Brasilien will auf neue IWF-Kredite verzichten

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Brasilien will auf neue IWF-Kredite verzichten

Brasília (Brasilien) / New York (Vereinigte Staaten), 29.03.2005 – Brasilien will aufgrund seiner guten wirtschaftlichen Situation keine neue Kreditvereinbarung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) anstreben.

Der IWF vergibt unter Auflagen befristete Kredite zur Überbrückung von Finanzkrisen an Regierungen. Der brasilianische Finanzminister Antonio Palocci erklärte, dass Brasilien eine derartige Hilfe in der jetzigen Situation nicht nötig habe. Im Januar 1999 war das Land in eine schwere Währungskrise geraten, die zu einer starken Abwertung des Reals führte. Dies hatte eine allgemeine Wirtschaftskrise zur Folge. Die derzeitige Kreditvereinbarung mit dem IWF, die zur Überbrückung der Finanzkrise von 1999 aufgenommen wurde, endet an diesem Donnerstag. Insgesamt bezog die brasilianische Regierung seit 2002 IWF-Kredite in Höhe von 26,2 Milliarden US-Dollar. Jedoch schuldet Brasilien dem IWF noch 23,2 Milliarden Dollar.

Im vergangenen Jahr verzeichnete die brasilianische Wirtschaft mit 5,2 Prozent Wachstum das größte Plus seit zehn Jahren. Auch die Außenhandelsbilanz des Landes wies 2004 einen deutlichen Überschuss von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf. Die brasilianische Regierung erklärt die wirtschaftliche Stabilisierung mit dem Hinweis auf die bessere Kontrolle der Außenhandelsbilanz.

In der Führungsebene des IWF wurde die Entscheidung der brasilianischen Regierung als Konsequenz ihrer Reformpolitik eingeordnet. Der amerikanische Finanzminister John W. Snow übermittelte dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva seine Gratulation und würdigte den Reformprozess, der Brasilien aus der Krise geführt habe.

Quellen