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June 24, 2012

Kenia: USA warnen von drohendem Anschlag

Kenia: USA warnen von drohendem Anschlag

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Veröffentlicht: 14:51, 24. Jun. 2012 (CEST)
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Mombasas Altstadt

Nairobi (Kenia), 24.06.2012 – Alle US-Beamten wurden am Samstag in einer Anweisung der US-Botschaft in Nairobi aufgefordert, die Küstenstadt Mombasa zu verlassen. Grund dafür sei, dass die USA einen Anschlag in Mombasa befürchtet. Alle in Mombasa liegenden Regierungseinrichtungen der USA bleiben bis zum 1. Juli geschlossen.

Zuvor schon nahmen kenianische Polizeikräfte zwei Iraner fest, die unter Verdacht stehen, Mitglieder einer Terrorzelle zu sein und Anschläge in Nairobi und Mombasa geplant zu haben. Der Erste wurde schon am Mittwoch in Nairobi festgenommen und der Zweite am Donnerstag in Mombasa. Den Polizeibehörden in Mombasa zufolge, wurden nach der Vernehmung der Verdächtigen Chemikalien gefunden, die sich zur Herstellung von Sprengsätzen eignen sollen.

Seit dem die Armee Kenias den Kampf gegen die Milizen der islamistischen al-Shabaab in Somalia aufnahm, warnte die US-Botschaft bereits vor Anschlägen in Kenia. In Nairobi und Mombasa gab es bereits vor einigen Monaten Anschläge. Die al-Shabaab wurde von Kenias Regierung beschuldigt, die Anschläge verübt zu haben; diese bekannte sich jedoch nie zu den Anschlägen. Bei einem Anschlag in Nairobi Ende Mai wurde ein Mensch getötet und mehr als 30 wurden verletzt. Nun befürchtet die USA, dass Kenia ein großangelegter Anschlag droht.

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November 7, 2011

Kenia: 2 Tote und 5 Schwerverletzte bei Anschlag auf Pfingstkirche

Kenia: 2 Tote und 5 Schwerverletzte bei Anschlag auf Pfingstkirche

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Veröffentlicht: 01:29, 7. Nov. 2011 (CET)
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Garissa (Kenia), 07.11.2011 – Bei einem Anschlag mit Handgranaten auf eine Pfingstkirchengemeinde in Garissa wurden am Samstag Abend zwei Personen getötet und fünf schwer verletzt. Die Explosion ereignete sich in einem Gebäude der Garissa East Africa Pentecostal church.

Augenzeugenberichten zufolge wurden zwei Granaten in das Gebäude geworfen, wovon die Erste nicht explodierte. Eines der Opfer wurde unmittelbar bei der Explosion getötet, ein weiteres starb während der Behandlung im Distriktkrankenhaus Garissa.

Bis in die Morgenstunden haben sich hunderte Personen am Schauplatz versammelt, während bewaffnete Armee- und Polizeikräfte die Gegend patrouillieren. Distriktsabgeordneter Aden Duale bezeichnete den Anschlag als unmenschlich und feige. Er rief die Öffentlichkeit zur Zusammenarbeit mit der Regierung auf und forderte alle verdächtigen Personen der Polizei zu melden. Der Vorsitzende der Dachorganisation für Muslime (Supkem – Division Garissa) in Kenia, Abdullahi Salat, verurteilte die Attentäter und den Angriff auf die Kirche. Die Urheber wollten den Samen der Zwietracht zwischen den Moslems und den Christen sähen, die bisher in Harmonie lebten.

Die Polizei zieht in Betracht, dass die islamistische Gruppe al-Shabaab für die Anschläge verantwortlich ist. Das Außenministerium der Vereinigten Staaten bezeichnet die al-Shabaab (arabisch:الشباب, „Die Jugend“ oder „Die Jungs“) als gewaltbereite und brutale Gruppe von Extremisten mit Verbindungen zur al-Qaida in Afghanistan. Das Ziel der al-Shabaab sei der Sturz der somalischen Regierung durch Einschüchterung und Gewalt.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Kenia
  • Nigeria: Rund 150 Menschen sterben bei Anschlägen einer islamistischen Sekte (06.11.2011)

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September 12, 2011

Flammeninferno nach Benzinexplosion in Kenia

Flammeninferno nach Benzinexplosion in Kenia

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Veröffentlicht: 12:00, 14. Sep. 2011 (CEST)
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Nairobi (Kenia), 12.09.2011 – Nach der Explosion an einer Pipeline der „Kenya Pipeline Company“ hat es einen Großbrand im dicht besiedelten Armenviertel Embakasi in Nairobi gegeben, welches zwischen der Innenstadt und dem Flughafen liegt. In dessen Folgen sind bisher 120 bestätigte Todesopfer, darunter viele Kinder, bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. 160 Verletzte wurden ins Kenyatta National Hospital gebracht. Zunächst wurden 75 Getötete gemeldet, wobei schon zu diesem Zeitpunkt eine Erhöhung der Opferzahlen nicht ausgeschlossen werden konnte. Die verkohlten Leichen wurden eingesammelt und in inzwischen ausgegebenen Leichensäcken abtransportiert, um die Seuchengefahr einzudämmen. Die Feuer sind inzwischen gelöscht.

Nach Angaben des Betreibers war ein Leck in der Pipeline Ursache für die Feuersbrunst, die sich rasch auf das gesamte Gebiet ausweitete. Zunächst sollen die Bewohner das Leck der Leitung entdeckt und begonnen haben, das daraus austretende Benzin aus dem Entwässerungsgraben in Behälter abzuschöpfen, als offenbar eine brennende Zigarette oder ein Streichholz für eine Explosion und einen Feuerball am Entwässerungsgraben sorgte, wonach viele Menschen verbrannten oder brennend in den Fluss sprangen und darin ertranken.

Der kenianische Ministerpräsident Raila Odinga besuchte die Verletzten im Krankenhaus. „Das ist ein schrecklicher Unfall“, erklärte er. Seine Regierung werde die Behandlungskosten der Betroffenen übernehmen und Hinterbliebene finanziell entschädigen, versprach er. Odinga hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Betreiber einleiten lassen.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Afrika
  • Portal:Brände

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September 1, 2011

Kenia: Forscher entdecken ältesten Faustkeil der Welt

Kenia: Forscher entdecken ältesten Faustkeil der Welt

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Veröffentlicht: 13:24, 1. Sep. 2011 (CEST)
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Faustkeil (Archivbild)

Kenia, 01.09.2011 – Im Turkana-Becken in Kenia haben Forscher um Christopher Lepre von der Columbia University einen 1,76 Millionen Jahre alten Faustkeil gefunden.

Unsere Vorfahren Homo erectus stellten den Faustkeil her, er war ihr Werkzeug. In Europa hat sich der Faustkeil erst vor weniger als einer Million Jahren verbreitet.

Der bislang älteste gefundene Faustkeil ist 300.000 Jahre jünger als der jetzt in Kenia gefundene.

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May 27, 2010

Kenia: Richter erklären islamische Gerichte für illegal

Kenia: Richter erklären islamische Gerichte für illegal

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Veröffentlicht: 23:44, 27. Mai 2010 (CEST)
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Kenia

Nairobi (Kenia), 27.05.2010 – Seit Ende der Kolonialzeit regelt die muslimische Minderheit in Kenia viele rechtliche Angelegenheiten selber. Die muslimischen Gerichte, sogenannte „Kadi-Courts“, kommen insbesondere bei Fällen des Familienrechts wie Scheidungen, Ehebruch und Erbstreitigkeiten zum Einsatz. Grundlage der Rechtsprechung bildet hierbei die Scharia.

Nachdem christliche Kirchen vor sechs Jahren dagegen geklagt hatten, erklärte nun ein Richterausschuss diese Gerichte für unvereinbar mit der kenianischen Verfassung. In dem säkularen Staat gelte die weltanschauliche Gleichbehandlung, so dass eine Gerichtsbarkeit, die den Islam bevorzuge, illegal sei.

Im August findet ein Referendum über den Entwurf einer neuen Verfassung statt. Nachdem es im Umfeld der Wahlen 2007 zu Unruhen zwischen verschiedenen Volksgruppen gekommen war, sollen dort die Machtverhältnisse neu geregelt werden.

Da die Landesgrenzen in Schwarzafrika meist noch aus der Kolonialzeit stammen, umfassen Staaten dort oft eine Vielzahl konkurrierender ethnischer und religiöser Gruppen was vielfach zu Konflikten führt. Unterschiedliche Rechtssysteme in einem Staat sind daher als Zugeständnisse an einzelne Gruppen keine Seltenheit. Während auch fundamentalistische Christen ihre religiös motivierten Rechtsvorstellungen in das jeweilige Landesrecht zu integrieren versuchen, sind es insbesondere islamische Gruppen, die eine religiöse Rechtsprechung fordern. Im muslimischen Norden Nigerias gilt beispielsweise sogar muslimisches Strafrecht. Dort war es im sogenannten Scharia-Konflikt ebenfalls zu blutigen Unruhen gekommen.

Islamische Rechtsprechung für Minderheiten ist jedoch nicht nur auf Afrika beschränkt. Auch in Griechenland können Muslime bestimmte Angelegenheiten nach der Scharia anstelle des griechischen Rechts regeln lassen. In England und den Niederlanden gab es bereits Diskussionen über ähnliche Regelungen.

Kritiker sehen hierin eine Aushöhlung des säkularen Rechtsstaats. Auch sei die Scharia nicht vereinbar mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg urteilte in mehreren Verfahren, dass die Scharia „inkompatibel mit den fundamentalen Prinzipien in der Demokratie“ sei.

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Quellen

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September 16, 2009

Kenia: Über 30 Menschen sterben bei Kämpfen um Wasser

Kenia: Über 30 Menschen sterben bei Kämpfen um Wasser

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Veröffentlicht: 22:41, 16. Sep. 2009 (CEST)
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Lage des Rift Valleys in Kenia

Laikipia District (Kenia), 16.09.2009 – Mehr als 30 Menschen sind gestern im Norden Kenias bei Kämpfen um knappe Wasservorräte ums Leben gekommen, unter ihnen Frauen und Kinder. Dutzende Menschen wurden verletzt. Hintergrund des Konflikts, der im Laikipia District im Rift Valley ausgetragen wurde, ist eine Dürre, von der neben dem Norden Kenias auch die angrenzenden Staaten Sudan und Uganda betroffen sind. Viele Rinder sind bereits der Dürre zum Opfer gefallen, Feldfrüchte sind verdorrt. Dies hat zu einer angespannten Situation geführt. Viele Menschen befinden sich auf der Flucht. Durch eine verstärkte Polizeipräsenz in der Region sollen weitere Zusammenstöße verhindert werden.

In Agenturmeldungen und internationalen Medienberichten wird der Vorfall als Stammeskonflikt dargestellt. So berichtet der BBC-Korrespondent Nur Hassan, Auslöser der gewaltsamen Auseinandersetzung sei ein Angriff von Personen, die zur ethnischen Gruppe der Pokot zählten, auf eine Viehherde, die einer Gruppe Samburu gehörten, gewesen. Nur Hassan macht neben der Dürre die Regierung für die Gewalt mitverantwortlich, der es nicht gelänge, hart gegen illegalen Waffenbesitz vorzugehen. Bereits in der letzten Woche waren bei einem ähnlichen Überfall in der Gegend 15 Menschen getötet worden. Schätzungsweise 100 Familien sind vertrieben worden. Im Laikipia District haben derartige Auseinandersetzung um Weideland und Wasser eine lange Tradition. Durch die aktuelle Dürre hat sich die Lage aber erheblich verschlimmert.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Kenia

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February 1, 2009

Kenia: Über hundert Menschen sterben nach Tankwagenunglück

Kenia: Über hundert Menschen sterben nach Tankwagenunglück

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Veröffentlicht: 22:40, 1. Feb. 2009 (CET)
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Lage Kenias

Nakuru (Kenia), 01.02.2009 – Mindestens 111 Menschen starben als Folge eines Tankwagenunglücks am Samstagabend in der Nähe der Kleinstadt Molo 150 Kilometer südwestlich der kenianischen Hauptstadt Nairobi. 178 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, und wurden in nahe gelegene Krankenhäuser gebracht, drei Dutzend Verletzte mit Militärhubschraubern ins 180 km entfernte Nairobi.

Der Fahrer hatte die Kontrolle über einen Tanklastzug verloren, stürzte in den Straßengraben und war offenbar umgekippt. Daraufhin hatten viele Menschen, vor allem Frauen und Kinder, versucht, das auslaufende Benzin aufzufangen. Dazu sollen sie laut Meldung sogar von den herbeigeeilten Polizisten ermutigt worden sein, noch ehe die Feuerwehr am Unglücksort eintraf. Sie hätten für das Abpumpen Geld verlangt. Nach Aussagen eines Mitarbeiters des Roten Kreuzes in Kenia sowie anderer Augenzeugen soll die tödliche Explosion durch ein Streichholz ausgelöst worden sein, mit dem sich einer der Umstehenden eine Zigarette anzünden wollte. Die Druckwelle erfasste auch einen vollbesetzten Schulbus, was die hohe Zahl der getöteten Kinder erklärt. Anderen Aussagen zufolge soll das Feuer von einem wütenden Mann absichtlich entzündet worden sein. Die Explosion war so heftig, dass sie noch kilometerweit zu sehen war. Die Getöteten verbrannten größtenteils bis zur Unkenntlichkeit. Es wird befürchtet, dass sich diese Zahl wegen des kritischen Zustandes der Schwerverletzten noch erhöhen könnte.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Kenia

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March 6, 2008

Einigung in Kenia: Verfeindete Kontrahenten wollen Gewalt eindämmen

Einigung in Kenia: Verfeindete Kontrahenten wollen Gewalt eindämmen

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Veröffentlicht: 22:34, 6. Mär. 2008 (CET)
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Kenia, 06.03.2008 – Zwei Monate nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl einigten sich Oppositionsführer Raila Odinga und Präsident Mwai Kibaki in einem ersten Gespräch auf die Beilegung des gewaltsamen Konflikts. Von den Forderungen nach Beteiligung an der Macht im Land rückte jedoch keiner ab. Möglich wurde das Gespräch durch Vermittlungsbemühungen des UN-Generalsekretärs Kofi Annan, der zuerst in Einzelgesprächen mit beiden zusammenkam.

In Folge der Wahl war es im Land zu schweren Unruhen gekommen, die fast 700 Menschen das Leben kosteten. Über 250.000 Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben.

Themenverwandte Artikel

  • Internationale Kritik an der Präsidentschaftswahl in Kenia (01.10.2008)
  • Unruhen in Kenia dauern an (31.12.2007)
  • Kenia: Mwai Kibaki zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt (30.12.2007)

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January 1, 2008

Internationale Kritik an der Präsidentschaftswahl in Kenia

Internationale Kritik an der Präsidentschaftswahl in Kenia

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Veröffentlicht: 17:00, 1. Jan. 2008 (CET)
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Nairobi (Kenia), 01.01.2008 – Vor drei Tagen hat die staatlichen Wahlkommission Kenias das offizielle Ergebnis der Präsidentschaftswahl bekanntgegeben. Zum Sieger der Wahl wurde der bisherige Amtsinhaber Mwai Kibaki erklärt. Er soll die Wahl mit rund 230.000 Stimmen Vorsprung vor dem Oppositionspolitiker Raila Odinga gewonnen haben. In der Folge kam es zu Unruhen, bei denen laut der kenianischen Zeitung „East African Standard“ mindestens 160 Menschen gestorben sind, die meisten davon in Kisumu. Auch heute ist die Polizei in Nairobi und Kisumu mit einem Großaufgebot vertreten. Nun mehrt sich die internationale Kritik an der Wahl und dem Verhalten der Polizei.

Das US-Außenministerium scheint seine Haltung zu Mwai Kibaki innerhalb kurzer Zeit korrigiert zu haben. Gestern hatte Rob McInturff, ein Sprecher des US-Außenministeriums, Mwai Kibaki zum Wahlsieg gratuliert. Am gleichen Tag veröffentlichte das State Department eine kurze Stellungnahme von Tom Casey, dem stellvertretenden Außenamtssprecher, in der verhalten Kritik an der Wahl geübt wird. „Die Vereinigten Staaten sind besorgt über Unregelmäßigkeiten bei der Verkündung der Wahlergebnisse, die schnell im Rahmen der Verfassung und Gesetze geregelt werden sollten“, heißt es in Caseys Stellungnahme.

In einer gemeinsamen Stellungnahme des britischen Außenministers David Miliband und Douglas Alexander, dem Minister für internationale Entwicklung, wird der Verlauf der Parlamentswahl in Kenia, die fair und frei abgelaufen sei, begrüßt. Besorgt äußern sich die beiden Politiker aber über die Präsidentschaftswahl. „Wir teilen, was die Präsidentschaftswahl und die Stimmenauszählung betrifft, die ernsthafte Besorgnis, wie sie von der EU, kenianischen Wahlbeobachtern und den USA geäußert worden ist“, heißt es in der Pressemitteilung.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon forderte gestern von den Sicherheitskräfte äußerste Zurückhaltung und rief die Bevölkerung Kenias zu Ruhe, Geduld und der Achtung der Gesetze auf. Ähnlich wie in den meisten anderen Stellungnahmen zur aktuellen Lage in Kenia ruft auch der UN-Generalsekretär die politischen Kräfte des Landes dazu auf, ihre Differenzen in einem friedlichen Dialog und vor allem im Rahmen der Verfassung zu lösen.

Schärfere Kritik an der Polizei äußert Louise Arbour, die Hochkommissarin für Menschenrechte bei den Vereinten Nationen. In ihrem Statement ist von Berichten die Rede, wonach Polizisten exzessiv Gewalt ausgeübt hätten. Louise Arbour fordert von der kenianischen Regierung, dass sie ihre internationalen Verpflichtungen in Sachen Menschenrechte einhält, insbesondere im Umgang mit Demonstrationen. Dies bedeute, so Arbour, dass Polizisten sich für ihre Handlungen verantworten müssen.

Bei der Beurteilung der Präsidentschaftswahl muss laut den Wahlbeobachtern des „Kenya Elections Domestic Observers Forum“ (Kedof) zwischen dem Verlauf der Wahl und der Stimmenauszählung unterschieden werden. Nach Ansicht von Kedof hat die Wahl ihre Glaubwürdigkeit durch die Stimmauszählung und die Verkündung der Ergebnisse verloren. Die Wahlbeobachter machen die Wahkommission für den Ausbruch der Gewalt mitverantwortlich. Zur Begründung führen sie die Verschiebung des Bekanntgabetermins und den Umgang der Kommission mit den Ergebnissen an. Ein Teil der Kommissionsmitglieder formulierten auf einer Pressekonferenz in Nairobi Selbstkritik. „Wir brauchen eine unabhängige Person, die unsere Aktionen begutachtet und den Kenianern sagen kann, was falsch gelaufen ist und was nicht“, sagten die Wahlkommissare laut „East African Standard“.

Gegen das von der Regierung verhängte Verbot von Liveberichterstattungen über die Proteste gegen das offizielle Wahlergebnis wehren sich verschiedene Medienvertreter. Der „Media Council of Kenya“ und die „Media Owners Association“ bezeichneten die Auflage als „drakonisch, unpraktisch und als Affront gegen die Pressefreiheit im Land.“ Einige Medienvertreter erklärten nach einer gemeinsamen Sitzung, sie wollten sich nicht an das Verbot halten.

Themenverwandte Artikel

  • Unruhen in Kenia dauern an (31.12.2007)
  • Kenia: Mwai Kibaki zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt (30.12.2007)

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December 31, 2007

Unruhen in Kenia dauern an

Unruhen in Kenia dauern an – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Unruhen in Kenia dauern an

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Veröffentlicht: 16:43, 31. Dez. 2007 (CET)
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Nairobi (Kenia), 31.12.2007 – Nachdem die staatliche Wahlkommission gestern den amtierenden kenianischen Präsidenten Mwai Kibaki zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt hat, dauern die Unruhen in dem ostafrikanischen Staat an. Laut der Nachrichtenagentur „AFP“ kamen dabei mehr als hundert Menschen ums Leben. Mwai Kibaki hatte bei der Vereidigung für seine neue Amtszeit noch zu einem „nationalen Heilungsprozess“ aufgerufen.

Der Oppositionspolitiker Raila Odinga, der nach dem offiziellen Ergebnis knapp gegen Mwai Kibaki verloren hat, erkennt das Ergebnis nicht an. In einer Stellungnahme von Odingas Partei „Orange Democratic Movement“ heißt es: „Wir wissen, dass die Bevölkerung Kenias Raila Amolo Odinga zum legitimen Präsidenten gewählt hat und dass sie bereit ist, ihn bei der demokratischen Ausübung dieses Amtes zu sehen.“ Unterdessen plant Raila Odinga, sich in einer alternativen Vereidigungszeremonie vor Anhängern in Nairobi zum „Volkspräsidenten“ ernennen zu lassen. Die Polizei droht damit, den Politiker festzunehmen, sollte er auf der Massenkundgebung auftreten.

Karte von Kenia

Gewaltsame Ausschreitungen nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses gab es in verschiedenen Teilen des Landes. „AFP“ berichtet von 64 Toten im Westen Kenias in Folge von ethnisch motivierter Gewalt und Zusammenstößen zwischen der Polizei und Oppositionsanhängern. Nach Angaben der Polizei starben 40 Menschen bei Unruhen in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. 46 Leichen sollen in das Leichenschauhaus von Kisumu, der drittgrößten Stadt des Landes, gebracht worden sein. Kisumu gilt als Hochburg des unterlegenen Kandidaten Odinga. Die ethnisch motivierte Gewalt richtet sich vor allem gegen Kikuyu, der Ethnie, der Mwai Kibaki angehört. In Mathare, einem Slum in Nairobi, sollen Angehörige der Luo etwa 100 Häuser von Kikuyu-Familien in Brand gesteckt haben. In Kibera sind viele Kikuyu auf der Flucht vor derartiger Gewalt.

Während die Wahlbeobachter der Europäischen Union das Wahlergebnis anzweifeln, gratulierte Rob McInturff, ein Sprecher des US-Außenministeriums, Mwai Kibaki zum Wahlsieg und appellierte an alle Seiten, das Ergebnis zu akzeptieren. Kenia gilt als enger Verbündeter der Vereinigten Staaten. Dennoch hatten westliche Diplomaten, darunter auch der US-Botschafter in Kenia, laut einem Bericht der „New York Times“ eine Neuauszählung der Stimmen gefordert, worauf die Wahlkommission nicht eingegangen ist. Die Kommission gibt zu, dass es Unregelmäßigkeiten gegeben hat, sieht sich dafür aber nicht zuständig und verweist auf die Gerichte.

Die Regierung reagierte unter anderem mit strengen Auflagen für die Medien auf die Unruhen. So wurde jegliche Liveberichterstattung über die Proteste gegen das offizielle Wahlergebnis untersagt. Außerdem verhängte die Regierung in der gestrigen Nacht das Kriegsrecht. In Kisumu ordnete die Polizei eine Ausgangssperre an und erteilte den Befehl, auf Gewalttäter zu schießen. Grace Kaindi, der örtliche Polizeichef, wollte gegenüber „AFP“ keine Angaben zur Anzahl der Toten in Kisumu machen. Er bestätigte aber, dass die Polizei in der letzten Nacht auf „Plünderer“ geschossen habe, wie es im Sprachgebrauch der Polizei heißt. Der Polizeisprecher Eric Kiraithe bekennt sich mit folgenden Worten zum harten Vorgehen der Polizei: „Wir wissen, dass es in manchen Teilen des Landes Geplänkel gibt. Wir werden diese vollständig niederschlagen und auf jede einzelne Situation reagieren.“

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  • Kenia: Mwai Kibaki zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt (30.12.2007)

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