WikiNews de

March 1, 2010

Bundestagsverwaltung will CDU-Sponsoringpraxis juristisch prüfen

Bundestagsverwaltung will CDU-Sponsoringpraxis juristisch prüfen

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 23:23, 1. Mär. 2010 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Stanislaw Tillich, 2009

Berlin / Dresden (Deutschland), 01.03.2010 – Die Affäre um die Sponsoring-Praxis innerhalb der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) weitet sich aus. Am Wochenende wurde bekannt, dass auch der sächsische Landesverband der Partei Gespräche mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich gegen Bezahlung vermittelt hat. Der sächsische CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer räumte inzwischen ein, einen Fehler gemacht zu haben. Tillich selbst beteuerte, er sei nicht käuflich. Inzwischen prüft die Bundestagsverwaltung, ob die Sponsoringpraxis des sächsischen CDU-Landesverbandes gegen das Parteiengesetz verstößt. Ende Februar war bekannt geworden, dass Sponsoring in ähnlicher Form auch von der nordrhein-westfälischen CDU praktiziert worden war.

In der sächsischen CDU waren im Zusammenhang mit einer CDU-Veranstaltung am Montagabend unter dem Motto „Denkfabrik Sachsen“ möglichen Sponsoren verschiedene „Präsentationsstufen“ angeboten worden. Bei der teuersten Stufe für 8.000 Euro soll laut Spiegel-Informationen ein „kurzes Gespräch mit dem Landesvorsitzenden“ enthalten gewesen sein.

Von Sprechern der Oppositionsparteien im Deutschen Bundestag wurde die Sponsoringpraxis scharf kritisiert. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Deutschen Bundestag, Renate Künast, forderte Einnahmen aus Sponsoring genauso zu veröffentlichen wie Parteispenden.

Die CDU-Bundesvorsitzende Angela Merkel distanzierte sich jetzt erstmals öffentlich von der Sponsoringpraxis innerhalb einiger Landesverbände ihrer Partei. Diese dürften das Amt des Ministerpräsidenten nicht mit dem Sponsoring vermischen.

Der Verfassungsrechtler Hans Herbert von Arnim übt prinzipielle Kritik an der Sponsoring-Praxis der CDU: „Ein Gespräch mit Herrn Tillich ist keine zulässige Gegenleistung für das Sponsoring. Damit erkauft man sich den Zugang zum Regierungschef. Das grenzt an Korruption und verstößt vermutlich gegen das Verbot von Zweckspenden.“

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

February 23, 2010

Nordrhein-Westfalen: Sponsoring-Affäre um den Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers

Nordrhein-Westfalen: Sponsoring-Affäre um den Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 02:03, 23. Feb. 2010 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Der CDU-Landesvorsitzende und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers

Ex-CDU-GeneralsekretärHendrik Wüst

Düsseldorf (Deutschland), 23.02.2010 – Die CDU des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen hat anscheinend eine Form des Parteiensponsorings praktiziert, die jetzt den dafür verantwortlichen Generalsekretär Hendrik Wüst zum Rücktritt zwang.

Ein Gespräch mit dem Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers im Austausch für eine finanzielle Gegenleistung von 20.000 Euro für die Parteikasse – mit solchen und ähnlichen Angeboten hatte die CDU um Sponsoren für ihren Landesparteitag am 20. März geworben. Der Preis für einen „Fototermin und Rundgang mit dem Ministerpräsidenten und den Minister/innen“ betrug demnach 14.000 Euro.

Nachdem der Vorwurf der Käuflichkeit der christdemokratischen Partei erhoben worden war, dementierte Rüttgers sowohl Mitwisserschaft als auch Beteiligung an einer derartigen Praxis seines Landesverbandes. Entsprechende Werbebriefe der CDU kursierten jedoch tatsächlich, sie liegen einigen Zeitungsredaktionen vor. Der 34-jährige Generalsekretär des Landesverbandes, Wüst, der seit vier Jahren im Amt war, nahm heute – drei Monate vor der Landtagswahl am 9. Mai – seinen Hut und erklärte: „Man kommt an einen Punkt, wo man sich fragt, ob man der Partei im Wahlkampf noch helfen kann. Wenn man das nicht klar mit Ja beantworten kann, dann muss es ein anderer machen.“

Mit dem Rücktritt Wüsts am Montag ist die „Affäre Rüttgers“ für die Opposition allerdings noch nicht abgehakt. Die Vorsitzende der SPD in dem Bundesland, Hannelore Kraft, sprach von einem großen Schaden für die politische Kultur in Nordrhein-Westfalen und sieht Rüttgers selbst in der Verantwortung: „Rüttgers drückt sich dagegen weiter vor der Verantwortung für das CDU-Mietsystem, das unter seiner Partei-Führung offenbar seit Jahren wie geschmiert läuft.“ So ist ein Sponsoring-System seit Jahren bei so genannten CDU-Zukunftskongressen üblich. Die CDU ließ sich für Kontakte mit dem Ministerpräsidenten und seinen Ministern auf solchen Kongressen von interessierter Seite bezahlen. Wie der Tagesspiegel schreibt, konnte man sich als „Platinsponsor“ für rund 22.000 Euro Ausstellungsflächen buchen und sich medienwirksam präsentieren, etwa indem man beim Abendessen an so genannten V.I.P.-Tischen mit dem Ministerpräsidenten parlieren oder bei Podiumsdiskussionen auf Plätzen sitzen durfte, die von den Medien häufiger abfotografiert wurden als andere.

Auch andere Parteien im Düsseldorfer Landtag nutzen den Vorgang zu grundsätzlicher Kritik am Führungsstil des Ministerpräsidenten. Der Landesvorsitzende der Linken in Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Zimmermann, sieht Rüttgers in einem Erklärungsnotstand: „Sollte er von dem Verkauf seiner Termine gewusst haben, kann er nicht Ministerpräsident bleiben, weil er sich käuflich macht. Wenn er aber tatsächlich nicht wusste, was Hendrik Wüst treibt, dann stellt sich die Frage, welche Führungsqualifikationen ihn dazu befähigen, Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslandes zu bleiben.“

Aber auch außerhalb der erwartungsgemäßen Verurteilung des Vorgangs durch die politische Opposition wird die rechtliche Fragwürdigkeit des Sponsoringkonzepts der NRW-CDU thematisiert. Der Verfassungsrechtler Hans Herbert von Arnim sagte gegenüber dem Kölner „Express“: „Wenn man den Zugang zu Regierungsmitgliedern kaufen kann, dann hat das nicht nur ein Geschmäckle. Das grenzt an Korruption.“ Die Bundestagsverwaltung prüft jetzt, ob die CDU des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen durch ihren Umgang mit Parteisponsoren möglicherweise gegen das Parteiengesetz verstoßen hat.

Dabei bietet diese Art des Sponsoring für eine politische Partei durchaus einige Vorteile, wie der Osnabrücker Verfassungs- und Parteienrechtler Jörn Ipsen im Tagesspiegel erläutert: „Da Sponsoring nicht als Spende verbucht wird, tauchen diese Gelder im jährlichen Rechenschaftsbericht der Partei nicht unter den Spenden, sondern unter den sonstigen Einnahmen auf.“

Die Sponsoring-Affäre der CDU in Nordrhein-Westfalen kommt für die Partei so kurz vor den Landtagswahlen denkbar ungelegen. Zum Einen verliert die Partei mitten im Wahlkampf ihren Wahlkampfmanager. Zum anderen bleibt für den CDU-Spitzenkandidaten ein Imageschaden zurück. Demoskopen sehen für die Koalition aus CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen nur noch einen hauchdünnen Vorsprung von einem Prozent gegenüber Rot-Grün. Unter diesen Bedingungen könnte die Landtagswahl das Ende für Schwarz-Gelb bedeuten, zumal die FDP in NRW in der Wählergunst am Rande der Fünf-Prozent-Hürde dümpelt.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Politik in Nordrhein-Westfalen
  • Portal:CDU

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

February 2, 2010

Turnteam in Köln künftig ohne Hauptsponsor Toyota

Turnteam in Köln künftig ohne Hauptsponsor Toyota

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 21:43, 2. Feb. 2010 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Köln (Deutschland), 02.02.2010 – Dem Verein des Turn-Erstligisten vom Turnteam Toyota Köln (TTT) droht das Aus, nachdem ihr Hauptsponsor, die Deutschlandvertretung des japanischen Autoherstellers Toyota, angekündigt hat, ihr Engagement bei dem Verein zu beenden. Dem Verein gehören einige Spitzensportlerinnen an wie die Olympia-Zweite Oksana Chusovitina. Das Turnteam wurde in den letzten zehn Jahren acht Mal deutscher Damen-Mannschaftsmeister.

Zwar ist die Teilnahme an der im März beginnenden neuen Saison durch Rücklagen aus dem Vorjahr noch gesichert. Die Zukunft ist jedoch ungewiss. Die Beteiligung an der Bundesliga-Saison 2011 ist unter den gegebenen Bedingungen, wie der Verein erklärte, nicht möglich. Wie es hieß, sind die Vorstandsmitglieder des Vereins am 21. Januar im Rahmen einer Vorstandssitzung über den Ausstieg Toyotas informiert worden. Auch andere Sparten des Vereins, der auch den Breitensport fördert, sind von den finanziellen Folgen des Sponsorenrückzugs betroffen. Insgesamt gehören dem Verein rund 400 Turner an.

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

May 19, 2006

Privatbrauerei Veltins hält an Rudi Assauer fest

Privatbrauerei Veltins hält an Rudi Assauer fest

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 22:12, 19. Mai 2006 (CEST)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Gelsenkirchen / Meschede (Deutschland), 19.05.2006 – Am Mittwoch, dem 17. Mai ist der Manager vom FC Schalke 04, Rudi Assauer, mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten. Vorausgegangen war ein Zerwürfnis mit dem Aufsichtsrat des Vereins. Heute hat sich die Privatbrauerei Veltins zu Wort gemeldet. Sie will auch künftig an Assauer festhalten.

Der Manager hat mit Veltins einen langjährigen Vertrag abgeschlossen. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Simone Thomalla, hat Assauer drei Werbefilme für das Bier gedreht. Die Werbespots laufen seit einiger Zeit für Veltins sehr erfolgreich im Fernsehen.

Darüber hinaus besteht ein Werbevertrag von Veltins mit dem Verein Schalke 04. Er läuft noch bis ins Jahr 2015 und soll laut Veltins ebenfalls unverändert bestehen bleiben.

Themenverwandte Artikel

  • Rudi Assauer mit sofortiger Wirkung zurückgetreten (17.05.2006)

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

April 28, 2005

Europaweites Neonazitreffen am 11. Juni in Jena

Europaweites Neonazitreffen am 11. Juni in Jena

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.
Thüringen

Jena (Deutschland), 28.04.2005 – Am 11. Juni 2005 wollen Neonazis aus ganz Europa auf dem Jenaer Marktplatz ein „Fest der Völker“ zelebrieren. Erwartet werden mehrere tausend Teilnehmer. Ein Blick auf die geplanten Redner und Bands lässt kaum Zweifel daran aufkommen, dass es sich um ein Konzert zur Unterstützung des internationalen Neonazi-Musiknetzwerkes „Blood and Honour“ handelt, dessen neun Sektionen der „Division Deutschland“ zwar im Jahr 2000 behördlich verboten wurden, aber weiterhin aktiv sind. Für das Wochenende sind zahlreiche Gegenveranstaltungen eines breiten politischen Spektrums von der CDU bis zu linksradikalen Teilen der Antifa geplant.

Das Motto der Veranstaltung, das einem Propagandastreifen von Hitlers Lieblingsregisseurin Leni Riefenstahl über die Olympischen Spiele 1936 in Berlin entlehnt zu sein scheint, kann nur schlecht über die wahren Ziele hinwegtäuschen. Klarer zeigt diese schon der Untertitel „Für ein Europa der Vaterländer“. Zwar behaupten die Veranstalter in ihrem Aufruf „Wir Nationalisten sind keine Ausländerfeinde (…), wir achten jede Kultur und jeden Menschen“, aber schränken zugleich selbst ein: „Jedoch sind wir der Meinung, dass jeder Mensch und jede Kultur ihren angestammten Platz in dieser Welt hat, dieser muss auch von jedem respektiert werden.“

Noch deutlicher wird der Charakter des völkischen Festes bei einem Blick auf Veranstalter und Teilnehmer. Organisiert wird die Kundgebung vom so genannten „Nationalen Widerstand Jena“ (NWJ), einer Freien Kameradschaft innerhalb des militanten Neonazi-Netzwerkes „Thüringer Heimatschutz“ (THS), und dem Jenaer NPD-Kreisvorsitzenden Ralf Wohlleben.

Geplant ist der Auftritt von acht Rednern, darunter der mehrfach wegen Volksverhetzung, Gewaltverherrlichung sowie Herstellung und Verbreitung von NS-Propagandamaterial verurteilte Bundesgeschäftsführer der NPD und Landesvorsitzende der NPD Thüringen Frank Schwerdt, des Weiteren der wegen Anstiftung zur Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion auf ein türkisches Restaurant in Eisenach ebenfalls vorbestrafte junge Neonazikader Patrick Wieschke sowie „freie Nationalisten“ aus Großbritannien, den Niederlanden (Tim Mudde), Schweden, Italien, Ungarn und Rumänien, die nahezu alle in dem in Deutschland verbotenen rechtsextremen Musik-Netzwerk „Blood and Honour“ aktiv sind.

Für das Rahmenprogramm sollen neun Rechtsrock-Bands aus Deutschland und mehreren europäischen Ländern sorgen, die sich insbesondere durch nationalistische, rassistische, antisemitische und den Nationalsozialismus verherrlichende Texte auszeichnen. Die italienische Gruppe „Block 11“ beispielsweise benannte sich nach dem „Todesblock“ im Konzentrationslager Auschwitz. Einige Mitglieder der anderen Bands sind einschlägig vorbestraft, wie der damalige Sänger der niederländischen Band „Brigade M“, der wegen der Schändung eines jüdischen Friedhofs in Den Haag im November 1999 verurteilt wurde. Sehr bezeichnend für den Charakter der Veranstaltung sind auch die angekündigten Organisationen, die mit Infoständen vertreten sein sollen, und die Sponsoren und Partner, allesamt bekannte Rechtsrock-Labels und Neonazi-Versände.

Erwartet werden mehrere tausend Neonazis aus ganz Europa. Dass dies nicht zu hoch gegriffen ist, zeigt der Verweis auf ein ähnliches Fest im vorigen Jahr in Ungarn mit 9.000 oder die jüngsten Konzerte und Demonstrationen in Dresden und Mücka (Ostsachsen) mit zirka 5.000 Teilnehmern. Ein Konzert von Michael „Lunikoff“ Regener und weiteren Bands im „Schützenhaus“ der nur 35 Kilometer südlich von Jena gelegenen Kleinstadt Pößneck, das dem bekannten Rechtsextremisten Jürgen Rieger gehört, besuchten am 02.04. zwischen 1.000 und 2.000 Neonazis. Letzteres wurde jedoch kaum beworben, wohingegen für das Jenaer „Fest der Völker“ auf zahlreichen rechtsextremen Internetseiten wie vielen „Blood and Honour“-Websites, den Seiten der angekündigten Bands und bei sehr vielen Versänden und Foren in ganz Europa seit teilweise einem Jahr massiv Werbung geschaltet wird.

Aufgrund des Konzepts und der hohen Teilnehmerzahl unterscheidet sich das Treffen in Jena deutlich von den zahlreichen rechtsextremistischen Demonstrationen der letzten Jahre und Monate in Deutschland, die zumeist nur wenige hundert bis in sehr seltenen Fällen einige tausend Sympathisanten anziehen konnten. Zusätzlich zu den erwarteten deutschen Neonazis, für die eine festivalähnliche „Politveranstaltung“ in der Innenstadt wesentlich attraktiver sein dürfte als eine Demonstration, ist mit Teilnehmern aus ganz Europa zu rechnen, die oft im Gefolge der Bands anreisen. Unbestätigten Angaben zufolge sollen sich allein die italienischen „Veneto Fronte Skinheads“, der dortige „Blood and Honour“-Arm, mit 1.000 Leuten angekündigt haben. Selbst bei Fußballspielen in Italien wurden schon Banner gesichtet, die für den 11.06. nach Jena mobilisierten. Aus Tschechien werden 150 bis 300 Nazis aus dem Umfeld der „Blood and Honour-Division Bohemia“ und der neonazistischen Organisation „Národní odpor“ erwartet. Nach Informationen der tschechischen Gruppe „Monitoring“ bei der Nicht-Regierungsorganisation „Toleranz und Zivilgesellschaft“ wurde bereits ein Reisebus aus Prag gechartert.

Die geplante Aktion in Jena ist jedoch nur der Höhepunkt einer ganzen Reihe von ähnlichen Kundgebungen und Konzerten wie dem „4. Thüringentag der nationalen Jugend“ am 28. Mai in Weimar und dem 3. NPD-Openair „Rock gegen Krieg“ am 9. Juli 2005 in Gera. Neonazis versuchen damit auf aggressive Weise, in den Zentren größerer Städte „National befreite Zonen“ auf Zeit zu errichten, in denen sie sich ungehindert bewegen, ihre Ansichten propagieren und rechten Lifestyle vorleben können.

Zahlreiche demokratische Parteien und Organisationen sowie antifaschistische Gruppierungen haben mittlerweile zum Protest gegen das „Fest der Völker“ aufgerufen. Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus unterstützt ausdrücklich ein Verbot neonazistischer Aufmärsche und rief alle Bürgerinnen und Bürger auf, Gesicht zu zeigen. In einem Gespräch mit der Thüringischen Landeszeitung äußerte er: „Die Kommunen sollten grundsätzlich versuchen, rechtsextreme Veranstaltungen zu verhindern, wo immer es geht. Wo das aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist, sollten Bürger couragiert deutlich machen, dass braunes Gedankengut in ihrer Stadt unerwünscht ist.“

Auch Jenas Oberbürgermeister Dr. Peter Röhlinger versucht eigenen Angaben zufolge alles, um diese „Demonstration der Neonazis“ in Jenas „guter Stube“ zu verhindern. Da er trotz des eindeutig rechtsextremen Hintergrundes der Veranstaltung ein kurzfristiges Kippen eines angestrebten städtischen Verbotes durch die zuständigen Gerichte für möglich hält, rief er zu bürgerlichem Engagement und Zivilcourage auf: „Wir müssen gemeinsam mit allen Gleichgesinnten über die Parteigrenzen hinweg Gegenveranstaltungen vorbereiten und die Leute mobilisieren. Alle müssen sich etwas einfallen lassen. Denn Jena gehört den Bürgern, das müssen wir deutlich machen.“ und „Wir müssen zeigen: … Rechtsradikale sind unerwünscht.“ Der Oberbürgermeister wird unterstützt durch seinen Finanz- und Ordnungsamtsleiter Frank Jauch: „Die Stadt Jena hat ein klares politisches Ziel: Sie will sich gegen eine rechtsradikale Vereinnahmung wehren.“ Auch die Jenaer CDU und die Junge Union wollen sich den Protesten anschließen.

Derzeit werden in Thüringen verschiedene Aktionen vorbereitet, um das Neonazi-Fest am 11. Juni auf dem Jenaer Marktplatz oder an einem Ausweichort zu verhindern. Laut Presseberichten prüft die Stadt derzeit, ob es juristische Möglichkeiten gibt, die NPD-Veranstaltung zu verbieten. Das Jenaer „Aktionsbündnis gegen Rechts“ hat bereits eine Reihe von Gegenkundgebungen angemeldet. Im Zeitraum vom 10. bis 12. Juni werden darüber hinaus mehrere Veranstaltungen und unterschiedlichste Aktionen stattfinden. Die bislang geäußerten Ideen sind vielfältig: Von Friedensgebeten die ganze Woche vor dem 11. Juni über eine Menschenkette rund um die Innenstadt bis hin zu vielen kleineren und größeren Festen ist bislang die Rede. Auch ein Konzert für Jugendliche mit populären Bands in der Johannisstraße und ein Kinder- und Familienfest auf dem Theatervorplatz sind in Planung.

Mit Blick auf die Zusammenstöße zwischen Neonazis und einem breiten Spektrum von Gegendemonstranten Mitte April auf dem Erfurter Anger und dem einhellig als überzogen verurteilten Polizeimaßnahmen wird zuweilen eine Eskalation befürchtet. Hinzu kommt, dass zahlreiche Antifa-Gruppen aus ganz Deutschland und den Nachbarländern mittlerweile nach Jena mobilisieren, um den „antifaschistischen Selbstschutz“ zu übernehmen. Neonazis aus dem In- und Ausland haben in Gästebüchern und per E-Mail bereits mehrfach offene Morddrohungen gegenüber linken und alternativen Jugendclubs, Wohn- und Freizeitprojekten wie der „Jungen Gemeinde Stadtmitte“ ausgesprochen und ein Niederbrennen und Zerstören dieser Objekte angekündigt.

Ebenfalls am 11. Juni wird unweit des Marktplatzes in der Aula und im Innenhof der Friedrich-Schiller-Universität Jena ein Festakt der Studentenverbindung Corps Saxonia Jena stattfinden. Als Festredner auf dem 200. Stiftungsfest soll der ehemalige thüringische Ministerpräsident Dr. Bernhard Vogel auftreten. Somit sind unter Umständen auch Zusammenstöße zwischen den Verbindungsstudenten des farbentragenden, pflichtschlagenden Corps und linksradikalen Gegendemonstranten zu befürchten.

Die Stadt setzt jedoch nach Angaben von Finanz- und Ordnungsamtsleiter Frank Jauch auf eine räumliche Trennung der verschiedenen Veranstaltungen. Die Bürger sollten nicht davor zurückschrecken, sich an den Gegenaktionen zu beteiligen. Auch Herbert Bartsch von der Polizeidirektion Jena versucht die Befürchtungen zu zerstreuen, dass es am 11. Juni ähnliche Ausschreitungen geben könnte wie in Erfurt. Er bekräftigte: „Die Strategie der Polizei ist vom Grunde her auf Deeskalation und Konfliktvermeidung ausgerichtet. Unbeschadet dessen ist es gesetzlicher Auftrag gegen Störungen der Sicherheit und Ordnung konsequent vorzugehen, auch unter Anwendung gesetzlicher Hilfsmittel.“

Themenverwandte Artikel

Hintergrundinformationen

Ausführliche Informationen zu den Veranstaltern, Rednern, Bands, sonstigen Aktiven, Unterstützern, zu rechtsextremistischen Aktivitäten in der Region insgesamt sowie den antifaschistischen Gegenaktionen finden Sie auf folgenden Websites verschiedener antifaschistischer Gruppierungen:

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

April 14, 2005

Zweistellige Millionensumme für Namensrechte

Zweistellige Millionensumme für Namensrechte

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Arena AufSchalke

Gelsenkirchen / Meschede (Deutschland), 14.04.2005 –Nun ist es offiziell: Der siebenmalige deutsche Fußballmeister FC Schalke 04 hat die Namensrechte an seinem neuen Stadion, der Arena auf Schalke an seinen Sponsor, die Brauerei C.&.A. Veltins in Meschede-Grevenstein, verkauft. Diese Information gab Schalkes Vorstandschaft am Dienstag auf einer Pressekonferenz bekannt.

Der Vertrag mit Veltins läuft zehn Jahre und beinhaltet eine Option für weitere fünf Jahre. Es wurden öffentlich keine Zahlen genannt, Kenner der Branche schätzen die Höhe des gesamten Sponsoringvertrages auf rund 50 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen Schulden des Vereins in Höhe von etwa 110 Millionen Euro. Die Arena wurde am 13. August 2001 eröffnet.

Schalke-Manager Rudi Assauer zu dem Vertrag: „Veltins ist für uns ein idealer Partner, mit dem uns eine gelernte, gute Partnerschaft verbindet. Wir hatten seit der Eröffnung diverse Anfragen, die Namensrechte der Arena zu vergeben. Für Veltins sprach unter anderem, dass die Brauerei ohne Wenn und Aber einer langen Bindung zugestimmt hat, die für die Vergabe der Namensrechte von entscheidender Bedeutung ist“. Assauer hat mit seiner Lebensfährtin Simone Thomalla zusammen mehrere Werbefilme für Veltins gedreht.

Peter Peters aus der Geschäftsführung Schalkes kommentierte den Vertrag mit den Worten: „Wir haben unser Tafelsilber nicht verkauft, sondern jährlich stabile Einnahmen erzielt.“

Die Brauerei gab auf der Pressekonferenz ebenfalls eine Stellungnahme ab: „Die Arena ist die schönste und größte Kneipe der Welt“. Seit dem 1. Juli 2001 war die VICTORIA Versicherung Hauptsponsor Schalkes. Nun hat Veltins aufgeholt.

Ein weiterer Interessent an den Arena-Namensrechte hatte neben weiteren Mitbewerbern der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung. Samsung hat jedoch den nötigen Kampfgeist nicht gezeigt, um sich die Rechte sichern zu können.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

April 11, 2005

WDR: Schalke verkauft Namensrechte der Arena an Veltins

WDR: Schalke verkauft Namensrechte der Arena an Veltins

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Arena AufSchalke

Gelsenkirchen / Meschede (Deutschland), 11.04.2005 – Nach Informationen des Westdeutschen Rundfunks hat der FC Schalke 04 die Namensrechte an seinem neuen Stadion, der Arena auf Schalke an seinen Sponsor, die Brauerei C.&.A. Veltins in Meschede-Grevenstein, verkauft. Demzufolge würde die Arena vermutlich ab der nächsten Saison, auf jeden Fall pünktlich zur im Sommer 2006 in Deutschland anstehenden Fußballweltmeisterschaft, Veltins-Arena heißen. Eine offizielle Stellungnahme des Vereins gibt es derzeit noch nicht.

Themenverwandte Artikel

Quellen

Originäre Berichterstattung
Plume ombre.png
Dieser Artikel enthält Journalismus aus erster Hand. Siehe auch die Diskussionsseite für Details.

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

March 12, 2005

Borussia Dortmund: Ermittlungsverfahren gegen Meier und Niebaum

Borussia Dortmund: Ermittlungsverfahren gegen Meier und Niebaum

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 12. Mär. 2005 (CET)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Westfalenstadion Dortmund

Dortmund (Deutschland), 12.03.2005 – Ende Februar erging eine Strafanzeige einer Münchener Anwaltskanzlei gegen den ehemaligen BVB-Präsidenten und Geschäftsführer Dr. Gerd Niebaum und Vereinsmanager Michael Meier wegen Kapitalanlagebetrugs und Kurspreismanipulation. Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat nun ein Ermittlungsverfahren aufgenommen. „Nach dem Eingang der Strafanzeige bleibt uns kaum etwas anderes übrig“, sagte Oberstaatsanwalt Heiko Oltmanns. Über den Abschluss der Ermittlungen könne noch nichts gesagt werden.

Gerade jetzt kann der schwarz-gelbe Traditionsverein keine negative Presse brauchen. Am kommenden Montag werden 5.800 Zeichner des Stadionfonds MOLSIRIS über die Zukunft des Vereins entscheiden. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke glaubt, der Verein stehe vorm „schwierigsten Tag“ seiner Geschichte.

Wenn die Anteilseigner dem Sanierungskonzept zustimmen werden, kann der Verein wohl weiterhin in der Bundesliga spielen, wenn die Borussia die Lizenz erhält und nicht sportlich absteigt. Sollte der Plan keine Zustimmung erhalten, wird die Borussia Insolvenz beantragen müssen. 15 Prozent der Zeichner müssen am Montag erscheinen und drei Viertel von ihnen dem Sanierungsplan zustimmen. „Die Chancen stehen fifty-fifty“, sagte der Geschäftsführer dem Sportinformationsdienst.

Sollte es am Montag zur Zustimmung kommen, würde die Liquidität bis zum Saisonende mit neun Millionen Euro aus dem Bardepot gesichert werden. Weitere 42,8 Millionen Euro würden zum Rückkauf des Westfalenstadions zur Verfügung stehen. Das Westfalenstadion wurde Ende 2002 zu 94 Prozent an MOLSIRIS verkauft und für 17 Millionen Euro pro Jahr gemietet.

Bei einer Zustimmung könnte sich die Gesamtlage des Vereins verbessern. Die Großaktionäre und der türkische Investor Sadettin Saran haben eine Aufstockung ihrer Anteile in Aussicht gestellt. Darüberhinaus bringt das Engagement des neuen Sponsors GoYellow bis zum 30. Juni 2007 etwa zwei Millionen Euro in die chronisch leere Vereinskasse.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Borussia Dortmund

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

February 12, 2005

Christo startet in New York seine neueste Ausstellung

Christo startet in New York seine neueste Ausstellung

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

New York (Vereinigte Staaten), 12.02.2005 – Heute gegen 14:00 Uhr MEZ eröffnen Christo und Jeanne-Claude im Central Park in New York ihre neueste Kunstausstellung „The Gates“. Verwirklicht wurde diese Ausstellung 25 Jahre nachdem Christo die Idee dazu hatte und zehn Jahre nach seiner erfolgreichen Verhüllung des Berliner Reichstages.

Noch bis zum 28. Februar 2005 stehen auf den Wegen des Parks 7.500 Tore, die mit safrangelben Stoffbahnen umwickelt wurden. Der Stoff für die Tore ist in der deutschen Ortschaft Emsdetten in Nordrhein-Westfalen hergestellt worden. Jedes Tor ist fünf Meter hoch, die Strecke über die diese Tore verteilt wurden, beträgt insgesamt 37 Kilometer. Aufgebaut wurden die Tore so, dass die Stoffbahnen rot leuchten, wenn abends von Westen her das Licht flach in den Park einfällt.

Um die Ausstellung mitten in einem Park vor Vandalismus zu schützen, haben die Künstler ein Großaufgebot an Sicherheitskräften engagiert. Aus der Luft kontrollieren Hubschrauberbesatzungen den Park, im Park selbst patrouillen die Aufpasser zu Fuß, auf Pferden oder Motorrollern. Auch bei der Eröffnungszeremonie werden hunderte von Polizisten im Einsatz sein. Die Kosten für diesen Aufwand tragen die beiden Künstler selbst.

Christo und Jeanne-Claude warten nun auf Regentage in New York. Die Feuchtigkeit würde die Stoffe der Tore glätten. Für den Fall, dass in New York Schnee fällt, wurden vorsorglich 150 Schneeschaufeln bereit gestellt, um für die Besucher der Ausstellung die Wege frei zu halten.

Das gesamte Projekt kostet zirka 15,5 Millionen Euro. Christo und Jeanne-Claude haben bekannt gegeben, dass sie aus „künstlerischen und ethischen Erwägungen“ kein Geld zur Finanzieruing der Ausstellung von der Stadt New York angenommen haben, ebensowenig wurden Sponsorengelder eingesetzt. Alle Kosten bestreitet das Künstlerehepaar aus den Verkaufserlösen von Christos Zeichnungen, Modellen und Collagen, die er anlässlich des Projekts erstellt hat. 16,4 Millionen US-Dollar hat das Ehepaar bereits erwirtschaftet.

Ebenso wie 1995 in Berlin werden auch in New York Stoffmuster in der Größe von sieben mal sieben Zentimeter an die Besucher verteilt. Damit möchte man verhindern, dass Erinnerungsstücke mitgenommen werden.

Für New York ist diese Ausstellung das bisher größte Outdoor-Kunstereignis der Stadt.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.