Prozent der chinesischen Öleinfuhren werden durch die Meerenge transportiert, außerdem 30 Prozent der chinesischen Eisenerzimporte.

Peter Chalk, ein Experte für die Bewertung von Risiken durch Terrorismus, befürchtet im Falle von Anschlägen auf die Seeschifffahrt eine Gefahr für die Weltwirtschaft, weil im Zeitlater von termingenauen Lieferungen solche Störungen einen Dominoeffekt auslösen könnten, der Auswirkungen bis in die Finanzwirtschaft hat. Ein Terroranschlag würde mit ziemlicher Sicherheit auch die Versicherungsprämien steigen lassen. Die Prämien für Öltanker auf der Strecke zwischen den Erdölfeldern am Persischen Golf und Ostasien liegen derzeit bei durchschnittlich 37.000 US-Dollar pro Tag – weit niedriger als die 200.000 US-Dollar, die verlangt wurden, bevor die Finanzkrise zu einem wirtschaftlichen Einbruch führte. J. Peter Pham, ein Berater der US-Regierung und der Europäischen Union, glaubt jedoch, dass die Versicherungsindustrie jede Gelegenheit nutzen würde, um die Prämien zu erhöhen.

Eine Umfahrung der Region werde den Transport komplizierter machen, wie John Vautrain in Singapur der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Schifffahrtsunternehmen ergreifen deswegen eher geeignete Gegenmaßnahmen, als die Sundastraße weiter im Süden zu wählen, die den Seeweg um neunhundert Seemeilen und mindestens drei Tage Fahrtdauer verlängert. Der Industrieverband Intertanko hat seine Mitglieder aufgefordert, bei der Passage besondere Vorsicht walten zu lassen. Maersk gab an, die Straße mit Höchstgeschwindigkeit zu durchfahren und mehr Wachposten aufzustellen.

Die Straße von Malakka wird seit langem durch Piraterie unsicher gemacht und die Küstenwachen der anliegenden Staaten fahren deswegen Patrouille. Dass die Meerenge auch ein Ziel für Terrorismus sein könnte, ist eine eher neue Gefahr. Die konkrete Terrorwarnung beruht den Angaben eines thailändischen Marineattachés auf Informationen, die das International Maritime Bureau (IMB) in Kuala Lumpur aus Japan erhielt. Ein IMB-Pressesprecher erklärte auf Rückfrage, ob es sich um Piraterie oder um eine terroristische Gefahr handele, es gehe um eine terroristische Gefahr.

Analysten sehen jedoch eine geringe Gefahr in der Möglichkeit, Öltanker als schwimmende Bomben gegen Häfen oder andere Schiffe zu nutzen. Rohöl sei zu schwer entflammbar, glauben sie.

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October 1, 2005

Bombenanschläge auf Bali fordern viele Tote

Bombenanschläge auf Bali fordern viele Tote

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Artikelstatus: Fertig 23:51, 1. Okt. 2005 (CEST)
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Karte von Indonesien

Denpasar (Indonesien), 01.10.2005 – Bei mehreren fast zeitgleichen Bombenexplosionen gegen 19:30 Uhr Ortszeit (11:30 UTC) sind auf der Ferieninsel Bali in Indonesien viele Menschen ums Leben gekommen.

Eine Detonation verzeichnete man in Jimbran an der Südküste der Insel. Die Explosion erfolgte in der Nähe des Hotels „Vier Jahreszeiten“. Eine zweite Detonation wurde aus einem Restaurant im Ortes Kuta gemeldet, das von einem Deutschen betrieben wurde. Das Restaurant war zu dieser Zeit vollbesetzt.

Über die Anzahl der Opfer gibt es zur Zeit noch unterschiedliche Angaben. Diplomatenkreise sprechen von mindestens 32 Toten. Nach offiziellen Angaben wurden außerdem 85 Menschen bei den Explosionen verletzt. Die Polizei macht die Terrororganisation Jemaah Islamiyah für die Anschlagsserie verantwortlich. Bei einem Anschlag auf Nachtclubs in Kuta kamen vor drei Jahren 202 Menschen ums Leben.

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