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August 8, 2014

Chinesischer Bürgerrechtler Gao Zhisheng aus dem Gefängnis entlassen

Chinesischer Bürgerrechtler Gao Zhisheng aus dem Gefängnis entlassen

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Veröffentlicht: 08.08.2014, 16:45 (CEST)
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Unterstützungskampagne für Gao (2011)

Ürümqi (China), 08.08.2014 – Am Morgen des 7. August (Ortszeit) wurde der chinesische Bürgerrechtler Gao Zhisheng nach dem Ende einer achtjährigen Strafe, von der er mindestens drei Jahre in Gewahrsam verbrachte hatte, aus dem Gefängnis entlassen. Gao war 2006 in einem Verfahren, dessen Umstände von der Verhaftung nach einer Entführung, über die Vernehmung unter Folter bis hin zur Verurteilung wegen „versuchten Umsturzes der Staatsgewalt“ sehr fragwürdig war, zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, die für acht Jahre zunächst zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Gao, der einmal von der Regierung als einer begabtesten Anwälte Chinas gelobt worden war, wurde als Anwalt in für die chinesischen Behörden eigentlich klaren Fällen als energischer Vertreter der Angeklagten bekannt. So verteidigte er Angehörige der Falun-Gong-Sekte und einen christlichen Pastor, der sich in einer inoffiziellen sogenannten Untergrundkirche der staatlichen Kontrolle der Religonsgemeinschaften entzogen hatte. Während seiner Bewährungszeit setzte er sich 2007 in einem Offenen Brief für einen Boykott der Olympischen Spiele 2008 in Peking ein. 2008 wurde er für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Gaos Familie war im Januar 2009 über Thailand in die USA gereist, wo ihr Asyl gewährt wurde. Gao selbst verschwand daraufhin zunächst für fast ein Jahr aus der Öffentlichkeit. 2011 wurde dann nach einem erneuten Verschwinden aus der Öffentlichkeit bekannt, dass er wegen Verstoßes gegen seine Bewährungsauflagen zu drei Jahren Haft verurteilt worden war. Die Haftzeit für diese Strafe ist nun ebenso wie seine Bewährungsauflagen abgelaufen.

Gao, dessen offizieller Wohnsitz in Ürümqi ist, hatte seine Haftzeit in einem Gefängnis im äußersten Westen der autonomen Region Xinjiang verbracht und ist nun bei seinem Schwiegervater in Ürümqi. Der Zustand seiner Zähne soll so schlecht sein, dass er selbst mit weicher Nahrung Probleme beim Essen hat. Er beabsichtigt nun, als erstes eine Zahnbehandlung durchzuführen. Anschließend will er in seine Heimatstadt Yulin reisen.

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June 16, 2006

Der Tod des kleinen Tim in Elmshorn: Es war Totschlag

Der Tod des kleinen Tim in Elmshorn: Es war Totschlag

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Artikelstatus: Fertig 23:32, 16. Jun. 2006 (CEST)
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Elmshorn (Deutschland) / Itzehoe (Deutschland), 16.06.2006 – Im Prozess um den gewaltsamen Tod des kleinen Tim aus Elmshorn ist am 7. März 2006 vor dem Landgericht Itzehoe das Urteil gefallen. Demnach muss der 38-jährige Freund der Mutter für 13 Jahre ins Gefängnis. Das Gericht stellte fest, dass es kein Mord, sondern Totschlag war.

Der Junge wurde im November 2005 nach tagelanger Suche in einem Garten in der Nähe von Tims Wohnung entdeckt. Tim erlitt schwere Misshandlungen mit anschließenden Hirnverletzungen. Daraus entstand eine Hirnschwellung an denen der Junge verstarb. Der Anwalt des Verurteilten hatte auf Freispruch plädiert. Seiner Meinung nach reichten die Beweise für eine Verurteilung nicht aus.

Themenverwandte Artikel

  • Getöteter Junge aus Elmshorn beigesetzt (23.11.2005)
  • Tim aus Elmshorn tot – jede Hilfe kam zu spät (18.11.2005)
  • Zweijähriger Tim aus Elmshorn immer noch vermisst – Polizei sucht Erklärung (14.11.2005)

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April 16, 2006

Michail Chodorkowski wegen Schnittverletzung behandelt

Michail Chodorkowski wegen Schnittverletzung behandelt

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Artikelstatus: Fertig 19:45, 16. Apr. 2006 (CEST)
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Krasnokamensk / Moskau (Russland), 16.04.2006 – Der zu einer langjährigen Haftstrafe wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilte Ex-Chef des russischen Erdölkonzerns Yukos, Michail Chodorkowski, wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag von einem Mithäftling schwer verletzt. Chodorkowski erlitt die Verletzungen laut Angaben seines Anwalts durch ein Messer, er wurde umgehend in die Krankenabteilung des Gefängnisses verlegt. Das Gefängnis befindet sich in einem Ort nahe der chinesischen Grenze.

Die Gefängnisleitung hat die Nachricht dementiert. Nach deren Angaben hat sich Chodorkowski mit einem Mithäftling geprügelt und ist dabei verletzt worden.

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March 6, 2006

Gericht verurteilt usbekischen Oppositionsführer zu zehn Jahren Haft

Gericht verurteilt usbekischen Oppositionsführer zu zehn Jahren Haft

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Taschkent (Usbekistan), 06.03.2006 – Heute hat ein Gericht in Usbekistan den usbekischen Oppositionsführer Sanjar Umarov zu zehn Jahren Haft verurteilt. Dem Führer der „Sunshine Uzbekistan Opposition Alliance“ werden verschiedene Wirtschaftsdelikte vorgeworfen.

Das Gericht in der usbekischen Hauptstadt Taschkent verurteilte Sanjar Umarov zu 14 Jahren Haft, wovon er aber wegen eines von Präsident Islom Karimov im Dezember erlassenen Amnestieabkommens nur zehn Jahre und acht Monate verbüßen muss. Außerdem muss Sanjar Umarov Steuern in Höhe von acht Millionen US-Dollar (6,6 Millionen Euro) zurückzahlen und eine Strafzahlung in Höhe von 330,000 US-Dollar bezahlen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Sanjar Umarov eine kriminelle Gruppe angeführt hat, die Geldwäsche mit Hilfe von Unternehmen im Ausland betrieben haben soll, Steuern hinterzogen haben soll und Geld in ausländischer Währung versteckt haben soll. Der Oppositionspolitiker hatte sich für unschuldig in allen Anklagepunkten erklärt. Der Richter Zokirjon Isayev sagte, dass die Ausagen Umarovs durch Zeugenaussagen und Dokumente widerlegt worden seien. Eine Sprecherin der „Sunshine Uzbekistan Opposition Alliance“ sagte gegenüber „BBC News“, dass die Vorwürfe gegen Sanjar Umarov konstruiert worden seien. Die Oppositionspartei wolle das Urteil in den USA anfechten, da die Vorwürfe mit einer Usbekisch-amerikanischen Firma zusammenhängen, an der Sanjar Umarov beteiligt war. Das Joint-Venture bestehend aus den Unternehmen „Neftegaztrans“ und „Missisipi“ soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft 1996 Erdölprodukte im Wert von 3,5 Milliarden So‘m verkauft haben, ohne den Verkauf ordnungsgemäß zu verbuchen. Der Anwalt des Oppositionspolitikers kündigte an, das Urteil anzufechten, da die Vorwürfe seiner Meinung nach nicht bewiesen wurden. In der letzten Woche wurde mit Nadira Khidoyatova eine weitere bekannte Figur der usbekischen Opposition im gleichen Zusammenhang ebenfalls zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Letztes Jahr hatte die „Sunshine Uzbekistan Opposition Alliance“ nach Protesten in Andijon, die sich gegen die usbekische Regierung gerichtet hatten, das Vorgehen der Regierung scharf kritisiert. Soldaten hatten damals auf die Demonstranten geschossen, wobei nach Augenzeugenberichten hunderte Menschen ums Leben gekommen sind. Anschließend hatte die Regierung behauptet, dass es sich bei der Demonstration um einen Aufstand von Islamisten gehandelt habe. Nach Regierungsangaben starben bei dem Vorfall 187 Menschen, Menschenrechtsorganisationen sprechen von 700 Menschen. Eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle war von der Regierung nicht gewährt worden.

Die Außenminister der Europäischen Union hatten auf ihrem Treffen am 3. Oktober 2005 die Haftbedingungen von Sanjar Umarov kritisiert und eine unabhängige Untersuchung der Haftbedingungen gefordert. Auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hatte die Haftbedingungen des Oppositionspolitikers kritisiert. Nach Angaben von HRW habe Umarovs Anwalt seinen Mandanten nackt in seiner Zelle aufgefunden. Die Organisation bezeichnete die Festnahme des Politikers und den Prozess als „politisch motiviert“.

Themenverwandte Artikel

  • Konflikte in Usbekistan (13.05.2005)

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January 30, 2006

Interview mit Danny O\’Brien von der Electronic Frontier Foundation

Interview mit Danny O’Brien von der Electronic Frontier Foundation

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Artikelstatus: Fertig 21:25, 30. Jan. 2006 (CET)
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In diesem Artikel wird die Wikimedia Foundation oder eines ihrer Projekte erwähnt.
Auch Wikinews ist ein Projekt der Wikimedia Foundation.

San Francisco (USA), 30.01.2006 – Bei einem zweiten Wikinews-Interview im Januar wurde Danny O’Brien von der Electronic Frontier Foundation (EFF) am 23.01.2006 im internationalen Wikinews IRC-Channel interviewt.

Die EFF hat eine Reihe von Erfolgen bei ihren Kampagnen zu verbuchen, die Öffentlichkeit, die Presse und Politiker in Hinblick auf Bürgerrechte im digitalen Zeitalter aufzuklären und diese Rechte bei der Gesetzgebung und in den Gerichtssälen zu verteidigen. Ihre Einigung mit Sony/BMG, die unglaublich verworrene Entscheidung des US-Supreme Courts im Fall MGM (Metro-Goldwyn-Mayer) gegen Grokster und die aufwühlenden Fälle rund um Diebold haben der Interessengruppe beachtliche Aufmerksamkeit eingebracht.

Als die EFF gefragt wurde, ob sie an einem Live-Interview im IRC mit Wikinews interessiert sei, erfolgte die positive Antwort recht schnell, aber kurz nachdem bereits der brasilianische Blogger Ricardo Serran Lobo einem Interviewtermin im Januar zugestimmt hatte. Bei zwei so interessanten Interviewkandidaten, die einem Interview zugestimmt haben, wäre es schwer gewesen einem der Kandidaten abzusagen. Zufällig ergab sich ein Interviewtermin mit einem Verteter der EFF einen Tag vor den Beratungen im US-Senat über die Broadcast flag-Regelung der Federal Communications Commission (FCC), eine Art Digital Rights Management, für das sich die Film- und Tonträgerindustrie seit langem eingesetzt hat. Die EFF setzt sich für die Verhinderung der Regelung ein.

Fragen an Danny O’Brien

Danny O’Brien

[Wikinews] Ich möchte gerne gleich mit Fragen beginnen, die von Benutzern auf der Vorbereitungsseite gestellt wurden. Die erste Frage bezieht sich auf die US-Regierung und Datenschutz in Onlinemedien.
Seit dem 11. September [2001] ist die US-Regierung immer mehr dazu übergegangen, den Datenschutz unter Umgehung ihrer eigenen Überwachungsgesetze und der Entwicklung und möglichen Umsetzung des Information-Awareness-Office-Projekts zu missachten. Welche Meinung vertritt die EFF in Bezug auf das Abhören privater Kommunikation wie E-Mail, Instant Messaging und Internettelefonie?
[Danny O’Brien] Seit den ersten Anfängen hat sich die EFF darum bemüht, die bestehenden Gesetze zum Abhören und Überwachen von Telefonleitungen nicht auf das Internet anzuwenden, nicht nur weil wir fest an den 4. Zusatz zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika [Regelt den Schutz vor willkürlichen Durchsuchungen] glauben, sondern auch aus technischen Gründen. Einen einzelnen Telefonanschluss abzuhören ist etwas wesentlich anderes als die Entsprechung dieser Praxis im Internet. Darum haben wir zum Beispiel dagegen gekämpft, dass der Communications Assistance for Law Enforcement Act (CALEA) auf das Internet ausgeweitet wird und darum kämpfen wir jetzt gegen die Ausweitung dieses Gesetzes durch die FCC.
Viele der einfachen Ansätze zur Überwachung, welche die [US-]Regierung gerne verfolgen würde, sind weit davon entfernt, angemessen zu sein, um in der Sprache des 4. Zusatzartikels [zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika] zu sprechen.
Ich möchte feststellen, dass ich US-amerikanische Beispiele anbringe, aber wir sind offensichtlich ganz allgemein davon betroffen.
Eine Frage aus dem gleichen Themenbereich – Wird sich die EFF in Fälle einschalten, wenn auch nur in beratender Funktion, selbst wenn sie so komplex sind, wie im Falle der ACLU Detroit und des Center for Constitutional Rights [US-amerikanische Bürgerrechtsorganisationen], die der National Security Agency [US-Geheimdienst] vorwerfen, ein US-Gesetz zum Verbot von Abhörmaßnahmen ohne richterliche Anordnung verletzt zu haben?
Wir prüfen gerade alle Möglichkeiten. Eine der Schwierigkeiten besteht darin, festzustellen, wie aufwändig das Regierungsprogramm wirklich war. Die EFF hat einen ganzen Stab von Anwälten mit unterschiedlichen Interessenbereichen.
Ist das ein ähnlicher Fall wie die jüngsten Forderungen an Google, ihre Daten über Suchanfragen weiterzugeben?
Nein, gute Frage. Die beiden Sachverhalte sind sehr unterschiedlich, aber sie hängen beide mit dem Problem zusammen, dass das Internet durch die Regierung als eine Quelle der Überwachung und Informationsbeschaffung angesehen wird; ein Umstand, dessen sich unserer Meinung nach alle Internetunternehmen bewusst werden müssen. Es besteht eine ernste Gefahr darin, einfach alles aufzuzeichnen: Am Ende riskiert man, ein Werkzeug für die Ausspionierung der Privatsphäre der eigenen Kunden zu werden.
Von den großen Suchmaschinen hat nur Google Forderungen des Justizministeriums abgelehnt, Nutzerdaten preiszugeben. Die EFF hat in der Vergangenheit Googles Datenschutzbestimmungen kritisiert. Wie sieht die EFF die Datenschutzbestimmungen jetzt? Wie sieht die EFF das Verhalten der anderen Suchmaschinen – haben sie sich an ihre eigenen Datenschutzbestimmungen gehalten? Ist dieser Vorfall ein Zeichen für die Stärken oder Schwächen unternehmerischer Datenschutzbestimmungen im Onlinesektor?
Datenschutzbestimmungen beschränken sich derzeit hauptsächlich auf die reine Beschreibung, welche Informationen gespeichert werden. Wir haben lange davor gewarnt, dass Firmen große Datenmengen über ihre Kunden sammeln und nichts tun, sie zu anonymisieren oder zu begrenzen. Wir sind der Ansicht, dass die Firmen sich dadurch zunehmend Probleme schaffen.
Hat die EFF Materialien oder Programme, die dazu dienen, Mitarbeiter und Firmen über die Vorteile des Datenschutzes aufzuklären?
Haben wir – Moment, ich sollte mehr URLs herausgeben, http://www.eff.org/osp/ ist unsere Leitlinie für „online service provider“ [Online-Diensteanbieter] wie man am besten Daten erfasst. Ich werde auch auf der MySQL-Konferenz später in diesem Jahr darüber sprechen, was man *nicht* in sein System aufnehmen sollte. Es ist ein interessantes Gebiet, da die Programmierer eine gewisse Kontrolle darüber haben, was möglich ist.
Ich persönlich sähe in der Community gerne sehr viel mehr Wissen darüber, wie man Daten reduzieren und anonymisieren kann. Ich empfehle immer wieder das Buch „Translucent Databases“, das dies sehr gut aufarbeitet. Außerdem könnte OSS [Open-source-Software] große Dienste leisten, indem er Standards für das Logging-Verhalten von Software setzt. Das Problem ist – und ich denke wir alle tappen in diese Falle – wir halten mehr Logging für besser. Wieviele von uns loggen dies hier nebenbei, zum Beispiel?
Ich würde gerne ein wenig über den Fall Sony BMG sprechen, wenn das in Ordnung ist. Erst einmal Glückwunsch an die EFF für einige der Erfolge im Fall Sony BMG. Es gibt allerdings einige Fragen, Klarstellungen zum Fall. Die Einigung scheint die Software von XCP und SunComm zu betreffen. Was ist mit OpenMG XCP, das DRM, das Sony BMGs Software „SonicStage“ für „Sony Connect“ verwendet?
OK, hier muss ich sagen, dass ich *etwas* beschränkt bin, was ich sagen kann. Ah, wenn auch nur aus totaler Unwissenhait über diesen bestimmten Fall.
Wissen Sie, ob die OpenMG-XCP-Software überhaupt in der Vereinbarung erwähnt wird?
Ich weiß nichts über OpenMG: Wir haben uns dem Fall angeschlossen, um Benutzer von XCP und SunComm zu vertreten, also denke ich nicht, dass das der Fall ist. Aber sehen Sie, wie ich das große IANAL-Neon-Schild [I am not a lawyer; „Ich bin kein Anwalt“] über mir aufleuchten lasse. Wenn Sie wollen, kann ich nach dem Interview nachfragen und wir können das zu den Ergebnissen hinzufügen.
Dafür wäre ich dankbar.
Könnten Sie uns etwas über die Bedingungen der Einigung hinsichtlich des Gebrauchs von Software-DRM in der Zukunft verraten? Haben sie [Sony/BMG] versprochen in Zukunft keine Geräte von Benutzern mehr zu verändern?
Ich wiederhole mich, es ist immer gefährlich rechtliche Domkumente zu umschreiben. Wir haben ein FAQ, das sich diesem Thema widmet. Gott sei Dank, hier ist es: Sony BMG Settlement FAQ
Dieser Fall steht auch in Verbindung zu Urheberrechtsverletzungen. Die XCP Software enthielt Code, der der Software „VLC media player“ entnommen wurde. Diese Software wurde unter der GNU General Public License (GPL) freigegeben. Ist die EFF an Fällen beteiligt, bei denen es um dieses Problem geht?
Nein, wir sind daran nicht beteiligt. Wir haben nicht die Stellung uns in so einem Fall um Urheberrechtsfragen zu kümmern – wir müssten zum Beispiel einen Rechteinhaber vertreten.
Würde sich die EFF um einen derartigen Fall kümmern, wenn man sie danach fragen würde?
Es wäre ein interessanter Fall, jedoch versuchen wir diese Fälle an jene zu verteilen, die über Expertenwissen verfügen. Während des Falles Sony/BMG haben wir mit Gruppen wie der Free Software Foundation (FSF) und dem „Software Freedom Law Center“ gesprochen. Gewöhnlich sind das die Leute, die sich in solchen Fällen am besten um die Nachforschungen kümmern können.
Es ist wichtig zu sagen, dass wir wirklich zufrieden sind, dass es nun eine ganze Konstellation von Organisationen gibt, mit denen wir zusammenarbeiten. Die FSF, das „Berkman Center“ [eine Institut an der Harvard Law School], „Public Knowledge“ und so weiter.
Beim Fall Sony/BMG versucht ein Produzent von Inhalten bei seinen Kunden DRM [digitale Rechteverwaltung] durchzusetzen. Die US-amerikanische FCC versucht mit der Broadcast Flag etwas ähnliches auf der Ebene von Hardware bei den US-Bürgern durchzusetzen. Ich weiß, dass die EFF in dieser Angelegenheit Lobbyarbeit betreibt und habe Fragen, die zu diesem Thema hinführen. Es handelt sich dabei um einen Hardware-Fall. Spielt das auch eine Rolle im Internet?
Ja, aus einer Vielzahl von Gründen.
Das Problem bei den Broadcast und Audio Flags besteht darin, dass sie eine Art Ghetto für Inhalte schaffen. Bei beidem geht es darum, die Verbreitung [von Inhalten, zum Beispiel Musik und Filme] im Internet zu *verhindern*. Um dies zu erreichen, muss man eine Hardware-Welt schaffen, die nicht nur vom Internet, sondern auch von Veränderungen durch die Benutzer und Open Source Entwicklungen abgeschottet ist.
Dieses Ghetto muss in jedem audiovisuellen Gerät eingebaut sein, mit einem Mandat der Regierung. Das betrifft das Netz also in vielerlei Hinsicht. Erstens schränkt man den Gebrauch des Internets erheblich ein. Zweitens kann man diese Flags leicht (aber mit illegalen Mitteln) umgehen, weswegen sie sogar noch zu weiteren drakonischen Gesetzen führen werden (die ebenfalls leicht umgangen werden können.)
Eines unser größten Probleme mit den Flags besteht darin, dass mit ihnen der Rubikon überquert wird. Sie schaffen ein „government technological mandate“ [einen technologischen Zugriff der Regierung] in die Technik der Benutzer. Wenn man einmal beginnt diesen Weg zu beschreiten, – besonders wenn man erkennt, dass das ursprüngliche Mandat nicht wirklich funktioniert – fordert man nach immer mehr Kontrolle.
Ist das nicht bereits der Fall, wenn man an den HDTV-Standard und andere Standards denkt? Handelt es sich bei Standards nicht um ein Element des Mandats der FCC?
Dies sind Standards für das Senden und Empfangen, aber keine Standards, die regeln, was man tun darf, *nachdem* man etwas empfangen hat. Denkt daran, dass die vorrangige Aufgabe der FCC darin besteht, Störungen zu verhindern und das Funktionieren der öffentlichen Ätherwellen zu handhaben. Die FCC schießt weit über ihr Ziel hinaus, wenn sie sich darum kümmert, was man mit dem macht, was man über diese Wellen empfängt.
Wie will sich die EFF dieser Angelegenheit im US-Kongress nähern, bei dem es sich um eine Regelung und nicht um ein Gesetz handelt?
Also, die erste Regelung wurde von den Gerichten ausgehebelt, die gemeisam mit uns der Meinung waren, dass die Behörde ihre Kompetenzen damit überschritten hat. Daher versuchen nun Gruppen wie die MPAA und die RIAA [Organisationen der Film- und Musikindustrie] die Kompetenzen der FCC per Gesetz auszuweiten.
Sie haben dies während des ganzen letzten Jahres getan mit – nun, wegen des Wunsches nach einer besseren Welt, dabei haben sie heimlich die notwendigen Aussagen anderen Gesetze beigefügt. Wie du bereits gesagt hast, kann es möglicherweise eine sehr kleine Änderung sein, weswegen ich glaube, sie dachten, sie könnten es tun. Alle betrieben eine unglaublich effektive Kampagne, um genau das zu verhindern. Und vieles davon hing mit dem Netz zusammen – wir hören vom Capitol Hill von dem Versuch einer Interessengruppe, die Regularien einzubinden und wir sind in der Lage sehr schnell Aufrufe und Briefe von Wählern zu organisieren.
Die meisten Politiker, das ist seltsam genug, mögen es nicht, wenn etwas heimlich hinter ihrem Rücken geschieht. Uns ist es gelungen, viele der Politiker vor den Argumenten, die sie bisher von den Lobbyisten der Filmindustrie nicht gehört hatten, zu warnen. Jetzt befinden wir uns in einer zweiten Phase, in der Hollywood die Bühne betritt und die Flags offen präsentiert. Diese Phase beginnt morgen mit den Anhörungen zu diesem Thema im US-Senat.
Der Senat wird die Anhörungen zu dieser Regelung morgen beginnen. Was erwartet die EFF, wie der Gesetzgebungsprozess verlaufen wird? Wie wird dies andere Online-Gemeinden beeinflussen? Um konkret und persönlich zu werden: Was bedeutet es für die Benutzer und Leser von Wikinews?
Wenn das Gesetz verabschiedet wird, wird es dramatische Folgen haben. Besonders für die Zukunft von Wikinews, tatsächlich: Ich denke, wir können uns alle eine Zeit vorstellen, in der Wikinews freie Beispiele von Nachrichten und öffentliche Angelegenheiten sowohl in Ton als auch in Bild veröffentlichen wird. Wenn diese Dateien mit einer „Flag“ versehen sind, wird deren Gebrauch – obwohl er legal ist – tatsächlich verschwinden oder zumindest viel schwerer werden.
Allgemeiner gesagt, wird es Fortschritte dabei geben, die Technologie in einer großen Zahl von Gebieten einzufrieren und Open Source Entwicklungen in allen Bereichen auszuschalten, die in irgendeiner Weise etwas mit HDTV oder digitalem Radio zu tun haben. Das Hauptproblem liegt darin, dass Techniken wie die „Flag“ der Unterhaltungsindustrie einen Knüppel in die Hand gegeben haben, mit dem sie die technologische Fertigung treffen können. Noch bevor die „Broadcast Flag“ überhaupt eingeführt wurde, signalisiert Hollywood bereits Ablehnung gegen eine Technik wie Tivo-To-Go.
Ich verstehe, dass das in den USA der Fall sein könnte, könntest du aber erklären, welchen Einfluss dies auf Menschen in der EU oder anderen Ländern außerhalb der USA haben wird?
Sicher, einer der Bereiche, mit dem wir zur Zeit die meiste Zeit verbringen – wir haben zwei Vollzeitangestellte, die sich um internationale Angelegenheiten kümmern – ist der, den wir mit dem Waschen der Politik bezeichnen. So wurden zum Beispiel die schlimmsten Bestimmungen der DMCA in Ländern wie Australien dadurch eingeführt, dass sie Teil bilateraler Freihandelsabkommen sind. Verteter von Hollywood haben schon in Europa und anderswo damit begonnen, das gleiche wie die „Broadcast Flag“ dort einzuführen.
Die Ausweitung des Copyrights ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Dabei wurde damit begonnen die Ausweitung des US-Copyrights auf Europa zu übertragen und nun wird Europa dazu ermuntert, seine Urheberrechtsgesetze an die US-amerikanischen anzupassen. Wir beobachten das schon bei Kopierschutzmechanismen wie der Flag.
Der Broadcast Flag ist eine Art von Digital Rights Management, das in diesem Fall von der FCC eingeführt wird. Es gibt andere Arten von DRM, auf die man zu sprechen kommen könnte. Zum Beispiel wird im französischen Parlament über das DADVSI-Gesetz debattiert, das mit der Einführung der Europäischen Urheberrechtsrichtline von 2001 (EUCD) im Zusammenhang steht. Hatte die EFF schon die Möglichkeit, sich mit diesem Gesetz auseinanderzusetzen und was ist ihre bisherige Meinung dazu?
In der Tat habe ich noch kurz vor Beginn des Interviews mit „Submarine“ [einem Wikinews Benutzer] darüber geredet. Wir werden es uns so genau ansehen, wie wir nur können. Es ist ein gutes Beispiel für ein komlexes Problem, um das es sich bei der Einführung der EUCD definitiv handelt.
Kanada und Belgien erheben als Alternative zu DRM hohe Abgaben auf Kopiergeräte, wobei die Steuereinnahmen zur Unterstützung kreativer Künstler und Entwickler eingesetzt werden. Was ist die Meinung der EFF zu derartigen Methoden der Kontrolle von „fair use“ oder „fair dealing“?
Wir bevorzugen gegenüber diesen Ansätzen eher ein System freiwilliger Lizensierung (Voluntary Collective Licensing of Music File Sharing).
Im Moment gibt es Anstrengungen eine DRM-Technik zu entwickeln, die auf offenen Standards beruht, wie zum Beispiel ein Projekt von „Sun Microsystems“, das relativ anständig gegenüber den Benutzern ist. Kann sich die EFF vorstellen eine DRM-Technik zu unterstützen, die auf Open Source Entwicklungen und offenen Standards beruht oder hält die EFF das Konzept von DRM im allgemeinen und in jeglicher Form für inakzeptabel?
Unsere Stellung zum DRM von Sun kann man hier nachlesen: „Sun’s “Open Media Commons” Is More Like a Gated Community“
Im Kern richtet sich unsere Abneigung nicht per se gegen DRM: Sie richtet sich gegen DRM, das von den Anti-Umgehungsgesetzen des DMCA gesichert wird. Wenn Benutzern das Recht eingestanden würde, DRM zu umgehen, um ihre „fair use Rechte“ wahrzunehemen, würde der Markt sehr schnell aussortieren, welche Kontrollmechanismen bei Medien akzeptiert werden können und welche nicht.
Nun eine Frage eines französischen Benutzers
Plant die EFF Vereine in Europa zu gründen?
In Frankreich gibt es, wie in vielen Ländern, bereits einen großen Kern an Aktivisten und Anwälten. Wir wären sehr erfreut in jeder erdenklichen Weise mit ihnen zusammenzuarbeiten.
Eine Frage, die an den Fall Sony/BMG anknüpft
Hat die EFF eine Antwort zu diesem Artikel im Register?
*Seufz* ich fragte mich schon, ob dieses Thema hier auftauchen würde. Es ist wirklich ein seltsamer Artikel, vor allem weil es darin um zahlreiche Fälle geht, an denen wir nicht beteiligt sind, um Fälle, die wir nicht verloren haben und andere merkwürdige Dinge. Ich denke, wir sollten lieber die Tatsachen für sich sprechen lassen. Hier ist eine Liste unserer Erfolge. Es gibt auch eine lange Liste im Wikipedia Artikel zur EFF.
Gibt es noch irgendeine Frage, die ich noch nicht gestellt habe, aber bisher ausgelassen habe?
Hahah! Nein, aber ich freue mich auf weitere Fragen. Ich denke auch über einige der schweren Fragen nach.

[An dieser Stelle wurde der Channel für alle Benutzer freigegeben, die Fragen stellen konnten.]

[…]

Ich denke die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird, ist: „Warum unternehmt ihr nichts gegen X?“, auch wenn es sich bei X um etwas sehr Wichtiges handelt – ist die einfache Antwort darauf, dass unsere Kapazitäten beschränkt sind. Daher freue ich mich auch wirklich über die Gründungen vieler anderer Organisationen.
Unterstützt die EFF noch TOR finanziell oder auf eine andere Art?
Wir betreiben die TOR-Website, eine direkte finanzielle Unterstützung gab es im letzten Jahr. Die Fragen zu TOR werden so oft gestellt, dass wir einen FAQ-Bereich eingerichtet haben, auf dem diese häufig gestellten Fragen am besten beantwortet werden (Es gibt dort auch einen FAQ-Bereich zu rechtlichen Dingen, den wir für das TOR-Projekt geschrieben haben). Tor: FAQs
Die englischsprachige Wikipedia hindert Nutzer von TOR am Bearbeiten der Seiten; Hält die EFF solche Massensperrungen von Benutzern für eine angemessene Antwort auf schlechtes Verhalten oder ist es generell unangebracht?
Wir sind enttäuscht darüber. Wir hoffen, dass es eine Möglichkeit gibt, eine technische Lösung zu entwickeln, die die Absichten der TOR-Nutzer unterstützt und für das Wikipedia-Projekt praktikabel ist. Wir würden uns freuen, wenn wir dabei eine vermittelnde Rolle spielen könnten.
Europäische Organisationen mit ähnlichen Zielen wie die EFF sind mit ihrem Vorhaben gescheitert, die EU-weite Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationsdaten zu verhindern. Welche Schlüsse zieht die EFF daraus für ihre eigenen Kampagnen?
Ich habe dazu eine lange Antwort, zu der ich aber meinen EFF Hut absetze.
Okay, der Grund warum ich bei der Beantwortung dieser Frage meinen EFF Hut absetze ist, dass ich auch an der ORG beteiligt bin, die einer dieser Organisationen in Europa ist. Der Schluss, den ich ziehe, lautet: Für das Vertreten von Interessen benötigt man Mittel. Eine der Stärken der EFF und anderer Interessengruppen in den USA besteht darin, dass sie ihre Arbeit beständig mit bezahlten Mitarbeitern betreiben.
Dass es nun Seiten wie Pledgebank.com und Dinge wie die Wikimedia Spendenkampage gibt, zeigt, dass wir an dem Punkt angelangt sind, an dem wir aus freiwilligen Organisationen Gruppen machen, die flexibel sind und über finanzielle Mittel verfügen. Das heißt, man gerät in eine Situation, in der die Gruppe von Freiwilligen, die die ORG gegründet hat, sich nun Projekten wie Anfragen an das Britische Parlament widmen kann [1].
Es gibt in Europa fantastische Gruppen, wie EDRI und den FFII und ich denke, die Zeit ist reif für mehr Mittel für diese Gruppen, die sie von jedem von uns erhalten können. Und ich sage das als jemand, der gewohnheitsmäßig in Wallung gerät, wenn von Geld die Rede ist. Es ist ein großer Sprung, aber ich meine, wir müssen uns alle darum kümmern, dass es besser wird. Gebt ihnen etwas und tretet gleichzeitig der EFF bei [2].
Danny O’Brien setzt seinen EFF Hut wieder auf.
Danny O’Brien hat „einmal erfolgreiche Lobbyarbeit in einem Londoner Pub betrieben, indem er zusammen mit Richard Stallman an einer spontanen Demonstation eines bulgarischen Volkstanzes teilnahm“. Kannst du uns Details über diese Aktion verraten?
Richard Stallman ist ein großer Fan von Folkdance und brachte mir und einigen meiner Freunde die Tanzschritte zum „Free Software Song“ in einem Pub in Shoreditch bei. Vielleicht war es der Alkohol oder die angeblich belebende Natur der GPL, am Ende hat auf jeden Fall fast der ganze Pub mitgemacht. Er [Stallman] liebt das, obwohl ich glaube, dass er sich neulich sein Bein gebrochen hat und es nicht mehr so oft machen kann.
Wikipedia wurde vor einiger Zeit von einer Gruppe angegriffen, die eine Website erstellt hat und fordert, dass Wikipedia per Gesetz zur hundertprozentigen Richtigkeit auf ihren Seiten verpflichtet werden soll (sie bezogen sich dabei auf den Fall einer falschen Biographie in einem Wikipedia-Artikel). Was hält die EFF von diesem Fall?
Ich weiß nichts Genaues über die Seite, die du ansprichst, aber wir unterstützen Wikipedia in diesem Fall. Wir sehen kein Problem mit der Entwicklung der Wikipedia.
In der deutschsprachigen Wikipedia gibt es einen Artikel über den Computerhacker „Tron“. Im Artikel wird sein vollständiger Name erwähnt. Ein deutsches Gericht hat eine Weiterleitung von wikipedia.de (die dem Verein Wikimedia Deutschland gehört) auf die Seiten des deutschsprachigen Wikipediaprojekts untersagt. Die Seiten der Wikipedia an sich befinden sich aber außerhalb der Zuständigkeit des deutschen Rechts. Was ist die Meinung der EFF zu solchen übernationalen Einflüssen von nationalem Recht? Hat eine so bekannte Person wie Tron ein besonderes Recht auf Schutz der Privatsphäre? Die Anordung ging zurück auf eine einstweilige Verfügung, die vom Anwalt der Eltern des verstorbenen Hackers iniitiert wurde. Dazu soll noch angemerkt werden, dass der vollständige Name des Hackers schon seit langer Zeit bekannt ist.
Das ist eine gute Frage: Ehrlich gesagt hängt das vom Gesetz ab und von den Besonderheiten der jeweiligen Gesetze. Ich kann mich zu diesem Fall nicht speziell äußern, besonders, weil ich zuletzt gehört habe, dass die Sachlage nicht eindeutig ist. In diesem Fall ist nicht der Einflussbereich der Gesetze das Problem, sondern die Frage, ob es jemandem verboten werden darf auf ein Medium zu verweisen.

Quellen

englischsprachige Quelle Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines fremdsprachigen Artikels (mit originärer Berichterstattung) vom 24.01.2006

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January 22, 2006

Wikimedia Deutschland gibt Stellungnahme bezüglich des aktuellen Rechtsstreites ab

Wikimedia Deutschland gibt Stellungnahme bezüglich des aktuellen Rechtsstreites ab

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Artikelstatus: Fertig 15:28, 25. Jan. 2006 (CET)
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Berlin (Deutschland), 22.01.2006 – Der Vorstand des Vereins „Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V.“ hat am vergangenen Samstag auf dem offiziellen Mailverteiler des deutschsprachigen Wikimediaprojektes „Wikipedia“ eine Stellungnahme zum aktuellen Rechtsstreit mit den Eltern des verstorbenen Berliner Computerhackers Tron abgegeben. Dabei wurde noch einmal die Ausgangssituation und der Verlauf des Streites beleuchtet.

Bei dem Rechtsstreit geht es um den Wikipedia-Artikel über den Hacker. Hier wird unter seinem verwandten Pseudonym „Tron“ auch der bürgerliche Name genannt. Der Berliner soll 1998 sich selbst umgebracht haben, jedoch wird diese Version der Todesumstände von einigen kritisch betrachtet.

Ein Bekannter der Eltern des Berliners hatte anfangs selbst versucht, den Namen durch eigenes Bearbeiten des Artikels zu entfernen. Da dies immer wieder rückgängig gemacht wurde, endeten die Bearbeitungen in einem so genannten Edit-War. Als Nächstes schalteten die Eltern einen Anwalt ein. Dieser stellte der Wikimedia Deutschland ein Schreiben zu, das eine Korrektur oder Löschung des Artikels forderte. Dies konnte und wollte die Wikimedia Deutschland nicht. Man kontaktierte den Anwalt und sandte das Schreiben an den wahren Träger der Wikipedia, an die amerikanische Wikimedia Foundation. Daraufhin erwirkte der Anwalt am 14.12.2005 eine Einstweilige Verfügung gegen die Wikimedia Foundation mit obigen Forderungen. Begründet wird dies mit der Verletzung der Persönlichkeitsrechte. Da die Verfügung über diplomatische Wege zugestellt werden muss, ist es unklar, ob und wann sie an den Verein überbracht wird und Gültigkeit gewinnt.

Am 17.01.2006 wurde eine weitere Verfügung erwirkt, die nun Wikimedia Deutschland verbot, eine Weiterleitung von ihrer Domain wikipedia.de auf die deutsche Wikipedia einzurichten. Diese Verfügung wurde umgesetzt, und es wurden zugleich Rechtsmittel dagegen eingelegt. Der Anwalt der Wikimedia Deutschland konnte gegen eine Sicherheitsleistung von 500 Euro die Wirksamkeit der Verfügung aussetzen. Nun ist ein Gerichtsverfahren für die fünfte Kalenderwoche angesetzt, um den Sachverhalt weiter zu klären. Gleichzeitig bemüht sich die Wikimedia Deutschland um eine außergerichtliche Einigung.

Die Wikimedia Deutschland betonte in ihrer Stellungnahme, dass sie nicht die deutsche Wikipedia unterhält. Dies tut die US-amerikanische Wikimedia Foundation. Dieser Irrtum unterlief nicht nur dem Anwalt der Eltern, sondern ist allgemein recht häufig.

Bereits am Donnerstag hat die Zenodot Verlagsgesellschaft mbH mit einem offenen Brief an den Anwalt der Eltern die Flucht nach vorne ergriffen. Der Verlag vertreibt über den deutschen Buchhandel eine DVD-Version der Wikipedia, in der auch der bürgerliche Name Trons genannt wird. Nun sieht der Geschäftsführer die Gefahr einer Einstweiligen Verfügung gegen seinen Verlag, ähnlich wie es in letzter Zeit schon mit der Wikimedia Foundation und Wikimedia Deutschland geschehen ist. Der Geschäftsführer hat in dem Brief mehrere Drohungen niedergeschrieben, wahrscheinlich in der Hoffnung, damit einer Verfügung entgegenwirken zu können.

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January 8, 2006

Vater von Heidi Klum mahnte Blogbetreiber ab

Vater von Heidi Klum mahnte Blogbetreiber ab

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Würzburg (Deutschland), 08.01.2006 – Das Führen von Internet-Tagebüchern oder Weblogs, so genannten Blogs, bereitet manchem Betreiber zuweilen Überraschungen. So erging es dem Würzburger Patrick Breitenbach, der in der ersten Januarwoche 2006 von Heidi Klums Vater, Günther Klum, eine E-Mail erhielt, Breitenbach möge das Werben für sein Blog „werbeblogger“ mit dem Namen „Heidi Klum“ unterlassen. Heidi Klum ist ein bekanntes Fotomodell.

Hintergrund dieser E-Mail ist ein Beitrag von Breitenbach über Heidi Klum, in dem der Name des Models im Titel des Artikels genannt wurde. Die Blogsoftware hat daraus automatisch eine entsprechende URL für diesen Artikel generiert, auf den der Autor keinen Einfluss hat. Allerdings ist diese URL über Google auffindbar, und diese Tatsache war Grund genug für Klum einzuschreiten.

Derzeit ist der Ausgang dieses Vorgangs offen. Klum hat angekündigt, den Fall seinem Anwalt zu übergeben. Breitenbach wiederum weigert sich, den Eintrag in seinem Blog zu entfernen.

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December 15, 2005

Bundestag debattiert über den Fall al-Masri

Bundestag debattiert über den Fall al-Masri

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Berlin (Deutschland), 15.12.2005 – Bei einer Rede im deutschen Bundestag hat gestern Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) Vorwürfe im Entführungsfall al-Masri zurückgewiesen. Laut Steinmeier liegt keine Verstrickung deutscher Stellen vor. Entsprechende Anschuldigungen durch die CIA hatten die Debatte ausgelöst.

Der aus dem Libanon stammende deutsche Staatsbürger Khaled al-Masri war Ende 2003 von mazedonischen Sicherheitskräften festgenommen und später von CIA-Mitarbeitern nach Afghanistan verschleppt worden. Fünf Monate später war al-Masri wieder freigelassen worden. Für eine Verwicklung al-Masris in terroristische Aktivitäten gebe es laut Steinmeier bisher keine Anhaltspunkte. Seit drei Wochen dreht sich die Debatte um die Frage, wer in der Bundesregierung wann, was gewusst habe. Die Rolle deutscher Behörden und Ministerien bei dem Vorfall ist Gegenstand einer intensiven politischen Debatte, die heute erstmals auch im Bundestag geführt wurde.

Am Vormittag hatten Bundestagsausschüsse getagt, wo die bisherige und jetzige Justizministerin Brigitte Zypries (SPD), der Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der unter der Regierung Schröder Kanzleramtschef war sowie der amtierende Innenminister Schäuble (CDU) den Ausschussmitgliedern Auskünfte gegeben hatten. Steinmeier nannte die Behauptungen, wonach die alte Bundesregierung und insbesondere er als Kanzleramtsvorsteher sowie der ehemalige Bundesinnenminister Schily eine Mitverantwortung an dem Vorfall trügen, „verantwortungslos“. Steinmeier gab an erstmals am 8. Juni 2004 durch einen Brief von al-Masris’ Anwalt von dem Vorfall erfahren zu haben, zeitlich also nach seiner Freilassung. Verschiedene Bundesbehörden seien unverzüglich mit entsprechenden Ermittlungen befasst worden. Als neues Element der Debatte brachte der Außenminister die Möglichkeit ins Spiel, dass hier eine Straftat vorliegen könnte, ein seitens eines Regierungsmitgliedes bisher nicht vorgebrachter Standpunkt.

Die Opposition wollte mit sich den Aussagen der Bundesregierung in der Debatte nicht zufrieden geben, ihrer Ansicht nach sind noch viele Fragen offen. Nach wie vor wird die Möglichkeit eines Untersuchungsausschusses in Erwägung gezogen. Steinmeier sowie auch Innenminister Schäuble sollen noch weiter von den zuständigen Ausschüssen befragt werden. Vertreter der Koalitionsparteien zeigten sich jedoch zufrieden mit den abgegebenen Erklärungen, darunter auch der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz. Wiefelspütz strich als positives Ergebnis der Debatte heraus, dass es bis zu al-Masris Freilassung im Mai 2004 offenbar kein Zusammenwirken deutscher und ausländischer Behörden in diesem als Verstoß gegen internationales und nationales Recht gesehenen Verfahren gegeben habe.

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December 11, 2005

Fall al-Masri: Schäuble verteidigt Schily

Fall al-Masri: Schäuble verteidigt Schily

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Berlin (Deutschland), 11.12.2005 – Der amtierende deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat seinen Amtsvorgänger Otto Schily (SPD) in der Affäre al-Masri gegen Vorwürfe in Schutz genommen, er habe Informationen zurückgehalten.

In einem Interview mit dem Tagesspiegel antwortete Schäuble auf die Frage, ob sich Schily in dieser Angelegenheit richtig verhalten habe, Schily habe die Information vom US-Botschafter Coats nur erhalten, weil er vorher Vertraulichkeit zugesagt habe. Er könne „überhaupt nicht erkennen, was er, Otto Schily, falsch gemacht haben soll“.

Der deutsche Staatsbürger libanesischer Herkunft Khaled al-Masri war laut eigener Aussage vom CIA in Gefängnisse in Mazedonien und Afghanistan verschleppt und dort monatelang verhört und gefoltert worden, weil er unter dem Verdacht gestanden habe, Mitwisser oder Mittäter terroristischer Aktivitäten zu sein. Wie al-Masri gestern über seinen Anwalt mitteilen ließ, sei er der Überzeugung, „dass er in Afghanistan von einem Deutschen verhört wurde“ und hier keine Verwechslung vorliege, sondern dass die Amerikaner ganz genau ihn haben wollten. Aus seiner Sicht spreche gegen die Verwechslungstheorie, dass er gezielt zum Thema „Islamismus in Ulm und Neu-Ulm“ befragt worden sei.

Außenminister Steinmeier hatte gestern Spekulationen über die Beteiligung deutscher Behörden an der Verschleppung und am Verhör al-Masris zurückgewiesen. Solche Behauptungen seien „unverantwortlich“. Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ arbeitet die Bundesregierung zurzeit an einem Bericht über die Festnahme und Verschleppung al-Masris und die an die Bundesregierung geflossenen Informationen. Der Bericht soll in der nächsten Woche der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Steinmeier will dazu eine Erklärung im Deutschen Bundestag abgeben.

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  • Haben deutsche Behörden Informationen im Fall al-Masri geliefert? (10.12.2005)

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December 4, 2005

Mord an japanischer Schülerin: Peruaner festgenommen

Mord an japanischer Schülerin: Peruaner festgenommen

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Hiroshima / Suzuka (Japan) / Lima (Peru), 04.12.2005 – Im Mordfall der Siebenjährigen Airi Kinoshita, die am 22. November in Hiroshima tot aufgefunden wurde, ist am Mittwoch, dem 30. November ein Verdächtiger festgenommen worden. Juan Carlos Pizarro Yagi, ein 30-jährige Peruaner japanischer Abstammung, hat nach Angaben seines Anwalts zugegeben, das Mädchen in der Nähe seiner Wohnung ermordet zu haben.

Die Schülerin war um 12:30 Uhr aus der Schule gekommen. Wenige Stunden später wurde sie auf einem leeren Grundstück in einem Pappkarton stranguliert aufgefunden. Ihre Schultasche konnte gegen 22:00 Uhr in einem Gebüsch etwa 300 Meter nordöstlich des Tatorts in einer Papier-Mülltüte sichergestellt werden. Da die Tasche bei einer Suche am Nachmittag nicht gefunden worden war, vermutet die Polizei, dass der Täter die Suche beobachtete und sich der Tasche nach 17:00 Uhr entledigte.

Pizarro Yagi wurde in der Wohnung eines Verwandten in Suzuka festgenommen. Die Polizei vermutet, dass er ahnte, wie nah man ihm kam. Bei der Festnahme hatte er seinen Pass dabei, was für Äusländer in Japan nicht vorgeschrieben ist. Die Polizei nimmt daher an, dass er das Land verlassen wollte. Außerdem habe er seinen ehemaligen Arbeitgeber gebeten, ausstehenden Lohn in Höhe von 200.000 Yen auszuzahlen.

Die Nachrichtenagentur Kyodo zitiert das peruanische Außenministerium, der Verdächtige sei auch unter dem Namen „Robert Frank Pizarro Vargas“ registriert. Anhand von Bildern und Fingerabdrücken werde das noch nachgeprüft. Peruanische Medien berichten, Pizarro Yagi habe in Peru wegen sexueller Belästigung eine Haftstrafe abgessen und in Folge statt des Familiennamens seines Vaters, „Torres“, den Namen „Pizarro“ verwendet, um sein Strafregister zu verbergen.

Der peruanische Außenminister besuchte am Donnerstag, dem 1. Dezember die japanische Botschaft in Lima, um einen Kondolenzbrief zu überbringen. Darin heißt es, der Mord sei ein Akt, der in allen Aspekten zu verurteilen sei, und man hoffe, dass dieser bedauerliche Vorfall keine negativen Auswirkungen auf die vielen Peruaner in Japan haben werde.

In Folge der Verhaftung gab es allerdings einen Schwall der Empörung in Japan. Nach einer Umfrage aus dem Jahr 2004 wollen 26 Prozent der Japaner keine ausländischen Arbeiter. Begründung: Ausländer verschlechtern die öffentliche Sicherheit. Pizarro Yagi war als Ausländer japanischer Abstammung, die in Japan arbeiten können, ins Land gekommen.

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