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November 16, 2015

Drama in Bayern: Mutter tötete mehrere Kinder nach der Geburt

Drama in Bayern: Mutter tötete mehrere Kinder nach der Geburt

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Veröffentlicht: 20:31, 17. Nov. 2015 (CET)
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Katholische Kirche in Wallenfels

Bayreuth (Deutschland), 16.11.2015 – Nach dem grausigen Fund von acht toten Säuglingen in einem Wohnhaus im oberfränkischen Wallenfels hat eine 45jährige Frau gestanden, einige der Kinder lebend zur Welt gebracht und getötet zu haben. Die Motive der Taten sind bisher unklar. Aufgrund von rechtsmedizinischen Untersuchungen könnten sechs der Kinder bei der Geburt lebensfähig gewesen sein.

Nach den bisherigen Erkenntnissen wird davon ausgegangen, dass die Frau aus psychiatrischer Sicht gestört ist. Sie ist verheiratet und hatte mit ihrem Mann 15 Jahre lang in dem Haus gewohnt. Unklar ist, wieviele der toten Kinder aus dieser Beziehung stammen und welche Rolle der Ehemann bei den Taten gespielt hat. Die Frau hatte sich vor einigen Wochen von ihm getrennt und war in eine nahegelegene Pension gezogen. Gegenwärtig lebt der Ehemann noch mit drei minderjährigen Kindern in dem Haus.

Der Tatort ist eine kleine Stadt in Oberfranken mit rund 2800 Einwohnern. Die meisten Menschen sind katholisch. Nach der katholischen Lehre gilt nicht nur die Abtreibung eines ungeborenen Kindes als Sünde, sondern auch die meisten Maßnahmen zur Schwangerschaftsverhütung werden abgelehnt. Papst Franziskus hatte Anfang des Jahres zu einem verantwortlichen Umgang mit dem Thema Schwangerschaft aufgerufen.

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March 9, 2006

Mutter der neun toten Säuglinge kommt nicht wegen Mordes vor Gericht

Mutter der neun toten Säuglinge kommt nicht wegen Mordes vor Gericht

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Artikelstatus: Fertig 16:49, 9. Mrz. 2006 (CET)
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Brieskow-Finkenheerd / Frankfurt (Oder) (Deutschland), 09.03.2006 – Am 27. April beginnt der Prozess gegen die Frau, die zwischen 1988 und 1999 ihre neun neugeborenen Kinder getötet haben soll. Gefunden wurden alle Leichen Ende Juli 2005 in Brieskow-Finkenheerd bei Frankfurt an der Oder.

Heute gab ein Sprecher des zuständigen Landgerichts in Frankfurt (Oder) die Anklage bekannt. Sie wird nicht auf Mord, wie es die Staatsanwaltschaft gefordert hatte, lauten, sondern auf achtfachen Totschlag. Im Fall des neunten toten Babys wird nicht verhandelt. Das Kind starb im September 1988. Da Totschlag nach 10 Jahren verjährt, kann der Fall nicht mehr verhandelt werden.

Am 1. August wurde die Frau in Untersuchungshaft genommen, auf sie kann ein Strafmaß in Höhe von 15 Jahre Haft zukommen. Hätte die Anklage auf Mord gelautet, hätte es eine lebenslange Haft werden können. Die Frau musste sich im Dezember 2005 einer Krebsoperation unterziehen.

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December 26, 2005

Brieskow-Finkenheerd: Mutter der neun toten Säuglinge schwer krank

Brieskow-Finkenheerd: Mutter der neun toten Säuglinge schwer krank

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Artikelstatus: Fertig 21:59, 26. Dez. 2005 (CET)
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Brieskow-Finkenheerd / Frankfurt (Oder) (Deutschland), 26.12.2005 – Die Frau aus Brieskow-Finkenheerd, die sich in Untersuchungshaft befindet, weil sie zwischen 1988 und 1999 ihre neun neugeborenen Kinder getötet haben soll, ist schwer an Krebs erkrankt. Der Gefängnisfrauenarzt hat die Diagnose bei der 40-jährigen Sabine H. gestellt.

Bereits am 13. Dezember wurde Frau H. im Evangelischen Krankenhaus in Luckau operiert. Nach Angaben des Arztes hat der Tumor bereits Metastasen gebildet. Frau H. wiege nur noch 45 Kilogramm.

Am 31. Juli 2005 wurden die Leichen der Babys in Brieskow-Finkenheerd bei Frankfurt (Oder) auf dem Grundstück der Frau gefunden. Am 1. August wurde sie in Untersuchungshaft genommen.

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August 4, 2005

Schönbohms SED-Proletarisierungsthese von allen Seiten zurückgewiesen

Schönbohms SED-Proletarisierungsthese von allen Seiten zurückgewiesen

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Berlin (Deutschland), 04.08.2005 – Die Kommentierung des brandenburgischen Innenministers Jörg Schönbohm bezüglich eines spektakulären Fundes von mehreren Neugeborenenleichen auf einem ostdeutschen Grundstück ist von Politikern aller Parteien scharf zurückgewiesen worden. Der Kritik haben sich auch Vertreter von Schönbohms eigener Formation, der CDU/CSU, angeschlossen.

Schönbohm hatte den Fund mit den Worten kommentiert: „Ich glaube, dass die von der SED erzwungene Proletarisierung eine der wesentlichen Ursachen ist für Verwahrlosung und Gewaltbereitschaft.“

Der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), der mit Schönbohm eine große Koalition führt, glaubte, seinem Vize bescheinigen zu können, er habe mit dieser Äußerung der Linkspartei eine Steilvorlage geliefert. Gleichwohl werde er ihn nicht entlassen, denn „einen Fehler hat jeder frei“.

Der sachsen-anhaltinische Ministerpräsident Wolfgang Böhmer, gleichfalls von der CDU, hat die Schönbohm-Hypothese für sachlich nicht zutreffend befunden. Böhmer kann als Gynäkologe mit jahrzehntelanger Berufspraxis in der Geburtshilfe für sich in Anspruch nehmen, über ein gewisses Expertenwissen auch zu dem Phänomen der Kindstötung zu verfügen. Die Kindstötung unmittelbar nach der Geburt kann in einigen Fällen aufgrund medizinischer Indikationen auftreten; so ist das Aufkommen postnataler akuter psychischer Störungen ein immer wieder beobachtetes Phänomen. Der Gesetzgeber hat diesen Sachverhalt entsprechend berücksichtigt; die Kindstötung ist von anderen Tötungshandlungen strafrechtlich abgetrennt worden und zieht regelmäßig eine mildere Bestrafung nach sich. Diese Abgrenzung beruht nicht nur auf dem möglichen Vorliegen der medizinischen Indikation, sondern auch auf dem soziologischen Befund, dass die Geburt eines Kindes für viele Mütter eine akute, bisweilen existenzgefährdende, soziale und ökonomische Notlage darstellt; als Beispiele seien hier Vergewaltigungsopfer und minderjährige Mütter erwähnt.

Neben Platzeck und Böhmer haben auch der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle und der innenpolitische Experte der Sozialdemokraten, Dieter Wiefelspütz, die schönbohmsche Erklärungshypothese scharf zurückgewiesen. Beide forderten unabhängig voneinander eine medienöffentliche Entschuldigungserklärung.

Der christdemokratische Bundestagsabgeordnete Günter Nooke, dem als ehemaligem DDR-Oppositionellen im allgemeinen zuerkannt wird, eine gewisse Kompetenz in Fragen der DDR-Gesellschaft zu haben, hat die Schönbohm-Hypothese ebenfalls als unzutreffend abgelehnt.

Jörg Schönbohm selbst hat, obwohl gebürtiger Brandenburger, keine DDR-Sozialisation erfahren; vielmehr blickt der Minister auf eine jahrzehntelange Karriere bei der Bundeswehr zurück, und vor dem Amtsantritt in Potsdam war er Innensenator Berlins. Der Ex-General wurde in der jüngsten Vergangenheit auch als möglicher Verteidigungsminister in einer Bundesregierung Angela Merkel (CDU) gehandelt. Jörg Schönbohm gilt als innenpolitischer „Hardliner“.

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August 2, 2005

Nach dem Fund von neun toten Säuglingen: Mutter legt Teilgeständnis ab

Nach dem Fund von neun toten Säuglingen: Mutter legt Teilgeständnis ab

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Brieskow-Finkenheerd / Frankfurt (Oder) (Deutschland), 02.08.2005 – Die tatverdächtige Mutter der neun gefundenen Babyleichen hat heute ein Teilgeständnis abgelegt. Sie gestand, zwei der Säuglinge gleich nach der Geburt getötet zu haben. An die Geburten der anderen Kinder könne sie sich gar nicht mehr erinnern.

Staatsanwältin Bargenda erklärte gegenüber der Presse, die Frau habe erleichtert gewirkt, dass nun alles herausgekommen sei. Die 39-jährige Sabine H., arbeitslose Arzthelferin, war bis vor kurzem verheiratet. Die Ehe sei sehr konfliktvoll gewesen, oft habe sich der Mann über längere Zeit außerhalb aufgehalten. In solchen Zeiträumen geschahen dann wohl auch die Kindstötungen.

Sobald die Wehen einsetzten, betrank sich die Frau nach eigener Aussage bis zur Besinnungslosigkeit; im Alkoholrausch tötete sie dann ihre Neugeborenen. Die Tötung der beiden Ältesten gab sie zu, an die anderen Fälle könne sie sich nicht mehr erinnern, sie habe einen Filmriss gehabt.

Nach wie vor gibt es in dem Fall Rätsel. Ob der geschiedene Ehemann wirklich der Vater aller Kinder war, ist schwer festzustellen, da die Leichen aufgrund der fortgeschrittenen Verwesung diesbezüglich nicht mehr untersucht werden können. Teilweise ist es nicht einmal mehr möglich, überhaupt das Geschlecht der Kinderleichen festzustellen.

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August 1, 2005

Frau soll neun Neugeborene ermordet haben

Frau soll neun Neugeborene ermordet haben

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Brieskow-Finkenheerd / Frankfurt (Oder) (Deutschland), 01.08.2005 – In dem kleinen brandenburgischen Ort Brieskow-Finkenheerd wurden auf einem Grundstück die menschlichen Überreste von neun Neugeborenen gefunden. Der Fund geschah zufällig, als eine Person auf dem Grundstück aufräumen sollte. Die Eigentümerin des Grundstücks steht im dringenden Tatverdacht der neunfachen Kindstötung. Sie hatte wahrscheinlich selbstausgetragene Neugeborene zwischen 1988 und 2004 getötet und dann in Blumentöpfen und -kästen auf dem Grundstück versteckt.

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June 27, 2005

Muttermilch bleibt die beste Ernährung für Säuglinge – ohne Wenn und Aber

Muttermilch bleibt die beste Ernährung für Säuglinge – ohne Wenn und Aber

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Hannover (Deutschland), 27.06.2005 – Medien und Manipulation. Wie die Medien junge Eltern verunsichern. Für viele Menschen sind Medien die erste Anlaufstelle bei ihrer Meinungsbildung. Dabei wird oft vergessen, dass – im Gegensatz zu einem Lexikon oder einem wissenschaftlichen Nachschlagewerk – Medien nicht den Anspruch haben, umfassend zu informieren. Es gelangt nur das ins öffentliche Bewusstsein, was in den Medien berichtet wird. Der Philosoph Arthur Schopenhauer hat treffend gesagt: „Die Macht der Zeitung besteht im Weglassen.“ Die Öffentlichkeit wird durch das Setzen von Schwerpunktthemen manipuliert. Informationen werden ausgewählt, andere verschwiegen oder nur einseitig wiedergegeben. Ein aktuelles Beispiel dieser Manipulation ist der Umgang mit der Studie vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND).

Anliegen des BUND war es, mit der Veröffentlichung ihrer Studie am 14. Juni 2005 auf eine verfehlte Chemikalienpolitik hinzuweisen: „In vielen alltäglichen Dingen stecken giftige Chemikalien. In der Tagescreme ebenso wie im Babyfläschchen oder im neuen T-Shirt. Über die Jahre sammeln wir einen ganzen Giftcocktail in unserem Körper an – und nehmen unbewusst ein erhöhtes Krebsrisiko, Allergien oder Unfruchtbarkeit in Kauf. Das Unglaubliche daran: Wir wissen so gut wie nichts über die Schadstoffe, mit denen wir es zu tun haben. Für 95 Prozent der vermarkteten Chemikalien fehlen selbst die grundlegendsten Informationen.“

Dass es so nicht weitergehen kann, haben mittlerweile auch die Politiker begriffen. Mit dem für 2006 geplanten Chemikaliengesetz REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) sollen europaweit Bürger und Umwelt besser vor schädlichen Chemikalien geschützt werden. Der Grundgedanke: „Die chemische Industrie soll die Unbedenklichkeit ihrer Stoffe nachweisen – erst dann darf weiter vermarktet werden. Die Kosten dafür sind überschaubar, der Nutzen für unsere Gesundheit gar nicht hoch genug einzuschätzen.“ – so der BUND. Medien geben zur Zeit jedoch nur wieder, dass die Muttermilch belastet ist. Dass dies der Babynahrungsindustrie sehr entgegenkommt, ist naheliegend. Durch niedrige Geburtenraten und vermehrtes Stillen ist der Verkauf von Anfangsnahrung für Säuglinge zurückgegangen. Leider ist es so, dass unsere gesamte Umwelt belastet ist. Über die Muttermilch erreichen die Fremdstoffe, die die Mutter in ihrem Leben gespeichert hat, auch das Kind. Inzwischen wurden 350 verschiedene Fremdstoffe in der Muttermilch nachgewiesen, wieviel davon jedoch von den gestillten Kindern tatsächlich vom Organismus aufgenommen wird, ist weitgehend unbekannt. Dabei beginnen die Belastungen nicht erst mit dem Stillen, sondern bereits im Mutterleib, da die Fremdstoffe der Mutter das Kind über die Plazentaschranke erreichen. Niemand würde deshalb einer Mutter raten, nicht schwanger zu werden oder eine Schwangerschaft vorzeitig zu beenden. Unabhängig vom Stillen erfolgt die Belastung durch den Verzehr pestizidbelasteter Lebensmittel, über die Haut und die Atemluft durch Innenraum- und Außenluftbelastungen sowie durch die Aufnahme von Chemikalien, die in Gegenständen des alltäglichen Lebens stecken. Muttermilch ist ein idealer Bioindikator für die Belastung der Umwelt. Das gilt besonders für Stoffe, die sich bevorzugt in fetthaltigen Medien anreichern. Deshalb – und weil Muttermilch im Gegensatz zu Fettgewebsproben aus dem Körper von Erwachsenen leicht zu gewinnen ist – wird diese Bioindikatorfunktion gern genutzt. Die Muttermilchanalysen, die seit Mitte der achtziger Jahre durchgeführt werden, zeigen, dass die Trends für viele Chemikalien seit mehr als 15 Jahren rückläufig sind. Deshalb empfiehlt die Nationale Stillkommission Deutschlands das uneingeschränkte Stillen, „ohne wenn und aber“. „Für Säuglinge gibt es keine gesündere Nahrung als Muttermilch – die Industrie bringt bis heute kein Produkt zustande, das Kinder in den ersten Lebensmonaten auch nur annähernd so gut ernährt und vor Krankheiten schützt“, so das Niedersächsische Sozialministerium im Januar 2005. Muttermilch schützt den Säugling nicht nur im ersten Lebensjahr vor Infektionen, gestillte Säuglinge neigen im späteren Leben auch weniger zu Übergewicht. Übergewicht ist in Deutschland bei immer mehr Kindern zu sehen und bringt nachfolgende Erkrankungen und Kosten für die Gesellschaft mit sich. Gerade deshalb sollte das Stillen weiter gefördert werden.

Wenn in der Tageszeitung vom 20.06.2005 zu lesen ist‚ „Säuglinge sollten nach Ansicht des Berufsverbands der Umweltmediziner nur drei Monate gestillt werden“ – so der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Kurt Müller, am 19.06.2005 in der Fernsehsendung „ZDF-Umwelt“ -, dann sind die Mitglieder des Berufsverbandes der Umweltmediziner über das Stillen und Muttermilchernährung nicht richtig informiert und können sich gern an unseren Berufsverband wenden. Trotz der einseitigen und somit manipulierenden Meinung der Medien bleibt es bei der globalen Strategie für die Säuglings- und Kleinkinderernährung: „Stillen ist unübertroffen darin, ideale Nahrung für gesundes Wachstum und Entwicklung von Säuglingen zu liefern. Es ist außerdem wesentlicher Bestandteil des Fortpflanzungsprozesses mit wichtigen Auswirkungen auf die Gesundheit der Mütter.“

Als weltweite Gesundheitsempfehlung sollten Säuglinge während der ersten sechs Lebensmonate ausschließlich gestillt werden, um optimales Wachstum, Entwicklung und Gesundheit zu erlangen. Anschließend sollten Säuglinge angemessene und sichere Beikost erhalten, um ihre wachsenden Nahrungsbedürfnisse zu befriedigen, wobei gleichzeitig das Stillen bis zum Alter von zwei Jahren oder darüber hinaus fortgeführt wird. Allerdings sollten wir alles dafür tun, unsere Umwelt vor schädlichen Chemikalien zu schützen, unter anderem auch deshalb, damit die Muttermilch in Zukunft weniger Fremdstoffe enthält.

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March 25, 2005

Extreme Infektionsgefahr in Krankenhäusern der „Dritten Welt“

Extreme Infektionsgefahr in Krankenhäusern der „Dritten Welt“

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Karatschi (Pakistan), 25.03.2005 – Säuglinge, die in Krankenhäusern in Entwicklungsländern geboren werden, erkranken bis zu 20 Mal häufiger an einer Infektion als in der übrigen Welt. Wissenschafter der Aga Khan University machen dafür die schlechten hygienischen Bedingungen in den Geburtenstationen verantwortlich.

Sie gehen davon aus, dass gegen bis zu 70 Prozent der Neugeborenen-Infektionen eine Behandlung durch Antibiotika nicht möglich ist, weil die Erreger resistent sind. Die Angst vor einer Infektion könne die Menschen sogar daran hindern, in ein Krankenhaus zu gehen. Nach einem Bericht der BBC seien 62 Studien aus Asien, Afrika und Lateinamerika ausgewertet worden. Es werde geschätzt, dass jährlich 1,6 Millionen Babys in Entwicklungsländern Infektionen während der Schwangerschaft und nach der Geburt zum Opfer fallen. Drei Viertel dieser Todesfälle entfallen auf Südasien und Schwarzafrika, heißt es.

Der Ergebnisauswertung der Einzelstudien zufolge werde in Krankenhäusern häufig unhygienisch gearbeitet und damit das Infektionsrisiko dramatisch erhöht. In manchen Einrichtungen müssten drei Kinder ein Bett teilen. Nur ein bis zwei Krankenschwestern stünden durchschnittlich für eine Station mit 60 Säuglingsbetten zur Verfügung. Die Anzahl der Infektionen im Blutkreislauf sei bis zu 20 Mal höher als das Maximum von fünf pro 1.000 in den Industrieländern. Zahlreiche Infektionen würden durch den gegen Methicillin resistenten „Staphylococcus Aureus“ (MRSA) ausgelöst. In Südasien seien 56 Prozent aller getesteten Staphylococcus-Aureus-Proben gegen das Antibiotikum Methicillin resistent gewesen. MRSA sei in Magensonden, Kathedern, Brutkästen und Matratzen gefunden worden. Hauptverbreitungsursache für das häufige Auftreten des Staphylococcus Aureus seien jedoch die Hände des medizinischen Personals.

Eine weitere erhebliche Bedrohung gehe vom Bakterium „Klebsiella pneumoniae“ aus, das für den Tod von 320.000 Kleinkindern und Ungeborenen in den Entwicklungsländern verantwortlich gemacht wird. Das Team um Anita Zaidi kam der Meldung zufolge zu dem Schluss, dass die Infektionen auf einen Mangel an Wissen und Ausbildung in Kombination mit einer unzureichenden Infrastruktur und zu geringen finanziellen Mitteln zurückgeführt werden können. Die hohen Infektionsraten bedeuteten sogar, dass die Überlebenschancen eines Kindes durch die Einlieferung ins Krankenhaus potenziell verringert würden. Die Kontrolle der Infektionen in den Krankenhäusern der Entwicklungsländer müsse ein Teil des internationalen Programms zur Verbesserung des Gesundheitssystems werden, fordern die Wissenschaftler. Die Details der Studie wurden in The Lancet publiziert.

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