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July 21, 2007

Diplomatische Spannungen zwischen Großbritannien und Russland

Diplomatische Spannungen zwischen Großbritannien und Russland

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Veröffentlicht: 14:40, 21. Jul. 2007 (CEST)
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Moskau (Russland) / London (Vereinigtes Königreich), 21.07.2007 – Die diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien sind wegen verschiedener Unstimmigkeiten abgekühlt.

Streit um Hauptverdächtigen im Litwinenko-Mordfall

Britischer Premier Gordon Brown

Nachdem die britischen Ermittlungsbehörden Andrei Lugowoi als Hauptverdächtigen im Mordfall Litwinenko ausfindig gemacht hatten, weigerte sich Russland, Lugowoi an die britischen Behörden auszuliefern. Am Sonntag hatte die britische Regierung vier russische Diplomaten des Landes verwiesen. Als Reaktion darauf wurden am Donnerstag vier britische Diplomaten aus Russland ausgewiesen.

Der russische Botschafter in London wies jede Beteiligung Russlands an dem Mord an Litwinenko zurück. Es sei grotesk, dies anzunehmen, so Botschafter Juri Fedotow. Weder Rückhalt noch aktive Beteiligung Russlands an dem Mord seien gegeben gewesen. Russland würde Lugowoi selbst vor Gericht stellen wollen, wenn die britischen Behörden Beweise für seine Schuld liefern würden, so Fedotow weiter.

Der russische Außenamtssprecher Michail Kamynin gab an, Russland werde keine neuen Visa mehr für britische Diplomaten ausstellen. Geschäftsleute und Touristen seien jedoch von der Regelung nicht betroffen. Die Ausweisung der vier britischen Diplomaten aus Russland nannte er „zielgerichtet, ausgewogen und so gering wie möglich“, während der britische Premierminister Gordon Brown von einem „völlig ungerechtfertigten“ Schritt sprach.

Erstmals bezog am Rande eines Nahost-Gipfels in Lissabon auch US-Außenministerin Condoleeza Rice Stellung. Sie nannte die Auslieferung Lugowois eine rechtliche Angelegenheit, keine politische. Der Forderung, Lugowoi nach Großbritannien auszuliefern, stimmte sie zu.

Mögliches Mordkomplott gegen Boris Beresowski

Vor drei Wochen wurde der russische Oligarch und Kreml-Kritiker Boris Beresowski nach eigenen Angaben von der britischen Polizei über ein Mordkomplott gegen ihn unterrichtet. In der Öffentlichkeit sollte demnach Beresowski von einem Auftragsmörder erschossen werden, der danach hätte angeben sollen, dass es sich um ein Motiv im Geschäftsbereich gehandelt habe. Ein möglicher Tatort wäre das Hilton-Hotel gewesen. Durch Geheimdiensthinweise hätte der mutmaßliche Täter jedoch verhaftet werden können. Die britische Polizei machte keine Angaben dazu.

In Brasilien und Russland liegen Haftbefehle gegen Beresowski vor, die von diesem als Teil einer politischen Kampagne des Kremls bezeichnet werden. In Russland wurde gegen Beresowski wegen der Planung eines Staatsstreiches und in Brasilien wegen Geldwäsche Haftbefehl erlassen. Im Zusammenhang mit dem russischen Luftfahrtunternehmen Aeroflot wurde von Russland eine Betrugsklage eröffnet.

Mysteriöser Vorfall in der Luft

Tupolew Tu-95 (Risszeichnung)

Am Dienstag sollen laut der Royal Air Force zwei russische Langstreckenbomber vom Typ Tupolew Tu-95 dem britischen Luftraum nahe gekommen sein. Die von der Kola-Halbinsel gestarteten Flugzeuge wurden durch zwei britische Tornado-Jagdflugzeuge aufgehalten. Ähnliche Vorfälle sollen während des Kalten Krieges häufig vorgekommen sein.

Bis zum Eintreffen der britischen Royal Air Force seien die russischen Bomber von zwei F18 der Royal Norwegian Air Force beschattet worden. Vor dem Eintritt in britischen Luftraum hätten die Bomber umgedreht.

Der russische General Alexander Zelin berichtete hingegen, dass die Bomber lediglich über neutrale Gewässer geflogen seien. Es gebe keine Verbindung zu den diplomatischen Zwischenfällen.

Der Kommandant der russischen Luftstreitkräfte gab an, die Langstreckenbomber seien auf einem Trainingsflug gewesen.

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December 1, 2006

British Airways warnt Kunden vor möglicher Kontaminierung mit radioaktivem Material

British Airways warnt Kunden vor möglicher Kontaminierung mit radioaktivem Material

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Artikelstatus: Fertig 21:56, 1. Dez. 2006 (CET)
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London (Vereinigtes Königreich), 01.12.2006 – Auf Grund von Funden radioaktiver Spuren an Bord mehrerer Flugzeuge hat British Airways drei Maschinen aus dem Flugbetrieb genommen, damit forensische Untersuchungen durchgeführt werden können.

Dienstag Nacht informierte die britischen Regierung die Fluggesellschaft, dass die Maschinen des Typs Boeing 767 in die Untersuchung bezüglich des Todes von Alexander Litwinenko aufgenommen wurden. An Bord zweier Boeings, die in den vergangenen Wochen nach Moskau geflogen waren, waren am Londoner Flughafen Heathrow geringe Spuren der radioaktiven Substanz Polonium 220 gefunden worden. Eine dritte Maschine soll in der russischen Hauptstadt von Experten untersucht werden.

British Airways stuft das Gesundheitsrisiko als gering ein. Derzeit kontaktiert die Airline alle Kunden, die im betroffenen Zeitraum mit diesen Flugzeugen geflogen sind. Ein Sprecher der Fluggesellschaft schätzt die Anzahl der betroffenen Passagiere auf bis zu 33.000, die zwischen dem 25. Oktober und 5. November auf 221 Flügen nach Athen, Barcelona, Düsseldorf, Frankfurt, Istanbul, Larnaca auf Zypern, Madrid, Stockholm und Wien unterwegs waren.

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  • Radioaktive Substanz im Urin von Ex-Spion Litwinenko gefunden (25.11.2006)
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November 25, 2006

Radioaktive Substanz im Urin von Ex-Spion Litwinenko gefunden

Radioaktive Substanz im Urin von Ex-Spion Litwinenko gefunden

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Artikelstatus: Fertig 13:35, 25. Nov. 2006 (CET)
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London (Vereinigtes Königreich), 25.11.2006 – Der vorgestern verstorbene russische Ex-Spion Alexander Litwinenko ist offenbar mit einer radioaktiven Substanz vergiftet worden. Nach Angaben der britischen Agentur für Gesundheitsschutz wurden im Urin von Litwinenko hohe Konzentrationen der Substanz Polonium gefunden. Behördenleiter Pat Troop sagte, dass der Stoff wahrscheinlich gegessen, inhaliert oder über eine Wunde aufgenommen wurde. Auch Innenminister John Reid bestätigte das Vorhandensein einer radioaktiven Substanz im Körper von Litwinenko. Die Gesundheitsbehörde erklärte, dass keine Gefahr für Menschen bestehe, die Kontakt mit Litwinenko gehabt hätten.

Litwinenko war am späten Abend des 23. Novembers verstorben. Kurz nach seinem Tod wurde eine von ihm wenige Tage zuvor diktierte Erklärung veröffentlicht. In dieser beschuldigt Litwinenko den russischen Präsidenten Wladimir Putin, den Auftrag zu seiner Ermordung gegeben zu haben. Putin, der sich anlässlich eines Gipfeltreffens zwischen Russland und der Europäischen Union zurzeit in Helsinki aufhält, wies diese Behauptung zurück. Er sagte, dass es keinen Anlass für solche Spekulationen gebe und bezeichnete den Tod als eine Tragödie. Der Familie sprach er sein Beileid aus.

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