WikiNews de

November 16, 2015

Drama in Bayern: Mutter tötete mehrere Kinder nach der Geburt

Drama in Bayern: Mutter tötete mehrere Kinder nach der Geburt

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 20:31, 17. Nov. 2015 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Katholische Kirche in Wallenfels

Bayreuth (Deutschland), 16.11.2015 – Nach dem grausigen Fund von acht toten Säuglingen in einem Wohnhaus im oberfränkischen Wallenfels hat eine 45jährige Frau gestanden, einige der Kinder lebend zur Welt gebracht und getötet zu haben. Die Motive der Taten sind bisher unklar. Aufgrund von rechtsmedizinischen Untersuchungen könnten sechs der Kinder bei der Geburt lebensfähig gewesen sein.

Nach den bisherigen Erkenntnissen wird davon ausgegangen, dass die Frau aus psychiatrischer Sicht gestört ist. Sie ist verheiratet und hatte mit ihrem Mann 15 Jahre lang in dem Haus gewohnt. Unklar ist, wieviele der toten Kinder aus dieser Beziehung stammen und welche Rolle der Ehemann bei den Taten gespielt hat. Die Frau hatte sich vor einigen Wochen von ihm getrennt und war in eine nahegelegene Pension gezogen. Gegenwärtig lebt der Ehemann noch mit drei minderjährigen Kindern in dem Haus.

Der Tatort ist eine kleine Stadt in Oberfranken mit rund 2800 Einwohnern. Die meisten Menschen sind katholisch. Nach der katholischen Lehre gilt nicht nur die Abtreibung eines ungeborenen Kindes als Sünde, sondern auch die meisten Maßnahmen zur Schwangerschaftsverhütung werden abgelehnt. Papst Franziskus hatte Anfang des Jahres zu einem verantwortlichen Umgang mit dem Thema Schwangerschaft aufgerufen.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikinews-logo.svg  

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

May 6, 2011

Universität Bayreuth: Guttenberg hat „vorsätzlich getäuscht“

Universität Bayreuth: Guttenberg hat „vorsätzlich getäuscht“

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 22:26, 6. Mai 2011 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.
Universität Bayreuth: Guttenberg hat „vorsätzlich getäuscht“
Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat, und den Vorwurf weise ich mit allem Nachdruck von mir. Sie ist über etwa sieben Jahre neben meiner Berufsabgeordnetentätigkeit als junger Familienvater in mühevollster Kleinarbeit entstanden und sie enthält fraglos Fehler. […] Es wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht.
Universität Bayreuth: Guttenberg hat „vorsätzlich getäuscht“

– aus einer Presseerklärung des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg vom 18. Februar 2011 lt. nwzonline.de
Quelle: Nordwestzeitung vom 06.05.2011

Universität Bayreuth: Guttenberg hat „vorsätzlich getäuscht“
Nach eingehender Würdigung der gegen seine Dissertationsschrift erhobenen Vorwürfe stellt die Kommission fest, dass Herr Freiherr zu Guttenberg die Standards guter wissenschaftlicher Praxis evident grob verletzt und hierbei vorsätzlich getäuscht hat.
Universität Bayreuth: Guttenberg hat „vorsätzlich getäuscht“

– aus dem Gutachten der Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ der Universität Bayreuth lt. uni-bayreuth.de
Quelle: Pressestelle der Universität Bayreuth (PDF-Dokument) lt. spiegel.de

Bayreuth (Deutschland), 06.05.2011 – Die Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ der Universität Bayreuth legte heute der Hochschulleitung ihren Abschlussbericht im Falle der Plagiatsaffäre um den ehemaligen deutschen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vor. Darin heißt es, wie aus einer Presseerklärung der Universität hervorgeht, dass der ehemalige CSU-Minister im Kabinett Merkel „die Standards guter wissenschaftlicher Praxis evident grob verletzt und hierbei vorsätzlich getäuscht hat.“

Insbesondere bei der Nutzung der Ausarbeitungen des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages habe zu Guttenberg den bewussten Täuschungsvorsatz erkennen lassen. Dafür sprächen eine Fülle von Indizien, wie kleine Umformulierungen der Originaltexte sowie Umstellungen im Satzbau und die Verwendung von Synonymen, die zu Guttenberg verwendet habe, um die wahre Herkunft der verwendeten Quellen zu verschleiern.

Herbe Kritik übt die Kommission auch an der Benotung der Doktorarbeit durch den Doktorvater und den Zweitgutachter, die für die Bewertung der Arbeit verantwortlich sind. Es sei für die Kommission nicht erkennbar, so die Pressemitteilung der Universität, „welches die hervorstechenden Thesen oder die besonderen Ergebnisse der Arbeit seien, derentwegen die Vergabe der Höchstnote gerechtfertigt erschien“. Die Arbeit war mit „summa cum laude“ benotet worden.

Der vollständige Kommissionsbericht soll im Internet am 11. Mai veröffentlicht werden. Die Pressemitteilung verweist auf eine öffentliche Pressekonferenz der Universität am Mittwoch nächster Woche, auf der über die Arbeit der Kommission berichtet werden soll.

Der ehemalige Verteidigungsminister zu Guttenberg hatte zwar in seinen Erklärungen zu der Plagiatsaffäre stets zugegeben, Fehler gemacht zu haben. Zugleich hatte er jedoch vehement jede bewusste Täuschungsabsicht von sich gewiesen.

In seiner ersten Reaktion auf die entstandenen Plagiatsvorwürfe Mitte Februar hatte zu Guttenberg diese als „abstrus“ bezeichnet. Er sagte weiter: „Ich bin gerne bereit zu prüfen, ob bei über 1200 Fussnoten und 475 Seiten vereinzelt Fussnoten nicht oder nicht korrekt gesetzt sein sollten und würde dies bei einer Neuauflage berücksichtigen.“[1] Guttenbergs Doktorvater, Peter Häberle, nannte die Vorwürfe zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch „absurd“. Am 23. Februar 2011 gab die Universität bekannt, dass zu Guttenberg der Doktortitel entzogen werde. Der Politiker zog daraus am 1. März die politischen Konsequenzen und trat von allen politischen Ämtern zurück. Auch in seiner Rücktrittserklärung[2] sprach der Politiker lediglich von einer „fehlerhaften Doktorarbeit“. Der jetzt amtlich bestätigte bewusste Täuschungsvorsatz stellt insofern eine neue Qualität dar. Politische Beobachter gehen daher davon aus, dass nach dem heutigen Informationsstand für den „shooting-Star“ der CSU[3], wie er in den Medien genannt worden war, das endgültige politische Aus gekommen ist.

Laut welt.de prüft die Staatsanwaltschaft Hof, ob gegen den ehemaligen Minister ein Ermittlungsverfahren wegen Verletzung des Urheberrechts eingeleitet wird.

Themenverwandte Artikel

Einzelnachweise

  1. Zitiert laut nzz.ch vom 16.02.2011
  2. Rücktrittserklärung lt. diepresse.com
  3. br-online.de: „Karl-Theodor zu Guttenberg – Shootingstar der CSU“ (29.10.2010)

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

April 10, 2011

Anwalt zu Guttenbergs kritisiert die Universität Bayreuth scharf

Anwalt zu Guttenbergs kritisiert die Universität Bayreuth scharf

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 17:37, 10. Apr. 2011 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Bayreuth (Deutschland), 10.04.2011 – Der Rechtsanwalt Alexander Graf von Kalckreuth, der den ehemaligen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in der Plagiatsaffäre um dessen Doktorarbeit vertritt, geht offenbar auf Konfrontationskurs zur Universität Bayreuth. In einem Schreiben an die Universitätsleitung kritisierte er scharf, dass „angebliche Ergebnisse“ der Untersuchungskommission an die Öffentlichkeit gelangten. Der Anwalt sieht in diesen Indiskretionen einen Verstoß gegen „alle[…] Regeln eines ordentlichen Verfahrens und dient der Vorverurteilung meines Mandanten.“

Gestern hatte ein Sprecher der Universität angekündigt, das Untersuchungsergebnis des Prüfungsausschusses, der die Dissertation des Ex-Ministers im Hinblick auf die Frage untersuchte, ob eine vorsätzliche Täuschung vorliegt, auch dann zu veröffentlichen, wenn zu Guttenberg seinen Einspruch gegen die Veröffentlichung aufrechterhalte.

Die Süddeutsche Zeitung hatte am Samstag berichtet, die Untersuchungskommission sei zu dem Schluss gekommen, dass zu Guttenberg in seiner Dissertation vorsätzlich getäuscht habe. Anders sei die Vielzahl der gefundenen, nicht gekennzeichneten Zitate nicht zu erklären. Der Anwalt zu Guttenbergs erklärte, dass laut einer Stellungnahme seines Mandaten dieser „schlüssig“ nachgewiesen habe, dass er „nicht bewusst“ getäuscht habe.

Universitätssprecher Frank Schmälzle erklärte dazu: „Wir haben den Anwälten in einem Schreiben geantwortet und unser Interesse deutlich gemacht, die Öffentlichkeit informiert zu halten.“ Und: „Wir möchten das Ergebnis – auch zur Frage des Täuschungsvorsatzes – öffentlich machen.“ Das Verhalten des Ministers sehe man im Widerspruch zu dessen – anlässlich seiner Rücktrittserklärung – erklärter Bereitschaft, an der Aufklärung des Vorgangs um die Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit mitzuwirken.

Der Anwalt zu Kalckreuth gab bekannt, dass sich sein Mandant eine Zustimmung zu einer Veröffentlichung des Untersuchungsberichts der Universität weiter vorbehalte.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

April 8, 2011

Plagiatsfall Guttenberg: Universität Bayreuth unterstellt „absichtliche Täuschung“

Plagiatsfall Guttenberg: Universität Bayreuth unterstellt „absichtliche Täuschung“

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 23:58, 8. Apr. 2011 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.
Plagiatsfall Guttenberg: Universität Bayreuth unterstellt „absichtliche Täuschung“
Angesichts massiver Vorwürfe bezüglich meiner Glaubwürdigkeit, ist es mir auch ein aufrichtiges Anliegen, mich an der Klärung der Fragen hinsichtlich meiner Dissertation zu beteiligen.
Plagiatsfall Guttenberg: Universität Bayreuth unterstellt „absichtliche Täuschung“

– Karl-Theodor zu Guttenberg, in seiner Rücktrittserklärung am 1. März 2011: lt. rhein-zeitung.de

Bayreuth (Deutschland), 08.04.2011 – Von „absichtlicher“ oder „mutwilliger Täuschung“ sprechen Medienberichte heute im Zusammenhang mit der Doktorarbeit des zurückgetretenen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Quelle der Information ist die Süddeutsche Zeitung, die heute unter Berufung auf die zuständige Untersuchungskommission der Universität Bayreuth über zentrale Aussagen des Gutachtens berichtet. Bei der Universität Bayreuth hatte zu Guttenberg seine Doktorarbeit eingereicht, und hier war ihm zunächst auch der Doktortitel mit dem Prädikat „summa cum laude“ verliehen worden. Die Kommission sollte die Vorwürfe untersuchen, die im Zusammenhang mit der Doktorarbeit erhoben worden waren.

Die Untersuchungskommission der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth kam laut Süddeutscher Zeitung zu dem Schluss, dass der ehemalige Verteidigungsminister „mit Absicht abgeschrieben haben muss“, wie die Zeitung schreibt. Anders ließen sich die vielen kopierten Passagen nicht erklären. Die Gutachter stützten sich dabei laut der Zeitung auf Urteile von Verwaltungsgerichten in ähnlich gelagerten Fällen.

Zu Guttenberg war vom Amt des Verteidigungsministers zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass weite Teile seiner Doktorarbeit aus Quellen anderer Autoren abgeschrieben, die Zitate jedoch nicht gekennzeichnet worden waren. Die Universität Bayreuth hatte ihm am 23. Februar den Doktortitel aberkannt. Die Universität berief sich dabei auf Artikel 48 des Verwaltungsverfahrensgesetzes[1] Die Universität hatte anlässlich des Entzugs des Doktortitels erklärt, sie wolle dem „Vorwurf des Täuschungsvorsatzes weiter in der Kommission Selbstkontrolle“ nachgehen. Warum die Universität bei der Verleihung des Titels nicht erkannte, dass es sich bei der von zu Guttenberg vorgelegten Dissertation um einen Täuschungsversuch gehandelt hatte, erklärte die Universität so: „Beide Gutachter gingen selbstverständlich von der Beachtung der Regeln wissenschaftlichen Arbeitens durch den dafür allein verantwortlichen Doktoranden aus. Ansatzpunkte für ein Fehlverhalten hinsichtlich der gebotenen korrekten Angabe der verwendeten Quellen hatten beide Gutachter damals nicht. Der Einsatz technischer Mittel zur Erkennung von Plagiaten war 2006 nicht üblich.“ Wegen der Plagiatsvorwürfe ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft Hof gegen zu Guttenberg.

Die Untersuchungskommission der Universität Bayreuth kann ihr Untersuchungsergebnis jedoch vorerst nicht veröffentlichen, weil zu Guttenberg über seine Anwälte die Veröffentlichung des Gutachtens zu verhindern sucht. Zu Guttenberg hatte zwar Fehler eingeräumt und angegeben, er habe nicht wissenschaftlich exakt gearbeitet, jedoch stets beteuert, nicht absichtlich abgeschrieben zu haben. Er hatte aber auch gesagt, es sei ihm „ein aufrichtiges Anliegen, mich an der Klärung der Fragen hinsichtlich meiner Dissertation zu beteiligen“. In einem Schreiben seiner Anwälte an die Universitätsleitung wurden diese auf die „Persönlichkeitsrechte“ ihres Mandanten hingewiesen. Die Universitätsleitung habe dieses Schreiben „irritiert“ zur Kenntnis genommen. Universitätspräsident Rüdiger Bormann wird mit den Worten aus einem an zu Guttenberg gerichteten Schreiben zitiert. Darin wird der Ex-Minister aufgefordert, „entsprechend seiner früheren Äußerungen und Stellungnahmen, seine Vorbehalte bezüglich der Veröffentlichung, insbesondere hinsichtlich des Ergebnisses der Prüfung der erhobenen Plagiatsvorwürfe, zurückzunehmen und eine umfassende Information zu unterstützen“.

Der Doktorvater zu Guttenbergs, Peter Häberle, erklärte in einem Zeitungsinterview, über den Versuch, die Veröffentlichung des Gutachtens zu verhindern, sei er „existenziell enttäuscht“.

Themenverwandte Artikel

Quellen

Fußnoten

  1. Artikel 48: Rücknahme eines rechtswidrigen Verwaltungsaktes

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

February 23, 2011

Guttenbergs Doktortitel von der Universität Bayreuth entzogen

Guttenbergs Doktortitel von der Universität Bayreuth entzogen

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 23:20, 23. Feb. 2011 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Freiherr von und zu Guttenberg (Pressefoto)

Bayreuth (Deutschland), 23.02.2011 – Am Mittwochabend, dem 23. Februar 2011, gab Rüdiger Borgmann, Präsident der Universität Bayreuth, offiziell bekannt, dass dem amtierenden Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) der Doktortitel entzogen werde. Laut Borgmann habe Guttenberg bei der Erarbeitung seiner Dissertation die wissenschaftlichen Standards „objektiv nicht eingehalten“. Da dies offensichtlich gegen die Promotionsordnung der Fakultät verstoße, müsse ihm der Titel entzogen werden.

Guttenbergs Arbeit zu dem Thema „Verfassung und Verfassungsvertrag: Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU“ erregte in den vergangenen Tagen besondere Aufmerksamkeit. Der bis dato als ehrlicher und gestandener Mann dargestellte Verteidigungsminister geriet nach der Afghanistanreise, bei der ihn seine Frau begleitete, und dem Vorfall auf der Gorch Fock einmal mehr in das Kreuzfeuer der Medien. Rechercheure entdeckten eine auffällige Menge an nicht gekennzeichneten Zitaten aus fremden Arbeiten. Guttenberg betonte in seiner Reaktion auf die Vorwürfe, die als Plagiate bezeichneten Stellen seien lediglich aus Nachlässigkeit entstanden. Es handele sich dabei um Zitate, die unbewusst nicht richtig markiert wurden. Er gab jedoch an, den Doktortitel zukünftig nicht mehr tragen zu wollen. In der Opposition wurden Stimmen laut, die explizit den Rücktritt Guttenbergs von seinem Ministeramt fordern.

Nun tagte die Promotionskommission der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth, welche formell für die Aberkennung von Doktortiteln zuständig ist. Sehr zügig kam die Kommission zu dem Entschluss, Karl-Theodor zu Guttenberg den Doktortitel zu entziehen. Dabei sei die Frage nach der Vorsätzlichkeit bei der Entscheidungsfindung irrelevant gewesen, da die alleinige Tatsache des Verstoßes gegen die wissenschaftlichen Pflichten bereits ausschlaggebend gewesen sei.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

February 16, 2011

Plagiatsvorwürfe an Bundesminister zu Guttenberg

Plagiatsvorwürfe an Bundesminister zu Guttenberg

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 23:59, 16. Feb. 2011 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Bayreuth (Deutschland), 16.02.2011 – Der Bremer Rechtsprofessor Andreas Fischer-Lescano wirft Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg vor, wesentliche Teile seiner Doktorarbeit mit dem Titel „Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU“ abgeschrieben zu haben. Dies geht aus einer vorab veröffentlichten Rezension hervor, die Fischer-Lescano für die Zeitschrift „Kritische Justiz“ verfasst hat. Der Rechtsprofessor habe in der 475 Druckseiten umfassenden Arbeit demnach „Textübereinstimmungen mit fremden Werken ohne die nötigen Zitatnachweise“ festgestellt. Teile des Textes sollen zu nahe an die Gedanken anderer Autoren angelehnt sein. Außerdem habe zu Guttenberg zitierten Autoren eher unwesentliche Punkte korrekt zugeschrieben und deren wesentliche Aussagen nicht ausreichend als Übernahme gekennzeichnet in seinen Text einfließen lassen.

Fischer-Lescano stellt in seiner Rezension an die Prüfungskommission indirekt die Aufforderung, dem Bundesverteidigungsminister den Doktortitel wieder abzuerkennen.

Der CSU-Politiker erklärte zunächst, er wolle die Untersuchung durch die Universität Bayreuth „mit großer Gelassenheit“ abwarten und bezeichnete die Vorwürfe als „abstrus“.

Reagiert hat unterdessen auch die Neue Zürcher Zeitung, von der zu Guttenberg den 2003 erschienenen Artikel „Gott hat keinen Platz in der europäischen Verfassung“ wortwörtlich übernommen haben soll, ohne ihn als Zitat zu kennzeichnen. Zwar werde man keine rechtlichen Schritte einleiten, doch eine Entschuldigung erwarte man schon, teilte der Chefredakteur der Zeitung mit. Die Autorin des Artikels, Klara Obermüller, bezeichnete das Kopieren des Artikels durch zu Guttenberg als „nicht sehr ehrenhaft und eigentlich auch nicht sehr klug“, da Plagiate stets irgendwann entdeckt würden. Deswegen sollte man stets Anführungszeichen setzen, „vorne eins, hinten eins, die Quelle angeben und schon ist man schön raus und hat den Gedanken trotzdem drin.“

Heftige Kritik an Fischer-Lescanos Rezension übte derweil CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich. „Dieser Angriff aus der linken Szene ist nichts weiter als eine politische Sauerei.“ Friedrich wies darauf hin, dass der „Enthüllungsprofessor“ links von der SPD stehe. Diese Kritik wurde von dem Frankfurter Juristen Felix Hanschmann zurückgewiesen.

Weblinks

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

August 17, 2006

Bundesregierung gab grünes Licht für Bundeswehreinsatz im Nahen Osten

Bundesregierung gab grünes Licht für Bundeswehreinsatz im Nahen Osten

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 07:52, 17. Aug. 2006 (CEST)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Bayreuth (Deutschland), 17.08.2006 – Bei einem Treffen der Vorsitzenden der Koalitionsparteien am Mittwoch fiel die grundsätzliche Entscheidung für einen Einsatz der Bundeswehr zur Friedenssicherung im Nahen Osten im Konflikt zwischen Israel und dem Libanon.

An dem Treffen, das in Bayreuth stattfand, nahmen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Vizekanzler Franz Müntefering (SPD), der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber sowie Kurt Beck, der SPD-Vorsitzende, teil. Welche Kräfte der Bundeswehr dabei zum Einsatz kommen sollen, ist jedoch noch nicht entschieden. Als wahrscheinlichste Variante zeichnet sich jedoch ein Einsatz der Bundesmarine und möglicherweise auch von Polizeikräften ab. Die weitere Entwicklung wird sehr stark von einem Treffen auf UN-Ebene abhängen, das am Donnerstag stattfinden soll.

Themenverwandte Artikel

Quellen

  • Reuters: „Koalition für Beitrag zur UN-Nahost-Friedensmission“ (16.08.2006) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.