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December 21, 2010

Schimpansen-Mädchen spielen mit Puppen – Jungen nicht

Schimpansen-Mädchen spielen mit Puppen – Jungen nicht

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Veröffentlicht: 21:41, 21. Dez. 2010 (CET)
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Junge Schimpansen

Vereinigte Staaten, 21.12.2010 – Erstmals haben Biologen Unterschiede im Spielverhalten zwischen männlichen und weiblichen Jungtieren in freier Natur gefunden. Das Ergebnis leistet einen Beitrag bei der Beantwortung der Frage, inwieweit beim Menschen die Geschlechterrollen durch Sozialisation und durch biologische Faktoren beeinflusst werden.

In der am 21. Dezember in der Fachzeitschrift „Current Biology“ veröffentlichten Studie untersuchten die amerikanischen Biologen Sonya Kahlenberg und Richard Wrangham das Spielverhalten von jungen Schimpansen. Bisher waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass beim Menschen die in vielen Kulturen ausgeprägten Geschlechterrollen hauptsächlich durch Sozialisation bedingt sind. Der Einfluss biologischer Faktoren ist umstritten.

Bereits 2008 hatten Forscher herausgefunden, dass weibliche junge Schimpansen in Gefangenschaft typisches Mädchenspielzeug, männliche dagegen typisches Jungenspielzeug bevorzugten, wenn ihnen eine Auswahl von Spielzeugen angeboten wurde. In der neuen Studie wurde nun das Spielverhalten von Schimpansen in freier Natur untersucht. Dabei beobachteten die Forscher über 14 Jahre hinweg Schimpansen im Kibale-Nationalpark in Uganda.

Sie fanden heraus, dass Jungtiere oft Stöcke mit sich herumtragen ohne sie direkt als Werkzeug zu benutzen. Manchmal spielen sie in einer Art mit den Stöcken, als ob diese ihre Jungen seien, und nehmen sie mit in ihre Nester. Weibchen tragen die Stöcke weitaus häufiger mit sich als Männchen. Bei den Weibchen hört das Herumtragen der Stöcke nach ihrer ersten Geburt auf.

Die Forscher räumten zwar ein, dass das Herumtragen von Stöcken nur bei Schimpansen im Kibale-Nationalpark beobachtet wurde und daher zumindest zum Teil ein erlerntes Verhalten sei. Da aber ältere Weibchen keine Stöcke mehr mit sich tragen, könnten die Unterschiede im Spielverhalten nicht durch Nachahmung älterer Tiere erklärt werden, was für biologische Faktoren spreche.

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  • Portal:Wissenschaftliche Studien

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June 12, 2008

Indonesien: Hungernde Affen verwüsten Felder

Indonesien: Hungernde Affen verwüsten Felder

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Veröffentlicht: 06:58, 12. Jun. 2008 (CEST)
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Javaneraffe

Yogyakarta (Indonesien), 12.06.2008 – Nach Angaben eines Mitarbeiters einer indonesischen Umweltorganisation haben tausende hungernde Javaneraffen in der Nähe des berühmten buddhistischen Tempels Borobudur hunderte Hektar Farmland verwüstet.

Da der natürliche Lebensraum der Affen nicht genügend Nahrung hergibt und die Zahl der natürlichen Feinde schwindet, hat sich in letzter Zeit die Population der Affen stark vermehrt. Eine Dürre hat die Lage jetzt noch verschlimmert.

Auf der Suche nach Nahrung fielen die Affen in mehrere Dörfer der Provinz Zentral-Java ein, einige sogar bis in die Hinterhöfe, um Früchte, Reis und Gemüse zu stehlen.

Genervte Bauern vertrieben die Tiere mit Knallkörpern oder Gewehrschüssen. Einige Bauern sorgen sich nun, dass sie zuviel Zeit damit verbringen müssen, hungernde Affenhorden zu verscheuchen, anstatt sich um ihre Felder zu kümmern.

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January 5, 2008

Forscher entdecken Hinweise auf „marktähnliches Verhalten“ bei Affen

Forscher entdecken Hinweise auf „marktähnliches Verhalten“ bei Affen

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Veröffentlicht: 11:37, 5. Jan. 2008 (CET)
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Javaneraaffe

Jakarta (Indonesien), 05.01.2008 – Forscher aus Singapur haben bei der 20-monatigen Beobachtung freilebender Javaneraffen in der Provinz Kalimantan Tengah auf Indonesien laut der wissenschaftlichen Zeitschrift „New Scientist“ (Ausgabe 2637 vom 2. Januar 2008) eine Entdeckung gemacht: Affenmännchen werden von Affenweibchen nach einer Fellpflege, deren Dauer von der Anzahl an Weibchen und Männchen abhängt, jedoch zwischen acht und 16 Minuten liegt, mit Sex belohnt. Dabei dauerte die Entlausung länger, wenn weniger Weibchen anwesend waren. Durchschnittlich vollzogen die Weibchen anderthalbmal pro Stunde Geschlechtsverkehr. Nach ausgiebiger Fellpflege stieg dies auf dreieinhalbmal, dabei meist mit den pflegenden Männchen.

Forscher Michael Grumert vermutet, dass das in früheren Studien nicht entdeckt werden konnte, da in diesen in Gefangenschaft lebende Affen untersucht wurden. Seine Forschungsergebnisse wurden im November 2007 im Journal „Animal Behaviour“ (Band 74, Seite 1655 bis 1667) im Internet veröffentlicht. Die bisher einzige andere Studie, die einen Zusammenhang zwischen „Marktwirtschaft“ und tierischem Paarungsverhalten aufzeigte, befasste sich mit Waldmäusen.

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May 19, 2005

Neue Affenart mit Kamm und Backenbart entdeckt

Filed under: Artenschutz,Daressalam,Primat,Studie — admin @ 5:00 am

Neue Affenart mit Kamm und Backenbart entdeckt

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Daressalam (Tansania), 19.05.2005 – Im schwer zugänglichen Hochland-Regenwald von Tansania in Ostafrika wurde eine bislang unbekannte Affenart entdeckt. Die Tiere dieser Spezies sind knapp 90 Zentimeter groß (ohne den ebenso langen Schwanz), etwa 10 bis 16 Kilogramm schwer, tragen auf dem Kopf einen Kamm aus langen, stehenden Haaren und haben einen Backenbart. Das Fell ist auf dem Rücken und an den Beinen braun, am Bauch und an der Schwanzspitze dagegen crèmefarben. Gesicht, Hände und Füße sind schwarz.

Die sensationelle Entdeckung gelang zwei internationalen Forscherteams fast gleichzeitig in zwei Gebieten des südlichen Tansania, die rund 350 Kilometer voneinander entfernt liegen. Das berichtete das Wissenschaftsjournal “Science”. Zu den Forscherteams gehörten Experten aus Tansania, Kenia und den USA.

Die neu entdeckten Affen sind mit den Meerkatzen verwandt, werden als Hochland-Mangaben bezeichnet und erhielten den Artnamen Lophocebus kipunji. Der Lebensraum dieser Tiere sind immer kleiner werdende Waldstücke, die durch Eingriffe von Menschen bedroht sind.

In jedem der beiden Gebiete, in denen die neue Affenart beobachtet wurde, schätzt man ihre Zahl auf jeweils 500 Tiere. Dies könnte – nach Ansicht von Fachleuten – auf Dauer zu wenig sein, um zu überleben. Deswegen befürchten Experten, diese Affen müssten bald als gefährdete Art eingestuft werden.

Einer der beiden Urwälder, in denen Lophocebus kipunji lebt, wird bereits stark von illegalen Baumfällern und Jägern heimgesucht. Das andere Gebiet befindet sich zwar in besserem Zustand, doch dort kommen die Affen nur noch in eng begrenzten Arealen und kleinen Gruppen vor.

Der von den Einheimischen „Kipunji“ genannte Affe Lophocebus kipunji existiert in Bergwäldern zwischen etwa 1.300 und 2.500 Meter Höhe. Wegen seines dicken Fells kann er sogar niedrige Temperaturen unter dem Gefrierpunkt aushalten.

Lophocebus kipunji ist sehr scheu und lebt in Gruppen von etwa 15 Tieren versteckt in Baumkronen. Die Töne, die er von sich gibt, erinnern an eine Autohupe oder Hundegebell.

Auf der Erde werden – meistens unbemerkt von der Öffentlichkeit – nahezu täglich neue Arten entdeckt. Doch dabei handelt es sich überwiegend im Pflanzen, Pilze oder Insekten. Merklich seltener glückt es dagegen, ein unbekanntes Wirbeltier aufzuspüren. Nach Ansicht von Kryptozoologen nimmt die Wahrscheinlichkeit, eine bislang unbekannte Tierart zu finden, mit der Größe der Tiere ab.

Obwohl die Erdoberfläche und die Meere weitgehend erforscht sind, glücken aber immer wieder erstaunliche Entdeckungen. Einer Studie des „Worldwide Fund for Nature“ (WWF) zufolge, sind allein im tropischen Regenwald von Borneo innerhalb der letzten zehn Jahre 360 neue Tierarten identifiziert worden. Darunter waren 260 Insekten, 30 Süßwasserfische, sieben Frösche, sechs Eidechsen, fünf Krabben, zwei Schlangen und eine Kröte.

Der Wissenschaftsautor Ernst Probst veröffentlichte in seinem Buch „Nessie“ über das legendäre „Ungeheuer von Loch Ness“ eine lange Liste von Aufsehen erregenden Entdeckungen unbekannter Tiere:

Riemenfisch, Brückenechse, Dinornis, Zwergflusspferd, Krausenhai, Vampir-Tintenfisch, Nördliches Breitmaulnashorn, Okapi, Berggorilla, Riesenwaldschwein, Königin-Alexandra-Vogelflügler, Goliathfrosch, Kaiser-Schnurrbart-Tamarin, Andrew-Schnabelwal, Berganoa, Komodowaran, True-Schnabelwal, Chinesischer Flussdelphin, Indopazifischer Schnabelwal, Bonobo, Mekong-Riesenwels, Kongopfau, Kouprey, Quastenflosser, Takahe, Blomberg-Kröte, Japanischer Schnabelwal, Pazifischer Hafenschweinswal, Hubb-Schnabelwal, Iriomote-Katze, Melonenkopf-Wal, Magenbrütende Frösche, Chaco-Pekari, Peruanischer Schnabelwal, Riesenmaulhai, Rotes Rattenkänguruh, Jemenwaran, Bilkis-Gazelle, Goldener Bambuslemur, Riesengecko, Goldkronen-Sifaka, Vu-Quang-Rind, Riesen-Muntjak, Truong-Song-Muntjak und Indonesischer Quastenflosser.

Hinzu kommen zahlreiche Kryptotiere, deren Existenz von Kryptozoologen nur auf Grund von mehr oder minder seriösen Augenzeugenberichten vermutet wird, aber nicht bewiesen ist. Dazu zählen unter anderem Affenmenschen wie Yeti und Bigfoot sowie Seeungeheuer, die oft „Nessie“ ähneln.

Manche Entdeckungen neuer Tierarten entbehren nicht einer gewissen Komik: 2005 beispielsweise spürten Forscher in Laos eine neue Art der Ratten auf, die kurioserweise auf einem Markt als „Snack“ verkauft wurde.

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December 14, 2004

Neue Affenart in Indien entdeckt

Neue Affenart in Indien entdeckt – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Neue Affenart in Indien entdeckt

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Makake

Neu-Delhi (Indien), 14.12.2004 – In Indien wurde mit dem Arunachalmakak (Macaca munzala) eine neue Affenart entdeckt. Dabei handelt es sich um die erste Neuentdeckung innerhalb der Makaken seit 1903 der Mentawaimakak (Macaca pagensis). Dieser wird heute häufig als Unterart des Schweinsaffen (Macaca nemestrina) angesehen.

Wie bei den meisten Neuentdeckungen war auch diese eher das Ergebnis eines Zufalls. Bei einer Kartierung eines Waldstücks an der Nordostgrenze von Indien zu China stieß eine Forscherguppe der Nature Conservation Foundation in Mysore auf die bislang unbekannte Art. Die letzte in Indien gefundene Affenart war der Goldlangur (Trachypithecus geei), der 1955 in Assam entdeckt wurde.

Macaca munzala ist gedrungen gebaut und hat ein sehr dunkles Gesicht. Er lebt im Wald bis in eine Höhe von 3.500 Metern, womit er eine der am höchsten verbreiteten Affenarten der Welt darstellt. Die nächsten Verwandten diese Art sind wahrscheinlich der Tibetmakak (Macaca thibetana) und der Assam-Makak (Macaca assamensis). Von diesen unterscheidet er sich durch die Länge des Schwanzes, die Färbung und seine Markierungsgewohnheiten. Eine Beschreibung der Art ist für die Augustausgabe 2005 der Zeitschrift „International Journal of Primatology“ angekündigt.

Da der neu entdeckte Makak in einem Gebiet liegt, welches durch die Bevölkerungsdichte stark gefährdet ist, forderte die Forschergruppe nun die Regierung auf, das 1.200 Quadratkilometer große Gebiet unter Schutz zu stellen. Sie konnte in dem Areal Spuren von 14 Affentruppen der Art entdecken.

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Bonobos vom Aussterben bedroht

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Bonobos

Gland VD (Schweiz), 14.12.2004 – Eine Expedition in das Kongobecken in Afrika bringt traurige Ergebnisse mit. Nach ihrer Zählung steht der Zwergschimpanse (Pan paniscus), auch bekannt als Bonobo, kurz vor dem Aussterben in freier Wildbahn. Die Bestandszahlen sind vor allem durch eine intensive Bejagung viel weiter zurück gegangen als dies die Forscher befürchtet hatten.

Auf ihrer Expedition durch ein Drittel des 36.000 Quadratkilometer großen Salonga National Park konnten die Mitarbeiter des Congolese Institute for Nature Conservation (ICCN) und der New York-based Wildlife Conservation Society nicht einen einzigen Bonobo finden. Die Spuren in Form von Nestern und Kot deuten nach ihren Angaben darauf hin, dass die Anzahl der Tiere extrem gering sein muss. Nach ihren Hochrechnungen gibt es demnach nur noch 10.000 freilebende Bonobos, bislang ging man von etwa 50.000 Individuen aus.

Nach Aussagen des World Wildlife Fund (WWF) ist die Hauptursache des Bestandsrückgangs die Wilderei. Während des Bürgerkriegs versteckten sich die bewaffneten Milizen vorwiegend in den Waldgebieten und jagten dort unter anderem die Zwergschimpansen. Da die Situation innerhalb des Nationalparks bereits als bedrohlich angesehen wird, ist davon auszugehen, dass sie außerhalb desselben noch dramatischer ist.

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