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August 21, 2016

Rio de Janeiro: Gourmetköche kochen mit Lebensmitteln aus dem olympischen Dorf kostenloses Essen für Arme

Rio de Janeiro: Gourmetköche kochen mit Lebensmitteln aus dem olympischen Dorf kostenloses Essen für Arme

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Veröffentlicht: 19:33, 21. Aug. 2016 (CEST)
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Das Olympische Dorf in Rio

Rio de Janeiro (Brasilien), 21.08.2016 – Olympische Athleten nehmen viel mehr zu sich als nur Powerriegel und Proteindrinks. Für die Versorgung von 11.000 Sportlern bei den Sommerspielen in Rio wird ein fast 250 Tonnen schwerer Berg an Lebensmitteln verarbeitet.

Wie bei anderen großen Veranstaltungen stellt die Nahrungsmittelversorgung bei der Olympiade eine schwierige logistische Herausforderung dar. Um nahrhafte Mahlzeiten zuzubereiten muss gut abgeschätzt werden können, welche und wieviel Lebensmittel und Zutaten benötigt werden.

Zwangsläufig kann es zu Überschüssen kommen, sei es an zerdrücktem Obst und Gemüse oder übrig gebliebenen Paletten mit Kartoffeln und Reis.

Massimo Bottura (links) auf dem Congresso Italiano di Cucina D’autore 2010

Eine internationale Gruppe von Chefköchen und Anti-Hunger-Aktivisten, die sich selbst RefettoRio Gastromotiva nennt (refettorio ist italienisch und bedeutet „Speisesaal“), hat sich nun eingeschaltet, um olympisches Essen vor dem Verderben zu retten. Das Unternehmen, überschüssiges, für das olympische Dorf vorgesehene Essen in neue schmackvolle Mahlzeiten für Hungrige zu verwandeln, wird von zwei Chefköchen angeführt, dem Italiener Massimo Bottura und dem Brasilianer David Hertz. Ziel sei es „Menschen Essen und Würde zu geben, die sich in einer gefährdeten sozialen Lage befinden“.

In den letzten beiden Wochen servierten Chefköche von RefettoRio jede Nacht für 108 ausgesuchte Gäste Abendessen aus überschüssigen Zutaten, gespendet von der Catering-Firma, die das olympische Dorf verpflegt. Dabei handelt es sich nicht um Speisereste oder Tischabfälle.

„RefettoRio arbeitet nur mit Zutaten, die kurz davor sind in den Müll zu wandern… wie hässliches Obst und Gemüse, oder Joghurt, der kurz vorm Verfallsdatum steht,“ sagt Chefkoch Hertz.

Das Restaurant wurde im Stadtteil Lapa nahe des olympischen Dorfes eröffnet.

„Es wirkt überhaupt nicht wie ein normales Restaurant,“ sagt Alexandra Forbes, eine brasilianische Gastrokritikerin, die bei der Organisation von RefettoRio mithalf. „Die Gäste sind ganz anders. Für viele ist es das erste Mal, dass sie von einem großen Chefkoch ein Drei-Gänge-Menü zubereitet bekommen, das auch noch so köstlich ist. Es ist ein besonderes Erlebnis.“ Ein Restaurantbesucher erzählte der New York Times, für ihn wäre es das beste Essen gewesen, dass er je in seinen 40 Lebensjahren bekommen hätte.

Obdachlose auf einer Straße in Rio

Örtliche Nachbarschaftsorganisationen, die die Unterpriviligierten versorgen, wählen die Restaurantgäste sorgfältig aus allen Gesellschaftsschichten Brasiliens aus. Zu ihnen können Obdachlose gehören, die ihr Essen aus Mülltonnen picken, Straßenkinder, die Abfall durchstöbern oder misshandelte Mütter.

„Sie sind es nicht gewohnt mit soviel Fürsorge und Respekt behandelt zu werden,“ sagt Forbes und fügt hinzu, dass „sie aus Dankbarkeit für das Essen manchmal klatschen und einen Freudentanz ausführen“.

Jeden Tag übernimmt ein anderer Koch die Chefrolle. „Zum Beispiel machte Chefkoch Massimo Bottura an einem Tag eine Pasta, eine Carbonara, die eigentlich mit Pancetta oder Speck zubereitet wird. Er hatte nur sehr wenig Speck und verwendete dann Bananenschalen, die vorher auf dem Grill geräuchert wurden und vermischte diese mit dem Speck. Sie waren genauso rauchig wie Speck und schmeckten köstlich.“

Gourmetessen aus einer ungewöhnlichen Zutatenliste zu erschaffen kann schon herausfordernd genug sein. Das wahre Ziel für das RefettoRio-Team aus Köchen, Bäckern und Kellnern, sagt Forbes, sei jedoch „Vorurteile abzubauen, Vorurteile gegen arme Menschen oder gegen Menschen, die Probleme haben.“

„Verprügelte Frauen oder Menschen, die mit Drogenmissbrauch kämpfen“, sagt sie, „sind Menschen wir wir, einfach zu zeigen, dass sie mit Respekt behandelt werden und eine klasse Mahlzeit serviert bekommen können, ist denke ich wichtig.“

Gleichzeitig möchte RefettoRio ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen. Mehr als 30 Prozent aller produzierten Lebensmittel weltweit werden nie gegessen, weil sie nach der Ernte oder während des Transports verderben oder von Verkäufern und Verbrauchern weggeworfen werden. Bislang gehen nach UN-Zahlen fast 800 Millionen Menschen weltweit jede Nacht hungernd ins Bett.

„Veranstaltungen wie die Olympiade erzeugen besonders viel Abfall. Es müssen so viele Menschen versorgt werden, dass es schwer fällt den genauen Bedarf zu berechnen, Überschüsse lassen sich dabei nicht vermeiden. Bisher hat aber noch niemand richtig mit dem Finger auf dieses Problem gezeigt.“

Bis zu diesem Zeitpunkt.

Aufbauend auf dem bisherigen Erfolg plant RefettoRio Gastromotiva einen bezahlten Essensdienst einzuführen. Die Erlöse sollen helfen, die Kosten für das Angebot freier Abendmahlzeiten aufzufangen. Geplant sei auch, die Idee von RefettoRio in Montreal, Los Angeles und New York zu erproben.

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November 13, 2011

Rio de Janeiro: Großrazzia in der Favela Rocinha

Rio de Janeiro: Großrazzia in der Favela Rocinha

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Veröffentlicht: 17:01, 13. Nov. 2011 (CET)
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Rocina, ein Stadtteil von Rio de Janeiro (Archivaufnahme)

Rio de Janeiro (Brasilien), 13.11.2011 – Mit einer Großrazzia im Stadtteil Rocinha, dem vermutlich größten Slum Lateinamerikas, hofft die Polizei die dort herrschenden Drogenkartelle unter Kontrolle zu bringen.

Frühmorgens um 4.10 Uhr am Sonntag, dem 13. November, drangen 2.000 Polizisten und Militärs in die Favela ein. Helikopter sicherten den Einmarsch der Sicherheitskräfte, die mit gepanzerten Fahrzeugen unterwegs waren. 120.000 Menschen leben in dem Stadtteil. Der Einsatz war vorher angekündigt worden, so rechnete man mit weniger Widerstand.

Am Mittwoch war einer der meistgesuchten Drogenbosse in dem Viertel verhaftet worden. In Rocinha werden schätzungsweise Drogen im Wert von 50 Millionen Dollar im Jahr umgesetzt. Es dürfte damit einer der größten Drogenumschlagplätze weltweit sein.

Der Einsatz, der unter dem Namen „Operation Friedensschock“ lief, zeigt, dass Brasilien die Sicherheitslage für die 2014 anstehende Fußballweltmeisterschaft und die 2016 auszutragenden Olympischen Sommerspiele verbessern will.

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  • Portal:Brasilien

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January 12, 2011

Mindestens 360 Todesopfer durch Überschwemmungen und Erdrutsche in Brasilien

Mindestens 360 Todesopfer durch Überschwemmungen und Erdrutsche in Brasilien

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Veröffentlicht: 20:26, 13. Jan. 2011 (CET)
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Zerstörte Häuser durch Erdrutsche in Teresópolis, 12.01.2011

Rio de Janeiro (Brasilien), 13.01.2011 – Tagelange heftige Regenfälle ließen in einer Bergregion nördlich von Rio de Janeiro Flüsse über die Ufer treten. Schlammlawinen wälzten sich von den Bergen herab und begruben ganze Dörfer unter sich. In der Region Serrana war innerhalb von 24 Stunden so viel Regen gefallen wie sonst in einem ganzen Monat.

Nach Behördenangaben starben mindestens 360 Menschen durch die Überschwemmungen. Allein in der Bergregion Serrana starben 348 Menschen. Besonders hart getroffen hat es den Ort Teresópolis in dieser etwa 100 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro gelegenen Region. Hier wurden 130 Tote gezählt. Hänge und Flussufer waren unter dem Druck der Wassermassen weggebrochen. Ganze Stadtviertel in Teresópolis, Nova Friburgo und Petrópolis verschwanden unter Flüssen aus Schlamm. In vier südöstlichen Bundesstaaten wurden 100.000 Menschen infolge der anhaltenden Regenfälle und der sich anschließenden Überschwemmungen obdachlos.

Die Arbeit von Bergungsmannschaften wird durch die Tatsache erschwert, dass sie nicht schnell genug in Orte in unzugänglichen Bergregionen vordringen konnten. Daher wird mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen gerechnet.

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November 27, 2010

Drogenbandenbekämpfung: Polizei stürmt Armenviertel von Rio de Janeiro

Drogenbandenbekämpfung: Polizei stürmt Armenviertel von Rio de Janeiro

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Veröffentlicht: 14:27, 27. Nov. 2010 (CET)
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Polizeihubschrauber über einer Favela in Rio de Janeiro (Archivbild)

Rio de Janeiro (Brasilien), 27.11.2010 – Die Polizei von Rio de Janeiro hat das dortige Armenviertel Vila Cruzeiro mit Hilfe von Hubschraubern und Panzern gestürmt. In dem Viertel hielten sich etwa 200 Mitglieder der Drogenbande Comando Vermelho auf, die daraufhin in das benachbarte Armenviertel Alemão flohen. Polizisten und Bandenmitglieder beschossen sich dabei heftig. Nun durchsuchen die Einsatzkräfte die Wohnungen nach Drogen und Waffen. Seit vergangenem Montag sind laut Medienberichten mindestens vierzig Menschen getötet und mehr als 100 Autos zerstört worden. Einen Tag zuvor hatten Mitglieder der Drogenbande Polizeiwachen gestürmt und Verkehrsstaus verursacht, bei welchen sie Fahrzeuge überfielen, ausraubten und in Brand steckten. Ob weitere Stürmungen von Armenvierteln durchgeführt werden, ist noch unklar. In Brasilien sollen im Jahr 2014 die Fußball-Weltmeisterschaft und im Jahr 2016 die Olympischen Sommerspiele stattfinden.

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April 8, 2010

Viele Tote durch Erdrutsche in Rio de Janeiro: Schwerste Niederschläge seit Jahrzehnten

Viele Tote durch Erdrutsche in Rio de Janeiro: Schwerste Niederschläge seit Jahrzehnten

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Veröffentlicht: 21:22, 8. Apr. 2010 (CEST)
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Viele Straßen der Stadt sind überflutet.

Foto: Agência Brasil

Favela da Rocinha, Rio de Janeiro (Archivfoto)

Rio de Janeiro (Brasilien), 08.04.2010 – Die schwersten Niederschläge seit fünf Jahrzehnten haben im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro zu Erdrutschen und Überschwemmungen geführt. Nach Behördenangaben starben durch die Auswirkungen der Naturkatastrophe mindestens 145 Menschen. Mehr als einhundert wurden verletzt und einige Dutzend werden noch vermisst. Die meisten Opfer wurden in den Favelas an den Hängen der Metropole und ihrer Umgebung getötet. In solchen Armensiedlungen lebt rund ein Fünftel der Bewohner der zweitgrößten Stadt Brasiliens.

Am Ostermontag und Dienstag, dem 6. und 7. April, waren mehr als 300 Millimeter Niederschlag gefallen. Diese Menge entspricht ungefähr der gesamten Regenmenge von Heidelberg in sechs Monaten und ist mehr Regen, als üblicherweise in der Region im ganzen Monat April fällt.

Eduardo Paes, der Bürgermeister von Rio de Janeiro, sagte, dass in der Stadt rund 1.200 Menschen obdachlos geworden seien. Tausende mussten wegen Überschwemmungen ihre Häuser verlassen. Das Fernsehen zeigte Aufnahmen, auf denen Häuser in den Armensiedlungen zu sehen sind, die von Erdrutschen mitgerissen und von Schlamm begraben werden. Ganze Stadtviertel stehen unter Wasser. Viele Bäume und Stromleitungen wurden durch das Unwetter heruntergerissen. In Niterói in der Metropolregion Rio de Janeiro hat ein Erdrutsch rund 40 Häuser unter sich begraben. Die staatliche Nachrichtenagentur Agência Brasil bezifferte am Abend des 7. Aprils die Zahl der Opfer in Niterói mit 72, in Rio de Janeiro wurden 46 Tote gezählt, São Gonçalo meldete 16 und Nilópolis e Magé bislang ein Opfer des Dauerregens.

Der Verkehr in der Stadt ist erheblich behindert. Auch Kriminelle nutzen offenbar die Situation aus. So erzählte die 25-jährige Studentin Julia Freitas, die mit ihrem Auto liegen geblieben war, der Zeitung O Globo, dass die anscheinend hilfsbereiten Männer ihr plötzlich eine Glasscherbe an den Hals gehalten und ihr ihre Uhr, ihr Handy und die Handtasche geraubt hätten.

Der Bürgermeister will noch konsequenter bei der Umsiedlung gefährdeter Wellblechsiedlungen vorgehen. „Ich will nicht den nächsten Sommer schlaflos verbringen, weil ich mir Gedanken mache, ob die Regenfälle irgendwen umbringen.“ Nach seinen Worten müssten mindestens 1.500 Familien aus zwei Favelas umgesiedelt werden. Leandro Ribeiro, ein Bewohner der Gegend, zeigte Verständnis, verdeutlichte jedoch gegenüber Associated Press die Problematik. „Aber wohin sollen wir gehen? Manche Leute haben hier dreißig Jahre lang gelebt. Das ist ihre Heimat.“

Die Katastrophe hat Zweifel geschürt, ob die Stadt auf die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und der Olympischen Sommerspiele 2016 ausreichend vorbereitet ist. Doch Behördenvertreter wiesen darauf hin, dass die beiden Großereignisse außerhalb der Regenzeit stattfinden würden.

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  • Portal:Naturkatastrophen

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October 2, 2009

Olympia 2016 findet in Rio statt

Olympia 2016 findet in Rio statt – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Olympia 2016 findet in Rio statt

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Veröffentlicht: 23:53, 2. Okt. 2009 (CEST)
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Kopenhagen (Dänemark), 02.10.2009 – Die Olympischen Spiele 2016 finden in Rio de Janeiro statt. Das beschloss das Internationale Olympische Komitee auf seiner Sitzung in Kopenhagen. Rio de Janeiro setzte sich im letzten Wahlgang gegen Madrid durch, für das sich König Juan Carlos und der ehemalige IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch eingesetzt hatten. Zuvor waren bereits Chicago, für das US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle warben, und Tokio ausgeschieden. Rio war damit im fünften Versuch erfolgreich, sich für die Ausrichtung einer Sommerolympiade zu bewerben. Brasilien ist das erste südamerikanische Land, in dem dieses sportliche Großereignis stattfindet.

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June 1, 2009

Flugzeug der Air France mit 228 Menschen an Bord wird vermisst

Flugzeug der Air France mit 228 Menschen an Bord wird vermisst

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Veröffentlicht: 23:20 1. Juni 2009 (CEST)
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Flugzeug des Types „A330“ der Air France

Route der vermissten Maschine

Rio de Janeiro (Brasilien) / Paris (Frankreich), 01.06.2009 – Ein Airbus der französischen Fluggesellschaft „Air France“, der sich auf einem Langstreckenflug von Rio de Janeiro nach Paris befunden hatte, ist möglicherweise verunglückt. Ein Sprecher der Fluggesellschaft sagte, die Ankunft des Flugzeugs am Flughafen Charles de Gaulle sei gegen 11.10 Uhr erwartet worden. Die Maschine, die am Sonntagabend um 19 Uhr von Brasilien aus gestartet war, ist von den Radarschirmen verschwunden und gilt seit 6.00 Uhr morgens als vermisst. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy äußerte „sehr große Besorgnis“.

Das Flugzeug, welches ein Unwetter passierte, könnte durch Blitzschläge verunglückt sein. Ein totaler Stromausfall nach einem Blitzschlag würde erklären, warum die Piloten kein Notsignal von sich gaben. Doch das Einschlagen eines Blitzes in ein Flugzeug passiert häufiger, woraus normalerweise keine großen Schäden resultieren.

Während Air France die These eines Blitzschlages bevorzugt, schließen Experten auch eine Verkettung anderer Ursachen oder gar einen „Terroranschlag“ nicht völlig aus. Am wahrscheinlichsten sei die Hypothese einer „Zerstörung im Flug“, sagte der auf Flugzeugunglücke spezialisierte Gerichtsexperte Francois Grangier, so ein Bericht von sueddeutsche.de.

„Wir sind sehr besorgt“, äußerte sich ein Sprecher des Flughafens, wo mittlerweile ein Krisenstab eingerichtet wurde. An Bord des Airbus A330 befanden sich nach Angaben der Fluggesellschaft insgesamt 228 Menschen, davon 216 Passagiere, von denen 26 Deutsche sind und zwölf Crewmitglieder. Währenddessen gab die brasilianische Luftwaffe bekannt, dass nach der Passagiermaschine in der Nähe der Insel Fernando de Noronha gesucht werde. Behörden des Flughafens haben „keine Hoffnung“ mehr für einen unbeschadeten Verbleib des Flugzeugs und der Passagiere.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Air-France-Flug 447“.

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March 25, 2008

In Rio de Janeiro grassiert das Dengue-Fieber

In Rio de Janeiro grassiert das Dengue-Fieber

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Veröffentlicht: 20:42, 25. Mär. 2008 (CET)
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Rio de Janeiro mit Blick auf den legendären Strand Copa Cabana vom Zuckerhut aus gesehen

Rio de Janeiro (Brasilien), 25.03.2008 – In der Stadt am Zuckerhut herrscht der gesundheitliche Ausnahmezustand. Seit Januar 2008 starben allein in der Stadt Rio de Janeiro 29 Menschen am Dengue-Fieber, einer vor allem in tropischen Regionen verbreiteten Infektionskrankheit. Im gleichnamigen Bundesstaat wurden 49 Todesopfer registriert, deren Tod auf diese Krankheit zurückgeführt wird. 23.500 Menschen leiden in Rio der Janeiro momentan an den Symptomen dieser heimtückischen Krankheit, gegen die es weder Medikamente noch einen Impfschutz gibt. Täglich kommen 2.000 Neuinfektionen hinzu.

Für den brasilianischen Gesundheitsminister Jose Gomes Temporao ist die Situation in Rio de Janeiro „alarmierend“. Die vorhandenen Kliniken reichen zur Betreuung der neu eingelieferten Patienten mit Dengue-Fieber-Infektionen nicht mehr aus. Die Streitkräfte des Landes sollen nun beim Aufbau von Zeltkliniken helfen. Das hämatologische Institut sucht dringend nach Blutspendern. Betroffen waren zunächst vor allem Kinder und Menschen in den Elendsvierteln der Stadt. Inzwischen hat sich die Epidemie jedoch auf alle Stadtviertel ausgeweitet.

Stechmücke auf der Haut eines Menschen

Die Krankheit gilt nach Aussagen des Auswärtigen Amtes als die „weltweit häufigste durch Mücken übertragene Virusinfektion“. Die Zahl der weltweit Infizierten wird auf 50 Millionen Menschen geschätzt. Der Erreger wird von der Gelbfiebermücke beziehungsweise der „St. albopicta“ (Asiatische Tigermücke), beides Stechmückenarten, übertragen. Diese Mücken brüten in kleinsten Wasseransammlungen in Blumentöpfen, Kokosnussschalen und so weiter. Die Infektion durch das Virus führt nach zweitägiger Inkubationszeit zu hohem Fieber. Die Symptome ähneln dabei denen einer Grippeinfektion. Obwohl es keine Medikamente gegen diese Virusinfektion gibt, verläuft die Krankheit in der Regel nicht tödlich, heilt aber erst nach einer langen Erholungsphase aus. Der Krankheitsverlauf ist aber uneinheitlich. Es sind auch schwerere und mit höherem Risiko behaftete Krankheitsverläufe dokumentiert, darunter ein Verlauf, der als hämorrhagisches Dengue-Fieber (DHF) bezeichnet wird. Unterschiedliche Krankheitsverläufe ergeben sich auch aus der Tatsache, dass vier verschiedene Subtypen des Virus bekannt sind. Laut Robert Koch-Institut gehören Infektionen mit dem Dengue-Fieber-Erreger zu den am häufigsten aus dem Ausland eingeschleppten Fiebererkrankungen nach einer Fernreise.

Bei der letzten großen Dengue-Fieber-Epidemie in Rio de Janeiro im Jahr 2002 starben im Bundesstaat Rio de Janeiro 90 Personen an der Krankheit.

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland empfiehlt allen Reisenden nach Brasilien einen „konsequenten Mückenschutz – insbesondere tagsüber“. Außer aus Rio de Janeiro weist das Amt auch auf erhöhte Fallzahlen von Dengue-Fieber in weiteren Städten und Provinzen des Landes hin, so in Ceara, Bahia, Paraiba, Maranhao, Pernambuco und Piaui. Die brasilianischen Behörden warnen außerdem vor einem erhöhten Gelbfieberrisiko in der Hauptstadt Brasilia.

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December 18, 2007

Brasilianisch-argentinische Rakete erfolgreich gestartet

Brasilianisch-argentinische Rakete erfolgreich gestartet

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Veröffentlicht: 15:20, 18. Dez. 2007 (CET)
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Rio de Janeiro / São Paulo (Brasilien), 18.12.2007 – Nachdem der Start viermal aufgrund schlechter Wetterbedingungen verschoben wurde, konnte am Sonntag, den 16. Dezember in Brasilien erfolgreich eine Forschungsrakete vom Typ „VS-30“ gestartet werden. Bei der Mission, die eine Höhe von 150 Kilometern erreichte und neun Minuten und 25 Sekunden dauerte, handelt es sich um ein Gemeinschaftswerk zwischen Brasilien und Argentinien. Beide Staaten haben gemäß einem Vertrag aus dem Jahr 1998 Experimente beigesteuert, die nun als Nutzlast in den Weltraum transportiert wurden. Der Start erfolgte um 9:15 Uhr MEZ vom Startzentrum Boca do Infierno im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Norte. 122 Kilometer vom Startplatz entfernt landete die Nutzlast im Atlantischen Ozean. Danach wurde sie geborgen, die Auswertung soll in Buenos Aires erfolgen.

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January 4, 2007

Militär soll in Rio gegen Bandenkriminalität vorgehen

Militär soll in Rio gegen Bandenkriminalität vorgehen

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Artikelstatus: Fertig 22:20, 4. Jan. 2007 (CET)
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Rio de Janeiro (Brasilien), 04.01.2007 – Sergio Cabral, seit Beginn des Jahres amtierender Gouverneur des brasilianischen Bundesstaates Rio de Janeiro, hat einen Einsatz von Bundestruppen in der gleichnamigen Hauptstadt des Bundesstaates angefordert. Unter anderem sollen das Militär und die „Kraft für die Nationale Sicherheit“ (FSN) Bandenkriminalität eindämmen. Die FSN ist eine aus 7.700 Personen bestehende Einheit, die von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva im Jahr 2004 gegründet worden war und seitdem dreimal zum Einsatz kam. Nach Angaben des Gouverneurs werden Einheiten der Militärpolizei bald in der Stadt eintreffen. Dies wurde nach einem Treffen des Gouverneurs mit Luiz Fernando Correa, dem leitenden Sicherheitsbeamten des Landes, und Vertretern der Streitkräfte bekanntgegeben.

Lage des Bundesstaates Rio de Janeiro

Sergio Cabrals Antrag ist als eine Reaktion auf eine neue Welle der Gewalt zu verstehen. So kamen bei Anschlägen auf Busse und Polizeistationen im Dezember mindestens 19 Menschen ums Leben. In verschiedenen Teilen Rios waren mindestens zwölf Polizeistationen mit Granaten und automatischen Feuerwaffen angegriffen worden. Präsident Lula da Silva ging in seiner Amtsantrittsrede am Montag auf die Gewalt im Bundesstaat Rio de Janeiro ein. In der Rede bezeichnete er die Bandenkriminalität als Terrorismus, dem man mit der starken Hand des brasilianischen Staates begegnen müsse. „Wir müssen nun geschlossen handeln. Wenn sich die öffentliche Hand erst einmal organisiert hat, kann kein Verbrecher gewinnen“, sagte der Gouverneur Sergio Cabral zu den nun beschlossenen Maßnahmen auf einer Pressekonferenz, auf der keine Angaben darüber gemacht wurden, wie viele Soldaten und Polizisten am Einsatz beteiligt sein werden. Die Aufgabe der Sicherheitskräfte werde hauptsächlich darin bestehen, an den Grenzen des Bundesstaates zu patrouillieren, um den Schmuggel von Drogen, Waffen und Bandenmitgliedern unter Kontrolle zu bringen. Zudem sollen einige der zahlreichen Soldaten, die nahe Rio in Militärbasen stationiert sind, diese verlassen und zur Unterstützung der Polizei eingesetzt werden. Laut einem Bericht der BBC will sich Sergio Cabral mit anderen Gouverneuren der südöstlichen Bundesstaaten treffen, um das Problem der Bandekriminalität in Großstädten zu erörtern. Geplant sei dabei, ein neues regionales Sicherheitsprogramm zu initiieren.

In Medienberichten heißt es, die Behörden stünden wegen mehrerer Großveranstaltungen unter erheblichem Druck, die Sicherheit in Rio zu erhöhen. In der zweitgrößten Stadt des Landes, die auch für den Tourismus von großer Bedeutung ist, werden in wenigen Wochen ein Gipfeltreffen von Vertretern des Mercosur-Staaten, im nächsten Monat der traditionelle Karneval und im Juli die Panamerikanischen Spiele stattfinden. Die Nachrichtenagentur dpa schreibt, die Behörden gingen davon aus, dass die Drogenmafia sie mit den Anschlägen vor weiteren Maßnahmen warnen wolle. Die Serie der Angriffe auf Busse setzt sich unterdessen fort. Jüngstes Beispiel ist ein Überfall auf einen Bus, in dem sich Touristen aus Deutschland und Kroatien befanden. Nach Angaben von dpa überfielen am frühen Donnerstag (Ortszeit) vier maskierte Männer den Bus, der die Touristen vom Flughafen zu ihrem Hotel bringen sollte, wobei sie Bargeld und Wertgegenstände erbeuteten, verletzt wurde offenbar niemand.

Als es im Mai 2006 in São Paulo zu einem ähnlichen Gewaltausbruch gekommen war, hatte Claudio Lembo, der damalige Gouverneur des Bundesstaates, ein Unterstützungsangebot der Bundesregierung nicht in Anspruch genommen. Im März 2006 belagerte die Armee für neun Tage Favelas in Rio, um nach gestohlenen Waffen zu suchen.

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