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December 19, 2008

Christian Klar ist frei

Christian Klar ist frei – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Christian Klar ist frei

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Veröffentlicht: 23:19, 19. Dez. 2008 (CET)
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RAF-Logo

Bruchsal (Deutschland), 19.12.2008 – Der frühere RAF-Terrorist Christian Klar ist wieder auf freiem Fuß. Nach 26 Jahren Haft habe der 56-Jährige am Freitag die Justizvollzugsanstalt Bruchsal verlassen, teilte sein Anwalt Heinz-Jürgen Schneider mit. Das Oberlandesgericht Stuttgart hatte am 24. November 2008 entschieden, dass er nach Ablauf seiner Mindesthaftzeit zum 3. Januar 2009 auf Bewährung entlassen werden müsse. Der Richter, der die Freilassung angeordnet hatte, sah die Gefahr eines Rückfalls als nicht gegeben an. Das wurde ihm von zwei Gutachtern und der Bundesanwaltschaft bescheinigt. Zunächst wird Klar in Berlin leben, wo er auf fünf Jahre der Aufsicht eines Bewährungshelfers unterstellt ist. Außerdem könnte er ein Praktikum als Bühnentechniker am Berliner Ensemble beginnen.

Christian Klar gehörte zu den zentralen Figuren der „zweiten Generation“ der RAF. Er war unter anderem an den Morden an Bankier Jürgen Ponto, Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer und Generalbundesanwalt Siegfried Buback im Jahre 1977 beteiligt. Im November 1982 war er verhaftet worden. Wegen neunfachen Mordes und elffachen Mordversuchs war er 1985 zu fünfmal lebenslänglich und zusätzlich 15 Jahren Haft verurteilt worden. Eine weitere Verurteilung kam 1992 hinzu. 1998 ordnete das Gericht wegen der „besonderer Schwere der Schuld“ eine Mindesthaftzeit von 26 Jahren an.

Die Entlassungsentscheidung hatte öffentlich zu heftigen Kontroversen geführt, da Christian Klar nie Reue gezeigt und Einzelheiten zu den Anschlägen der RAF nicht preisgegeben hatte. Zudem äußerte er in einer Grußbotschaft an das linke Spektrum die Hoffnung, „die Niederlage der Pläne des Kapitals zu vollenden“. 2007 lehnte Bundespräsident Horst Köhler ein Gnadengesuch ab (Wikinews berichtete). Medienberichten zufolge hat Christian Klar in der Haft gearbeitet und konnte durch angesparten Urlaub früher freigelassen werden. Nun ist Birgit Hogefeld das einzige ehemalige RAF-Mitglied, das noch im Gefängnis sitzt.

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November 25, 2008

Jürgen Vietor gibt Bundesverdienstkreuz zurück

Jürgen Vietor gibt Bundesverdienstkreuz zurück

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Veröffentlicht: 19:14, 25. Nov. 2008 (CET)
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Die ehemalige „Landshut“ im Oktober 2007

Deutschland, 25.11.2008 – Wegen der bevorstehenden Entlassung des ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar aus dem Gefängnis hat der deutsche Lufthansa-Pilot Jürgen Vietor am Montag sein Bundesverdienstkreuz zurückgegeben. Vietor war 1977 Opfer der Landshut-Entführung durch die der RAF nahestehende palästinensische auch heute noch existierende Terrororganisation „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ geworden und hatte als Copilot nach der Ermordung des Piloten Jürgen Schumann die Maschine geflogen. In einem Interview mit „Welt Online“ begründete der 66-Jährige dies mit seinem Unverständnis über die Justiz, bekräftigte aber, dass er keine Kritik an Bundespräsident Horst Köhler austeilen möchte. Den am kommenden Sonntag ausgestrahlten Spielfilm „Mogadischu“ bezeichnete er als Hommage an den bei der Entführung ermordeten Piloten Schumann.

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November 24, 2008

Gerichtsentscheid: Ex-RAF-Terrorist Christian Klar kommt frei

Gerichtsentscheid: Ex-RAF-Terrorist Christian Klar kommt frei

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Veröffentlicht: 18:39, 24. Nov. 2008 (CET)
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Stuttgart (Deutschland), 24.11.2008 – Das Oberlandesgericht Stuttgart hat heute entschieden, den früheren RAF-Terroristen Christian Klar nach der Mindesthaftzeit von 26 Jahren aus der Haft zu entlassen. Die Frist endet am 3. Januar 2009. Die verbleibende Freiheitsstrafe wird zur Bewährung ausgesetzt. Die Bewährungszeit beträgt fünf Jahre. Nach seiner Entlassung wird Christian Klar unter die Aufsicht eines Bewährungshelfers gestellt.

Der heute 56-Jährige gilt als maßgebliches Mitglied der „zweiten Generation“ der RAF. Er war im so genannten „Deutschen Herbst“ an den Morden an Bankier Jürgen Ponto, Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer und Generalbundesanwalt Siegfried Buback beteiligt. Für seine Taten war er 1985 zu fünfmal lebenslänglich und zusätzlich 15 Jahren Haft verurteilt worden. Christian Klar sitzt seit 1982 im Gefängnis. Bundespräsident Horst Köhler hatte im vergangenen Jahr eine Begnadigung abgelehnt.

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November 10, 2008

Christian Klar hofft auf Freilassung

Filed under: Berlin,Christian Klar,Themenportal Recht,Veröffentlicht — admin @ 5:00 am

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Christian Klar hofft auf Freilassung

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Veröffentlicht: 20:15, 10. Nov. 2008 (CET)
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Berlin (Deutschland), 10.11.2008 – Christian Klar, der im November 1982 festgenommen und 1985 wegen, damals noch als als Mitglied der Rote Armee Fraktion (RAF) begangenen, neunfachen vollendeten und elffachen versuchten Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden war, bereitet sich auf seine Haftentlassung vor.

Am 3. Januar 2009 wird Christian Klar 26 Jahre Gefängnisstrafe verbüßt haben. Diese Frist wurde 1998 vom Oberlandesgericht Stuttgart für eine Haftentlassung des inzwischen 56-Jährigen gesetzt. Bereits seit Frühjahr 2008 hat der JVA-Insasse Ausgang erhalten. Dabei durfte er ab morgens ein paar Stunden in Freiheit verbringen und ist jeweils am Nachmittag zurückgekehrt.

Nach Angaben von Justizvollzugsanstaltschef Thomas Müller besteht eine günstige Entwicklung. Klar habe einen Computerkurs belegt und sei ausgeglichener geworden. Er hoffe auf baldige Entlassung und müsse lernen, sich in der modernen Welt zurechtzufinden.

Christian Klar war im Mai 2007 mit einem Gnadengesuch gescheitert. Damals war in der Öffentlichkeit eine Debatte um Klar und um die Taten der RAF entbrannt.

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December 14, 2007

Buback-Mord soll mit Beugehaft aufgeklärt werden

Buback-Mord soll mit Beugehaft aufgeklärt werden

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Veröffentlicht: 22:58, 14. Dez. 2007 (CET)
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Karlsruhe (Deutschland), 14.12.2007 – Im Mordfall Buback wird gegen Stefan Wisniewski ermittelt. Dieser war wegen der Entführung und Ermordung von Hanns-Martin Schleyer zu lebenslanger Haft verurteilt worden, die er bis 1999 verbüßte. Eine Beteiligung an der Ermordung Bubacks war damals nicht mitangeklagt, so dass dies nun drohen könnte.

Der ehemalige RAF-Terrorist Peter-Jürgen Boock hatte Wisniewski gegenüber Michael Buback, dem Sohn des Getöteten, belastet. Auch Verena Becker hielt Wisniewski bereits 1980 für den Täter. Nun wurde Beugehaft gegen Christian Klar, Brigitte Mohnhaupt, Günter Sonnenberg und Knut Volkerts beantragt. Die ehemaligen Terroristen sollen so gezwungen werden, Angaben zu machen.

Die Bundesanwaltschaft will bei Innenminister Wolfgang Schäuble die Freigabe der Akten beantragen, wenn nötig. DNA-Spuren ergaben, dass Wisniewski zu den Tätern gehören könnte. Die Ermittlungsrichter ordneten eine Blutprobe an, durch die mehr Erkenntnisse gewonnen werden sollen.

Auch eine Frau könnte an der Tat beteiligt gewesen sein. Gegen Verena Becker liegt jedoch kein hinreichender Verdacht vor.

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  • Portal:RAF
  • Portal:Generalbundesanwalt

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July 1, 2007

Bundesanwaltschaft gibt RAF-Urteile frei

Bundesanwaltschaft gibt RAF-Urteile frei

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Veröffentlicht: 20:42, 1. Jul. 2007 (CEST)
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Karlsruhe (Deutschland), 01.07.2007 – Die Bundesanwaltschaft will die Urteile zum Mord an dem ehemaligen Generalbundesanwalt Siegfried Buback frei geben. Journalisten dürfen ab dem 15. August 2007 anonymisierte Kopien der Urteile gegen die einstigen RAF-Terroristen Knut Folkerts sowie gegen Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt einsehen. Dies teilte Bundesanwalt Rainer Griesbaum in Karlsruhe mit.

Vor wenigen Wochen hatte die Bundesanwaltschaft die Herausgabe der Urteile aufgrund erneuter Ermittlungen im Fall Buback gegen den früheren RAF-Terroristen Stefan Wisniewski abgelehnt, wie es zahlreiche Medien beantragten. Mehrere Verlage hatten daraufhin Klagen gegen die Behörde vorbereitet. Die Vernehmungen sind bis Mitte August so weit abgeschlossen, dass keine Bedenken mehr gegen eine Veröffentlichung der schriftlichen Urteilsbegründungen bestünden, erklärte Griesbaum.

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May 8, 2007

Bundespräsident Köhler lehnt Gnadengesuch Klars ab

Bundespräsident Köhler lehnt Gnadengesuch Klars ab

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Artikelstatus: Fertig 09:50, 8. Mai 2007 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 08.05.2007 – Bundespräsident Horst Köhler hat das Gnadengesuch des ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar abgelehnt. Wörtlich heißt es in der Pressemitteilung des Bundespräsidialamtes, die um 12:45 Uhr verbreitet wurde: „Der Bundespräsident hat entschieden, von einem Gnadenerweis für Herrn Christian Klar abzusehen.“ Der Bundespräsident muss nach Artikel 60, Absatz 2 des Grundgesetzes weder seine Gnadenentscheidungen begründen noch hat er darzulegen, auf welchem Wege die Entscheidung letztendlich gefallen ist. Damit hat Köhler den Schlusspunkt unter eine seit einigen Monaten in der Öffentlichkeit intensiv geführte Diskussion gesetzt. Im Vorfeld hatte eine Äußerung des CSU-Generalsekretärs Markus Söder für Streit in der Koaltion gesorgt. Er bezeichnete eine mögliche Begnadigung des Terroristen als eine „schwere Hypothek“ für die Wiederwahl des Bundespräsidenten im Jahr 2009.

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March 3, 2007

Ehemaligem RAF-Terroristen Christian Klar bleibt Haftlockerung verwehrt

Ehemaligem RAF-Terroristen Christian Klar bleibt Haftlockerung verwehrt

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Artikelstatus: Fertig 08:39, 3. Mär. 2007 (CET)
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RAF-Mitglied Klar wurde unter anderem wegen gemeinschaftlichen Mordes an Siegfried Buback, Jürgen Ponto und Hanns-Martin Schleyer zu fünfmal lebenslanger Haft und einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt

Stuttgart (Deutschland), 03.03.2007 – Der baden-württembergische Justizminister Ulrich Goll (FDP) lehnt Hafterleichterungen für den früheren RAF-Terroristen Christian Klar ab. Vor dem Hintergrund einer Grußbotschaft Klars an die Rosa-Luxemburg-Konferenz vom 13. Januar 2007, in der Klar die Auswüchse des Kapitalismus scharf attackierte, habe sich eine neue Situation ergeben. „Die irritierenden Aussagen des Gefangenen stellen zum Teil das Ergebnis des bereits vorher fertig gestellten Lockerungsgutachtens in Frage. Deshalb sehen wir derzeit keine ausreichende Entscheidungsgrundlage für eine Zustimmung zu Vollzugslockerungen bei dem Strafgefangenen Klar“, so Goll. Ein zweites Gutachten soll nun klären, ob Klar trotz seiner Kapitalismuskritik Hafterleichterungen gewährt werden können. Unterdessen missbilligte der Vorsitzende der Linkspartei-Fraktion, Gregor Gysi, die Entscheidung des Justizministers und warf ihm vor, die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und das Grundgesetz zu missachten. Die politische Gesinnung Klars dürfe nicht ausschlaggebend für die Frage der Hafterleichterung sein. Vielmehr könne allein der „Grad der Gefährdung der Gesellschaft“ von Belang sein. „Ob jemand pro- oder antikapitalistisch ist, spricht weder für noch gegen Hafterleichterungen, ist für die Frage ohne Relevanz“, so Gysi in einer Stellungnahme.

Hier stand einmal ein Bild von Gregor Gysi, das von den Commons aus eingebunden wurde, dort aber gysi 2.jpg gelöscht wurde.

Gregor Gysi bezeichnet die Entscheidung Golls als „grundgesetzwidrig“

In einem Schriftwechsel äußerte sich der Justizminister Goll gegenüber Wikinews. Auf die Frage, ob das Justizministerium fürchte, Klar habe mit seinen antikapitalistischen Äußerungen erneut den Weg des radikalen Widerstands eingeschlagen, antwortete Goll wörtlich: „Die Äußerungen des Gefangenen Klar hänge ich nicht zu hoch, tue sie aber auch nicht mit links ab. Er bedient sich der Sprache von vor 30 Jahren und das irritiert. Es drängt sich die Frage auf: Wenn er noch alte Ziele hat, was ist mit dem Rest? Das allein gilt es zu klären, bevor über etwaige Haftlockerungen entschieden werden kann.“ Den Vorwurf, das baden-württembergische Justizministerium beraube Klar damit seines Rechtes auf freie Meinungsäußerung, wies Goll entschieden zurück. Es gehe nicht um Meinungsfreiheit, sondern um die Frage, ob einer, der heute noch die Verschwörungstheorien von vor 30 Jahren vertrete und damals dafür ein halbes Dutzend Menschen umgebracht habe, dies vielleicht wieder tue. Das Ministerium wolle die Erkenntnisse des ersten Gutachtens zwar nicht in Frage stellen, sich jedoch eine „zweite Perspektive“ verschaffen. „Vier Augen sehen oft auch mehr als zwei.“ Das Grußwort Klars sei eine neue Tatsache, die dem ersten Gutachter nicht bekannt gewesen sei. Das zweite Gutachten könne auf dem ersten aufbauen. Es sei Aufgabe der Gutachter zu klären, ob nach der Grußbotschaft des „Gefangenen Klar“ an die Rosa-Luxemburg-Konferenz von ihm eine Gefahr für die Gesellschaft ausgehe. „Wenn Christian Klar sagt, er wolle ‚die Niederlage der Pläne des Kapitals vollenden‘, ist zumindest vorstellbar, dass er dabei auch wieder zu Mitteln jenseits unserer Rechtsordnung greifen könnte. Das gilt es zu klären, bevor über Haftlockerungen entschieden werden kann.“ Zu der Frage, welche Kriterien das Justizministerium zur Grundlage seiner Entscheidung gemacht habe, antwortete Goll: „Wir lagen mit dem Beginn möglicher Lockerungen für den Gefangenen Klar genau im üblichen Zeitplan.“ Dem Justizministerium habe ein Lockerungsgutachten vorgelegen, das einigermaßen positiv ausgefallen sei. Sinngemäß habe es darin geheißen, Klar sei noch ziemlich verhaftet in der alten RAF-Geschichte, aber auf dem Weg sich zu lösen. Er habe sein Verhalten in der Anstalt geändert und werde sich über kurz oder lang bei den Opfern entschuldigen. „In diese Lage hinein kommt dann dieses Grußwort von Herrn Klar, das ich wegen seiner Terminologie nicht einfach ignorieren kann.“ Auf die Vorhaltungen Gysis, der Goll grundgesetzwidriges Handeln vorgeworfen hatte, antwortete er: „Herr Gysi scheint es noch nicht ganz verstanden zu haben.“

Bundespräsident Horst Köhler muss über das Gnadengesuch Christian Klars entscheiden

Christian Klar hat sich mittlerweile selbst zu der öffentlichen Diskussion geäußert. In einem Brief, der von der Tageszeitung „junge Welt“ auszugsweise publiziert wurde, rechtfertigte er seine Äußerungen und schrieb, er finde es verteidigenswert, dass auch ein Gefangener an einer öffentlichen politischen Diskussion von Menschen in Freiheit teilnehmen könne. Klar griff die Medien scharf für ihre Berichterstattung an. Die Tatsache, dass seine Grußworte an die Rosa-Luxemburg-Konferenz bereits ab dem 14. Januar öffentlich zugänglich, jedoch erst am 26. Februar – kurz vor der anstehenden Entscheidung über die Haftlockerung – Gegenstand eines Berichtes des ARD-Magazins „Report Mainz“ gewesen seien, ist für Klar „Kalkül“: „Niemand von diesen Meinungsblockwarten fand es interessant, bis eben genau einen Tag vor der Vollzugsplanungskonferenz in der JVA Bruchsal.“ „Report Mainz“ wies in einer veröffentlichten Stellungnahme den Vorwurf der gezielten Berichterstattung mit dem Ziel, die Haftlockerung für Klar zu hintertreiben, zurück. Wenige Tage vor dem Sendetermin habe die Redaktion einen Hinweis aus dem Zuhörerkreis der Konferenz bekommen und sei diesem nachgegangen. Darüberhinaus habe „Report Mainz“ viel Wert auf eine ausgewogene Berichterstattung gelegt: Der Gutachter Prof. Helmut Kury, der davon ausgeht, dass Klar trotz seiner vehementen Kritik am Kapitalismus den damaligen Weg der Gewalt nicht wieder beschreiten werde, sei ausführlich interviewt worden.

Für den bayrischen Innenminister Günther Beckstein (CSU) ist Klars Gnadengesuch nach seinen aktuellen politischen Äußerungen chancenlos. Er fordert die weitere Internierung des ehemaligen RAF-Terroristen auch nach 2009.

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Originäre Berichterstattung
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April 21, 2005

Ex-Generalbundesanwalt Kurt Rebmann verstorben

Ex-Generalbundesanwalt Kurt Rebmann verstorben

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Bundesgerichtshof in Karlsruhe

Karlsruhe / Stuttgart (Deutschland), 21.04.2005 – Der ehemalige deutsche Generalbundesanwalt Kurt Rebmann ist in der vergangenen Nacht im Alter von 80 Jahren in Stuttgart gestorben. Dies gab heute Morgen um 10:44 Uhr der Bundesgerichtshof in Karlsruhe bekannt.

Rebmann studierte Jura und war in mehreren öffentlichen Führungspositionen tätig, unter anderem war er Amtschef des baden-württembergischen Justizminsteriums. 1977 übernahm er die Leitung des Bundesgerichtshofes. Er folgte damals Generalbundesanwalt Siegfried Buback im Amt, der von Mitgliedern der „Rote Armee Fraktion“ (RAF) ermordet wurde.

Der promovierte Heilbronner hat die ersten Jahre in seinem Amt mit der Verfolgung der RAF-Terroristen verbracht, was ihm die Bezeichnung „Chefankläger“ einbrachte. Kurz nach seinem Amtsantritt folgten die Ermordungen des Dresdner-Bank-Chefs Jürgen Ponto und des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer. Er selbst wurde in dieser Zeit beinahe Opfer eines Raketenanschlags auf die Bundesanwaltschaft.

Seine harte Linie in der Terrorismusbekämpfung hat ihm großen Respekt eingebracht. Allerdings erfuhr er wegen seinem autoritären Führungsstil auch viel Kritik. Sein Image als Law-and-order-Mann blieb stets an ihm haften.

In seine Amtszeit fielen große Erfolge in der Terrorismusbekämpfung. 1982 konnte seine Behörde die Verhaftungen von Brigitte Mohnhaupt, Adelheid Schulz und Christian Klar bekannt geben. Dadurch wurde die RAF zwar stark geschwächt, ganz zerschlagen hat er die Terrororganisation jedoch nicht.

Mit 13 Amtsjahren stand Rebmann so lange wie kein anderer an der Spitze der Bundesanwaltschaft, 1990 ging er in den Ruhestand. Für seine Verdienste erhielt er damals das „Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband“ verliehen. Sein Nachfolger wurde Alexander von Stahl.

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