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November 2, 2010

Dilma Rousseff wird neue Präsidentin Brasiliens

Dilma Rousseff wird neue Präsidentin Brasiliens

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Veröffentlicht: Zeitlupe 19:49, 2. Nov. 2010 (CET)
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Brasília (Brasilien), 02.11.2010 – Die Sozialistin Dilma Rousseff hat die Stichwahl um das Amt des Präsidenten in Brasilien am Sonntag gewonnen. Rousseff war der Wunschkandidat des bisherigen populären Präsidenten Lula da Silva und wird die erste Frau an der Spitze einer Regierung in Brasilien.

Quellen

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June 7, 2006

Landlose Bauern stürmen Parlamentsgebäude in Brasília

Landlose Bauern stürmen Parlamentsgebäude in Brasília

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Artikelstatus: Fertig 21:19, 7. Jun. 2006 (CEST)
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Brasília (Brasilien), 07.06.2006 – Mehrere hundert landlose Bauern haben ein Nebengebäude des brasilianischen Unterhauses in der Hauptstadt Brasília gestürmt. Bei den Protesten kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Bauern, die Stöcke, Steine und landwirtschaftliche Werkzeuge sowie Fahnen bei sich trugen, und Polizisten. Nach offiziellen Angaben wurden 500 Menschen verhaftet, etwa 25 Menschen wurden verletzt, darunter einer schwer. Bei den Protesten der landlosen Arbeiter wurden auch ein Auto umgestoßen und Gegenstände im Inneren des Gebäudes zerstört.

Landlose Bauern bei der Stürmung des Parlamentsgebäudes
(Foto: José Cruz/ABr)

Bei den Teilnehmern der Protestaktion soll es sich Medienberichten zufolge um Mitglieder einer militanten Abzweigung der Landlosenbewegung Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra (MST) handeln. Die Bauern verschafften sich Zugang zum Nebenraum zweier Plenarsäle, in denen zu diesem Zeitpunkt debattiert wurde. Die Bauern forderten mehr finanzielle Mittel, eine Beschleunigung der Landreform und ein Ende von Arbeitsverhältnissen, die sie als Sklavenarbeit bezeichnen. Nach Angaben der Bauern sollte mit einem friedlichen Protest auf diese Forderungen aufmerksam gemacht werden, sie seien aber von Polizisten angegriffen worden. Kongresspräsident Aldo Rebelo hatte die Unterstützung der Armee angefordert, um die Proteste der Bauern zu beenden. Nach einer Stunde verließen die Bauern das Parlamentsgebäude, nachdem dieses von Militärpolizisten umstellt worden war.

Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva verurteilte die gewaltsame Stürmung des Parlamentsgebäudes, die er als Akt des Vandalismus gegen die Demokratie bezeichnete. Bei seiner Wahl im Jahr 2003 war der Präsident von der Landlosenbewegung unterstützt worden, der er eine Landreform versprochen hatte. Bruno Maranhao, einer der Anführer der Landlosenbewegung, ist führendes Mitglied der regierenden Arbeiterpartei PT. Es war geplant, dass der Staat ungenutztes Land kaufen sollte, um es den verarmten, landlosen Bauern zur Verfügung stellen. In diesem Jahr will Lula da Silva für eine zweite Amtszeit kandidieren. Die MST wirft dem Präsidenten vor, sein Wahlversprechen nicht eingehalten zu haben, 400.000 Landlosen bis 2006 Land zur Verfügung zu stellen. Grundbesitzer sind dagegen der Meinung, die Regierung unternehme zu wenig, um ihr Eigentum vor Besetzungen durch landlose Bauern zu schützen.

Quellen

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March 14, 2006

Brasilianische Armee zieht sich aus Rio zurück

Brasilianische Armee zieht sich aus Rio zurück

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Artikelstatus: Fertig 21:23, 14. Mär. 2006 (CET)
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Favela in Rio de Janeiro

Rio de Janeiro (Brasilien), 14.03.2006 – Die brasilianische Armee hat sich nach neun Tagen aus den Slums Rio de Janeiros zurückgezogen. Die Armee suchte bei der Operation Waffen, die aus einem Militärstützpunkt gestohlen worden waren. An der Operation hatten sich 1.500 Soldaten beteiligt, die von Hubschraubern, gepanzerten Fahrzeugen und Panzern unterstützt wurden.

Obwohl die gesuchten Waffen nicht gefunden wurden, weigerte sich die Armee am Montag auf Nachfragen, die Operation als Scheitern zu bezeichnen. Der Rückzug der Soldaten soll nach Medienberichten von Mitgliedern von Gangs mit Schüssen und dem Abfeuern von Feuerwerkskörpern gefeiert worden sein. Bei den gesuchten Waffen handelt es sich um zehn Sturmgewehre und eine Pistole, die am dritten März aus einem Militärstützpunkt gestohlen wurden. Die Suche nach den Waffen soll nach Aussagen des Militärsprechers Paulo Meira nun mit zielgerichteten Durchsuchungen fortgesetzt werden. So gab es am heutigen Montag Durchsuchungen in zwei Favelas. Während der Belagerung war es in der Favela Providencia beinahe in jeder Nacht zu Schusswechseln zwischen Soldaten und Drogenhändlern gekommen. In Providencia hatten Bewohner gegen die Anwesenheit der Soldaten protestiert. Auf dem Höhepunkt der Operation waren neun Slums von der Armee belagert. Dabei wurden die Zufahrten blockiert und Kontrollposten errichtet. Bei der Operation sollen vier Menschen durch Streifschüsse verletzt worden sein. Nach Angaben von Marcelo Itagiba, einem hochrangigen Vertreter der Polizei von Rio de Janeiro wurden bei der Operation insgesamt 228 Waffen und große Mengen an Drogen beschlagnahmt. 13 Verdächtige sollen festgenommen worden sein. Einige der Waffen sollen aus Armeebeständen stammen, jedoch soll es sich dabei nicht um die gesuchten Sturmgewehre handeln.

Die Aktionen der Armee wurden von Bewohnern reicherer Stadtteile begrüßt. Menschenrechtsorganisationen kritisieren dagegen den Einsatz von Soldaten bei Polizeiaufgaben. Außerdem befürchten die Menschenrechtsorganisationen, dass es auch in der Zukunft ähnliche militärische Operationen in den Slums von Rio geben wird. Unter anderem hatte amnesty International einen Bericht veröffentlicht, in dem die militärische Strategie der brasilianischen Polizei heftig kritisiert wurde. Bewohner der Favelas haben sich darüber beschwert, dass ihr Alltag durch die Operation gestört worden sei. Die Operation in Rio war die erste mit Beteiligung der Armee seit drei Jahren. In den Favelas von Rio leben 20 Prozent der insgesamt sechs Millionen Einwohner der Stadt. Viele der Favelas werden laut Medienberichten von schwer bewaffneten Drogenbanden kontrolliert.

Quellen

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January 13, 2006

Interview mit dem brasilianischen Blogger Ricardo Serran Lobo

Interview mit dem brasilianischen Blogger Ricardo Serran Lobo

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Artikelstatus: Fertig 13. Jan. 2006 (CET)
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Brasília (Brasilien), 13.01.2006 – Am 12.01.2005 wurde der brasilianische Blogger Ricardo Serran Lobo im Wikinews IRC-Channel interviewt. Ricardo Serran Lobo ist in Brasilien als „Vizinho do Jefferson“ (Der Nachbar von Jefferson) bekannt. Ricardo Serran Lobo ist der Nachbar des ehemaligen brasilianischen Parlamentsabgeordneten Roberto Jefferson der konservativen PTB, der den so genannten mensalão-Skandal aufgedeckt hat, aber auch selbst in die Bestechungsaffäre verwickelt war. Die regierende Arbeiterpartei (PT) von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hatte Bestechungsgelder an Abgeordnete der konservativen PTB gezahlt, um den Koalitionspartner an sich zu binden. Ricardo Serran Lobo betreibt das Blog „Vizinho do Jefferson“ in dem er seine Beobachtungen zur brasilianischen Politik, sowie zu seinem berühmten Nachbar niederschreibt. Lobos Blog war für den Preis „Best of the Blogs“ der Deutschen Welle in der Kategorie bestes journalistisches Blog in portugisischer Sprache nominiert. In dieser Kategorie kam das Blog bei einer Leserabstimmung auf den zweiten Platz.

Persönliche Fragen

Wikinews: Unser Interviewpartner ist der Brasilianer Ricado Serran Lobo. Er ist wegen seines Weblogs, das sich mit politischen Themen beschäftigt und während des mensalão-Skandals in Brasilien sehr bekannt wurde, normalerweise bekannt als Vizinho do Jefferson (Der Nachbar von Jefferson).
Ricado Lobo: Guten Tag! Ich heiße Ricardo, bin 44 Jahre alt, unterrichte Web-Writing und halte Vorträge über das Informationszeitalter und digitale Technologien.
Wikinews: Leben Sie schon immer in Brasília?
Ricado Lobo: Nein. Ich komme aus São Paulo und mein Herz hängt an Santa Catarina.
Wikinews: Wie lange leben Sie schon in Brasília?
Ricado Lobo: Ich wohne seit fünf Jahren in Brasília. Während all dieser Jahre bin ich schon der Nachbar des ehemaligen Parlamentsabgeordneten Roberto Jefferson.

Das Blog

Wikinews: Was war Ihr Ziel, als sie mit dem Bloggen begonnen haben?
Ricado Lobo: Um ehrlich zu sein startete ich das Blog ohne ein bestimmtes Ziel. Es entstand aus einem Witz mit einem Freund von mir und meinem Cousin. Sie wussten, dass ich neben dem Abgeordneten [Roberto Jefferson] wohne und fragten mich jeden Tag, ob die Journalisten immer noch vor der Türe seines Hauses stehen würden.
Darum begann ich zu bloggen. Es war so etwas wie ein „Making of“, eine Berichterstattung über die Verwirrung und die Veränderung meines Tagesablaufes, die durch Journalisten verursacht wurde, die vor meinem Fenster darauf warteten, dass etwas passiert.
Wikinews: Ist das Ihr erstes internationales Interview? Welche Zeitungen oder Zeitschriften haben sich mit Ihnen in Verbindung gesetzt?
Ricado Lobo: Es ist mein zweites internationales Interview. In der Anfangsphase meines Blogs wurde ich noch vom „Bloomberg Channel“ aus New York interviewt. In Brasilien wurde ich von den wichtigen Massenmedien interviewt. Nur der Fernsehsender „Rede Globo“ wollte wegen meiner Angriffe gegen den Sender kein Interview mit mir führen. Ich habe kritisiert, dass der Sender einen Kredit von 2,8 Milliarden Real bei der BNDES (Brasilianische Entwicklungsbank) aufgenommen hat. Außerdem habe ich dem Sender tägliche Manipulation vorgeworfen.
Wikinews: Hatten sie erwartet, dass ihr Blog so erfolgreich werden wird?
Ricado Lobo: Ich habe nicht erwartet Berühmtheit zu erlangen. Aber sonst hätte ich alles erwartet. Ich habe viel über die Auswirkungen gelacht, die durch das Blog entstanden sind. Dennoch ist der wichtigste Aspekt aus meiner Sicht, die Veränderungen des Verhaltens der wichtigen Persönlichkeiten der politischen Krise, die durch das Blog bewirkt wurden. Sowohl in den Medien, als auch bei den Parlamentsabgeordneten.
Wikinews: Erhalten Sie viele E-Mails?
Ricado Lobo: Ich habe schon viele E-Mails erhalten, etwa 300 E-Mails pro Tag zur Zeit des Höhepunkts der politischen Krise und der Beliebtheit des Blogs. Im Juli konnte ich nur drei Stunden in der Nacht schlafen. Ich habe jede E-Mail beantwortet. Zur Zeit erhalte ich in der Regel 20 E-Mails am Tag. Ich liebe das. (Lacht)

Journalismus

Wikinews: Wissen sie von Bürgerjournalismus in portugisischer Sprache?
Ricado Lobo: Nein. Diese Art von Journalismus ist in meinem Land unüblich. Das Blog „Vizinho do Jefferson“ animierte eine große Diskussion zu diesem Thema, weil zuvor journalistische Tätigkeit denen vorbehalten war, die einen Abschluss in Journalismus haben. Das erste und „außergesetzliche“ Kommunikationsmittel, das wirklich auf der Idee des Bürgerjournalismus beruhte, war mein Blog [In Brasilien]. Man nennt es hier „unabhängige Presse“.
Wikinews: Gibt es irgendeine Gefahr für Sie, als „unabhängige Presse“ zu arbeiten, weil Sie kein Journalismusdiplom haben?
Ricado Lobo: Ja, die Journalistengewerkschaft kann mich jederzeit verklagen. Ich nehme aber keinem die Arbeit weg. Zu eurer Information: Meine reguläre Arbeit besteht darin, Workshops für die Journalistengewerkschaft über Webwriting, Informationsarchitektur und über das Erstellen digitaler Inhalte zu veranstalten. Ich habe das schon für 12 Klassen gemacht.
Wikinews: Sie haben gesagt, dass Ihr Blog einen Einfluss auf gewisse Personen hatte. Können Sie ein paar Fälle schildern?
Ricado Lobo: Dazu möchte ich auch sagen, dass der journalistischen Elite meine Arbeit gefällt und sie für sehr wichtig erachtet. Nur weniger einflussreiche kritisieren mich und versuchen meine Arbeit zu stören.
Wikinews: Haben Sie die Berichterstattung über den Skandal in der portugisischsprachigen Wikinews-Version verfolgt? Was halten Sie davon?
Ricado Lobo: Leider neun. Es tut mir leid, aber ich muss mich 24 Stunden am Tag um mein Blog kümmern, Informationen sammeln und überprüfen. Bei manchen Geschichten stelle ich auch Nachforschungen an.
Wikinews: Sie können sich die Wikinews-Artikel über die Krise [auf pt.wikinews] gerne einmal ansehen. Es wurden schon viele Artikel darüber geschrieben.
Wikinews: Glauben Sie, dass das Internet eine Veränderung in der Beziehung zwischen der brasilianischen Bevölkerung und der Presse bewirkt hat?
Ricado Lobo: Ja, sicher. Das Blog „Vizinho do Jefferson“ machte viele Leser auf Journalismus in digitalen Medien aufmerksam. Jeder wollte wissen, was ein Blog ist und worum es in meinem Blog geht, vor allem als viel in den traditionellen Medien darüber berichtet wurde. Zur Zeit ist es üblich, dass manche Menschen nur politische Blogs lesen und nichts anderes. Nach dem Blog „Vizinho do Jefferson“ folgten viele weitere Blogs. Heute betreibt jeder wichtige Journalist in Brasilien ein eigenes Blog. Trotzdem stehen sie alle noch am Anfang.
Wikinews: Glauben Sie, dass die brasilianischen Medien von Unterstützern der Arbeiterpartei kontrolliert wurden?
Ricado Lobo: Eine sehr gute Frage. Ja. Die Partei befand sich lange Zeit in der Opposition. Jetzt sind die Journalisten aber ein wenig verloren und sie sind nicht fähig über das Verückte in der Regierung Lula zu reden.
Wikinews: Die brasilianische Presse hat sehr detailreich über den Skandal berichtet. Hat sie sich damit rehabilitiert?
Ricado Lobo: Aber bei diesem Punkt müssen sie auch den Einfluss der Blogs auf die Presse berücksichtigen. Wie könnte man nicht über etwas schreiben, wenn jemand anderes über das Thema spricht?

Allgemeine Fragen zur brasilianischen Politik

Wikinews: Zu welcher politischen Organisation fühlen Sie sich zugehörig, wenn Sie sich überhaupt einer Organisation zugehörig fühlen? Beeinflusst diese Zugehörigkeit die Inhalte ihres Blogs?
Ricado Lobo: Ja, Ich bin Mitglied der Grünen Partei. Es beeinflusst meine Arbeit nicht, aber meine Arbeit hat mein politisches Leben beeinflusst.
Wikinews: Haben Sie schon einmal für ein politisches Amt kandidiert?
Ricado Lobo: Der Vorsitzende meiner Partei hat mich gefragt, ob ich bei den nächsten Wahlen kandidieren möchte. Ich bin in diesem Jahr Mitglied des Führungsgremiums der Grünen Partei geworden – bevor ich zu bloggen angefangen habe – dort verlangte ich ein Moratorium zur Abholzung der Wälder. Ich war schon immer ein sehr aktiver Umweltschützer.
Wikinews: Kann man sagen, dass brasilianische Politiker heute korrupter sind als früher?
Ricado Lobo: Ich bin der Meinung sie sind weniger diskret. Die Verbindung aus Politk und Korruption gibt es in jedem Land der Welt. In jedem Teil der Welt sind viele Interessen involviert.

Der Skandal

Wikinews: Gab es schon in der Vergangenheit ähnliche politische Skandale in Brasilien?
Ricado Lobo: Nicht in diesem Ausmaß. Die Summe des Geldes, dass da geflossen ist, ist riesig. Das Problem ist, dass die drei Gewalten in Brasilien: Legislative, Exekutive und Judikative mit der Sache vertraut waren. Jedes Ministerium hatte Probleme mit Ineffizienz und die Regierungspartei, die immer Moral und ethisches Verhalten verkörpert hat, wurde buchstäblich eingeholt von den Dollars in ihren Taschen. (Lacht)
Wikinews: Wie weitreichend ist die Korruption? Dauert die Krise noch an und wird sie noch andauern?
Ricado Lobo: Die Krise wird sicherlich andauern, es gibt viele Dinge, die erklärt werden müssen. Der Große Zweifel besteht darin, ob Lula von allem gewusst hat oder nicht. Natürlich wusste er von der Existenz der Bestechung von Abgeordneten durch die Regierung, die nach dem Muster des sogenannten „mensalão“ stattfand.
Wikinews: Dauert der „mensalão“ noch an?
Ricado Lobo: Nicht genau in der Art, wie es zuvor vonstatten ging, aber ich glaube, dass es [Die Bestechung] immer noch existiert. Die Wahl von Aldo [Aldo Rebelo (PCdoB)] zum Präsident des Kongresses ist ein Beispiel dafür.
Wikinews: Glauben Sie, dass Lula über den „mensalão“ Bescheid wusste?
Ricado Lobo: Es ist sicher, dass er davon gewusst hat und Teil der Anordnung und Schaffung des Plans war. Ansonsten wird er in die Geschichte eingehen als der unwissendste aller brasilianischen Präsidenten.
Wikinews: Welche Rolle spielte der ehemalige Minister und Abgeordnete José Dirceu ihrer Meinung nach?

Hier stand einmal ein Bild, das von den Commons aus eingebunden wurde, dort aber gelöscht wurde.

Luiz Inácio Lula da Silva und Hugo Chávez, Ana Nascimento/ABr
Ricado Lobo: Ausführender Arbeiter, Chef der Regierung und ihrer Strategien. Er und Lula schufen diesen ganzen „mensalão“-Plan. Er, Lula, Hugo Chávez und Fidel Castro schufen einen Plan, um Südamerika in einen großen Kontinent für die weltweite Linke zu verwandeln. Der erste Schritt war Lula in Brasilien, dann folgte Evo Morales in Bolivien und so weiter. Jose Dirceu war ein Teil dieser Strategie.
Wikinews: Glauben sie, der Korruptionsskandal wird zu Ende gehen und es wird nichts übrigbleiben, oder es gibt „Pizza“, wie man es in Brasilien nennt?
Ricado Lobo: Tatsächlich gibt es viele „Pizzas“. Eine wurde schon serviert: Der Stimmenkauf der CPI. Es wird immer noch versucht weitere zu servieren. Aber ich denke, es wird nichts übrig bleiben. Die Politiker sind sehr kooperativ.
Ricado Lobo: Sie [Die Abgeordneten] wissen, dass ihre Tage gezählt sind, dies gilt besonders für die aus den großen Städten. Die aus den Provinzhauptstädten oder noch kleineren Städten wissen nicht einmal, was ein Computer ist und können die Bedeutung des Problems nicht einschätzen. Sie glauben, wenn ihr Name nicht in der Zeitung auftaucht, hat ihr Name damit auch überhaupt nichts zu tun. Vielleicht werde ich kurz vor den Wahlen eine Website erstellen, auf der ich alle Namen der Inkompetenten aus dem Nationalkongress auflisten werde.
Ricado Lobo: Wovon wird nichts übrigbleiben? Von den Ermittlungen oder vom Skandal?
Ricado Lobo: Die Ermittlungen werden von den wichtigen Parteien, der Arbeitspartei und den Sozialdemokraten bis zu einer akzeptablen Grenze weitergeführt werden. Sie werden dann aufhören, wenn es für die Bevölkerung „genug“ ist.

Reaktion der Bevölkerung

Wikinews: Wie beurteilen die normalen Menschen auf der Straße diese Angelegenheit?
Ricado Lobo: Jeder ist enttäuscht, weil die Menschen gedacht haben, dass sich alles [Korruption, die Politiker usw.] verändern wird. Es hat sich wirklich verändert, aber zum schlechten. Das amateurhafte Verhalten des Kommunikationsteams des Präsidenten Lula trug auch sehr viel dazu bei, es fehlte ihnen an professioneller Erfahrung.
Wikinews: Sind die Menschen in Brasília zu sehr aufgebracht?
Ricado Lobo: Niemand ist aufgebracht über die Regierung in Brasilia. Der große Teil der Bevölkerung der Stadt arbeitet für die Bundesregierung, es ist daher wirklich eine besondere Stadt. Und sie ist wunderschön.
Wikinews: Aber es gibt noch Menschen, die dem Präsidenten Lula vertrauen, ist das richtig?
Ricado Lobo: Die Zahl derer wird von Tag zu Tag kleiner. Aber es gibt ja auch noch Menschen, die an den Weihnachtsmann glauben (lacht). Es tut mir leid, aber ich weiß nicht, wie ich über Lula sprechen soll, ohne einen Witz zu machen. (Lacht)

Roberto Jefferson

Wikinews: Warum hat Roberto Jefferson Ihrer Meinung nach den Skandal offengelegt?
Ricado Lobo: Eine gute Frage. Er hat sich einen Strick um den Hals gelegt [Bildlich!]. Tatsächlich hat er eine Atombombe zur Detonation gebracht, ohne zu wissen, wer ihn dafür angreifen wird. Die Personen, die ihn dafür angegriffen haben, waren seine Parteifreunde und nicht José Dirceu. Das hat mit den vier Millonen Real zu tun, die sie sich geteilt haben. Aber es gab noch viel mehr Geld, aber nur vier [Millionen] haben sie sich geteilt. Das ist der Ursprung der Krise, die von ihm [Jefferson] offengelegt wurde.
Wikinews: Es scheint, als haben sie sich mit dem ehemaligen Abgeordneten Roberto Jefferson angefreundet. Können Sie uns etwas über ihn erzählen? Was denkt er über Ihr Blog?
Ricado Lobo: Wir wurden Freunde und er war dankbar für die von mir bewirkten Verbesserungen an ihm und seiner Familie. Er hat gesagt, ich sei sehr kompetent und dass ich eines der besten Ergebnisse der ganzen Krise sei.
Wikinews: Gibt es noch andere Abgordnete der Arbeiterpartei (PT), die neben Roberto Jefferson wohnen?
Ricado Lobo: Ja, sie wohnen alle hier in dieser Gegend. Zum Beispiel: Der Abgordnete Greenhalg [Luiz Eduardo Greenhalg] von der PT wohnt auch in unmittelbarer Nachbarschaft von mir. Rebelo [Aldo Rebelo], der Präsident des Kongresses, ebenso. Fast jeder von ihnen woht im 302 Nord [Name des Häuserblocks].
Wikinews: Ist das eine schöne bzw. eine wohlhabende Gegend?
Ricado Lobo: Brasília unterscheidet sich von anderen Städten der Welt; sie ist gekennzeichnet durch Häuserblocks, nicht durch Straßen. Ich wohne in einem Häuserblock, wo sonst nur Parlamentsabgeordnete leben, unter ihnen auch Roberto Jefferson. Abgeordnete sind sehr reich, natürlich. Politik macht Menschen reicher in Brasilien. (Lacht)
Wikinews: Nimmt Roberto Jefferson immer noch Gesangsunterricht? Was singt er gerne?
Ricado Lobo: Ja er macht weiter damit. Er wird nun von einem Bariton aus dem Stadttheater von Rio de Janeiro unterrichtet. Er hat jeden Nachmittag Gesangsunterricht, wenn er in der Stadt ist. Er mag romantische Sänger und lyrische Lieder. Er singt: Mein Weg, Io che amo solo te, Dio come ti amo und andere italienische Lieder, zum Beispiel das von Andrea Bocelli.
Wikinews: Würde Roberto Jefferson auch für ein Interview mit Wikinews zur Verfügung stehen?
Ricado Lobo: Ich glaube schon, er ist ein Mensch, der offen für alles ist. Das Problem ist, dass er sehr wenig Erfahrung mit der Tastatur hat. An einem Tag hat er einen Kommentar in meinem Blog geschrieben und er konnte ihn später nicht mehr finden. Vielleicht könnte jemand für ihn tippen, das könnte eine Lösung sein.
Wikinews: Es ist offensichtlich, dass wir an unserer Technik für Interviews arbeiten müssen, weil wir auch Menschen befragen wollen, die nicht sehr technikversiert sind. Vielleicht wird es in der Zukunft telefonische Interviews geben.

Schlussbemerkungen

Wikinews: Danke, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben. Der Platz für die Schlussbemerkung gehört ihnen.
Ricado Lobo: Die Krise in Brasilien zeigt, dass die junge brasilianische Demokratie sich auf dem richtigen Weg befindet. Neben all den Problemen, die der Skandal uns verursacht hat, wurde eines bewiesen: Die politische Reife der Bevölkerung. Was wir nun benötigen, ist politische Reife bei den Politikern, die immer noch in den letzen beiden Jahrhunderten leben. Das Blog „Vizinho do Jefferson“ (Der Nachbar von Jefferson) brachte eine neue Herangehensweise an die politische Berichterstattung und die brasilianische Presse wurde dadurch ebenfalls bereichert. Wir haben uns alle gegenseitig bereichert.
Ricado Lobo: Ich danke Ihnen für eure Geduld [Der Interviewtermin musste einmal verschoben werden]. Es war mir eine Ehre und eine große Freude, der erste Interviewpartner für das Wikinews-Portal im neuen Jahr zu sein. Ihr könnt mir eine E-Mail schreiben: vizinhodojefferson/at/gmail.com.
Wikinews: Vielen Dank, Herr Lobo.
Ricado Lobo: Eine Umarmung an euch alle und vielen Dank für das Interesse für mein Land. Brasilien ist immer einen Besuch wert. Dieses Land ist wunderbar. Vielen Dank.

englischsprachige Quelle Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines fremdsprachigen Artikels (mit originärer Berichterstattung) vom 13.01.2006

Quellen

  • Deutsche Welle Online: „Kategorie: Best journalistic blog Portuguese“ (keine Datumsangabe) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar
  • Deutsche Welle Online: „Ergebnisse im Überblick“ (keine Datumsangabe) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar
  • taz.de: „Totengräber der Arbeiterpartei Lulas“ (16.09.2005)

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October 24, 2005

Brasilianer stimmen gegen Waffenverbot

Brasilianer stimmen gegen Waffenverbot – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Brasilianer stimmen gegen Waffenverbot

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Artikelstatus: Fertig 22:50, 24. Okt. 2005 (CEST)
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Rio de Janeiro (Brasilien), 24.10.2005 – In einem Referendum sprachen sich gestern überraschend 64 Prozent der brasilianischen Bevölkerung gegen ein Verbot von Waffenverkäufen in ihrem Land aus. Nur 36 Prozent der circa 120 Millionen Teilnehmer des Referendums stimmten für ein solches Verbot. Alle Bürger zwischen 18 und 70 Jahren waren verpflichtet, an dem Volksentscheid teilzunehmen. Auch 16- und 17-jährige Jugendliche waren stimmberechtigt.

Jährlich sterben fast 40.000 Menschen in Brasilien durch den Einsatz von Schusswaffen, durchschnittlich alle 15 Minuten wird ein Mensch ermordet. Damit fallen weltweit nur in Venezuela mehr Menschen dem Gebrauch von Schusswaffen zum Opfer.

Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, Bürgerrechtler und die katholische Kirche hatten in der Vergangenheit vermehrt für ein Waffenverbot geworben und damit die Initiative der Organisation „Viva Rio“ unterstützt. Noch vor einiger Zeit ergaben Umfragen, dass fast 80 Prozent der Brasilianer ein Waffenverbot befürworteten. Waffenhersteller schafften es jedoch, durch ihr Argument, ein Verbot nütze hauptsächlich Kriminellen, die Stimmung in den letzten Wochen kippen zu lassen. Die brasilianische Polizei hat den Ruf, korrupt zu sein und ineffizient zu arbeiten. Dies führt dazu, dass sich viele Menschen ohne Waffen schutzlos fühlen.

Antonio Rangel, der Koordinatior der Initiative „Viva Rio“, bewertete das Ergebnis des Volksentscheids als Protest gegen die brasilianische Sicherheitspolitik und die Regierung Luiz Inácio Lula da Silvas. Da Silva sieht sich seit einigen Monaten immer wieder massiven Korruptionsvorwürfen ausgesetzt.

Die US-amerikanische Waffenlobby hingegen sprach bezüglich des Ausgangs des Referendums von einem „Sieg für die Freiheit“.

Quellen

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August 29, 2005

Entwaldung des Amazonas-Regenwalds verlangsamt sich

Entwaldung des Amazonas-Regenwalds verlangsamt sich

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Brasília (Brasilien), 29.08.2005 – Laut Schätzungen des brasilianischen Umweltministeriums wurden im Zeitraum von August 2004 bis Juli 2005 ungefähr 9.000 Quadratkilometer Wald im Amazonasbecken gefällt. Damit hat sich das Ausmaß der Entwaldung des Amazonas-Regenwalds im Vergleich zum Zeitraum von 2003 bis 2004 etwa halbiert.

Die Regierung gibt als Ursache für die langsamere Entwaldung des Amazonas-Regenwalds die neuen Schutzgesetze an. Umweltminister Marina da Silva sagte, dass die Zahlen das Ergebnis verstärkter Kontrollen seien. Zudem spielten Projekte zur nachhaltigen Entwicklung eine wichtige Rolle. Umweltschutzgruppen sehen in den von der brasilianischen Regierung vorgelegten Schätzungen eine gute Nachricht, geben aber andere Gründe für die Entwicklung an.

Die Umweltschutzorganisation WWF begrüßt die Bemühungen der Regierung, Schutzgebiete auszuweiten und die Kontrollen im Amazonas-Gebiet zu verstärken. Die Organisation sieht aber in sinkenden Gewinnen und Investitionen im Agrarsektor die Hauptursachen für die verlangsamte Entwaldung des brasilianischen Regenwalds. Eine wesentliche Ursache für die Entwaldung des Waldes in Brasilien ist die Schaffung von landwirtschaftlich nutzbaren Flächen. Generell bemängelt der WWF, dass mit der satellitengestützten Überwachung des Regenwalds nur Schätzungen und keine präzisen Daten erstellt werden könnten. Die geringere Zahl sei weniger ein Ergebnis der Maßnahmen der Regierung, sondern ein Ergebnis der schlechten wirtschaftlichen Lage des Landes, so die Organisation. Der Preis für Soja sank zwischen März 2004 und August 2005 um 36 Prozent. Die Abwertung des US-Dollars im Vergleich zur brasilianischen Währung habe zusätzlich die Gewinne reduziert.

Die Umweltschutzorganisation fordert von der brasilianischen Regierung ein besseres Waldmanagement, sowie ein besseres Verfahren bei der Planung von Nutzflächen. Maßnahmen gegen illegale Rodungen werden zwar begrüßt, seien aber, laut WWF, nicht ausreichend um große Flächen Wald zu schützen.

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May 19, 2005

Abholzung des Amazonas-Regenwalds nimmt zu

Abholzung des Amazonas-Regenwalds nimmt zu

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Brasília (Brasilien), 19.05.2005 – Von der brasilianischen Regierung veröffentlichte Statistiken zeigen, dass sich das Ausmaß der Abholzung der Wälder im Amazonasbecken vergrößert hat. Die Statistiken beruhen auf Satellitendaten der brasilianischen Weltraumbehörde INPE.

Im Zeitraum zwischen August 2003 und August 2004 wurde eine Fläche von 26.000 km² Wald gefällt, was einer Fläche entspricht, die etwa halb so groß ist wie die Schweiz. Dies entspricht einer Zunahme von sechs Prozent im Vergleich zu der zwölfmonatigen Periode bis August 2003.

Amazonas bei Manaus (Quelle: Satellitenaufnahme)

Brazil map 2014.png

Nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF wurden bisher 17,3 Prozent des Regenwalds abgeholzt. Umweltschützer argwöhnen, dass der brasilianischen Regierung der Handel mit Fleisch und Soja wichtiger sei als der Schutz des Amazonas-Regenwalds.

Das Ausmaß der Abholzung im vergangenem Jahr war das zweithöchste seit Beginn der Berechnungen. Im Jahr zuvor verlor das Gebiet rund 23.000 km² an Wäldern.

Aufgrund der alarmierenden Zahlen hat die Regierung von Präsident Luis Inacion Lula da Silva das „Amazon Protected Areas Program“ (ARPA) initiiert. Im Zuge des Programms wurden die größten Naturschutzgebiete der Welt geschaffen sowie die Satellitenüberwachung der betroffenen Gebiete verstärkt.

Paulo Adario, ein lokaler Greenpeace-Koordinator, vertritt die Meinung, dass die Zahlen eine Tragödie seien, die zeigten, dass die Eindämmung der Abholzung bei der Regierung keine Priorität genieße.

Ein großer Teil der Wälder wurde gerodet oder abgeholzt, um Raum für landwirtschaftlich nutzbares Land zu gewinnen. Besonders betroffen ist der Bundesstaat Mato Grosso, wo im letzten Jahr beinahe die Hälfte der 26.000 km² Regenwald abgeholzt wurde. Greenpeace erhebt daher schwere Vorwürfe gegen den Gouverneur des Bundesstaates, der selbst ein Soja-Geschäftsmann ist.

Die Abholzung gefährdet einen der größten Lebensräume der Erde, in dem 40-60 Prozent aller auf der Erde lebenden Arten leben. Zudem werden Einflüsse auf die Erderwärmung befürchtet.

Quellen

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April 21, 2005

Ecuador: Staatspräsident Lucio Gutiérrez abgesetzt

Ecuador: Staatspräsident Lucio Gutiérrez abgesetzt

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Quito (Ecuador), 21.04.2005 – Das Parlament in Ecuador hat gestern den Staatspräsidenten, Lucio Gutiérrez, für abgesetzt erklärt. Das Militär hat diese Absetzung maßgeblich unterstützt. Die Begründung für diesen Schritt lautete offiziell: Amtsvernachlässigung, Unterdrückung von Demonstrationen und Verletzung der Verfassung.

In Quito hat der Vizepräsident Alfredo Palacio die Staatsgeschäfte übernommen. Militärchef, General Víctor Rosero, hat sich von der bisherigen Regierung distanziert und weitere Unterstützung abgelehnt. Er rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Palacio ist damit der fünfte Präsident Ecuadors innerhalb der letzten acht Jahre.

Gleichzeitig hat die Justizbehörde Ecuadors, vertreten durch Interims-Generalstaatsanwältin Cecilia Armas, die Festnahme von Präsident Gutiérrez angeordnet. Sie begründetet diesen Schritt damit, sie sei überzeugt, dass Gutiérrez die blutige Unterdrückung von Demonstranten aus politischen Gründen befohlen habe.

Gutiérrez ist nach Bekanntwerden des Haftbefehls in das Haus des brasilianischen Botschafters geflüchtet. Gutiérrez scheiterte mit dem Versuch, das Land mit einem Flugzeug zu verlassen, weil Demonstranten das Rollfeld gestürmt hatten. Daraufhin hat nach Angaben der brasilianischen Botschaft in Quito die Regierung Brasiliens Gutiérrez politisches Asyl gewährt.

Gegner des Präsidenten demonstrierten seit Tagen, vor allem in der Hauptstadt Quito, gegen dessen Regierungsstil. Lucio Gutiérrez hatte versucht, mit der Entlassung unpopulärer Richter sowie durch die Ausrufung des Ausnahmezustands die Proteste einzudämmen. Die Regierungskrise begann im Dezember 2004, als der Oberste Gerichtshof mit den Stimmen der Parlamentsmehrheit aufgelöst wurde. Die obersten Richter hatten im Zuge eines gescheiterten Amtsenthebungsverfahrens gegen Gutiérrez die Position der Opposition vertreten. Die Großkundgebungen richteten sich aber auch gegen Korruption und Armut. Unter anderem wurde die Schaffung einer nationalen Währung anstelle des US-Dollars gefordert.

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March 30, 2005

Zapatero beschließt Kooperation mit Brasilien, Kolumbien und Venezuela

Zapatero beschließt Kooperation mit Brasilien, Kolumbien und Venezuela

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Hier stand einmal ein Bild, das von den Commons aus eingebunden wurde, dort aber gelöscht wurde.

Luiz Inácio Lula da Silva und Hugo Chávez in Ciudad Guayana, Venezuela (Photo Ricardo Stuckert/PR)

Caracas (Venezuela), 30.03.2005 – Spaniens Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero hat sich bei einem Gipfeltreffen in Ciudad Guayana mit den Präsidenten Brasiliens (Luiz Inácio Lula da Silva), Kolumbiens (Álvaro Uribe Vélez) und Venezuelas (Hugo Chávez) für eine verstärkte Kooperation dieser Länder ausgesprochen.

In Zukunft soll es weitere Treffen der Politiker geben, auf denen über Möglichkeiten der wirtschaftlichen Integration, sowie über Sicherheitsfragen wie die Bekämpfung des Terrorismus und des organisiertem Verbrechens diskutiert werden sollen. Die Sicherheit sei ein Schlüsselfaktor bei der Wahrung der Demokratie, sagte Zapatero.

Spanische Waffenexporte an Venezuela: Am Rande des Vierer-Gipfels verteidigte Zapatero die spanischen Rüstungsexporte an Venezuela und erklärte, dass der Handel rein defensiven Zwecken sowie der regionalen Stabilisierung diene.

Unter anderem will die Regierung Venezuelas acht Korvetten und Patrouillen-Boote sowie zehn Transportflugzeuge aus Spanien importieren. Das Volumen des Handels beläuft sich auf 800 Millionen bis 1,3 Milliarden Euro. Sowohl die US-Regierung, als auch die konservative Opposition in Spanien üben Kritik an dem Waffengeschäft.

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March 29, 2005

Brasilien will auf neue IWF-Kredite verzichten

Brasilien will auf neue IWF-Kredite verzichten

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Brasilien will auf neue IWF-Kredite verzichten

Brasília (Brasilien) / New York (Vereinigte Staaten), 29.03.2005 – Brasilien will aufgrund seiner guten wirtschaftlichen Situation keine neue Kreditvereinbarung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) anstreben.

Der IWF vergibt unter Auflagen befristete Kredite zur Überbrückung von Finanzkrisen an Regierungen. Der brasilianische Finanzminister Antonio Palocci erklärte, dass Brasilien eine derartige Hilfe in der jetzigen Situation nicht nötig habe. Im Januar 1999 war das Land in eine schwere Währungskrise geraten, die zu einer starken Abwertung des Reals führte. Dies hatte eine allgemeine Wirtschaftskrise zur Folge. Die derzeitige Kreditvereinbarung mit dem IWF, die zur Überbrückung der Finanzkrise von 1999 aufgenommen wurde, endet an diesem Donnerstag. Insgesamt bezog die brasilianische Regierung seit 2002 IWF-Kredite in Höhe von 26,2 Milliarden US-Dollar. Jedoch schuldet Brasilien dem IWF noch 23,2 Milliarden Dollar.

Im vergangenen Jahr verzeichnete die brasilianische Wirtschaft mit 5,2 Prozent Wachstum das größte Plus seit zehn Jahren. Auch die Außenhandelsbilanz des Landes wies 2004 einen deutlichen Überschuss von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf. Die brasilianische Regierung erklärt die wirtschaftliche Stabilisierung mit dem Hinweis auf die bessere Kontrolle der Außenhandelsbilanz.

In der Führungsebene des IWF wurde die Entscheidung der brasilianischen Regierung als Konsequenz ihrer Reformpolitik eingeordnet. Der amerikanische Finanzminister John W. Snow übermittelte dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva seine Gratulation und würdigte den Reformprozess, der Brasilien aus der Krise geführt habe.

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