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July 26, 2016

SPD-Bundestagsabgeordnete fälschte ihren Lebenslauf

SPD-Bundestagsabgeordnete fälschte ihren Lebenslauf

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Veröffentlicht: 16:43, 26. Jul. 2016 (CEST)
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Petra Hinz (Archivbild)

Essen (Deutschland), 26.07.2016 – Petra Hinz (SPD) war seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages. Entgegen ihren bisherigen Darstellungen hatte sie weder die allgemeine Hochschulreife erworben noch ein Studium der Rechtswissenschaften absolviert und somit keine juristischen Staatsexamina abgelegt. Auch die Angaben über eine Tätigkeit als Anwältin in einer Kanzlei, als Juristin im Management eines Konzerns sowie über freiberufliche Tätigkeiten wurden von ihr erfunden. Sie hat damit nicht nur ihre Wähler, sondern auch Parteifreunde und Fraktionskollegen getäuscht.

Der gefälschte Lebenslauf war unter anderem auf der Internetseite des Deutschen Bundestages veröffentlicht worden. Demnach habe sie von 1985 bis 1995 Rechts- und Staatswissenschaften studiert sowie das erste und zweite Staatsexamen abgelegt. 1995 bis 1999 und 2003 bis 2005 sei sie als freiberufliche Juristin tätig gewesen, 1999 bis 2003 im Management eines Konzerns. Seit 1990 war sie Mitglied in der Margarethe-Krupp-Stiftung und wurde 2005 in den Aufsichtsrat der Stadtwerke Essen gewählt. Über die Bezüge als Aufsichtsratsmitglied hat sie bisher keine Auskunft erteilt.

Nachdem durch Recherchen des freien Journalisten Pascal Hesse aus Essen die Fälschung öffentlich bekannt wurde, hat Frau Hinz am 20. Juli 2016 angekündigt ihr Bundestagsmandat niederzulegen. Auf ihrer Homepage hatte sie sich jahrelang als „Gläserne Abgeordnete“ präsentiert. Aktuell lässt sie dort – offenbar durch ihre Rechtsanwälte – Folgendes zu ihrer Person erklären: „Mitte der 1990er Jahre unternahm sie den Versuch, auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nachzuholen und so zumindest einen Teil ihrer biografischen Falschangaben zu heilen.“

Die Staatsanwaltschaft prüft gegenwärtig, welche Straftatbestände erfüllt sind. So enthält das Strafgesetzbuch in § 108a unter der Überschrift Wählertäuschung folgende Sanktionen: „Wer durch Täuschung bewirkt, daß jemand bei der Stimmabgabe über den Inhalt seiner Erklärung irrt oder gegen seinen Willen nicht oder ungültig wählt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. […] Der Versuch ist strafbar.“ Auf den Stimmzetteln der Bundestagswahl 2013 im Wahlkreis 120 (Essen III) war sie wie folgt vorgestellt worden: „Petra Hinz, Juristin“. Der Missbrauch von Berufsbezeichnungen ist in Deutschland ein Vergehen gemäß § 132a StGB.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Petra Hinz“.

Wikinews-logo.svg   Portal:Politik in Deutschland

Quellen[Bearbeiten]

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March 23, 2013

FOM Hochschule ist Mitglied im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

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Essen (Deutschland), 23.03.2013 – Die vor rund 20 Jahren gegründete private FOM Hochschule wurde jetzt in den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft aufgenommen. „Die Aufnahme in diesen Kreis herausragender Persönlichkeiten und Institutionen ist ein konsequenter Schritt des Stifterverbands“, freute sich Prof. Dr. Burghard Hermeier, Rektor der FOM Hochschule. Die FOM hat über 200 Professoren und, gemessen an der Zahl der Professoren, die größte wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Deutschlands. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ist ein gemeinnütziger Verein, der sich aus den Spenden seiner rund 3.000 Mitglieder finanziert; zu seinen Hauptförderern gehören eine Reihe großer Konzerne wie die Deutsche Bank und der Automobilkonzern Daimler.

Am 18. September 1993 bekam die FOM Fachhochschule für Oekonomie & Management die staatliche Anerkennung für den Lehrbetrieb, der zum Wintersemester 1994 mit 149 Erstsemestern im Studiengang Diplom-Kaufmann aufgenommen wurde. Im Januar 2012 erhielt die FOM Hochschule von der Foundation for International Business Administration Accreditation (FIBAA) als erste private und vierte deutsche Hochschule überhaupt – nach der Universität Mainz, der Fachhochschule Münster und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg – das Qualitätssiegel der Systemakkreditierung. Sie hat gegenwärtig über 20.000 Studenten, die überwiegend neben ihrem Beruf, hauptsächlich am Wochenende, studieren. Neben dem Hauptsitz in Essen gibt es in Deutschland 31 Studienorte, an denen – zum Teil in Kooperation mit anderen Hochschulen – Bachelor- und Master-Studiengänge belegt werden können.

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October 1, 2011

Springer will die WAZ-Mediengruppe aufkaufen

Springer will die WAZ-Mediengruppe aufkaufen

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Veröffentlicht: 12:41, 1. Okt. 2011 (CEST)
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WAZ-Druckhaus in Essen

Essen (Deutschland), 01.10.2011 – Als Jakob Funke und Erich Brost 1948 die WAZ gründeten, legten sie fest, dass die Besitzverhältnisse paritätisch zwischen ihren Familien bleiben sollen. Nachdem sich die WAZ zu einem milliardenschweren Medienkonzern entwickelt hat, führte dies bereits in der nächsten Besitzergeneration zu Problemen und brachte uns schließlich zum heutigen Ereignis.

Nach dem Tod der Witwe von Erich Brost machte die Funke-Tochter Petra Grotkamp den erbberechtigten Enkeln das Angebot ihren 50-Prozent-Anteil für 470 Millionen Euro, davon 300 Millionen in bar, zu übernehmen. Dem voraus ging ein jahrelanger Familienstreit innerhalb der Funke-Familiengesellschaft die den 50-Prozent-Anteil der Funke-Erben kontrolliert. Immer wieder versuchte Frau Grotkamp das Stimmrecht über möglichst viele Anteile zu erlangen. Inklusive einiger Klagen und recht dubioser Geheimverträge. Nun holt sie zum finalen Schlag aus und versucht entgegen dem früheren Paritätsgebot die Brost-Anteile der WAZ-Gruppe zu übernehmen.

Die Brost-Erben haben dem Verkauf im Prinzip zugestimmt. Der Testamentsvollstrecker prüft ob das Angebot vorteilhaft für alle Erben ist. Genau diesen Zeitpunkt wählt die Axel Springer AG, um den Brost-Enkeln und dem Testamentsvollstrecker ein eigenes Angebot vorzulegen. Dieses hat, wohl mit Rücksicht auf kartellrechtliche Bedenken und den komplizierten WAZ-Gesellschafterverträgen, mehrere Optionen:

  1. Für die gesamte WAZ-Gruppe bietet die Axel Springer AG einen Kaufpreis von 1,4 Milliarden Euro und ist hierbei sogar bereit alle sich stellenden kartellrechtlichen Fragen alleine zu klären bzw. das Risiko der Kosten für eventuelle Auflagen der Kartellämter zu übernehmen.
  2. Besonderes Interesse gilt den Geschäftsaktivitäten in Österreich (z. Bsp. Krone) und den Internetaktivitäten der WAZ (z. Bsp. Markt-Gruppe) und einigen ausgewählten Regionalzeitungen in Deutschland. Hierfür bietet Springer 800 Millionen Euro und wäre sogar bereit einzelne WAZ-Gesellschafter im Boot zu lassen.
  3. Einzelne Verlage und Internetportale aus der WAZ-Gruppe aufzukaufen aber unter dem Dach der Funke Holding oder Brost Familiengesellschaft weiterzuführen. Dies wäre die rechtlich einfachste aber auch für alle Beteiligten am wenigsten profitable Möglichkeit. Es ist allerdings möglich, dass das komplizierte Geflecht der WAZ-Gesellschafterverträge, mehr als diese Option gar nicht zulässt.

Dies ist ein weiterer Versuch der Springer AG, wie auch anderer Medienkonzerne, in den relativ abgeschotteten NRW-, und vor allem Ruhrgebietsnachrichtenmarkt einzubrechen. Es gab viele andere Anläufe in Essen und Umgebung Fuß zu fassen. Teilweise mit Konkurenzprodukten, vor allem im Internetbereich, teilweise mit dem Versuch Beteiligungen an schon vorhandenen Medien zu erwerben. Diese Bemühungen scheiterten auf zum Teil spektakuläre Weise, da Konsumenten aus dem Ruhrgebiet mittlerweile große Probleme damit haben Nachrichten- und Anzeigemedien zu akzeptieren, die nicht irgendwo WAZ-Gruppe im Impressum stehen haben. Auch Versuche mit der WAZ-Gruppe zusammenzuarbeiten scheiterten häufig, da in den letzten Jahren der Funke-Familienstreit zu verschiedenen und häufig wechselnden Standpunkten in Bezug auf solche Projekte geführt hat.

Nachdem die Axel Springer AG in den letzten Jahren zum Multimediakonzern umgebaut wurde, passen vor allem die Internetportale der WAZ-Mediengruppe und der Anteil an der Markt-Gruppe hervorragend in die neue Unternehmensstruktur. Allerdings hatte sich der Vorstandsvorsitzende Döpfner, der den weiteren Umbau massiv vorantreibt, in letzter Zeit vom Zeitschriftenmarkt eher distanziert, was auf eine erneute Änderung der Geschäftsinteressen der Axel Springer AG hindeuten könnte.

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May 12, 2011

Der spanische Baukonzern ACS übernimmt Hochtief

Der spanische Baukonzern ACS übernimmt Hochtief

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Veröffentlicht: 19:14, 12. Mai 2011 (CEST)
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Essen (Deutschland), 12.05.2011 – Der monatelange Machtkampf um die Übernahme der deutschen Baufirma Hochtief durch den spanischen Konkurrenten ACS ist entschieden. Vier Aufsichtsräte von Hochtief legten kurz vor der Hauptversammlung in der Essener Grugahalle ihre Mandate nieder, weil sie keine Chance mehr sahen, die Übernahme durch ACS abzuwehren. ACS hielt bei der Hauptversammlung bereits 43 Prozent der Stimmanteile und konnte nun seine Aufsichtsratsmandate verdoppeln.

Seine Abschiedsrede nutzte der scheidende Vorstandsvorsitzende von Hochtief, Herbert Lütkestratkötter, zu einer Abrechnung mit dem Konkurrenten ACS, der nun Herr im Hause Hochtief ist. Unter seiner Führung hatte Hochtief monatelang für seine Unabhängigkeit gekämpft. In seiner Rede ließ er viele erfolgreiche Projekte des Konzerns noch einmal Revue passieren, um dann mit den Worten zu enden: „Ich hatte noch viele Pläne mit meinem Team. Nun ist es anders gekommen. Ich habe mein Bestes gegeben. Mehr ging nicht.“ Vor allem viele Aktionäre kritisierten anschließend die Übernahme mit scharfen Worten: „Wir tragen heute die Unabhängigkeit von Hochtief zu Grabe“, sagte Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Auch die Haltung der Gewerkschaft stieß bei den Aktionären teilweise auf Unverständnis. Der Vorsitzende der IG Bauen-Agrar-Umwelt und Hochtief-Aufsichtsrat Klaus Wiesehügel hatte bereits in einem frühen Stadium Verhandlungen mit dem spanischen Konzern ACS geführt.

Neuer Konzernchef ist der gelernte Jurist Frank Stieler.

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April 20, 2011

Tumulte auf der RWE-Hauptversammlung wegen Atomkurs des Unternehmens

Tumulte auf der RWE-Hauptversammlung wegen Atomkurs des Unternehmens

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Veröffentlicht: 19:25, 20. Apr. 2011 (CEST)
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Essen (Deutschland), 20.04.2011 – Rund 100 bis 200 Atomkraftgegner machten am heutigen Mittwoch ihrem Unmut über den Kurs des Energieversorgers RWE vor der Essener Grugahalle Luft. Mit Sprechchören wie „Ab-schal-ten“ und einem dichten Netz aus Wollfäden vor dem Zugang zum Versammlungsort wurden die Aktionäre empfangen, die zur Hauptversammlung des RWE-Konzerns nach Essen gekommen waren. Nur mit Hilfe von Polizisten gelang es den Aktionären, ins Innere der Halle zu gelangen. Die Versammlung begann daher mit einer Verspätung von einer halben Stunde. Erneut verteidigte der RWE-Vorstandsvorsitzende Jürgen Großmann den Atomkurs des Unternehmens.

Der Vorstandsvorsitzende verteidigte in seiner Rede die Klage des Unternehmens gegen das Moratorium für Kernkraftwerke in Deutschland, das die deutsche Bundesregierung am 14. März beschlossen hatte. Der Mann an der Spitze des RWE-Konzerns argumentierte mit steigenden Strompreisen und der drohenden Schließung von Fabriken beispielsweise der energieintensiven Aluminiumindustrie in Deutschland durch einen übereilten Ausstieg aus der Kernenergie. Im übrigen seien die deutschen Kernenergiereaktoren sicher. „Die deutschen Kernkraftwerke erfüllen die geltenden Sicherheitsanforderungen. In jedem anderen Fall hätten sie bereits zuvor abgeschaltet werden müssen. Daran ändern die Ereignisse in Japan nichts“, erklärte Großmann an die Adresse der Bundesregierung. RWE gehören fünf der 17 Kernkraftwerke in Deutschland. Großmann betont, dass lediglich 20 Prozent des von dem Konzern produzierten Stroms auf Kernenergie beruhe.

Auch Aktionäre äußerten Kritik an der strikten Orientierung des Konzerns auf den weiteren Ausbau der Kernenergie. Christoph Hirt, Vertreter des internationalen Großinvestors Hermes, griff Großmann deswegen scharf an. Wegen des Unternehmenskurses, der sich stark auf die Kernenergie stütze, gehe der Konzern „große Risiken“ ein. Der Ruf des Konzerns stünde auf dem Spiel, fügte er hinzu. Auch Christoph Ohme vom Investor DWS warnte vor einer einseitigen Orientierung des Konzerns: „Man ist mit Vollgas in die Sackgasse gefahren und hat nun Probleme mit dem zu langen Bremsweg.“ Andere Aktionärsvertreter riefen Großmann dazu auf, die Klage gegen das Moratorium zurückzuziehen. Der Dachverband Kritischer Aktionäre kritisierte: „Ändern Sie ihren Pro-Atom-Kurs. Sonst fordern wir Sie auf: Treten Sie zurück.“

Wegen des Atom-Moratoriums rechnet der Konzern mit Verlusten von grob 30 Millionen Euro pro Block und Monat. Hinzu kommen Verluste durch die Brennelementesteuer in Höhe von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2010. Insgesamt rechnet der Konzern mit einem Rückgang des Betriebsergebnisses gegenüber dem Vorjahr um ein Fünftel.

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April 1, 2011

Zwangsabschaltung von Biblis A: RWE verklagt das Land Hessen

Zwangsabschaltung von Biblis A: RWE verklagt das Land Hessen

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Veröffentlicht: 19:29, 1. Apr. 2011 (CEST)
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Biblis A – Kühltürme

Essen / Kassel (Deutschland), 01.04.2011 – Das könnte teuer werden. Der Energieversorger RWE, genauer: seine Tochtergesellschaft RWE Power, der unter anderem das Kernkraftwerk Biblis gehört, reichte heute vor dem hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel Klage gegen die von der hessischen Landesregierung angeordnete einstweilige Stilllegung des Kernkraftwerks Biblis A vom 18. März 2011 ein. Die Stilllegungsverfügung für Biblis A steht im Zusammenhang mit dem dreimonatigen Moratorium für veraltete Kernkraftwerke in Deutschland, das die deutsche Bundesregierung nach der Reaktorkatastrophe in dem japanischen Kernkraftwerk Fukushima I beschlossen hatte.

RWE begründet die Klage damit, dass nach seiner Rechtsauffassung „die Voraussetzungen der von der Bundesregierung herangezogenen Rechtsgrundlage für diese Maßnahme nach §19 des Atomgesetzes“ nicht vorlägen – so steht es in einer Presseerklärung des Unternehmens. Die geltenden Sicherheitsanforderungen würden erfüllt. Das Unternehmen erklärt außerdem, es unterstütze „die von der Bundesregierung beschlossene Sicherheitsüberprüfung aller seiner Kernkraftwerke“.

Die Mitbewerber im Strommarkt, die Unternehmen E.ON, dem die KKWs Isar 1 und Unterweser gehören, und Vattenfall (zurzeit keine Atommeiler am Netz), wollen dem Beispiel von RWE nicht folgen. Der baden-württembergische Energieversorger EnBW, dem das ebenfalls abgeschaltete Kernkraftwerk Neckarwestheim gehört, prüft noch den Bescheid vom 16. März[1], der im Zusammenhang mit dem Moratorium ergangen war.

Bei dem Reaktorblock Biblis A handelt es sich um den ältesten Atommeiler in Deutschland, der 1974 ans Netz gegangen war. Der Streitwert, um den es hier geht, lässt sich ermessen, wenn in Rechnung gestellt wird, dass mit einem Kraftwerk von der Größe von Biblis A nach groben Schätzungen eine Million Euro pro Tag verdient werden kann.

Die Regierung Merkel/Westerwelle hatte nach der Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima I ein Moratorium für die sieben ältesten Atommeiler in Deutschland beschlossen. Die erst im Herbst 2010 beschlossene Verlängerung der Laufzeiten für deutsche Kernkraftwerke war damit zunächst auf Eis gelegt worden. Bei der Zwangsabschaltung dieser Kernkraftwerke hatte sich die Bundesregierung auf das Atomgesetz (Paragraf 19, Absatz 3 des Atomgesetzes) berufen. Der Paragraf 19 ermöglicht staatliche Anordnungen zur Gefahrenabwehr, womit Gefahren für Leben, Gesundheit oder Sachgüter gemeint sind. Bundesumweltminister Norbert Röttgen hatte in diesem Zusammenhang von einer vorsorgenden Maßnahme gesprochen. Die Umsetzung des Moratoriums liegt jedoch bei den Bundesländern, die für die Kernkaftwerke in ihrem Zuständigkeitsbereich laut Atomgesetz die Aufsicht ausüben. Die rechtliche Position der schwarz-gelben Bundesregierung halten einige Juristen für angreifbar. Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, sagte, er halte die Verfügungen des Landesregierungen zur Abschaltung der Kernkraftwerke für verfassungsrechtlich nicht haltbar. In einem Zeitungsinterview sagte Papier, die Bundesregierung habe „keine Rechtsgrundlage für das Moratorium“.

Mit einem Urteil werde „nicht innerhalb der nächsten Wochen“ gerechnet, heißt es in einer Erklärung des Gerichts.

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Quellen

Fußnoten

  1. Umweltministerium Baden-Württemberg: Moratorium: Kernkraftwerke Neckarwestheim I und Philippsburg 1 müssen vom Netz gehen (16.03.2011)

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March 18, 2011

E.ON: Kernkraftwerk Unterweser vom Netz genommen

E.ON: Kernkraftwerk Unterweser vom Netz genommen

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Veröffentlicht: 22:22, 18. Mär. 2011 (CET)
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Kernkraftwerk Unterweser, Betreiber: E.ON

Essen / Stadland / Hannover (Deutschland), 18.03.2011 – Um 3:33 Uhr wurde am Freitag das Kernkraftwerk Unterweser nach Angaben des Betreibers E.ON vom Netz genommen. E.ON folgte damit einer Weisung des Niedersächsischen Umweltministeriums.

Der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU) hatte den Betreiber E.ON am Donnerstag dazu aufgefordert. E.ON hatte auf einer entsprechenden Weisung bestanden, einer vorhergegangenen Bitte der Landesregierung war E.ON nicht nachgekommen.

Hintergrund ist die Entscheidung der Bundesregierung ein dreimonatiges Moratorium für den Betrieb älterer Kernkraftwerke in Deutschland einzuführen. In dieser Zeit sollen die Kernkraftwerksanlagen einer eingehenden Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden. E.ON betonte: „Die Anlage entspricht allen Anforderungen des strengen deutschen Atomrechts und hat in den zurückliegenden Betriebsjahren hohe Zuverlässigkeit und Sicherheit bewiesen.“ Den angeordneten Überprüfungen werde man nachkommen.

Ebenfalls heute ging der älteste Atommeiler in der Bundesrepublik Deutschland, Biblis A, vom Netz. Betreiber RWE erklärte dazu: „Angesichts der Katastrophe in Fukushima ist es richtig, auch bei uns zu überprüfen, ob es aus den Ereignissen in Japan konkrete Hinweise gibt, wie wir unser hohes Sicherheitsniveau noch weiter ausbauen können.“

Biblis A ist seit 37 Jahren am Netz. Der Reaktorblock Biblis B, der zwei Jahre jünger ist, ist bereits seit dem 25. Februar des Jahres „revisionsbedingt“ abgeschaltet.

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December 1, 2010

Feindliche Übernahme von Hochtief durch ACS steht offenbar unmittelbar bevor

Feindliche Übernahme von Hochtief durch ACS steht offenbar unmittelbar bevor

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Veröffentlicht: 16:17, 1. Dez. 2010 (CET)
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Essen (Deutschland), 01.12.2010 – Nach der Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu der von dem spanischen Baukonzern Grupo ACS angestrebten Übernahme der Aktienmehrheit an der deutschen Baufirma Hochtief sieht der Vorsitzende der IG Bau, Klaus Wiesehügel, keine Perspektive mehr für eine Abwehr einer feindlichen Übernahme von Hochtief durch ACS.

Die spanische ACS war auch bisher schon mit einem Aktienanteil von 30 Prozent größter Aktionär bei Hochtief. Der Versuch des spanischen Konzerns jetzt die Mehrheit der Aktien bei Hochtief zu übernehmen, stieß in Wirtschaftskreisen in Deutschland auf heftige Ablehnung. So warnten Vertreter der deutschen Bauwirtschaftsverbände vor einem „drohenden Abfluss von Ingenieurskompetenz“ ins Ausland. Es wird befürchtet, dass sich dadurch die Situation der deutschen Wirtschaft im internationalen Wettbewerb in der Bauindustrie verschlechtern könnte.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt im Deutschen Gewerkschaftsbund (kurz: „IG Bau“) befürchtet als Folge der Übernahme einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen bei Hochtief und eine mögliche Zerschlagung von Hochtief.

Der Vorsitzende des Bauhauptverbands in Deutschland, Michael Knipper, kritisierte die Entscheidung der BaFin scharf: „Die BaFin muss sich fragen lassen, warum sie den Weg für ein Unternehmen frei macht, das nachweislich überschuldet ist und gegen das in Spanien ein Verfahren wegen Bilanzfälschung läuft.“ Auch der Finanzausschuss des Deutschen Bundestages wird sich am Mittwoch im Rahmen einer Anhörung mit Möglichkeiten einer Änderung des Wertpapier- und Übernahmegesetzes befassen.

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  • Portal:Wirtschaft in Deutschland

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May 2, 2010

Essen: Elektroautos im Alltagstest

Essen: Elektroautos im Alltagstest – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

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Veröffentlicht: 14:55, 2. Mai 2010 (CEST)
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Essen (Deutschland), 02.05.2010 – Elektroautos sind schon auf Deutschlands Straßen unterwegs. Aber erstmals werden sie ab Anfang dieses Monats nicht nur als Testfahrzeuge für ausgewählte Kunden als Mietautos zur Verfügung stehen. In Essen startet am 3. Mai das erste Angebot, von dem auch „ganz normale Kunden“ in Deutschland Gebrauch machen können.

Zwei Monate lang können in Essen insgesamt vier Elektroautos beim Autovermieter Sixt ausgeliehen werden. Weiter läuft dann für je zwei Monate das Angebot mit den Fahrzeugen bei Autovermietungen in den Städten München, Hamburg, Dresden/Leipzig, Berlin und Frankfurt am Main. Zur Auswahl stehen zwei Modelle: der Karabag Micro-Vett 500, der auf auf dem Fiat 500 basiert, und der größere Karabag Micro-Vett Fiorino, ein auf dem Fiat Fiorino basierender Stadtlieferwagen. Der Grundpreis beträgt pro Tag 59 bzw. 79 Euro. Hinzu kommen dann noch die Stromkosten pro gefahrenem Kilometer. Die Fahrzeuge sind mit Navigationsgeräten ausgestattet, die zeigen, wo sich die nächste „Elektrotankstelle“ befindet. Die mit Lithium-Ionen-Akkus ausgestatteten Fahrzeuge haben eine Reichweite von bis zu 140 beziehungsweise 100 Kilometern.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Elektroautos

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June 11, 2009

Arcandor meldet Insolvenz an

Arcandor meldet Insolvenz an – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

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Veröffentlicht: 11:08, 11. Jun. 2009 (CEST)
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Essen (Deutschland), 11.06.2009 – Die Firma Arcandor, der Mutterkonzern der Kaufhauskette Karstadt, hat am 9. Juni beim Amtsgericht Essen Insolvenz angemeldet. Das bedeutet: Die Verantwortlichen des Konzerns befürchten, dass sie zumindest zeitweise zahlungsunfähig werden könnten, Rechnungen können nicht mehr pünktlich bezahlt werden. „Alle Geschäfte laufen ungehindert weiter“, betonte jedoch Arcandor-Sprecher Gerd Koslowski. Horst Piepenburg aus Düsseldorf wurde als Generalbevollmächtigter eingesetzt und hat nun die operative Führung inne.

43.000 Menschen müssen nun harte Sanierungsschritte fürchten. Dabei handelt es sich um Mitarbeiter der Tochterfirmen Karstadt Warenhaus GmbH, Primondo GmbH und Quelle GmbH. Die Gehaltszahlungen bis August seien jedoch gesichert.

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